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Der Zauberberg. Vol. 2

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DER ZAUBERBERG
me zur Antwort gab: "Er ist tot. Er hat Dienst gemacht in der Ebene und ist ge-storben."
Er selbst bemerkte, daß "tot" das erste betonte Wort war, das wieder zwischen ihnen fiel. Er bemerkte zugleich, daß sie aus Mangel an Vertrautheit mit seiner Sprache zu leichte Ausdrücke des Mitgefühls wählte, als sie hinter und über ihm sagte:
"O weh. Das ist schade. Ganz tot und begraben? Seit wann?"
"Seit einiger Zeit. Seine Mutter nahm ihn mit sich hinun­ter. Es war ihm ein Kriegsbart gewachsen. Es sind drei Ehren­salven über seinem Grabe abgegeben worden."
"Die hatte er verdient. Er war sehr brav. Viel braver als ande-re Leute, gewisse andere."
"Ja, er war brav. Rhadamanth sprach immer von seinem Bier-eifer. Aber sein Körper wollte es anders. Rebellio carnis, heißt es bei den Jesuiten. Er war immer körperlich gesinnt, auf ehren-hafte Weise. Aber sein Körper hatte Unehrenhaftes eindringen lassen und schlug seinem Biereifer ein Schnipp­chen. Es ist übri-gens moralischer, sich zu verlieren und selbst zu verderben, als sich zu bewahren."
"Ich sehe wohl, man ist immer noch ein philosophischer Tau-genichts. Rhadamanth? Wer ist das?"
"Behrens. Settembrini nennt ihn so."
"Ah, Settembrini, ich weiß. Das war jener Italiener da ... Ich liebte ihn nicht. Er war nicht menschlich gesinnt." (Die Stim­me sprach das Wort "mähnschlich" aus, mit einer gewissen trägen und schwärmerischen Dehnung.) "Er war hochmütig." (Auf der zweiten Silbe betont.) "Er ist nicht mehr da? Ich bin dumm. Ich weiß nicht, was das ist: Rhadamanth."
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"Etwas Humanistisches. Settembrini ist verzogen. Wir ha­ben weitläufig philosophiert in diesen Zeiten, er und Naphta und ich."
"Wer ist Naphta?"
"Sein Widersacher."
"Wenn er sein Widersacher ist, möchte ich seine Be­kannt-schaft machen. – Aber habe ich nicht gesagt, daß Ihr Vetter ster-ben würde, wenn er versuchte, in der Ebene Sol­dat zu sein?"
"Ja, du hast es gewußt."
"Was fällt Ihnen ein!"
Längeres Stillschweigen. Er widerrief nichts. Er wartete, den Wirbel gegen die steile Lehne gedrückt, mit Seherblick auf das Wiederlautwerden der Stimme, ungewiß aufs neue, ob sie noch hinter ihm sei, befürchtend, das abgerissene Musizie­ren neben-an möchte das Geräusch sich entfernender Schrit­te verschlungen haben. Endlich kam es wieder:
"Und Monsieur ist nicht einmal zum Begräbnis des Vet­ters gefahren?"
Er antwortete "Nein, ich habe ihm hier Adieu gesagt, be­vor man ihn einschloß, da er anfing, zu lächeln. Du glaubst nicht, wie kalt seine Stirne war."
"Schon wieder! Was für eine Redeweise zu einer Dame, die man kaum kennt!"
"Soll ich humanistisch reden statt menschlich?" (Unwill­kür-lich dehnte auch er das Wort auf schläfrige Weise, unge­fähr wie jemand, der sich reckt und gähnt.)
«Quelle blague! – Sie waren immer hier?»
«Ja. Ich habe gewartet.»
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«Worauf?»
«Auf dich.»
Ein Lachen zu seinen Häupten, hervorgestoßen zugleich mit dem Worte "Narr!" "Auf mich! Man wird dich nicht fort­gelas-sen haben."
"Doch, Behrens hätte mich einmal fortgelassen, im Jäh­zorn. Aber es wäre nur wilde Abreise gewesen. Denn außer den alten Narben von früher her, aus meiner Schulzeit, du weißt, ist da die frische Stelle, die Behrens gefunden hat, und die mir das Fieber macht."
"Immer noch Fieber?"
"Ja, immer etwas. Fast immer. Es wechselt. Aber es ist kein Wechselfieber."
"Des allusions?"
Er schwieg. Er machte finstere Brauen über seinem Seher­blick. Nach einer Weile fragte er:
"Und wo warst du?"
Eine Hand schlug auf die Stuhllehne.
"Mais c'est un sauvage! – Wo ich war? Überall. In Mos­kau" (die Stimme sagte "Muoskau", – es war eine ähnlich trä­ge Dehnung wie die von "mähnschlich"), "in Baku, in deut­schen Bä-dern, in Spanien."
"Oh, in Spanien. Wie war es?"
"Soso. Man reist schlecht. Die Leute sind halbe Mohren. Ka-stilien ist sehr dürr und starr. Der Kreml ist schöner als das Schloß oder Kloster dort am Fuß des Gebirges ..."
"Der Eskorial."
"Ja, Philipps Schloß. Ein unmänschliches Schloß. Mir hat viel besser gefallen der Volkstanz in Katalonien, die Sardana,
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zum Dudelsack. Ich habe selbst mitgetanzt. Alle fassen sich an und tanzen Ringelreihn. Der ganze Platz ist voll. C'est char­mant. Es ist mänschlich. Ich habe mir eine kleine blaue Mütze gekauft, wie dort alle Männer und Knaben des Volks sie tra­gen, fast schon ein Fes, die Boina. Ich trage sie in der Liegekur und sonst. Monsieur wird urteilen, ob sie mir gut steht."
"Welcher Monsieur?"
"Der hier im Stuhl."
"Ich dachte: Mynheer Peeperkorn."
"Der hat schon geurteilt. Er sagt, sie stände mir reizend."
"Hat er das gesagt? Zu Ende gesagt? Den Satz zu Ende ge-sprochen, daß man ihn verstehen konnte?"
"Ah, es scheint, man ist mißgelaunt. Man möchte boshaft sein, beißend. Man versucht, sich lustig zu machen über Leu­te, die viel größer und besser und mänschlicher sind als man selber mitsamt seinem ... avec son ami bavard de la Méditerra­née, son maître grand parleur ... Aber ich werde nicht erlau­ben, daß man meine Freunde –"
"Hast du mein Innenporträt noch?" unterbrach er die Stimme in schwermütigem Tonfall.
Sie lachte. "Ich müßte einmal danach suchen."
"Ich trage das deine hier. Außerdem habe ich eine kleine Staffelei auf meiner Kommode, wo es bei Nacht und-"
Er kam nicht zu Ende. Vor ihm stand Peeperkorn. Er hatte sich nach seiner Reisebegleiterin umgesehen; durch die Por­tiere war er hereingekommen und stand vor dem Stuhle des­sen, mit dem er sie hinterrücks plaudern sah, – stand da wie ein Turm, und zwar dicht vor Hans Castorps Füßen, so daß dieser, durch seinen Somnambulismus nicht an der Einsicht
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gehindert, daß es nun aufzustehen und höflich zu sein gelte, Mühe hatte, zwi-schen den beiden von seinem Stuhle empor­zukommen, – er mußte sich seitlich davon herunterschieben, so daß denn also die handelnden Personen in einem Dreieck standen, den Stuhl in ihrer Mitte.
Frau Chauchat genügte einer Forderung des gesitteten Abendlandes, indem sie "die Herren" einander vorstellte. Ein Bekannter von früher her, sagte sie in Bezug auf Hans Cas­torp, – aus Tagen ihres vorigen Aufenthalts. Herrn Peeper­korns Exi-stenz bedurfte keiner Erläuterung. Sie nannte sei­nen Namen, und der Holländer, den blassen Blick unter dem idolhaften Ara-beskenwerk seiner aufmerksam vertieften Stirn – und Schläfen-falten auf den jungen Mann gerichtet, reichte ihm die Hand, deren breiter Rücken sommersprossig war, – eine Kapitänshand, dachte Hans Castorp, wenn man die Nagellanzen beiseite ließ. Zum erstenmal stand er unter der unmittelbaren Einwirkung von Peeperkorns wuchtiger Persönlichkeit ("Persönlichkeit" – man hatte das Wort be­ständig im Sinne angesichts seiner; man wußte auf einmal, was das war, eine Persönlichkeit, wenn man ihn sah, ja mehr noch, man war überzeugt, daß eine Persönlichkeit überhaupt nicht anders aussehen könne als er), und seine schwanken Jünglingsjahre fühlten sich erdrückt von dem Gewicht dieser breitschultrigen, rotgesichtigen, weißumlohten Sechzig, mit dem weh zerrissenen Munde und Kinnbart, der lang und sch­mal auf die geistlich geschlossene Weste niederhing. Üb­ri-gens war Peeperkorn die Artigkeit selbst.
"Mein Herr", sagte er, " – durchaus. Nein, erlauben Sie mir, – durchaus! Ich mache heute abend Ihre Bekannt-
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schaft, – die Be-kanntschaft eines vertrauenerweckenden jungen Mannes, – ich tue es mit Bewußtsein, mein Herr, ich bin mit ganzer Kraft bei der Sache. Sie gefallen mir, mein Herr; ich – bitte sehr! Erle-digt. Sie sagen mir zu."
Da gab es keine Widerrede. Seine Kulturgebärden waren all-zu peremtorisch, Hans Castorp gefiel ihm. Und Peeper­korn zog Folgerungen daraus, die er andeutungsweise ver­lautbarte, und die durch den Mund seiner Reisebegleiterin eine hilfreich-sinn-gemäße Ergänzung fanden.
"Mein Kind", sagte er, " – alles gut. Wie wäre es aber – ich bitte mich wohl zu verstehen. Das Leben ist kurz, unser Ver­mö-gen, seinen Anforderungen gerecht zu werden, es ist nun einmal – Das sind Tatsachen, mein Kind. Gesetze. Un-er-bitt­lich-keiten. Kurzum, mein Kind, kurzum und gut." Er verharr­te in ausdrucksvoll anheimstellender Geste, die Verantwor­tung ab-lehnend für den Fall, daß hier trotz seines Hinweises ein ent-scheidender Fehler begangen werden sollte.
Offenbar war Frau Chauchat geübt, die Richtung seiner Wünsche aufs halbe Wort zu unterscheiden. Sie sagte:
"Warum nicht. Man könnte noch etwas beieinander blei­ben, vielleicht ein Spielchen machen und eine Flasche Wein trinken. Was stehen Sie?" wandte sie sich an Hans Castorp, "Regen Sie sich! Wir werden nicht zu dreien bleiben, wir müs­sen Gesell-schaft haben. Wer ist noch im Salon? Engagieren Sie, wen Sie finden! Holen Sie einige Freunde von den Balkons. Wir werden Doktor Ting-Fu von unserem Tische auffordern."
Peeperkorn rieb sich die Hände.
"Absolut", sagte er. "Perfekt. Vorzüglich. Eilen Sie, junger Freund! Gehorchen Sie! Wir werden einen Kreis bilden. Wir
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werden spielen und essen und trinken. Wir werden fühlen, daß wir – Absolut, junger Mann!"
Hans Castorp fuhr mit dem Lift in den zweiten Stock. Er klopfte bei A. K. Ferge an, der seinerseits Ferdinand Wehsal und Herrn Albin aus ihren Stühlen in der unteren Liegehalle holte. Man hatte Staatsanwalt Paravant und das Ehepaar Mag­nus noch in der Halle, Frau Stöhr und die Kleefeld noch im Salon gefun-den. Hier wurde unter dem Mittellüster ein ge­räumiger Spiel-tisch aufgeschlagen, den man mit Stühlen und kleinen Anrich-tetischen umgab. Mynheer begrüßte jeden Gast, der sich zuge-sellte, blassen und höflichen Blickes, un­ter aufmerksam empor-gezogenen Stirnarabesken. Zu zwölf Personen ließ man sich nieder, Hans Castorp zwischen dem majestätischen Gastgeber und Clawdia Chauchat; Karten und Spielmarken wurden aufge-legt, denn man hatte sich auf eini­ge Gänge Vingt et un geeinigt, und Peeperkorn bestellte in seiner bedeutsamen Art bei der her-beigerufenen Zwergin Wein, einen weißen Chablis vom Jahre 06, drei Flaschen fürs erste, und Süßigkeiten dazu, was eben an gedörrtem Südobst und Konfiserie würde aufzutreiben sein. Das Händereiben, mit dem er die guten Dinge begrüßte, die aufgetragen wur­den, war voll von Behagen, und auch in Wor-ten, die auf be­deutende Art abrissen, suchte er seine Empfin-dungen mitzu­teilen, mit vollem Gelingen in der Tat, soweit ei-ne allgemeine Persönlichkeitswirkung in Frage kam. Er legte beide Hände auf die Unterarme seiner Nachbarn, hob den lan-zenspitzen Zeigefinger und forderte mit umfassendem Erfolge die höchs­te Aufmerksamkeit für die herrliche Goldfarbe des Weins in den Römern, für den Zucker, den die Malagatrauben schwitz-
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ten, für eine gewisse Art kleiner Salz – und Mohnbre-zeln, die er göttlich nannte, indem er jeden Widerspruch, der sich gegen ein so starkes Wort etwa hätte regen wollen, durch eine peremtorische. Kulturgebärde im Keime erstickte. Er war es, der als erster die Bank übernahm; doch trat er sie bald an Herrn Albin ab, da, wenn man ihn recht verstand, das Amt ihn am freien Genusse der Umstände hinderte.
Ersichtlich war das Hasard ihm Nebensache. Man spielte um nichts, seiner Meinung nach, hatte fünfzig Rappen als kleinsten Einsatz ausgerufen nach seinem Vorschlage, doch war das sehr viel für die Mehrzahl der Beteiligten; Staatsan­walt Paravant so-wohl wie Frau Stöhr wurden abwechselnd rot und blaß, und na-mentlich diese wand sich in furchtbaren Krämpfen, wenn sie vor der Frage stand, ob sie bei achtzehn noch kaufen sollte. Sie kreischte laut, wenn Herr Albin ihr mit kalter Routine eine Karte zuwarf, deren Höhe ihr Wagnis über und über zuschanden machte, und Peeperkorn lachte herzlich darüber.
"Kreischen Sie, kreischen Sie, Madame!" sagte er. "Es klingt schrill und lebensvoll und kommt aus tiefster – Trinken Sie, la-ben Sie Ihr Herz zu neuen –" Und er schenkte ihr ein, schenkte auch seinen Nachbarn und sich selber ein, bestellte drei neue Flaschen und stieß mit Wehsal und der innerlich verödeten Frau Magnus an, da diese beiden ihm der Belebung am bedürftigsten schienen. Rasch färbten die Gesichter sich hoch und höher von dem in Wahrheit wundervollen Wein, mit Ausnahme desjeni-gen Doktor Ting-Fus, das unveränder­lich gelb blieb, mit jett-schwarzen Rattenschlitzen darin, und der mit verstecktem Ki-chern sehr hohe Einsätze machte, und
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zwar mit unverschämtem Glück. Andere wollten nicht zu­rückstehen. Staatsanwalt Paravant forderte schwimmenden Blickes das Schicksal heraus, indem er zehn Franken auf eine nur mäßig hoffnungsvolle An-fangskarte setzte, überkaufte sich erblassend und gewann das Geld, da Herr Albin in trüge­rischem Vertrauen auf ein As, das er erhalten, alle Einsätze hatte dublieren lassen, verdoppelt zu-rück. Das waren Er­schütterungen, die sich nicht auf die Person dessen be­schränkten, der sie sich bereitete. Der Kreis nahm teil daran, und selbst Herr Albin, der an kalter Umsicht mit den Croupi­ers des Kasinos von Monte Carlo wetteiferte, wo er Stammgast zu sein erklärte, war seiner Erregung nur unzuläng-lich Herr. Auch Hans Castorp spielte hoch; ebenso die Kleefeld und Frau Chauchat. Man ging zu den "Touren" über, spielte "Ei­senbahn", "Meine Tante, deine Tante" und das gefährliche "Différence". Jubel und Verzweiflungsausbrüche, Entladun­gen der Wut und hysterische Lachanfälle, hervorgerufen durch den Reiz, den das bübische Glück auf die Nerven aus­übte, ereigne-ten sich, und sie waren echt und ernst, – nicht anders hätten sie lauten können in den Wechselfällen des Le­bens selbst.
Dennoch war es nicht nur und nicht einmal hauptsäch­lich das Spiel und der Wein, die die seelische Hochspannung des Krei-ses, diese Erhitzung der Mienen, diese Erweiterung der glän-zenden Augen oder das zeitigten, was man die Ange­strengtheit der kleinen Gesellschaft, ihr In-Atem-gehal­ten-sein, ihre fast schmerzhafte Konzentration auf den Au­genblick hätte nennen können. Vielmehr war all dies auf die Einwirkung einer Herr-schernatur unter den Anwesenden,
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auf die der "Persönlichkeit" unter ihnen, auf diejenige Myn­heer Peeperkorns zurückzufüh-ren, der die Führung in seiner gebärdenreichen Hand hielt und alle durch das Schauspiel seiner großen Miene, seinen blassen Blick unter dem monu­mentalen Faltenwerk seiner Stirne, durch sein Wort und die Eindringlichkeit seiner Pantomimik in den Bann der Stunde zwang. Was sagte er? Höchst Undeutliches, und desto Un­deutlicheres, je mehr er trank. Aber man hing an seinen Lip­pen, starrte lächelnd und mit emporgerissenen Brauen ni­ckend auf das Rund, das sein Zeigefinger mit seinem Daumen bildete, und neben welchem die anderen Finger lanzenspitz auf-ragten, während es in seinem königlichen Antlitz spre­chend ar-beitete, und ließ sich ohne Widerstand zu einem Gefühlsdienst anhalten, der weit das Maß von hingebender Leidenschaft über-stieg, das diese Leute sich sonst zuzumuten gewöhnt waren. Er ging über die Kräfte einzelner, dieser Dienst. Frau Magnus we-nigstens ward unpäßlich. Sie drohte in Ohnmacht hinzuschwin-den, weigerte sich aber zähe, ihr Zimmer aufzusuchen, sondern begnügte sich mit ihrer Lage­rung auf der Chaiselongue, wo-selbst man ihre Stirn mit einer nassen Serviette versah, und von wo sie nach einiger Erho­lung in den Kreis zurückkehrte.
Peeperkorn wollte ihr Versagen auf mangelhafte Nah­rungs-zufuhr zurückführen. In bedeutend abreißenden Wor­ten, mit erhobenem Zeigefinger, ließ er sich in diesem Sinne aus. Man müsse essen, um den Anforderungen gerecht wer­den zu kön-nen, so gab er zu verstehen, und bestellte Stär­kung für die Run-de, eine Kollation, Fleisch, Aufschnitt, Zun­ge, Gänsebrust, Bra-ten, Wurst und Schinken, – Platten voll
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