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Das Fremdwort im heutigen Deutsch. Спецкурс по филологии для студентов III курса. Учебное пособие

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Das fremdwort im heutigen deutsch 11

Schematisch sieht das so aus:

 

 

ERBWORT

FREMDWORT

heimisches Wort

ein Wort aus einer anderen Sprache

 

иноязычное слово

1.LEHNWORT ein ins lexikalische System eingefügtes Fremdwort заимствованное слово

2.EXOTISMUS + FREMDSPRACHLI CHER EINSCHUB

экзотизм + иноязычное вкрапление

Der Fremdwortforschung in der Germanistik wird traditionell die Lehnwortforschung in der Russistik gegenübergestellt. In der germanistischen Wortbildung aber koexistieren zwei Begriffe Fremdwortbildung und Lehnwortbildung.

LITERATUR

1.Fremdwort // Duden. Bd. 9. Richtiges und gutes Deutsch. Mannheim, Wien, Zürich: Bibliographisches Institut, 1985. S. 260-263..

2.Schippan, Th. Lexikologie der deutschen Gegenwartssprache. – Tübingen: Niemeyer, 1992.

3.Крысин Л.П. Русское слово, своё и чужое. Исследования по современному русскому языку. М.: Языки славянской культуры, 2004.

AUFGABEN

1. Aus welchen Sprachen sind die folgenden Wörter entlehnt?

die Algebra, der Balyk, der Bambino, der Chevalier, das Dessert, das Fengshui, die Fiesta, der Gobelin, der Kimono; der Look, der Mikado, der Obo, der Omul, der Pascha, die Pasta, der Scherif, der Slang, der Tango, die Troika, die Vendetta, der/das Voucher.

2. Welche Wörter sind als Fremdwörter zu betrachten und welche sind Lehnwörter?

die Akte, die Ampel, der Anker, der Barde, die Brosche, die Dame, die Fabel, das Fenster, das Fest, das Fieber, der Film, die Frucht, der Gringo; die Grotte, die Kasse, naturell, das Paar, die Qualität, der Rekrut, der Zucker.

3. Welche unterstrichenen Wörter im folgenden Text sind Fremdwörter? Welche sind Lehnwörter?

12 Das fremdwort im heutigen deutsch

AXEL HACKE

Der kleine König Dezember

Seit einiger Zeit kommt dann und wann der kleine, fette König Dezember II. in mein Haus, der nicht länger ist als ein Zeigefinger und so fett, dass sein winziger roter Samtmantel mit dem dicken, weißen Hermelinbesatz sich vor dem Bauch nicht mehr schließen lässt …

Als er mich zum ersten Mal besuchte, sagte ich: »Bei uns wird man klein geboren, und dann wird man größer und größer, manchmal so groß wie ein Basketballspieler. Zum Schluss schrumpft man wieder ein bisschen ein. Dann kommt der Tod, und man ist weg … Wenn ein Kind bei uns zur Welt kommt, weiß es nichts. Es muss lernen zu essen und zu gehen, zu lesen und zu schreiben. Seine Nase wird geputzt, und beim >Mensch ärgere dich nicht< lernt es, nicht zornig zu sein. Überall sind große Hände, die es leiten und seinen Kopf hin und her drehen und sein Kinn heben.«

Der König schaute mich an und sagte: »Und dann?« »Dann wird man größer«, sagte ich.

»Tut das weh?«, fragte er.

»Es geht ganz langsam«, sagte ich. »Obwohl: Manche Kinder wachsen in einer einzigen Nacht zwei Zentimeter, und wenn man das Ohr an eines ihrer Arme und Beine legt, hört man es knirschen.«

»So ähnlich ist es bei uns auch, bloß umgekehrt«, sagte Dezember. »Man merkt das Schrumpfen nur manchmal, wie neulich. Abends habe ich mein Teetässchen gerade noch auf den Tisch stellen können, und am Morgen musste ich schon auf einen Stuhl klettern, um es wieder herunternehmen zu können.«

»Findest du Größerwerden schön?«, fragte er.

»Ich wusste bisher nicht, dass es andere Möglichkeiten gibt«, sagte ich. »Jetzt weißt du es«, sagte er …

Das fremdwort im heutigen deutsch 13

II. Äußere und innere Entlehnungen. Lehnbildungen:

Lehnübersetzungen, Lehnübertragungen, Lehnschöpfungen, Lehnbedeutungen, Lehnwendungen. Scheinentlehnungen

Die Entlehnungen aus anderen Sprachen werden ihrer Form nach in zwei lexikalische Gruppen unterteilt. Die russischen Germanistinnen M. Stepanova und I. Černyševa unterscheiden:

1.Fremdwortübernahme (formale Entlehnung).

2.Lehnprägung (die Nachbildung des fremden Inhalts mit Mitteln der eigenen Sprache).

Bei der Fremdwortübernahme werden fremde Formative in die entlehnende Sprache übernommen. Bei der Lehnprägung unterscheidet man einige Unterarten, von denen Lehnübersetzung, Lehnübertragung und Lehnbedeutung genannt werden.

Schematisch sieht das so aus:

 

LEHNGUT

 

 

formale Entlehnung

Lehnprägung

 

 

Fremdwort

Lehnübersetzung

 

Lehnübertragung

 

Lehnbedeutung

 

 

In der deutschen Germanistik unterscheidet man direkte (äußere) Entlehnungen und innere Entlehnungen (Lehnbildungen). Man gebraucht den Terminus Lehnbildung, weil es sich dabei um Bildung eines Wortes handelt. Als formale Entlehnungen werden nicht nur Fremdwörter, sondern auch Lehnwörter angesehen. Lehnwörter sind ihrem Wesen nach äußere Entlehnungen trotz ihrer eingedeutschten Formen. Und bei den Lehnbildungen spielen auch Lehnwendungen eine wichtige Rolle.

 

ENTLEHNUNG

 

 

direkte (äußere)

innere Entlehnung

Entlehnung

 

 

 

Fremdwort

Lehnbildung

Lehnwort

 

 

 

 

Lehnübersetzung Gehirnwäsche,Geburtenkontrolle;

 

Lehnübertragung Titelgeschichte, Schlafstadt;

 

Lehnschöpfung Nietenhose;

 

Lehnbedeutung Reise (Jargon);

 

Lehnwendung das Gesicht wahren/retten

 

 

14 Das fremdwort im heutigen deutsch

Wir gebrauchen weiter Definitionen der Termini laut des Dudens: Unter Lehnbildung versteht man Neubildung eines Wortes nach fremdem Vorbild. Im Lexikon der Sprachwissenschaft von Hadumod

Bußmann wird die folgende Definition der Lehnbildung angeführt: „Vorgang und Ergebnis der Neubildung von Wörtern unter frem-

dem Spracheinfluss. Im Hinblick auf die größere oder geringere formale Abhängigkeit der Lehnbildung von ihrem Vorbild wird zwischen Lehnübersetzung (z.B.: Mitlaut für Konsonant) und Lehnübertragung (z.B. Wolkenkratzer für engl. skyscraper, wörtlich ‘Himmelskratzer’) und Lehnschöpfung (z.B. Sinnbild für Symbol) unterschieden.“ [Bußmann 2008: 443]

Zu den Lehnbildungen gehören:

1.Lehnübersetzung: So nennt man die genaue, d. h. Glied für Glied wiedergebende Übersetzung eines fremden Wortes; z.B. schneller Brüter nach engl. fast breeder, Halbwelt nach frz. demi-monde.

2.Lehnübertragung: Im Unterschied zur Lehnübersetzung freiere Übertragung eines fremden Wortes; z.B. Halbinsel zu lat. paeninsula (= Fast-Insel) oder Wolkenkratzer zu engl. skyscraper (= Himmel-Kratzer).

3.Lehnschöpfung: Hierbei handelt es sich um eine formal unabhängige Bildung, die dazu dient, ein fremdes Wort abzulösen oder zu ersetzen; z.B. Kraftwagen für Automobil, Fallbeil für Guillotine.

4.Lehnbedeutung: Sie stellt die Entlehnung der Bedeutung eines lautoder bedeutungsähnlichen Wortes einer anderen Sprache dar; z.B. die Bedeutung klar erkennen, erfassen von realisieren nach engl. realize.

5.Lehnwendung: Darunter versteht man eine Fügung, die eine fremde Wendung oder Redensart wiedergibt; z.B. die Schau stehlen nach engl. steal the show [Duden. Bd. 9. Richtiges und gutes Deutsch, S. 446].

Das Große Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache DUDEN (GWDS) hat für die Lehnbildungen den Vermerk LÜ. Dabei handelt es sich um Lehnschöpfungen, Lehnübersetzungen, Lehnübertragungen und Lehnwendungen.

Die meisten Lehnübersetzungen im heutigen Deutschen sind Übersetzungen der englischen Wörter und Wortverbindungen: Fußball, der [LÜ von engl. football]; Blaustrumpf, der [LÜ von engl. bluestocking, dem Spottnamen für die Teilnehmerinnen eines Londoner schöngeistigen Zirkels um 1750, in dem der Botaniker B.Stillingfleet und dann auch die Frauen in blauen Wollstrümpfen statt der üblichen schwarzseidenen erschienen]; Gipfelkonferenz, die [LÜ von engl. summit conference]; Untergrundbahn, die [LÜ von engl. underground railway].

Das fremdwort im heutigen deutsch 15

Das Fremdwort Gentleman im Deutschen und Russischen ist eine Lehnübersetzung aus dem Französischen: Gentleman, der; [engl. gentleman, LÜ von frz. gentilhomme, eigtl. = Edelmann].

Viele Wörter im Deutschen sind Lehnübersetzungen aus dem Lateinischen: Geburtstag, der [LÜ von lat. dies natalis]; Gesichtspunkt, der [LÜ von lat. punctum visus]; Lebenslauf, der [LÜ von lat. curriculum vitae]; Rechtschreibung, die [LÜ von lat. orthographia, Orthographie].

Das Wort Fenster ist im Deutschen ein Lehnwort. Aber in der Computersprache ist es eine Lehnbedeutung nach dem Vorbild des englischen Wortes window: Fenster, das; [lat. fenestra; LÜ von engl. window]; auch Maus, die; [LÜ von engl. mouse, nach der Form]. Das Wort Reise im Jargon ist eine Lehnbedeutung: Reise, die; [LÜ von engl. trip, Trip]: (Jargon) traumhafter Zustand des Gelöstseins nach der Einnahme von Rauschgift; Rausch.

Manche Wörter sind doppelte Lehnbildungen. So ist das Wort Sonntag eine Lehnübersetzung des lateinischen dies Solis, und diese Wortverbindung ist eine Lehnübersetzung aus dem Griechischen: Sonntag, der; [LÜ von lat. dies Solis; LÜ von griech. hemìra Helнou = Tag der Sonne]. Dasselbe gilt für das Wort Montag: Montag, der; [eigtl. = Tag des Mondes, LÜ von lat. dies Lunae = Tag der Mondgöttin Luna, LÜ von griech. hemìra Selenes = Tag der Mondgöttin Selene]. Im Russischen sind die oben genannten Wochentage воскресенье, понедельник keine Lehnübersetzungen.

Im Deutschen ist Erzengel eine Lehnübersetzung: Erzengel, der [LÜ von kirchenlat. archangelus < griech. archбggelos]: (in der Bibel) einer der ranghöchsten Engel. Im Russischen ist архангел keine Lehnübersetzung, sondern ein Lehnwort.

Manche Wörter sind lateinische Lehnübersetzungen aus dem Griechischen. So sind sie als Fremdwörter in andere Sprachen aufgenommen worden, z.B. Individuum, das; [mlat. individuum < lat. individuum = das Unteilbare, zu: in- = un-, nicht u. dividere = (zer)teilen, LÜ von griech. бtomos, Atom]. Im Russischen: индивидуум.

Interessant ist der Vergleich der Lehnbildungen im Deutschen und Russischen.

Im Deutschen wird eine Lehnübersetzung und im Russischen eine Lehnübertragung gebraucht: Tausendfüßer, der, Tausendfüßler, der; [LÜ von lat. millepeda < griech. chiliуpous] tausend Füße, im Russischen сороконожка (vierzig Füße).

Im Deutschen wird eine Lehnschöpfung gebraucht und im Russischen ein Fremdwort: Tierkreis, der [für älter: Tierzirkel, LÜ von lat.

16 Das fremdwort im heutigen deutsch

zodiacus < griech. zodiakуs (kэklos), zu: zodion = Sternbild des Tierkreises, eigtl. = kleines Gebilde, Vkl. von: zoon = Lebewesen, Tier] (Astron., Astrol.). Im Russischen ist es зодиак.

In der Sprache der DDR gab es Lehnübersetzungen aus dem Russischen: *Held der Arbeit (DDR; 1. für hervorragende, der Gesamtheit dienende Leistungen von vorbildlichem Charakter verliehener Ehrentitel. 2. Träger[in] des Ehrentitels; LÜ von russ. Geroj Truda); Kulturrevolution, die [LÜ von russ. (socialisticeskaja) kul‘turnaja revoljucija] (marx.): Revolution im kulturellen Bereich mit dem Ziel der Herausbildung einer sozialistischen Kultur; Wandzeitung, die [LÜ von russ. stengazeta]; Väterchen Frost (scherzh.; große Kälte, Frost in der Personifizierung eines alten Mannes; LÜ von russ. Ded Moroz).

Ein Beispiel für die Lehnbedeutung: überziehen <unr. V.; hat> [im Bankwesen Lehnbedeutung nach engl. to overdraw]: von etw. (was einem zusteht) zu viel in Anspruch nehmen: den Etat überziehen; sein Konto [um 800 Euro] überziehen ([800 Euro] mehr abheben, als auf dem Konto gutgeschrieben ist); die Pause, die Sendezeit überziehen.

Englischer Herkunft sind auch die meisten Lehnwendungen im Deutschen: *in einem/im selben/im gleichen Boot sitzen (ugs.; gemeinsam in der gleichen schwierigen Lage sein; LÜ von engl. to be in the same boat); das Gesicht wahren/retten (den Schein wahren, so tun, als ob alles in Ordnung sei; LÜ von engl. to save one‘s face); *Jahrmarkt der Eitelkeit/der Eitelkeiten (Ereignis, bei dem sich bestimmte Personen wichtigtuerisch zur Schau stellen, sich selbstgefällig ins rechte Licht zu rücken suchen; LÜ von engl. vanity fair);*nach Komplimenten fischen (ugs. scherzh.; darauf aus sein, [durch Betonen eigener Schwächen Widerspruch herauszufordern u.] ein Kompliment zu erhalten; LÜ von engl. to fish for compliments); *kalter Krieg (ohne Waffengewalt, bes. auf psychologischer Ebene ausgetragener Konflikt zwischen Staaten, die verschiedenen ideologischen Machtblöcken angehören; LÜ von engl. cold war); Liebe machen (ugs.; LÜ von engl. to make love).

Manchmal kann man nicht genau sagen, ob es sich bei einer Redewendung um eine Lehnwendung handelt oder nicht, z.B. Zeit ist Geld

(man soll die Zeit nicht ungenutzt lassen; Zeitverlust bedeutet materiellen Verlust; viell. nach der antiken Vorstellung, wonach Zeit ein kostbares Gut ist oder LÜ von engl. »time is money«); im Russischen время деньги; der Zahn der Zeit (ugs.; die in Verfall, Abnutzung sich zeigende zerstörende Kraft der Zeit; wohl LÜ von engl. tooth of time, Shakespeare, Maß für Maß, V, 1). Im Russischen – keine Entsprechung.

Viele Lehnwendungen sind Eindeutschungen von englischen Wendungen. Es gibt aber auch ältere Lehnwendungen, die auf das Griechi-

Das fremdwort im heutigen deutsch 17

sche und Lateinische zurückzuführen sind. Z.B.: *geflügeltes Wort (bekannter, viel zitierter Ausspruch; LÜ von griech. έπεα πτερόεντα [Homer]); die sieben freien Künste (Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Astronomie, Musik als Grundwissenschaften der Antike u. des Mittelalters; LÜ von lat. septem artes liberales, nach einer philos. Allegorie des spätlat. Schriftstellers Martianus Capella [5. Jh. n. Chr.], urspr. die Künste, die von »freien« Bürgern gepflegt wurden).

Die deutsche Linguistin Doris Steffens weist auf eine solche Besonderheit in der deutschen Gegenwartssprache hin, dass es sich einige Übersetzungen von Lehnwörtern etabliert und neben den Entlehnungen behauptet haben, z.B. globales Dorf neben Global Village, Bezahlfernsehen neben Pay-TV. „Die Neubedeutung herunterladen wird inzwischen wohl sogar häufiger gebraucht als das Lehnwort downloaden …“ [Steffens 2007, 4: 153].

Von echten Entlehnungen sind die so genannten Scheinentlehnungen zu unterscheiden, die meistens zwar aus englischem Wortmaterial gebildet wurden, aber nicht Bestandteil der englischen Sprache sind (Twen, Dressman, Showmaster, Handy, Pullunder).

LITERATUR

1.Bußmann, Hadumod. Lexikon der Sprachwissenschaft. 4., durchges. und bibliogr. erg. Aufl. / unter Mitarb. von Hartmut Lauffer. – Stuttgart : Kröner, 2008.

2.Lehnbildungen // Duden. Bd. 9. Richtiges und gutes Deutsch. Mannheim, Wien, Zürich: Bibliographisches Institut, 1985. S. 446– 447.

3.Steffens, Doris: Von „Aquajogging“ bis „Zickenalarm“. Neuer Wortschatz im Deutschen seit den 90er Jahren im Spiegel des ersten größeren Neologismenwörterbuches. In: Der Sprachdienst 51, H. 4, 2007. – S. 146–159.

4.Степанова М. Д., Чернышева И. И. Лексикология современ- ного немецкого языка: Учеб. пособие для студ. высш. учеб. заведе- ний. – М.: Академия, 2003.

AUFGABEN

1. Um welche Art der Lehnbildung handelt es sich bei diesen Wörtern und Wendungen? Wie sind ihre russischen Entsprechungen?

der Alleinherrscher, der Außenseiter, die Bananenrepublik, bekehren, blitzen, brandneu, die Bücherei, der Buchmacher, der Eierkopf, das Einglas, das Einhorn, das Einkaufszentrum, das Eis; die Ente, die

18 Das fremdwort im heutigen deutsch

Feldforschung, das Fenster, die Festplatte, das Fischauge, der Freigeist, der Fußball, der Geburtstag, der Gegenbesuch, der Gegensatz, der Gegensinn, der Gegner, geistlich, heißes Geld, der Gemeinplatz, der Geschäftsmann, das Gesicht wahren, die Großmutter, Grundmittel, der Günstling, die Halbinsel, die Halbzeit, Held der Arbeit, die Hexenjagd, das Kaffeehaus.

2. Beschreiben Sie die Lehnbedeutungen der Wörter unter dem Einfluß des Englischen.

blitzen, der Brecher, der Eierkopf, die Feldarbeit, das Fenster, das Fischauge, das Heimatland, die Hexenjagd, die Maus, die Reise, schneiden, die Selbstbestimmung, der Treiber, das Vollblut, das Wurmloch.

3. Beschreiben Sie die Lehnwendungen.

*in einem/im selben/im gleichen Boot sitzen (ugs.; gemeinsam in der gleichen schwierigen Lage sein)

*graue Eminenz (einflussreiche [politische] Persönlichkeit, die als solche nach außen kaum in Erscheinung tritt)

*Epoche machen (durch eine besondere Leistung einen neuen Zeitabschnitt einleiten, eine Wende herbeiführen; Aufsehen erregen)

*stehenden Fußes (sofort; nach einer alten Rechtsformel, die besagte, dass man sich sofort, an Ort und Stelle gegen ein ungerechtes Urteil wehren musste, damit es nicht rechtskräftig wurde)

*heißes Geld (Wirtsch.; Geld, das, um größeren Gewinn zu erzielen, je nach Zinshöhe in andere Länder fließt)

das Gesicht wahren/retten (den Schein wahren, so tun, als ob alles in Ordnung sei)

*goldener Händedruck (Zahlung einer hohen Abfindung an einen Angestellten, die dieser als Gegenleistung dafür erhält, dass er seiner Entlassung zustimmt)

*ökonomischer Hebel (Maßnahme zur möglichst planmäßigen Entwicklung, Förderung der Wirtschaft)

*Held der Arbeit (1. für hervorragende, der Gesamtheit dienende Leistungen von vorbildlichem Charakter verliehener Ehrentitel. 2. Träger[in] des Ehrentitels)

den Hut in den Ring werfen (seine Kandidatur anmelden)

*Jahrmarkt der Eitelkeit/der Eitelkeiten (Ereignis, bei dem sich bestimmte Personen wichtigtuerisch zur Schau stellen, sich selbstgefällig ins rechte Licht zu rücken suchen)

Das fremdwort im heutigen deutsch 19

*chemische Keule (1. bes. bei Polizeieinsätzen verwendetes Gerät zum Versprühen von Reizstoffen, die vorübergehend kampfunfähig machen. 2. in einem Sprühgerät sich befindender, vorübergehend kampfunfähig machender Reizstoff, der bes. bei Polizeieinsätzen verwendet wird)

*nach Komplimenten fischen (ugs. scherzh.; darauf aus sein, [durch Betonen eigener Schwächen Widerspruch herauszufordern u.] ein Kompliment zu erhalten)

konkrete Musik (Richtung der modernen Musik, bei der Geräusche aus dem täglichen Leben in elektronischer Verarbeitung im Vordergrund stehen)

*kalter Krieg (ohne Waffengewalt, bes. auf psychologischer Ebene ausgetragener Konflikt zwischen Staaten, die verschiedenen ideologischen Machtblöcken angehören)

die sieben freien Künste (Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Astronomie, Musik als Grundwissenschaften der Antike u. des Mittelalters, nach einer philos. Allegorie des spätlat. Schriftstellers Martianus Capella [5.Jh. n. Chr.], urspr. die Künste, die von »freien« Bürgern gepflegt wurden)

Liebesmüh, Liebesmühe: in der Wendung verlorene/vergebliche L. sein (keiner Anstrengung wert sein; vergeblich sein)

*der Gemeinsame Markt (die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft)

*die schweigende Mehrheit (die große Zahl derer, die ihre Meinung zu einer Sache nicht äußern wollen od. können)

die industrielle Revolution (die wirtschaftliche Umwälzung durch den Übergang von der Manufaktur zur Großindustrie; von dem brit. Historiker A. J. Toynbee [1889–1975] geprägter Begriff)

*der goldene Schnitt.; Teilungsverhältnis einer Strecke in der Art, dass der größere Teil sich zum kleineren verhält wie die ganze Strecke zum größeren Teil)

*die Schönen der Nacht (die Frauen, die nachts als Bardamen, Stripteasetänzerinnen, Prostituierte o. Ä. tätig sind)

*der letzte Schrei (ugs.; die neueste, die ganz aktuelle Mode)

*elektrischer Stuhl (einem Stuhl ähnliche Vorrichtung, auf der sitzend ein zum Tode Verurteilter durch Starkstrom hingerichtet wird)

eine Tochter der Freude (geh. verhüll.; eine Prostituierte)

20 Das fremdwort im heutigen deutsch

*der amerikanische Traum (das Ideal von einer wohlhabenden demokratischen Gesellschaft in Amerika als dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten)

*der eiserne Vorhang (Theater; feuersicherer Abschluss der Bühne gegen den Zuschauerraum); der Eiserne Vorhang (Politik früher; [in Westeuropa] Grenze zum Osten; seit 1945/46 weitere Verbreitung bes. durch Reden W. Churchills)

auf Wolke sieben schweben (ugs.; überglücklich, in Hochstimmung sein; wahrsch.)

*geflügeltes Wort (bekannter, viel zitierter Ausspruch)

der Zahn der Zeit (ugs.; die in Verfall, Abnutzung sich zeigende zerstörende Kraft der Zeit)

Zeit ist Geld (man soll die Zeit nicht ungenutzt lassen; Zeitverlust bedeutet materiellen Verlust).