Практикум по переводу речей и интервью. Учебное пособие по устному переводу
.pdfSteuererleichterungen lauter. Darüber sprach IW-Direktor Michael Hüther mit der
Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen.
Im zweiten Quartal hat die deutsche Wirtschaft stagniert, der
Geschäftsklimaindex des ifo Instituts ist dreimal hintereinander deutlich gefallen, und der Euro ist seit Monaten wieder unter 1,33 Dollar abgesackt. Droht uns ein Absturz wie 2008?
Nein. Wir stehen nicht vor einer tiefen Krise wie 2008, die als Weltwirtschaftskrise mit einer schweren Funktionsstörung der globalen Finanzmärkte verbunden war. Damals erlebten wir, dass Finanzinnovationen zu windigen Geschäften und großer Verschuldung angeregt hatten, die nicht nachhaltig waren. Wir sind heute in einer Phase, wo sich verschiedene
Verunsicherungsfaktoren bündeln, was sich vor allem in den Irritationen bei den
Investoren auswirkt. Dabei sind auch die geopolitischen Risiken wie die UkraineKrise bedeutsam.
Wie hoch schätzen Sie denn die Risiken für unsere Wirtschaft wegen
des Konflikts mit Russland ein?
Aus Erfahrung kann man argumentieren, dass die Ukraine-Krise die
Konjunktur nicht drehen kann. Weil es überschaubare Dimensionen sind und weil politische Krisen ökonomische Strukturen nicht verändern. Derzeit ist es aber so, dass die Ukraine-Thematik noch zu dem hinzukommt, was wir an anderen globalen Problemen sowie an hausgemachten Problemen haben.
Welche sind hausgemacht?
Der Kostenaspekt, und zwar Energiekosten, Arbeitskosten und
Bürokratiekosten ist für die Unternehmen wieder ein Thema. Und das sollte Politik ernst nehmen. Vor allem die Gesetze von Arbeitsministerin Andrea Nahles bis hin zum Thema Frauenquote sind Bürokratiemonster. Die Überprüfung von Zeitarbeit und Werkverträgen würden hochaufwendig, vor allem für die kleinen und mittleren Unternehmen.
Welche Konsequenzen könnte das haben?
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Wir vernehmen vermehrt, dass das Verlagerungsthema wieder auf die Tagesordnung kommt. Man muss also sehr genau darauf achten, dass man nicht
überzieht. Politik darf nicht nach dem Motto „Jetzt läuft alles gut und jetzt kann man wieder verteilen“ handeln und dabei verkennen, dass sich die
Rahmenbedingungen im globalen Wettbewerb verschieben. Die Option der Verlagerung ins Ausland ist heute eine andere als vor 15 Jahren, weil die Unternehmen mittlerweile wissen, wie es geht.
Die Wirtschaft der Währungsgemeinschaft hat im 2. Quartal stagniert.
Droht der Euro-Zone eine jahrelange Depression, weil der von Deutschland verordnete strikte Sparkurs ein kolossaler Fehler war, wie der
Nobelpreisträger Joseph Stiglitz meint?
Nein. Denn es gab gar keine Alternative, als eine neue Basis für die Staatsfinanzen und die Wettbewerbsfähigkeit zu schaffen. Insofern ist es ja keine Einsäulen-, sondern eine Zweisäulenstrategie gewesen, in den Ländern die
Staatsfinanzen wieder hin zur Tragfähigkeit zu entwickeln und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, die durch einen deutlichen Anstieg vor allem der Arbeitskosten dort gelitten hatten. Wir erkennen in Spanien, Portugal, Irland, aber auch in Griechenland, dass die Talsohle erreicht ist und dass sie sich unterschiedlich dynamisch aus dieser Talsohle herausbewegen.
Aber die größten Volkswirtschaften der Südländer machen weiter
Sorgen.
Problemfälle in Europa sind vor allem Italien und Frankreich, wobei Italien aufgrund seiner starken Industrie im Norden sicher eine stärkere Substanz hat.
Frankreich hat die nicht. Frankreich hat auch die Zeit seit 2003, wo wir in
Deutschland eine vergleichbar schlechte Situation hatten, nicht genutzt. Präsident
Hollande hat wieder Reformen, diesmal im Bereich Wohnungsbau, bekanntgegeben. Das ist aber alles Makulatur, die nicht am Kern des Problems arbeiten: Kostenstruktur, Flexibilität, Wettbewerbsfähigkeit.
Die große Koalition bei uns schaltet in den Wohlfühlmodus. Selbst der
SPD-Altvordere Franz Müntefering fordert eine Agenda 2030. Hat er Recht?
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Ich bin eindeutig bei Müntefering. Er hat ja auch die Erfahrung, weil er die Reformen 2003 mitgemacht hat. Die Themen verschieben sich natürlich gegenüber damals. Auf der einen Seite wäre es gut, wenn wir im Bereich der sozialen Sicherung und des Arbeitsmarkts mal einfach alles so beließen, wie es damals auf den Weg gebracht wurde, und nicht rückabwickeln: Die Rente mit 63 und der
Mindestlohn sind Themen, die falsche Signale senden und Flexibilität kosten, die Unternehmen benötigen, um Arbeitsplätze zu schaffen.
Deutschland hat nicht genug Fachkräfte. Woran liegt das?
Wir sind immer noch nicht attraktiv für Personen von außerhalb Europas. Wir haben erst sehr spät begonnen, im Ausland für Deutschland als
Zuwanderungsland zu werben. Wir sind immer noch kleinteilig mit der Positivliste der Bundesagentur für Arbeit. Zudem benötigen wir eine Infrastrukturoffensive, das gilt digital sowie bei der Energiewende und im Bereich Verkehr. Wir müssten in jedem Bereich vier Milliarden Euro auf zehn Jahre investieren. Das ist im Augenblick noch nicht zu erkennen, aber finanziell machbar.
Seit Jahr und Tag ärgern sich die Arbeitnehmer über den progressiven
Einkommenssteuertarif, der zugreift, wenn die Löhne steigen. Die Kanzlerin mauert weiter, die Kalte Progression abzuschaffen. Verstehen Sie das?
Nein. Dabei wäre es geboten, weil es unfair ist. Gerade im mittleren Bereich, also da, wo der Facharbeiter mit seinem Einkommen positioniert ist, herrscht der höchste Progressionsgrad. Jetzt kann man es tun. Doch statt dies zu tun, hält man das Geld für Klientelausgaben trocken.
Der Konsum kurbelt unsere Binnenwirtschaft an. Was spricht gegen
höhere Tarifabschlüsse, wie sie auch die Bundesbank empfohlen hat?
Bei über 2,8 Millionen registrierten Arbeitslosen, davon ein Drittel im
Arbeitslosengeld I und zwei Drittel im Arbeitslosengeld II, hat Lohnpolitik weiter ihren Auftrag zum Aufbau von Beschäftigung zu leisten. Und das ist auch der beste Weg, um den Konsum zu stabilisieren. Wenn also der beschäftigungsneutrale Erhöhungsspielraum aus Inflationsnorm und Produktivitätstrend bei drei Prozent liegt, dann müssten wir dahinter zurückbleiben.
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4.6.5 Finden Sie im Text entsprechende Ausdrücke
Стимулировать народное хозяйство страны; прогрессивный налог на доход; снижение налогов; мировой экономический кризис; проблемы,
возникшие по собственной вине; строгий курс экономии; лауреат Нобелевской премии; достичь низшей точки; расходы на клиентуру.
4.7 Interview “Im Notfall Geld drucken“
4.7.1 Recherchieren Sie im Internet nach Information zur
Persönlichkeit Markus Demary
4.7.2Suchen Sie Information zu den Begriffen die EZB, das OMTProgramm, das SMP, die Asset-Quality-Review
4.7.3Sagen Sie auf Russisch
Europäische Staatsanleihen, konventionelle Maßnahmen, günstige Kreditkonditionen, die Leitzinssenkungen, die Liquiditätskrise, die
Staatsschuldenkrise, Aufschluss geben, den Vorschlag einstufen, den Teufelskreis durchbrechen, in Aussicht stellen, auf Wertpapiere ausweichen, die Inflation ankurbeln, die Liquidität sterilisieren
4.7.4 Dolmetschen Sie das Interview 4.7
Seit der Finanzkrise und noch mehr in der Schuldenkrise hat sich die EZB mehr und mehr zur alleinigen Krisenhelferin in der Eurozone entwickelt. Der neueste Schritt auf diesem Weg: Der Ankauf europäischer
Staatsanleihen eine Billion Euro. Das Online-Portal freiewelt.net sprach dazu mit IW-Ökonom Markus Demary.
Herr Demary, die EZB hat sich seit 2008 sukzessive von den konventionellen Maßnahmen der Geldpolitik entfernt. Ist diese Entwicklung noch umkehrbar?
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Die Entwicklung ist umkehrbar. Die EZB hat im Wesentlichen neuartige
Maßnahmen ergriffen, weil das Bankensystem in der Krise ist. Im Gegensatz zu den USA, wo die Unternehmensfinanzierung über den Kapitalmarkt sehr stark ausgeprägt ist, läuft dies in der Eurozone hauptsächlich über die Banken. Wenn also die Banken in die Krise kommen, dann funktionieren konventionelle
Maßnahmen, wie beispielsweise Leitzinssenkungen der EZB nicht mehr. Die Banken geben die Liquidität nicht mehr an die Haushalte und Unternehmen in
Form von günstigeren Kreditkonditionen weiter.
Zusätzlich zur Rezession gab es im Euroraum eine massive Störung des Bankensystems. Diese Störung war so ausgeprägt, dass sich einige Banken untereinander kein Geld mehr liehen, der so genannte Interbankenmarkt also zusammengebrochen war. Dieser Markt musste dann quasi von der EZB ersetzt werden. Das ging nicht nur über Leitzinssenkungen, sondern die EZB musste den Banken auch Unmengen an Liquidität zur Verfügung stellen. Denn: Aus einem Liquiditätsengpass kann schnell ein Solvenzproblem werden – auch bei einem soliden Institut. Eine Liquiditätskrise ist auch eine Gefahr für gesunde Banken.
Wann rechnen Sie mit einem Auslaufen der unkonventionellen
Geldpolitik?
Die EZB hat eine ganze Reihe von Maßnahmen ergriffen, um das Bankensystem funktionsfähig zu halten. Wenn aber das Bankensystem wieder funktioniert und diese Staatsschuldenkrise gelöst ist, dann erledigen sich viele dieser Maßnahmen von selbst. Die EZB kann die Maßnahmen dann sukzessive abbauen oder auslaufen lassen.
Wichtig ist: Die EZB übernimmt künftig das Mandat der Bankenaufsicht innerhalb der Bankenunion. Im Oktober 2014 steht eine so genannte Asset- Quality-Review an, also eine Überprüfung der Vermögenswerte der Banken. Dabei wird die EZB die Großbanken der Eurozone durchleuchten und viele Informationen über diese Banken erhalten. Diese Erkenntnisse kann sie nutzen, um ihre außergewöhnlichen Maßnahmen zurückzufahren oder aufrecht zu erhalten – je
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nach Ergebnis dieser Überprüfung. Die Asset-Quality-Review kann wichtige
Hinweise auf den Exit-Zeitpunkt aus diesen ungewöhnlichen Maßnahmen geben.
Wie weit ist der Genesungsprozess der Banken denn überhaupt
fortgeschritten? Immerhin befinden wir uns im Jahr sechs nach der
Finanzkrise.
Es hat sich einiges getan. Die Banken haben Eigenkapital aufgebaut und sie haben auch ihre Finanzierungen geändert. Vor der Krise haben sie sich sehr stark kurzfristig refinanziert. Diese Praxis haben die Banken umgestellt auf längerfristige Geschäfte. Letztendlich können erst die Ergebnisse der Asset- Quality-Review Aufschluss geben, wie gut oder weniger gut das Bankensystem aufgestellt ist.
Es entsteht der Eindruck, dass sich die Geldpolitik seit 2008 vor allem an den Bedürfnissen der Krisenländer orientiert hat. Ist das in einer Union heterogener Staaten so, dass sich die Geldpolitik an den schwächsten
Mitgliedern orientiert?
In einigen Ländern waren die Störungen natürlich besonders stark ausgeprägt. Und das hat der Geldpolitik sehr starke Grenzen gesetzt. Es gab nicht mehr den einheitlichen europäischen Markt, sondern dieser Markt war auf einmal entlang von Ländergrenzen fragmentiert. Die EZB musste sich in der Krisensituation an den schwächsten Ländern orientieren. Aber das ist der
Krisensituation geschuldet, weil es eben eine sehr starke Wechselwirkung gibt zwischen dem Staatsschuldenproblem und Bankenproblem. Dies liegt auch daran, dass die Märkte für Staatsanleihen und Banken eine wichtige Rolle bei der Durchführung der Geldpolitik spielen. Zum einen halten die Banken sehr viele Staatsanleihen, da ihnen der Regulierungsrahmen dies sehr attraktiv macht. Im
Gegensatz zu Unternehmenskrediten müssen Staatsanleihen nicht mit Eigenkapital unterlegt werden. Zudem existieren keine Großkreditbeschränkungen für
Staatsanleihen. Verlieren die Staatsanleihen nun an Wert, machen die Banken natürlich auch Verluste. Daneben verwenden die Banken die Staatsanleihen als Sicherheiten für die Refinanzierung. Verlieren die Sicherheiten an Wert, wird die
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Refinanzierung schwieriger. Daraus entwickelt sich schnell aus einer Staatsschuldenkrise eine Bankenkrise. Die Geldpolitik ist dann sehr stark eingeschränkt. Daher musste die EZB auch am Markt für Staatsanleihen intervenieren, u.a. mit dem OMT-Programm.
Womit wir beim Thema Staatsanleihekäufe der EZB wären: Diese hat 2010 und 2011 unter dem SMP für ungefähr 220 Mrd. Euro Staatsanleihen angekauft. Dann wurde 2012 mit dem OMT der unbegrenzte
Staatsanleihekauf verkündet. Allerdings wurden dann keine Anleihen aufgekauft. War das das Kalkül der EZB? Die Märkte mit einer bloßen Ankündigung zu beruhigen?
Die EZB fühlt sich natürlich auch nicht wohl, wenn sie ausfallgefährdete Staatsanleihen kauft. Denn diese Intervention ist mit Risiken für die EZB verbunden. Allerdings hat die EZB auch die ökonomische Kraft, so etwas zu tun.
Notfalls muss sie eben Geld drucken, wenn sie viele Verluste macht, was dann aber auch Inflationsgefahren mit sich bringt. Zudem hat die Zentralbank mit dem Ankauf der Anleihen definitiv Risiken in ihre Bilanz genommen. Allerdings muss man der EZB auch eine sehr gute Kommunikationsarbeit attestieren, als sie verkündet hat, notfalls alles, was in ihrem Mandat steht zu tun, um den Euro zu retten. Das hat gereicht, um die Märke zu beruhigen. Allerdings: Nur auf den Ankündigungseffekt zu zielen ist ein riskantes Spiel. Hätte der Markt die Kommunikation nicht angenommen, hätte die EZB vielleicht doch kaufen müssen, um eben zu beweisen, dass sie das, was sie verspricht, auch einhält.
Wie stufen Sie den Vorschlag ein, im Jahr Wertpapiere für eine Billion
Euro zu kaufen?
Die Bankenund die Staatsschuldenkrise sowie die konjunkturelle Lage haben sich ja etwas beruhigt. Jetzt ist allerdings ein neues Problem da: Die Niedrig-Inflations- bzw. Deflationsgefahr. Laut EZB-Definition bedeutet
Preisstabilität eine Inflationsrate unter – aber nahe an – 2,0 Prozent. Derzeit sind wir aber mit 0,5 Prozent in der Nähe von null Prozent. Dies sieht die EZB sehr kritisch, denn eine Deflation hat ja im Gegensatz zu einer Inflation auch
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realwirtschaftliche Konsequenzen – wie aufgeschobene Käufe und Investitionen. Diese aufgeschobenen Ausgaben sorgen für einen Nachfrageausfall. Das führt schnell zu einer Rezession, was aus Sicht der EZB ein ernstes Problem ist. Daher ist sie derzeit aufgrund der niedrigen Inflation nervös. Eine Möglichkeit, die Inflation zu steigern, ist das Drucken von Geld. Das könnte die EZB machen, indem sie Wertpapiere massiv aufkauft und damit gedrucktes Geld in den Markt gibt – auch bekannt als „quantitative easing“. Im Gegensatz zum OMT werden dabei nicht nur die Anleihen der Krisenländer, sondern die Anleihen aller Länder aufgekauft – beispielsweise auch deutsche und niederländische Staatsanleihen.
Die EZB gibt als Grund für diese ungewöhnliche Maßnahme eine mögliche Deflation an. Ist das Risiko, das eine Deflation mit sich bringt so groß? Der Grund wirkt vorgeschoben. Geht es nicht einfach nur darum, den
Krisenstaaten das Schuldenmachen zu erleichtern?
Fallende Preise müssen nicht zwangsläufig schlecht sein. Dies kann ja auch dem technischen Fortschritt geschuldet sein, beispielsweise können heute Notebooks immer günstiger angeboten werden. Wenn die Krisenländer in der Vergangenheit zu teuer waren und jetzt günstiger werden, dann sind fallende Preise ungefährlich. Denn die Länder gewinnen dadurch an preislicher
Wettbewerbsfähigkeit. Das Problem ist aber die Entstehung einer Deflation aufgrund von sich selbsterfüllenden Erwartungen. Wenn man davon ausgeht, dass die Preise sinken, werden Anschaffungen verschoben. Werden dann Käufe in großem Umfang verschoben, fehlt die Nachfrage. Dann bestätigen sich die
Erwartungen. Diesen Teufelskreis will die EZB durchbrechen. Das kann sie mit der Ankündigung des Programms. Der Hauptgrund der Ankündigung ist meines
Erachtens, dass sie die Erwartungen dahingehend stabilisieren möchte, dass keine
Deflation kommt.
Die Summe klingt dennoch gigantisch. Ist das Inflationsrisiko, dass man
damit eingeht, nicht sehr viel höher, als das Deflationsrisiko?
Ich gehe davon aus, dass die EZB diese Summe nicht auf einmal in den
Markt gibt, möglicherweise auch nicht komplett. Aber sie stellt in Aussicht: Wir
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können so viel Geld drucken und würden das notfalls auch machen. Der Effekt ist natürlich größer, wenn ein großes Programm angekündigt wird, als wenn viele kleine hintereinander verkündet werden. Eine Billion klingt nach sehr viel. Eine solche Summe hat mehr Möglichkeiten, Erwartungen zu beeinflussen. Eine Billion klingt entschlossener als zwei mal 500 Milliarden Euro. Ich denke, die EZB will damit auch eine kommunikative Resonanz erreichen. Im Moment ist das
Deflationsrisiko höher. Sollte die Inflation mal über 2,0 Prozent hinausschießen, hat die EZB auch Instrumente, um dagegen zu steuern. Sie könnte die
Staatsanleihen in ihrer Bilanz beispielsweise wieder verkaufen.
Wäre der Ankauf einer Billion Euro nicht illegale Staatsfinanzierung?
Das wäre nur der Fall, wenn die EZB die Anleihen den Staaten direkt abkauft. Das darf die Zentralbank nicht. Aber der Aufkauf am Sekundärmarkt zur Durchführung von Geldpolitik ist ein legitimes Instrument. Das machen alle
Zentralbanken. Es ist natürlich an der Grenze zur Staatsfinanzierung und könnte unter Umständen ein rechtliches Problem darstellen. So dürfte sie nicht große Teile des Marktes aufkaufen oder Staatsanleihen kurz nach einer Emission erwerben. Ich gehe aber davon aus, dass die Juristen der EZB dies geprüft haben.
Geben die Zweitmärkte ein solches Volumen überhaupt her?
Das ist fraglich, aber die EZB kann auch auf andere Wertpapiere wie Unternehmensanleihen ausweichen. Auch dies würde die Inflation ankurbeln.
Bei den bisherigen Staatsanleiheankäufen hat die EZB immer angekündigt, sie würde die geschaffene Liquidität sterilisieren, also wieder aus dem Geldkreislauf ziehen. Funktioniert das auch bei einem Volumen von einer Billion Euro?
Bei den bisherigen Programmen ging es um die Stützung der zusammengebrochenen Märkte für Covered Bonds und Staatsanleihen. Diese waren gestört, was sich negativ auf die Stabilität des Bankensystems und für die Durchführung der Geldpolitik auswirkte. Mit dem neuen Programm soll ja gerade eine höhere Inflation erreicht werden. Man will das geschaffene Geld im
Bankensystem haben. Daher ist eine Sterilisierung vermutlich nicht vorgesehen.
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4.7.5 Finden Sie im Text entsprechende Ausdrücke
Применять новые меры, финансирование предприятий осуществляется банками, из дефицита ликвидности (нехватки наличности) стать проблемой платежеспособности, государственный заем, кредитные условия,
стимулировать инфляцию, разорвать порочный круг.
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