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Немецкий язык для аспирантов. Адаптативный курс. Практическое пособие

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Reportagen für die schriftliche Übersetzung

ziehen die anderen gerade ein. Stehen alle aufrecht: das sind die Ballettschüler. Die anderen im Saal. Straff. Und stramm. Und aufmerksam. Denn: Agnes Pallai, die Tanzdozentin, erklärt was Wichtiges.

Und das heißt: hingucken, nachmachen. Wach sein dabei — die ganze Zeit. Die Jungtänzer des ersten Semesters an der Essener Folkwangschule haben an diesem Nachmittag ein hartes Programm, den üblichen Schlauch, das tägliche Training. Heute steht klassischer Tanz auf dem Plan. Agnes Pallai, die Lehrerin aus Ungarn, die ungern über ihr Alter spricht, gibt dem Pianisten ein Zeichen — und Joachim Bärenz (54) lässt die Finger über die Tasten tanzen. Seit 1969 macht er das, spielt seit 1984 für Folkwang.

Ein Könner am Klavier, der zu Ballettübungen improvisiert, der sagt „ich bin da so hereingewachsen“. Was manche Eleven hier auch schon von sich behaupten können. Julia Mota Carvalcho (21) zum Beispiel. Die Brasilianerin kommt aus einer Tänzer-Familie: „Ich habe das immer gekannt, Tanzen war bisher immer das einzige, was ich in meinem Leben gemacht habe“, sagt das dunkelblonde Mädchen, streicht sich eine Strähne aus dem Gesicht, ihre Wangen glühen. Dagegen beschäftigt sich ein anderer gerade mal anderthalb Jahre mit Tanz: Sebastian Gibas (21) aus Essen. Trotzdem hat er die Aufnahmeprüfung an der Schule, die außerdem noch in Musik und Theater ausbildet, im ersten Anlauf geschafft. Für Agnes Pallai nichts Besonderes für die Künstler-Quelle im Stadtteil Werden: „Wir nehmen auch solche Leute, die vorher nie was mit Tanz gemacht haben“, sagt sie. „Wir suchen nicht nach typisch-klas- sisch, dünn und abgemagert, 1.80 groß. Wir suchen keine Tänzer — wir suchen tanzende Menschen“. Mit Folklore und Flamenko, mit Klassik und Moderne und Theorie in Tanzund Musikgeschichte. Sechsmal die Woche, Montag bis Samstag. So sagt es der Stundenplan.

Text 9

Die Polizeikommissare bei einem Einsatz

„Scheiße“, sagt der schnauzbärtige Bulle im zerschlissenen Anorak. Nein, es ist nicht Duisburg und der Bulle heißt nicht Schimanski. Das hier ist das wahre Leben. Die Polizeiwache in

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Anhang 1

Siegen. Wachwechsel. 6 Uhr morgens. Noch ehe Hauptkommissar Andreas Himken seine Uniform angezogen hat, wird er zum Einsatz gerufen. Suizid in einem nahe gelegenen Dorf. Eilig zieht er sich um, steckt seine Waffe ein und sagt seinem Kollegen Bescheid. „Hast du schon gefrühstückt? Das, was jetzt kommt, ist wahrscheinlich unappetitlich“. Hauptkommissar Garsten Schneider schüttelt den Kopf, aber zum Essen bleibt jetzt ohnehin keine Zeit mehr. Schneider und Himken sind seit Jahren befreundet. Deshalb versuchen sie auch, so oft es geht, gemeinsam auf Streife zu fahren. „Es ist einfacher, wenn man die gleiche Wellenlänge hat“, wissen die Kommissare. Mit einer Frau würde Himken nur ungern „Dienst schieben“. Bei einem gemeinsamen Einsatz vor zehn Jahren ist seine Kollegin erschossen worden. „Es hat Jahre gedauert, bis er die Schuldgefühle los wurde“, erinnert sich sein Kollege.

Der Polizeiwagen parkt auf dem Hof des Präsidiums. Die beiden steigen ein, schalten den Funk ein und fahren los. Himken klärt den Kollegen am Steuer auf: der Tote war jahrelang im örtlichen Schützenverein. Mit seiner eigenen Waffe hat er sich in den Kopf geschossen. „Er soll schwer krank gewesen sein“, hat ihm der Kollege erklärt, der den Anruf der entsetzten Ehefrau entgegen genommen hat. Am Haus der Familie angekommen, begrüßen die beiden Kommissare die Kollegen vom Rettungsdienst. „Sauberer Schuß“, meint einer von ihnen. „Der war sofort tot“. Und während Himken mit den Sanitätern noch über die Umstände des Todes spricht, geht Schneider ins Haus. Völlig aufgelöst und in sich zusammengesunken sitzt die Ehefrau des Toten im Wohnzimmer. Eine Nachbarin ist gekommen, um ihr beizustehen. „Wo ist er“? fragt Schneider die beiden Frauen. „Im Schlafzimmer“, antwortet die Nachbarin. „Er hat schon seit Tagen das Bett nicht mehr verlassen“, schluchzt die Ehefrau des Toten. „Heute morgen hat er mich in die Küche geschickt, um Tee zu holen und als ich unten war, da...“ Mittlerweise ist auch Himken dort. Er versucht, der Witwe klar zu machen, dass sie keine Schuld am Tod ihres Mannes hat. Hauptkommissar Schneider regelt noch einige Formalitäten, dann ist für die Polizisten der Einsatz hier beendet. Den Rest erledigt der Rettungsdienst. Nach knapp einer Stunde sitzen die beiden Kommissare wieder im Auto. Sie fahren zurück zur Wache.

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Reportagen für die schriftliche Übersetzung

Text 10

Ein Tag bei der Straßenwacht des ADAC

Autobahn 52. Richtung Dortmund. Frank Hädicke ist in einem gelben Ford Kombi auf dem Weg nach Hause. In der Dunkelheit prägen das orangene Licht der Straßenlaternen und die roten Rückleuchten der vor ihm fahrenden Autos die zweispurige Fahrbahn. Ruhig fließt der Verkehr dahin. Plötzlich ein schrilles Quietschen. Frank Hädicke wird unruhig. Verursacht sein Ford dieses aufdringliche Geräusch? Das Quietschen wird stärker, als ein dunkler Lancia an Hädickes Wagen vorbeizieht. Mit einem Knopfdruck schaltet der 39-jährige die orangfarbenen Rundumleuchten auf seinem Fahrzeugdach ein, zieht auf die linke Fahrspur und fährt mit dem Lancia gleich auf. Er winkt die zwei Frauen im Lancia auf den linken Standstreifen, doch sie ignorieren sein Zeichen. „Das Rad blockiert gleich“, schimpft Frank Hädicke und schafft schließlich, die Frauen kurz vor einem Tunnel zum Anhalten zu bewegen. Seinen Wagen bringt er hinter dem Lancia zum Stehen, drückt die Taste der Warnblinkanlage, stellt sein Warndreieck einige Meter hinter seinem gelben Ford auf. Das hintere Rad auf der Beifahrerseite des Lancia qualmt und es riecht nach verbranntem Gummi.

Verstört steigt die Fahrerin aus dem Wagen, als Hädicke auf sie zukommt. „Ihre Bremsscheibe glüht“, gibt er ihr zu verstehen. Frank Hädicke weiß, wovon er spricht. Er ist Fachmann. Schonend versucht er, der jungen Frau aus Bochum beizubringen, dass ihr Fahrzeug abgeschleppt werden muß. „Meine Tochter hatte heute um 13 Uhr ein Vorstellungsgespräch an der Fachhochschule“, beginnt die Mutter zu erzählen. „Wir sind erst 19 Uhr raus, weil wir so lange warten mussten, wir sind fix und fertig“, sagt sie den Tränen nahe. Weinend steigt sie kurze Zeit später in ihren Wagen, fährt langsam vor Hädicke zum anderen Ende des Tunnels. „Hier stehen die Frauen sicherer“, erklärt Frank Hädicke, er gibt ihnen letzte Hinweise und stellt das Warndreieck des Lancia auf. Inzwischen hat sich die Fahrerin wieder beruhigt. „Manchmal brauchen die Menschen mehr Betreuung als ihr Auto“, sagt Frank, als er

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Anhang 1

wieder in seinen gelben Ford steigt und davon fährt. Frank Hädike ist gelernter Kfz-Mechaniker. Seit fünf Jahren arbeitet er bei der Straßenwacht des ADAC. Es ist sein Traumjob, obwohl dieser mitunter sehr gefährlich ist. Etwa 1600 Straßenwachten sind täglich in ganz Deutschland unterwegs.

Text 11

Jules Diamond gewinnt!

Es sind diese Momente, in denen die Modros den Alltag vergessen. In denen es kribbelt bis in die Fingerspitzen. Auf der Zielgeraden gewinnt die Stimme aus dem Lautsprecher an Tempo. Genau wie das Dröhnen von 40 Pferdehufen. Der Sand auf der Rennbahn spritzt unter den raumgreifenden Schritten der Traber in alle Richtungen. „Jules Diamond vorne, dahinter Keys Bonaire. Jules Diamond bleibt vorne, Jules Diamond gewinnt“! Hoppela! Das gibt` s doch nicht. Adolf Modro (80) sieht zu seiner Frau Margot (71) und schüttelt ungläubig den Kopf. „Das war ein krasser Außenseiter“. Pech gehabt: der Wetteinsatz ist futsch. Fängt ja gut an für das Rentnerehepaar, der Nachmittag auf der Dinslakener Trabrennbahn. Zocken statt Zinsen — haben die beiden da bei der Wahl ihrer Geldanlage aufs richtige Pferd gesetzt? Sie sind immer da. Immer, wenn die Gesundheit es zulässt. Auf ihrem Platz im Tribünenhaus, erste Etage, Tisch 54. Montags und samstags ist Renntag. Wie lange das schon so geht, das weiß Margot Modro nicht mehr. Zehn, fünfzehn Jahre. Schnelle Pferde haben es den Rentnern aus Dinslaken angetan. „Früher waren wir beim Galopprennsport. Dann konnte mein Mann nicht mehr so gut laufen“. Hier, am Tisch der Tribüne direkt oberhalb der Rennbahn, hat der Pensionär die schnellen Pferde mühelos im Blick. Die Bedienung kommt vorbei, die paar Schritte zum Wettschalter erledigt seine Frau. Es riecht nach Tabak, Kaffee und nach Fritierfett. Auf dem Tisch vor Margot Modro liegt die Rennzeitschrift Heat. Darin ist Pferd Nummer zehn im ersten Rennen durchgestrichen — Jules Diamond war kein Favorit. Die Modros setzen am liebsten auf die Starter mit den meisten Vorschusslorbeeren in der Fachpresse. Diesmal war das

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Reportagen für die schriftliche Übersetzung

keine gute Wahl. „Mit zehn Euro Einsatz hätten wir jetzt reich sein können“, stellt Margot fest, nachdem die Stimme aus dem Lautsprecher eine Zahlenkolonne verkündet hat. Die Gewinnquoten. 714,30 hätte jeder auf den Außenseiter gesetzte Euro in schon der Zweierwette einbringen können. Eine schöne Summe. Aber die entgangene Prämie wurmt das Rentnerehepaar nicht lange. „Wenn Sie nicht viel setzen, können Sie nicht viel verlieren. Wir sind keine Spieler“. Die vier Euro Verlust waren`s wert. Das pferdevernarrte Paar ist hier nicht, um sein Rentenkonto aufzubessern. Ein bisschen Spaß will es haben, die gespannte Atmosphäre genießen, nette Leute treffen. Süchtig, ja, das sind sie. Aber nicht spielsüchtig. Margot Modro hat die Rennbahn-Leidenschaft so sehr gepackt, dass sie im letzten Jahr ein Hörspiel darüber geschrieben hat. Das lief sogar im Lokalfunk, erzählt die ehmalige Arbeitsvermittlerin stolz. Noch 20 Minuten bis zum nächsten Start.

Die Rentner vertiefen sich wieder in ihre Voraussagen. Als „Kleingeldanleger“ sind die Modros auf der Rennbahn in guter Gesellschaft. Die meisten der rund 4000 Besucher leeren nicht ihr komplettes Sparschwein am Rennschalter aus, sondern setzen kleine Summen. Im Schnitt verwettet jeder Besucher acht Euro pro Renntag. Mindeseinsatz: Ein Euro. Das reicht; um für ein paar Minuten vom dicken Gewinn zu träumen. Der große Coup gelingt nur selten. Im letzten Jahr hat es eine ältere Dame geschafft.

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A n h a n g 2

TEXTE FÜR DIE NACHERZÄHLUNG

UND DISKUSSION

Text 1

Was versteht man unter einem «Doktoranden»?

Die Ausbildung von Wissenschaftlern in Deutschland und in Russland unterscheidet sich in einigen Punkten. So ist auch die Stellung und Rolle der Doktoranden an deutschen und an russischen Universitäten in mancherlei Hinsicht verschieden. An russischen Universitäten absolvieren die Doktoranden ein eigenes „Doktorandenstudium“, das der Vertiefung und Erweiterung ihrer wissenschaftlichen Kenntnisse dienen soll. Das Doktorandenstudium beansprucht viel Zeit, es besitzt aber den großen Vorteil, dass hier aktuelle Entwicklungen in der Forschung weitergegeben werden können. Viele Doktoranden geben zudem Lehrveranstaltungen für Studenten, wodurch sie ihr Wissen weitergeben und zugleich lernen, praktischen Unterricht zu gestalten. Auch das Geldverdienen spielt dabei eine wichtige Rolle, da die Stipendien nicht so hoch sind. An deutschen Hochschulen variiert der Status von Doktoranden sehr stark. Ein eigenes

Doktorandenstudium wird nirgendwo vorgeschrieben. In manchen Fällen sind Doktoranden an den einzelnen Instituten angestellt und erteilen Lehrveranstaltungen oder beteiligen sich an größeren Forschungsvorhaben. Andere Doktoranden erhalten ein Stipendium, das oft von Stiftungen finanziert wird. Außerdem gibt es an vielen Universitäten sogenannte „Graduiertenkollegien“. Hier arbeiten Doktoranden aus verschiedenen Fächern zusammen und

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Texte für die Nacherzählung und Diskussion

werden durch ein Stipendium gefördert. Ähnlich wie an den russischen Universitäten nehmen in den Graduiertenkollegien die Doktoranden zur Weiterbildung an Seminaren und Vorlesungen teil. Bei allen Unterschieden gibt es doch eine wesentliche Gemeinsamkeit von deutschen und russischen Doktoranden: die Doktorarbeit, in der neue selbständig erarbeitete wissenschaftliche Ergebnisse präsentiert werden sollen. Diejenige Person, die den Doktorand und seine Doktorarbeit wissenschaftlich betreut, wird meistens „Doktorvater“ bzw. „Doktormutter“ genannt. Gerade weil das Ziel der Dissertation darin besteht, neue Forschungsergebnisse zu erzielen, ist es wichtig, den aktuellen Forschungsstand genau zu kennen: Welche Arbeiten gibt es bereits auf dem betreffenden Gebiet? Wer forscht ebenfalls an ähnlichen Themen? Solche und ähnliche Fragen erweisen sich für die wissenschaftliche Arbeit als außerordentlich wichtig. Besonders bedeutsam ist es deshalb, internationale Kontakte zu knüpfen, um auch die Ergebnisse ausländischer Forscher berücksichtigen zu können. Hierfür bietet sich insbesondere die Arbeit in Universitätsbibliotheken an. Ein Auslandsaufenthalt kann zudem den eigenen Kenntnisstand erweitern, indem man andere Fragestellungen und Zugänge zu seinem eigenen Forschungsthema kennen lernt.

Text 2

Bewerbung um ein Stipendium in Deutschland

Zahlreiche Stiftungen und staatliche Institutionen vergeben Stipendien für ausländische Studenten und junge Wissenschaftler. Auch für Doktoranden, die in Deutschland ihre Forschungen vertiefen oder weiterführen möchten, gibt es verschiedene Möglichkeiten, ein Stipendium zu erhalten. Eine erste Schwierigkeit besteht darin, genauer zu erfahren, wo solche Stipendien beantragt werden können. Die größte Institution, die Stipendien für ausländische Doktoranden vergibt, ist der „Deutsche Akademische Austauschdienst“ (DAAD). Der DAAD ist eine staatliche Einrichtung und wird aus Steuergeldern finanziert, während die meisten Stiftungen ihre Mittel aus Spenden von Unternehmen und Privatpersonen erhalten. Über diese Stiftungen kann teilweise auch der DAAD Aus-

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Anhang 2

künfte erteilen. Wie aber bewirbt man sich nun um ein Stipendium und welche Bewerbungsunterlagen sind erforderlich? Sinnvoll ist es, den DAAD anzuschreiben und die Dauer und den Inhalt des geplanten Forschungsaufenthaltens kurz zu beschreiben, um zu erfahren, welche Förderprogramme für eine Bewerbung infrage kommen. Dabei sollte man auch erfragen, welche Bewerbungsunterlagen zusammengestellt werden müssen. Viele Informationen dazu findet man auch im Internet. Grundsätzlich gilt, dass zu einer Bewerbung folgendes gehört: ein kurzes Anschreiben, Kopien von allen wichtigen Zeugnissen, ein tabellarischer Lebenslauf, Nachweise über die Sprachkenntnisse, Gutachten oder Empfehlungen von Hochschullehrern sowie eine Darstellung dessen, warum man den Forschungsaufenthalt plant und was während dieser Zeit erarbeitet werden soll. Günstig für die Bewilligung des Antrags kann auch eine schriftliche Befürwortung und eine Betreuungszusage eines deutschen Hochschullehrers sein. Besonders wichtig ist es, sich möglichst frühzeitig um die notwendigen Kontakte und Informationen zu bemühen. Ähnliches gilt auch für die Bewerbung, die man wegen der oftmals langen Bearbeitungszeiten am besten so früh wie möglich einreicht. Schließlich sollte man sich ebenfalls um die Beantragung des Visums kümmern.

Ist das Stipendium bewilligt und hat man auch das Visum bekommen, so steht einem erfolgreichen Forschungsaufenthalt in Deutschland nichts mehr im Wege.

Anschriften:

1.Deutscher Akademischer Austauschdienst, Postfach 200404, 5313134 Bonn, Deutschland, Telefon: 0228/882-0, Internet: htpp://www.daad.de

2.DAAD Außenstelle Moskau, Leninskij Prospekt 95a, 117313 Moskau, Telefon: 095/1322429 oder 1322311, E-Mail: daad@col.ru

Text 3

Umworben: internationale Elite

Der Fachbereich Mathematik hat auf dem Campus Essen zum 1. August eine International Graduate School of Mathematics ein-

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Texte für die Nacherzählung und Diskussion

gerichtet. Ziel des Projektes ist die Anwerbung und Förderung inund ausländischer Doktoranden. Ihnen wird ein auf drei Jahre angelegter, strukturierter Promotionsstudiengang angeboten. Bis zu 25 Promovenden sollen künftig durch die Graduate School auf ihrem Weg zum Doktortitel betreut werden. Beim Eintritt in das Graduiertenkolleg erhält jeder Doktorand einen persönlichen Betreuer, mit dem er sein Studienprogramm für jedes Semester verbindlich festlegen wird. Insgesamt bilden 16 Professoren aus verschiedenen mathematischen Arbeitsgruppen das Gründungskollegium. Sie betreuen die drei großen Fachgebiete Algebra and Geometry, Number Theory and its Applications und Analysis, Statistics and Computational Mathematics. Jede Arbeitsgruppe bietet regelmäßig für Doktoranden geeignete Lehrveranstaltungen an. Zur Ergänzung gibt es ein internationales Vortragsprogramm mit auswärtigen Wissenschaftlern. Die Einrichtung des GraduiertenKollegs soll vor allem die Anwerbung ausländischer Doktoranden fördern. Kontakte des Fachbereichs bestehen zwar nach China, Indien und in den Iran, das aber erscheint dem Fachbereich nicht mehr ausreichend. Er will den Nachwuchswissenschaftlern einen strukturierten Promotionsstudiengang anbieten — wie es internationaler Standard ist, während Deutschland mit der freien Organisation der Promotion bislang eine Ausnahme bildet. Die Betreuung des ausländischen Promovenden soll sich nicht nur auf die Förderung ihrer wissenschaftlichen Arbeit beschränken. Vielmehr gehören auch Sprachund Integrationsangebote zum Veranstaltungsprogramm. Finanziert wird die Graduate School durch Haushaltsmittel des Fachbereichs und der Universität.

(Campus: Report 03/2004)

Text 4

A long, long way: die Promotion

Rund 20.000 Doktorhüte wandern an deutschen Universitäten jedes Jahr auf die Köpfe frischgebackener Nachwuchswissenschaftler. Und diese Köpfe haben meist allen Grund sich zu freuen: Denn noch immer macht sich das begehrte „Dr.“ vor dem Namen

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Anhang 2

positiv auf dem Gehaltsscheck bemerkbar. Doch die hohe Zahl der jährlich verliehenen Doktortitel zeigt nur die eine Seite der Medaille: Schätzungen zufolge bricht fast jeder zweite Doktorand die Promotion ohne Abschluss ab. Um die Erfolgschancen zu steigern, sollte sich jeder angehende Doktorand mit einigen grundsätzlichen Fragen auseinandersetzen.

Bei wem promovieren? An deutschen Universitäten besteht kein Rechtsanspruch auf Betreuung einer Doktorarbeit. Im Klartext heißt das: Wer promovieren will, muss einen Professor finden, der zur Betreuung der Dissertation bereit ist. Und das ist oft schwierig. Denn gerade in den Massenfächern übersteigt die Nachfrage das Angebot. Um dennoch einen Doktorvater zu ergattern, muss man vorausplanen: Schon während des Hauptstudiums heißt es, nach einem Prof Ausschau zu halten, mit dem man fachlich und persönlich zurecht kommt. Schon jetzt sollte man gezielt dessen Seminare besuchen und wenn möglich auch bei ihm oder ihr das Examen oder die Magisterarbeit machen. Oft löst sich das Problem dann von ganz allein. Zum Beispiel wenn der Professor nach bestandener Prüfung von selber auf eine Promotion zu sprechen kommt. Wenn nicht, heißt es, selbst die Initiative zu ergreifen. Dass man sich vor einem Gespräch schon über mögliche Themen Gedanken gemacht hat, sollte dabei selbstverständlich sein.

Doch wie sieht er aus, der ideale Doktorvater? Hier kommt es ganz darauf an: Wer eine Karriere an der Uni anstrebt, sollte besonders auf das wissenschaftliche Renommee des Doktorvaters achten. Denn wer bei einen Verfechter von Mindermeinungen promoviert, hat es später schwer. Wer dagegen nach der Promotion in die freie Wirtschaft strebt, braucht den wissenschaftlichen Ruf des Betreuers offenbar nicht ganz so auf die Goldwaage zu legen. Denn eine Arbeitgeberbefragung des Doktorandennetzwerks Thesis zeigt, dass künftigen Arbeitgebern eine zügige Promotion, Fremdsprachenkenntnisse und die Mobilität promovierter Bewerber wichtiger sind als der Name des Betreuers.

Über was promovieren? Dass zumindest der Doktorand sein Dissertationsthema nicht gähnend langweilig finden sollte, ist klar. Schließlich wird man mit eben diesem Thema die nächsten Jahre seines Lebens verbinden — und da lohnt sich ein zweiter Blick.

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