Deutsch im Zeichen der US-amerikanischen Exoglossie. Monographie
.pdf2000). In Bezug auf die heutige Situation stellt der österreichische Sprachtheoretiker LENGAUER in seinem Gutachten fest: „Die Fremdwortentlehnung im Deutschen dient nicht mehr der Verständigung der anderer Kultur, wie es früher war, sondern eher dem Imponiergehabe und der sozialen Ausgrenzung“.
Hinsichtlich der Intensität und Auswirkung auf das Sprachsystem müssen zwei Arten von Entlehnungswellen unterschieden werden: gemäßigte und intensive. Gemäßigte Entlehnungswellen hinterlassen mehr oder weniger organisierte lexikalische Strata im Bestand der Nehmersprache (vgl. im
Deutschen die Einflüsse des Niederländischen, Türkischen und Italienischen), wohingegen bei einer intensiven Entlehnungswelle, auch Invasion (zu spätlat.: invasio = das Eindringen) genannt, die sog. Sprachkernsphären (s. Abschn. 2.3.) beeinflusst werden können (vgl. die beiden Latinismus-Perioden, die Einflüsse des Französischen und Englischen in der deutschen Sprachgeschichte).
Exoglosse Strata sind niemals autarke Gebilde mit vollzogener
Entwicklung und unterliegen als Elemente des Sprachsystems dem ständigen Wandel. Daher ist es nicht zu verwundern, dass ein früher entlehntes Wort seine
Lautgestalt entsprechend neuer phonetischer Regeln bzw. den Regeln des gebersprachlichen Lautsystems ändert, z.B. die Entlehnung aus dem Französischen Champion, die unter dem Einfluss des amerikanischen Englischen ihre alte Lautung [fa´piõ:] gegen [´tfεmpĭən] austauschte. Diese Erscheinung wird Resumption (zu engl.: resumption = die Wiederaufnahme, Fortsetzung) genannt; die beiden Lautgestalten gelten als phonetische Varianten eines und desselben Wortes. Zurzeit trägt diese Varianz im Deutschen diglossalen Charakter, i.e. englischsprachige Varianten solcher Elemente und
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ihre früheren Pendants sind funktional-stilistisch unterschiedlich fixiert.
Manchmal weist ein und dasselbe Wort, das über verschiedene Gebersprachen entlehnt wurde, in der Nehmersprache unterschiedliche Bedeutungen auf, vgl. die Homographe Promotion [pro·mo· ´tsĭo:n] (Verleihung der Doktorwürde) und Promotion [pr¼ ´m¼mfn] (Beförderung), die beide lateinischen Ursprungs sind.
Die Mehrsprachigkeit des deutschen Sprachidioms, auf die noch im darauf folgenden Abschnitt Bezug genommen wird, ist das Symptom zahlreicher exoglosser Einflüsse, die für die Geschichte dieser Sprache durchaus bezeichnend sind. Das Deutsche setzt den Weg seiner historischen Entwicklung fort, indem es das Sprachmaterial weniger extendierter Kulturen
(Niederländisch, Italienisch, Türkisch) „verschlingt“ und sich diesem der einflussreicheren Sprachkulturen (Englisch) anpasst.
Alle modernen Verkehrssprachen wurden in ihrer Entwicklungsgeschichte exoglossisch beeinflusst, z.T. auch voneinander. Die Weltsprache Englisch hatte die meisten Exoglossien in ihrer Geschichte gehabt und entwickelte sich aus einer Nehmersprache zum globalen Sprachvermittler, bei dem
Nichtmuttersprachler weltweit etwas Eigenes entdecken können.
2.3.Exoglosse und endoglosse Sprachpolitiken
Es gibt heutzutage mehrere Typologien der Sprachpolitik (in generalisierender
Bedeutung). CHRIST unterscheidet traditionsgemäß zwischen „Sprachpolitik“ als „Beeinflussung des inneren Systems einer Sprache“ und „Sprachenpolitik“ als „jeder öffentlichen Beeinflussung des Kommunikationsradius von Sprachen“
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(CHRIST, 1989: 100) in Anlehnung an NOSS, der eine Klassifikation nach Einflussbereichen, in den sprachpolitische Entscheidungen stattfinden, vorschlägt (NOSS, 1971: 25), vgl. ebenfalls PAULSTON, 1982; MÜNCH 1990; BRAUN, 1998; FÖLDES, 1999 u. a. Nach 1) Intensität der Beeinflussung wird zwischen aktiver und passiver (s. EICHHOFF-CYRUS, HOBERG; 2000), nach 2) Verbindlichkeit – zwischen permissiver und restriktiver Sprachpolitik (s. VOIGT, 1997; GÖTZE, 1999; FABRICIUS-HANSEN, 2000; DEBUS, 2001; HESS-LÜTTICH, 2005) unterschieden.
GRISCHAJEWA erwähnt mit Verweis auf BELL (1980, 224–229) die in der westlichen Linguistik gebräuchliche Typologisierung von Sprachpolitik aufgrund der Auswahl des Kommunikationsmittels, der zufolge zwischen der exoglossen und endoglossen Sprachpolitik unterschieden wird. Diese Differenzierung beziehe sich auf multilinguale Sprachgemeinschaften und ermögliche es, zugunsten einer der zusammenwirkenden Sprachen eine Kommunikationsentscheidung zu treffen (GRISCHAJEWA, 2007: 14). Für die vorliegende Arbeit ist obendrein ein weiterer Aspekt dieser Typologie relevant: die Kommunikationsentscheidung beeinflusst wesentlich den Entwicklungskurs einer der Sprachen innerhalb einer gewissen administrativ-territorialen Formation. Also je nach dem, welcher der Sprachen – der „importierten“ oder der hiesigen – Vorrang eingeräumt wird, kann diese Formation endoglosse bzw. exoglosse Sprachpolitik betreiben, wobei dies stets aus der Perspektive der autochthonen Sprachkultur beurteilt wird. GRISCHAJEWAs Definition der beiden Typen von Sprachpolitik baut ebenfalls auf dem Wahlphänomen auf, indem der einzuräumende Vorrang als „Status einer offiziellen bzw. nationalen Sprache“ interpretiert wird (GRISCHAJEWA, ebd.).
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Die exoglosse Politik einer Nehmersprache innerhalb ihres nationalen Sprachterritoriums orientiert sich nach einer Entwicklung mit Hilfe der
Entlehnung und gilt als permissiv, i.e. vermag größere Mengen gebersprachlichen Wortguts zu adaptieren. Die äußerste Explikationsform dieser Sprachpolitik ist der sog. Sprachkontinuitätsbruch (s. MATTHEIER, 1984), der mit dem Verlust der Sprachidentität (genetischer Zugehörigkeit zu einem Sprachzweig) einhergeht.
MEMIĆ unter Berufung auf die Arbeit von VAN COETSEM “A General and Unified Theory of the Transmission Process in Language Contact” (Heidelberg, 2000) zeugt von ähnlichen Verhaltensmustern der Nehmersprache unter einem exoglossen Einfluss, indem er ihn „Auferlegung“ (VAN COETSEM: imposition; MEMIĆ: Auferlegung) und die Aneignung fremden
Sprachmaterials „Adaptation“ nennt (MEMIĆ: Adaption) (MEMIĆ, 2006: 1–2). Für die „Imposition“ ist nach MEMIĆ die Entlehnung auf der Sprachsystemebene typisch, indem die „Adaptation“ eine lexikalische
Verarbeitung der Sprachelemente voraussetzt (MEMIĆ, 2006: ebd.). M. E. beschreibt VAN COETSEM das Verhalten einer Nehmersprache unter einem exogenen Einfluss etwas abstrakt, ohne den Typ der Sprachsituation, die geografische Lage der Nehmersprache und deren Entwicklungsstrategie zu berücksichtigen.
Was die Wirkungsintensität seitens der Gebersprache anbelangt, so kann sie nicht präzise bei einer synchronen Analyse des Sprachbestandes der
Nehmersprache bestimmt werden. Oft lässt die Nehmersprache die Existenz heterogener Varianten mit kopierender Semantik auf verschiedenen Sprachebenen und in verschiedenen Einflussperioden für verschiedene Stile und
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deren Primate zu, wobei die Aufhebung dieser Varianz sowohl auf natürlichem Wege (durch Kommunikation), als auch durch Standardisierungsmaßnahmen
(Kodifikation) noch in der Exoglossie und mithilfe mehrerer Sprachpflegeverbände erfolgen kann. Jedenfalls kann ein Gutachten über Wirkungsintensität und -grad erst nach dem Nachlassen des exoglossen Einflusses, i.e. mit dem Anfang einer endoglossen Periode, abgegeben werden.
Für die endoglosse Sprachpolitik ist die sog. Autarkie (zu griech.: autárkēs = unabhängig, selbstzulänglich), die jegliche Wortbildung mit Hilfe fremdsprachiger Mittel ausschließt bzw. verbietet. Die Radikalisierung dieser
Art Sprachpolitik führt zwangsläufig zu einer Erschöpfung der Sprachreserven und Unfähigkeit, sprachliche Einheiten mit eigenen Mitteln zu bilden, vgl. das Schicksal sämtlicher paläosibirischen Sprachen. Symptome einer solchen
Fehlentwicklung sind in der Regel eine redundante Polysemie und als Folge das
„Einschrumpfen“ des Sprachbestandes auf die Sprachkernsphären, i.e. unersetzliche, nach RIESEL funktional-stilistisch undifferenzierte (RIESEL,
1959: 111), Sprachmittel, z. B.: Zahlwörter, Verben der Sinneswahrnehmung, Personalpronomen usw. Die Befürworter dieser Sprachpolitik vergessen, dass der Entstehung einer jeden Sprache exoglosse Impulse zugrunde lagen, die man bildhaft mit dem Mutterkuchen vergleichen könnte, und jede „Konservierung“ sie nicht nur vor der Aggression höher entwickelter Sprachkulturen, sondern auch vor ihrer eigenen Entwicklung verschont. Eine Prophylaxe gegen Autarkie erblickt sich in einer rechtzeitigen Extendierung des kulturellen Raums der
Ethnie, einer geistigen Bereicherung ihrer Sprachträger und dem Erlernen von
Fremdsprachen.
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Theoretisch behält sich die Sprache durch die Erhaltung von 50 Prozent
Wortbestand nicht nur ihre genetische Zugehörigkeit vor, sondern auch die Fähigkeit zur Sprachdrift und somit zur weiteren evolutionären Entwicklung.
Nicht selten werden unter dieser Zahl Urwörter der Sprache verstanden, was jedoch von der Wahrheit weit entfernt ist, denn allein das Funktionieren einer Sprache zeugt von exoglossen Elementen in ihrem Bestand, vgl. die sog.
Urwörter im Deutschen: „Diener“ aus dem Keltischen, „Pelz“ aus dem Latein, „Tanz“ aus dem Französischen usw. Eine solche Gleichsetzung der Begriffe „Identität“ und „Urwort“ stellt den Sachverhalt der Sprachevolution selbst in Frage und ist auf die irrtümliche Annahme zurückzuführen, alle modernen Sprachen hätten sich aus ihren ältesten Lexiken entwickelt. Nichtsdestotrotz ist dieser prozentuale Anteil der nehmerspracheigenen Lexik für eine formale Bestimmung der Sprachidentität wichtig, die Bestandteil einer komplexeren Identität ist, mit der die kulturelle, soziale u. a. Identität der Sprachträger gemeint wird, vgl. GOFFMANN (1980); GEORGOGIANNIS (1984); KRAPPMANN (1988).
Bei Hochsprachen findet die Sprachpolitik in der Kodifikation der
Sprachnormen und ihrer Standardisierung Niederschlag. Abhängend vom gewählten Entwicklungskurs der Nehmersprache kann die Kodifikation 1) progressiv und 2) retrospektiv sein. Progressive Kodifikation bringt entschiedene und unerwartete Veränderungen meistens exogenen Charakters mit sich und entspricht der Exoglossie. Dagegen stützt sich die retrospektive (auch „konservative“ genannt) Kodifikation auf den Sprachgebrauch, der für ältere
Entwicklungsperioden der Sprache charakteristisch ist, und steht der Endoglossie gleich.
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Beispielsweise ist die historische Entwicklung der deutschen Literatursprache von den beiden Typen der Kodifikationsprozesse geprägt: Striktheit der normativen Präskriptionen wird unumgänglich durch ihre relative Liberalisierung oder sogar das Defizit abgelöst (SEMENJUK, 1996: 30), was an und für sich die wellenartige Entwicklungsdynamik dieser Sprache erkennen lässt.
Solche Konstituenten der Sprachpflege wie Sprachbetrachtung und
Orthologie hängen ebenfalls vom jeweiligen sprachpolitischen Kurs ab. Die Sprachbetrachtung als Gesamtheit von Maßnahmen zur Überwachung,
Bewertung und Festhaltung von Sprachtendenzen auf einer gewissen Etappe der
Sprachentwicklung wird unter einer Exoglossie sichtlich geschwächt, kann aber in endoglossen Verhältnissen den höchsten Kristallisationspunkt erreichen. Vergleichbares gilt für die Orthologie, die sich mit der Erforschung stehender Normabweichungen in der gesprochenen Sprache, ihrer Ursachen und Behebungswege befasst (TEJMUROWA, 2000: 305). Da die Sprachbetrachtung
Besonderheiten der historischen Sprachentwicklung berücksichtigen muss und hauptsächlich durch die orthologische Lexikographie zum Ausdruck kommt, kann prognostiziert werden, in welchen Entwicklungsperioden mehr lexikographische Werke erscheinen.
Die Sprachpolitik, ob exooder endoglosse, wird von bestimmten Sprachgesellschaften oder Sprachverbänden betrieben, trägt zentrierten oder dezentralen Charakter und variiert je nach der Nehmersprache, ihrer Varietät, dem Gesellschaftstyp, den geopolitischen, wirtschaftlichen u. a. Verhältnissen. Im großen Ganzen ist der Sprachzustand in endoglossen Perioden zweifelsohne besser als dieser unter einer Exoglossie. Die Sprachdynamik in exoglossen
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Verhältnissen könnte mit dem Verhalten einer Person verglichen werden, die in eine fremdsprachige Umgebung geraten ist, wo der fremdsprachige Einfluss ihre L1 (Muttersprache) blockiert und eine prinzipiell neue Sprachstrategie fordert.
Erst wenn sich die Person wieder außerhalb dieser fremdsprachigen Einflusszone befindet, reflektiert sie über die durchlaufene Entwicklungsetappe, entdeckt neue Möglichkeiten und fängt an, sie zu nutzen.
Jedoch muss stets bedacht werden, dass jeder verbesserte Sprachzustand Folge eines gedanklich verarbeiteten Sprachzuwachses und einer Erweiterung der nehmersprachlichen Potenz durch eine exoglosse Entwicklung ist, was überhaupt nicht vorsieht, dass die Sprachpolitik ganz und gar auf endoglossen Tendenzen aufbauen muss. Eine überinterpretierte Form der endoglossen
Sprachpolitik kann der Ultrapurismus sein, der in CICEROs Idealen einer
„reinen“ Sprache, also des von griechischen Entlehnungen „bereinigten“
Lateins, wurzelt. Die Gefahr einer solchen sprachpolitischen Tendenz kann darin bestehen, dass die Puristen eine autoritative Institution (Verlag,
Fernsehkanal, Sprachinstitut usw.) repräsentieren und dem Sprachnutzer ihre Produkte individueller Wortschöpfung aufzwingen können, die vom Usus weit entfernt sind und nicht selten mit realen Bedingungen des Funktionierens einer
Sprache im krassen Widerspruch stehen, vgl. sprachpflegerische Tätigkeiten von
CAMPE, WUSTMANN, ZESEN. Ursachen einer ultrarechten Sprachpolitik lassen sich größtenteils in der konservativen Auffassung der Natur einer Nation und ihres Attributs Sprache erkennen. Übersehen wird offenbar, dass die Exaltation der „Reinheitsidee“ zur sprachlichen „Sterilisation“ (Autarkie) und anschließend zum Ableben der Sprache und mit ihr der Nation führen kann.
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Tatsächlich ist das Symptom einer ausgeprägten exoglossen Sprachpolitik eine Leidenschaft der Sprachnutzer für Fremdwörter, die sowohl aus einer aktuellen Gebersprache, als auch aus früheren Einflussperioden stammen, was viele Anhänger des Sprachpurismus zu individuellen sowie institutionellen
Eingriffen in die immanenten Sprachprozesse bewegt. Ein bezeichnendes
Beispiel für eine exoglosse Sprachpolitik ist die Entwicklungsdynamik der deutschen Sprache der Nachkriegszeit in der britisch-amerikanischen Besatzungszone.
Als Beispiel für eine radikalisierte endoglosse Sprachpolitik kann die Sprache des Dritten Reichs angeführt werden, die in KLEMPERERs Werk „LTI. Lingua Tertii Imperii“ 1947 (1966 unter dem Titel „Die unbewältigte Sprache“) kritisch untersucht wurde.
Der endoglosse Kurs dieser Sprachpolitik schloss jede
Wortbildungsmöglichkeit mit Hilfe fremdsprachlicher Mittel aus, wodurch viele Wörter der Standardsprache schwerwiegende ideologische Konnotationen erfuhren, vgl. „Volk“, „Führer“, „Art“ „rein“, „Größe“ (SCHREIBER, 2006: 197). Ein Vergleich dieser Sprachsituation mit jener der Nachkriegszeit, als sich im Deutschen eine deutliche Tendenz zur Entlehnung von AngloAmerikanismen abzeichnete, betont die Rolle des sprachpolitischen Kurses in der historischen Entwicklung einer Sprache.
Die Sprachpolitik wird nicht nur auf der Ebene der Sprachgemeinschaft verwirklicht, sondern sie kann auch das Format sprachlicher Präferenzen bestimmter elitärer Kreise haben, z.B.: der sog. High-Snobiety, geisteswissenschaftlicher Fakultäten, gewisser Interessengemeinschaften, kreativ betätigter Klubs usw. Besonders stark neigen philologische und
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Fremdsprachenfakultäten dazu, ihre eigene Sprachpolitik zu betreiben. Für die letzteren ist generell eine endoglosse Tendenz typisch, die meist hinter dem
Usus zurückbleibt und dem sprachpolitischen Kurs des Ziellandes zuwiderläuft, was solche Fakultäten als Sprachinseln außerhalb des nationalen Sprachraums aussehen lässt.
Fehlerhafte Diagnostik der Sprachsituation, überflüssiger Traditionalismus und veraltete Lehrwerke können sich sowohl auf die Karriere der Studenten, als auch auf die Fakultät selbst verhängnisvoll auswirken. In ihrer Gesamtheit können solche Sozietäten in entscheidendem Maße die allgemeine
Sprachpolitik (general language policy nach NOSS) beeinflussen.
Der ideale Vektor einer Sprachentwicklung ist der Ausgleich zwischen dem exoglossen Entwicklungskurs und der Bemühung, den Reichtum der Sprache zu erhalten.
Dieser Ausgleich lässt sich durch eine moderate Sprachpolitik erreichen, die auf den Prinzipien einer natürlichen und befördernden Entwicklung der betreffenden Sprache aufbaut und jeglichen Zwang in Form von ususwidrigen
Kodifikationsmaßnahmen bzw. jegliche Vernachlässigung der Sprachbetrachtung von vornherein ausschließt. „Die Sprache entwickelt sich nicht einfach vor sich hin. Ihre Entwicklung ist nicht nur analysierbar, sondern auch lenkbar“, argumentierte VDS in seiner Gründungserklärung im Jahre 1999, indem er auf GOETHEs „Maximen und Reflexionen“ verwies, die eine These über den erwähnten Ausgleich enthalten: „Der Deutsche soll alle Sprache lernen, damit ihm kein Fremder unbequem, er aber in der Ferne überall zu
Hause sei. Die Gewalt einer Sprache ist nicht, dass sie das Fremde abweist, sondern dass sie es verschlingt. Ich verfluche jeden negativen Purismus, dass
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