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ivanov666
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Файл:Der Zauberberg. Vol. 1
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DER ZAUBERBERG
ich, nicht schlecht für mich gepaßt ... Hoffentlich habe ich
keinen Fehler im Französischen gemacht bei dem, was ich
sagte?"
"Nein", sagte Joachim. "'Je le regrette beaucoup' war ja
so-weit ganz richtig."
..
POLITISCH VERDACHTIG!
Regelmäßige Abwandlungen des Normaltages fanden sich
ein: zuerst ein Sonntag – und zwar ein Sonntag mit Kurmusik auf der Terrasse, wie er vierzehntägig erschien, eine Markierung der Doppelwoche also, in deren zweite Hälfte Hans
Castorp von außen eingetreten war. An einem Dienstag war
er gekommen, und so war es der fünfte Tag, ein Tag von Frühlingscharakter nach jenem abenteuerlichen Wettersturz und
Rückfall in den Winter, – zart und frisch, mit reinlichen
Wolken am hellblauen Himmel und mäßigem Sonnenschein
über Hängen und Tal, die wieder ein ordnungsgemäßes Sommergrün angenommen hat-ten, da der Neuschnee denn doch
zu raschem Versickern verur-teilt gewesen war.
Es war deutlich, daß jedermann sich befliß, den Sonntag
zu ehren und auszuzeichnen; Verwaltung und Gäste unterstützten einander in diesem Bestreben. Gleich zum Morgentee gab es Streuselkuchen, an jedem Platz stand ein Gläschen
mit ein paar Blumen, wilden Gebirgsnelken und sogar Alpenrosen, welche die Herren sich in das Knopfloch des Aufschlages steckten (Staatsanwalt Paravant aus Dortmund hatte sogar einen schwar-zen Schwalbenschwanz mit punktierter
Weste angelegt), die Damentoiletten trugen das Gepräge festlicher Duftigkeit – Frau Chauchat erschien zum Frühstück in
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einer fließenden Spitzen-matinee mit offenen Ärmeln, worin
sie, während die Glastür ins Schloß schmetterte, erst einmal
Front machte und sich dem Saal gleichsam anmutig präsentierte, bevor sie sich schleichen-den Schrittes zu ihrem Tisch
begab, und die sie so ausgezeichnet kleidete, daß Hans Castorps Nachbarin, die Lehrerin aus Kö-nigsberg, sich ganz begeistert darüber zeigte – und sogar das barbarische Ehepaar
vom Schlechten Russentisch hatte dem Gottestag Rechnung
getragen, indem nämlich der männliche Teil seine Lederjoppe mit einer Art von kurzem Gehrock und die Filzstiefel mit
Lederschuhwerk vertauscht hatte, sie freilich auch heute ihre
unsaubere Federboa, darunter aber eine grünsei-dene Bluse
mit Halskrause, trug ... Hans Castorp runzelte die Brauen, als
er der beiden ansichtig wurde, und verfärbte sich, wozu er
hier auffallend neigte.
Gleich nach dem zweiten Frühstück begann die Kurmusik auf der Terrasse; allerlei Blech – und Holzbläser fanden
sich dort ein und spielten abwechselnd flott und getragen,
fast bis zum Mittagessen. Während des Konzertes war die
Liegekur nicht streng obligatorisch. Zwar genossen einige
den Ohrenschmaus auf ihren Balkons, und auch in der Gartenhalle waren drei oder vier Stühle besetzt; aber die Mehrzahl der Gäste saß an den kleinen, weißen Tischen auf der
gedeckten Plattform, während leichte Lebewelt, der es zu
ehrbar scheinen mochte, auf Stühlen zu sitzen, die steinernen Stufen besetzt hielt, die in den Garten hinunterführten,
und dort viel Frohsinn entfaltete: jugendliche Kranke beiderlei Geschlechts, von denen Hans Castorp die mei-sten
schon dem Namen nach oder von Ansehen kannte. Her-
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mi-ne Kleefeld gehörte dazu, sowie Herr Albin, der eine große ge-blümte Schachtel mit Schokolade herumgehen und
alle daraus essen ließ, während er selbst nicht aß, sondern
mit väterlicher Miene Zigaretten mit goldenem Mundstück
rauchte; ferner der wulstlippige Jüngling vom "Verein Halbe Lunge", Fräulein Levi, dünn und elfenbeinfarben, wie sie
war, ein aschblonder jun-ger Mann, der auf den Namen Rasmussen hörte und seine Hän-de nach Art von Flossen aus
schlaffen Gelenken in Brusthöhe hängen ließ, Frau Salomon
aus Amsterdam, eine rot gekleidete Frau von reicher Körperlichkeit, die sich ebenfalls der Jugend beigesellt hatte und in
deren bräunlichen Nacken jener lange Mensch mit gelichtetem Haar, der aus dem "Sommernachts-traum" spielen
konnte und nun, mit den Armen seine spitzen Knie umschlingend, hinter ihr saß, unablässig seine trüben Blik-ke
gerichtet hielt; ein rothaariges Fräulein aus Griechenland,
ein anderes unbekannter Herkunft mit dem Gesicht eines
Tapirs, der gefräßige Junge mit den dicken Brillengläsern,
ein weiterer fünfzehn – oder sechzehnjähriger Junge, der
ein Monokel ein-geklemmt hatte und beim Hüsteln den
lang gewachsenen salz-löffelähnlichen Nagel seines kleinen
Fingers zum Munde führ-te, ein kapitaler Esel offenbar –
und noch andere mehr.
Dieser Junge mit dem Fingernagel, erzählte Joachim leise,
sei nur ganz wenig leidend gewesen, als er gekommen sei, –
ohne Temperatur, und nur der Vorsicht halber sei er von seinem Va-ter, einem Arzt, heraufgeschickt worden und habe
nach des Hofrats Urteile etwa drei Monate bleiben sollen.
Jetzt, nach drei Monaten, habe er 37,8 bis 38 und sei recht
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krank. Aber er lebe ja auch so unvernünftig, daß er Maulschellen verdiene.
Die Vettern hatten ein Tischchen für sich, etwas abseits
von den übrigen, denn Hans Castorp rauchte zu seinem
schwarzen Bier, das er vom Frühstück mit herausgenommen
hatte, und von Zeit zu Zeit schmeckte ihm seine Zigarre ein
wenig. Benom-men vom Biere und von der Musik, die wie immer bewirkte, daß sein Mund sich öffnete und sein Kopf sich
auf die Seite legte, betrachtete er mit geröteten Augen das
sorglose Badele-ben ringsumher, wobei das Bewußtsein ihn
durchaus nicht stör-te, sondern im Gegenteil dem Ganzen eine erhöhte Merkwür-digkeit, einen gewissen geistigen Reiz
verlieh, daß alle diese Leute in ihrem Inneren von einem
schwer aufzuhaltenden Zer-fall ergriffen waren und daß die
meisten von ihnen in leichtem Fieber standen ... Man trank
perlende Kunstlimonade an den Tischchen, und auf der Freitreppe wurde photographiert. Andere tauschten dort Briefmarken, und das rothaarige Fräulein aus Griechenland zeichnete Herrn Rasmussen auf einem Block, wollte ihm dann
aber das Bild nicht zeigen, sondern wandte sich, mit breiten,
weit auseinander stehenden Zähnen lachend, hin und her, so
daß er es lange nicht vermochte, ihr den Block zu entreißen.
Hermine Kleefeld saß mit nur halb geöffneten Augen auf ihrer Stufe und schlug mit einer zusammengerollten Zeitung
den Takt zur Musik, während sie sich von Herrn Albin ein
Sträußchen Wiesenblumen an ihrer Bluse befestigen ließ,
und der Wulstlippige, zu Frau Salomons Füßen sitzend, plauder-te gedrehten Halses zu ihr empor, indes der dünnhaarige
Pianist ihr von hinten unverwandt in den Nacken blickte.
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Die Ärzte kamen und mischten sich unter die Kurgesell-schaft, Hofrat Behrens in weißem und Dr. Krokowski in
schwarzem Kittel. Sie gingen die Reihe der Tischchen entlang, wobei der Hofrat beinahe an jedem ein gemütliches
Witzwort fallen ließ, so daß ein Kielwasser heiterer Bewegung seinen Weg bezeichnete, und stiegen dann zur Jugend
hinab, deren weiblicher Teil sich sofort mit Wippen und
schrägen Blicken um Dr. Krokowski scharte, während der
Hofrat dem Sonntage zu Ehren der Herrenwelt das Kunststück mit seinem Schnürstiefel zeigte: er setzte seinen gewaltigen Fuß auf eine höhere Stufe, löste die Bänder, ergriff sie
nach einer besonderen Praktik mit einer Hand und wußte sie,
ohne die andere zu Hilfe zu neh-men, mit solcher Fertigkeit
kreuzweise einzuhaken, daß alle sich wunderten und mehrere umsonst versuchten, es ihm gleichzu-tun.
Später erschien auch Settembrini auf der Terrasse, – er
kam, auf seinen Spazierstock gestützt, aus dem Speisesaal,
auch heute in seinem Flaus und seinen gelblichen Hosen, mit
feiner, ge-weckter und kritischer Miene, sah sich um und näherte sich dem Tische der Vettern, indem er "Ah, bravo!" sagte und um die Erlaubnis bat, sich zu ihnen setzen zu dürfen.
"Bier, Tabak und Musik", sagte er. "Da haben wir Ihr Vater-land! Ich sehe, Sie haben Sinn für nationale Stimmung,
Inge-nieur. Sie sind in Ihrem Elemente, das freut mich. Lassen
Sie mich etwas teilnehmen an der Harmonie Ihres Zustandes!"
Hans Castorp nahm seine Züge zusammen, – hatte es
schon getan, als er des Italieners nur ansichtig geworden war.
Er sagte:
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"Sie kommen aber spät zum Konzert, Herr Settembrini, es
muß ja bald aus sein. Hören Sie nicht gern Musik?"
"Nicht gern auf Kommando", erwiderte Settembrini.
"Nicht nach dem Wochenkalender. Nicht gern, wenn sie
nach Apothe-ke riecht und mir von oben herab aus sanitären
Gründen zuge-messen wird. Ich halte ein wenig auf meine
Freiheit oder doch auf jenen Rest von Freiheit und Menschenwürde, der unserei-nem übrigbleibt. Bei solchen Veranstaltungen hospitiere ich, wie Sie im großen bei uns hospitieren, – ich komme auf eine Viertelstunde und gehe wieder
meiner Wege. Das gibt mir die Illusion der Unabhängigkeit...
Ich sage nicht, daß es mehr ist als eine Illusion, aber was wollen Sie, wenn sie mir eine gewisse Genugtuung bereitet! Mit
Ihrem Vetter, das ist etwas anderes. Für ihn ist es Dienst.
Nicht wahr, Leutnant, Sie betrachten es als zum Dienst gehörig. Oh, ich weiß, Sie kennen den Trick, in der Sklaverei Ihren
Stolz zu bewahren. Ein verwirrender Trick. Nicht jedermann
in Europa versteht sich darauf Musik? Fragten Sie nicht, ob
ich mich als Liebhaber der Musik bekenne? Nun, wenn Sie
'Liebhaber' sagen (eigentlich entsann Hans Castorp sich
nicht, so gesagt zu haben), der Ausdruck ist nicht übel
ge-wählt, er hat einen Anflug zärtlicher Leichtfertigkeit. Gut
denn, ich schlage ein. Ja, ich bin ein Liebhaber der Musik, –
womit nicht gesagt sein soll, daß ich sie sonderlich achte, – so
etwa, wie ich das Wort achte und liebe, den Träger des Geistes, das Werkzeug, die glänzende Pflugschar des Fortschritts ...
Mu-sik ... sie ist das halb Artikulierte, das Zweifelhafte, das
Unver-antwortliche, das Indifferente. Vermutlich werden Sie
mir ein-wenden, daß sie klar sein könne. Aber auch die Natur
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kann klar sein, auch ein Bächlein kann klar sein, und was
hilft uns das? Es ist nicht die wahre Klarheit, es ist eine träumerische, nichtssa-gende und zu nichts verpflichtende Klarheit, eine Klarheit ohne Konsequenzen, gefährlich deshalb,
weil sie dazu verführt, sich bei ihr zu beruhigen ... Lassen Sie
die Musik die Gebärde der Hochherzigkeit annehmen. Gut!
Sie wird damit unser Gefühl entflammen. Es kommt jedoch
darauf an, die Vernunft zu ent-flammen! Die Musik ist scheinbar die Bewegung selbst, – gleichwohl habe ich sie im Verdachte des Quietismus. Lassen Sie mich die Sache auf die Spitze stellen: Ich hege eine politi-sche Abneigung gegen die
Musik."
Hier konnte Hans Castorp nicht umhin, sich aufs Knie zu
schlagen und auszurufen, so etwas habe er denn doch in seinem Leben noch nicht gehört.
"Ziehen Sie es trotzdem in Erwägung!" sagte Settembrini
lä-chelnd. "Die Musik ist unschätzbar als letztes Begeisterungsmit-tel, als aufwärts und vorwärts reißende Macht,
wenn sie den Geist für ihre Wirkungen vorgebildet findet.
Aber die Literatur muß ihr vorangegangen sein. Musik allein
bringt die Welt nicht vorwärts. Musik allein ist gefährlich.
Für Sie persönlich, Inge-nieur, ist sie unbedingt gefährlich.
Ich sah es sofort an Ihren Ge-sichtszügen, als ich kam."
Hans Castorp lachte.
"Ach, mein Gesicht dürfen Sie nicht ansehen, Herr
Settembrini. Sie glauben nicht, wie die Luft bei Ihnen hier
oben mir zusetzt. Es fällt mir schwerer, als ich dachte, mich zu
akklimati-sieren."
"Ich fürchte, Sie täuschen sich."
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"Nein, wieso! Weiß der Teufel, wie müde und heiß ich
noch immer bin."
"Ich finde doch, daß man der Direktion für die Konzerte
dankbar sein muß", sagte Joachim besonnen. "Sie betrachten
die Sache ja von einem höheren Standpunkt, Herr Settembrini,
so-zusagen als Schriftsteller, und da will ich Ihnen nicht widersprechen. Aber ich finde doch, daß man hier dankbar sein
muß für ein bißchen Musik. Ich bin gar nicht besonders musikalisch, und dann sind die Stücke, die gespielt werden, ja auch
nicht weiter großartig, – weder klassisch noch modern, sondern nur einfach Blechmusik. Aber es ist doch eine erfreuliche
Abwechslung. Es füllt ein paar Stunden so anständig aus, ich
meine: es teilt sie ein und füllt sie im einzelnen aus, so daß
doch etwas daran ist, während man sich hier sonst die Stunden
und Tage und Wo-chen so schauderhaft um die Ohren
schlägt ... Sehen Sie, so eine anspruchslose Konzertnummer
dauert vielleicht sieben Mi-nuten, nicht wahr, und die sind etwas für sich, sie haben Anfang und Ende, sie heben sich ab und
sind gewissermaßen bewahrt davor, so unversehens im allgemeinen Schlendrian unterzuge-hen. Außerdem sind sie ja wieder noch vielfach eingeteilt, durch die Figuren des Stückes, und
die wieder in Takte, so daß immer was los ist und jeder Augenblick einen gewissen Sinn bekommt, an den man sich halten
kann, während sonst ... Ich weiß nicht, ob ich mich richtig ..."
"Bravo!" rief Settembrini. "Bravo, Leutnant! Sie bezeichnen
sehr gut ein unzweifelhaft sittliches Moment im Wesen der
Musik, nämlich dieses, daß sie dem Zeitablaufe durch eine
ganz eigentümlich lebensvolle Messung Wachheit, Geist und
Kost-barkeit verleiht. Die Musik weckt die Zeit, sie weckt uns
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zum feinsten Genusse der Zeit, sie weckt ... insofern ist sie sittlich. Die Kunst ist sittlich, sofern sie weckt. Aber wie, wenn sie
das Gegenteil tut? Wenn sie betäubt, einschläfert, der Aktivität und dem Fortschritt entgegenarbeitet? Auch das kann die
Musik, auch auf die Wirkung der Opiate versteht sie sich aus
dem Grunde. Eine teuflische Wirkung, meine Herren! Das
Opiat ist vom Teufel, denn es schafft Dumpfsinn, Beharrung,
Untätig-keit, knechtischen Stillstand ... Es ist etwas Bedenkliches um die Musik, meine Herren. Ich bleibe dabei, daß sie
zweideuti-gen Wesens ist. Ich gehe nicht zu weit, wenn ich sie
für poli-tisch verdächtig erkläre."
Er sprach noch weiter in dieser Art, und Hans Castorp hörte auch zu, vermochte aber so recht nicht zu folgen, erstens seiner Müdigkeit wegen, und dann auch, weil er abgelenkt war
durch die geselligen Vorgänge unter der leichten Jugend dort
auf den Stufen. Sah er recht oder wie war das eigentlich? Das
Fräulein mit dem Tapirgesicht war beschäftigt, dem Jungen mit
dem Monokel einen Knopf an den Kniebund seiner Sporthose
zu nähen! Und dabei ging ihr der Atem schwer und heiß vor
Asthma, während er seinen salzlöffelähnlichen Fingernagel
hü-stelnd zum Munde führte! Sie waren ja krank, alle beide,
aber trotzdem zeugte es von sonderbaren Verkehrssitten unter
den jungen Leuten hier oben. Die Musik spielte eine Polka ...
HIPPE
So hob der Sonntag sich ab. Sein Nachmittag war überdies
ge-kennzeichnet durch Wagenfahrten, die von verschiedenen
Gästegruppen unternommen wurden: mehrere Zweispänner
schleppten sich nach dem Tee die Wegschleife herauf und
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hiel-ten vorm Hauptportal, um ihre Besteller aufzunehmen,
Russen hauptsächlich, und zwar russische Damen.
"Russen fahren immer spazieren", sagte Joachim zu Hans
Castorp, – sie standen zusammen vor dem Portal und sahen
zu ih-rer Unterhaltung den Abfahrten zu. "Nun fahren sie
nach Cla-vadell oder nach dem See oder ins Flüelatal oder
nach Klosters, das sind so die Ziele. Wir können auch mal
fahren während deiner Anwesenheit, wenn du Lust hast. Aber
ich glaube, vor-läufig hast du genug zu tun, um dich einzuleben, und brauchst keine Unternehmungen."
Hans Castorp stimmte dem bei. Er hatte eine Zigarette im
Munde und die Hände in den Hosentaschen. So sah er zu, wie
die kleine, muntere, alte russische Dame mit ihrer mageren
Großnichte und zwei anderen Damen in einem Wagen Platz
nahm; es waren Marusja und Madame Chauchat. Diese hatte
einen dünnen Staubmantel, mit einem Gurt im Rücken, angelegt, war jedoch ohne Hut. Sie setzte sich neben die Alte in den
Fond des Wagens, während die jungen Mädchen die Rückplätze einnahmen. Alle vier waren lustig und regten unaufhörlich
die Münder in ihrer weichen, gleichsam knochenlosen Sprache. Sie sprachen und lachten über die Wagendecke, in die sie
sich unter Schwierigkeiten teilten, über das russische Konfekt,
das die Großtante als Mundvorrat in einem mit Watte und Papierspit-zen gepolsterten Holzkistchen mitführte und schon
jetzt präsen-tierte ... Hans Castorp unterschied mit Anteil Frau
Chauchats verschleierte Stimme. Wie immer, wenn ihm die
nachlässige Frau vor Augen kam, bekräftigte sich ihm aufs
neue jene Ähnlichkeit, nach der er eine Weile gesucht hatte
und die ihm im Traume aufgegangen war ... Marusjas Lachen
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