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ivanov666
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Файл:Der Zauberberg. Vol. 1
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DER ZAUBERBERG
Auch Hans Castorp war aufgesprungen, und die Augen an
die Person des Hofrats gefesselt, der breitbeinig dastehend, offenen Mundes in Gedanken versunken schien, begann er,
sich eilig in Bereitschaft zu setzen. Er überhastete sich, fand
nicht gleich aus seinem punktierten Manschettenhemd heraus, als er es sich über den Kopf zog. Und dann stand er, weiß,
blond und schmal, vor Hofrat Behrens, – von zivilerer Bildung schien er als Joachim Ziemßen.
Aber der Hofrat ließ ihn stehen, in Gedanken noch immer. Dr. Krokowski hatte schon wieder Platz genommen und
Joachim sich ans Ankleiden gemacht, als Behrens sich endlich
ent-schloß, von dem, der da auch noch Lust hatte, Notiz zu
nehmen.
"Ach so, das wären nun Sie!" sagte er, faßte Hans Castorp
mit seiner riesigen Hand am Oberarm, rückte ihn von sich und
be-trachtete ihn scharf. Nicht ins Gesicht blickte er ihm, wie
man einen Menschen ansieht, sondern auf den Körper; drehte
ihn um, wie man einen Körper umdreht, und betrachtete auch
sei-nen Rücken. "Hm", sagte er. "Na, wollen mal sehen, wie Sie
sich anspielen." Und wie vorhin begann er sein Klopfen.
Er klopfte überall, wo er es bei Joachim Ziemßen getan,
und kehrte zu verschiedenen Stellen mehrmals zurück. Längere Zeit klopfte er abwechselnd und zu Vergleichszwecken
links oben beim Schlüsselbein und etwas weiter unten.
"Hören Sie?" fragte er dabei zu Dr. Krokowski hinüber ...
Und Dr. Krokowski, fünf Schritte entfernt am Schreibtisch
sit-zend, bekundete durch eine Kopfneigung, daß er höre:
ernst senkte er das Kinn auf die Brust, so daß sein Bart eingedrückt wurde und die Spitzen sich aufwärts bogen.
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THOMAS MANN
"Tief atmen! Husten!" kommandierte der Hofrat, der nun
das Hörrohr wieder zur Hand genommen; und Hans Castorp
arbeitete schwer, wohl acht oder zehn Minuten lang, während der Hofrat ihn abhorchte. Er sprach kein Wort dabei,
setzte das Hörrohr nur dahin und dorthin und horchte namentlich und wiederholt an den Punkten, wo er vorhin schon
mit Klopfen verweilt hatte. Dann schob er das Instrument
unter den Arm, legte die Hände auf den Rücken und blickte
zwischen sich und Hans Castorp auf den Fußboden nieder.
"Ja, Castorp", sagte er – und es geschah zum erstenmal,
daß er den jungen Mann einfach mit Nachnamen nannte –,
"die Sa-che verhält sich so praeter-propter, wie ich sie mir
schon immer gedacht hatte. Ich habe Sie auf dem Strich gehabt, Castorp, nun kann ich's Ihnen ja sagen, – von vornherein, schon seit ich zuerst die unverdiente Auszeichnung hatte, Sie kennenzulernen, – und ziemlich sicher vermutet, daß
Sie im stillen ein Hiesiger wären und das auch noch einsehen
würden, wie schon so maneher, der zum Spaß hier heraufkam
und sich mit erhobener Na-se umsah und eines Tages erfuhr,
daß er gut täte – und nicht bloß 'gut täte', bitte mich wohl zu
verstehen –, hier ganz ohne unbeteiligte Neugiersallüre eine
etwas ausgiebigere Station zu machen."
Hans Castorp hatte sich verfärbt, und Joachim, im Begriffe, sich die Hosenträger zu knöpfen, hielt inne, wie er da eben
Stand, und lauschte ...
"Sie haben da einen so netten, sympathischen Vetter", fuhr
der Hofrat fort, indem er mit dem Kopfe nach Joachims Seite
deutete und sich dabei auf Fußballen und Absätzen schaukelte, " der nun ja hoffentlich bald wird sagen können, daß er
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DER ZAUBERBERG
ein-mal krank gewesen ist, aber wenn wir so weit sind, so wird
er doch eben immer noch früher einmal krank gewesen sein,
Ihr Herr rechter Vetter, und das wirft a priori, wie der Denker
sagt, so ein gewisses Licht auch auf Sie, lieber Castorp ..."
"Er ist aber nur ein Stiefvetter von mir, Herr Hofrat."
"Nanu, nanu. Sie werden doch Ihren Cousin nicht verleug-nen wollen. Stief oder nicht, er bleibt doch immer ein
Blutsver-wandter. Von welcher Seite denn?"
"Von mütterlicher, Herr Hofrat. Er ist der Sohn einer Stief-"
"Und Ihre Frau Mama ist vergnügt?"
"Nein, sie ist tot. Sie starb, als ich noch klein war."
"Oh, warum denn?"
"An einem Blutpfropf, Herr Hofrat."
"Blutpfropf? Na, es ist ja schon lange her. Und Ihr Herr
Vater?"
"Der ist an der Lungenentzündung gestorben –", sagte
Hans Castorp, "und mein Großvater auch –", setzte er hinzu.
"So, der auch? Na, soviel von Ihren Vorfahren. Was nun
Sie betrifft, so waren Sie ja wohl immer ziemlich bleichsüchtig, nicht? Aber müde wurden Sie gar nicht leicht bei körperlicher und geistiger Arbeit? Doch? Und haben viel Herzklopfen? Neuerdings erst? Schön, und außerdem liegt ja offenbar
eine lebhafte Neigung zu Katarrhen der Luftwege vor. Wissen
Sie, daß Sie früher schon krank waren?"
"Ich?"
"Ja, ich habe Sie persönlich im Auge. Hören Sie den Unter-schied?" Und der Hofrat klopfte abwechselnd links oben
an der Brust und etwas weiter unten.
"Da klingt es etwas dumpfer als hier", sagte Hans Castorp.
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THOMAS MANN
"Sehr gut. Sie sollten Spezialist werden. Das ist also eine
Dämpfung, und Dämpfungen beruhen auf veralteten Stellen,
wo schon Verkalkung eingetreten ist, Vernarbung, wenn Sie
wollen. Sie sind ein alter Patient, Castorp, aber wir wollen es
niemandem übelnehmen, daß Sie es nicht erfuhren. Die
Früh-diagnose ist schwierig, – zumal für die Herren Kollegen
im Flachland. Ich will nicht mal sagen, daß wir feinere Ohren
ha-ben, obgleich ja die SpezialÜbung einiges ausmacht. Aber
die Luft hilft uns hören, verstehen Sie, die dünne, trockene
Luft hier oben."
"Gewiß, natürlich", sagte Hans Castorp.
"Schön, Castorp. Und nun hören Sie mal zu, mein Junge,
ich will nun mal mehrere goldene Worte sprechen. Wenn es
weiter nichts wäre mit Ihnen, verstehen Sie, und es bei den
Dämpfungen und Narben an Ihrem Äolusschlauch da drinnen und mit den kalkigen Fremdkörpern darin sein Bewenden hätte, so wür-de ich Sie zu Ihren Laren und Penaten schicken und mich auch keinen Deut mehr um Sie kümmern,
verstehen Sie wohl? Wie aber die Dinge liegen und weiterhin
noch der Befund ist, und wo Sie nun einmal hier bei uns
sind, – so lohnt es die Heimrei-se nicht, Hans Castorp, – in
kurzem müßten Sie doch wieder antreten."
Hans Castorp fühlte aufs neue sein Blut zum Herzen
strö-men, und Joachim stand immer noch, die Hände an hinteren Knöpfen, und hatte die Augen niedergeschlagen.
"Denn außer den Dämpfungen", sagte der Hofrat, "haben
Sie da links oben auch eine Rauhigkeit, die beinahe schon ein
Ge-räusch ist und zweifellos von einer frischen Stelle
kommt, – ich will noch nicht von einem Erweichungsherd
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DER ZAUBERBERG
reden, aber es ist bestimmt eine feuchte Stelle, und wenn Sie's
da unten so weiter treiben, mein Lieber, so geht Ihnen, was
hast du was kannst du, der ganze Lungenlappen zum Teufel."
Hans Castorp stand ohne Regung, um seinen Mund zuckte es sonderbar, und deutlich konnte man sein Herz gegen die
Rip-pen pulsieren sehen. Er blickte zu Joachim hinüber, dessen Augen er nicht fand, und dann wieder in des Hofrats Gesicht mit den blauen Backen, den ebenfalls blauen Quellaugen und dem einseitig geschürzten Schnurrbärtchen.
"Als objektive Bestätigung", fuhr Behrens fort, "haben wir
da noch Ihre Temperatur: 37,6 zehn Uhr früh, das entspricht
so ziemlich den akustischen Wahrnehmungen."
"Ich dachte nur", sagte Hans Castorp, "das Fieber käme
von meinem Katarrh."
"Und der Katarrh?" versetzte der Hofrat... "Wovon kommt
der? Lassen Sie sich mal was erzählen, Castorp, und passen Sie
auf, Sie verfügen ja über hinlänglich zahlreiche Hirnwindun-gen, soviel ich weiß. Also die Luft hier bei uns, die ist gut
gegen die Krankheit, meinen Sie, nicht wahr? Und das ist auch
so. Aber sie ist auch gut für die Krankheit, verstehen Sie mich,
sie fördert sie erst einmal, sie revolutioniert den Körper, sie
bringt tue latente Krankheit zum Ausbruch, und so ein Ausbruch, nichts für ungut, ist Ihr Katarrh. Ich weiß nicht, ob Sie
schon unten im Tieflande febril gewesen sind, aber hier oben
sind Sie es jedenfalls gleich am ersten Tage geworden und nicht
erst durch Ihren Katarrh, – um meine Meinung zu sagen."
"Ja", sagte Hans Castorp, "ja, das glaube ich wirklich auch."
"Sofort waren Sie wahrscheinlich beschwipst", bekräftigte
der Hofrat. "Das sind die löslichen Gifte, die von den Bakteri-
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THOMAS MANN
en erzeugt werden; die wirken berauschend auf das Zentralnerven-system, verstehen Sie, und dann kriegt man heitere
Bäckchen. Sie gehen nun erst einmal in die Klappe, Castorp;
wir müssen sehen, ob wir Sie durch ein paar Wochen Bettruhe nüchtern kriegen. Das Weitere kann nachher kommen.
Wir nehmen eine schöne Innenansicht von Ihnen auf – es
wird Ihnen Spaß ma-chen, so Einblick zu gewinnen in Ihre
eigene Person. Das sage ich Ihnen aber gleich: ein Fall wie Ihrer heilt nicht von heute bis übermorgen, Reklameerfolge
und Wunderkuren sind dabei nicht aufzuweisen. Es kam mir
doch gleich so vor, als ob Sie ein besserer Patient sein würden,
mit mehr Talent zum Kranksein, als der Brigadegeneral da,
der immer gleich 'weg will, wenn er mal ein paar Striche weniger hat. Als ob Stillgelegen nicht ein ebenso gutes Kommando wäre wie Stillgestanden! Ruhe ist die erste Bürgerpflicht, und Ungeduld schadet bloß. Daß Sie mich also nicht
enttäuschen, Castorp, und meine Menschenkenntnis nicht
Lügen strafen, bitt' ich mir aus! Und nun marsch, in die Remise mit Ihnen!"
Damit schloß Hofrat Behrens die Unterredung und setzte sich an den Schreibtisch, um als Mann von vielen Geschäften die Pause bis zur nächsten Untersuchung mit schriftlicher Arbeit auszufüllen. Dr. Krokowski aber erhob sich von
seinem Platze, schritt auf Hans Castorp zu, und, den Kopf
schräg zurückgelegt, eine Hand auf der Schulter des jungen
Mannes und kernig lä-chelnd, so daß in seinem Barte die
gelblichen Zähne sichtbar wurden, schüttelte er ihm herzhaft die Rechte.

..
FUNFTES KAPITEL
EWIGKEITSSUPPE
..
UND PLOTZLICHE KLARHEIT
Hier steht eine Erscheinung bevor, über die der Erzähler
sich selbst zu wundern gut tut, damit nicht der Leser auf eigene Hand sich, allzusehr darüber wundere. Während nämlich
unser Rechenschaftsbericht über die ersten drei Wochen von
Hans Castorps Aufenthalt bei Denen hier oben (einundzwanzig Hochsommertage, auf die sich menschlicher Voraussicht nach dieser Aufenthalt überhaupt hatte beschränken
sollen) Räume und Zeitmengen verschlungen hat, deren
Ausdehnung unseren eigenen halb eingestandenen Erwartungen nur zu sehr ent-spricht, – wird die Bewältigung der
nächsten drei Wochen seines Besuches an diesem Orte kaum
so viele Zeilen, ja Worte und Augenblicke erfordern, als jener
Seiten, Bogen, Stunden und Tagewerke gekostet hat: im Nu,
das sehen wir kommen, werden diese drei Wochen hinter uns
gebracht und beigesetzt sein.
Dies also könnte wundernehmen; und doch ist es in der
Ordnung und entspricht den Gesetzen des Erzählens und
Zuhö-rens. Denn in der Ordnung ist es und diesen Gesetzen
ent-ipricht es, daß uns die Zeit genau so lang oder kurz wird,
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THOMAS MANN
für unser Erlebnis sich genau ebenso breit macht oder zusam-menschrumpft, wie dem auf so unerwartete Art vom
Schicksal mit Beschlag belegten Helden unserer Geschichte,
dem jungen Hans Castorp; und es mag nützlich sein, den Leser in Ansehung des Zeitgeheimnisses auf noch ganz andere
Wunder und Phäno-mene, als das hier auffallende, vorzubereiten, die uns in seiner Gesellschaft zustoßen werden. Für
jetzt genügt es, daß jeder-mann sich erinnert, wie rasch eine
Reihe, ja eine "lange" Reihe von Tagen vergeht, die man als
Kranker im Bette verbringt: es ist immer derselbe Tag, der sich
wiederholt; aber da es immer derselbe ist, so ist es im Grunde
wenig korrekt, von "Wiederho-lung" zu sprechen; es sollte
von Einerleiheit, von einem stehen-den Jetzt oder von der
Ewigkeit die Rede sein. Man bringt dir die Mittagssuppe, wie
man sie dir gestern brachte und sie dir morgen bringen wird.
Und in demselben Augenblick weht es dich an – du weißt
nicht, wie und woher; dir schwindelt, indes du die Suppe
kommen siehst, die Zeitformen verschwimmen dir, rinnen
ineinander, und was sich als wahre Form des Seins dir enthüllt, ist eine ausdehnungslose Gegenwart, in welcher man
dir ewig die Suppe bringt. Mit Bezug auf die Ewigkeit aber von
Langerweile zu sprechen, wäre sehr paradox; und Paradoxe
wollen wir meiden, besonders im Zusammenleben mit diesem Helden.
Hans Castorp also war bettlägrig seit Sonnabendnachmittag, da Hofrat Behrens, die oberste Autorität in der Welt, die
uns einschließt, es so angeordnet hatte. Da lag er, sein Monogramm auf der Brusttasche seines Nachthemds, die Hände
hinter dem Kopf gefaltet, in seinem reinlichen, weißen Bett,
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DER ZAUBERBERG
dem Totenbett der Amerikanerin und wahrscheinlich noch
mancher anderen Person, und blickte mit einfachen, vom
Schnupfen getrübten blauen Augen zur Zimmerdecke empor, die Sonderbarkeit seiner Lebenslage betrachtend. Dabei
ist nicht anzunehmen, daß seine Augen ohne Schnupfen klar,
hell und unzweideutig ge-blickt hätten, denn so sah es in seinem Inneren, wie einfach dieses auch sein mochte, nicht aus,
sondern in der Tat sehr trübe, verworren, undeutlich-halbaufrichtig und zweifelhaft. Bald er-schütterte, wie er so dalag,
ein tolles, tiefaufsteigendes Triumphgelächter von innen her
seine Brust, und sein Herz stockte und schmerzte von einer
nie gekannten, ausschweifen-den Freude und Hoffnung; bald
wieder erblaßte er vor Schrek-ken und Bangen, und es waren
die Schläge des Gewissens selbst, mit denen sein Herz in raschem, fliegendem Takt gegen die Rippen pochte.
Joachim ließ ihn am ersten Tage ganz in Ruhe und vermied
jede Erörterung. Schonend trat er ein paarmal ins Krankenzim-mer, nickte dem Liegenden zu und fragte der guten Form
we-gen, ob ihm was abgehe. Übrigens fiel es ihm um so leichter, Hans Castorps Scheu vor einer Auseinandersetzung zu erkennen und zu achten, als er sie teilte und sich nach seiner
Auffassung sogar in einer peinlicheren Lage befand als dieser.
Aber am Sonntagvormittag, nach seiner Rückkehr von
dem wie früher allein zurückgelegten Morgenspaziergang,
verschob er es trotzdem nicht länger, das nun unmittelbar
Notwendigste mit seinem Vetter zu beraten. Er stellte sich an
dessen Bett und sagte aufseufzend:
"Ja, es hilft alles nichts, es müssen nun Schritte geschehen.
Sie erwarten dich ja zu Hause."
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THOMAS MANN
"Noch nicht", antwortete Hans Castorp.
"Nein, aber in den nächsten Tagen, Mittwoch oder Donners-tag."
"Ach", sagte Hans Castorp, "sie erwarten mich überhaupt
nicht so genau auf den Tag. Die haben anderes zu tun, als auf
mich zu warten und die Tage zu zählen, bis ich wiederkomme.
Wenn ich komme, so bin ich da, und Onkel Tienappel sagt:
'Da bist du ja auch wieder!' und Onkel James sagt: 'Na, war's
üchön?' Und wenn ich nicht komme, so dauert es lange, bis es
ihnen auffällt, da kannst du sicher sein. Selbstverständlich
müß-te man sie mit der Zeit benachrichtigen ..."
"Du kannst dir denken", sagte Joachim und seufzte wieder, "wie unangenehm mir die Sache ist! Was soll denn jetzt
wer-den? Natürlich fühle ich mich doch sozusagen verantwortlich. Du kommst hier herauf, um mich zu besuchen, und
ich führe dich ein hier oben, und nun sitzt du fest, und niemand weiß, wann du wieder loskommst und deine Stelle antreten kannst. Du mußt einsehen, daß mir das im höchsten
Grade peinlich ist."
"Erlaube mir!" sagte Hans Castorp, immer die Hände unter
dem Kopf "Was machst denn du dir für Kopfzerbrechen? Das
ist doch Unsinn. Bin ich heraufgekommen, um dich zu besuchen? Auch; aber in erster Linie doch schließlich, um mich zu
erholen, auf Vorschrift von Heidekind. Na, und nun zeigt sich
eben, daß ich erholungsbedürftiger bin, als er und wir alle uns
haben träumen lassen. Ich bin ja wohl nicht der erste, der
glaub-te, hier eine Stippvisite zu machen, und für den es dann
anders kam. Denke doch nur zum Beispiel an 'Tous les deux''
zweiten Sohn, und wie es den hier denn doch noch ganz an-
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