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ivanov666
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Файл:Die Traumdeutung
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DIE TRAUMDEUTUNG
Der psychologische Vorgang, durch welchen nach unserer
Darstellung das gleichgültige Erlebnis zur Stellvertretung für
das psychisch Wertvolle gelangt, muß uns noch bedenklich
und befremdend erscheinen. In einem späteren Abschnitt
werden wir uns vor der Aufgabe sehen, die Eigentümlichkeiten dieser scheinbar inkorrekten Operation unserem Verständnis näherzubringen. Hier haben wir es nur mit dem Erfolge des Vorganges zu tun, zu dessen Annahme wir durch
ungezählte und regelmäßig wiederkehrende Erfahrungen bei
der Traumanalyse gedrängt werden. Der Vorgang ist aber so,
als ob eine Verschiebung – sagen wir: des psychischen Akzentes – auf dem Wege jener Mittelglieder zu stande käme, bis
anfangs schwach mit Intensität geladene Vorstellungen
durch Übernahme der Ladung von den anfänglich intensiver
besetzten zu einer Stärke gelangen, welche sie befähigt, den
Zugang zum Bewußtsein zu erzwingen. Solche Verschiebungen wundern uns keineswegs, wo es sich um die Anbringung
von Affektgrößen oder überhaupt um motorische Aktionen
handelt. Daß die einsam gebliebene Jungfrau ihre Zärtlichkeit auf Tiere überträgt, der Junggeselle leidenschaftlicher
Sammler wird, daß der Soldat einen Streifen farbigen Zeuges,
die Fahne, mit seinem Herzblute verteidigt, daß im Liebesverhältnis ein um Sekunden verlängerter Händedruck Seligkeit
erzeugt, oder im Othello ein verlorenes Schnupftuch einen
Wutausbruch, das sind sämtlich Beispiele von psychischen
Verschiebungen, die uns unanfechtbar erscheinen. Daß aber
auf demselben Wege und nach denselben Grundsätzen eine
Entscheidung darüber gefällt wird, was in unser Bewußtsein
gelangt und was ihm vorenthalten bleibt, also was wir den-
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SIGMUND FREUD
ken, das macht uns den Eindruck des Krankhaften, und wir
heißen es Denkfehler, wo es im Wachleben vorkommt. Verraten wir hier als das Ergebnis später anzustellender Betrachtungen, daß der psychische Vorgang, den wir in der Traumverschiebung erkannt haben, sich zwar nicht als ein krankhaft
gestörter, wohl aber als ein vom normalen verschiedener, als
ein Vorgang von mehr primärer Natur herausstellen wird.
Die Traumentstellung.
Wir deuten somit die Tatsache, daß der Trauminhalt Reste von nebensächlichen Erlebnissen aufnimmt, als eine Äußerung der Traumentstellung (durch Verschiebung) und erinnern daran, daß wir in der Traumentstellung eine Folge der
zwischen zwei psychischen Instanzen bestehenden Durchgangszensur erkannt haben. Wir erwarten dabei, daß die
Traumanalyse uns regelmäßig die wirkliche, psychisch bedeutsame Traumquelle aus dem Tagesleben aufdecken wird,
deren Erinnerung ihren Akzent auf die gleichgültige Erinnerung verschoben hat. Durch diese Auffassung haben wir uns
in vollen Gegensatz zu der Theorie von Robert gebracht, die
für uns unverwendbar geworden ist. Die Tatsache, welche Robert erklären wollte, besteht eben nicht; ihre Annahme beruht auf einem Mißverständnis, auf der Unterlassung, für den
scheinbaren Trauminhalt den wirklichen Sinn des Traumes
einzusetzen. Man kann noch weiterhin gegen die Lehre von
Robert einwenden: Wenn der Traum wirklich die Aufgabe
hätte, unser Gedächtnis durch besondere psychische Arbeit
von den "Schlacken" der Tageserinnerung zu befreien, so
müßte unser Schlafen gequälter sein und auf angestrengtere
Arbeit verwendet werden, als wir es von unserem wachen
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DIE TRAUMDEUTUNG
Geistesleben behaupten können. Denn die Anzahl der indifferenten Eindrücke des Tages, vor denen wir unser Gedächtnis zu schützen hätten, ist offenbar unermeßlich groß; die
Nacht würde nicht hinreichen, die Summe zu bewältigen. Es
ist sehr viel wahrscheinlicher, daß das Vergessen der gleichgültigen Eindrücke ohne aktives Eingreifen unserer seelischen Mächte vor sich geht.
Dennoch verspüren wir eine Warnung, von dem Robertschen Gedanken ohne weitere Berücksichtigung Abschied zu
nehmen. Wir haben die Tatsache unerklärt gelassen, daß einer der indifferenten Eindrücke des Tages – und zwar des
letzten Tages – regelmäßig einen Beitrag zum Trauminhalt
liefert. Die Beziehungen zwischen diesem Eindruck und der
eigentlichen Traumquelle im Unbewußten bestehen nicht
immer von vornherein; wie wir gesehen haben, werden sie
erst nachträglich, gleichsam zum Dienste der beabsichtigten
Verschiebung, während der Traumarbeit hergestellt. Es muß
also eine Nötigung vorhanden sein, Verbindungen gerade
nach der Richtung des rezenten, obwohl gleichgültigen Eindruckes anzubahnen; dieser muß eine besondere Eignung
durch irgend eine Qualität dazu bieten. Sonst wäre es ja ebenso leicht durchführbar, daß die Traumgedanken ihren Akzent auf einen unwesentlichen Bestandteil ihres eigenen Vorstellungskreises verschieben.
Folgende Erfahrungen können uns hier auf den Weg zur
Aufklärung leiten. Wenn uns ein Tag zwei oder mehr Erlebnisse gebracht hat, welche Träume anzuregen würdig sind, so
vereinigt der Traum die Erwähnung beider zu einem einzigen
Ganzen; er gehorcht einem Zwang, eine Einheit aus ihnen zu
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SIGMUND FREUD
gestalten; z. B.: Ich stieg eines Nachmittags im Sommer in ein
Eisenbahncoupé ein, in welchem ich zwei Bekannte traf, die
einander aber fremd waren. Der eine war ein einflußreicher
Kollege, der andere ein Angehöriger einer vornehmen Familie, in welcher ich ärztlich beschäftigt war. Ich machte die beiden Herren miteinander bekannt; ihr Verkehr ging aber
während der langen Fahrt über mich, so daß ich bald mit dem
einen, bald mit dem anderen einen Gesprächstoff zu behandeln hatte. Den Kollegen bat ich, einem gemeinsamen Bekannten, der eben seine ärztliche Praxis begonnen hatte, seine Empfehlung zuzuwenden. Der Kollege erwiderte, er sei
von der Tüchtigkeit des jungen Mannes überzeugt, aber sein
unscheinbares Wesen werde ihm den Eingang in vornehme
Häuser nicht leicht werden lassen. Ich erwiderte: Gerade darum bedarf er der Empfehlung. Bei dem anderen Mitreisenden
erkundigte ich mich bald darauf nach dem Befinden seiner
Tante – der Mutter einer meiner Patientinnen –, welche damals schwer krank danieder lag. In der Nacht nach dieser
Reise träumte ich, mein junger Freund, für den ich die Protektion erbeten hatte, befinde sich in einem eleganten Salon und
halte vor einer ausgewählten Gesellschaft, in die ich alle mir
bekannten vornehmen und reichen Leute versetzt hatte, mit
weltmännischen Gesten eine Trauerrede auf die (für den
Traum bereits verstorbene) alte Dame, welche die Tante des
zweiten Reisegenossen war. (Ich gestehe offen, daß ich mit
dieser Dame nicht in guten Beziehungen gestanden hatte.)
Mein Traum hatte also wiederum Verknüpfungen zwischen
beiden Eindrücken des Tages aufgefunden und mittels derselben eine einheitliche Situation komponiert.
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DIE TRAUMDEUTUNG
"Rapprochement forcé" der Traumreize.
Auf Grund vieler ähnlicher Erfahrungen muß ich den
Satz aufstellen daß für die Traumarbeit eine Art von Nötigung besteht, alle vorhandenen Traumreizquellen zu einer
Einheit im Traume zusammenzusetzen
(58)
. Wir werden diesen
Zwang zur Zusammensetzung in einem späteren Abschnitt
(über die Traumarbeit) als ein Stück der Verdichtung, eines
anderen psychischen Primärvorganges, kennen lernen.
Ich will jetzt die Frage in Erörterung ziehen, ob die
traumerregende Quelle, auf welche die Analyse hinführt, jedesmal ein rezentes (und bedeutsames) Ereignis sein muß,
oder ob ein inneres Erlebnis, also die Erinnerung an ein
psychisch wertvolles Ereignis, ein Gedankengang die Rolle
des Traumerregers übernehmen kann. Die Antwort, die sich
aus zahlreichen Analysen auf das bestimmteste ergibt, lautet im letzteren Sinne. Der Traumerreger kann ein innerer
Vorgang sein, der gleichsam durch die Denkarbeit am Tage
rezent geworden ist. Es wird jetzt wohl der richtige Moment
sein, die verschiedenen Bedingungen, welche die Traumquellen erkennen lassen, in einem Schema zusammenzustellen.
Die Traumquelle kann sein:
a) Ein rezentes und psychisch bedeutsames Erlebnis, wel-
(59)
ches im Traume direkt vertreten ist
.
b) Mehrere rezente, bedeutsame Erlebnisse, die durch den
(60)
Traum zu einer Einheit vereinigt werden
.
c) Ein oder mehrere rezente und bedeutsame Erlebnisse,
die im Trauminhalt durch die Erwähnung eines gleichzeiti-
(61)
gen, aber indifferenten Erlebnisses vertreten werden
.
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SIGMUND FREUD
d) Ein inneres bedeutsames Erlebnis (Erinnerung, Gedankengang), welches dann im Traume regelmäßig durch die Erwähnung eines rezenten, aber indifferenten Eindruckes vertreten wird
(62)
.
Wie man sieht, wird für die Traumdeutung durchwegs die
Bedingung festgehalten, daß ein Bestandteil des Trauminhaltes einen rezenten Eindruck des Vortages wiederholt. Dieser
zur Vertretung im Traume bestimmte Anteil kann entweder
dem Vorstellungskreis des eigentlichen Traumerregers selbst
angehören, und zwar entweder als wesentlicher oder als unwichtiger Bestandteil desselben – oder er rührt aus dem Bereiche eines indifferenten Eindruckes her, der durch mehr oder
minder reichliche Verknüpfung mit dem Kreise des Traumerregers in Beziehung gebracht worden ist. Die scheinbare Mehrheit der Bedingungen kommt hier nur durch die Alternative zu
stande, daß eine Verschiebung unterblieben oder vorgefallen ist,
und wir merken hier, daß diese Alternative uns dieselbe Leichtigkeit bietet, die Kontraste des Traumes zu erklären, wie der
medizinischen Theorie des Traumes die Reihe vom partiellen
bis zum vollen Wachen der Gehirnzellen (vgl. p. 57 f.).
Man bemerkt an dieser Reihe ferner, daß das psychisch
wertvolle, aber nicht rezente Element (der Gedankengang,
die Erinnerung) für die Zwecke der Traumbildung durch ein
rezentes, aber psychisch indifferentes Element ersetzt werden
kann, wenn dabei nur die beiden Bedingungen eingehalten
werden, daß 1. der Trauminhalt eine Anknüpfung an das rezent Erlebte erhält; 2. der Traumerreger ein psychisch wertvoller Vorgang bleibt. In einem einzigen Falle (a) werden
beide Bedingungen durch denselben Eindruck erfüllt. Zieht
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DIE TRAUMDEUTUNG
man noch in Erwägung, daß dieselben indifferenten Eindrücke, welche für den Traum verwertet werden, solange sie rezent sind, diese Eignung einbüßen, sobald sie einen Tag (oder
höchstens mehrere) älter geworden sind, so muß man sich
zur Annahme entschließen, daß die Frische eines Eindruckes
ihm an sich einen gewissen psychischen Wert für die Traumbildung verleiht, welcher der Wertigkeit affektbetonter Erinnerungen oder Gedankengänge irgendwie gleichkommt. Wir
werden erst bei späteren psychologischen Überlegungen erraten können, worin dieser Wert rezenter Eindrücke für die
(63)
Traumbildung begründet sein kann
.
Nebenbei wird hier unsere Aufmerksamkeit darauf gelenkt, daß zur Nachtzeit und von unserem Bewußtsein unbemerkt wichtige Veränderungen mit unserem Erinnerungs- und Vorstellungsmaterial vor sich gehen können.
Die Forderung, eine Nacht über eine Angelegenheit zu
schlafen, ehe man sich endgültig über sie entscheidet, ist offenbar vollberechtigt. Wir merken aber, daß wir an diesem
Punkte aus der Psychologie des Träumens in die des Schlafes
übergegriffen haben, ein Schritt, zu welchem sich der Anlaß
noch öfter ergeben wird.
Es gibt nun einen Einwand, welcher die letzten Schlußfolgerungen umzustoßen droht. Wenn indifferente Eindrücke
nur solange sie rezent sind in den Trauminhalt gelangen
können, wie kommt es, daß wir im Trauminhalt auch Elemente aus früheren Lebensperioden vorfinden, die zur Zeit, da sie
rezent waren – nach Strümpells Worten keinen psychischen
Wert besaßen, also längst vergessen sein sollten, Elemente also, die weder frisch noch psychisch bedeutsam sind?
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SIGMUND FREUD
Dieser Einwand ist voll zu erledigen, wenn man sich auf
die Ergebnisse der Psychoanalyse bei Neurotikern stützt. Die
Lösung lautet nämlich, daß die Verschiebung, welche das psychisch wichtige Material durch indifferentes ersetzt (für das
Träumen wie für das Denken), hier bereits in jenen frühen
Lebensperioden stattgefunden hat und seither im Gedächtnis
fixiert worden ist. Jene ursprünglich indifferenten Elemente
sind eben nicht mehr indifferent, seitdem sie durch Verschiebung die Wertigkeit vom psychisch bedeutsamen Material
übernommen haben. Was wirklich indifferent geblieben ist,
kann auch nicht mehr im Traume reproduziert werden.
Es gibt keine "harmlosen" Träume.
Aus den vorstehenden Erörterungen wird man mit Recht
schließen, daß ich die Behauptung aufstelle, es gebe keine indifferenten Traumerreger, also auch keine harmlosen Träume. Dies ist in aller Strenge und Ausschließlichkeit meine
Meinung, abgesehen von den Träumen der Kinder und etwa
den kurzen Traumreaktionen auf nächtliche Sensationen.
Was man sonst träumt, ist entweder manifest als psychisch
bedeutsam zu erkennen, oder es ist entstellt und dann erst
nach vollzogener Traumdeutung zu beurteilen, worauf es
sich wiederum als bedeutsam zu erkennen gibt. Der Traum
gibt sich nie mit Kleinigkeiten ab; um Geringes lassen wir uns
(64)
im Schlafe nicht stören
. Die scheinbar harmlosen Träume
erweisen sich als arg, wenn man sich um ihre Deutung bemüht; wenn man mir die Redensart gestattet, sie haben es
"faustdick hinter den Ohren". Da dies wiederum ein Punkt
ist, bei dem ich Widerspruch erwarten darf, und da ich gern
die Gelegenheit ergreife, die Traumentstellung bei ihrer Ar-
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DIE TRAUMDEUTUNG
beit zu zeigen, will ich eine Reihe von "harmlosen" Träumen
aus meiner Sammlung hier der Analyse unterziehen.
Beispiele von "harmlosen" Träumen.
I. Eine kluge und feine junge Dame, die aber auch im Leben zu den Reservierten, zu den "stillen Wassern" gehört, erzählt: Ich habe geträumt, daß ich auf den Markt zu spät komme
und beim Fleischhauer sowie bei der Gemüsefrau nichts bekomme. Gewiß ein harmloser Traum, aber so sieht ein Traum
nicht aus; ich lasse ihn mir detailliert erzählen. Dann lautet
der Bericht folgendermaßen: Sie geht auf den Markt mit ihrer
Köchin, die den Korb trägt. Der Fleischhauer sagt ihr, nachdem
sie etwas verlangt hat: Das ist nicht mehr zu haben, und will ihr
etwas anderes geben mit der Bemerkung: Das ist auch gut. Sie
lehnt ab und geht zur Gemüsefrau. Die will ihr ein eigentümliches Gemüse verkaufen, was in Bündeln zusammengebunden ist,
aber schwarz von Farbe. Sie sagt: Das kenne ich nicht, das nehme ich nicht.
Die Tagesanknüpfung des Traumes ist einfach genug. Sie
war wirklich zu spät auf den Markt gegangen und hatte nichts
mehr bekommen. Die Fleischbank war schon geschlossen,
drängt sich einem als Beschreibung des Erlebnisses auf. Doch
halt, ist das nicht eine recht gemeine Redensart, die – oder
vielmehr deren Gegenteil – auf eine Nachlässigkeit in der
Kleidung eines Mannes geht? Die Träumerin hat diese Worte
übrigens nicht gebraucht, ist vielleicht ihnen ausgewichen;
suchen wir nach der Deutung der im Traume enthaltenen
Einzelheiten.
Wo etwas im Traume den Charakter einer Rede hat, also
gesagt oder gehört wird, nicht bloß gedacht – was sich meist
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SIGMUND FREUD
sicher unterscheiden läßt –, da stammt es von Reden des wachen Lebens her, die freilich als Rohmaterial behandelt, zerstückelt, leise verändert, vor allem aber aus dem Zusammen-
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hange gerissen worden sind
. Man kann bei der
Deutungsarbeit von solchen Reden ausgehen. Woher stammt
also die Rede des Fleischhauers: Das ist nicht mehr zu haben?
Von mir selbst; ich hatte ihr einige Tage vorher erklärt, "daß
die ältesten Kindererlebnisse nicht mehr als solche zu haben
sind, sondern durch 'Übertragungen' und Träume in der
Analyse ersetzt werden". Ich bin also der Fleischhauer, und
sie lehnt diese Übertragungen alter Denk- und Empfindungsweisen auf die Gegenwart ab. – Woher rührt ihre Trauerrede:
Das kenne ich nicht, das nehme ich nicht? Diese ist für die
Analyse zu zerteilen. "Das kenne ich nicht" hat sie selbst Tags
vorher zu ihrer Köchin gesagt, mit der sie einen Streit hatte,
damals aber hinzugefügt: Benehmen Sie sich anständig. Hier
wird eine Verschiebung greifbar; von den beiden Sätzen, die
sie gegen ihre Köchin gebraucht, hat sie den bedeutungslosen
in den Traum genommen; der unterdrückte aber: "Benehmen
Sie sich anständig!" stimmt allein zum übrigen Trauminhalt.
So könnte man jemandem zurufen, der unanständige Zumutungen wagt und vergißt, "die Fleischbank zuzuschließen".
Daß wir der Deutung wirklich auf die Spur gekommen sind,
beweist dann der Zusammenklang mit den Anspielungen, die
in der Begebenheit mit der Gemüsefrau niedergelegt sind. Ein
Gemüse, das in Bündeln zusammengebunden verkauft wird
(länglich ist, wie sie nachträglich hinzufügt), und dabei
schwarz, was kann das anderes sein als die Traumvereinigung
von Spargel und schwarzem Rettig? Spargel brauche ich kei-
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