Практикум по стилистике современного немецкого языка. Учебное пособие
.pdfAufgabe 9. Führen Sie die Beispiele der lexikalisierten Metaphern an.
Aufgabe 10. Nennen Sie den Unterschied, der zwischen den Begriffen „Metapher“ und „Metonymie“ besteht.
Aufgabe 11. Nennen Sie die Abarten der Periphrase.
Aufgabe 12. Analysieren Sie die Gründe einer problemhaften Definition des Epithetons. Äußern Sie Ihre Meinung zum entsprechenden Standpunkt von E. Riesel und E. Schendels, der in ihrem Lehrbuch „Deutsche Stilistik“ dargelegt ist (S. 238—239).
Aufgabe 13. Finden Sie im folgenden Textfragment aus dem Roman von Thomas Mann „Buddenbrooks“ die Mittel der Bildhaftigkeit und bestimmen Sie ihre stilistische Funktion.
Man saß im „Landschaftszimmer“, im ersten Stockwerk des weitläufigen alten Hauses in der Mengstraße, das die Firma Johann Buddenbrook vor einiger Zeit erworben hatte und das die Familie noch nicht lange bewohnte. Die starken und elastischen Tapeten, die von den Mauern durch einen leeren Raum getrennt waren, zeigten umfangreiche Landschaften, zartfarbig wie der dünne Teppich, der den Fußboden bedeckte, Idylle im Geschmack des 18. Jahrhunderts, mit fröhlichen Winzern, emsigen Ackerleuten, nett bebänderten Schäferinnen … Ein gelblicher Sonnenuntergang herrschte meistens auf diesen Bildern, mit dem der gelbe Überzug der weißlackierten Möbel und die gelbseidenen Gardinen von den beiden Fenstern übereinstimmten.
Aufgabe 14. Analysieren Sie den Unterschied im Grad der Anschaulichkeit von zwei unten angeführten Sätzen.
Ein alter Baum ragte in den grauen Novemberhimmel. — Ein knorriger alter Baum ragte mit seinen weit gestreckten Ästen in den niedrigen grauen Novemberhimmel.
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Aufgabe 15. Bestimmen Sie das stilistische Potential des Vergleichs im Textfragment des Werkes von Johann Wolfgang Goethe „Iphigenie auf Tauris“.
Denn wie die Flut, mit schnellen Strömen wachsend, Die Felsen überspült, die in dem Sand
Am Ufer liegen, so bedeckte ganz Ein Freudenstrom mein Innerstes.
Aufgabe 16. Definieren Sie nach dem Wesen und der Struktur die Abarten der Vergleiche, die im folgenden Auszug aus der Erzählung des berühmten österreichischen Schriftstellers Robert Musil „Der Erweckte“ funktionieren:
Schob rasch den Vorhang zur Seite: — die sanfte Nacht! Ein mildes Dunkel liegt im Fensterausschnitt des harten Zimmerdunkels wie ein Wasserspiegel im viereckigen Bassin. Ich sehe es wohl gar nicht; aber es ist wie im Sommer, wenn das Wasser so warm ist wie die Luft und die Hand aus dem Boot hängt. Es wird sechs Uhr morgens am ersten November.
Gott hat mich geweckt. Ich bin aus dem Schlaf geschossen. Ich hatte gar keinen anderen Grund aufzuwachen. Ich bin losgerissen worden wie ein Blatt aus einem Buch. Die Mondsichel liegt zart wie eine goldene Augenbraue auf dem blauen Blatt der Nacht.
Aber auf der Morgenseite am anderen Fenster wird es grünlich. Papageienfedrig. Schon laufen auch die faden rötlichen Streifen des Sonnenaufgangs herauf, aber noch ist alles grün, blau und ruhig. Ich springe zum ersten Fenster zurück: Liegt die Mondsichel noch da? Sie liegt da, als ob es die tiefste Stunde des nächtlichen Geheimnisses wäre. So überzeugt ist sie von der Wirklichkeit ihrer Magie, als ob sie Theater spielte. (Nichts Komischeres gibt es, als wenn man aus vormittägigen Straßen in den Abersinn einer Theaterprobe tritt.) Links pulst schon die Straße, rechts probt die Mondsichel.
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Aufgabe 17. Nennen Sie die stilistische Funktion des Vergleichs im Fragment eines Werbetextes:
Ein Auto wie die Tasche Ihrer Frau — außen kompakt, innen voller Überraschungen.
Aufgabe 18. Bestimmen Sie die Vergleichsbasis (tertium comparationis), die den folgenden Vergleichen zu Grunde liegt:
der Abend wie ein Augenblick, Wolken wie Berge, Nerven wie Stricke, Augen wie Kugeln, der Einfall wie ein Blitz, Gedanken wie Wellen, die Stimme wie ein Glöckchen
Aufgabe 19. Erklären Sie den Charakter der Entstehung folgender Phraseologismen, die auf Vergleichen beruhen:
wie ein Veilchen im Verborgenen blühen
ein Gesicht machen wie drei Tage Regenwetter das ist klar wie Kloßsuppe
wie aus der Pistole geschossen das geht wie am Schnürchen
etwas geht weg wie warme Semmeln
hinter etwas her sein wie der Teufel hinter der Seele
Aufgabe 20. Analysieren Sie die Aussage des deutschen Stilisten Ludwig Reiners über die innere Form des Vergleichs.
Gute Bilder beruhen nicht auf bewussten Vergleichen. Sie entstehen nur dadurch, dass in der Seele des Schreibenden zwei Dinge ungewollt wie mit einem Zauberschlag in eines zusammenfließen.
Aufgabe 21. Interpretieren Sie das Tertium Comparationis in folgenden Aphorismen:
1) Jugend ist Trunkenheit ohne Wein.
(Johann Wolfgang Goethe)
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2) Enthaltsamkeit ist das Vergnügen an Sachen, welche wir nicht kriegen.
(Wilhelm Busch)
3) Die ganze Welt ist Bühne.
(William Shakespeare)
4) Freiheit ist Einsicht in die Notwendigkeit.
(Friedrich Engels)
5) Die Erinnerung ist das einzige Paradies, woraus wir nicht vertrieben werden können.
(Jean Paul)
Aufgabe 22. Bestimmen Sie die Art und die stilistische Funktion der Metapher in den Textbeispielen aus dem Gedicht von Erich Kästner, das den Jahreszeiten gewidmet ist. Beachten Sie auch die Rolle des Vergleichs im Beispiel (1) und der Apposition im Beispiel (2), die die Allusionen enthalten.
(1)Umringt von Kindern wie der Rattenfänger, tanzt auf dem Eise stolz der Januar …
(2)Im Galarock des heiteren Verschwenders, ein Blumenzepter in der schmalen Hand, fährt nun der Mai, der Mozart des Kalenders, aus seiner Kutsche grüßend übers Land …
Aufgabe 23. Analysieren Sie die im folgenden Gedicht von Heinrich Heine verwendeten Mittel der Bildlichkeit:
Sterne mit den goldnen Füßchen
Wandeln droben bang und sacht,
Daß sie nicht die Erde wecken,
Die da schläft im Schoß der Nacht.
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Horchend stehn die stummen Wälder,
Jedes Blatt ein grünes Ohr!
Und der Berg, wie träumend streckt er
Seinen Schattenarm hervor.
Doch was rief dort? In mein Herze
Dringt der Töne Widerhall.
War es der Geliebten Stimme,
Oder nur die Nachtigall?
Aufgabe 24. Vergleichen Sie das stilistische Inventar im Gedicht „Nach dem Sturm“ vom russischen Dichter Afanassi Fet (1) und in seiner Übersetzung ins Deutsche von Uwe Grüning (2). Äußern Sie Ihre Meinung hinsichtlich der Angebrachtheit der vom Übersetzer verwendeten sprachlichen Mittel der Bildlichkeit.
(1) После бури
Пронеслась гроза седая, Разлетевшись по лазури. Только дышит зыбь морская, Не опомнится от бури.
Спит, кидаясь, челн убогой, Как больной от страшной мысли, Лишь забытые тревогой Складки паруса обвисли.
Освеженный лес прибрежный Весь в росе, не шелохнется. — Час спасенья, яркий, нежный, Словно плачет и смеется.
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(2) Nach dem Sturm
Greise Wolken sind verflogen Über dem lasurnen Joch.
Und es kräuseln sich die Wogen Sturmmatt an den Ufern noch.
Wie ein Kranker, angstbesessen,
Wankt im Traum der lecke Kahn,
Faltig hängt, vom Sturm vergessen,
Nur ein Segel von den Rahn.
Uferwald, frisch bis zum Grunde, Steht im Tau und regt sich nicht. — ‘s ist, als wenn die Rettungsstunde Weint und jubelt, zart und licht.
Aufgabe 25. Bestimmen Sie das Thema des Gedichtes „Die Amsel haben Sonne getrunken“ vom deutschen Vertreter der literarischen Moderne Max Dauthendey und analysieren Sie die funktionale Rolle der darin verwendeten Metaphern.
Die Amseln haben Sonne getrunken
Die Amseln haben Sonne getrunken,
Aus allen Gärten strahlen die Lieder,
In allen Herzen nisten die Amseln,
Und alle Herzen werden zu Gärten
Und blühen wieder.
Nun wachsen der Erde die großen Flügel
Und allen Träumen neues Gefieder,
Alle Menschen werden wie Vögel
Und bauen Nester im Blauen.
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Nun sprechen die Bäume in grünem Gedränge
Und rauschen Gesänge zur hohen Sonne,
In allen Seelen badet die Sonne,
Alle Wasser stehen in Flammen,
Frühling bringt Wasser und Feuer
Liebend zusammen.
Aufgabe 26. Beschreiben Sie den Charakter der logischen Beziehungen, die zur Bildung der Metonymie in folgenden Aussagen gebracht haben:
1)Es ist ein echter Dürer.
2)Ich lese jetzt Schiller.
3)Er stieß dem Tiger das Eisen ins Herz.
4)Cäsar (= die Truppen von Cäsar) zog an den Rhein.
5)Der arme Mann hat sich dem Bacchus ergeben.
6)Mein Fuß wird niemals diese Schwelle betreten.
Aufgabe 27. Nennen Sie die Namen der Denotate oder Personen, auf die sich folgende Periphrasen beziehen:
Nord-Venedig die ewige Stadt Elb-Florenz
die goldene Stadt die Söhne Albions John Bull
die Stadt der Lieder der Dichterfürst
das Land der Pyramiden Wagner-Festspiel-Stadt
das Land der aufgehenden Sonne die Stadt der Hohen Mode
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Aufgabe 28. Kommentieren Sie die stilistische Leistung der Untertreibung in folgenden Aussagen:
1)Ich lade Sie heute Abend zu einer Tasse Kaffee ein.
2)Warten Sie bitte einen Augenblick, ich komme gleich zurück.
3)Ich meine, einen Tropfen Wein kann man sich doch leisten.
4)Herr Professor, wir bitten Sie ein paar Worte hinzuzufügen.
5)Jetzt wohnt er einen Katzensprung weit von mir entfernt.
Aufgabe 29. Kommentieren Sie die stilistische Leistung der Hyperbel in folgenden Aussagen:
1)Sie hat vor kurzem einen Haufen Geld bekommen.
2)Der Redner sprach eine Ewigkeit, so dass ich fast eingeschlafen wäre.
3)Er platzt buchstäblich vor Neugier.
4)Ich habe dir diese Regel schon tausendmal erklärt.
5)Der neue Zwischenfall brachte ihn einfach auf die Palme.
Aufgabe 30. Bilden Sie Synästhesien mit folgenden Substantiven:
Gang, Ton, Augen, Stimme, Farben, Laute, Bild
Aufgabe 31. Bestimmen Sie die semantische Abart folgender Epitheta:
1)Er schenkte seiner Braut herrlich duftende Teerosen.
2)Der Anblick einer grünen Wiese hat sie sofort beruhigt.
3)Der blendende Sonnenschein drang durch das geöffnete Fenster.
4)Ein jeder bewunderte ihre schneeweißen Hände.
5)Wir alle haben deinen glänzenden Auftritt miterlebt.
6)Die schlafenden Schaufenster waren voll von Modeschmuck
(E. M. Remarque).
7)Immer war sie für uns ein süßes Kind.
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Aufgabe 32. Der deutsche Schriftsteller des XX. Jahrhunderts Thomas Mann ist als hervorragender Meister des literarischen Portraits weltbekannt. Analysieren Sie stilistische Funktionen der Epitheta, die im unten angeführten Textfragment aus seiner Novelle „Tristan“ bei der Beschreibung von Gabriele Klöterjahn verwendet werden:
Die junge Frau (Gabriele Klöterjahn. — Л. Б.) litt an der Luftröhre, wie ausdrücklich in dem anmeldenden Schreiben zu lesen stand, das Herr Klöterjahn vom Strande der Ostsee aus an den dirigierenden Arzt von „Einfried“ gerichtet hatte …
Ihre schönen, blassen Hände, ohne Schmuck bis auf den schlichten Ehering, ruhten in den Schoßfalten eines schweren und dunklen Tuchrockes, und sie trug eine silbergraue, anschließende Taille mit festem Stehkragen, die mit hochaufliegenden Sammetarabesken über und über besetzt war. Aber diese gewichtigen und warmen Stoffe ließen die unsägliche Zartheit, Süßigkeit und Mattigkeit des Köpfchens nur noch rührender, unirdischer und lieblicher erscheinen. Ihr lichtbraunes Haar, tief im Nacken zu einem Knoten zusammengefaßt, war glatt zurückgestrichen, und nur in der Nähe der rechten Schläfe fiel eine krause, lose Locke in die Stirn, unfern der Stelle, wo über der markant gezeichneten Braue ein kleines, seltsames Äderchen sich blaßblau und kränklich in der Klarheit und Makellosigkeit dieser wie durchsichtigen Stirn verzweigte. Dies blaue Äderchen über dem Auge beherrschte auf eine beunruhigende Art das ganze feine Oval des Gesichts. Es trat sichtbarer hervor, sobald die Frau zu sprechen begann, ja, sobald sie auch nur lächelte, und es gab alsdann dem Gesichtsausdruck etwas Angestrengtes, ja selbst Bedrängtes, was unbestimmte Befürchtungen erweckte. Dennoch sprach sie und lächelte. Sie sprach freimütig und freundlich mit ihrer leicht verschleierten Stimme, und sie lächelte mit ihren Augen, die ein wenig mühsam blickten, ja hie und da eine kleine Neigung zum Verschließen zeigten, und deren Winkel, zu beiden Seiten der schmalen Nasenwurzel, in tie-
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fem Schatten lagen, sowie mit ihrem schönen, breiten Munde, der blaß war und dennoch zu leuchten schien, vielleicht, weil seine Lippen so überaus scharf und deutlich umrissen waren.
Aufgabe 33. Bestimmen Sie die Rolle der emotional-bewer- tenden und logischen Epitheta im Fragment der Novelle „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ des bekannten schweizerischen Schriftstellers des XIX. Jahrhunderts Gottfried Keller.
An dem schönen Flusse, der eine halbe Stunde entfernt an Seldwyl vorüberzieht, erhebt sich eine weitgedehnte Erdwelle und verliert sich, selber wohlbebaut, in der fruchtbaren Ebene. Fern an ihrem Fuße liegt ein Dorf, welches manche große Bauernhöfe enthält, und über die sanfte Anhöhe lagen vor Jahren drei prächtige lange Äcker weithingestreckt gleich drei riesigen Bändern nebeneinander. An einem sonnigen Septembermorgen pflügten zwei Bauern auf zweien dieser Äcker, und zwar auf jedem der beiden äußersten; der mittlere schien seit langen Jahren brach und wüst zu liegen, denn er war mit Steinen und hohem Unkraut bedeckt und eine Welt von geflügelten Tierchen summte ungestört über ihm. Die Bauern aber, welche zu beiden Seiten hinter ihrem Pfluge gingen, waren lange knochige Männer von ungefähr vierzig Jahren und verkündeten auf den ersten Blick den sichern, gutbesorgten Bauersmann. Sie trugen kurze Kniehosen von starkem Zwillich, an dem jede Falte ihre unveränderliche Lage hatte und wie in Stein gemeißelt aussah. Wenn sie, auf ein Hindernis stoßend, den Pflug fester faßten, so zitterten die groben Hemdärmel von der leichten Erschütterung, indessen die wohlrasierten Gesichter ruhig und aufmerksam, aber ein wenig blinzelnd in den Sonnenschein vor sich hinschauten, die Furche bemaßen oder auch wohl zuweilen sich umsahen, wenn ein fernes Geräusch die Stille des Landes unterbrach. Langsam und mit einer gewissen natürlichen Zierlichkeit setzten sie einen Fuß um den andern vorwärts und keiner sprach ein Wort, außer wenn er etwa dem Knechte, der die stattlichen
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