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Die Traumdeutung

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DIE TRAUMDEUTUNG
Der psychologische Vorgang, durch welchen nach unserer Darstellung das gleichgültige Erlebnis zur Stellvertretung für das psychisch Wertvolle gelangt, muß uns noch bedenklich und befremdend erscheinen. In einem späteren Abschnitt werden wir uns vor der Aufgabe sehen, die Eigentümlichkei­ten dieser scheinbar inkorrekten Operation unserem Ver­ständnis näherzubringen. Hier haben wir es nur mit dem Er­folge des Vorganges zu tun, zu dessen Annahme wir durch ungezählte und regelmäßig wiederkehrende Erfahrungen bei der Traumanalyse gedrängt werden. Der Vorgang ist aber so, als ob eine Verschiebung – sagen wir: des psychischen Akzen­tes – auf dem Wege jener Mittelglieder zu stande käme, bis anfangs schwach mit Intensität geladene Vorstellungen durch Übernahme der Ladung von den anfänglich intensiver besetzten zu einer Stärke gelangen, welche sie befähigt, den Zugang zum Bewußtsein zu erzwingen. Solche Verschiebun­gen wundern uns keineswegs, wo es sich um die Anbringung von Affektgrößen oder überhaupt um motorische Aktionen handelt. Daß die einsam gebliebene Jungfrau ihre Zärtlich­keit auf Tiere überträgt, der Junggeselle leidenschaftlicher Sammler wird, daß der Soldat einen Streifen farbigen Zeuges, die Fahne, mit seinem Herzblute verteidigt, daß im Liebesver­hältnis ein um Sekunden verlängerter Händedruck Seligkeit erzeugt, oder im Othello ein verlorenes Schnupftuch einen Wutausbruch, das sind sämtlich Beispiele von psychischen Verschiebungen, die uns unanfechtbar erscheinen. Daß aber auf demselben Wege und nach denselben Grundsätzen eine Entscheidung darüber gefällt wird, was in unser Bewußtsein gelangt und was ihm vorenthalten bleibt, also was wir den-
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ken, das macht uns den Eindruck des Krankhaften, und wir heißen es Denkfehler, wo es im Wachleben vorkommt. Verra­ten wir hier als das Ergebnis später anzustellender Betrach­tungen, daß der psychische Vorgang, den wir in der Traum­verschiebung erkannt haben, sich zwar nicht als ein krankhaft gestörter, wohl aber als ein vom normalen verschiedener, als ein Vorgang von mehr primärer Natur herausstellen wird.
Die Traumentstellung.
Wir deuten somit die Tatsache, daß der Trauminhalt Res­te von nebensächlichen Erlebnissen aufnimmt, als eine Äuße­rung der Traumentstellung (durch Verschiebung) und erin­nern daran, daß wir in der Traumentstellung eine Folge der zwischen zwei psychischen Instanzen bestehenden Durch­gangszensur erkannt haben. Wir erwarten dabei, daß die Traumanalyse uns regelmäßig die wirkliche, psychisch be­deutsame Traumquelle aus dem Tagesleben aufdecken wird, deren Erinnerung ihren Akzent auf die gleichgültige Erinne­rung verschoben hat. Durch diese Auffassung haben wir uns in vollen Gegensatz zu der Theorie von Robert gebracht, die für uns unverwendbar geworden ist. Die Tatsache, welche Ro­bert erklären wollte, besteht eben nicht; ihre Annahme be­ruht auf einem Mißverständnis, auf der Unterlassung, für den scheinbaren Trauminhalt den wirklichen Sinn des Traumes einzusetzen. Man kann noch weiterhin gegen die Lehre von Robert einwenden: Wenn der Traum wirklich die Aufgabe hätte, unser Gedächtnis durch besondere psychische Arbeit von den "Schlacken" der Tageserinnerung zu befreien, so müßte unser Schlafen gequälter sein und auf angestrengtere Arbeit verwendet werden, als wir es von unserem wachen
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Geistesleben behaupten können. Denn die Anzahl der indif­ferenten Eindrücke des Tages, vor denen wir unser Gedächt­nis zu schützen hätten, ist offenbar unermeßlich groß; die Nacht würde nicht hinreichen, die Summe zu bewältigen. Es ist sehr viel wahrscheinlicher, daß das Vergessen der gleich­gültigen Eindrücke ohne aktives Eingreifen unserer seeli­schen Mächte vor sich geht.
Dennoch verspüren wir eine Warnung, von dem Robert­schen Gedanken ohne weitere Berücksichtigung Abschied zu nehmen. Wir haben die Tatsache unerklärt gelassen, daß ei­ner der indifferenten Eindrücke des Tages – und zwar des letzten Tages – regelmäßig einen Beitrag zum Trauminhalt liefert. Die Beziehungen zwischen diesem Eindruck und der eigentlichen Traumquelle im Unbewußten bestehen nicht immer von vornherein; wie wir gesehen haben, werden sie erst nachträglich, gleichsam zum Dienste der beabsichtigten Verschiebung, während der Traumarbeit hergestellt. Es muß also eine Nötigung vorhanden sein, Verbindungen gerade nach der Richtung des rezenten, obwohl gleichgültigen Ein­druckes anzubahnen; dieser muß eine besondere Eignung durch irgend eine Qualität dazu bieten. Sonst wäre es ja eben­so leicht durchführbar, daß die Traumgedanken ihren Ak­zent auf einen unwesentlichen Bestandteil ihres eigenen Vor­stellungskreises verschieben.
Folgende Erfahrungen können uns hier auf den Weg zur Aufklärung leiten. Wenn uns ein Tag zwei oder mehr Erleb­nisse gebracht hat, welche Träume anzuregen würdig sind, so vereinigt der Traum die Erwähnung beider zu einem einzigen Ganzen; er gehorcht einem Zwang, eine Einheit aus ihnen zu
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gestalten; z. B.: Ich stieg eines Nachmittags im Sommer in ein Eisenbahncoupé ein, in welchem ich zwei Bekannte traf, die einander aber fremd waren. Der eine war ein einflußreicher Kollege, der andere ein Angehöriger einer vornehmen Fami­lie, in welcher ich ärztlich beschäftigt war. Ich machte die bei­den Herren miteinander bekannt; ihr Verkehr ging aber während der langen Fahrt über mich, so daß ich bald mit dem einen, bald mit dem anderen einen Gesprächstoff zu behan­deln hatte. Den Kollegen bat ich, einem gemeinsamen Be­kannten, der eben seine ärztliche Praxis begonnen hatte, sei­ne Empfehlung zuzuwenden. Der Kollege erwiderte, er sei von der Tüchtigkeit des jungen Mannes überzeugt, aber sein unscheinbares Wesen werde ihm den Eingang in vornehme Häuser nicht leicht werden lassen. Ich erwiderte: Gerade dar­um bedarf er der Empfehlung. Bei dem anderen Mitreisenden erkundigte ich mich bald darauf nach dem Befinden seiner Tante – der Mutter einer meiner Patientinnen –, welche da­mals schwer krank danieder lag. In der Nacht nach dieser Reise träumte ich, mein junger Freund, für den ich die Protek­tion erbeten hatte, befinde sich in einem eleganten Salon und halte vor einer ausgewählten Gesellschaft, in die ich alle mir bekannten vornehmen und reichen Leute versetzt hatte, mit weltmännischen Gesten eine Trauerrede auf die (für den Traum bereits verstorbene) alte Dame, welche die Tante des zweiten Reisegenossen war. (Ich gestehe offen, daß ich mit dieser Dame nicht in guten Beziehungen gestanden hatte.) Mein Traum hatte also wiederum Verknüpfungen zwischen beiden Eindrücken des Tages aufgefunden und mittels dersel­ben eine einheitliche Situation komponiert.
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"Rapprochement forcé" der Traumreize.
Auf Grund vieler ähnlicher Erfahrungen muß ich den Satz aufstellen daß für die Traumarbeit eine Art von Nöti­gung besteht, alle vorhandenen Traumreizquellen zu einer Einheit im Traume zusammenzusetzen
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. Wir werden diesen Zwang zur Zusammensetzung in einem späteren Abschnitt (über die Traumarbeit) als ein Stück der Verdichtung, eines anderen psychischen Primärvorganges, kennen lernen.
Ich will jetzt die Frage in Erörterung ziehen, ob die traumerregende Quelle, auf welche die Analyse hinführt, je­desmal ein rezentes (und bedeutsames) Ereignis sein muß, oder ob ein inneres Erlebnis, also die Erinnerung an ein psychisch wertvolles Ereignis, ein Gedankengang die Rolle des Traumerregers übernehmen kann. Die Antwort, die sich aus zahlreichen Analysen auf das bestimmteste ergibt, lau­tet im letzteren Sinne. Der Traumerreger kann ein innerer Vorgang sein, der gleichsam durch die Denkarbeit am Tage rezent geworden ist. Es wird jetzt wohl der richtige Moment sein, die verschiedenen Bedingungen, welche die Traum­quellen erkennen lassen, in einem Schema zusammenzu­stellen.
Die Traumquelle kann sein:
a) Ein rezentes und psychisch bedeutsames Erlebnis, wel-
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ches im Traume direkt vertreten ist
.
b) Mehrere rezente, bedeutsame Erlebnisse, die durch den
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Traum zu einer Einheit vereinigt werden
.
c) Ein oder mehrere rezente und bedeutsame Erlebnisse, die im Trauminhalt durch die Erwähnung eines gleichzeiti-
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gen, aber indifferenten Erlebnisses vertreten werden
.
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d) Ein inneres bedeutsames Erlebnis (Erinnerung, Gedan­kengang), welches dann im Traume regelmäßig durch die Er­wähnung eines rezenten, aber indifferenten Eindruckes ver­treten wird
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.
Wie man sieht, wird für die Traumdeutung durchwegs die Bedingung festgehalten, daß ein Bestandteil des Trauminhal­tes einen rezenten Eindruck des Vortages wiederholt. Dieser zur Vertretung im Traume bestimmte Anteil kann entweder dem Vorstellungskreis des eigentlichen Traumerregers selbst angehören, und zwar entweder als wesentlicher oder als un­wichtiger Bestandteil desselben – oder er rührt aus dem Berei­che eines indifferenten Eindruckes her, der durch mehr oder minder reichliche Verknüpfung mit dem Kreise des Traumer­regers in Beziehung gebracht worden ist. Die scheinbare Mehr­heit der Bedingungen kommt hier nur durch die Alternative zu stande, daß eine Verschiebung unterblieben oder vorgefallen ist, und wir merken hier, daß diese Alternative uns dieselbe Leich­tigkeit bietet, die Kontraste des Traumes zu erklären, wie der medizinischen Theorie des Traumes die Reihe vom partiellen bis zum vollen Wachen der Gehirnzellen (vgl. p. 57 f.).
Man bemerkt an dieser Reihe ferner, daß das psychisch wertvolle, aber nicht rezente Element (der Gedankengang, die Erinnerung) für die Zwecke der Traumbildung durch ein rezentes, aber psychisch indifferentes Element ersetzt werden kann, wenn dabei nur die beiden Bedingungen eingehalten werden, daß 1. der Trauminhalt eine Anknüpfung an das re­zent Erlebte erhält; 2. der Traumerreger ein psychisch wert­voller Vorgang bleibt. In einem einzigen Falle (a) werden beide Bedingungen durch denselben Eindruck erfüllt. Zieht
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man noch in Erwägung, daß dieselben indifferenten Eindrü­cke, welche für den Traum verwertet werden, solange sie re­zent sind, diese Eignung einbüßen, sobald sie einen Tag (oder höchstens mehrere) älter geworden sind, so muß man sich zur Annahme entschließen, daß die Frische eines Eindruckes ihm an sich einen gewissen psychischen Wert für die Traum­bildung verleiht, welcher der Wertigkeit affektbetonter Erin­nerungen oder Gedankengänge irgendwie gleichkommt. Wir werden erst bei späteren psychologischen Überlegungen er­raten können, worin dieser Wert rezenter Eindrücke für die
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Traumbildung begründet sein kann
.
Nebenbei wird hier unsere Aufmerksamkeit darauf ge­lenkt, daß zur Nachtzeit und von unserem Bewußtsein un­bemerkt wichtige Veränderungen mit unserem Erinne­rungs- und Vorstellungsmaterial vor sich gehen können. Die Forderung, eine Nacht über eine Angelegenheit zu schlafen, ehe man sich endgültig über sie entscheidet, ist of­fenbar vollberechtigt. Wir merken aber, daß wir an diesem Punkte aus der Psychologie des Träumens in die des Schlafes übergegriffen haben, ein Schritt, zu welchem sich der Anlaß noch öfter ergeben wird.
Es gibt nun einen Einwand, welcher die letzten Schlußfol­gerungen umzustoßen droht. Wenn indifferente Eindrücke nur solange sie rezent sind in den Trauminhalt gelangen können, wie kommt es, daß wir im Trauminhalt auch Elemen­te aus früheren Lebensperioden vorfinden, die zur Zeit, da sie rezent waren – nach Strümpells Worten keinen psychischen Wert besaßen, also längst vergessen sein sollten, Elemente al­so, die weder frisch noch psychisch bedeutsam sind?
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Dieser Einwand ist voll zu erledigen, wenn man sich auf die Ergebnisse der Psychoanalyse bei Neurotikern stützt. Die Lösung lautet nämlich, daß die Verschiebung, welche das psy­chisch wichtige Material durch indifferentes ersetzt (für das Träumen wie für das Denken), hier bereits in jenen frühen Lebensperioden stattgefunden hat und seither im Gedächtnis fixiert worden ist. Jene ursprünglich indifferenten Elemente sind eben nicht mehr indifferent, seitdem sie durch Verschie­bung die Wertigkeit vom psychisch bedeutsamen Material übernommen haben. Was wirklich indifferent geblieben ist, kann auch nicht mehr im Traume reproduziert werden.
Es gibt keine "harmlosen" Träume.
Aus den vorstehenden Erörterungen wird man mit Recht schließen, daß ich die Behauptung aufstelle, es gebe keine in­differenten Traumerreger, also auch keine harmlosen Träu­me. Dies ist in aller Strenge und Ausschließlichkeit meine Meinung, abgesehen von den Träumen der Kinder und etwa den kurzen Traumreaktionen auf nächtliche Sensationen. Was man sonst träumt, ist entweder manifest als psychisch bedeutsam zu erkennen, oder es ist entstellt und dann erst nach vollzogener Traumdeutung zu beurteilen, worauf es sich wiederum als bedeutsam zu erkennen gibt. Der Traum gibt sich nie mit Kleinigkeiten ab; um Geringes lassen wir uns
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im Schlafe nicht stören
. Die scheinbar harmlosen Träume erweisen sich als arg, wenn man sich um ihre Deutung be­müht; wenn man mir die Redensart gestattet, sie haben es "faustdick hinter den Ohren". Da dies wiederum ein Punkt ist, bei dem ich Widerspruch erwarten darf, und da ich gern die Gelegenheit ergreife, die Traumentstellung bei ihrer Ar-
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beit zu zeigen, will ich eine Reihe von "harmlosen" Träumen aus meiner Sammlung hier der Analyse unterziehen.
Beispiele von "harmlosen" Träumen.
I. Eine kluge und feine junge Dame, die aber auch im Le­ben zu den Reservierten, zu den "stillen Wassern" gehört, er­zählt: Ich habe geträumt, daß ich auf den Markt zu spät komme
und beim Fleischhauer sowie bei der Gemüsefrau nichts bekom­me. Gewiß ein harmloser Traum, aber so sieht ein Traum
nicht aus; ich lasse ihn mir detailliert erzählen. Dann lautet der Bericht folgendermaßen: Sie geht auf den Markt mit ihrer
Köchin, die den Korb trägt. Der Fleischhauer sagt ihr, nachdem sie etwas verlangt hat: Das ist nicht mehr zu haben, und will ihr etwas anderes geben mit der Bemerkung: Das ist auch gut. Sie lehnt ab und geht zur Gemüsefrau. Die will ihr ein eigentümli­ches Gemüse verkaufen, was in Bündeln zusammengebunden ist, aber schwarz von Farbe. Sie sagt: Das kenne ich nicht, das neh­me ich nicht.
Die Tagesanknüpfung des Traumes ist einfach genug. Sie war wirklich zu spät auf den Markt gegangen und hatte nichts mehr bekommen. Die Fleischbank war schon geschlossen, drängt sich einem als Beschreibung des Erlebnisses auf. Doch halt, ist das nicht eine recht gemeine Redensart, die – oder vielmehr deren Gegenteil – auf eine Nachlässigkeit in der Kleidung eines Mannes geht? Die Träumerin hat diese Worte übrigens nicht gebraucht, ist vielleicht ihnen ausgewichen; suchen wir nach der Deutung der im Traume enthaltenen Einzelheiten.
Wo etwas im Traume den Charakter einer Rede hat, also gesagt oder gehört wird, nicht bloß gedacht – was sich meist
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sicher unterscheiden läßt –, da stammt es von Reden des wa­chen Lebens her, die freilich als Rohmaterial behandelt, zer­stückelt, leise verändert, vor allem aber aus dem Zusammen-
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hange gerissen worden sind
. Man kann bei der Deutungsarbeit von solchen Reden ausgehen. Woher stammt also die Rede des Fleischhauers: Das ist nicht mehr zu haben? Von mir selbst; ich hatte ihr einige Tage vorher erklärt, "daß die ältesten Kindererlebnisse nicht mehr als solche zu haben sind, sondern durch 'Übertragungen' und Träume in der Analyse ersetzt werden". Ich bin also der Fleischhauer, und sie lehnt diese Übertragungen alter Denk- und Empfindungs­weisen auf die Gegenwart ab. – Woher rührt ihre Trauerrede: Das kenne ich nicht, das nehme ich nicht? Diese ist für die Analyse zu zerteilen. "Das kenne ich nicht" hat sie selbst Tags vorher zu ihrer Köchin gesagt, mit der sie einen Streit hatte, damals aber hinzugefügt: Benehmen Sie sich anständig. Hier wird eine Verschiebung greifbar; von den beiden Sätzen, die sie gegen ihre Köchin gebraucht, hat sie den bedeutungslosen in den Traum genommen; der unterdrückte aber: "Benehmen Sie sich anständig!" stimmt allein zum übrigen Trauminhalt. So könnte man jemandem zurufen, der unanständige Zumu­tungen wagt und vergißt, "die Fleischbank zuzuschließen". Daß wir der Deutung wirklich auf die Spur gekommen sind, beweist dann der Zusammenklang mit den Anspielungen, die in der Begebenheit mit der Gemüsefrau niedergelegt sind. Ein Gemüse, das in Bündeln zusammengebunden verkauft wird (länglich ist, wie sie nachträglich hinzufügt), und dabei schwarz, was kann das anderes sein als die Traumvereinigung von Spargel und schwarzem Rettig? Spargel brauche ich kei-
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