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Немецкий язык для аспирантов. Адаптативный курс. Практическое пособие

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ZUSATZMATERIALIEN

FÜR SELBSTÄNDIGE ARBEIT

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A n h a n g 1

REPORTAGEN

FÜR DIE SCHRIFTLICHE ÜBERSETZUNG

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„Dschungel“ im Münsteraner Allwetterzoo

Der blaue Papagei reißt den Schnabel auf. Plötzlich geht alles sehr schnell. Wie ein Geschoss stürzt das ein Meter große Tier über den Fußweg ans gegenüberliegende Gitter. Seine drei rotgefiederten Freunde im Hintergrund beäugen ihn mißtrauisch. Bedächtigt kramt Reinhold Evels in seiner Tasche. „Eine Runde Erdnüsse für alle“, verkündet der Tierpfleger im Münsteraner Allwetterzoo. Seit fast 20 Jahren leitet er die Abteilung Tropenhaus des Zoos. Seinen heimlichen Liebling auf den Arm nehmen und ein bisschen kraulen — das geht nur, wenn sie alleine sind. Für einen wilden Ara ist Rico ungewöhnlich zahm.

„Sein Besitzer hatte keine gültigen Papiere, da ist der Papagei vor ein paar Jahren beschlagnahmt worden“, erinnert sich der Tierpfleger. Aber trotz großer Zutraulichkeit macht der blaue Exot nicht alles, was man von ihm erwartet. Und eines schon gar nicht: sprechen. Mehr als ein „Hallo“ ab und zu ist nicht drin. Aber das ist auch gut so, findet Reinhold Evels. Die Aras in der frei zugänglichen Vogliere müssen ihre Wildheit und Scheu behalten. Sonst belästigen sie die Besucher. Mehr als 100 Vogelarten, 50 Reptilien und eine Handvoll Säugetiere leben im „Dschungel“ des Tropenhauses, gleich links des Riesenkäfigs von Rico und seinen Kumpels. Der Dschungel, das ist eine Tropenlandschaft mit 25 Grad

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und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit. Ab und zu regnet es. Im Winter zweimal am Tag, im Herbst und Frühjahr drei — im Sommer sogar viermal. Drinnen kennen Gewusel und Geflatter trotz der lähmenden Hitze keine Grenzen. Kleine Vögel, große Vögel, bunte Vögel, einförmige Vogel, schwirren durch Palmwedel, Riesen-Gummi- bäume und Lianenknäule. Irgendwo am vier Meter hohen Glasdach baumeln ein paar indische Flughunde Reinhold Evels in Fle- dermaus-Manier, „Die werden erst heute abend munter“, erzählt er und lässt seinen Blick prüfend schweifen.

Jeden Morgen um acht Uhr macht er den Rundgang durch sein Revier, guckt, ob „alle noch da sind“. Plötzlich blitzt es silbrig im tropischen Wirrwarr der Grünpflanzen. Mit eiligen Bewegungen hangelt sich ein pelziges kleines Äffchen mit seidigem Schwanz und rundem Gesicht an einem Zweig vorüber. Braune Knopfaugen gucken neugierig herunter „Das ist Gismo. Er ist hier der Chef“, sagt Reinhold Evels. Mit ihm leben noch drei weitere Weißgesichtseidenäffchen im rund 2000 Quadratmeter großen „Dschungel“.

Text 2

Die Konkurrenz ist groß

Der 48-jährige Zirkusdirektor ist Profi, kennt sein Geschäft: „Es gibt fette und magere Jahre“. Dieses Jahr zählte zu den magersten in der Geschichte des Zirkus Oskani. Anderen erging es schlechter. Zwölf Zirkusse rollen seit letztem Jahr nicht mehr über Deutschlands Straßen. Auch sonst geht es den Artisten, Clowns und Gauklern auf Rädern nicht gut. Die Konkurrenz ist groß. Jedes Jahr bauen 500 Kleinzirkusse in allen Teilen Deutschlands ihr Zelt auf. Hohe Platzmieten lassen manchem Clown die Tränen in die Augen steigen. Neue Ideen sind gefragt, um der Konkurrenz zu trotzen. Oskar Richter weiß das: „480 Zirkusse bieten praktisch das gleiche Programm an. Wenn ich in einer Saison als 7. Zirkus an einem Platz aufbaue, kann ich kein Geld mehr verdienen“. „Mit der Zeit gehen“ heißt deshalb die Devise. Die 12-jährige Akrobatin lässt sich gerade elegant kopfüber am Luftring herunterhängen. Über ihr die Zirkuskuppel mit dem blauen Sternenhimmel. Neben-

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Reportagen für die schriftliche Übersetzung

an stehen schwere Musikboxen, aus denen aktuelle Popmusik dröhnt. Traditionelle Marschmusik gehört der Vergangenheit an. „Mit der Powermusik kommen auch wieder die 15und 16-jähri- gen in die Vorstellung“, sagt der engagierte Zirkusdirektor und präsentiert im gleichen Atemzug stolz die teure Lichtanlage. Außerdem hat die klassische Manege im Soester Zirkus ausgedient... Das 17-jährige Stachelschwein ist als einziges Tier aus der Zeit von Richter`s Schulzoo übriggeblieben. Im Zirkus bekommt es sein Gnadenbrot. Oskar Richter hat bewußt auf die „Klassiker“ Löwe und Elefant verzichtet. „Wir wollen Tiere hautnah präsentieren“. Tierische Attraktionen sind zwei Kängeruhs, zwei Schlangen und die RiesenSchildkröte. Dazu gesellen sich Kaninchen und Zwergziegen. Während der Vorstellung können die Kinder die Tiere streicheln. Akrobatik ist Triumph. Morgen lebt die Vorstellung von Salto-Mortale, Spagat und Balanceakten auf dem Drahtsseil. Leuchtende Augen bekommen kleine und große Zuschauer, wenn sie in der Orientalshow die glitschige Haut der Anaconda streicheln dürfen. Über 30. 000 Prospekte haben die Richter`s in Werl verteilt. In der Innenstadt prangt überall der Werbespruch „Man muß nicht groß sein, um groß zu sein“ auf den Plakaten. Wenn morgen das Wetter mitspielt, könnte das Zirkuszelt bis auf den letzten Platz besetzt sein. Wenn nicht, bleibt die Hoffnung auf den nächsten Tag — und die nächste Vorstellung.

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Wohl dosierte Spaß-Injektion

Die Tür geht auf, zunächst nur einen Spalt weit. Durch diesen Spalt schiebt sich eine rote Knubbelnase. Der Spalt wird ein bisschen größer. Eine bunte Mütze hat nun Platz zwischen Türblatt und Rahmen. Zwischen der kunterbunten Kopfbedeckung und der roten Knubbelnase zwinkert ein Augenpaar ins Zimmer. Ins Krankenzimmer. Dort liegt Lukas. Im Bett auf Station drei in der Kinderklinik des Evangelischen Krankenhauses in Hamm, Zimmer fünf. Lukas isst gerade Mittag, das Hähnchenschnitzel ist schon verdrückt, bloß die trockenen Kartoffeln wollen nicht so recht rutschen. Krankenhausessen eben. Und jetzt ist für den kleinen Pati-

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enten sowieso viel spannender, was sich in der Tür tut. Die Tür öffnet sich vollständig. Prrofessor Spargetti Schröder steht am Krankenbett und startet Lukas eine Visite ab. Eine ungewöhnliche Visite. Um den Hals trägt der Prrofessor anstelle eines Stethoskops eine rotweiß gepunktete Fliege, statt eines Piepsers hat ein kleiner brauner Teddybär Platz in der Hosentasche, in den Schuhen stecken nicht etwa weiße Arztsocken, sondern ein roter und ein gelber Strumpf. Prrofessor Spargetti ist Klinik-Clown. Ein Klinik-Clown, der zaubern kann. Zum Beispiel ein Tütchen Senf aus dem Ohr von Lukas Mama Heike Adämaer. Senf für die trockenen Kartoffeln, aber Lukas lehnt ab: „Ich stehe nicht so auf Senf“, sagt der blonde Junge im blaugrün karierten Schlafanzug und wirft Prrofessor Spargetti das Tütchen zu. Irgendwie müssen die Kartoffeln runter, vielleicht klappt es ja mit Musik. „Was darf es denn sein, etwas Klassisches oder besser ein Hard- Rock-Lied“?, fragt der Spaßmacher im weißen Kittel. Lukas ist cool, ganz klar, fordert Hard-Rock. Der Prrofessor klemmt eine selbst gebaute Mini-Drehorgel unter den Arm. Der Can Can erklingt, Lukas fühlt sich veräppelt, lacht aber trotzdem. Prrofessor Spargetti trippelt im Rhytmus und fordert den jungen Patienten auf, doch im Takt die Kartoffel zu kauen. Lukas spielt mit, verdrückt die Kartoffeln, und zur Belohnung gibt es noch den „Bi-Ba-Butzemann“.

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Mahlzeit!

Wie das duftet. Nach würzigem Kassler und Sauerkraut. Neben dem übergroßen Kessel mit dem Gemüse brutzeln etwa 100 Geflügelbratwürstchen in einer riesigen Pfanne. Das Mittagessen für die 600 Patienten des Essener Elisabeth-Krankenhauses. Doch Appetit auf etwas Deftiges hat von den 27 Köchen und Küchenhilfen der Großküche gewiss niemand: Es ist erst neun Uhr am Morgen! Viel zu früh, um schon ans Mittagessen zu denken. Und Zeit für einen Kaffee zwischendurch bleibt auch nicht. Ruhelos laufen die mit schneeweißen Kitteln und Hauben auf dem Kopf bekleideten Mitarbeiter umher, rühren das in einer 300 Liter fassenden Wanne angerichtete sämige Möhrengemüse um, füllen Birnenquark in kleine weiße Porzellanschälchen, kochen Reis und Spätzle in überdimen-

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Reportagen für die schriftliche Übersetzung

sionalen Kesseln. An einem der Töpfe steht Anja Schug. Die Köchin muß noch schnell eine Fleischklößchen-Suppe zaubern: Packung auf, Pulver ins kochende Wasser und fertig ist die Vorspeise. Auch sonst wird in dieser Küche nicht mehr geschnibbelt, geschnitten oder geschält. Die Lebensmittel werden bereits abgepackt in 5-Kilo-Dosen oder in 10-Kilo-Säcken angeliefert. „Das geht schneller und spart Geld“, erklärt Betriebsleiter Bernd Wodtke von der Düsseldorfer Catering-Firma Klüh, an die das Krankenhaus aus dem Küchendienst abgab. Endspurt fürs Mittagsmahl. Um kurz nach 10 Uhr. Die munter plappernden Frauen stellen alles für das sogenannte Speiseverteilband bereit: Tabletts, Teller, Tassen, Besteck und natürlich das Essen werden um ein etwa zehn Meter langes Fließband drapiert. Die Mitarbeiterinnen verstehen kaum ihr eigenes Wort. Plötzlich dringt eine schrille Frauenstimme durch die Küche. „Alle ans Band“! Mit fünfminütiger Verspätung geht es los. Die Aufgaben sind vorab zugeteilt: Die eine Mitarbeiterin verteilt den Kartoffelbrei, eine andere gibt das Fleisch auf, die dritte portioniert das Sauerkraut. Sigrid Schumacher versieht jedes blaue Plastiktablett am Anfang mit einer Karte. Darauf steht, was der Patient heute bekommt: Diätkost, passiertes oder gestückeltes Fleisch, eine doppelte Portion, mit oder ohne Dessert.

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„Begleitetes Sterben“

Von außen betrachtet, sieht es aus wie eine Vielzahl anderer Häuser. Weiß, zweistöckig, mit roten Ziegelsteinen gedeckt. Ein kleiner Garten drum herum. Nichts, wodurch es sich offensichtlich von den Nachbargebäuden unterscheidet. Keine Spur davon, das dort der Tod ein und ausgeht. Erst kurz vor der Haustür liest man Schwarz auf Weiß: „Hospiz Initiative Schwerte e. V“. Seit drei Jahren hat Almut Ledwig zusammen mit ihrem Team die Aufgabe, schwerkranke Menschen bis zu ihrem Tod zu pflegen. 150 bis 160 Patienten — überwiegend Männer zwischen 30 und 60 — hat sie bis dato auf diesem Weg begleitet. „Unser Anspruch ist, auf die Wünsche der Sterbenden einzugehen“, erklärt Ledwig, „sie sollen in ihrer letzten Lebensphase noch einmal spüren, was es heißt zu le-

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ben“. So wie Peter Weber. Der ehemalige Bergarbeiter hat Krebs. Im Dezember letzten Jahres wohnte er noch allein. Seit einer Woche ist das Hospiz sein Zuhause. Wie lange? „Ein Vierteljahr, maximal sechs Monate“, sagt Ledwig mit gedämpfter Stimme, „es kann jedoch auch viel, viel schneller gehen“. Der 71-jährige bewohnt eines der fünf Pflegezimmer, die beim Betreten allesamt in einem hellen, erfrischenden Gelb-Ton erstrahlen. Er liegt in einem Bett. Seitlich, auf die rechte Schulter aufgestützt. Um ihm herum ein Schrank, ein Fernseher, eine Kommode, ein Waschbecken, ein Sauerstoffgerät und eine Wanduhr. „Die hat mir gestern ein Bekannter vorbeigebracht“, erzählt Weber stolz, denn Krankenbesuche bekommt er nicht oft. Es fällt schwer, den abgemagerten, zahnlosen Mann zu verstehen. Immer wieder das dumpf klingende Pumpen des Sauerstoffgerätes. Der optische Eindruck reicht jedoch aus, um zu erkennen: Seine Lebensuhr tickt dem Ende entgegen. Peter Weber weiß es. So wie alle Patienten im Hospiz über ihren baldigen Tod informiert sind. „Einige können mit dieser Situation gut umgehen“, erläutert Almut Ledwig, „andere wiederum nicht. Sie wollen es nicht wahrhaben, sprechen nur in Ausnahmefällen über das Sterben“. Auch Peter Weber nicht. Weber reicht es, in seinem letzten Lebensabschnitt noch einmal unter Menschen zu sein, die sich um ihn kümmern, sich für ihn Zeit nehmen und ihm den einen oder anderen Herzenswunsch erfüllen.

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Ich bin Deutscher, aber fühle mich als Palästinenser

Mehr als 20 Palästinenser studieren an der FH oder Uni Dortmund in verschiedenen Bereichen und eine große Anzahl hat schon studiert und sich mit der Arbeit integriert. Drei IT Firmen, die diesen Deutsch — Palästinensern gehören, gibt es allein in Dortmund. „Ich fühle mich wohl in der Gesellschaft, aber ich gucke immer mit dem zweiten Auge in die Heimat“, sagt traurig und nachdenklich der schon seit 37 Jahren in Deutschland lebende Übersetzer und Dolmetscher Ali Yasin. Jeden Tag setzt sich der Palästinenser mit der deutschen Staatsangehörigkeit nach der Arbeit auf das Sofa im

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Reportagen für die schriftliche Übersetzung

Wohnzimmer, wo der Felsendom an der Wand hängt und schaut sich die Nachrichten vom arabischen Fernsehen an. Anrufen in Sabastia an der West Bank tut er fast jede Woche, seinen Gästen erzählt er immer über die Besatzung und die Geschichte Palästinas. Im Flur hängt die Landkarte Palästinas. Bilder von Nablus und Jerusalem hängen im Treppenhaus, von der Familie oder einfach Denkmäler hängen überall zuhause. Die Ehefrau Dorothea sitzt auch immer neben dem 61-jährigen und versucht auch durch ihre schwer zu verstehende arabische Sprache zu kapieren, was in Palästina los ist. Sie unterhalten sich immer und die Frau stellt immer die Frage „Warum, wie lange noch“? Seit mehr als 25 Jahren hat er sein eigenes Übersetzungsbüro in Dortmund mit seiner Frau. Seinen drei Kindern hat er die arabische Tradition und zielstrebig zu sein, beigebracht. „Ich gehe mit ihm, egal wohin er geht, auch wenn er jetzt nach Palästina fliegen würde“, sagt die deutsche Frau. Überlegend und nachdenklich sitzt Ali auf seinem Chefsessel: „Demokratie und Freiheit sind unsere Forderungen. Eine Resolution hat gereicht, den Krieg gegen den Irak zu führen, aber seit mehr als 30 Jahren sind drei masstäbe Resolutionen über das Land nur auf weißem Papier“. Der Hund Rico spielt die ganze Zeit mit einem kleinen grünen Ball, erzogen ist er aber: während des Interviews muss er an seinen Platz gehen. Ein Hund ist bei den Arabern inakzeptabel, aber Yasin fühlt sich als Einheimischer. Gefühle für Menschen hat er egal wo auf der Welt, aber mit den Palästinensern fühlt er sich am meisten verbunden.

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Englisch für Anfänger

Die Lehrerin beißt zu. Einmal, noch einmal. Immer wieder. Dann geht ein erlösendes „Ah“durch die Reihen der eben noch verdutzten Schüler. „Beißen“, das also bedeutet die unbekannte Vokabel auf ihren Übungsblättern. Auch der letzte im Kurs Englisch für Anfänger hat das endlich verstanden. Wer jetzt glaubt, wir befänden uns in einer Sprachenschule, hat weit gefehlt. Schauplatz ist eine Düsseldorfer Firma aus dem Verlagswesen, die nicht namentlich genannt werden möchte. Schüler und Lehrerin sind Kol-

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legen und gehen hier, wo jetzt der Unterricht stattfindet, normalerweise ihrer täglichen Büroarbeit nach. Doch seit vier Wochen pauken fast 60 der insgesamt 300 Mitarbeiter des Unternehmens bei ihren Kollegen Fremdsprachen. Während der Arbeitszeit. Und mit dem Segen von ganz oben. Was so liberal klingt, hat einen ernsthaften Hintergrund: Ende des vergangenen Jahres hat der Betrieb Insolvenz angemeldet, die Arbeit für die Angestellten ist knapp geworden. Alle Projekte sind stillgelegt. Aber zur Arbeit erscheinen müssen alle natürlich trotzdem. Um nicht endlos lange Tage auf den leeren Computer-Monitor starren zu müssen, hat das Fremdsprachenlektorat die Initiative ergriffen. Im Betrieb gibt es einen hohen Anteil an Muttersprachlern aus allen Ländern. Jemand aus der französischen Abteilung hatte die Idee, aus den Stärken der Mitarbeiter zu schöpfen, um sich gegenseitig weiterzubilden. Alle waren begeistert. Die bedrückende Situation umwandeln in etwas Positives, nicht das Gefühl haben, seine Zeit unnütz zu vertun. Bedingung der Geschäftsleitung war, dass für den Unterricht keine Meetings und Termine verschoben werden. Daher findet der Unterricht meist am späten Nachmittag statt: Englisch, Portugiesisch, Italienisch, Spanisch, sogar Chinesisch lernen die Angestellten. 21 Kurse werden angeboten... Die Englisch-Gruppe hat zum Unterricht einen runden Tisch in die Mitte des Büros geschoben und die Lernmaterialien darauf ausgebreitet. Im Hintergrund surrt leise der Büro-Computer im Leerlauf. Die Schüler befragen sich gegeseitig. „What is your name“?- „My name is Xai Xa“. Xai Xa stammt aus China, Mischa und Anja aus Russland und Alina aus Polen. Luise, die Lehrerin, ist Amerikanerin. Deutsch, die einzige gemeinsame Sprache der fünf, ist für sie auch Fremdsprache. Doch kein Problem, finden alle im Kurs.

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Wir suchen keine Tänzer — wir suchen tanzende Menschen

Seine Finger trommeln auf das Holz des Flügels, fahren am Kopf entlang, strähnchenweise durch die halblangen Haare. Der Pianist hat Pause. Lehnt sich zurück, lässt den Bauch hängen — den

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