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Файл:Deutschland im Wandel der Zeit = Германия через призму времени. Учебное пособие.pdf
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- •Содержание
- •Предисловие
- •Thema 1. Deutsche Reformation
- •Thema 3. Das Zeitalter des Absolutismus
- •Thema 5. Die nationale Bewegung in Deutschland und die Revolution von 1848
- •Thema 6. Entstehung und Untergang des Zweiten Reiches
- •Thema 7. Die Weimarer Republik
- •Thema 8. Zeit des Nationalsozialismus 1933–1945
- •Thema 9. Deutschland in der Nachkriegszeit
- •Тема 11. Wiedervereinigung
- •Тема 12. Staatsaufbau und Rechtsordnung der Bundesrepublik Deutschland. Deutschland in der Welt
- •Заключение
- •Список использованной литературы

Der 11. Juni 1953
In dessen Verlauf kam es in mehr als 250 Orten zu Streiks und Demonstrationen. Die ursprünglich
wirtschaftlichen Forderungen entwickelten sich zu weitgehenden politischen Forderungen wie dem Rücktritt
der Regierung, der Ablösung Ulbrichts, freien Wahlen.
Der 17. Juni 1953 wurde zum gesetzlichen Feiertag erklärt („Einheitstag“ bis 1990). Die SED-Führung ließ
den Aufstand durch sowjetische Truppen niederschlagen.
An diesem Tag entwickelte sich, bedingt durch die Erhöhung der Normen, der Arbeiteraufstand in der
gesamten BRD.
Die Zahl der Todesopfer wird zwischen 25 und 300 angegeben.
Содержание
Erfurt, dann in Kassel zusammen. Die Gespräche hatten das Abkommen über den Transitverkehr zum Ergebnis. Denn
Willi Stoph, der DDR-Chef, forderte die Anerkennung der DDR, Willy Brandt aber wollte die DDR nicht als Ausland
betrachten. Erst nach der Unterzeichnung des Moskauer Vertrages wurde der „Vertrag über die Grundlagen der
Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik“ möglich, der
am 21. Dezember 1972 zustande kam. Beide deutsche Staaten verpflichteten sich, Unabhängigkeit und
Selbständigkeit gegenseitig zu respektieren, keine Gewalt gegeneinander anzuwenden und gutnachbarliche
Beziehungen zu entwickeln. Völkerrechtlich wurde aber die DDR von der BR nicht anerkannt, doch es wurde die
Errichtung von „Vertretungen“ jedes der beiden Länder im deutschen Nachbarland vereinbart.
Am 18. Oktober 1989 beugte sich die SED-Führung dem Druck der Bevölkerung, der immer größer und
hartnäckiger wurde. Erich Honecker wurde von seinen Funktionen entbunden, am 24. Oktober erklärte sein
Nachfolger Egon Krenz seine Bereitschaft, eine demokratische Erneuerung im Land einzuleiten. Immer mehrere
Menschen demonstrierten für eine Demokratisierung der Gesellschaft. In vielen Städten löste sich der Staatsapparat
auf, an seine Stelle traten die „Runden Tische“, an deren Arbeit neue Parteien und demokratische Bewegungen
teilnahmen. Am 7. November trat die Regierung der DDR zurück und am 8. November das SED-Politbüro.
Am 9. November 1989 wurde von der allgemeinen Reisefreiheit mitgeteilt. Hunderttausende strömten zu den Stellen
an der Berliner Mauer, wo Grenzübergänge waren. In der Nacht vom 9. zum 10. November fiel die Mauer.
Aufgabe 2. Sortieren Sie die Sätze der Logik nach und erzählen Sie den Text nach:
Warum war dieser Tag als „Einheitstag“ bezeichnet? Äußern Sie Ihre Meinung dazu.
Aufgabe 3. Am 01.01.1957 kam es zu einer „kleinen Vereinigung“. Warum nennt man sie „klein“ und wer hat sich mit
wem vereinigt?
Aufgabe 4. Überlegen Sie sich und diskutieren Sie darüber im Plenum oder in Kleingruppen.
A. Gibt es in Ihrem Land eine bekannte Mauer? Welche Funktionen hat sie?
B. Lesen Sie die Angaben über die Berliner Mauer und erzählen Sie über sie und ihre Funktion: Alter – 28 Jahre;
Höhe – 4,5 m; Länge – 66 km; Material – Beton; gebaut – 1961; abgebaut – ab Ende 1989; Westseite – beschriftet
und bemalt; Ostseite – einfarbig dazu.

Содержание
C. Welche Aufgaben hatten die „Mauerschützen“? Erklären Sie diesen Begriff?
D. Was würden Sie als Westdeutscher an die Mauer malen oder schreiben?
E. Um die Problematik der Teilung Deutschlands zu begreifen, ist es empfehlenswert, zum Beispiel den Roman von
Christa Wolf „Der geteilte Himmel“ zu lesen oder sich den Film „Good bye, Lenin“ anzuschauen.
F. Welche Schritte in der Politik könnte man „klein“ nennen?
G. Wer hat sich an dem Annäherungsprozess beider deutschen Staaten seitens Ihres Staates beteiligt?
H. Warum hat man im November und Dezember 1989 „Wir sind das Volk“ skandiert und 1990 – „Wir sind ein
Volk“? was forderte man zu diesen Zeitpunkten?
I. Ist eines dieser Mottos für Ihren Staat heute aktuell?
J. Wie scheint es Ihnen zu sein, hat die Wiedervereinigung Deutschlands stattgefunden?
Aufgabe 5. Nach dem Zweiten Weltkrieg erschien in Deutschland der Begriff
„Vergangenheitsbewältigung“. Recherchieren Sie nach dem Begriff und erläutern Sie ihn.
Aufgabe 6. Bewältigen Sie die folgenden Aufgaben.
A. Ab Mitte der 70-er Jahre entwickelten die Menschen in den westlichen Ländern, auch in Deutschland, ein neues
Umweltbewusstsein. Im Zusammenhang damit entstanden solche Begriffe wie „nachhaltige Entwicklung“, „LamettaBäume“, „Silberseen“, „Anti-Atomkraft-Bewegung“, „Grüne“, „der Umweltengel“. Erklären Sie, was diese Begriffe
bedeuten.
B. Unterstützen Sie die Idee der „nachhaltigen Entwicklung“ auch für Ihr Land? Wenn ja, schreiben Sie einen kurzen
Zeitungsartikel zu diesem Thema.
Aufgabe 7. Modellieren Sie das Konzept der Politik, der Wirtschaft, der Kultur, der Einheit und
präsentieren Sie es.
Aufgabe 8. Sprechen Sie zu den folgenden Punkten ausführlich.
1. Annäherungsschritte beider deutschen Staaten (60-er/80er Jahre)
2. 3. Oktober – „Tag der deutschen Einheit“ (1989-1990)
3. Weg ins neue Leben: Die ersten Veränderungen im vereinigten Deutschland
Die empfohlene Literatur:
1. Tatsachen über Deutschland. Frankfurt/Main, 1996 (2000).
2. Deutsche Geschichte (Band 3). Berlin, 1968.
3. Lexikon der deutschen Geschichte. Stuttgart, 1983.
4. Geiss I. Die deutsche Frage 1806–1990. Leipzig, Wien, Zürich, 1992.

Содержание
5. Zettl E. Deutschland in Geschichte und Gegenwart. Ismaning, 1993.
6. Die Vereinigung Deutschlands im Jahr 1990. Bonn, 1991.
7. Schülerduden: Die Geschichte. Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich, 1988.
8. Text der Vorlesung
***************************************************************************************
Überprüfen Sie sich selbst:
1. Wie wurde die innerdeutsche Grenze, die zugleich Europa teilte, auch genannt?
a) Der eiserne Vorhang
b) Die schwedische Gardine
c) Die steinerne Mauer
d) Die stählerne Wand
2. Von wem stammt das Zitat: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten?“
a) Erich Honecker
b) Walter Ulbricht
c) Willi Stoph
d) Wilhelm Pieck
3. Wer war der erste Bundeskanzler, der zu politischen Gesprächen in die DDR reiste?
a) Konrad Adenauer
b) Helmut Kohl
c) Willy Brandt
d) Helmut Schmidt
4. Wer hat – eher unabsichtlich – die sofortige Reisefreiheit für DDR-Bürger verkündet?
a) Erich Mielke
b) Hans Modrow
c) Günter Schabowski
d) Egon Krenz
5. Wie bezeichnete man die Menschen, die nach dem 9. November 1989 die Berliner Mauer
zerstückelten?

Содержание
a) Mauerdrosseln
b) Mauersammler
c) Mauerkönige
d) Mauerspechte
6. Das Brandenburger Tor in Berlin steht sowohl für die Trennung als auch für die Wiedervereinigung
Deutschlands. Wann wurde das Brandenburger Tor wieder geöffnet?
a) 1. Juli 1990
b) 10. November 1989
c) 3. Oktober 1990
d) 22. Dezember 1989 (Man kann es kaum glauben, am 9. November 1989 tanzten die Menschen abends auf der
Mauer am Brandenburger Tor. Doch die Mauer bestand an dieser Stelle unbeschadet weiter. Erst am 22. Dezember
eröffneten Bundeskanzler Helmut Kohl und DDR-Ministerpräsident Hans Modrow gemeinsam das Brandenburger
Tor. Mehr als 100.000 Menschen feierten diesen historischen Moment.)
7. Wer hat gesagt: „Mein Ziel bleibt die Einheit der Nation?“
a) Konrad Adenauer
b) Helmut Schmidt
c) Helmut Kohl
d) Willy Brandt
8. Nach dem Mauerfall hat Bundeskanzler Helmut Kohl im Bundestag seinen Zehn-Punkte-Plan
vorgestellt. Was war der Zehn-Punkte-Plan?
a) Fahrplan zur Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas
b) Vorschläge zur Unterstützung der Wirtschaft in der DDR
c) Änderungen in der Verfassung nach der Wiedervereinigung Deutschlands
d) Forderungen an die DDR-Führung zur Wiederherstellung der Deutschen Einheit
9. Nach der Friedlichen Revolution spielte der „Runde Tisch“ eine entscheidende Rolle. Was war der
“Runde Tisch”?
a) Tisch auf dem der Einigungsvertrag unterschrieben wurde
b) Tisch im Kanzlerbungalow in Bonn
c) Gesprächsrunde bei den 2+4-Verhandlungen
d) Ein Forum aus Regierungsvertretern und Oppositionellen

Содержание
10. Was wurde auf den „Zwei-plus-vier“-Konferenzen verhandelt?
a) Die Anzahl der Schiedsrichter bei Bundesligaspielen
b) Die völkerrechtlichen Fragen der Deutschen Einheit
c) Die Sitzverteilung im Deutschen Bundestag
d) Die Doppelspitze bei den Grünen
***************************************************************************************
Reflektieren Sie sich über das ganze Thema und beantworten Sie die folgenden Punkte.
Das war neu für mich:
Was war schwierig. Warum?
Was war einfach? Warum?
Was hat mir beim Lernen geholfen?
Hier habe ich noch Fragen:
Das wichtigste für mich war:
Besprechen Sie Ihre Überlegungen in den Kleingruppen. Die Ergebnisse werden im Plenum bewertet und
zusammengefasst.

Содержание
ТЕМА 12. STAATSAUFBAU UND RECHTSORDNUNG DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND. DEUTSCHLAND IN DER WELT
Aufgabe 1. Machen Sie sich mit den folgenden Inhalten vertraut und erstellen Sie Stichpunkte zu dem
folgenden Plan:
1. Grundlagen der deutschen Staatsordnung.
2. Deutsche Verfassungsorgane.
3. Deutsche Parteien und Verbände.
4. Deutsches Wahlsystem.
5. Deutschland als geopolitischer Staat.
6. Deutschland im vereinten Europa.
7. Deutschland und die NATO.
8. Äußere Sicherheit Deutschlands.
Die staatliche Ordnung Deutschlands beruht auf 5 Prinzipien: Republik, Demokratie, Bundesstaat, Rechtsstaat,
Sozialstaat. Verfassungsorgane mit gesetzgeberischen (legislativen) Aufgaben sind der Bundestag und der
Bundesrat. Das staatliche Handeln (exekutive Aufgaben) üben vor allem die Bundesregierung mit dem
Bundeskanzler und der Bundespräsident aus. Die Funktion der Rechtsprechung kommt dem
Bundesverfassungsgericht zu. Die Beteiligung des Bürgers am politischen Entscheidungsprozess vollzieht sich in
erster Linie über die Mitarbeit in Parteien. Das politische System der BRD wird als Parteienstaat oder
Parteiendemokratie bezeichnet. Die bundesdeutschen Bürger wählen ihre Gemeindevertretung, das Landesparlament,
den Bundestag und das Europa-Parlament. Die Wahlen zu allen Volksvertretungen sind allgemein, unmittelbar, frei,
gleich und geheim.
Allgemein. Alle Bürger, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, dürfen wählen. Das gilt, falls das Recht nicht durch
ein Gericht aberkannt wurde.
Unmittelbar. Durch die Stimme der Wähler werden die Abgeordneten ohne Einschaltung einer Zwischeninstanz
gewählt.
Frei. Man wird zu Wahlen nicht gezwungen.
Gleich. Jede Stimme hat dasselbe Gewicht, ganz gleich, von wem sie abgegeben wird.
Geheim. Niemand darf erfahren, wen oder was ein Bürger gewählt hat.
Vier Wahlrechtsgrundsetze standen schon in der Weimarer Verfassung von 1919. “Frei” wurde 1949 in das
Grundgesetz aufgenommen. Denn die Menschen in der SBZ, der späteren DDR, keine freien Wahlmöglichkeiten
hatten. 1990 fanden die ersten freien Wahlen in der früheren DDR statt.

Содержание
Das Bundestagswahlsystem ist ein Verhältniswahlsystem. Das Bundesgebiet ist in 328 Wahlkreise eingeteilt. Hier
werden Männer und Frauen von den Parteien als Kandidaten aufgestellt. In jedem Bundesland stellen die Parteien
außerdem Landeslisten mit Kandidaten für die Wahl auf.
Wahlberechtigte haben 2 Stimmen. Mit der ersten Stimme werden in relativer Mehrheitswahl 328
Wahlkreisabgeordnete gewählt, mit der zweiten Stimme in Verhältniswahl die Landesliste einer Partei.
Alle Stimmen, die für Landeslisten einer Partei abgegeben sind, werden auf Bundesebene zusammengezählt. Parteien,
die nicht mindestens 5 % der abgegebenen Stimmen oder 3 Mandate in Wahlkreisen erreicht haben, werden
ausgeschieden. Im Verhältnis der errungenen Stimmen werden alle 656 Sitze auf die Landeslisten der Parteien verteilt.
Von den Sitzen, die jeder Partei im Land zustehen, werden die in Wahlkreisen errungenen Mandate abgezogen.
Die Öffnung der Grenzen zwischen Ost und West sowie das Ende des Kommunismus in Osteuropa markierte den
Beginn einer neuen Phase der europäischen Geschichte. Sie bedeutete eine Renaissance der traditionellen Grundsätze
europäischer Politik. Ethnische Konflikte, religiöse Gegensätze und Grenzstreitigkeiten lebten neu auf. Historische
Spannungen und Streitigkeiten im früheren Jugoslawien führten zu einem erbitterten Bürgerkrieg. Die
Tschechoslowakei wurde in 2 Teilrepubliken (Slowenien und Kroatien) aufgespaltet. Die Sowjetunion zerfiel.
Die Außenpolitik der Bundesrepublik sah sich dadurch am Beginn der 90er Jahre vor große Herausforderungen
gestellt. Nach der Wiedererlangung der vollen staatlichen Souveränität am 3. Oktober 1990 wuchs ihr dabei jedoch
eine Eigenverantwortung zu, die sie während des Kalten Krieges im Schatten der Supermächte nie besessen hatte.
Deutschland nahm seine traditionelle geopolitische Mittellage im Zentrum Europas wieder ein.
Aber die bewährten außenpolitischen Grundsätze aus der Zeit vor 1989 galten für die Bundesrepublik weiter: die
Entwicklung der europäischen Integration, die besondere Betonung der deutsch-französischen Zusammenarbeit, die
Sicherung der transatlantischen Beziehungen zu den USA und die Stabilitätspolitik gegenüber Osteuropa. Im
Mittelpunkt standen weiterhin die Stärkung der EG und der NATO sowie die „Kultur der Zurückhaltung“ (auf die
Durchsetzung der nationalen deutschen Interessen im Ausland wurde verzichtet). Unter den Bündnispartnern wurde
diese Zurückhaltung indessen nicht immer mit Beifall aufgenommen. Vor allem die USA forderten eine aktive deutsche
Rolle zur Unterstützung westlicher Positionen.
Erfolgreich war die deutsche Außenpolitik bei ihrer behutsamen Mitwirkung an friedenserhaltenden und
friedensschaffenden Maßnahmen der Vereinten Nationen. Das Ziel der Mitwirkung war des internationale Ansehen
und die Gleichberechtigung der deutschen Politik mit den Verbündeten. Mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts
vom 12. Juli 1994 wurden humanitäre und militärische Einsätze der Bundeswehr außerhalb des NATO-Gebietes
schließlich auch verfassungsrechtlich abgesichert. Danach war es der Bundesrepublik möglich, auch im militärischen
Bereich ordnungspolitische Verantwortung zu übernehmen.
Deutschland ist heute in den Vereinten Nationen, der NATO, der EU, dem Europarat und vielen weiteren
internationalen Organisationen vertreten.
Nach dem 2. Weltkrieg war Deutschland politisch und moralisch isoliert. 1949 – nach der Gründung der beiden
deutschen Staaten – entwickelte sich die Westintegration der Bundesrepublik und die Ostintegration der DDR. Beide
Deutschlands spielten in ihrem jeweiligen Block – besonders wirtschaftlich – eine starke Rolle, die Bundesrepublik in
der EG (heute EU), die DDR im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe.

Содержание
Die Regierung Brandt versuchte in den 70er Jahren die Bundesrepublik nach Osten hin durch Verträge zu öffnen –
zunächst gegen Widerstand z. B. durch die CDU.
Der DDR ging es um die Anerkennung als selbständiger Staat auch durch westliche Länder. Durch die Aufnahme
beider deutscher Staaten in die Vereinten Nationen und die OSZE (Organisation – früher: Konferenz – für Sicherheit
und Zusammenarbeit in Europa) normalisierten sich die Beziehungen beider deutscher Staaten – auch zueinander.
Nach der Vereinigung ist Deutschland das größte Land der Europäischen Union, Mitglied der
Weltwirtschaftskonferenz, ein wichtiger Partner im Außenhandel.
Die Europäische Union ist nach der Schaffung des Europäischen Binnenmarktes (seit 1993), dem Vertrag von
Maastricht (1992/93) und weiteren Vereinbarungen 1997, eine neue Form einer integrierten Staatengemeinschaft.
Von Anfang an war es das Ziel, die Europäische Gemeinschaft zu einer politischen Union fortzuentwickeln. Mit dem
Abschluss des Vertrages über die Europäische Union vom 7. Februar 1993 ist ein großer Schritt zu diesem Ziel
gelungen. In diesem Vertrag werden die wirtschafts- und währungspolitischen Ziele der Europäischen Union definiert
ebenso wie ihre politische Weiterentwicklung.
Ein Herzstück der Union ist die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik. Sie baut auf der Europäischen Politischen
Zusammenarbeit (EPZ) auf, die sich zu einem wichtigen Instrument der europäischen Außenpolitik und zu einer 2.
Säule des Einigungswerks entwickelt hat.
Damit werden die außen- und sicherheitspolitische Identität der Europäer deutlich gestärkt und ein entscheidender
Beitrag zur Stabilisierung des Sicherheitssystems geleistet. Frankreich und Deutschland sind in dieser Richtung
praktisch vorangegangen. In Abstimmung mit der NATO und den atlantischen Partnern initiierten sie das Eurokorps,
eine europäische militärische Einheit mit einer Truppenstärke von etwa 40 000 Soldaten. Andere Staaten haben sich
diesem Schritt inzwischen angeschlossen.
Eine entscheidende Etappe auf dem Weg zur Vollendung der europäischen Integration war die Einführung einer
einheitlichen Währung. Die Gemeinschaft kann damit zum bedeutendsten Wirtschaftsraum der Welt werden. Die
Einführung des Euro, die am 1.1.1999 in 11 Mitgliedstaaten erfolgt ist, bleibt die größte Entscheidung der EU.
Die Entscheidungsgewalt im vereinten Europa liegt beim Europäischen Rat und – in den meisten Einzelfragen – beim
Ministerrat. Dem Europäischen Rat gehören die Regierungschefs der Mitgliederländer an, dem Ministerrat – die
jeweiligen Fachminister der Staaten. Die Rechte des Europäischen Parlaments bestehen nur in Mitentscheidungen. Sie
entsprechen den Rechten von Parlamenten in den Ländern überhaupt nicht.
Die Bundesrepublik Deutschland wurde 1955 Mitglied der NATO. Das Atlantische Bündnis war und ist die
Grundlage für die Sicherheit seiner Mitglieder in Europa und Nordamerika.
Die Verteidigungsentschiedenheit aller NATO-Mitgliedstaaten hat über die Jahrzehnte hinweg ihre Existenz
gewährleistet und geprägt. Dabei verfolgte die NATO das 1967 verabschiedete Doppelkonzept von gesicherter
Verteidigung und Dialogbereitschaft gegenüber den Staaten des ehemaligen Warschauer Paktes. Es war nicht zuletzt
das Bündnis, das den Wandel in Europa und in Deutschland entscheidend mit herbeigeführt hat.
Inzwischen hat der politische Wandel in Europa die Konfrontation zwischen Ost und West abgebaut. Die
Sicherheitslage hat sich trotz verbleibender Risiken wesentlich gebessert. Die NATO bewahrt ihre Bedeutung für
Sicherheit und Stabilität in Europa.

Содержание
Aus dem sicherheitspolitischen Wandel hat das Bündnis die notwendigen Konsequenzen gezogen. Im November
1991 beschloss es in Rom eine neue NATO-Strategie. So wurden u. a. eine erhebliche Verminderung der
militärischen Potentiale und neue Streitkräftestrukturen eingeleitet. Den mobilen und multinationalen NATO-Truppen
kommt dabei besondere Bedeutung bei der Aufgabe zu, das Bündnisgebiet mit wenigen Kräften schützen zu können.
Deutschland war an dieser Anpassung der NATO an die gewandelte Lage in Europa an führender Stelle beteiligt,
insbesondere in Zusammenarbeit mit den USA.
Unentbehrliches Mittel der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik bleiben Abrüstung und Rüstungskontrolle. Ihre
Aufgabe besteht darin, Waffenpotentiale zu begrenzen und verbindliche Regeln für den Umgang mit militärischer
Macht einvernehmlich festzulegen.
Zu einer rüstungskontrollpolitischen Aufgabe völlig neuer Art ist die Abrüstungshilfe geworden, d. h. Hilfe zur
Vernichtung von A- und C-Waffen. Daran beteiligt sich auch Deutschland.
Oberstes Ziel der Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland ist es, den Frieden, die Freiheit und die
Unabhängigkeit Deutschlands zu sichern. Das Motto der Bundesrepublik ist „Frieden schaffen mit weniger Waffen“.
Darunter hat Deutschland seinen Beitrag zum Ende der Konfrontation zwischen Ost und West geleistet.
Für alle jungen Männer besteht in Deutschland Wehrpflicht. Die Bundeswehr besteht – neben Berufssoldaten – aus
Wehrpflichtigen. Der Grundwehrdienst dauert derzeit 12 Monate.
Die Bundeswehr besteht aus den Teilstreitkräften Heer, Luftwaffe und Marine. In allen Bereichen sind erhebliche
Abrüstungsschritte vorgesehen: Hunderte von Panzern und Flugzeugen werden verschrottet und Schiffe außer Dienst
gestellt. Seit Mitte der 90er Jahre sollen nur noch wenige mobile Verbände in einer Stärke von jeweils 10 000 bis
15 000 Mann und einem hohen Anteil an Berufssoldaten in Friedenszeiten über die volle Personalstärke verfügen.
Am 3. Oktober 1990 wurden die Streitkräfte der ehemaligen DDR, die Nationale Volksarmee, aufgelöst. Ein Teil der
ehemaligen NVA-Soldaten ist endgültig in die Bundeswehr übernommen worden. 1992 sind erstmals Wehrpflichtige
aus den alten Ländern in ostdeutsche Garnisonen einberufen worden.
1991 begann der Abzug von rund 340 000 sowjetischen Soldaten sowie 210 000 Angehörigen und zivilen
Mitarbeitern aus dem Gebiet der früheren DDR. Dieser Prozess wurde von deutscher Seite finanziell unterstützt. 1994
wurde er abgeschlossen. Auch die USA und die anderen NATO-Partner, die Truppen in Deutschland stationierten
hatten, haben ihre Präsenz abgebaut.
Die Funktionen der Bundeswehr:
• sie schützt Deutschland und seine Staatsbürger gegen politische Erpressung und äußere Gefahr;
• fördert die militärische Stabilität und die Integration Europas;
• verteidigt Deutschland und seine Verbündeten, dient dem Weltfrieden und der internationalen Sicherheit;
• hilft bei Katastrophen, rettet aus Notlagen und unterstützt humanitäre Aktionen.
Die Bundeswehr untersteht der politischen Führung. Im Frieden liegt die Befehls- und Kommandogewalt beim
Bundesminister der Verteidigung, im Verteidigungsfall beim Bundeskanzler. Parlamentarisch wird die Bundeswehr von
den Ausschüssen des Bundestages kontrolliert, insbesondere dem Verteidigungsausschuss.

Содержание
Aufgabe 2. Was ist für Sie der „Staat“? Womit assoziieren Sie diesen Begriff? Definieren Sie den Begriff
von Ihrem Standpunkt aus.
Aufgabe 3. Lesen Sie den Lückentext und ergänzen Sie mit „ein(e)“ oder „kein(e)“:
Die Bundesrepublik ist
• … Bundestaat – Staat, der aus Teilstaaten besteht (wie auch die USA).
• … Staatenbund – lockerer Zusammenschluss von Ländern, wie z. B der Deutsche Bund von 1815–1866.
• … Einheitsstaat – Staat, in dem es keine selbstständigen Teilstaaten gibt, wie z. B. Frankreich, Polen.
• … Republik – Gegensatz zu Monarchie. Staatsoberhaupt ist ein Bürger, wie z. B. auch in Frankreich, Russland.
• … Demokratie – Staat, in dem ein vom Volk gewähltes Parlament die wesentlichen Entscheidungen trifft, wie z.B.
Schweden, Norwegen, Italien.
• … Diktatur – Staat, in dem die Staatsgewalt von einer Person oder einer kleinen Gruppe ausgeht, wie z.B.
Deutschland unter dem Nationalsozialismus, VR China.
• … Sozialstaat, in dem dafür gesorgt wird, dass alle Menschen menschenwürdig leben können.
Erzählen Sie nun den Text nach.
Aufgabe 4. Bearbeiten Sie die folgenden Aufgaben.
A. Im Zusammenhang mit der Verteilung der Aufgaben auf den Zentralstaat, den Bund und die Bundesländer gibt es
drei Arten der Gesetzgebung: ausschließliche Gesetzgebung, konkurrierende Gesetzgebung, Rahmengesetzgebung.
Ordnen Sie die untenstehenden Begriffe einer Art der Gesetzgebung zu:
Schul- und Bildungswesen, Arbeitsrecht, auswärtige Angelegenheiten, Zölle und Außenhandel, Bundesbahn
und Luftverkehr, Hochschulwesen, Melde- und Ausweiswesen, Verteidigung, Zivilschutz, Strafrecht und
Strafvollzug, Personenstandswesen, Staatsangehörigkeit, Vereinsrecht, Währungs- und Geldwesen,
Aufenthaltsrecht für Ausländer, Post- und Fernmeldewesen, Wirtschaftsrecht, Straßenverkehr, Kultur,
Polizeiwesen, Gesundheitswesen, Presse, Hörfunk, Fernsehen, Naturschutz und Landschaftspflege,
Jagdwesen, Versammlungsrecht, Kommunalwesen.
B. Welcher Gesetzgebung gehört der sogenannte „Mantelgesetz“ an, was bedeutet es?
C. Wie erfolgt die Gesetzgebung in Ihrem Land? Wer beteiligt sich daran?
Aufgabe 5. Man bezeichnet Deutschland als ein Einwanderungsland. Aus welchen Gründen ist es so?
Recherchieren Sie und finden Sie Argumente dafür (Zahlen, Statistiken, Informationen usw.). Ist
Deutschland ein multikulturelles Land?
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