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Немецкий язык для аспирантов. Учебное пособие

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Verankerung ihres Wissens in künstlichen und kulturellen Speichermedien erforderlich. Daher werden die Routinisierung und Formalisierung der wichtigsten Allianzmanagementprozesse vorangetrieben und Instrumente und Methoden zur Unterstützung der Allianzmanagementaufgaben aufgebaut. Parallel dazu entsteht auf sozialer Ebene sukzessive ein Beziehungsnetzwerk zwischen jenen Führungskräften des Unternehmens, die Einzel- oder Multi-Allianzmanagementaufgaben zu erfüllen haben (Community of Practice). Offensichtlich koevolvieren formale Infrastrukturen und die informelle Beziehungsstruktur im Zuge der Entwicklung und Institutionalisierung von Allianzmanagementkompetenz. Um die Bündelung der Allianzmanagementerfahrungen und die darauf aufbauende Entwicklung eines unternehmensweiten Allianz-management­systems zu ermöglichen, wird üblicherweise ein Kompetenzzentrum für Allianzmanagement etabliert.
[nachhaltiges-landmanagement.de/ uploads/tx_t3documents/00043­Kaiser 2012__IWM% 20im%20NL M. pdf].
TEXT 9. JÖRG SYDOW MANAGEMENT VON NETZWERKORGANISATIONEN
ZUM STAND DER FORSCHUNG
Dieser Beitrag stellt Netzwerke als Form der Primärorganisation vor, von der sich Unternehmungen selbst in turbulenten Umwelten eine dauerhafte Sicherung strategischer Wettbewerbsvorteile versprechen. Diese Form ist mit der jüngeren organisatorischen Forderung nach einer konsequenten Prozessorientierung nicht nur vereinbar, sondern kann geradezu als logische Konsequenz der Umsetzung dieses Organisationsprinzips gelten. Obwohl es
zweckmäßig erscheint, verschiedene Netzwerktypen zu unterscheiden, können dieser Organisationsform ökonomischer Aktivitäten generell
bestimmte Chancen und Risiken zugeschrieben werden. Zudem können vier basale Managementfunktionen identifiziert werden, deren kompetente Wahrnehmung einem Netzwerkversagen vorbeugen kann. Die Problematik des Managements von Netzwerkorganisationen wird dabei mit Blick auch auf die erforderlichen Managementkompetenzen und -instrumente, aber auch mit Blick auf das Verhältnis von Netzwerkmanagement und Netzwerkent­wicklung einerseits sowie von Unternehmungs- und Netzwerkorganisation andererseits analysiert. Abschließend werden Stand und Perspektiven der Managementforschung zur Netzwerkorganisation resümiert.
[https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-8349-8593-4_12].
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TEXT 10. NETZWERKORGANISATION
ALS FORM DER PRIMÄRORGANISATION
Bis in die jüngste Vergangenheit hinein verzeichnete die Managementpraxis und -forschung nur zwei Formen der Primärorganisation: die funktionale sowie die divisionale Organisation. Diese zwei Varianten hierarchischer Organisationsformen werden in der Praxis bekanntermaßen von vielfältigen Formen der Sekundärorganisation (z.B. Produkt- und Projektmanagement, SGE-Organisation) überlagert, um die mit der jeweiligen Primärorganisation verbundenen Defizite zu kompensieren. In jüngerer Zeit tritt mit der Netzwerkorganisation, der so genannten „N-Form“ (Hedlund 1994), sowie mit der Prozessorganisation eine dritte bzw. vierte Form der Primärorganisation in Erscheinung. Beide, Prozess- wie Netzwerkorganisation, können wohl heute schon als Fundament einer zunehmend „dynamischen Unternehmensarchitektur“ (Ballering 2000) gelten. Obwohl diese vier Formen der Primärorganisation miteinander koexistieren können (s.u.), scheint nach Aussagen mancher Autoren der N­Form die Zukunft zu gehören, unter anderem weil sie im Kern hierarchische Merkmale der Koordination mit marktlichen Elementen intelligent verknüpft, auf diese Weise die Verfügung über komplementäre Ressourcen ohne Eigentumsrecht gewährleistet (und damit ökonomische Risiken beschränkt) und konsequent dem unternehmungsübergreifenden Charakter von Geschäftsprozessen Rechnung trägt: „There is little doubt that the future will see the development of more and more networked organizations. They are an effective response to the many changes taking place in the business environment, particularly because they can create the advantages of large organizations without creating the large organization itself“ (Galbraith 1998, S. 102). Damit ist freilich nicht gesagt, dass die Netzwerkorganisation, die innerhalb von Organisationen bzw. Unternehmungen genauso zu verorten ist wie zwischen ihnen und die nur idealiter eine Trennung von Innen und Außen nicht mehr möglich erscheinen lässt, die einzige Organisationsform mit Zukunft ist.
[https://www.researchgate.net/publication/226613119_Netzwerk­organisation].
TEXT 11. ZUM MANAGEMENT VON INTERORGANISATIONALEN
NETZWERKEN
Die Netzwerkorganisation impliziert, vergleicht man sie mit der Unternehmungsorganisation (auch bspw. eines Konzerns), bekanntermaßen einen deutlichen Wandel der Funktionen und Rollen des Managements.
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Beispielsweise stellt sich dem Management nun nicht mehr nur die Aufgabe, Strategien allein auf der Ebene der Einzelunternehmung, der Geschäftsbereiche und der Funktionsbereiche zu entwickeln und zu implementieren. Hinzu kommt vielmehr die Formulierung und Implementierung kollektiver Unternehmungsstrategien. Darüber hinaus gilt es, die jeweiligen Unternehmungen im Netzwerk, zum Beispiel als
Schlüsselkunde, Systemlieferant, Komponentenlieferant oder eben als „broker“, „Netzwerkorganisator“ oder „network integrator“, strategisch zu
positionieren. Machtgrundlage für die Rolle des Netzwerkintegrators bzw. strategischen Führers kann neben einem markt- oder technologiebezogenen Wissensvorsprung bzw. einer entsprechenden Reputation zum Beispiel auch die (Kern-) Kompetenz sein, ein komplexes Unternehmungsnetzwerk verantwortlich zu steuern. In der Praxis spielen diese Machtgrundlagen in der Regel subtil zusammen; die eine entfaltet ihre Wirkung nicht ohne die andere. Eine die Unternehmungsorganisation kennzeichnende Möglichkeit zur hierarchischen Anweisung kennt die Netzwerkorganisation hingegen nicht. Im Folgenden sollen die Funktionen des Netzwerkmanagements systematisch herausgearbeitet und mit den dafür notwendigen Managementkompetenzen und einigen exemplarischen Management­instrumenten in Verbindung gebracht werden. Dabei ist die Wahrnehmung der einzelnen Managementfunktionen im Zweifel von der konkreten Ausgestaltung der Netzwerkorganisation bzw. dem Stand der Netzwerkentwicklung sowie vom Netzwerktyp abhängig, auch für die (interne) Unternehmungsorganisation ist sie – wie sich im Anschluss an diese Diskussion zeigen wird – nicht ohne Bedeutung.
[https://books.google.by/books/about/Management_von_Netzwerkorgani sationen.html?hl=ru&id=0bWKtvmknTsC].
TEXT 12. ZUM VERHÄLTNIS VON NETZWERKMANAGEMENT UND
NETZWERKENTWICKLUNG
Strukturationstheoretische Einsichten sind hoch bedeutsam für die Beantwortung der Frage, wie sich Unternehmungsnetzwerke entwickeln und wie die Netzwerkentwicklung durch Netzwerkmanagement (reflexiv) beeinflusst werden kann. Zum einen wird deutlich, dass Netzwerkmanagement notwendig Netzwerkentwicklung zur Folge hat, und zwar unabhängig davon, wie diese Entwicklung zu bewerten – zu evaluieren
ist. Zum anderen macht eine strukturationstheoretische, rekursive Zusammenhänge betonende Perspektive immer darauf aufmerksam, dass der
jeweilige Stand der Netzwerkentwicklung die Möglichkeiten und Grenzen des Netzwerkmanagements wesentlich mit bestimmt. Netzwerkmanagement
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zumindest im Erfolgsfall zu einer reflexive(re)n Netzwerkentwicklung beiträgt, ohne dass dieser damit jedwede nicht-reflexive Momente
genommen werden. Eine solche Sichtweise setzt sich einerseits von klassischen evolutorischen Ideen ab, die eine gezielte Netzwerksteuerung für ebenso unerreichbar halten wie neuere systemtheoretische Konzeptionen. Andererseits unterscheidet sie sich signifikant von interventionistischen Ansätzen, die die Gestaltbarkeit von Netzwerkorganisationen bzw. Netzwerkentwicklungsprozessen maßlos überschätzen.
5.6. Примеры текстов для просмотрового чтения (экономика)
TEXT 1. VOLKSWIRTSCHAFTLICHE SICHTWEISE
Die soeben aus betriebswirtschaftlicher (d.h. einzelwirtschaftlicher) Perspektive geführte Klärung des Begriffs „Globalisierung" liegt in der volkswirtschaftlichen Literatur 12 nicht in der gleichen Schärfe vor. In makroökonomischer Sicht, d. h. die aggregierte Betrachtung der einzelnen Wirtschaftssubjekte in Sektoren bzw. Branchen und Volkswirtschaften, finden sich drei Begriffe, die im folgenden analysiert werden:
Internationalisierung,
Regionalisierung,
Globalisierung.
Am Anfang einer jeden Betrachtung steht die Internationalisierung. Sie ist als Oberbegriff für die Zunahme der internationalen Verflechtungen zu verstehen. Mit Verflechtung werden hier die diversen funktionalen Beziehungen zwischen einzelnen Gruppen, Institutionen oder Unternehmen bezeichnet. Synonym kann auch von der „Zunahme der weltwirtschaftlichen Integration gesprochen werden. Mit dem Begriff „Weltwirtschaft" werden die durch den internationalen Handel und die Bewegungen von Arbeit und Kapital zwischen den einzelnen Volkswirtschaften entstehenden Relationen und Verflechtungen belegt . In diesem Zusammenhang spricht man auch von Weltmärkten, die durch ein weltumspannendes Netz güter- und finanzwirtschaftlicher Beziehungen zwischen den einzelnen nationalen Märkten entstanden sind.
TEXT 2. FORMEN DER INTERNATIONALISIERUNG VON UNTERNEHMEN
Abhängig von der jeweiligen Zielsetzung eines bestimmten Maßes der Internationalisierung bieten sich den Unternehmen verschiedene Formen auf ihrem Weg dorthin an. Auch politische Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Zwänge sowie die Art der anzubietenden Güter oder
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Dienstleistungen bestimmen die Form, nach der ein Unternehmen internationalisieren wird. Versteht man die Internationalisierung von Unternehmen als Prozeß, und unterstellt man, daß mit zunehmender Internationalisierung die Bindung von Ressourcen, z.B. Kapital, Management und Wissen, im Ausland zunimmt, so kann man die verschiedenartigen Formen in drei Gruppen aufteilen: Außenhandel, Kooperationsformen ohne Kapitalbeteiligung und Kooperationsformen mit Kapitalbeteiligung Der Begriff „internationale Kooperation" umfaßt alle Formen der internationalen Zusammenarbeit von Unternehmen; diese können einseitig, d. h. die Kooperation zielt nur in eine Richtung, oder wechselseitig sein. Die Möglichkeiten der Zusammenarbeit liegen im Handel und Vertrieb, in der technischen Zusammenarbeit, im Technologietransfer und der gemeinschaftlichen Forschung und Entwicklung oder auch auf der Managementebene Ghemawat und Porter betrachten die internationale Zusammenarbeit von Unternehmen – sie bezeichnen diese als internationale Koalitionen – bezüglich der einzelnen Aktivitäten in der Wertekette. Die Koalitionsziele liegen demnach in einer internationalen Zusammenarbeit auf folgenden Gebieten: technologische Entwicklung; logistische und operative Funktionen; Marketing, Absatz und Kundendienst. Ein Unternehmen nutzt dann ausgewählte Aktivitäten in der Wertekette des Partners und gegebenenfalls umgekehrt. Es findet ein Austausch zwischen den beiden Werteketten der Partner statt.
Man kann den Prozeß der Internationalisierung auch unter dem Aspekt der internationalen Aufteilung der Aktivitäten im Wertschöpfungsprozeß betrachten, wobei je nach deren Intensität von verschiedenen Stufen der Internationalisierung gesprochen werden kann.
TEXT 3
.
MARKTVERSAGEN
An zweiter Stelle der Begründung steht der offene oder verdeckte Vorwurf des Marktversagens. Branchen oder Unternehmen, die den technologischen Anschluß verschlafen haben, oder Manager mit kurzfristiger Cash-Orientierung, sind beliebte Objekte dieser Kritik. Selbst erfolgreiche Großunternehmen geraten unter Rechtfertigungszwang, auch wenn sie in ihren Bilanzen den Nachweis erbringen, daß der nur zögernde Einstieg in bestimmte neue Technikfelder zu beträchtlichen einzelwirtschaftlichen Erfolgen führt, und daß es besser ist, Zurückhaltung zu üben, wenn technologiepolitische Aktivisten bereit sind, die vermeintlich notleidenden Technikfelder zu subventionieren. Da aus ordnungspolitischen
Gründen jeweils eher die „versagenden" Unternehmen bzw. die „notleidenden" Branchen besondere ZielObjekte derartiger
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Technologiepolitiken sind, besteht die Gefahr, daß gerade unternehmerisch
unfähige Betriebe gefördert werden. Mißerfolge solcher Förderungsprogramme gibt es dann nicht; es gibt lediglich Programme, die nicht ausreichend sind und deren Unzulänglichkeiten durch neue, ergänzende, flankierende, weitere unternehmerische Funktionen
substituierende Programme abgeholfen wird. Die eigentliche Gefahr resultiert daraus, daß man in Teilen der Wirtschaft, wo man, weil selbst kompetent, über die naive Arroganz solcher technologiepolitischen Ansätze lächelt, stets gerne weitere Subventionen für die jeweils als „richtig" vorgeschlagenen Techniken anfordert und im Mißerfolgsfall dann frei von Verantwortung ist. Sicher kann man, um die Zurechenbarkeit des Risikos nicht zu groß werden zu lassen, Abstimmung betreiben, große Unternehmen oder ganze Branchen, auch grenzüberschreitend, ins Bündnis der Technologiepolitik einbeziehen, oder in sogenannte Schlüssel- oder Querschnittstechnologien ausweichen, um den Protektionismusvorwurf zu entschärfen.
TEXT 4. GRUNDLAGEN DER STRATEGISCHEN HANDELSPOLITIK
Unter strategischer Handelspolitik versteht man allgemein formuliert den Einsatz handelspolitischer Mittel wie Zölle, Exportsubventionen oder nicht-
tarifärer Handelshemmnisse zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit inländischer Unternehmen. Da solche Maßnahmen schon immer eine
bedeutende Rolle gespielt haben, ist die strategische Handelspolitik grundsätzlich keine neue Entwicklung – im Gegenteil kann es als Erfolg der Uruguay-Runde im GATT gewertet werden, daß die durchschnittlichen Zollsätze von 6,4% auf 4% reduziert wurden. Was sich in den letzten zehn Jahren geändert hat, ist vor allem die Beurteilung der strategischen Handelspolitik in der ökonomischen Theorie. Während die traditionelle Außenhandelstheorie stets unbeschränkten Freihandel propagierte, wird das Spannungsfeld von Freihandel und strategischer Handelspolitik nun sehr viel differenzierter beurteilt. Die Ergebnisse der traditionellen Außenhandelstheorie beruhten auf sehr restriktiven Annahmen wie der Abwesenheit steigender Skalenerträge und der Existenz vollständiger Konkurrenz, die in so offensichtlichem Gegensatz zu den Gegebenheiten auf globalen Märkten stehen, daß sie von einem neuen Zweig der Außenhandelstheorie aufgegeben wurden. Diese neue Richtung untersucht daher die Auswirkungen der Instrumente der strategischen Handelspolitik unter den Annahmen eines oligopolistischen Wettbewerbs und/oder eines F&E-Wettlaufs, dessen Ausgang – gerade in Verbindung mit steigenden Skalenerträgen und Lernkurveneffekten – über die langfristige
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Positionierung der Unternehmen im Wettbewerb entscheidet. Das erste Ergebnis dieser Forschungsrichtung ist, daß alle Maßnahmen, die die globale Produktionsmenge und den technischen Fortschritt erhöhen, nicht nur die inländische, sondern auch die Weltwohlfahrt erhöhen können. Damit wird die Sichtweise der traditionellen Außenhandelstheorie, die aus protektionistischen Maßnahmen nicht nur ein Sinken der Weltwohlfahrt, sondern auch eine Verminderung des inländischen Wohlstands ableitete, ins Gegenteil verkehrt.
TEXT 5. GLOBALISIERUNGSPROZESSE UND INDUSTRIELLE
ARBEITSBEZIEHUNGEN JÖRG FLECKER EINLEITUNG
Die ökonomische Internationalisierung hat sich in allen ihren Phasen nachhaltig auf die Arbeitsbeziehungen in einzelnen Ländern ausgewirkt. Auch in der wissenschaftlichen Diskussion hat dieses Thema schon mehrere Konjunkturen hinter sich. Nachdem das Wachstum der multinationalen Konzerne zuletzt in den 70er Jahren Anlaß für eine lebhafte Erörterung des geänderten Machtverhältnisses zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern war, schenkte die Industrial-Relations-Forschung der Internationalisierung später nur noch wenig Augenmerk. Erst zu Beginn der 90er Jahre wurde das Thema unter den Stichworten „Europäischer Binnenmarkt" und „Globalisierung" wieder aktuell. Heute ist es unbestritten, daß die internationale Organisation der wirtschaftlichen Aktivitäten eines der zentralen Probleme der industriellen Beziehungen in Europa und in der Welt darstellt. Aufgrund der ökonomischen und der geopolitischen Veränderungen des letzten Jahrzehnts sind die nationalen Systeme der Arbeitsbeziehungen im Umbruch begriffen. Auf der politischen Tagesordnung nimmt die Internationalisierung der Verhandlungssysteme sowie der Organisation der Arbeitsmarktparteien einen breiten Raum ein. Es sind vor allem folgende Aspekte, die in diesem Zusammenhang als zentrale Probleme der industriellen Beziehungen angesichts der wirtschaftliChen Internationalisierung diskutiert und zum Gegenstand von Reformbe-
mühungen gemacht wurden: Der grenzüberschreitende Charakter der Wirtschaftsaktivitäten und der Unternehmen steht im Gegensatz zu
Regelungen und Tarifverhandlungssystemen, die auf die nationale Ebene beschränkt sind.
TEXT 6. ARBEITSMIGRATION
In einigen Staaten Westeuropas wurde der zusätzliche Bedarf an billigen, wenig qualifizierten Arbeitskräften ab den 50er Jahren durch Zuwanderung
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aus ehemaligen oder damals noch bestehenden Kolonien und Überseegebieten gedeckt. Andere Länder holten Gastarbeiter aus Südeuropa, aus der Türkei oder aus dem Maghreb. Diese Internationalisierung der europäischen Arbeitsmärkte setzte insgesamt an die 30 Millionen Menschen in Richtung Westeuropa oder aus pheriphären Regionen Westeuropas (z.B. Irland, Portugal, Spanien, Süditalien) in die industriellen Zentren und
Großstädte in Bewegung. Derzeit leben rund 19 Millionen Menschen als Ausländer in einem westeuropäischen Staat, mehrheitlich, aber keineswegs
nur am unteren Ende der sozialen und beruflichen Hierarchien. Die neuen ethnischen Unterschichten werden von den traditionellen Gewerkschaften schlecht und von den politischen Parteien in der Regel gar nicht vertreten. Denn im Gegensatz zu den USA oder Kanada werden Europas Migranten nur zögerlich oder gar nicht eingebürgert. Sie bleiben damit vom Wahlrecht und von anderen Bürgerrechten ausgeschlossen. In Ländern wie Deutschland, der Schweiz und Österreich gilt dies sogar für die „zweite Generation". Auch die im Inland geborenen Kinder von Zuwanderern erhalten nicht automatisch die Staatsbürgerschaft dieser westeuropäischen
Länder, sondern sind „Ausländer". Dies verstärkt die Heterogenität westeuropäischer Gesellschaften jenseits aller Zuwanderung. Die
wichtigsten Zielländer der westeuropäischen Arbeitsmigration sind Deutschland (6,9 Millionen Ausländer), Frankreich (3,8 Millionen), Großbritannien (2 Millionen), die Schweiz (1,2 Millionen) und die Benelux­Staaten (1 Millionen). Die größten Zuwanderer-Gruppen in Europa stammen aus der Türkei, dem ehemaligen Jugoslawien, Italien, Marokko, Portugal, Algerien und Spanien. Zwischen etlichen der genannten Länder bestehen relativ stabile Migrationsmuster.
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.
DYNAMIK DER ARBEITSMÄRKTE
Es ist davon auszugehen, daß im Regelfall die Struktur und Dynamik der Arbeitsmärkte in potentiellen Herkunfts- und Zielländern bzw. das Entstehen globaler Arbeitsmärkte das Entstehen von Wanderungsströmen entscheidend beeinflußt. Gleichzeitig werden Arbeitsmärkte durch die Abwanderung bzw.
den Zustrom von Arbeitskräften selbst nachhaltig verändert. Dabei gilt: In potentiellen Herkunftsländern hängt die Größe des Emigrationspotentials von der Absorptionskapazität der jeweiligen Volkswirtschaft ab. Ist diese nicht in der Lage, ökonomisch aktive Bevölkerungsgruppen in den Arbeitsmarkt zu integrieren, so erhöht sich der Emigrationsdruck. Wie nicht anders zu erwarten, verändert diese Globalisierung und die dadurch verursachte internationale Migration die Arbeitsmarktstrukturen in den jeweiligen Zielländern. Prozesse der Verdrängung von Einheimischen bzw.
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von bereits lange in Ländern wie Deutschland anwesenden ausländischen Arbeitskräften durch Neuzuwanderer sind zu beobachten. Negative Lohndrift und steigende Arbeitslosigkeit in einigen direkt betroffenen Branchen führen zu einer partiellen Destabilisierung westeuropäischer Arbeitsmärkte. Und das niedrige Lohnniveau verlangsamt den Strukturwandel. Gleichzeitig fördert Zuwanderung, wie empirisch zu beobachten, die Herausbildung neuer Dienstleistungen, informeller Sektoren und komplementärer Teilarbeitsmärkte. Dort konkurrieren Zuwanderer nicht mit Inländern um die Arbeitsplätze, sondern ermöglichen neue Beschäftigungsmöglichkeiten.
Die europäische Arbeitskräftewanderung wird meist unter Aspekten wie Massenwanderung, Unterschichtung und Arbeitslosigkeit analysiert.
ТEXT 8. MULTINATIONALE STRATEGIE
Um wirtschaftspolitischen Eigeninteressen von Gastländern sowie extrem landesspezifischen Bedürfnissen der Nachfrager zu entsprechen, verfügen die jeweiligen Auslandsgesellschaften beim multinationalen Strategietyp über weitgehende Handlungsfreiheiten. Diese Einheiten bilden demnach primär lediglich Elemente eines unter Risikogesichtspunkten zusammengestellten Finanzportfolios. Zwischen den einzelnen Unternehmenseinheiten bestehen kaum Verbindungen; ein gegenseitiger Austausch von Lieferungen und Leistungen sowie die Übermittlung marktbezogenen Know-hows findet i. d. R. nicht statt. Eine Ausnahme kann jedoch gerade der finanzielle Bereich darstellen, da diesbezügliche Maßnahmen der Teileinheiten zur Optimierung der Gesamtsituation einem koordinierten Finanzmanagement unterliegen können. Als Beispiel für die multinationale Orientierung aufgrund kulturel1er Eigenarten kann die Nahrungsmittelindustrie genannt werden; wirtschaftspolitische Auflagen in Form vorgeschriebener lokaler Wertschöpfungsanteile und weitreichender technischer Normen, welche höchst unterschiedliche, d.h. landesspezifische Produktvarianten eines einzigen Grundprodukts erfordern, führen dagegen zu einer weitgehend branchenunabhängigen Multinationalität.
ТEXT 9. AUFBAU NEUER STRUKTUREN UND VERÄNDERUNG
DER ABLÄUFE FÜR ENTSCHEIDUNGEN
Die in der Vergangenheit realisierten Geschäfts- und Strukturprojekte führten zu Positionsgewinn im Markt und gegen Wettbewerber. Sie konnten
zum großen Teil angesichts offener Erwartungen und Verhandlungspositionen auf Seiten der Partner noch aus traditionellen
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Strukturen, Kapazitäten und Verantwortlichkeiten umgesetzt werden. Angesichts der fortgeschrittenen Eigenständigkeit der Industrien in den Zielregionen nehmen die Partner hingegen heute in den Verhandlungen sehr sensible, zielorientierte und selbstsichere Haltungen ein. Daher müssen neben verhandlungstaktischen und finanziellen Möglichkeiten verstärkt verfahrens- und ressourcenbezogene Vorteile genutzt werden wie beispielsweise: dezentral geführte und koordinierte Projektaktivitäten mit enger Koppelung der Erfahrung und Hilfestellung unter den Bereichen vor Ort; systematisches Sondieren von Hintergründen und Verhandlungs­spielräumen gegenüber Politik und Industriepartnern über längere Vor-Ort­Einsatzdauer von Projektteams; frühzeitige Identifikation und Schulung von lokal einsetzbarem Management und Personal – sowohl aus der Stammbasis Deutschland (sog. „ex-patriots") als auch aus der Zielregion.
Neben dem Prüfen und Beschreiben strategischer Ansätze auf Geschäftsfeld-Ebene zum Markteintritt bilden somit die Verbesserung der Kenntnisse über Hintergründe, Marktmechanismen und Verhandlungs­partner und der frühzeitige Aufbau erfahrener Ressourcen im Management die Kernziele. Organisatorisch müssen darüber hinaus durch Bündelung der Strukturen und Kompetenzen vor Ort – je Land oder geschäftsfeld­übergreifend für die Region – Vorteile durch engere Kommunikation, gegenseitigen Erfahrungsaustausch und günstigen Ressourceneinsatz geschaffen werden.
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