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Файл:Немецкий язык для аспирантов. Учебное пособие
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biologischen Vielfalt, die nachhaltige Nutzung ihrer Komponenten und die
gemeinsame Erlangung genetischer Ressourcen auf der Grundlage des
gerechten Ausgleichs von Vorteilen, welche aus der Nutzung genetischer
Ressourcen entstehen, dar. Diese Ziele sollen durch die Gewährleistung des
notwendigen Zugangs zu den genetischen Ressourcen, die notwendige
Weitergabe entsprechender Technologien (unter der Berücksichtigung aller
mit diesen Ressourcen verbundenen Rechten und Technologien) sowie die
erforderliche Finanzierung erreicht werden. Zur Umsetzung des ersten
Vorhabens (Erhalt der biologischen Vielfalt) muss im Rahmen der
nationalen Gesetzgebung eine Reihe von Maßnahmen durchgeführt werden.
Diese sollen insbesondere die Schaffung eines Systems der Schutzgebiete
oder Gebiete, in denen besondere Maßnahmen zur Erhaltung der
biologischen Vielfalt notwendig sind, umfassen. Dabei ist innerhalb eines
solchen Systems die Einführung von besonderen Rechtsnormen zum Schutz
des Erhalts der biologischen Vielfalt erforderlich. Zum anderen muss der
nationale Verbrauch von biologischen Ressourcen rationalisiert und
quantitativ reguliert werden. Es geht insbesondere um solche Ressourcen,
die von Bedeutung für die Erhaltung der biologischen Vielfalt sowohl
innerhalb als auch außerhalb der Schutzgebiete bedeutsam sind. Deren
Erhaltung und nachhaltige Nutzung müssen gewährleistet werden.
Außerdem muss die Erhaltung der biologischen Vielfalt unterstützt werden,
indem der Schutz von Ökosystemen und natürlichen Lebensräumen sowie
die Bewahrung lebensfähiger Populationen von Arten in ihrer natürlichen
Umgebung gefördert wird. Das in 2002 gesetzte Ziel der „wesentlichen
Verlangsamung des aktuell ablaufenden Prozesses des Verlustes der
Biodiversität im globalen, regionalen und nationalen Maßstab im Sinne des
Beitrages zur Bekämpfung der Armut und zum Wohl aller Lebensformen
auf Erde im Jahr 2010“ wurde bis heute nicht verwirklicht. Es sind viele
Anzeichen des fortlaufenden Verlustes von Biodiversität in allen drei
Grundbestandteilen (Gen-, Arten- und Ökosystemvielfalt) zu beobachten.
Die als gefährdet eingestuften Arten sind mittlerweile akut vom Aussterben
bedroht. In den meisten Weltregionen schreiten die Schrumpfung und
Zustandsverschlechterungen von einheitlichen Lebensräumen voran.
[https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/
docId/ 6524/file/sdrs03_ s75_82.pdf]
21

4.3. Примеры текстов для письменного перевода (психологичес-
кие науки)
TEXT 1. BEGRIFFE UND KONZEPTE
Jedes Wissenschaftsgebiet verfügt über Konventionen, wie die
Phänomene des Untersuchungsgebiets benannt, nach welchen
Gesichtspunkten sie geordnet und klassifiziert werden können, um sie
damit einer systematischen Erforschung zugänglich sowie die
Beobachtungsergebnisse mitteilbar und vergleichbar zu machen.
Allgemein versteht man dabei unter Klassifikation die Einteilung oder
Einordnung von Phänomenen, die durch bestimmte gemeinsame
Merkmale charakterisiert sind, in ein nach Klassen gegliedertes System.
Spezifisch sind damit aber die „Taxonomie“, die systematische Ordnung
nach festen Regeln sowie die dia- gnostische Identifikation (oder der
diagnostische Prozess) angesprochen. Letztere beschreibt die Zuordnung
bzw. den Prozess der Zuordnung bestimmter Merkmale oder Individuen
in diagnostische Klassen bzw. Kategorien eines bestehenden
Klassifikationssystems (Wittchen und Lachner 1996). Vermischt mit dem
Begriff Klassifikation werden in der Psychiatrie und Klinischen
Psychologie häufig die Termini Nomenklatur und Nosologie genannt.
Unter Nomenklatur versteht man spezifische Begriffsbeschreibungen, die
benutzt werden, um die Klassen und Elemente eines Systems zu
identifizieren. Dabei werden sowohl die Namen der Klassen wie auch die
technischen Begriffe definiert. Praktisch gesehen kann eine Nomenklatur
als eine unter Experten anerkannte Liste von Begriffen verstanden
werden, die im Prinzip unabhängig von den zugrunde liegenden
Charakteristika der Klassen ist. Als Beispiel für solche Nomenklaturen
lassen sich das US-amerikanische Diagnostic and Statistical Manual of
Mental Disorders in seiner 5. Version (APA 2013, 2015) mit seinem
Glossar sowie das entsprechende Kapitel V (F) der 10. Revision der
Interna- tional Classification of Diseases (ICD-10; WHO, 1992) anführen,
mit der psychische und Verhaltensstörungen weltweit codiert werden.
Ein zweiter kritischer Begriff ist der der Nosologie (medizinische
Krankheitslehre). Der Begriff Nosologie bezieht sich im Zusammenhang
mit der Klassifikation von Krankheiten auf den Versuch einer eindeutigen
und logischen Unter-, Neben- und Überordnung beschriebener
Krankheiten nach einheitlichen Gesichtspunkten. Dabei spielen in der
Medizin folgende Begriffe eine entscheidende Rolle bei der Definition
von Krankheiten.
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22

TEXT 2. WARUM IST DIE EPIDEMIOLOGIE RELEVANT?
Wie häufig sind psychische Störungen in der Allgemeinbevölkerung, wie
häufig sind schwergradige Störungen und wie häufig treten damit
verbundene Komplikationen und Behinderungen auf? Wie viele… schen mit
psychischen Störungen werden überhaupt vom Versorgungssystem erkannt
und diagnostiziert, und welche psychischen Störungen werden wie häufig in
welchen Einrichtungen behandelt? Wie groß sind der gedeckte und
ungedeckte Bedarf an Interventionen und Diensten, was sind förderliche und
hemmende Faktoren der Hilfesuche und Inanspruchnahme? Welche
Menschen sind am anfälligsten für psychische Störungen (und in welchen
Lebensphasen)? Wie ist der natürliche Verlauf psychischer Störungen –
wann beginnen sie, und welche Verlaufstypen lassen sich finden? Was sind
die Risikofaktoren und kausale Faktoren für Beginn und Verlauf? Wie
wirken dabei genetische und nichtgenetische Faktoren zusammen? Die
Auflistung solcher Fragen ließe sich fortsetzen. Gemeinsam ist ihnen, dass
sie alle in den Gegenstandsbereich der Epidemiologie psychischer Störungen
fallen. Zur Beantwortung dieser Fragen liefert die Epidemiologie spezielle
Ansätze und Methoden, die das klinisch-psychologische Handwerkszeug
ergänzen. Zugleich zeigt diese Themenübersicht, welche wichtige Stellung
die Epidemiologie nicht nur für unser Fach Klinische Psychologie, sondern
auch für die Medizin, Gesundheitsökonomie und Gesundheitspolitik
einnimmt. Diese allgemeinere Bedeutung lässt sich beispielhaft anhand des
berühmten, aus epidemiologischen Daten abgeleiteten „Global Burden of
Disease Project“ der Weltgesundheitsorganisation verdeutlichen. Dieses
Projekt hat nicht nur über viele Jahre hinweg die überaus große globale
Bedeutung psychischer Störungen allgemein und depressiver Störungen im
Besonderen auch im Vergleich zu anderen Erkrankungen herausgearbeitet,
sondern auch verdeutlicht, dass klinisch-psychologisch beeinflussbare
psychische und Verhaltensfaktoren bei der Mehrzahl aller Ursachen für
Behinderung und Tod eine wichtige Rolle spielen. Unter den 22
Hauptgruppen von Ursachen für die globale Krankheitslast, wiedergegeben
über „verlorene Lebensjahre“ („disability adjusted life years“; DALY),
nehmen psychische Störungen insgesamt Platz 6 und unter Jugendlichen und
jungen Erwachsenen (Alter 15–49 Jahre) den Spitzenplatz ein. Nach
Rücken- und Kopfschmerzen sind depressive Störungen insgesamt unter 354
betrachteten Störungen und Erkrankungen global an dritter Stelle der
Hauptursachen für „Lebensjahre mit Behinderung“.
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TEXT 3. LERNPSYCHOLOGISCHE GRUNDLAGEN UND GRUNDBEGRIFFE
(
MIKE RINCK UND ENI S. BECKER)
Lernen ist eine solch allgemeingültige Erfahrung des Menschen, dass wir
kaum jemals darüber nachdenken, was der Begriff eigentlich bezeichnet.
Vielmehr haben wir das Gefühl, zu wissen, was Lernen ist, und
möglicherweise lesen Sie diese Zeilen gerade, um etwas über das Lernen zu
lernen. Es gibt jedoch viele Arten des Lernens, und eine Definition ist für
eine genauere Betrachtung unerlässlich. Eine wissenschaftliche Definition,
mit der viele Forscher übereinstimmen würden, lautet: Lernen ist eine auf
Erfahrung basierende, dauerhafte Veränderung in der Verhaltens-disposition
eines Individuums.Diese Definition unterscheidet sich in mancherlei
Hinsicht vom umgangssprachlichen Gebrauch des Wortes Lernen. Sie ist auf
das Individuum bezogen, d. h., Modebegriffe wie „lernende Organisationen“ fallen nicht darunter. Ein wichtiges Detail der Definition ist der
Begriff „Verhaltensdisposition“, welcher an-zeigt, dass Lernen nicht sofort
und direkt zu einer Veränderung des Verhaltens führen muss. Vielmehr
reicht es aus, wenn eine Verhaltensänderung möglich wird. Dies bedeutet
nicht mehr als die Alltagsweisheit, dass wir nicht alles tun müssen, was wir
gelernt haben. Lernforscher unterscheiden hier zwischen Kompetenz (was
wir tun können) und Performanz (was wir tatsächlich tun). Lernen bezieht
sich somit immer auf Veränderungen der Kompetenz, und zwar nur auf
Veränderungen, die einigermaßen dauerhaft sind (z.B. nicht zufällige
Veränderungen) und die auf Erfahrungen beruhen (d.h. nicht auf
Medikamenten, Drogen, Müdigkeit etc.). Veränderungen der Kompetenz
müssen dabei keineswegs sichtbar werden. Dies ist ein Dilemma der
Lernforschung: Kompetenzveränderungen sind nicht direkt beobachtbar,
sondern nur indirekt aus Veränderungen der Performanz erschließbar. Die
wissenschaftliche Definition ist auch umfassender als die
umgangssprachliche: Zum einen umfasst sie, wie wir weiter unten sehen
werden, auch Lernformen, die dem Laien eher ungewöhnlich erscheinen.
Zum anderen schließt sie auch Veränderungen zum Schlechteren ein, d.h.,
Lernen führt keineswegs immer zu einer Verbesserung von Kompetenz und
Performanz. Dies ist der Punkt, an dem die Lernforschung für die Klinische
Psychologie relevant wird, denn viele klinische Störungen lassen sich
zumindest teilweise durch Lernprozesse erklären, ebenso wie diese Prozesse
bei vielen Therapien eine wichtige Rolle spielen.
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TEXT 4. KOGNITIVE KONTROLLE BEI SUBSTANZKONSUMSTÖRUNGEN
UND ALLTÄGLICHEN SELBSTKONTROLLFEHLERN
Dysfunktionen der kognitiven Kontrolle sind von besonderer Relevanz
für das Verständnis von Beein- trächtigungen der Selbststeuerung bei
Substanzkonsumstörungen sowie nicht substanz-gebundenen suchtartigen
Verhaltensweisen (z.B. dem pathologischen Glücksspielen), die sich durch
einen zunehmenden Kontrollverlust trotz Einsicht in die negativen
Konsequenzen des eigenen Verhaltens auszeichnen. In Aufgaben, die die
Inhibition automatisierter Reaktionen oder impulsiver Reaktionen zugunsten
langfristiger Verhaltens-konsequenzen erfordern, zeigen Probanden mit
Substanz-konsumstörungen (z. B. Amphetamin- und Kokainabhängige)
häufig beeinträchtigte Leistungen sowie eine reduzierte Aktivierung in
präfrontalen Kontrollregionen. Analoge Beeinträchtigungen von kognitiven
Kontrollfunktionen sind auch bei Personen mit nicht substanzgebundenen
suchtartigen Verhaltensweisen (insbesondere im Zusammenhang mit
pathologischem Spielen) gefunden worden, was darauf hindeutet, dass es
sich um störungsübergreifende Mechanismen beeinträchtigter
Selbstkontrolle handeln könnte. Darüber wurde gefunden, dass Personen mit
Substanzkonsumstörungen (z. B. Opiat- und Kokainabhängigen) im
Vergleich zu Kontrollprobanden eine reduzierte Aktivität im dorsalen ACC
zeigen, wenn sie in einer Aufgabe Fehler machen oder mit
Reaktionskonflikten konfrontiert werden. Nach der Konflikt-ÜberwachungsTheorie von Botvinick ist der dorsale ACC an der Überwachung von
Konflikten („conflict monitoring“) und Fehlern („error monitoring“)
beteiligt und signalisiert im Falle eines Konflikts, dass kognitive Kontrolle
mobilisiert werden muss, um ein Ziel gegen konkurrierende Reaktionen
durchzusetzen. Ist die Konfliktüberwachung beeinträchtigt, wird das
exekutive Kontrollnetzwerk und speziell der dorsolaterale präfrontale Kortex
unzureichend aktiviert, sodass kognitive Kontrollprozesse nicht in
hinreichendem Maß mobilisiert werden. Dies wiederum sollte die Inhibition
des durch drogenassoziierte Hinweisreize ausgelösten Verlangens
beeinträchtigen und zu einer stärker habituellen, statt an langfristigen Zielen
orientierten Verhaltenskontrolle führen. Bislang ist ungeklärt, ob
Beeinträchtigungen kognitiver Kontrolle eine Folge chronischen
Substanzmissbrauchs sind oder ob sie als Vulne-rabilitätsfaktoren das Risiko
erhöhen, im Zusammenspiel mit ungünsti-gen situativen Bedingungen eine
Substanzkonsumstörung zu entwickeln.
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TEXT 5. STRESS UND COPING
Stress ist heute ein häufig gebrauchter Begriff, der sowohl dazu dient, die
Anpassung an Alltagsbelastungen zu erklären, als auch den Einfluss von
Überbelastungen auf die Entstehung und/oder Aufrechterhaltung von
Funktionsstörungen und Erkrankungen zu begründen. Das Zusammenspiel
von Situationen, die von einem Individuum als Stress erlebt werden können,
hängt einerseits von der Situation selbst ab, wird jedoch stark beeinflusst von
– der individuellen Wahrnehmung, – ihrer kognitiven und emotionalen
Verarbeitung, – dem individuell zur Verfügung stehenden
Verhaltensrepertoire und – der abschließenden Bewertung der
Situationsbewäl tigung. Dieser interaktive Prozess wurde von Lazarus und
Folkman als das transaktionale Stressmodell beschrieben. Diesem Modell
zufolge wird jede Situation, in der sich eine Person befindet, bezüglich ihres
Ausmaßes an Bedrohung (Primärbewertung) und bezüglich der zur
Verfügung stehenden Bewältigungsmöglichkeiten (Sekundärbewertung)
abge-schätzt. Aus diesen Bewertungsprozessen resultierend, werden eine
Reihe von Kognitionen wie automatische Gedanken, Annahmen,
Erwartungen oder Einstellungen aktiviert, die wiederum zu Emotionen,
physiologischen Vorgängen und letztendlich Emotionen, physiologischen
Vorgängen und letztendlich zu Verhalten führen. In Abhängigkeit von den
Resultaten dieses hoch komplexen Vorganges und der Konsequenzen aus
dem gezeigten Verhalten kommt es zu einer Neubewertung der Situation, die
mittel- oder langfristig das Bewältigungsverhalten in subjektiv als stressvoll
er- lebten Situationen nachhaltig beeinflussen wird.
Die körperlichen Vorgänge, die bei der Bewertung einer Stresssituation
ablaufen, lassen sich u. a. anhand charakteristischer Veränderungen einer
ganzen Reihe von Hormonen beschreiben. Neben den Katecholaminen des
sympathikoadrenomedullären Systems (SAMS) spielen die Hormone der
Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HHNA) eine
bedeutende Rolle. Unterschiedlichste physiologische und psychologische
Stressoren führen u.a. zu einer Freisetzung des Kortikotropin-ReleasingHormons (CRH) im Hypothalamus. Dieser Hormonanstieg bewirkt eine
vermehrte Sekretion des adrenokortikotropen Hormons (ACTH) in der
Hypophyse, das wiederum in einer erhöhten Freisetzung des
Nebennierenrindenhormons Kortisol resultiert. Durch einen negativen
Rückmeldeprozess dieser Hormone an die Hypophyse und den
Hypothalamus kehrt das gesamte System nach dem Abklingen des
jeweiligen Stressors wieder auf seine Ausgangswerte zurück. Die
physiologischen Konsequenzen von Stress sind ausführlich beschrieben.
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TEXT 6. DURCHFÜHRUNG
Ein zentraler Aspekt, den insbesondere Grawe herausgearbeitet hat, ist
die Motivierung durch Befriedigung von Grundbedürfnissen (nach Grawe:
Bindung und Zugehörigkeit, Orientierung und Kontrolle,
Selbstwerterhöhung und -schutz, Lustgewinnung und Unlust-vermeidung).
Nach den Überlegungen von Grawe steht das Interaktionsverhalten des
Patienten mit einem oft nicht bewussten Oberziel in Verbindung (z.B.
Schutzbedürfnis). Befriedigt bzw. „deaktiviert“ der Therapeut nun durch
entsprechende Beziehungs-gestaltung dieses Oberziel des Patienten (gewährt
also Schutz), können andere Ziele des Patienten verhaltensbestimmend
werden, sodass nun das Oberziel eine adäquate Problemlösung nicht länger
behindert. Insofern ist die motivorientierte Beziehungsgestaltung, die auch
als komplementäre Beziehungsgestaltung bezeichnet wird, eng mit dem
Konzept der Plananalyse verbunden, da die Beziehungsgestaltung abhängig
davon ist, welche interaktionellen Pläne der Therapeut beim Patienten
erschlossen hat. Dieser Ansatz entspricht auch allgemeinen Annahmen zur
menschlichen Entwicklung, wonach Ausprobieren und Experimentieren bei
gleichzeitiger Sicherung der Grundbedürfnisse eine optimale Lernumwelt
darstellt: „Positive progressive psychological develop-ment (…) is
facilitated by the presence of safe, stable, and caring others who accept and
encourage experiential explorations“. In der Psychotherapie geht es aber in
vielen Fällen weniger um den intentionalen, als um den volitionalen Aspekt
der Motivation: Der Patient hat möglicherweise mehr oder weniger klare
Wünsche, z.B. Angstgefühlen standzuhalten (Intention), aber auf dem Weg
dorthin durchzuhalten und konsequent zu bleiben (Volition), stellt die
eigentliche motivationale Schwierigkeit dar. Überlegungen dazu, diesen
speziellen Aspekt der Motivation zu fördern, sind in der Literatur zur
Therapiemotivation viel weniger ausformuliert. Aus der Allgemeinen
Psychologie ist jedoch bekannt, dass ein Ziel häufiger erreicht wird, wenn
neben der Zielintention eine Durchführungsintention gebildet worden ist.
Durchführungsintentionen sind dabei als Vorsatz zu verstehen, beim
Eintreten einer bestimmten Situation ein bestimmtes Verhalten zu zeigen. Im
therapeutischen Setting könnte die Zielintention, dem Angstgefühl
standzuhalten, durch die Durchführungsintention „Wenn ich im Kaufhaus
Angst bekomme, dann werde ich nicht weglaufen“ ergänzt und damit die
Wahrscheinlichkeit der Umsetzung gestärkt werden. Günstig scheint es
dabei zu sein, die Bedingungen, unter denen das Zielverhalten gezeigt
werden soll, möglichst konkret zu beschreiben sowie auf die Wichtigkeit der
Durchführungsintention.
27

4.4. Примеры текстов для письменного перевода (менеджмент)
TEXT 1. EINLEITUNG, ZIELSTELLUNG UND METHODEN (MANAGEMENT)
Globaler Wandel, Klimawandel, demographischer Wandel, der Verlust der
Biodiversität und Ressourcenverbrauch stellen Gesellschaft und Wissenschaft
vor große Herausforderungen. Die damit verbundenen Probleme für Mensch
und Umwelt zu überwinden, ist zentraler Bestandteil zahlreicher Forschungs-
und Entwicklungsvorhaben. Eine wesentliche Rolle zur Überwindung dieser
Schwierigkeiten spielen hierbei Entscheidungen zur Landnutzung sowie die
Prozesse zur Entscheidungsfindung auf regionaler und lokaler Ebene. Für die
Entwicklung geeigneter Handlungsstrategien, Technologien und
Systemlösungen wurde durch das Bundesministerium für Bildung und
Forschung der Bundesrepublik Deutschland die Fördermaßnahme
„Nachhaltiges Landmanagement“ (NLM) initiiert. Ein Schwerpunkt hierbei ist
die Entwicklung von Dienstleistungen zur Förderung nachhaltiger
Landnutzungssysteme inklusive eines Informations- und Wissensmanagements. Aufgrund der Komplexität der Strukturen und Abläufe im
Nachhaltigen Landmanagement erfordern erfolgreiche Implementations- und
Transferprozesse einen strukturierten und gezielten Umgang mit
Informationen und Wissen – dies kann ein integriertes Informations- und
Wissensmanagement (IWM) unterstützen. Aus Sicht des wissen-schaftlichen
Begleitvorhabens im Modul B werden mit diesem Diskussionspapier die
Möglichkeiten und Chancen eines integrierten Informations- und
Wissensmanagementsystems identifiziert. Des Weiteren wird dargestellt, wie
sich mit Hilfe eines integrierten IWM-Systems die Barrieren und Hemmnisse
für den Wissenstransfer sowie die Implementation in der inter- und
transdisziplinären Zusammenarbeit überwinden lassen. Darin nimmt der
Wandel im Verständnis über den Transfer von Wissen und Technologien eine
wesentliche Rolle ein. Aufgenommen wird die z.T. langjährige Kritik gegen
Vorstellungen von einseitigen und linear gerichteten Transferprozessen („oneway flow of knowledge“), in denen die Institutionen aus Wissenschaft und
Forschung als Produzenten (Sender) und die Organisationen aus Wirtschaft
und Politik als Nachfrager (Empfänger) von Wissen und Technologien
aufgefasst werden. Damit sich der Einsatz geplanter Implementations- und
Transferprozesse wirksam und erfolgreich vollzieht und sich hieraus ein
optimiertes Innovationspotenzial ergibt, untersucht dieses Diskussions-papier
auch Fragen des Lernens und des Wissens. Die Identifikation und Generierung
von Wissen als zentrale Ressource nehmen in unserer heutigen
Wissensgesellschaft eine vorrangige Funktion ein.
[https://books.google.by/books/about/Management_von_Netzwerkorgani
sationen.html?hl=ru&id=0bWKtvmknTsC].
28

TEXT 2. EINLEITUNG, ZIELSTELLUNG UND METHODEN
Nach der Abgrenzung der beiden Begriffe Wissen und Information fehlt
die Charakterisierung des Begriffes Management, um sich einem besseren
Verständnis von Informations- und Wissensmanagement anzunähern. Der
Begriff des Managements ist ausgesprochen weit verbreitet und wird in
vielfältiger Weise verwendet. So existiert eine Vielzahl von Begriffen, die mit
Management verknüpft und aus unserem Alltag nicht wegzudenken sind.
Seine häufigste Anwendung findet der Begriff Management im Kontext
ökonomischer Fragestellungen, wobei der Begriff nicht nur für die Methoden
und Instrumente der Ökonomie steht, dieser vielmehr als Symbol für die
gesamte Disziplin angesehen werden kann. Eine erste wissenschaftliche
Beschreibung von Management nahm um 1900 HENRI FAYOL vor. Aus
seiner Sicht liegen die Aufgaben des Managements im Planen, Organisieren,
Führen, Koordinieren und Kontrollieren. Den Managementberuf sieht
HENRY MINTZBERG in drei Rollen eingeteilt: das Vermitteln zwischen
Personen, die Beschaffung und Verteilung von Informationen und das
Entscheiden. Als ersten Ansatzpunkt für Management in Verbindung mit der
Wissenschaft kann das Konzept des „scientific management“
(wissenschaftliche Betriebsführung) durch FREDERICK W. TAYLOR von
1911 angesehen werden. Der innovative Grundgedanke für dieses Konzept
liegt darin, die Effizienz (damals in industriellen Unternehmen) nicht nur
durch die Weiterentwicklung der Maschinen zu erreichen, sondern
insbesondere durch arbeitsorganisatorische Maßnahmen. Demnach muss zur
Effizienzsteigerung nicht der Arbeiter ausgetauscht werden, stattdessen ist die
Arbeitsorganisation, also das Management, mit Hilfe wissenschaftlicher
Erkenntnisse zu verbessern. Somit erfolgt erstmals eine Trennung zwischen
Arbeiter und Manager oder detaillierter formuliert zwischen der ausführenden
und planenden Arbeit. Hieraus wird ersichtlich, dass die zentrale Aufgabe des
„Managen“ nicht in der Durchführung sondern in der Steuerung der Prozesse
liegt. In der weiteren Entwicklung rückt der PDCA-Zyklus von WILLIAM E.
DEMING in den Fokus, wobei PDCA für (PlanenDurchführen-Prüfen-
Handeln) steht. Der bereits in den 1940er Jahren entwickelte Ansatz wurde
zunächst in Japan aufgenommen und praktiziert, wohingegen in westlichen
Unternehmen der PDCA-Zyklus erst ab Mitte der 1980er Jahre für Manager
interessant wurde. Der Ansatz ist die Grundlage jeglicher
Qualitätsmanagementsysteme und lässt sich auf alle Prozesse anwenden. Er
dient der kontinuierlichen Verbesserung jeglicher Prozesse in Organisationen
mit dem Ziel einer optimalen Kundenzufriedenheit. Hieraus entstanden ab den
1990er Jahren die Internationalen Qualitätsmanagementnormen.
29

[https://books.google.by/ books/ about/Management_von_
Netzwerkorganisationen.html?hl=ru&id=0bWKtvmknTsC].
TEXT 3. EINLEITUNG, ZIELSTELLUNG UND METHODEN
KLAUS NORTH argumentiert hingegen, dass eine wissens-orientierte
Organisation nicht allein auf einzelne Bausteine begründet werden kann. Es
bedarf vielmehr einer Gesamtkonzeption für alle Bereiche des
Unternehmens mit Blick auf die organisatorischen Rahmen-bedingungen
sowie auf das operative und strategische Unternehmens-management. Das
Konzept verlangt nach Rahmenbedingungen, um den Austausch zwischen
Wissensangebot und Wissensnachfrage zu ermöglichen. NORTH bezeichnet
diesen Austausch als Wissensmarkt. Für eine erfolgreiche Umsetzung
werden drei Handlungsfelder des Informations- und Wissensmanagements
abgeleitet: strategisches und operatives Wissensmanagement sowie
Informations- und Daten-management. Das strategische
Wissensmanagement (Top-down) zeigt, welches Wissen und Können für
Wettbewerbsfähigkeit benötigt wird. Das operative Wissensmanagement
(Bottom-up) beinhaltet insbesondere die Verknüpfung von Information und
Wissen. Wie sich der Transfer von individuellem in kollektives Wissen bzw.
von implizitem in explizites Wissen vollzieht, ist maßgeblich für den Erfolg.
Das Informations- und Datenmanagement beinhaltet die Bereitstellung,
Speicherung und Verteilung von Informationen und ist zwingend notwendig
für den Wissensaufbau und -transfer. Die Grundlage für ein erfolgreiches
Wissensmanagement ist nach NORTH die Überführung von implizitem in
explizites Wissen (analog zum Ansatz von NONAKA & TAKEUCHI).
Denn erst wenn das Wissen in expliziter Form vorliegt, ist es für jeden
Einzelnen oder einer Gruppe in einer Organisation verfügbar. Die Aufgabe
des Wissensmanagements besteht zusammengefasst darin, den Prozess der
organisationalen Wissenserzeugung zu gestalten sowie zu lenken. Das hierzu
entwickelte Wissensmarkt-Konzept ist in drei Säulen gegliedert:
Rahmenbedingungen (Unternehmensleitbilder), Spieler (Akteure des
Wissensmarktes) und Spielregeln (z.B. Partizipation, Transparenz) sowie
Instrumente und Prozesse (z.B. Transfer, Implementation, Evaluation,
Weiterentwicklung von Best Practices, Pflege von Datenbanken,
Webpräsenz). Ein weiteres wichtiges Instrument sind die Wissensmanagementsysteme, die mit Hilfe von I von Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) auf einer eigens für Nutzer geschaffenen
Plattform u.a. verschiedene Wissensdienste (z.B.E-Learning, Online Communities, Fachdatenbanken) anbieten kann. Für die praktische Umsetzung
eines IWM in NLM ist anhand des Konzepts vom Wissensmarkt nach
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