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Практикум по стилистике современного немецкого языка. Учебное пособие

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Die Volksvertretung der Bundesrepublik Deutschland ist der deutsche Bundestag. Er wird vom Volk auf vier Jahre gewählt. Eine vorzeitige Auflösung des Parlaments ist nur ausnahmsweise möglich und liegt in der Hand des Bundespräsidenten. Die wichtigsten Aufgaben des Bundestages sind die Gesetzgebung, die Wahl des Bundeskanzlers und die Kontrolle der Regierung.

In den überwiegend nichtöffentlichen Sitzungen der Parlamentsausschüsse wird die entscheidende Vorarbeit für jedes Gesetz geleistet. Dort soll der politische Gestaltungswille mit der Sachkenntnis der jeweiligen Experten — auch durch Anhörungen von Sachverständigen — in Einklang gebracht werden.

In den Ausschüssen liegt auch der Schwerpunkt der parlamentarischen Kontrolle der Regierungstätigkeit. Das reicht vom Auswärtigen Ausschuss bis zum Haushaltsausschuss, der eine besondere Bedeutung hat, da er die Budgethoheit des Parlaments verkörpert. An den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages kann sich jeder Bürger unmittelbar mit Bitten und Beschwerden wenden.

Aufgabe 11. Bestimmen Sie anhand der Analyse von entsprechenden Stilzügen die Art des in diesem Text repräsentierten Gattungsstils / des funktionalen Substils des institutionellen Verkehrs.

An erster Stelle des Grundgesetzes stehen die Grundrechte mit der Verpflichtung des Staats, die Würde des Menschen zu achten und zu schützen, und dem Recht jedes Einzelnen auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Es verleiht umfassenden Schutz gegen rechtswidrige Eingriffe des Staats. Auf die Achtung der Menschenwürde und das Recht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit können sich Deutsche wie Ausländer gleichermaßen berufen. Zu den klassischen Freiheitsrechten, die das Grundgesetz aufführt, gehören die Glaubensund Gewissensfreiheit, das Asylrecht, die Freiheit der Meinungsäußerung einschließlich Freiheit von Kunst und Wissenschaft, die Pressefreiheit und die Gewährleistung des Eigentums. Hinzu kommen die Versammlungsfreiheit, die Vereini-

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gungsfreiheit, das Koalitionsrecht, das Brief-, Postund Fernmeldegeheimnis, das Recht auf Freizügigkeit, die Berufsfreiheit, das Verbot der Zwangsarbeit, die Unverletzlichkeit der Wohnung sowie das Recht, den Kriegsdienst aus Gewissensgründen zu verweigern.

Aufgabe 12. Finden Sie zu diesen Lexemen Antonyme, die den sprachlichen Normen des institutionellen Verkehrs entsprechen.

akzeptieren — … bevorzugen — … verweigern — … privat — … mittelbar — … Staatsanwalt — … offiziell — … ablehnen — … frei sprechen — … Recht — …

Aufgabe 13. Gebrauchen Sie anstatt der analytischen Wortverbindungen, die typisch für die offizielle Rede sind, Verben mit neutraler Stilfärbung:

zur Anzeige bringen, in Zweifel stellen, die Auszahlung vornehmen, in Verwahrung halten, eine Vereinbarung treffen, in Erwägung ziehen, in Angriff nehmen, Feststellungen treffen, zur Klarheit bringen, eine Begründung abgeben, einen Bericht erstatten

Aufgabe 14. Verfassen Sie diesen offiziellen Text im neutralen stilistischen Register.

Das Recht zur Errichtung von privaten Schulen wird gewährleistet. Private Schulen als Ersatz für öffentliche Schulen bedürfen der Genehmigung des Staates und unterstehen den Landesgesetzen. Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn die privaten Schulen in ih-

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ren Lehrzielen und Einrichtungen sowie in der wissenschaftlichen Ausbildung ihrer Lehrkräfte nicht hinter den öffentlichen Schulen zurückstehen und eine Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern nicht gefördert wird. Die Genehmigung ist zu versagen, wenn die wirtschaftliche und rechtliche Stellung der Lehrkräfte nicht genügend gesichert ist.

Aufgabe 15. Sondern Sie alle im Text vorkommenden verbalen Konstruktionen im Aktiv und Passiv aus und bestimmen Sie den Charakter ihres Funktionierens im Text.

Bei den Wahlen zum Deutschen Bundestag wird eine Kombination aus Mehrheitsund Verhältniswahlrecht angewendet. Jeder Wähler hat zwei Stimmen. Mit der ersten Stimme wählt er den Kandidaten seines Wahlkreises nach relativem Mehrheitswahlrecht: Wer die meisten Stimmen erhält, ist gewählt. Mit der zweiten Stimme wählt der Wähler die Landesliste einer Partei, die ihre Kandidaten auf der Ebene jedes Bundeslandes in einer bestimmten Reihenfolge benennt.

Erstund Zweitstimmen werden dann bei der Ermittlung des Wahlergebnisses berücksichtigt. Der Bundestag setzt sich aus den Abgeordneten zusammen, die in den 299 Wahlkreisen direkt gewählt wurden, und aus weiteren 299 Abgeordneten, die über die Landeslisten der Parteien in den Bundestag einziehen.

Aufgabe 16. Analysieren Sie die Spezifik der in den unten angeführten Sätzen vorherrschenden Art der Verben und erklären Sie den Grund dieser Gesetzmäßigkeit.

1)Viele der örtlichen Aufgaben übersteigen die Kraft der Gemeinden und kleineren Städte; diese können vom Kreis, der nächsthöheren Gebietseinheit, übernommen werden.

2)Kommunale Selbstverwaltung und Selbstständigkeit müssen allerdings verkümmern, wenn den Gemeinden das Geld zur Erfüllung ihrer Aufgaben fehlt.

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3)Die Städte und Gemeinden müssen sich lebendig weiterentwickeln, damit Freiheit und Demokratie in Staat und Gesellschaft Bestand haben.

4)Der Bürger kann mit seinen gewählten Gemeindevertretern auf Bürgerversammlungen sprechen, den Haushaltsplan einsehen oder über neue Bauvorhaben diskutieren.

Aufgabe 17. Stellen Sie anhand folgender Textbeispiele aus offiziellen Quellen Folgendes fest:

a)die Art der Erweiterung der Struktur von einfachen Sätzen im Rahmen der Satzgefüge

b)den Typ der Nebensätze in Satzgefügen

а) 1. Bausteine für ein modernes Verwaltungsmanagement sind die weitere Verbesserung der Behördenorganisation, die Nutzung betriebswirtschaftlicher Steuerungselemente wie Controlling und Kostenund Leistungsrechnung, die Ausweitung der Kooperation mit Privaten (Public Private Partnership) und organisatorische Aspekte einer verstärkten flächendeckenden Nutzung neuer Technologien.

2. Nach dem Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft aus dem Jahr 1967 sind der Bund und die Länder verpflichtet, ihre Haushaltspolitik an den wirtschaftspolitischen Hauptzielen zu orientieren.

3. Die zu den Grundpfeilern der deutschen Wirtschaftsordnung gehörende Mitwirkung der Arbeitnehmer im Betrieb wird durch das im Jahre 2001 reformierte Betriebsverfassungsgesetz geregelt. b) 1. Eine wichtige Voraussetzung für das Funktionieren des Wirtschaftslebens in Deutschland ist der freie Wettbewerb, der durch das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen geschützt

wird.

2. Im Strafrecht gilt der vom Grundgesetz in Verfassungsrang erhobene Satz, dass eine Tat nur dann bestraft werden darf, wenn die Strafbarkeit gesetzlich bestimmt war, bevor die Tat begangen wurde.

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3. Damit der Bund, die Länder und Gemeinden ihre Aufgaben erfüllen können, müssen sie über entsprechende finanzielle Mittel verfügen.

Aufgabe 18. Nennen Sie extralinguistische Merkmale des Funktionalstils der Wissenschaft, die durch die Spezifik der entsprechenden Kommunikationssphäre bedingt sind.

Aufgabe 19. Bestimmen Sie nach dem Charakter der in den unten angeführten Texten vorhandenen Ausdrücke die Zugehörigkeit dieser Texte zu einem konkreten Gattungsstil des wissenschaftlichen Stils.

1)Unter Lübecks Führung hatten die vereinigten Städte vor etlichen Jahren den Dänenkönig Waldemar IV. Atterdag auf die Knie gezwungen, der die Vorrechte der Hanse im Interesse seines Landes beschränken wollte. 1361 hatte Waldemar Gotland und mit der Insel auch Visby besetzt, das nach Lübeck die wichtigste Handelsstadt und Mittelpunkt des Ostseehandels war. Als Antwort verhängten die Städte eine Handelssperre über Dänemark und entsandten — im Bunde mit Norwegen und Schweden — eine stattliche Kriegsflotte in den Sund. Aber Johann Wittenborg, der lübische Bürgermeister, verlor die Schlacht und mußte das auf dem Markt seiner Heimatstadt mit dem Leben bezahlen. Ein zweiter Kriegszug wurde 1367 im Kölner Rathaus beschlossen.

2)Erkenntnisse über Unterschiede der Gewohnheiten im Satzbau sind freilich nur durch vergleichende statistische Untersuchungen zu gewinnen. Denn der einzelne Satz, wenn er grammatisch richtig gebaut ist, fügt sich den tradierten Stilregeln und lässt keinen Wandel erkennen. Auffällig sind dagegen schon auf den ersten Blick die Änderungen im Wortschatz. Daher suchen viele Sprachhistoriker die Sprache unserer Zeit durch Analysen des modernen Wortschatzes zu erfassen. Natürlich ist der Wortschatz wichtig, vor allem als Spiegel der Kultur einer bestimmten Zeit.

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Aber der Wortschatz wechselt mit den Vorstellungen und Einrichtungen jeder Zeit. Die Sprache hörte nicht auf, mittelhochdeutsch zu sein, als der Ritter gegen Ende des 12. Jahrhunderts die ideale Vorstellung höfisch gewann; im 19. Jahrhundert bedeuten Erfindungen und Wörter wie Dampfmaschine oder Eisenbahn keinen Einschnitt in der Sprache des nachklassischen Bürgertums.

3) Zu Beginn und während der Entwicklungsphase der Gotik behauptete die Architektur zwar noch ihre führende Rolle, doch kam der Bildhauerei und der Malerei eine fast ebenbürtige Bedeutung zu. An der Westfassade der Kathedrale von Chartres und in der Kirche des Abtes Suger in Saint-Denis lässt sich der Bedeutungszuwachs beider Kunstgattungen feststellen. In der Hochgotik des 13. Jahrhunderts waren Bildhauerei und Glasmalerei noch an die Architektur gebunden, doch bedeutete dieser Umstand keine Unterordnung mehr, er bot vielmehr freie Entfaltungsmöglichkeiten. Die Statuen könnten sozusagen von den Portalen gelöst werden, sie sind an sich vollwertige Schöpfungen. Wenn auch nicht in gleichem Maße, lässt sich dies ebenfalls in der Entwicklung der Glasmalerei beobachten. Immerhin bestand während der Hochgotik zwischen den Kunstzweigen ein Gleichgewicht, das im 14. Jahrhundert gestört wird. In der Spätgotik grenzen sich die Kunstzweige mit Nachdruck voneinander ab und führen ein eigenständiges Dasein.

Aufgabe 20. Wie bekannt, ist die Sprachtheorie als komplette Disziplin durch solche Aspekte wie theoretische Phonetik, theoretische Grammatik, Lexikologie und Stilistik vertreten. Bestimmen Sie anhand des Charakters der verwendeten Ausdrucksbegriffe, welchem Aspekt der Sprachtheorie jeder der unten angebrachten Texte angehört.

1) Manche Sprachwissenschaftler sind der Auffassung, dass die Fehletymologie nur Wörter fremdsprachlicher Herkunft betreffe. O. Weise z. B. behauptet, dass es sich nur um fremde Wörter han-

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delt, die durch Fehldeutung der Muttersprache angeglichen werden. Eine Analyse der Beispiele indessen zeigt, dass diese Erscheinung allgemein bei Wörtern zu finden ist, deren Sinn man nicht (oder nicht mehr) versteht, ganz gleich, welcher Herkunft sie sind. Das lässt sich an den Beispielen selbst demonstrieren.

2)Der Gebrauch der Modalverben mit subjektiver Modalität ist in morphosyntaktischer Hinsicht beschränkt. Dies betrifft zum einen die Modalverben selbst, zum anderen aber auch die infiniten Vollverben der Verbindung. Die Beschränkungen für die Modalverben sind temporaler und modaler Art: Generell sind die Modalverben mit subjektiver Modalität nur im Präsens und Präteritum möglich; die Modalverben mögen, sollen und wollen kommen darüber hinaus nur im Indikativ vor, das Modalverb dürfen steht nur im Konjunktiv Prät. Für die infiniten Vollverben besteht die Beschränkung, dass fast nur durative Verben (und das Verb sein) in dieser Verbindung auftreten und dass weit häufiger als bei den Modalverben mit objektiver Modalität der Infinitiv II erscheint.

3)Die Allegorie könnte als besondere Form der Personifikation angesehen werden. Hier handelt es sich um körperhafte Verbildlichung von Ideen und abstrakten Begriffen, von Naturgeschehen und Naturgewalten (meist Verlebendigung in Menschengestalt). Wie bei allen metaphorischen Abarten, gibt es auch hier gemeinsprachliche und individuelle — einfache, erweiterte und ausgebaute Allegorien. Im Unterschied zur bloßen Personifizierung neigt dieses Stilistikum zu lehrhaften Tendenzen. Es bildet oft den gedanklichen Kern geschlossener Aussagen (Textsorten), die den Leser zum Nachdenken über wichtige Fragen des Lebens anregen (so etwa die mittelalterliche Allegorie der Frau Welt mit dem verführerisch schönen Antlitz und dem von Geschwüren bedeckten Rücken).

4)Satzakzent und Satzmelodie wirken in der Rede immer zusammen, jedoch hat jede dieser wichtigsten Komponenten der Satzintonation ihre besonderen Aufgaben und Funktionen. Grund-

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legend, beständig wirkend und somit invariant sind drei folgende Funktionen des Satzakzents: die konstituierende, zentralisierende und segmentierende.

Außer den drei genannten phonologischen Funktionen, die für das Sprachsystem von besonderer Bedeutung sind, hat der Satzakzent noch eine Reihe von Funktionen, die von differenzierender (distinktiver)Bedeutung für das Redesystem sind. Denn sie dienen dem unmittelbaren Gedanken-, Gefühlsund Willensaustausch, indem ein Grundgedanke, der in der Hauptvariante des Syntaxems zum Ausdruck kommt, der gegebenen Situation angepasst wird, wodurch feine intellektuelle und modale Schattierungen des Grundgedankens entstehen.

Aufgabe 21. Transformieren Sie die für den wissenschaftlichen Funktionalstil typischen grammatischen Konstruktionen zu den neutralen Formen.

1)Die alte Spule ist zu reinigen.

2)Wir haben den Strom gleichzurichten.

3)der anzulassende Motor

4)die von diesem Laboratorium schon in großen Mengen zu entwickelnden Transistoren

5)alle im Flugzeug eingebauten elektrischen Geräte

6)Die Zahl 3 mit 5 multiplizierend, bekommt man die Zahl 15.

7)Rechtzeitig die Störung beseitigt, konnte der Wissenschaftler seine Versuche fortsetzen.

Aufgabe 22. Kommentieren Sie den Gebrauch der verbalen Zeitformen im Textauszug aus dem Buch von Peter Eudel „Fälscherkünste“.

Das Zusammenschmelzen und Färben von Quarzen, schon seit längerer Zeit geübt, wurde in unseren Tagen bedeutend vervollkommt, doch sind auf diese Weise gewonnene „Edelsteine“ durch

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geeignete Prüfungsmethoden leicht als falsch zu erkennen … Schwieriger ist das Erkennen erst, wenn es sich um Steine handelt, die durch Röntgen — oder Radiumstrahlen gefärbt wurden …

Der Erfinder dieses Verwandlungsverfahrens durch Lichteinwirkung behandelte einen Korund, den er für zwei Franken gekauft hatte, mit Radiumstrahlen und bot dann den auf diese Weise gewonnenen Rubin demselben Juwelier an, von dem er den Korund erstanden hatte. Der Juwelier erklärte sich sofort bereit, 450 Franken für das Karat zu zahlen.

Aufgabe 23. Bestimmen Sie semantische und morphologische Besonderheiten der Substantive im Textbeispiel aus philosophischen Betrachtungen von Arthur Schopenhauer im Buch „Welt und Mensch“.

Als die niedrige Stufe der Objektivation des Willens stellen sich die allgemeinsten Kräfte der Natur dar, welche teils in jeder Materie ohne Ausnahme erscheinen, wie Schwere, Undurchdringlichkeit, teils sich untereinander in die überhaupt vorhandene Materie geteilt haben, so daß einige über diese, andere über jene eben dadurch spezifisch verschiedene Materie herrschen, wie Starrheit, Flüssigkeit, Elastizität, Elektrizität, Magnetismus, chemische Eigenschaften und Qualitäten jeder Art. Sie sind an sich unmittelbare Erscheinungen des Willens, so gut wie das Tun des Menschen, sind als solche grundlos wie der Charakter des Menschen, nur ihre einzelnen Erscheinungen sind dem Satz vom Grund unterworfen, wie die Handlungen des Menschen, sie selbst hingegen können niemals weder Wirkung noch Ursache heißen, sondern sind die vorhergegangenen und vorausgesetzten Bedingungen aller Ursachen und Wirkungen, durch welche ihr eigenes Wesen sich entfaltet und offenbart.

Aufgabe 24. Analysieren Sie das stilistische Potential der Personalpronomen im folgenden Fragment eines populärwissenschaftlichen Textes.

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Eine Grammatik beschreibt die Strukturen eines bestimmten Sprachsystems, sagen wir: der deutschen Gegenwartssprache. Indem sie aber die aktuelle Sprachverwendung deskriptiv festhält, fixiert sie diese auch, und man kann das Beschriebene präskriptiv in Regeln fassen: Fixierungen solcher Art, zugleich die Richtschnur für korrekten Sprachgebrauch, bezeichnet man als Sprachnorm … Eine Sprachnormierung nach Art und Verbindlichkeit des Duden, die vom herrschenden Sprachgebrauch ausgeht, nennen wir „Gebrauchsnorm“.

(W. Sanders, Gutes Deutsch — besseres Deutsch)

Aufgabe 25. Beschreiben Sie sprachliche Besonderheiten des wissenschaftlichen Stils anhand eines linguodidaktischen Textes.

Motivation ist als Einflussfaktor schwer zu operationalisieren. Man kann nämlich schlecht entscheiden, ob ein Lerner deshalb so erfolgreich eine Fremdsprach lernt, weil er hoch motiviert ist (gleichgültig ob instrumentell oder integrativ), oder ob er hoch motiviert ist, weil er so gute Fortschritte in der Fremdsprache macht. Aber auch dies ist eine allgemeine, pädagogische Frage, auf die die Sprachlehrforschung bislang keine theoretisch oder empirisch befriedigende Antwort geben konnte.

Gibt es eine spezifische Begabung für Fremdsprachen? Der Gedanke dahinter ist auf den ersten Blick verführerisch: Wenn man vor Beginn einer möglichen Beschäftigung mit einer Fremdsprache feststellen könnte, wie erfolgreich ein jeweiliger Lerner bei seinem Bemühen sein wird, dann würde man ungeeigneten Personen vergebliche Mühen und Frustrationen ersparen. Je nachdem, wie für einen Lerner sein Begabungspotential ausfällt, könnte man eine gezielte Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellen mit einer Empfehlung, in welchem Umfang und mit welchem Ziel eine oder mehrere Fremdsprachen erlernt werden sollten.

Aufgabe 26. Nennen Sie extralinguistische Merkmale des Funktionalstils der Massenmedien anhand des folgenden Werbetextes:

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