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Der Zauberberg. Vol. 2

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DER ZAUBERBERG
nicht nur höhere Bildung, humanistische Bildung, ich bitte sehr, ver-langt, sondern man muß auch der bemittelten Klas­se angehören, um die nicht geringen Aufnahmegebühren und Jahresbeiträge erschwingen zu können. Bildung und Be­sitz, – da haben Sie den Bourgeois! Da haben Sie die Grund­festen der liberalen Weltrepublik!"
"Allerdings", lachte Hans Castorp; "da haben wir sie klipp und klar vor Augen."
"Dennoch", setzte Naphta nach einer Pause hinzu, "möchte ich Ihnen raten, diesen Mann und seine Sache nicht allzu leicht zu nehmen, möchte Sie, da wir nun einmal von diesen Verhält-nissen reden, geradezu ersuchen, auf Ihrer Hut zu sein. Das Ab-geschmackte ist noch nicht gleichbedeu­tend mit dem Unschul-digen. Die Beschränktheit braucht nicht harmlos zu sein. Diese Leute haben viel Wasser in ih­ren Wein getan, der zuzeiten feu-rig war, aber die Idee des Bundes selbst bleibt stark genug, um viel Verwässerung zu vertragen; sie bewahrt Reste von frucht-barem Geheimnis, und es ist ebenso wenig daran zu zweifeln, daß die Logen ih­re Hand im Weltspiel haben, wie daß man in diesem liebens­würdigen Herrn Settembrini mehr zu sehen hat, als eben nur ihn selbst, daß Mächte hinter ihm stehen, deren Verwandter und Emissär er ist ..."
"Ein Emissär?"
"Nun ja, ein Proselytenmacher, ein Seelenfänger."
Und was bist du für ein Emissär? dachte Hans Castorp. Laut sagte er:
"Danke, Professor Naphta. Aufrichtig verbunden für Wink und Warnung. Wissen Sie was? Ich gehe nun mal eine
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Etage höher, soweit da oben noch von Etage die Rede sein kann, und fühle dem vermummten Bundesbruder ein biß­chen auf den Zahn. Ein Lehrling muß wißbegierig und furchtlos sein ... Na-türlich auch vorsichtig ... Mit Emissären ist selbstverständlich Vorsicht geboten."
Er durfte ungescheut auch Settembrini um weitere Beleh­rung ansprechen, denn dieser hatte Herrn Naphta in Dingen der Dis-kretion nichts vorzuwerfen und war übrigens nie sonderlich be-dacht gewesen, aus seiner Zugehörigkeit zu je­ner harmonischen Gesellschaft ein Geheimnis zu machen. Die "Rivista della Mas-soneria Italiana" lag offen auf seinem Tisch; Hans Castorp hatte nur eben nicht acht darauf gege­ben. Und als er, von Naphta auf-geklärt, das Gespräch auf die königliche Kunst gebracht hatte, so, als sei Settembrinis Ver­bundenheit mit ihr eine Sache, über die er sich niemals Zwei­fel gemacht, da war er nur auf geringe Zurückhaltung gesto­ßen. Zwar gab es Punkte, über die der Lite-rat sich nicht ausließ, sondern bei deren Berührung er mit einer gewissen Ostentation die Lippen verschloß, offenbar gebunden durch jene terroristischen Gelöbnisse, von denen Naphta ge-spro­chen: eine Geheimniskrämerei, die äußere Bräuche und seine eigene Stellung innerhalb der merkwürdigen Organisation betraf Sonst aber nahm er sogar den Mund sehr voll und gab dem Neugierigen ein bedeutendes Bild von der Ausbreitung seiner Liga, die sich in rund zwanzigtausend Logen und hun-dertfünfzig Großlogen fast über die ganze Welt und selbst auf Zivilisationen wie Haiti und die Negerrepublik Li­beria erstrek-ke. Auch wußte er sich nicht wenig mit allerlei großen Namen, deren Träger Maurer gewesen waren oder es
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heute waren zu brüsten, nannte Voltaire, Lafayette und Na­poleon, Franklin und Washington, Mazzini und Garibaldi, von Lebenden sogar den König von England und außerdem eine Menge Männer, in deren Händen die Geschäfte der eu­ropäischen Staaten lagen, Mit-glieder von Regierungen und Parlamenten.
Hans Castorp äußerte Respekt, aber keine Verwunderung. So sei es auch mit den studentischen Korpsverbindungen, meinte er. Die hielten auch zusammen durchs ganze Leben und wüßten ihre Leute wohl unterzubringen, so daß schwer­lich jemand im Amtlich-Hierarchischen es zu etwas Rechtem bringe, der nicht Korpsbruder gewesen sei. Darum sei es viel­leicht nicht ganz sinngemäß von Herrn Settembrini, daß er die Zugehörigkeit jener Prominenten zur Loge als schmei­chelhaft für diese hinstel-len wolle; denn es sei umgekehrt anzunehmen, daß die Beset-zung so vieler wichtiger Posten mit Bundesbrüdern eben nur die Macht des Bundes beweise, der gewiß mehr, als Herr Settembrini so geradeheraus sagen wolle, seine Hand im Weltspie-le habe.
Settembrini lächelte. Er fächelte sich sogar mit dem Heft der "Massoneria", das er in den Händen hielt. Man meine ihm wohl eine Falle zu stellen? fragte er. Man gedenke wohl gar, ihn zu unvorsichtigen Aussagen über das politische Wesen, den we-sentlich politischen Geist der Loge zu verleiten? "Un­nütze Ver-schmitztheit, Ingenieur! Wir bekennen uns zur Po­litik, rückhalt-los, offen. Wir achten das Odium für nichts, das in den Augen einiger Toren – sie sitzen bei Ihnen zulande, Ingenieur, fast nir-gends sonst – mit diesem Wort und Titel verbunden ist. Der Menschenfreund kann den Unterschied
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von Politik und Nicht-politik überhaupt nicht anerkennen. Es gibt keine Nichtpolitik. Alles ist Politik."
"Rundweg?"
"Ich weiß wohl, daß es Leute gibt, die auf die ursprüng­lich unpolitische Natur des Maurergedankens hinzuweisen für gut finden. Aber diese Leute spielen mit Worten und ziehen Gren-zen, die als imaginär und unsinnig zu erken­nen es längst an der Zeit ist. Erstens zeigten wenigstens die spanischen Logen von allem Anbeginn eine politische Fär­bung –"
"Kann ich mir denken."
"Sie können sich wenig denken, Ingenieur. Wähnen Sie nicht, sich von Hause aus viel denken zu können, sondern su-chen Sie aufzunehmen und zu verarbeiten – ich bitte Sie darum in Ihrem eigenen Interesse, wie in dem Ihres Landes und im eu-ropäischen Interesse – , was ich Ihnen zweitens einzuprägen im Begriffe bin. Zweitens nämlich war der Mau­rergedanke niemals unpolitisch, zu keiner Zeit, er konnte es nicht sein, und wenn er es je zu sein glaubte, so betrog er sich über sein Wesen. Was sind wir? Bauleute und Handlanger an einem Bau. Der Zweck aller ist einer, das Beste des Ganzen, das Grundgesetz der Ver-brüderung. Welches ist dieses Beste, dieser Bau? Der kunstge-rechte gesellschaftliche Bau, die Vollendung der Menschheit, das neue Jerusalem. Was in aller Welt soll da Politik oder Nichtpolitik? Das gesellschaftliche Problem, das Problem der Koexistenz selbst ist Politik, durch und durch Politik, nichts weiter als Politik. Wer sich ihm weiht – und den Menschenna-men verdiente nicht, wer sich dieser Weihe entzöge, – gehört der Politik, der inneren wie
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der äußeren, er versteht, daß die Kunst des freien Maurers Regierungskunst ist –"
"Regierungs ..."
"Daß die illuminatistische Maurerei den Regentengrad kann-te ..."
"Sehr schön, Herr Settembrini. Regierungskunst, Regen­tengrad, das gefällt mir. Aber lassen Sie mich nun eines hören: Sind Sie Christen, Sie alle miteinander in Ihrer Loge?"
"Perchè!"
"Entschuldigen Sie, ich will anders fragen, allgemeiner und einfacher. Glauben Sie an Gott?"
"Ich werde Ihnen antworten. Warum fragen Sie?"
"Ich wollte Sie nicht versuchen vorhin, aber es gibt da ei­ne biblische Geschichte, worin jemand den Herrn mit einer römi-schen Münze versucht und zur Antwort bekommt, man solle dem Kaiser geben, was des Kaisers, und Gott, was Gottes sei. Mir kommt vor: diese Art zu unterscheiden liefert den Unterschied zwischen Politik und Nichtpolitik. Gibt es Gott, so gibt es auch diesen Unterschied. Glauben die Freimaurer an Gott?"
"Ich verpflichte mich, Ihnen zu antworten. Sie sprechen von einer Einheit, an deren Herstellung gearbeitet wird, die aber heute zum Leidwesen aller Guten noch nicht existiert. Der Weltbund der Freimaurer existiert nicht. Wird er herge­stellt sein – und ich wiederhole, es wird mit aller stillen Em­sigkeit an diesem großen Werke gearbeitet, – so wird ohne Zweifel auch sein religiöses Bekenntnis einheitlich sein, und es wird lauten: "Écrasez l'infâme.'"
"Obligatorisch? Das wäre nicht tolerant."
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"Dem Problem der Toleranz dürften Sie kaum gewachsen sein, Ingenieur. Prägen Sie sich immerhin ein, daß Toleranz zum Verbrechen wird, wenn sie dem Bösen gilt."
"Gott wäre das Böse?"
"Die Metaphysik ist das Böse. Denn sie ist zu nichts gut, als den Fleiß einzuschläfern, den wir dem Bau des Gesell­schafts-tempels zuwenden sollen. Und so hat denn schon vor einem Menschenalter der Groß-Orient von Frankreich ein Beispiel ge-geben, indem er den Namen Gottes aus seinen sämtlichen Schriftstücken strich. Wir Italiener sind ihm darin nachge-folgt ..."
"Wie katholisch!"
"Sie meinen –"
"Wie enorm katholisch ich das finde, Gott zu streichen!"
"Sie wollen ausdrücken –"
"Nichts Hörenswertes, Herr Settembrini. Achten Sie nicht besonders auf mein Geplapper! Es kam mir nur diesen Mo­ment so vor, als ob Atheismus etwas kolossal Katholisches sei, und als ob man Gott nur streiche, um desto besser katholisch sein zu können."
Wenn darauf Herr Settembrini eine Pause eintreten ließ, so war klar, daß es einzig aus pädagogischer Besonnenheit ge­schah. Er antwortete nach gemessenem Stillschweigen:
"Ingenieur, ich bin weit von dem Wunsche entfernt, Sie in Ihrem Protestantismus beirren und kränken zu wollen. Wir sprachen von Toleranz ... Es ist überflüssig, zu betonen, daß ich dem Protestantismus mehr als Duldung, daß ich ihm als dem historischen Opponenten der Gewissensknebe­lung tiefste Be-wunderung entgegenbringe. Die Erfindung
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der Buchdrucker-kunst und die Reformation sind und blei­ben die beiden erha-bensten Verdienste, die Mitteleuropa sich um die Menschheit erworben hat. Ohne Frage. Allein nach dem, was Sie soeben äu-ßerten, zweifle ich nicht, daß Sie mich aufs Wort verstehen werden, wenn ich darauf hin­weise, daß das nur eine Seite der Sache ist, und daß sie ihre zweite hat. Der Protestantismus birgt Elemente ... Ich denke an Elemente der Ruheseligkeit und der hypnotischen Ver­senkung, die nicht europäisch, die dem Le-bensgesetz dieses tätigen Erdteils fremd und feindlich sind. Se-hen Sie ihn sich doch an, diesen Luther! Betrachten Sie Bildnis-se von ihm, jugendliche und spätere! Was ist denn das für ein Schä­del, was sind das für Backenknochen, was für ein seltsamer Augensitz! Mein Freund, das ist Asien. Es sollte mich wun­dern, es sollte mich höchlichst wundern, wenn da nicht Wendisch-Slawisch-Sarmatisches im Spiele gewesen wäre, und wenn also nicht die – wer wollte es leugnen – gewalti­ge Erscheinung dieses Mannes eine verhängnisvolle Über­lastung einer der beiden in Ihrem Lande so gefährlich gleichstehenden Schalen zu be-deuten gehabt hätte, – ein furchtbares Gewicht in die östliche, von welchem die ande­re, die westliche Schale, noch heute über-wogen gen Him­mel flattert .,. ."
Von dem humanistischen Klapp-Pult am Fensterchen, vor dem er gestanden, war Herr Settembrini an den Rundtisch mit der Wasserflasche getreten, näher zu seinem Schüler hin, der auf dem an die Wand gerückten Ruhebett saß, ohne Rü­ckenlehne, den Ellenbogen aufs Knie und das Kinn in die Hand gestützt.
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"Caro!" sagte Herr Settembrini. "Caro amico! Entschei­dun-gen werden zu treffen sein, – Entscheidungen von un­über-schätzbarer Tragweite für das Glück und die Zukunft Europas, und Ihrem Lande werden sie zufallen, in seiner See­le werden sie sich zu vollziehen haben. Zwischen Ost und West gestellt, wird es wählen müssen, wird es endgültig und mit Bewußtsein zwischen den beiden Sphären, die um sein Wesen werben, sich entscheiden müssen. Sie sind jung, Sie werden an dieser Ent-scheidung beteiligt sein, sind berufen, sie zu beeinflussen. Dar-um lassen Sie uns das Schicksal seg­nen, das Sie in diese entsetz-lichen Gegenden verschlagen hat, zugleich aber mir Gelegenheit gibt, mit meinem nicht ungeübten, nicht völlig matten Wort auf Ihre bildsame Ju­gend einzuwirken und ihr die Verantwortlich-keit fühlbar zu machen, die sie – , die Ihr Land vor dem Ange-sicht der Gesittung trägt ..."
Hans Castorp saß, das Kinn in der Faust. Er blickte zum Man-sardenfenster hinaus, und in seinen einfachen blauen Augen war eine gewisse Widerspenstigkeit zu lesen. Er schwieg.
"Sie schweigen", sprach Herr Settembrini bewegt. "Sie und Ihr Land, Sie lassen ein vorbehaltvolles Schweigen walten, des-sen Undurchsichtigkeit kein Urteil über seine Tiefe ge­stattet. Sie lieben das Wort nicht oder besitzen es nicht oder heiligen es auf eine unfreundliche Weise, – die artikulierte Welt weiß nicht und erfährt nicht, woran sie mit Ihnen ist. Mein Freund, das ist gefährlich. Die Sprache ist Gesittung selbst ... Das Wort, selbst das widersprechendste, ist so verbin­dend ... Aber die Wertlo-sigkeit vereinsamt. Man vermutet, Sie
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werden Ihre Einsamkeit durch Taten zu brechen suchen. Sie werden Vetter Giacomo" (Herr Settembrini pflegte Joachim der Bequemlichkeit halber "Giacomo" zu nennen), "Sie wer­den Ihren Vetter Giacomo vor Ihr Schweigen treten lassen, 'und zwei mit gewaltigen Streichen erlegt er, die andern ent­weichen'–"
Da Hans Castorp zu lachen anfing, lächelte auch Herr Settembrini, für den Augenblick auch von dieser Wirkung seines plastischen Wortes befriedigt.
"Gut, lachen wir!" sagte er. "Zur Heiterkeit werden Sie mich immer bereit finden. 'Das Lachen ist ein Erglänzen der Seele', sagt ein Alter. Auch sind wir abgekommen – auf Din­ge, die, wie ich zugebe, mit den Schwierigkeiten zusammen­hängen, auf die unsere Vorarbeiten zur Herstellung des mau­rerischen Weltbundes stoßen, Schwierigkeiten, die namentlich das protestanti-sche Europa entgegenstellt ..." Und Herr Settembrini fuhr fort, mit Wärme von dem Gedan­ken dieses Weltbundes zu sprechen, der von Ungarn aus ins Leben getreten und dessen zu erhoffen-de Verwirklichung bestimmt sei, der Freimaurerei weltentschei-dende Macht zu verleihen. Er zeigte leichthin Briefe vor, die er von auswärti­gen Bundesgrößen in dieser Sache empfangen, ein eigenhän­diges Schreiben des schweizerischen Großmeisters, Bruders Quartier la Tente vom dreiunddreißigsten Grade, und erör­terte den Plan, das Kunstidiom Esperanto zur Bundes­welt-sprache zu erklären. Sein Eifer erhob ihn zur Sphäre der hohen Politik, er richtete sein Auge dahin und dorthin und schätzte die Aussichten ab, die der revolutionär-republikani­sche Gedanke in seiner eigenen Heimat, in Spanien, in Portu-
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gal besitze. Auch mit Personen, die an der Spitze der Großlo­ge der letztgenann-ten Monarchie standen, wollte er briefliche Fühlung unterhal-ten. Dort reiften zweifellos die Dinge der Entscheidung entge-gen. Hans Castorp möge an ihn denken, wenn in allernächster Zeit da unten die Ereig­nisse sich überstürzen würden. Hans Castorp versprach, das zu tun.
Es will bemerkt sein, daß diese maurerischen Plaudereien, die zwischen dem Zögling und jedem der beiden Mentoren geson-dert verliefen, noch in die Zeit vor Joachims Heimkehr zu De-nen hier oben gefallen waren. Die Auseinanderset­zung, auf die wir nun kommen, ereignete sich schon während seiner Wieder-anwesenheit und in seiner Gegenwart, neun Wochen nach seiner Rückkehr, Anfang Oktober, und Hans Castorp behielt dies Beisammensein in der Herbstsonne vor dem Kurhaus in "Platz", bei erfrischenden Getränken, darum allezeit so genau im Ge-dächtnis, weil Joachim ihm damals heimliche Sorge gemacht hatte, – Sorge durch Angaben und Erscheinungen, die sonst eben keine Sorge einzuflößen pfle­gen, nämlich durch Hals-schmerzen und Heiserkeit: harmlo­se Belästigungen also, die aber dem jungen Castorp in einem irgendwie eigentümlichen Licht erschienen, – eben dem Licht, so kann man sagen, das er in der Tiefe von Joachims Augen zu gewahren glaubte, diesen Augen, die immer sanft und groß gewesen waren, heute aber, genau erst heute, eine gewisse unbestimmbare Vergrößerung und Vertiefung von sinnendem und – man muß das sonderbare Wort hinzufü­gen – drohendem Ausdruck nebst jener erwähnten stillen Er­leuchtung von innen her erfahren hatten, die ganz falsch ge-
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