Добавил:
ivanov666
Опубликованный материал нарушает ваши авторские права? Сообщите нам.
Вуз:
Предмет:
Файл:Die Traumdeutung
.pdf
DIE TRAUMDEUTUNG
nem und keiner Wissenden zu deuten, aber auch das andere
Gemüse – als Zuruf: Schwarzer, rett’ dich! – scheint mir auf
das nämliche sexuelle Thema hinzuweisen, das wir gleich anfangs errieten, als wir für die Traumerzählung einsetzen wollten: die Fleischbank war geschlossen. Es kommt nicht darauf
an, den Sinn dieses Traumes vollständig zu erkennen; so viel
steht fest, daß er sinnreich ist und keineswegs harmlos
(66)
.
II. Ein anderer harmloser Traum derselben Patientin, in
gewisser Hinsicht ein Gegenstück zum vorigen: Ihr Mann
fragt: Soll man das Klavier nicht stimmen lassen? Sie: Es lohnt
nicht, es muß ohnedies neu beledert werden. Wiederum die
Wiederholung eines realen Ereignisses vom Vortag. Ihr Mann
hat so gefragt und sie so ähnlich geantwortet. Aber was bedeutet es, daß sie es träumt? Sie erzählt zwar vom Klavier, es
sei ein ekelhafter Kasten, der einen schlechten Ton gibt, ein
(67)
Ding, das ihr Mann schon vor der Ehe besessen hat
usw.,
aber den Schlüssel zur Lösung ergibt doch erst die Rede: Es
lohnt nicht. Diese stammt von einem gestern gemachten Besuche bei ihrer Freundin. Dort wurde sie aufgefordert, ihre Jacke abzulegen, und weigerte sich mit den Worten: es lohnt
nicht, ich muß gleich gehen. Bei dieser Erzählung muß mir
einfallen, daß sie gestern während der Analysenarbeit plötzlich an ihre Jacke griff, an der sich ein Knopf geöffnet hatte. Es
ist also, als wollte sie sagen: Bitte, sehen Sie nicht hin, es lohnt
nicht. So ergänzt sich der Kasten zum Brustkasten, und die
Deutung des Traumes führt direkt in die Zeit ihrer körperlichen Entwicklung, da sie anfing, mit ihren Körperformen unzufrieden zu sein. Es führt auch wohl in frühere Zeiten, wenn
wir auf das "Ekelhaft" und den "schlechten Ton" Rücksicht
241

SIGMUND FREUD
nehmen und uns daran erinnern, wie häufig die kleinen Hemisphären des weiblichen Körpers – als Gegensatz und als
Ersatz – für die großen eintreten, – in der Anspielung und
im Traume.
III. Ich unterbreche diese Reihe, indem ich einen kurzen
harmlosen Traum eines jungen Mannes einschiebe. Er hat geträumt, daß er wieder seinen Winterrock anzieht, was schreck-
lich ist. Anlaß dieses Traumes ist angeblich die plötzlich wieder eingetretene Kälte. Ein feineres Urteil wird indes
bemerken, daß die beiden kurzen Stücke des Traumes nicht
gut zueinander passen, denn in der Kälte den schweren oder
dicken Rock tragen, was könnte daran "schrecklich" sein.
Zum Schaden für die Harmlosigkeit dieses Traumes bringt
auch der erste Einfall bei der Analyse die Erinnerung, daß eine Dame ihm gestern vertraulich gestanden, daß ihr letztes
Kind einem geplatzten Kondom seine Existenz verdankt. Er
rekonstruiert nun seine Gedanken bei diesem Anlasse: Ein
dünner Kondom ist gefährlich, ein dicker schlecht. Der Kondom ist der "Überzieher" mit Recht, man zieht ihn ja über; so
heißt man auch einen leichten Rock. Ein Ereignis wie das von
der Dame berichtete wäre für den unverheirateten Mann allerdings "schrecklich". – Nun wieder zurück zu unserer
harmlosen Träumerin.
IV. Sie steckt eine Kerze in den Leuchter; die Kerze ist aber
gebrochen, so daß sie nicht gut steht. Die Mädchen in der Schule
sagen, sie sei ungeschickt; das Fräulein aber, es sei nicht ihre
Schuld.
Ein realer Anlaß auch hier; sie hat gestern wirklich eine
Kerze in den Leuchter gesteckt; die war aber nicht gebrochen.
242

DIE TRAUMDEUTUNG
Hier ist eine durchsichtige Symbolik verwendet worden. Die
Kerze ist ein Gegenstand, der die weiblichen Genitalien reizt;
wenn sie gebrochen ist, so daß sie nicht gut steht, so bedeutet
dies die Impotenz des Mannes ("es sei nicht ihre Schuld"). Ob
nur die sorgfältig erzogene und allem Häßlichen fremd gebliebene junge Frau diese Verwendung der Kerze kennt? Zufällig kann sie noch angeben, durch welches Erlebnis sie zu
dieser Erkenntnis gekommen ist. Bei einer Kahnfahrt auf dem
Rhein fährt ein Boot an ihnen vorüber, in dem Studenten sitzen, welche mit großem Behagen ein Lied singen oder brüllen: "Wenn die Königin von Schweden bei geschlossenen
Fensterläden mit Apollokerzen . . . ."
Das letzte Wort hört oder versteht sie nicht. Ihr Mann
muß ihr die verlangte Aufklärung geben. Diese Verse sind
dann im Trauminhalt ersetzt durch eine harmlose Erinnerung an einen Auftrag, den sie einmal im Pensionat unge-
schickt ausführte, und zwar vermöge des Gemeinsamen: geschlossene Fensterläden. Die Verbindung des Themas von der
Onanie mit der Impotenz ist klar genug. "Apollo" im latenten
Trauminhalt verknüpft diesen Traum mit einem früheren, in
dem von der jungfräulichen Pallas die Rede war. Alles wahrlich nicht harmlos.
V. Damit man sich die Schlüsse aus den Träumen auf die
wirklichen Lebensverhältnisse der Träumer nicht zu leicht
vorstelle, füge ich noch einen Traum an, der gleichfalls harmlos scheint und von derselben Person herrührt. Ich habe etwas
geträumt, erzählt sie, was ich bei Tag wirklich getan habe, näm-
lich einen kleinen Koffer so voll mit Büchern gefüllt, daß ich Mühe hatte, ihn zu schließen, und ich habe es so geträumt, wie es
243

SIGMUND FREUD
wirklich vorgefallen ist. Hier legt die Erzählerin selbst das
Hauptgewicht auf die Übereinstimmung von Traum und
Wirklichkeit. Alle solche Urteile über den Traum, Bemerkungen zum Traume, gehören nun, obwohl sie sich einen Platz
im wachen Denken geschaffen haben, doch regelmäßig in
den latenten Trauminhalt, wie uns noch spätere Beispiele bestätigen werden. Es wird uns also gesagt, das, was der Traum
erzählt, ist am Tage vorher wirklich vorgefallen
(68)
. Es wäre
nun zu weitläufig, mitzuteilen, auf welchem Wege man zum
Einfalle kommt, bei der Deutung das Englische zur Hilfe zu
nehmen. Genug, es handelt sich wieder um eine kleine box
(vgl. p. 118 den Traum vom toten Kind in der Schachtel), die
so angefüllt worden ist, daß nichts mehr hineinging. Wenigstens nichts Arges diesmal.
In all diesen "harmlosen" Träumen schlägt das sexuelle
Moment als Motiv der Zensur so sehr auffällig vor. Doch ist
dies ein Thema von prinzipieller Bedeutung, welches wir zur
Seite stellen müssen.
B) DAS INFANTILE ALS TRAUMQUELLE
Als dritte unter den Eigentümlichkeiten des Trauminhaltes haben wir mit allen Autoren (bis auf Robert) angeführt,
daß im Traume Eindrücke aus den frühesten Lebensaltern erscheinen können, über welche das Gedächtnis im Wachen
nicht zu verfügen scheint. Wie selten oder wie häufig sich
dies ereignet, ist begreiflicherweise schwer zu beurteilen, weil
die betreffenden Elemente des Traumes nach dem Erwachen
nicht in ihrer Herkunft erkannt werden. Der Nachweis, daß
es sich hier um Eindrücke der Kindheit handelt, muß also auf
244

DIE TRAUMDEUTUNG
objektivem Wege erbracht werden, wozu sich die Bedingungen nur in seltenen Fällen zusammenfinden können. Als besonders beweiskräftig wird von A. Maury die Geschichte eines
Mannes erzählt, welcher eines Tages sich entschloß, nach
zwanzigjähriger Abwesenheit seinen Heimatsort aufzusuchen. In der Nacht vor der Abreise träumte er, er sei in einer
ihm ganz unbekannten Ortschaft und begegne daselbst auf
der Straße einem unbekannten Herrn, mit dem er sich unterhalte. In seine Heimat zurückgekehrt, konnte er sich nun
überzeugen, daß diese unbekannte Ortschaft in nächster Nähe seiner Heimatstadt wirklich existiere, und auch der unbekannte Mann des Traumes stellte sich als ein dort lebender
Freund seines verstorbenen Vaters heraus. Wohl ein zwingender Beweis dafür, daß er beide, Mann wie Ortschaft, in seiner Kindheit gesehen hatte. Der Traum ist übrigens als Ungeduldstraum zu deuten wie der des Mädchens, welches das
Billett für den Konzertabend in der Tasche trägt (p. 117), des
Kindes, welchem der Vater den Ausflug nach dem Hameau
versprochen hat, u. dgl. Die Motive, welche dem Träumer gerade diesen Eindruck aus seiner Kindheit reproduzieren, sind
natürlich ohne Analyse nicht aufzudecken.
Einer meiner Kolleghörer, welcher sich rühmte, daß seine
Träume nur sehr selten der Traumentstellung unterliegen,
teilte mir mit, daß er vor einiger Zeit im Traume gesehen, sein
ehemaliger Hofmeister befinde sich im Bette der Bonne, die bis
zu seinem elften Jahre im Hause gewesen war. Die Örtlichkeit
für diese Szene fiel ihm noch im Traume ein. Lebhaft interessiert teilte er den Traum seinem älteren Bruder mit, der ihm
lachend die Wirklichkeit des Geträumten bestätigte. Er erin-
245

SIGMUND FREUD
nere sich sehr gut daran, denn er sei damals sechs Jahre alt
gewesen. Das Liebespaar pflegte ihn, den älteren Knaben,
durch Bier betrunken zu machen, wenn die Umstände einem
nächtlichen Verkehre günstig waren. Das kleinere, damals
dreijährige Kind – unser Träumer –, das im Zimmer der Bonne schlief, wurde nicht als Störung betrachtet.
Noch in einem anderen Falle läßt es sich mit Sicherheit
ohne Beihilfe der Traumdeutung feststellen, daß der Traum
Elemente aus der Kindheit enthält, wenn nämlich der Traum
ein sogenannter perennierender ist, der, in der Kindheit zuerst
geträumt, später immer wieder von Zeit zu Zeit während des
Schlafes des Erwachsenen auftritt. Zu den bekannten Beispielen dieser Art kann ich einige aus meiner Erfahrung hinzufügen, wenngleich ich an mir selbst einen solchen perennierenden Traum nicht kennen gelernt habe. Ein Arzt in den
Dreißigern erzählte mir, daß in seinem Traumleben von den
ersten Zeiten seiner Kindheit an bis zum heutigen Tage häufig ein gelber Löwe erscheint, über den er die genaueste Auskunft zu geben vermag. Dieser ihm aus Träumen bekannte
Löwe fand sich nämlich eines Tages in natura als ein lange
verschollener Gegenstand aus Porzellan vor, und der junge
Mann hörte damals von seiner Mutter, daß dieses Objekt das
begehrteste Spielzeug seiner frühen Kinderzeit gewesen war,
woran er sich selbst nicht mehr erinnern konnte.
Wendet man sich nun von dem manifesten Trauminhalt
zu den Traumgedanken, welche erst die Analyse aufdeckt, so
kann man mit Erstaunen die Mitwirkung der Kindheitserlebnisse auch bei solchen Träumen konstatieren, deren Inhalt
keine derartige Vermutung erweckt hätte. Dem geehrten Kol-
246

DIE TRAUMDEUTUNG
legen vom "gelben Löwen" verdanke ich ein besonders liebenswürdiges und lehrreiches Beispiel eines solchen Traumes. Nach der Lektüre von Nansens Reisebericht über seine
Polarexpedition träumte er, in einer Eiswüste galvanisiere er
den kühnen Forscher wegen einer Ischias, über welche dieser
klage! Zur Analyse dieses Traumes fiel ihm eine Geschichte
aus seiner Kindheit ein, ohne welche der Traum allerdings
unverständlich bleibt. Als er ein drei- oder vierjähriges Kind
war, hörte er eines Tages neugierig zu, wie die Erwachsenen
von Entdeckungsreisen sprachen, und fragte dann den Papa,
ob das eine schwere Krankheit sei. Er hatte offenbar Reisen
mit "Reißen" verwechselt, und der Spott seiner Geschwister
sorgte dafür, daß ihm das beschämende Erlebnis nicht in Vergessenheit geriet.
Ein ganz ähnlicher Fall ist es, wenn ich in der Analyse des
Traumes von der Monographie über die Gattung Zyklamen
auf eine erhalten gebliebene Jugenderinnerung stoße, daß
der Vater dem fünfjährigen Knaben ein mit farbigen Tafeln
ausgestattetes Buch zur Zerstörung überläßt. Man wird etwa
den Zweifel aufwerfen, ob diese Erinnerung wirklich an der
Gestaltung des Trauminhaltes Anteil genommen hat, ob
nicht vielmehr die Arbeit der Analyse eine Beziehung erst
nachträglich herstellt. Aber die Reichhaltigkeit und Verschlungenheit der Assoziationsverknüpfungen bürgt für die
erstere Auffassung: Zyklamen – Lieblingsblume – Lieblingsspeise – Artischocke; zerpflücken wie eine Artischocke, Blatt
für Blatt (eine Wendung, die einem anläßlich der Teilung des
chinesischen Reiches damals täglich ans Ohr schlug); – Herbarium – Bücherwurm, dessen Lieblingsspeise Bücher sind.
247

SIGMUND FREUD
Außerdem kann ich versichern, daß der letzte Sinn des Traumes, den ich hier nicht ausgeführt habe, zum Inhalt der Kinderszene in intimster Beziehung steht.
Bei einer anderen Reihe von Träumen wird man durch die
Analyse belehrt, daß der Wunsch selbst, der den Traum erregt
hat, als dessen Erfüllung der Traum sich darstellt, aus dem
Kinderleben stammt, so daß man zu seiner Überraschung im
Traume das Kind mit seinen Impulsen weiterlebend findet.
Das infantile Moment im Onkeltraum.
Ich setze an dieser Stelle die Deutung des Traumes fort,
aus dem wir bereits einmal neue Belehrung geschöpft haben,
ich meine den Traum: Freund R. ist mein Onkel (p. 106). Wir
haben dessen Deutung so weit gefördert, daß uns das
Wunschmotiv, zum Professor ernannt zu werden, greifend
entgegentrat, und wir erklärten uns die Zärtlichkeit des Traumes für Freund R. als eine Oppositions- und Trotzschöpfung
gegen die Schmähung der beiden Kollegen, die in den Traumgedanken enthalten war. Der Traum war mein eigener; ich
darf darum dessen Analyse mit der Mitteilung fortsetzen, daß
mein Gefühl durch die erreichte Lösung noch nicht befriedigt war. Ich wußte, daß mein Urteil über die in den Traumgedanken mißhandelten Kollegen im Wachen ganz anders
gelautet hätte; die Macht des Wunsches, ihr Schicksal in Betreff ihrer Ernennung nicht zu teilen, erschien mir zu gering,
um den Gegensatz zwischen wacher und Traum-Schätzung
voll aufzuklären. Wenn mein Bedürfnis, mit einem anderen
Titel angeredet zu werden, so stark sein sollte, so beweist dies
einen krankhaften Ehrgeiz, den ich nicht an mir kenne, den
ich fern von mir glaube. Ich weiß nicht, wie andere, die mich
248

DIE TRAUMDEUTUNG
zu kennen glauben, in diesem Punkte über mich urteilen
würden; vielleicht habe ich auch wirklich Ehrgeiz besessen;
aber wenn, so hat er sich längst auf andere Objekte als auf Titel und Rang eines Professor extraordinarius geworfen.
Woher dann also der Ehrgeiz, der mir den Traum eingegeben hat? Da fällt mir ein, was ich so oft in der Kindheit erzählen gehört habe, daß bei meiner Geburt eine alte Bäuerin der
über den Erstgeborenen glücklichen Mutter prophezeit, daß
sie der Welt einen großen Mann geschenkt habe. Solche Prophezeiungen müssen sehr häufig vorfallen; es gibt so viel erwartungsvolle Mütter und so viel alte Bäuerinnen oder andere alte Weiber, deren Macht auf Erden vergangen ist, und die
sich darum der Zukunft zugewendet haben. Es wird auch
nicht der Schade der Prophetin gewesen sein. Sollte meine
Größensehnsucht aus dieser Quelle stammen? Aber da besinne ich mich eben eines anderen Eindruckes aus späteren Jugendjahren, der sich zur Erklärung noch besser eignen würde:
Es war eines Abends in einem der Wirtshäuser im Prater, wohin die Eltern den elf- oder zwölfjährigen Knaben mitzunehmen pflegten, daß uns ein Mann auffiel, der von Tisch zu
Tisch ging und für ein kleines Honorar Verse über ein ihm
aufgegebenes Thema improvisierte. Ich wurde abgeschickt,
den Dichter an unseren Tisch zu bestellen, und er erwies sich
dem Boten dankbar. Ehe er nach seiner Aufgabe fragte, ließ er
einige Reime über mich fallen und erklärte es in seiner Inspiration für wahrscheinlich, daß ich noch einmal "Minister"
werde. An den Eindruck dieser zweiten Prophezeiung kann
ich mich noch sehr wohl erinnern. Es war die Zeit des Bürgerministeriums, der Vater hatte kurz vorher die Bilder der bür-
249

SIGMUND FREUD
gerlichen Doktoren Herbst, Giskra, Unger, Berger u. a. nach
Hause gebracht, und wir hatten diesen Herren zur Ehre illuminiert. Es waren sogar Juden unter ihnen; jeder fleißige Judenknabe trug also das Ministerportefeuille in seiner Schultasche. Es muß mit den Eindrücken jener Zeit sogar
zusammenhängen, daß ich bis kurz vor der Inskription an der
Universität willens war, Jura zu studieren, und erst im letzten
Moment umsattelte. Dem Mediziner ist ja die Ministerlaufbahn überhaupt verschlossen. Und nun mein Traum! Ich
merke es erst jetzt, daß er mich aus der trüben Gegenwart in
die hoffnungsfrohe Zeit des Bürgerministeriums zurückversetzt und meinen Wunsch von damals nach seinen Kräften
erfüllt. Indem ich die beiden gelehrten und achtenswerten
Kollegen, weil sie Juden sind, so schlecht behandle, den einen, als ob er ein Schwachkopf, den anderen, als ob er ein
Verbrecher wäre, indem ich so verfahre, benehme ich mich,
als ob ich der Minister wäre, habe ich mich an die Stelle des
Ministers gesetzt. Welch gründliche Rache an Sr. Exzellenz!
Er verweigert es, mich zum Professor extraordinarius zu ernennen, und ich setze mich dafür im Traume an seine Stelle.
Sehnsuchtsträume von Rom.
In einem anderen Falle konnte ich merken, daß der
Wunsch, welcher den Traum erregt, obzwar ein gegenwärtiger, doch eine mächtige Verstärkung aus tiefreichenden Kindererinnerungen bezieht. Es handelt sich hier um eine Reihe
von Träumen, denen die Sehnsucht, nach Rom zu kommen,
zu grunde liegt. Ich werde diese Sehnsucht wohl noch lange
Zeit durch Träume befriedigen müssen, denn um die Zeit
des Jahres, welche mir für eine Reise zur Verfügung steht, ist
250
Соседние файлы в предмете [НЕСОРТИРОВАННОЕ]
