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Файл:Конъюнктив в теории и упражнениях = Konjunktiv in Theorie und Übungen. Учебно-методическое пособие по практической грамматике немецкого языка
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ANHANG
1.
1) Hören Sie sich das Lied an.
2) Lesen Sie den Text des Liedes vor.
3) Bestimmen Sie die zeitliche und modale Bedeutung des Konjunktivs.
Ich wollt’ ich wär’ ein Huhn
Ich wollt’, ich wär’ ein Huhn,
ich hätt’ nicht viel zu tun,
ich legte vormittags ein Ei und abends wär’ ich frei.
Mich lockte auf der Welt kein Ruhm mehr und kein Geld.
Und fände ich das große Los, dann fräße ich es bloß.
Ich brauchte nie mehr ins Büro. Ich wäre dämlich, aber froh.
Ich wollt’, ich wär’ ein Huhn,
ich hätt’ nicht viel zu tun,
ich legte vormittags ein Ei und sonntags auch mal zwei.
Der Mann hat’s auf der Welt nicht leicht, das Kämpfen ist sein Zweck.
Und hat er endlich was erreicht, nimmt’s eine Frau ihm weg.
Er lebt, wenn’s hoch kommt, hundert Jahr und bringt’s bei gutem Staat
Und nur, wenn er sehr eißig war, zu einem Rauschebart.
Ich wollt’, ich wär’ ein Huhn,
ich hätt’ nicht viel zu tun,
Mich lockte auf der Welt kein Ruhm mehr und kein Geld.
Ich brauchte nie mehr ins Büro.
Und Du wärst dämlich, aber froh.
Ich wollt’, ich wär’ ein Huhn,
ich hätt’ nicht viel zu tun,
ich legte vormittags ein Ei und sonntags auch mal zwei.
Ich wollt’, ich wär’ ein Hahn,
dann würde nichts getan.
Ich legte überhaupt kein Ei und wär’ die ganze Woche frei.
Dann lockt mich auf der Welt kein Ruhm mehr und kein Geld.
Ich setz’ mich in den Mist hinein und sing’ für mich allein.
111

Ich ginge nie mehr ins Büro,
Denn was ich brauchte, kriegt’ ich so.
Ich wollt’, ich wär’ ein Hahn,
dann würde nichts getan.
Ich würd’ mit meinen Hühnern gehen, das wäre wunderschön.
2.
1) Lesen Sie den Text des Gedichtes vor.
2) Bestimmen Sie die zeitliche und modale Bedeutung des Konjunktivs.
Ode an den Konjunktiv
Wär der Konjunktiv wieder da, gebrauchte ich ihn permanent!
Ich fühlte mich darin – ganz in meinem Element.
Die Energie der Möglichkeit brächte mich auf Trab.
Ich würfe die Vergangenheit einfach von mir ab.
Ich zöge los und ginge, wohin ich immer wollte,
Und täte lauter Dinge, auch die, die ich nicht sollte.
Ich spielte und gewönne; verlör ich, dann nicht viel.
Ich würbe und begönne manch zartes Liebesspiel.
Ich öge bis nach Afrika, wo ich einen Berg erklömme
Und wäre ich schon einmal da, dann schwämme ich –
O nein: ich schwömme
Vom Festland bis nach Sansibar. Und bräche den Rekord sogar.
Ich kostete und ich probierte,
Wo immer ich auch grad spazierte.
Das Tolle wär, dass mir alles bekäme,
Was immer ich auch zu mir nähme!
Ich fräße, söffe und genösse
Und zwar alles drei zugleich!
Ich stritte, schlüge, und ich schösse
Und erschüfe mir ein eignes Reich!
Darin schwelgte ich und schwölle
Zu nie gekanntem Glanz.
Und stürb ich dann und führ zur Hölle,
Dann nur auf einen kurzen Tanz.
112

Denn mit dem Konjunktiv 2
Wär ich im Nu wieder frei
Und spönne mir alles
Aufs Neue herbei!
3.
1) Hören Sie sich das Gedicht an.
2) Lesen Sie den Text vor.
3) Bestimmen Sie die zeitliche und modale Bedeutung des Konjunktivs.
Trostlied im Konjunktiv (von Erich Kästner)
Wär ich ein Baum, stünd ich droben am Wald.
Trüg Wolke und Stern in den grünen Haaren.
Wäre mit meinen dreihundert Jahren
Noch gar nicht sehr alt.
Wildtauben grüben den Kopf untern Flügel.
Kriege ritten und klirrten im Trab
Querfeldein und über die Hügel
Ins offene Grab.
Humpelten Hunger vorüber und Seuche.
Kämen und schmölzen wie Ostern und Schnee.
Läg ein Pärchen versteckt im Gesträuche
Und tät sich süß weh.
Klängen vom Dorf her die Kirmesgeigen.
Ameisen brächten die Ernte ein.
Hinge ein Toter in meinen Zweigen
Und schwänge das Bein.
Spränge die Flut und ersäufte die Täler.
Wüchse Vergissmeinnicht zärtlich am Bach.
Alles verginge wie Täuschung und Fehler
Und Rauch überm Dach.
Wär ich ein Baum, stünd ich droben am Wald
Trüg Wolke und Stern in den grünen Haaren.
Wäre mit meinen dreihundert Jahren
Noch gar nicht sehr alt….
113

4.
1) Hören Sie sich das Gedicht an.
2) Lesen Sie den Text vor.
3) Bestimmen Sie die zeitliche und modale Bedeutung des Konjunktivs.
Wenn ich wollte, was ich könnte, wisst ihr, was ich täte? (Von Johann
König)
Wenn ich wollte, was ich könnte, wisst ihr, was ich täte?
Alle Freunde, die ich habe, lüd ich zu mir ein,
Äß mit ihnen Knabberkram, tränk mit ihnen Wein,
Läß ihnen Geschichten vor, oder heißt es „läse“?
Säß mit ihnen vor dem Tisch, bei Rotwein, Bier und Käse.
Gegen Abend wird es doll, wir stünden oder lägen,
Schlügen uns die Bäuche voll, stopften uns die Mägen.
Später hingen wir dann rum, oder heißt es „hüngen“?
Meine Freundin bät ich drüm, mir das Hirn zu düngen.
Recht und Wahrheit böge ich, ohne dass ich löge,
Auf dass mich der liebe Gott wohl beschützen möge,
All dazu hätte ich größte Lust, der Champagner össe,
Ohne Rücksicht auf Verlust, wie ich das genösse.
Ich denke, ihr wisst, um wen es geht,
Jeder der ihn liebt, der ist froh, der ist froh
Froh dass es ihn gibt.
Gelobet sei der Konjunktiv, ich frage mich, was wohl würde,
Wenn dieser schöne Konjunktiv
Morgen plötzlich stürbe.
5.
1) Lesen Sie den Text des Gedichtes vor.
2) Bestimmen Sie die zeitliche und modale Bedeutung des Konjunktivs.
3) Verfassen Sie ein ähnliches Gedicht.
Wenn ich könnte wie ich wollte (von Sabine Drabosenig)
Wenn ich machen könnte was ich wollte
würde ich was machen was ich nicht sollte.
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Wenn ich tun könnte was ich nicht sollte,
würde ich es bereuen, weil ich es nicht wollte.
Wenn ich immer sagen könnte was ich will,
dann wäre die Welt um mich herum still.
Wenn ich einmal sage was ich will,
dann denke ich mir: Wäre ich doch lieber still.
Wenn ich schreibe was ich fühle,
dann schreibe ich nur über meine Gefühle.
Wenn ich schreibe, dann nur über Gefühle,
dann nur über das was ich gerade fühle.
6.
Setzen Sie den Bericht in die indirekte Rede.
Eine junge Ärztin erzählt ein Erlebnis von einer Expedition. Ihr Bericht
wird in einer Zeitung wiedergegeben.
„Vor einiger Zeit kam eine Mutter mit einem schwerkranken Säugling zu
mir. Das Kind war schon blau im Gesicht und atmete schwer. Nach einer
kurzen Untersuchung konnte ich feststellen, dass eine leichte Form von
Diphterie vorlag. Nachdem ich, weil mir andere Instrumente fehlten, das
altmodische, aber scharfe Rasiermesser unseres Kochs desinziert hatte,
wagte ich einen Schnitt in den Kehlkopf des Kindes. Dass herausspritzende Blut versetzte die Mutter in helle Aufregung. Sie schrie verzweifelt:
‚Sie tötet mein Kind! Sie schlachtet es wie ein Schaf!’ Viele Einwohner des Dorfes liefen mit drohenden Gebärden herbei, so dass ich das
Schlimmste für mein Leben und das des Kindes fürchten musste. Zum
Glück war der Weg vom Dorf bis zu unserer Station steil und steinig, und
als die erregten Leute an meinem Zelt ankamen, atmete das Kind schon
wieder ruhig und hatte seine natürliche Gesichtsfarbe zurückgewonnen.
Seitdem behandeln die Dorfbewohner mich wie eine Heilige, und es ist
schwierig, sie davon zu überzeugen, dass ich keine Toten erwecken kann.“
7.
1) Lesen sie den folgenden Text.
2) Bestimmen Sie die zeitliche und modale Bedeutung des Konjunktivs.
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3) Bestimmen Sie die syntaktische Finktion der Nebensätze mit den
Konjunktivformen.
4) Übersetzen Sie die Sätze mit dem Konjunktiv ins Russische.
5) Geben Sie den Text in direkter Rede wieder.
Kleine Rede über den Konjunktiv (von Ulrich Greiner)
In früheren Jahren sei der Konjunktiv vom Aussterben bedroht gewesen,
erzählte mir kürzlich ein Sprachkritiker, heute jedoch könne man geradezu von einem Grassieren des Konjunktivs sprechen, obgleich er oft falsch
gebraucht werde. Er grassiere, weil ohne diese Möglichkeitsform vieles
nicht möglich wäre. (…)
Heute herrsche der sauerstoffarme, neblige Konjunktiv, der umso nebliger sei, als seine Benutzer dessen Möglichkeiten in der Regel nicht gewachsen seien.
Er müsse, um das zu erklären, ein paar anfängerhafte Bemerkungen machen, sagte der Sprachkritiker. Im Deutschen gebe es nämlich, was den
meisten nicht klar sei, zwei Konjunktive. Der Konjunktiv I, wie die Grammatik ihn kurz nenne, werde vom Präsens abgeleitet und diene hauptsächlich der indirekten Rede, wobei in den Fällen, wo der Konjunktiv des
Präsens dem Indikativ gleiche, die Konjunktivformen des Präteritums ersatzweise Verwendung fänden um Verwechslungen auszuschließen. Der
Konjunktiv II hingegen werde vom Präteritum abgeleitet und sei immer
dann zu benutzen, wenn etwas Nicht-Wirkliches oder bloß Vorgestelltes,
Vermutetes, Gewünschtes zur Rede stehe. Der Benutzer des Konjunktivs
I also betrachte die mitgeteilte Information in der Regel als zutreffend,
aber er müsse für den Wahrheitsgehalt nicht selber geradestehen, sondern
er rufe einen wirklichen oder imaginären Sprecher als Gewährsmann auf.
Der Benutzer des Konjunktivs II aber gebe zu erkennen, dass die mitgeteilte Information nicht oder nur unter gewissen Bedingungen zutreffend
sei.
Dies sei, so fuhr der allmählich in Eifer geratene Sprachkritiker, während
mir der Kopf schwirrte, fort, ein gewaltiger Unterschied und wenn der
endlich zur Kenntnis genommen würde, so hätte es mit dem herrschenden
Konjunktiv-Chaos bald ein Ende. Was ihn aber mit Sorge erfülle, sei die
Beobachtung, dass sogar bekannte Gegenwartsautoren den Konjunktiv
nur unzureichend beherrschten. So habe er etwa in der jüngsten Erzählung „Nachmittag eines Schriftstellers“ des zu Recht für sein Sprachge-
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fühl gerühmten Peter Handke folgenden Satz gefunden: „Während der
letzten Stunden im Haus, je lautloser um ihn herum alles geworden war,
hatte dem Schriftsteller die Zwangsvorstellung zugesetzt, es gäbe draußen in der Zwischenzeit keine Welt mehr und er in seinem Zimmer sei der
letzte Überlebende.“
Hier wechsle Handke völlig grundlos von einem Konjunktiv in den anderen. Entweder habe er sagen wollen, dass diese Zwangsvorstellung völlig
irreal gewesen sei, und dann hätte er in beiden Fällen den Konjunktiv II
benutzen müssen. Oder er habe zu verstehen geben wollen, dass für ihn
diese Vorstellung dermaßen zwingend gewesen sei, dass er sie für wirklich habe halten müssen, und dann wäre der Konjunktiv I richtig gewesen.
An anderer Stelle schreibe Handke: „… in den Ohren ein Summen, als sei
die Schreibmaschine – was nicht der Fall war – elektrisch.“ Dies sei eine
eklatante Verwechslung von Konjunktiv I und II, denn weil die Schreibmaschine in der Tat nicht elektrisch gewesen sei, hätte es heißen müssen:
„ … als wäre sie elektrisch.“ Ähnliche Beispiele ließen sich bei Handke
noch viele nden, woraus hervorgehe, dass weder der Lektor noch der
Schriftsteller in Dingen des Konjunktivs sonderlich bewandert seien.
(DIE ZEIT vom 11.9.1987)
117

LITERATURVERZEICHNIS
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19. Koithan, U. Aspekte neu. Mittelstufe Deutsch : Lehr- und
Arbeitsbuch, Teil 1 / U. Koithan, H. Schmitz, T. Sieber [u.a.]. –
München : Klett-Langenscheidt GmbH, 2016.
20. Müller, A. Im Beruf : Kursbuch Deutsch als Fremd- und
Zweitsprache / A. Müller, S. Schluter, T. Jakobsen. – Ismaning :
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21. Perlmann-Balme, M. Sicher! Niveau C 1. Deutsch als Fremdsprache :
Kursbuch. Lektionen 1-12 / M. Perlmann-Balme, S. Schwalb,
M. Matussek. – München : Hueber Verlag, 2016.
22. Perlmann-Balme, M. Sicher! Niveau B 2.2. Deutsch als
Fremdsprache : Kursbuch und Arbeitsbuch. Lektionen 7-12 /
M. Perlmann-Balme, S Schwalb, M. Matussek. – München : Hueber
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23. Perlmann-Balme, M. em. Hauptkurs : Deutsch als Fremdsprache für
die Mittelstufe / M. Perlmann-Balme, S. Schwalb. – München : Max
Hueber Verlag, 2004.
24. Perlmann-Balme, M. em. Brückenkurs : Deutsch als Fremdsprache
für die Mittelschule / M. Perlmann-Balme, S. Schwalb, D. Weers. –
München : Max Hueber Verlag, 2003.
25. Perlmann-Balme, M. Abschlusskurs : Deutsch als Fremdsprache
für die Mittelstufe / M. Perlmann-Balme, S. Schwalb, D. Weers. –
München : Max Hueber Verlag, 2008.
26. Rug, W. Grammatik mit Sinn und Verstand / W. Rug,
A. Tomaszewski. – München : Klett Edition Deutsch, 1993.
27. Schultz, E. Grammatik kurzgefasst / E. Schultz. – Stuttgart : Ernst
Klett Schulbuchverlag, 1993.
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