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Deutschland im Wandel der Zeit = Германия через призму времени. Учебное пособие.pdf
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der Ernte und des Viehbestandes abgeben); Anrecht auf Ämter; Jagd-, Holz-, Wasserrecht und andere Herrenrechte. Der Klerus war vom Militärdienst und allen Steuern befreit; sie durften eigene Steuern erheben (den Zehnt).
Die Bürger und die Bauern umfassten das gesamte Volk in Stadt und Land. Zum Bürgertum gehörte das Großbürgertum (Bankiers, Großhändler u.a.), Bürgerliche in freien Berufen (Rechtsanwälte, Notare, Ärzte, Gelehrte, Lehrer, Künstler u.a.), Handwerker und Ladenbesitzer, in Zünften organisierte Arbeiter, Gesellen und Lehrlinge, in den Manufakturen beschäftigte Arbeiter, Tagelöhner, Hauspersonal, „Unehrliche“. Die Vertreter des dritten Standes hatten keine Privilegien. Sie trugen die schwere Last aller Steuern. Viele Bürger waren verarmt und lebten in großer Not. Die Lage der Bauern war besonders schwer. Die meisten Bauern lebten noch in feudaler Abhängigkeit. Sie wurde infolge der Abgaben und hoher Steuerlasten am wirtschaftlichen Aufstieg gehindert. Ihre Dienste und Abgaben bildeten die wesentliche Existenzgrundlage des Adels, ihre Steuerleistungen waren ein wichtiger Bestandteil der Staatseinnahmen. Die Bauern lieferten noch die Masse der Soldaten für die Heere der Fürsten.
Ende des 18. Jahrhunderts reiften in Deutschland die Widersprüche heran, die zu Empörungen gegen Adel und Territorialfürsten führten. Den Anstoß dazu gab die Französische Revolution, die am 14. Juli 1789 in Paris begann.
Die revolutionäre Situation in Frankreich von 1789 war durch die Herrschaftskrise des französischen Absolutismus und durch Unruhen unter den sozialen Ständen vorbereitet worden. Der Aufstand begann in Paris im Juli 1789, nachdem die Abgeordneten der Nationalversammlung, die Vertreter des dritten Standes und ihre adligen Mitkämpfer, dem König den Gehorsam verweigert hatten. Die Aufständischen erhoben sich unter der Losung „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“. Sie forderten die in einer neuen Verfassung verankerten Menschen- und Bürgerrechte. Von der Nationalversammlung wurden die Sonderrechte der Städte und Provinzen beseitigt, staatliche und private Handelsmonopole und Zunftprivilegien sowie Zunftzwang aufgehoben, die mit der Grundherrschaft verbundenen Rechte abgeschaffen. Der französische Adel und der Klerus verzichteten auf ihre Privilegien. Weitere gesetzliche Maßnahmen trieben die Umgestaltung der Gesellschaft voran. Die „Menschenrechte“ wurden schon 1789 verkündet. Die Wichtigsten Rechte waren folgende:
1. Die Menschen werden frei und gleich an Rechten geboren.
2. Diese Rechte sind Freiheit, Eigentum, Sicherheit und Widerstand gegen Bedrückung.
3. Die Freiheit besteht darin, alles tun zu können, was anderen nicht schadet.
4. Alle Bürger sind in der gleichen Weise zu allen Würden, Stellungen und öffentlichen Ämtern zuzulassen ohne andere Unterschiede als ihre Tüchtigkeit und Begabung.
5. Niemand kann angeklagt, verhaftet und gefangen gehalten werden außer in den vom Gesetz festgelegten Fällen u.a.
Die Nationalversammlung beschloß, die Menschenrechte in einer schriftlich festgelegten Verfassung zu verankern. Sie wurden auch zum Bestandteil der Verfassung Frankreichs von 1791. Darin wurde auch die Gewaltenteilung (legislative = gesetzgebende Gewalt, exekutive = ausführende Gewalt, judikative = richterliche Gewalt) verwirklicht. Frankreich wurde zur konstitutionellen Monarchie erklärt. Der König Ludwig 16. wollte mit seiner Familie fliehen, doch wurde er unterwegs erkannt, nach Paris gebracht und sollte die Verfassung unterschreiben. Seine Bewegungsfreiheit wurde durch das Parlament begrenzt, weil er zum landesverräterischen König erklärt wurde.
Die Ereignisse in Frankreich jagten den anderen europäischen Fürsten großen Schrecken ein. Zahlreiche Emigranten aus dem französischen Adel waren ins Rheinland geflohen und versuchten, die deutschen Fürsten zum Krieg gegen Frankreich zu treiben. Die Monarchen und der europäische Adel erkannten, dass die FR die alte Gesellschaftsordnung bedrohte. Sie fürchteten, dass ihre Völker sich erheben würden, und planten einen Krieg gegen Frankreich. Die deutschen Großmächte Österreich und Preußen traten für die Wiederherstellung der königlichen Regierungsgewalt in Frankreich ein. Nach dem Scheitern des Fluchtversuches Ludwigs 16. verkündeten der Kaiser des Reiches und der König von Preußen offen die Pläne einer Intervention der Feudalmonarchien in Frankreich. In
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Paris debattierte man über Krieg oder Frieden. Die Jakobiner wollten die Revolution zu Ende führen und sahen sie durch einen Krieg nur gefährdet. Ihre Gegner, die Girondisten, erhofften von einem Krieg die Beseitigung der starken Spannungen im eigenen Volk. Die Mehrheit der Nationalversammlung zwang den König 1792, Österreich den Krieg zu erklären. Am 20. April erklärten das französische Parlament und der König dem Kaiser Franz 2. den Krieg.
1792 begann die Epoche fast ununterbrochener militärischer Auseinandersetzungen, die sich über mehr als zwei Jahrzehnte erstreckte.
Die europäischen Mächte befürchteten von Anfang an eine Verschiebung des europäischen Gleichgewichts zugunsten Frankreichs. England sah in der Okkupation einiger Gebiete eigene Interessen berührt, weil mit der Scheldemündung einer der wichtigsten kontinentalen Umschlagplätze des internationalen Handels unter die französische Kontrolle geraten war.
Aber erst nach der Hinrichtung Ludwigs 16. (am 21. Januar 1793) kam die gegenrevolutionäre Front zustande. England, Holland, Spanien, Sardinien, Portugal und die meisten deutschen und italienischen Staaten bildeten mit Preußen und Österreich die erste Koalition. Diese Koalition bestand in den Jahren 1793-1797. Zuerst wich die französische Revolutionsarmee unter dem Druck der Koalitionstruppen. Die Franzosen verloren 1793 Belgien und das linke Rheinufer. Ein Jahr später marschierten sie dort wieder ein. Belgien, die linksrheinischen Gebiete, Savoyen und Nizza wurden annektiert. Die alten Verwaltungen wurden wieder eingesetzt. Die Bevölkerung litt unter harten Kontributionen, vielen Steuern und ständigen Einquartierungen. 1797 wurde das ganze linksrheinische Gebiet der Republik Frankreich eingegliedert.
Die französischen Truppen feierten Siege in ganz Europa. England war vom Kontinent isoliert, Belgien war annektiert, Holland in die Batavische Republik umgewandelt, Italien in 5 Töchterrepubliken (mit Ausnahme der an Österreich abgetretenen Gebiete der Republik Venedig und der Toskana) aufgeteilt. Die Franzosen beherrschten das Mittelmeer. 1795 trat Preußen aus der Koalition aus, um im Osten bei der polnischen Teilung die Truppen gegen Russland und Österreich zu haben. 1797 erkannten Preußen und Österreich die Abtretung des linken Rheinufers an Frankreich an. Die beherrschende Stellung Frankreichs änderte sich nach dem Sieg der englischen Flotte in der Bucht von Abikur im Mittelmeer am 1. August 1798. England bildete die zweite Koalition gegen Frankreich. Zu dieser Koalition gehörten Russland, Österreich, Portugal, Neapel und die Türkei mit Ägypten. Preußen blieb neutral.
Frankreich befand sich durch die Bildung der zweiten Koalition in einer schweren Situation. Das nutzte der populäre französische General Napoleon Bonaparte, der einen Staatsstreich vorbereitet hatte.
Napoleon Bonaparte wurde 1769 auf Korsika in der Familie eines Rechtanwaltes geboren. Mit 10 Jahren wurde der Junge nach Frankreich gebracht, wo er in einer Militärschule lernen sollte. Er wurde zum Artillerieoffizier ausgebildet. 1792 kam N.B. nach Paris. Der junge Offizier war sehr ehrgeizig, er wollte Geltung, Macht und Ruhm gewinnen. Er war kühn und bereit, sich selbst einzusetzen. Seine militärischen Fähigkeiten zeigte er 1793, indem er sich bei der Einnahme der Stadt Toulon auszeichnete: Er hatte einen Plan der Beschießung der Stadt ausgedacht, der erfolgreich war. Die Engländer räumten Stadt und Hafen. Zur Belohnung wurde der 24-jährige Offizier vom Konvent zum Brigadegeneral ernannt. Sein Name wurde in ganz Frankreich bekannt. Seine Soldaten hingen an ihm mit Begeisterung. Ihr General vollbrachte Wunder an Feldherrnkunst und persönlichem Mut. Die Soldaten glaubten, dass sie unter der Führung Napoleons nicht für die Interessen eines einzelnen, sondern für die Freiheit und Größe ihres Vaterlandes kämpften. Um zu Macht und Einfluss zu gelangen, knüpfte Napoleon zuerst die Beziehungen zu den Jakobinern an, später verstand er es, sich dem Direktorium nützlich zu machen. Das Direktorium übergab dem jungen General den Oberbefehl über die Truppen in Italien. Als Oberbefehlshaber errang Napoleon 1796–1797 militärischen Ruhm und politische Macht. Man erwartete von ihm die Lösung aller Probleme. Frankreich, das eine Vormachtstellung in Europa gewonnen hatte, hatte einen gefährlichen Feind – England. Um England zu schwächen, wollte man die lebensnotwendige Verbindung zwischen England und Indien, das Englands Kolonie war, durchschneiden. Napoleon fuhr mit seiner Armee mit einer Flotte von Toulon aus, nahm Malta, landete in Ägypten und
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siegte in der Schlacht bei den Pyramiden (1798) über den Reiterheer der türkische Mameluken. Die französische Flotte war aber in der Seeschlacht bei Abikur von den Engländern völlig vernichtet, damit war Napoleons Rückweg abgeschnitten. Napoleon verließ seine Armee und flüchtete an Bord einer Fregatte nach Frankreich. Die Pariser umjubelten Napoleon. Für das Volk war er der siegreiche Held, der aus dem Orient kam, um die Nation zu retten. Der „Rat der 500“ (die zweite Kammer des französischen Parlaments) verlangte aber von Napoleon Rechenschaft für den Verlust der Armee in Ägypten. Napoleon holte daraufhin seine Soldaten in den Parlamentssaal. Das Parlament und das Direktorium wurden auseinandergejagt. Am 9. November 1799 wurde Napoleon zum Diktator. Er bildete ein Konsulat, das die Regierung übernahm. Der erste Konsul, Bonaparte, hatte alle Macht in seinen Händen. Er erklärte die Revolution für abgeschlossen (am 15. Dezember 1799) und zog in den nächsten Jahren die Alleinherrschaft an sich. Durch Volksabstimmung ließ er sich das Konsulat auf Lebenszeit übertragen und 1804 durch Senatsbeschluss und Volksabstimmung in ein erbliches Kaisertum umwandeln. 1804 wurde er zum Kaiser gewählt. Seine Insignien (регалии) weihte der Papst, der der Krönung beiwohnte. Frankreich wurde wieder zur erbliche Monarchie.
Unter Napoleon wurde Frankreich zum mächtigsten Staat in Europa. Napoleon gewann das Vertrauen der meisten Franzosen: Er ließ viele Errungenschaften der französischen Revolution bestehen. Im „Code Napoleon“, dem berühmten Rechtsbuch, gab er der Rechtsgleichheit aller Franzosen feste gesetzliche Formen. Die Steuern waren auf alle gleichmäßig verteilt. Die Vorrechte des Adels und der Geistlichkeit blieben beseitigt. Die Bauern durften den Boden ihrer ehemaligen Grundherren als Eigentum behalten. Jeder Franzose konnte zu den höchsten Stellen in Beamtentum und Armee aufsteigen. Die politischen Freiheiten besaßen aber die Bürger nicht mehr. Die politische Macht konzentrierte Napoleon in seiner Hand. Er wollte nicht nur im Lande herrschen, sein Traum war, Frankreichs Hegemonie in Europa zu erringen und politische und soziale Wandlungen nach französischem Beispiel in vielen europäischen Ländern durchzusetzen. Die Logik der Machtpolitik trieb Napoleon von einer Eroberung zur anderen.
Die Niederlage des Reiches gegen Napoleon gab den Anstoß zu einer grundlegenden Neuordnung aller staatlichen Verhältnisse in Mitteleuropa. Die größeren und mittleren Reichsfürsten sollten für ihre Gebietsverluste auf dem an Frankreich abgetretenen linken Rheinufer durch Territorien der Kirche und kleinerer weltlicher Herrschaften entschädigt werden.
Bistümer und Abteien, kleinere Fürstentümer und Reichsstädte wurden mediatisiert, d.h. größeren Teilen zugeschlagen. Die Säkularisierung, d.h. die politische Entmachtung der geistlichen Herrscher und die Enteignung großer Teile kirchlichen Eigentums, bedeutete einen wichtigen Schritt zur Auflösung der feudalen und ständischen Gesellschaft: Bauern und Bürger erwarben kirchlichen Grund und Boden, in manche Kloster zogen moderne Gewerbebetriebe ein. Die kostbaren Klosterbibliotheken kamen in Staatsarchive, wenn sie nicht als Altpapier verschachert wurden. Die meisten Katholiken kamen unter die Herrschaft protestantischer Fürsten. Lange mussten die Katholiken um ihre Gleichberechtigung kämpfen. Ungeachtet der schweren Verluste brachte die Säkularisierung auch gute Folgen. Die Kirche hörte auf, reine Adelskirche zu sein. Die arm und machtlos gewordene Kirche gewann an religiösem Ernst und geistlicher Autorität. So war das Jahr 1803 ein verborgener Neubeginn für die Deutsche Kirche.
Der preußische König Friedrich Wilhelm 3. hegte die Hoffnung, einen norddeutschen Bund unter preußischer Herrschaft zu bilden. Napoleon überraschte ihn nach dem Sieg im dritten Koalitionskrieg mit der Gründung des Rheinbundes. Dadurch wollte Napoleon die süd- und westdeutschen Territorialfürsten völlig in französische Abhängigkeit bringen. Und unter starkem französischem Druck unterzeichneten die Vertreter von 16 deutschen Staaten im Juli 1806 den Rheinbund-Traktat. Diese Staaten traten aus dem Reichsverband aus und schlossen sich zu einer Rheinischen Konföderation zusammen. Jeder der sogenannten Rheinbundstaaten war verpflichtet, an einem Kontinentalkrieg auf der Seite Frankreichs teilzunehmen und ein festgelegtes Truppenkontingent zu stellen. Es wurden 63 000 deutsche Menschen zum Kriegsdienst für Napoleon gezwungen.
Die Gründung des Rheinbundes war der Landesverrat der deutschen Fürsten, sie bedeutete die Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Der deutsche Kaiser Franz 2. legte die Kaiserkrone nieder. Das
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Reich war in drei Teile zerfallen: Österreich, Preußen und das „dritte Deutschland“ (so nannte man die übrigen, meist zum Rheinbund gehörenden Staaten). Die Fürsten des Rheinbundes begannen ihre Staaten nach dem Vorbild Frankreichs zu reorganisieren.
Philosophen und Dichter bekannten sich in der Zeit der napoleonischen Herrschaft zu einer „deutschen Nation“ und riefen zum Kampf gegen die Fremdherrschaft auf. Die „Befreiung“ von Napoleon sollte zugleich zu einem allgemeinen Aufbruch in die „Freiheit“, in einen nationalen Verfassungsstaat werden. Nach und nach erwachte der Widerstand gegen die napoleonische Herrschaft in den deutschen Ländern. Immer drückender wurden die Lasten der französischen Besatzung, die Aushebung deutscher Truppen und das Elend der fortgesetzten Kriege empfunden. In Preußen wurde der eher zögernde König Friedrich Wilhelm 3. von der aufflammenden nationalen Begeisterung zum Krieg gegen Napoleon getrieben. Der Widerstand gegen Napoleon konnte sich bald auf eine Freiwilligenbewegung aus allen Bevölkerungsschichten stützen und organisierte sich in sogenannten Freikorps. Nach der Niederlage Napoleons in Russland 1812 erringen die verbündeten preußischen, österreichischen und russischen Truppen in der „Völkerschlacht“ bei Leipzig am 16.-19. Oktober 1813 den entscheidenden Sieg über den französischen Kaiser. Napoleon musste sich mit seiner Armee nach Frankreich zurückziehen, der Rheinbund löste sich auf.
Mit dem historischen Fachbegriff Restauration (lat. restaurare = wiederherstellen) wird allgemein die Wiederherstellung eines politischen Zustandes bezeichnet. In der Regel ist es die Wiedereinsetzung einer alten Dynastie, die im Zuge einer Revolution beseitigt worden ist.
In der Zeit der napoleonischen Herrschaft in Europa wurden in allen deutschsprachigen Staaten tiefgreifende Reformen durchgeführt, die für sie progressive Entwicklung brachten. Nach der französischen Niederlage 1814/15 waren die deutschen Fürsten entschlossen, alle Neuerungen zu beseitigen und gleichsam die alte Ordnung wiederherzustellen.
Als Beginn der deutschen Restauration wird der Wiener Kongress angesehen. Der Kongress der Sieger über Napoleon versammelte sich in Österreich in Wien im September 1814. Der Gastgeber war der österreichische Außenminister Fürst von Metternich für Österreich, der später, zwischen 1815 und 1848, die europäische Politik beeinflusste. Die Teilnehmer des Wiener Kongresses waren die Fürsten und Minister der verbündeten Großmächte Russland, Großbritanien, Österreich und Preußen. Die wichtigsten Teilnehmer des Kongresses waren der preußische Fürst von Hardenberg und Zar Alexander I. von Russland. Sie schlossen sich zur so genannten Heiligen Allianz zusammen und vereinbarten, alle revolutionären und nationalstaatlichen Bewegungen zu bekämpfen, um die monarchischen Systeme zu sichern. Die Unterzeichner des Bündnisses bekannten sich zum Gottesgnadentum der Herrscher und bezeichneten die christliche Religion als Fundament der herrschenden politischen Ordnung. Die Gründung der Heiligen Allianz geschah auf Anregung vom Zaren Alexander I., dessen Religiosität dabei eine wesentliche Rolle spielte.
Am 9. Juni wurden die Schlussakte des Kongresses unterzeichnet. Der Wiener Kongress beschloss die staatliche Neuordnung Europas. Das Ergebnis des Wiener Kongresses stand einerseits im Zeichen der Restauration.
1. Preußen erhielt einige Provinzen und grenzte Jetzt Unmittelbar an Frankreich.
2. Bayern sollte Salzburg und Tirol an Österreich abgeben, erhielt aber einige Gebiete am linken Rheinufer.
3. Südwestdeutschland blieb unangetastet.
4. Österreich bekam einige Gebiete Italiens und Bayerns, verzichtete aber auf seine Besatzung am Rhein, in Belgien und Breisgau.
5. Belgien und Niederlande wurden zum Vereinigten Königreich der Niederlande.
6. Russland erhielt das 1809 von Schweden eroberte Finnland endgültig.
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7. Großbritanien war der größte Gewinner: es erwarb einige Inseln und Kolonien.
8. Frankreich begnügte sich mit seinen Grenzen von 1789.
9. Die Schweiz wurde zu einem Staatenbund (22 Kantonen).
Auf dem deutschen Boden wurde der Deutsche Bund gegründet, der aus 35 Fürstentümern bestand. Er trat an Stelle des alten Reiches, die „Deutsche Bundesakte“ wurden in Wien am 7 Juni 1815 unterzeichnet. Die Fürsten, die die „Deutschen Bundesakte“ unterzeichneten, vertraten die Meinung, dass es nur deutsche Völker gibt und dass sie in verschiedenen Staaten leben sollen. Der DB besaß Bundestruppen, die alle Länder des Bundes verteidigen sollten. Es gab aber keine einheitliche Verfassung. Durch die „Deutsche Bundesakte“ wurde den Einzelstaaten das Recht gegeben, die Landesverfassungen selbst zu schaffen. Die Fürsten wollten auch keinen starken Kaiser über sich haben. Die Fürsten bekamen ihre „monarchische Autorität“ zurück, ihre Rechte wurden restauriert, und deswegen spricht man von der Zeit der Restauration in Europa, besonders in Deutschland.
Aufgabe 4. Finden Sie die Wörter aus der Aufgabe 3 in Text oben und präsentieren Sie den Kontext, in dem diese Wörter gebraucht wurden.
Aufgabe 5. Erstellen Sie nach den Informationen oben Stichpunkte zu dem folgenden Plan:
Deutschland am Ende des 18. Jahrhunderts.
Deutsche Gesellschaftsentwicklung vor der französischen Revolution.
Französische Revolution von 1789.
Deutsche Länder im Krieg gegen das revolutionäre Frankreich.
Die Koalitionskriege.
Der Aufstieg Napoleons.
Neuordnung durch Napoleon.
Die Gründung des Rheinbundes und das Ende des alten deutschen Reiches.
Der Widerstand gegen Napoleon und die Befreiungskriege.
Deutsche Restauration. Der Wiener Kongress und seine Ergebnisse. Gründung des Deutschen Bundes.
Aufgabe 6. Ordnen Sie chronologisch die folgenden Begriffe: Französische Revolution – „Pillnitzer Erklärung (Deklaration)“ – Kanonade von Valmy – Mainzer Republik – Rheinbund – Zusammenbruch von Preußen – Reformen in Preußen und Deutschland – Niederlage Napoleons in Russland – Befreiungskriege – „Völkerschlacht“ – Wiener Kongress – der Deutsche Bund1.
Aufgabe 7. Gruppenarbeit. Modellieren Sie das Konzept „Französische Revolution 1789 und französische Vorherrschaft in Deutschland“! präsentieren Sie Ihre Ergebnisse im Plenum oder auf der Lernplattform.
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Folgende Links können Ihnen bei der Aufgabenbewältigung helfen: Pillnitzer Deklaration : [сайт]. URL: https:// de.wikipedia.org/wiki/Pillnitzer_Deklaration (letzter Zugriff 07.12.2021). Kanonade von Valmy : [сайт]. URL: https:// de.wikipedia.org/wiki/Kanonade_von_Valmy (letzter Zugriff 07.12.2021). Mainzer Republik : [сайт]. URL: https:// de.wikipedia.org/wiki/Mainzer_Republik (letzter Zugriff 07.12.2021). Rheinbund : [сайт]. URL: https:// de.wikipedia.org/wiki/Rheinbund (letzter Zugriff 07.12.2021). Reformen : [сайт]. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/ Preu%C3%9Fische_Reformen (letzter Zugriff 07.12.2021).
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Aufgabe 8. Erinnern Sie sich an die russische Geschichte dieser Zeit. Welche Ereignisse und Erscheinungen wären wichtig zu nennen?
Aufgabe 9. Erkundigen Sie sich nach dem Begriff „Restauration“ in Wahrig (Duden). Definieren Sie den Begriff!
Aufgabe 10. Überlegen Sie sich:
a) Was vereinigte den russischen Zaren Alexander I., Kaiser Franz I. von Österreich und den preußischen König Friedrich Wilhelm III. und den österreichischen Außenminister Metternich?
b) Warum gibt es in der Bezeichnung der Allianz das Wort „Heilig“?
c) Was war das Ziel dieser Allianz?
d) Was bedeutet das Wort „die Burschenschaft“ ursprünglich? Was bedeutet Allgemeine Deutsche Burschenschaft?
e) Erklären Sie die Herkunft der Bezeichnungen „das Wartburgfest“ (1817) und „das Hambacher Fest“ (1832). Welche zwei Ereignisse der deutschen Geschichte dienten als Symbole der deutschen Einheit und Freiheit? Stellen Sie sich vor, Sie haben an einem dieser Feste teilgenommen. Erzählen Sie über diese zwei Feste und ihre Folgen!
f) Erläutern Sie den Sinn der Karlsbader Beschlüsse!
g) Unter welchen Bedingungen konnten die deutschen Staaten einen erfolgreichen Kampf gegen Napoleon führen?
h) Was verursachte den Widerstand gegen Napoleon?
i) Was verursachte den Krieg von 1813?
j) Wodurch unterschied sich die Stellung Österreichs und Deutschlands im letzten Krieg gegen Napoleon?
k) Warum führte die Bewegung der Patrioten nicht zur Einheit Deutschlands unmittelbar nach 1813?
Aufgabe 11. Recherchieren Sie nach zusätzlichen Informationen zum Thema „Die Französische Revolution 1789“ (Artikel, Vorträge, Videos u.a.), machen Sie sich erst damit bekannt. Was könnten Sie Ihren Mitstudierenden empfehlen? Was enthalten diese Quellen? Beschreiben Sie sie und begründen Sie, warum es empfehlenswert ist.
Aufgabe 12. Sprechen Sie zu den folgenden Punkten ausführlich.
1. Deutschland am Ende des 18. Jahrhunderts.
2. Deutsche Gesellschaftsentwicklung vor der französischen Revolution.
3. Französische Revolution von 1789.
4. Deutsche Länder im Krieg gegen das revolutionäre Frankreich.
5. Die Koalitionskriege.
6. Der Aufstieg Napoleons.
7. Neuordnung durch Napoleon.
8. Die Gründung des Rheinbundes und das Ende des alten deutschen Reiches.
9. Der Widerstand gegen Napoleon und die Befreiungskriege.
10. Deutsche Restauration. Der Wiener Kongress und seine Ergebnisse. Gründung des Deutschen Bundes.
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Aufgabe 13. Bereiten Sie einen Vortrag zu einem von den angegeben Themen vor und halten Sie ihn im Seminar.
1. Napoleon Bonaparte.
2. Fürst von Metternich.
Denken Sie bei der Vorbereitung des Vortrags an eine Unterstützung wie Handout, Power Point Präsentation o.Ä. Da schildern Sie den Plan des Vortrags, die wichtigste Informationen in Stichpunkten, passende Bilder/Fotos, unbekannte/unklare Wörter/Begriffe mit ihrer Erläuterung. Für die Präsentation der Materialien haben Sie 10 Minuten Zeit. Bereiten Sie bitte auch die Kontrollfragen für Ihre Mitstudierenden vor. Für diese Tätigkeit stehen Ihnen 10 Minuten Zeit zur Verfügung.
Die empfohlene Literatur:
1. Biografisches Lexikon zur deutschen Geschichte. Berlin,1967.
2. Deutsche Geschichte. Band 1. Berlin, 1967.
3. Deutsche Geschichte. Kleine Enzyklopädie. Leipzig, 1965.
4. Deutsche Geschichte in Daten. Berlin, 1967
5. Lexikon der deutschen Geschichte. Stuttgart, 1983.
6. Streisand J. Deutsche Geschichte in einem Band. Berlin, 1970.
7. Zettl E. Deutschland in Geschichte und Gegenwart. 1993.
8. Tatsachen über Deutschland. Frankfurt/Main, 1996.
9. Vorlesungen.
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Überprüfen Sie sich selbst:
1. Welcher König war an der Macht, als die Revolution ausbrach?
2. 1789 war Frankreich bankrott. Der verschwenderische Adel und andauernde Kriege hatten das Land in den Ruin getrieben. Nach mehr als 170 Jahren sah sich der König gezwungen, die Generalstände einzuberufen. Wie setzten sie sich zusammen?
3. Was versteht man unter Ballhausschwur?
4. Was fand am 14. Juli 1789 statt?
5. Welcher Spruch ist mit der Französischen Revolution verbunden?
6. Welche Farben trugen die Fahnen der Revolution?
7. Die Frage, ob Frankreich eine bürgerliche oder soziale Republik werden sollte, führte zur Terrorherrschaft der Jakobiner. Wer war ihr Anführer?
8. Am 26. Juli 1794 wurde Robespierre gestürzt, die Terrorherrschaft beendet. Von 1795–1799 herrschte das Direktorium. Wer oder was brachte es zu Fall?
9. Was ist eine Revolution?
10. Was war die Bastille und wo stand sie?
waagere cht:
2.
Kirche
5.
Welche Sprache benutzte man jetzt an den Höfen Europas?
6.
Der Handel wurde gefördert. Dies nannte man ...
8.
Die viele Arbeit und schlechte Ernährung hatten ... zur Folge.
9.
Durch hohe Abgaben und Missernten entstand ...
10.
Kinder konnten vor der Revolution die ... nicht besuchen.
13.
Hier baute Ludwig XIV. sein Schloss.
15.
Für Waren innerhalb Frankreichs schaffte man ... ab.
16.
Bauern zahlten an den Grundherrn hohe ...
17.
Vor der Regierungszeit Ludwig XIV. wütete in Europa ein ...
senkrecht:
1.
Die Regierungsform Ludwig XIV. nennt man ...
3.
Man erhob hohe Steuern auf die ... ausländischer Waren.
4.
Die Menschen im Absolutismus gehörten einem ... an.
7.
An der Spitze des Absolutismus steht der ...
11.
Nur der dritte Stand zahlte hohe ...
12.
Der König hieß
14.
Ludwig wählte das Symbol ...
11. Weshalb wurde Ludwig der XVI. hingerichtet?
Lösen Sie das folgende Kreuzworträtsel:
Содержание
Содержание
Zusätzliche Möglichkeiten für Sich-Überprüfen finden Sie unter den folgenden Links1.
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Reflektieren Sie sich über das ganze Thema und beantworten Sie die folgenden Punkte.
Das war neu für mich:
Was war schwierig. Warum?
Was war einfach? Warum?
Was hat mir beim Lernen geholfen?
Hier habe ich noch Fragen:
Das wichtigste für mich war:
Besprechen Sie Ihre Überlegungen in den Kleingruppen. Die Ergebnisse werden im Plenum bewertet und zusammengefasst.
1
Französische Revolution : [сайт]. URL: https://online-lernen.levrai.de/geschichte_uebungen/ franzoesische_revolution/55_test_franzoesische_revolution_uebung.htm (letzter Zugriff: 07.12.2021). Französische Revolution. Übungen : [сайт]. URL: https://online-lernen.levrai.de/geschichte_uebungen/ franzoesische_revolution/52_test_2_franzoesische_revolution_arbeit.htm (letzter Zugriff: 07.12.2021). Französische Revolution : [сайт]. URL: https://online-lernen.levrai.de/geschichte_uebungen/ franzoesische_revolution/53_test_3_franzoesische_revolution_arbeit.htm (letzter Zugriff: 07.12.2021).
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THEMA 5. DIE NATIONALE BEWEGUNG IN DEUTSCHLAND UND DIE REVOLUTION VON 1848

Aufgabe 1. Machen Sie sich mit den folgenden Informationen vertraut. Markieren Sie beim Lesen die Schlüsselwörter. Beachten Sie auch die fettgedruckten Begriffe. Erkundigen Sie sich nach derer Definition.
Die Jahre zwischen 1815 und 1848 waren die Zeit des Kampfes der nationalen und liberalen Kreise um Einheit und Freiheit. Die Liberalen wünschten die Freiheit des Einzelnen und die Mitbesinnung der Staatsbürger bei der Regierung im Land. Die national gesinnten Kräfte strebten nach der Einheit des Volkes in einem Staat. Der Deutsche Bund wurde zum Punkt politischer Hoffnungen und Erwartungen. Die nationale Bewegung wurde im Laufe der Zeit so vorherrschend, dass sie alle anderen politischen Richtungen durchsetzte. Gerade weil noch keine deutsche Gesamtnation bestand, obwohl sie durchaus möglich und nah erschien, bildete sich ein so starker Nationalismus heraus. Das Erwachen des Nationalgedankens machte vor allem die weitere Existenz Österreichs als Vielvölkerstaates schwer vorstellbar. Deshalb versuchte die Habsburgische Dynastie, obwohl auch vergeblich, die übernationalen Prinzipien ihrer alten Reichsidee festzuhalten.
Im Februar 1848 brach in Frankreich eine bürgerlich-demokratische Revolution aus, später die Februarrevolution genannt. Sie beendete die Herrschaft des ursprünglich liberalen Bürgerkönigs Louis-Philippe von Orleans und führte zur Ausrufung der Zweiten Republik. An deren Spitze wurde im weiteren Verlauf der Revolution der Neffe des ehemaligen Kaisers Napoleon Bonaparte namens Louis Napoleon Bonaparte zum Staatspräsidenten gewählt.
Die Ereignisse der Februarrevolution bildeten den Funken für Volkserhebungen auch in den Staaten des Deutschen Bundes. Nach dem Monat ihres Beginns wurde diese neue Revolution Märzrevolution genannt. Sie umfasste eine Reihe von bürgerlich-demokratischen und nationalistischen Erhebungen. Die Märzrevolution dauerte bis Juli/August
1849. Bezogen auf die deutschsprachigen Brennpunkte wird die Märzrevolution oft auch als „Deutsche Revolution“ bezeichnet.
Eine Burschenschaft ist eine Studentenverbindung. Die Burschenschaften entstanden in Deutschland nach den Befreiungskriegen gegen Napoleon. Ihre Ziele waren die Abschaffung der deutschen Kleinstaaterei, die Durchsetzung einer demokratischen Verfassung im Rahmen der Monarchie und die Schaffung eines großdeutschen Reiches.
Die Urburschenschaft (die ursprüngliche, allererste), die 1815 in Jena gegründet war, bestand aus Gruppen mit nationalen, christlichen und freiheitlichen Ideen. Sie forderte mit den Werten „Ehre-Freiheit-Vaterland“ staatsbürgerliche Verantwortung, ethnische Solidarität und individuelle Freiheitsrechte zugleich ein.
Die Karlsbader Beschlüsse waren das Resultat der Karlsbader Konferenz vom 6. bis 31. August 1819. Zum Gegenstand hatten sie Maßnahmen zur Überwachung und Bekämpfung liberaler und nationaler Bestrebungen in Deutschland des XIX. Jahrhunderts. Karlsbad ist der deutsche Name der heute tschechischen Stadt Karlovy Vary. Erst mit der Revolution 1848 wurden die Karlsbader Beschlüsse wieder abgeschafft.
In den Freiheitskriegen befreit sich Europa 1815 von der Herrschaft Napoleons. Die Einzelstaaten errichten wie der ihre früheren absolutistischen Herrschaftssysteme. Die politischen Bedingungen in den deutschen Staaten sind zwar unterschiedlich und verhindern zunächst eine einheitliche Nationalbewegung, doch der Ruf nach Freiheit, Gleichheit und nationaler Einheit wird in der Bevölkerung immer größer. Im Jahr 1817 fordern Studenten auf der Wartburg die Einheit des Vaterlandes. Zu einem Höhepunkt der nationalen Bewegung wird 1832 das „Hambacher Fest“ mit rund
30.000 Menschen. Vertreten sind hauptsächlich Bürger des Mittelstandes, Handwerker, Studenten und Bauern. Die