Добавил:
ivanov666
Опубликованный материал нарушает ваши авторские права? Сообщите нам.
Вуз:
Предмет:
Файл:Немецкий язык для аспирантов. Учебное пособие
.pdf
TEXT 13. MANAGEMENTINSTRUMENTE: AUSGEWÄHLTE BEISPIELE
Die Bedeutung derartiger Spannungsverhältnisse gilt es nicht nur beim
Netzwerkmanagement generell zu berücksichtigen, sondern auch und gerade
bei der Entwicklung und dem Einsatz von Managementinstrumenten. Unter
Managementinstrumenten sollen hier mehr oder weniger formalisierte
Verfahren verstanden werden, die helfen, Managementpraktiken zu
verstetigen. Die Anwendung von Managementinstrumenten kann, muss aber
nicht eine reflexivere Netzwerkentwicklung ermöglichen. Managementinstrumente können für alle oben skizzierten Managementfunktionen zum
Einsatz gelangen, können aber auch funktionsübergreifend angelegt sein.
Beim Konzeptwettbewerb werden aktuelle und potentielle Lieferanten
aufgefordert, nicht nur auf der Grundlage von vom Kunden spezifizierten
Anforderungen ein Angebot abzugeben, sondern selbst verschiedene
Lösungen zu entwerfen und anzubieten. Die Durchführung eines
Konzeptwettbewerbs ist – nicht zuletzt in Hinblick auf die Existenz
vertrauensvoller Beziehungen, die den Austausch auch erfolgskritischer
Informationen ermöglichen – recht voraussetzungsvoll. Partnerprofile
werden im Zuge der Auswahl und Entwicklung von Lieferanten oder anderer
Netzwerkpartner erstellt und mit entsprechenden Anforderungsprofilen
abgeglichen, um die Selektion geeigneter Partner zu unterstützen. Letztere
können sowohl auf Komplementaritäten als auch auf Kompatibilitäten
abstellen. Die Wahrnehmung der Allokationsfunktion kann u.a. mit Hilfe
klassischer Managementinstrumente wie Wertkettenanalyse oder
Kompetenzanalyse unterstützt werden. Letztere können die Basis von
netzwerkbezogenen Kompetenzportfolios abgeben. Diesen Instrumenten
fehlt bislang allerdings genauso wie jenen, die die Selektion von
Netzwerkpartnern und die Regulation von Netzwerkaktivitäten erleichtern
können, ein expliziter Bezug auf die Netzwerkorganisation. Die
Managementfunktion der Regulation wird etwa durch Faustregeln der
Vertragsgestaltung, Heuristiken zur Formalisierung von Kooperationsregeln
oder die Implementierung eines interorganisationalen Informationssystems
unterstützt. Komplexe vertragliche Regeln scheinen zum Beispiel umso eher
angebracht, je höher die spezifischen Investitionen in eine Partnerschaft
sind, es an vorgängigen Erfahrungen mit dem Partner fehlt und die Laufzeit
des Partnerschaftsvertrages zeitlich befristet ist. Eine Anpassung der
vertraglichen Regelungen scheint demzufolge, trotz der damit verbundenen
Aufwendungen, umso eher zweckmäßig, je offensichtlicher zunächst einmal
verabredete Regelungen der Praxis nicht gerecht werden, je weniger
komplex der ursprüngliche Vertrag ist.
[https://books.google.by/books /about/
Management_von_Netzwerkorganisationen.html?hl=ru&id=0bWKtvmknTsC].
41

TEXT 14. ZUM VERHÄLTNIS VON UNTERNEHMUNGS-
UND NETZWERKORGANISATION
Einer genaueren Untersuchung bedarf auch das – wohl nicht nur aus
strukturationstheoretischer Sicht – rekursiv zu fassende Verhältnis der
Netzwerkorganisation zur Unternehmungsorganisation, also zur internen
Organisation der Netzwerkpartner. Frühe Hypothesen zum Verhältnis von
Unternehmungs- und Netzwerkorganisation hatten Kanter und Meyer (1991)
auf der Grundlage einer explorativen Studie in Unternehmungen, die gerade
strategische Allianzen eingegangen waren, formuliert:
− Mit der Zahl solcher Partnerschaften nimmt in den Organisationen die
Zahl der ‚boundary spanners’ zu; diese gewinnen zudem an Zentralität
und Bedeutung für die Steuerung strategisch wichtiger
Kommunikationsflüsse.
− Entsprechend nimmt die Bedeutung jener Organisationseinheiten zu, die
auf diese Weise mit anderen Organisationen verknüpft werden.
− Je mehr Personen als ‚boundary spanners’ in das Management einer
Netzwerkbeziehung involviert sind, desto geringer ist der
Einflusszuwachs der einzelnen Person; gleichzeitig kommt es unter
diesen Umständen nicht mehr so sehr auf die Kompetenz und Motivation
des Einzelnen an.
Vor dem Hintergrund dieser und ähnlicher Überlegungen ist es
beispielsweise überdenkenswert, ob nicht – und wenn ja, in welchem
Ausmaß – das Netzwerkmanagement in Organisationen statt individuellen
‚boundary spanners’ verstärkt Teams oder Gremien übertragen werden sollte
und – generell – interne und externe Netzwerkstrukturen feiner aufeinander
abgestimmt werden müssen (Gittel/Weiss 2004). Seit den frühen
Hypothesen von Kanter und Meyer ist das Verhältnis von Unternehmungsund Netzwerkorganisation jedoch kaum näher untersucht worden. Dies ist
bedauerlich, dürfte doch die Wahrnehmung der oben skizzierten Funktionen
des Netzwerkmanagements und auch der Einsatz der beispielhaft benannten
Managementinstrumente nicht nur von der konkreten Ausgestaltung und
dem jeweiligen Entwicklungsstand der Netzwerkorganisation beeinflusst
sein, sondern auch von der internen Unternehmungsorganisation. Ein
konkretes Beispiel, das den engen und zudem rekursiven Zusammenhang
von interner Organisationsstruktur und externer Netzwerkorganisation
deutlich macht, betrifft das Ausmaß an Entscheidungsdelegation in
Unternehmungen. Plausibel ist hier die Erwartung, dass ein hohes Maß an
organisationaler Entscheidungsdelegation – beispielsweise ausgelöst durch
einen partizipativen Führungsstil des Top-Managements – bei den an einer
42

Partnerschaft oder einem Netzwerk beteiligten Unternehmungen die
Handlungsfähigkeit in den jeweiligen Kooperationen erhöht.
[https://books.google.by/books/about/Management_von_Netzwerkorgani
sationen.html?hl=ru&id=0bWKtvmknTsC].
4.5. Примеры текстов для письменного перевода (экономика)
TEXT 1. GLOBALISIERUNG – WAS VERSTEHEN WIR NICHT?
(ULRICH STEGER)
Jede Zeit neigt offenbar dazu, die Einmaligkeiten ihrer Konstellation
hervorzuheben und vergangene Dekaden als durchschnittlich und
gemächlich einzuschätzen (wenn es nicht gerade politische KatastroPhen
waren). So weist z.B. Mintzberg in seiner Studie „The Rise and Fall of
Strategic Planning" nach, daß seit den 60er Jahren die Unternehmen ihre
aktuelle Situation als „turbulent" kennzeichnen, während davor liegende
Dekaden als relativ ruhig, mit nur geringem und langsamerem Wandel in
Erinnerung sind. Analog dazu könnte man auch fragen, worin denn der
wirkliche Unterschied zwischen den spanischen Kron-Unternehmen im 16.
Jahrhundert, der East Indian Company im 19. Jahrhundert oder
multinationalen Unternehmen wie Nestlé im 20. Jahrhundert besteht.
Jedenfalls nicht in der Zahl der Niederlassungen. Die in der Frage enthaltene
Zuspitzung begründet sich aus der Ratlosigkeit der (vorläufig letzten)
Standortdebatte mit ihren Fixierungen auf Lohn- und Steuerdifferentiale.
Solche Differenzen gibt es seit dem Abschluß der ersten
Industrialisierungsphase (vor Ende des ersten Weltkrieges) zwischen
Industrieund Entwicklungsländern (früher: Kolonien). Und aus der
vergleichenden Wirtschaftsforschung – zuletzt der Studie von M. Porter über
„The Competitive Advantage of Nations"– wissen wir, daß Lohndifferenzen
immer nur vorübergehende Wettbewerbsvorteile sind. Ähnlich könnte man
bei den Steuern argumentieren, daß nicht die absolute Höhe, sondern der
Nettoeffekt zwischen gezahlten Steuern und direkten wie indirekten
Staatsleistungen relevant ist – und auch dann dürfte sich manche Differenz
relativieren. Wenn also Globalisierung ein relevanter Faktor für den
Wirtschaftsstandort Deutschland sein soll, dann muß er mehr repräsentieren
als „nur" Lohn- und Steuerdifferentiale. Und dann wird er auch mehr
verändern als Lohnrelationen und Steuersätze. Grundlegend für den Diskurs
war aber genau diese Prämisse: daß Globalisierung mehr Faktoren umfaßt,
als in früheren Entwicklungsstadien beobachtbar war, und daß sich dadurch
unser gesamtes soziales und institutionelles Gefüge tiefgreifend verändern
wird. Auch wenn Globalisierung – nach der politischen Rahmensetzung mit
43

den internationalen Institutionen am Ende des 2. Weltkrieges – ökonomisch
induziert ist, die Auswirkungen reichen weit darüber hinaus und sind bislang
noch wenig verstanden – insbesondere in ihrer Bedeutung für den Menschen
in seinen sozialen Bezügen und organisatorischen Strukturen.
TEXT 2. BEREICHE DER INTERNATIONALISIERUNG
In unserer modernen Gesellschaft spielen internationale Beziehungen
und Einflüsse in vielen Bereichen eine Rolle. Betrachtet man nur die
wirtschaftlich relevanten Bereiche, d.h. die Wirtschaftssubjekte, die Märkte,
die Politik und die Jurisprudenz, so stellt man fest, daß sie alle von der
Internationalisierung mehr oder weniger stark betroffen sind. Den größten
Anteil an der Internationalisierung der Wirtschaft haben jedoch die
Unternehmen als die bedeutendsten Träger der Marktwirtschaft. Auf ihnen
wird auch der Schwerpunkt der Betrachtungen liegen, zumal von
Unternehmen auch starke Internationalisierungsbestrebungen ausgehen.
Darüber hinaus kann auch der Staat als Anbieter und Nachfrager von
Leistungen ähnlich betrachtet werden wie ein Unternehmen, so daß die
Vorgehensweise, mit der die Internationalisierung von Unternehmen
untersucht wird, auch auf die anderen Wirtschaftssubjekte übertragbar
erscheint. Zunächst werden jedoch die Auswirkungen und Tendenzen der
Internationalisierung auf den Faktor- und den Produktmärkten – den Orten
der Güter- und Dienstleistungsallokation – betrachtet.
1) Internationa-lisierung von Märkten: Sehr oft beschränkt sich die
Betrachtung der Internationalisierung lediglich auf die Gütermärkte. Diese
Tatsache verwundert allerdings sehr, liegt doch in der sinnvollen
Ausnutzung aller zur Verfügung stehender Inputfaktormärkte, also einer
Internationalisierung der Beschaffung im Unternehmen, eine Möglichkeit,
einen Wettbewerbsvorteil durch Kostenführerschaft – dies erscheint als
Kerngrund solcher Vorhaben – oder Differenzierung zu erlangen
2) Internationalisierung auf den Faktormärkten: Unter Faktoren versteht
man die „an der Erzeugung wirtschaftlicher Güter mitwirkenden Größen,
konkret die Produktions-faktoren materieller und immaterieller Art.
Die ehemals rein nationalen Märkte für diese Faktoren sind mittlerweile
global zu Weltmärkten verschmolzen, ein Unternehmen dehnt seine
Beschaffungsbemühungen also auf die internationalen Faktormärkte aus,
wenn es daran nicht durch diverse protektionistische Maßnahmen gehindert
wird. Diese Tendenz, die Beschaffungspolitik einer Unternehmung auf die
weltweit vorhandenen Beschaffungsmärkte auszurichten, wird auch als
„global sourcing bezeichnet. Betroffen von den Auswirkungen eines über die
Landesgrenzen hinaus orientierten Einkaufes von Unternehmen sind die
44

Märkte für Rechte – z.B. Lizenzen, Patente – Information, Kapital,
Sachgüter, Energie und Persona1. Eine Gesellschaft kann sowohl
zentralisiert für alle Unternehmenseinheiten weltweit einkaufen als auch
dezentral durch die geographisch verstreuten Niederlassungen lokal bzw.
international.
TEXT 3. STRATEGISCHES HANDELN
Als „strategisches Handeln" sollen solche Aktivitäten qualifiziert
werden, die sich durch zwei Merkmale auszeichnen: Handeln, a) das darauf
abzielt, den Prozeß der Globalisierung voranzutreiben, b) das diesen durch
aktive Eingriffe in bestimmte Bahnen zu lenken sucht, d. h. seine
Ausgestaltung, Richtung und Tempo zu lenken versucht. „Strategisches
Handeln" unterscheidet sich zunächst durch seinen intentionalen Charakter
von der zuerst vorgestellten Handlungskategorie. Damit ist gleichzeitig ein
weiterer Unterschied impliziert. Nicht jeder Akteur, der Globalisierung als
positiv oder negativ für seine Interessen einschätzt, ist zum strategischen
Handeln fähig. Wenn man nun Globalisierung politisch gestalten will, so ist
gerade diese Frage, wer zum strategischen Handeln fähig ist, zentral: Welche
Akteure sind es? Über welche Eigenschaften muß ein solcher Akteur
verfügen? Wer ermächtigt ihn zum Akteur? Dank welcher Bedingungen
wird er hand lungsmächtig? In dieser Klasse von Akteuren begegnen uns
eben jene, die bereits in Kap. 3.2. vorgestellt wurden. Es sind die
eigeninteressierten Akteure wie die Multinationalen Konzerne und die
Vertreter territorial (Staat) oder funktional (Verband) organisierter
Interessen. Welche unter ihnen tatsächlich aktiv in den
Globalisierungsprozeß eingreifen, ist eine empirische Frage. Die
systematische Suche nach ihnen fällt leichter, wenn man weiß, welche
Strategien sie verfolgen und in welchen Arenen sie auftauchen. Naheliegend
ist es, die zahlreichen Strategien der Marktöffnung und
Wirtschaftskooperation in Augenschein zu nehmen. Es waren Staaten (der
westlichen Hemisphäre unter Führung der USA), die internationale
Organisationen als Verhandlungsforen und Wächter errichtet haben, um die
Integration der Weltwirtschaft voranzutreiben. In der Mehrzahl dieser
Organisationen sind ausschließlich Staaten Mitglieder und damit
institutionell abgesichert die entscheidenden Akteure. Nur über den Umweg
einer Einflußnahme auf die einzelnen Mitgliedstaaten vermögen andere
Akteure sich in diesen Prozeß einzubringen. Sie befinden sich in einer
anderen Position, wenn sie selbst beteiligt sind, sei es durch eine
gleichberechtigte Mitgliedschaft wie bei der ILO (International Labour
Organization), sei es durch die Gewährung eines Beobachter- bzw.
45

Beraterstatus in den Organen der Organisation.Innerhalb und außerhalb
solcher internationaler Organisationen wurden in den zurückliegenden
Jahrzehnten eine Vielzahl „internationaler Regime" vereinbart, mit denen die
Festlegung internationaler Verhaltensstandards versucht wird. Damit soll
genau jene Berechenbarkeit und Erwartungssicherheit geschaffen werden,
die für die Erschließung der gesamten Welt als ein Handlungsraum als
unumgänglich erachtet wird.
TEXT 4. GIOBAIISIERUNG DER WIRTSCHAFT UND INDUSTRIELLE
BEZIEHUNGEN
Was verstehen wir unter ,Globalisierung'? Zunächst scheint
Globalisierung schlicht ein modischer Ausdruck zu sein, der seit einiger Zeit
den Begriff der Internationalisierung abgelöst hat, aber gleichbedeutend mit
ihm verwendet wird. In einem wissenschaftlichen Sinn hat er aber eine
wesentlich konkretere Bedeutung. Zumeist wird eine spezifische Phase im
Prozeß der Internationalisierung – sei es von Märkten oder von
Unternehmen – damit bezeichnet. Nicht die Tatsache grenzüber-schreitender
Wirtschaftsaktivitäten in Form von Handel, Direktinvestitionen und
Finanztransaktionen ist damit gemeint, sondern eine bestimmte Reichweite
und vor allem Form der Internationalisierung. Die Phase der wirtschaftlichen
Globalisierung ist nach einer engen Definition dann erreicht, wenn die
nationalen Wirtschaften jenen Prozessen und Transaktionen untergeordnet
sind, die unmittelbar auf einer internationalen Ebene entstehen und ablaufen.
Ist hingegen die Internationalisierung das Ergebnis von Prozessen und
Transaktionen, die in nationalen Zusammenhängen verankert sind, kann man
nicht von Globalisierung sprechen. Nicht nur in wirtschaftlicher, sondern
auch in gesellschaftlicher Hinsicht sind Globalisierungsprozesse
festzustellen. Die Verlegenheitslösung der Soziologie, die Grenzen von
Gesellschaften mit jenen der Nationalstaaten gleichzusetzen, ist immer
offensichtlicher unbefriedigend. Globale Machtstrukturen, die weltweite
Präsenz der Massenmedien und die Annäherung von Sinnsystemen und
Lebensstilen lassen es berechtigt erscheinen, von sozialer Globalisierung zu
sprechen. Allerdings ist in dieser Hinsicht noch weniger als in
wirtschaftlicher ein Zustand der Globalisierung erreicht. Es kann jedoch von
Tendenzen und Prozessen gesprochen werden, die in eine solche Richtung
gehen.
Auch in rein wirtschaftlicher Hinsicht ist ,Globalisierung' keine
angemessene Beschreibung des realen Grades internationaler
Verflechtungen. Zunächst ist gegen die Globalisierungsthese einzuwenden,
daß die Zunahme von Direktinvestitionen und Verflechtungen auf die
46

nördliche Hemisphäre, also auf die sogenannte Triade, bestehend aus
Südostasien, Europa und Nordamerika, beschränkt blieb, während die Kluft
zu den Ländern der Dritten Welt immer größer wird. Erst 1993 haben die
Direktinvestitionen nach Südostasien und Lateinamerika bedeutend
zugenommen. Aber auch bei einer gesonderten Betrachtung der
Industrieländer zeigt sich, daß die Verflechtungen vor allem innerhalb der
drei Weltregionen zunehmen, während das Ausmaß des Handels und der
Direktinvestitionen zwischen den Wirtschaftsblökken die Bezeichnung
Globalisierung keineswegs rechtfertigt.
TEXT 5. GRUNDRICHTUNGEN UND AKTIVITÄTEN DES KONZERNS
ZUR GLOBALEN PLAZIERUNG SEINER GESCHÄFTE. ORIENTIERUNG
AUF WACHSTUMSMÄRKTE
Der Konzern konnte zwar bereits in den 70er und 80er Jahren in einigen
Schwerpunktregionen – vornehmlich in den USA und Südamerika über
Freightliner, Mercedes-Benz do Brazil, Mercedes-Benz Argentina und AEG
Westinghouse – eine starke Industrieposition erreichen, ein erheblicher
Anteil der Konzerngeschäfte bietet jedoch aus noch vorwiegend exportorientierter Position heute weitere attraktive Ausbaupotentiale durch VorOrt-lnvestitionen in Fertigungskapazität (Industrialisierung). Der Eintritt in
neue Wachstumsmärkte durch derartige Direkt-Investitionen bildet somit ein
weiteres logisches Glied in der Kette der Unternehmensentwicklung. Aus
einer inländischen Stammbasis heraus gilt es verstärkt, die bisher über
Export-Geschäfte gewonnene Position durch direkte Plazierung von
Fertigungs- und ggf. auch Entwicklungsaktivitäten auszubauen sowie
bestehende Vertriebsstrukturen um die erforderlichen Beratungs- und
Engineeringfunktionen zu erweitern. Die damit über tiefere Wertschöpfung
wirkenden lokalen Kostenvorteile erlauben günstigere Preispositionierung
und somit rascheren Gewinn von Marktanteilen. Zur Internationalisierung
der Geschäfte bieten sich als Zukunftsmärkte in erster Linie die Regionen
Ostasien (China, Taiwan, Korea), Südostasien (ASEAN) und Südasien
(Indien) an, die angesichts großen Bevölkerungsvolumens und lokaler
Kaufkraft, mit großer Dynamik auf hohem Niveau, immense Perspektiven
für die nächsten Dekaden bieten (s. Schaubild 4, „Schwerpunktsetzung").
Infolge des Friedenprozesses gewinnen daneben auch die Märkte im Nahen
Osten zunehmend an Gewicht. Trotz aller gegenwärtigen Schwierigkeiten
werden sich darüber hinaus auch die GUS-Staaten – jedoch eher mittel- bis
langfristig positiv entwickeln. Insbesondere der Marktregion Ostasien/
Südostasien muß vor diesem Hintergrund primäre Bedeutung beigemessen
werden. Viele dieser Märkte können mit den herkömmlichen
47

Exportstrategien allein nicht angegangen werden; erforderlich ist vielmehr
zweierlei:
− ausgeprägtes lokales Commitment mit beträchtlicher Wertschöpfung vor
Ort und Technologietransfer; dadurch Stützung und Stärkung der
eigenwirtschaftlichen Entwicklung der Regionen bzw. Länder über
Beschäftigung, Wohlstand und Technik
− Lösungen aus einer Hand für die charakteristisch hohen Infrastruk-
turbedarfe (Verkehr und Transport, Energie, Telekommunikation, Verund Entsorgung, Umwelttechnik) kombiniert mit öffentlich/ privater oder
gar rein privater Finanzierung, z.T. Bereitschaft zur Betreibung
errichteter Großanlagen.
TEXT 6. MARKTSPEZIFISCHE ANPASSUNG DER PRODUKTE
UND DIENSTLEISTUNGSANGEBOTE
Der Konzern ist beispielsweise auf dem Automobilsektor über Mercedes-
Benz nicht nur als Exporteur, sondern auch zunehmend als Produzent in
vielen Ländern zuhause. Im amerikanischen Markt ist Mercedes-Benz in
Brasilien und Argentinien sowie mit Freightliner in Portland/ Oregon bereits
seit längerem aktiv. Die Übernahme dieses traditionsreichen amerikanischen
LKW-Herstellers erfolgte vor 12 Jahren; 600 Millionen Dollar wurden
seither investiert. Seit mehr als einem Jahr ist Freightliner in der LKWKlasse über 15 Tonnen Gesamtgewicht in den Staaten Marktführer.
Aufgrund dieser guten Erfahrungen hat sich Mercedes-Benz in diesem Jahr
zum Ausbau der Aktivitäten auf dem amerikanischen Markt entschlossen.
In Mexiko wird die erste PKW-Montagelinie von Mercedes-Benz im
nordamerikanischen Markt errichtet und ein neues Bus-Werk gebaut. In
Tuscaloosa/Alabama wurde mit dem Bau eines Werks für geländegängige
Freizeitwagen begonnen, in dem Mercedes-Benz 1500 Mitarbeiter
beschäftigen wird. Da Nordamerika den größten Markt für solche
allradgetriebenen Fahrzeuge darstellt, kann dieser durch eine Fertigung vor
Ort sehr viel direkter angegangen werden. Gleichzeitig wird dadurch eine
größere Unabhängigkeit von Wechselkursschwankungen erreicht. Und da
die Fahrzeuge mit Motoren und Getrieben aus Untertürkheim ausgestattet
sind, werden zugleich auch Arbeitsplätze in Deutschland gesichert. Mit der
amerikanischen Detroit Diesel Corporation (DDC), an der Daimler-Benz
beteiligt ist, wurden Verträge zu Entwicklung, Produktion und Vertrieb eines
Motors für schwere LKW und Busse in den USA, Kanada und Mexiko
abgeschlossen. Diese Vereinbarung leitet das erste gemeinsame Projekt
eines europäischen Nutzfahrzeugherstellers und eines nordamerikanischen
Motorenproduzenten ein, das die Produkttechnologien und Herstellungs-
48

kompetenzen der beiden Firmen vereint, um den Bedürfnissen der Märkte
des „North American Free Trade Agreement" (NAFTA) gerecht zu werden.
Damit kann beispielsweise Mercedes-Benz mit Hilfe von DDC eine
konstruktive Anpassung seiner brasilianischen 12-Liter-Motoren an die für
1994 und 1998 vorgeschrie-benen, sehr strengen US-Abgasbestimmungen
vornehmen, um sich damit den Zugang zum nordamerikanischen Markt bei
LKWMotoren dieser Klasse auch für die Zukunft zu sichern. Nur
geografisch in eine andere Richtung gehen die neuen Aktivitäten von
Mercedes-Benz in Rußland, Zentralasien und China.
49

5. ПОДГОТОВКА КО ВТОРОМУ ВОПРОСУ БИЛЕТА
(ИЗЛОЖЕНИЕ СОДЕРЖАНИЯ ПРОЧИТАННОГО /
АННОТИРОВАНИЕ )
5.1. Аннотирование. Реферирование. Общие сведения
Аннотация и реферат призваны передать основное содержание
новой информации в максимально обобщенном и сжатом виде.
Содержание иностранных источников подвергается предварительной
существенной обработке специалистом-переводчиком и лишь после
этого поступает для практического использования к специалисту.
Сущность аннотирования и реферирования заключается в максимальном сокращении объема источника информации при существенном сохранении его основного содержания. Аннотация и реферат дают
лишь самую существенную информацию о новых достижениях науки и
техники. Если аннотация или реферат заинтересуют читателя, то по
указанным в них выходным данным можно всегда найти сам первоисточник и получить искомую информацию в полном объеме. Таким
образом, аннотация и реферат выполняют еще одну функцию: они
знакомят с наличием источников нужной информации, т. е. проводят ее
систематизацию.
Принципиальная разница между аннотацией и рефератом
Осуществляя компрессию первоисточника, аннотация и реферат
делают это принципиально различными способами. Аннотация лишь
перечисляет те вопросы, которые освещены в первоисточнике, не
раскрывая содержания этих вопросов. Реферат не только перечисляет
эти вопросы, но и сообщает существенное содержание каждого из них,
т.е. аннотация лишь сообщает, о чем написан первоисточник, реферат
же информирует, что написано по каждому из затронутых вопросов.
Отсюда следует, что аннотация дает лишь самое общее представление об источнике, является лишь указателем для отбора первоисточников и никак не может заменить сам первоисточник. Реферат же во
многих случаях вполне может заменить первоисточник, так как сообщает вс существенное содержание материала, все основные выводы, а
иногда – доказательства и выводы референта.
Аннотация – это предельно сжатая характеристика материала,
заключающаяся в информации о затронутых в источнике вопросах.
Реферат – это сжатое изложение источника с раскрытием его
основного содержания по всем затронутым вопросам, сопровождаемое
иногда оценкой и выводами референта.
50
Соседние файлы в предмете [НЕСОРТИРОВАННОЕ]
