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ivanov666
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Файл:Der Zauberberg. Vol. 2
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DER ZAUBERBERG
me zur Antwort gab: "Er ist tot. Er hat Dienst gemacht in der
Ebene und ist ge-storben."
Er selbst bemerkte, daß "tot" das erste betonte Wort war,
das wieder zwischen ihnen fiel. Er bemerkte zugleich, daß sie
aus Mangel an Vertrautheit mit seiner Sprache zu leichte
Ausdrücke des Mitgefühls wählte, als sie hinter und über
ihm sagte:
"O weh. Das ist schade. Ganz tot und begraben? Seit wann?"
"Seit einiger Zeit. Seine Mutter nahm ihn mit sich hinunter. Es war ihm ein Kriegsbart gewachsen. Es sind drei Ehrensalven über seinem Grabe abgegeben worden."
"Die hatte er verdient. Er war sehr brav. Viel braver als
ande-re Leute, gewisse andere."
"Ja, er war brav. Rhadamanth sprach immer von seinem
Bier-eifer. Aber sein Körper wollte es anders. Rebellio carnis,
heißt es bei den Jesuiten. Er war immer körperlich gesinnt,
auf ehren-hafte Weise. Aber sein Körper hatte Unehrenhaftes
eindringen lassen und schlug seinem Biereifer ein Schnippchen. Es ist übri-gens moralischer, sich zu verlieren und selbst
zu verderben, als sich zu bewahren."
"Ich sehe wohl, man ist immer noch ein philosophischer
Tau-genichts. Rhadamanth? Wer ist das?"
"Behrens. Settembrini nennt ihn so."
"Ah, Settembrini, ich weiß. Das war jener Italiener da ... Ich
liebte ihn nicht. Er war nicht menschlich gesinnt." (Die Stimme sprach das Wort "mähnschlich" aus, mit einer gewissen
trägen und schwärmerischen Dehnung.) "Er war hochmütig."
(Auf der zweiten Silbe betont.) "Er ist nicht mehr da? Ich bin
dumm. Ich weiß nicht, was das ist: Rhadamanth."
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THOMAS MANN
"Etwas Humanistisches. Settembrini ist verzogen. Wir haben weitläufig philosophiert in diesen Zeiten, er und Naphta
und ich."
"Wer ist Naphta?"
"Sein Widersacher."
"Wenn er sein Widersacher ist, möchte ich seine Bekannt-schaft machen. – Aber habe ich nicht gesagt, daß Ihr
Vetter ster-ben würde, wenn er versuchte, in der Ebene Soldat zu sein?"
"Ja, du hast es gewußt."
"Was fällt Ihnen ein!"
Längeres Stillschweigen. Er widerrief nichts. Er wartete,
den Wirbel gegen die steile Lehne gedrückt, mit Seherblick
auf das Wiederlautwerden der Stimme, ungewiß aufs neue, ob
sie noch hinter ihm sei, befürchtend, das abgerissene Musizieren neben-an möchte das Geräusch sich entfernender Schritte verschlungen haben. Endlich kam es wieder:
"Und Monsieur ist nicht einmal zum Begräbnis des Vetters gefahren?"
Er antwortete "Nein, ich habe ihm hier Adieu gesagt, bevor man ihn einschloß, da er anfing, zu lächeln. Du glaubst
nicht, wie kalt seine Stirne war."
"Schon wieder! Was für eine Redeweise zu einer Dame, die
man kaum kennt!"
"Soll ich humanistisch reden statt menschlich?" (Unwillkür-lich dehnte auch er das Wort auf schläfrige Weise, ungefähr wie jemand, der sich reckt und gähnt.)
«Quelle blague! – Sie waren immer hier?»
«Ja. Ich habe gewartet.»
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«Worauf?»
«Auf dich.»
Ein Lachen zu seinen Häupten, hervorgestoßen zugleich
mit dem Worte "Narr!" "Auf mich! Man wird dich nicht fortgelas-sen haben."
"Doch, Behrens hätte mich einmal fortgelassen, im Jähzorn. Aber es wäre nur wilde Abreise gewesen. Denn außer
den alten Narben von früher her, aus meiner Schulzeit, du
weißt, ist da die frische Stelle, die Behrens gefunden hat, und
die mir das Fieber macht."
"Immer noch Fieber?"
"Ja, immer etwas. Fast immer. Es wechselt. Aber es ist kein
Wechselfieber."
"Des allusions?"
Er schwieg. Er machte finstere Brauen über seinem Seherblick. Nach einer Weile fragte er:
"Und wo warst du?"
Eine Hand schlug auf die Stuhllehne.
"Mais c'est un sauvage! – Wo ich war? Überall. In Moskau" (die Stimme sagte "Muoskau", – es war eine ähnlich träge Dehnung wie die von "mähnschlich"), "in Baku, in deutschen Bä-dern, in Spanien."
"Oh, in Spanien. Wie war es?"
"Soso. Man reist schlecht. Die Leute sind halbe Mohren.
Ka-stilien ist sehr dürr und starr. Der Kreml ist schöner als
das Schloß oder Kloster dort am Fuß des Gebirges ..."
"Der Eskorial."
"Ja, Philipps Schloß. Ein unmänschliches Schloß. Mir hat
viel besser gefallen der Volkstanz in Katalonien, die Sardana,
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zum Dudelsack. Ich habe selbst mitgetanzt. Alle fassen sich an
und tanzen Ringelreihn. Der ganze Platz ist voll. C'est charmant. Es ist mänschlich. Ich habe mir eine kleine blaue Mütze
gekauft, wie dort alle Männer und Knaben des Volks sie tragen, fast schon ein Fes, die Boina. Ich trage sie in der Liegekur
und sonst. Monsieur wird urteilen, ob sie mir gut steht."
"Welcher Monsieur?"
"Der hier im Stuhl."
"Ich dachte: Mynheer Peeperkorn."
"Der hat schon geurteilt. Er sagt, sie stände mir reizend."
"Hat er das gesagt? Zu Ende gesagt? Den Satz zu Ende
ge-sprochen, daß man ihn verstehen konnte?"
"Ah, es scheint, man ist mißgelaunt. Man möchte boshaft
sein, beißend. Man versucht, sich lustig zu machen über Leute, die viel größer und besser und mänschlicher sind als man
selber mitsamt seinem ... avec son ami bavard de la Méditerranée, son maître grand parleur ... Aber ich werde nicht erlauben, daß man meine Freunde –"
"Hast du mein Innenporträt noch?" unterbrach er die
Stimme in schwermütigem Tonfall.
Sie lachte. "Ich müßte einmal danach suchen."
"Ich trage das deine hier. Außerdem habe ich eine kleine
Staffelei auf meiner Kommode, wo es bei Nacht und-"
Er kam nicht zu Ende. Vor ihm stand Peeperkorn. Er hatte
sich nach seiner Reisebegleiterin umgesehen; durch die Portiere war er hereingekommen und stand vor dem Stuhle dessen, mit dem er sie hinterrücks plaudern sah, – stand da wie
ein Turm, und zwar dicht vor Hans Castorps Füßen, so daß
dieser, durch seinen Somnambulismus nicht an der Einsicht
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DER ZAUBERBERG
gehindert, daß es nun aufzustehen und höflich zu sein gelte,
Mühe hatte, zwi-schen den beiden von seinem Stuhle emporzukommen, – er mußte sich seitlich davon herunterschieben,
so daß denn also die handelnden Personen in einem Dreieck
standen, den Stuhl in ihrer Mitte.
Frau Chauchat genügte einer Forderung des gesitteten
Abendlandes, indem sie "die Herren" einander vorstellte. Ein
Bekannter von früher her, sagte sie in Bezug auf Hans Castorp, – aus Tagen ihres vorigen Aufenthalts. Herrn Peeperkorns Exi-stenz bedurfte keiner Erläuterung. Sie nannte seinen Namen, und der Holländer, den blassen Blick unter dem
idolhaften Ara-beskenwerk seiner aufmerksam vertieften
Stirn – und Schläfen-falten auf den jungen Mann gerichtet,
reichte ihm die Hand, deren breiter Rücken sommersprossig
war, – eine Kapitänshand, dachte Hans Castorp, wenn man
die Nagellanzen beiseite ließ. Zum erstenmal stand er unter
der unmittelbaren Einwirkung von Peeperkorns wuchtiger
Persönlichkeit ("Persönlichkeit" – man hatte das Wort beständig im Sinne angesichts seiner; man wußte auf einmal,
was das war, eine Persönlichkeit, wenn man ihn sah, ja mehr
noch, man war überzeugt, daß eine Persönlichkeit überhaupt
nicht anders aussehen könne als er), und seine schwanken
Jünglingsjahre fühlten sich erdrückt von dem Gewicht dieser
breitschultrigen, rotgesichtigen, weißumlohten Sechzig, mit
dem weh zerrissenen Munde und Kinnbart, der lang und schmal auf die geistlich geschlossene Weste niederhing. Übri-gens war Peeperkorn die Artigkeit selbst.
"Mein Herr", sagte er, " – durchaus. Nein, erlauben Sie
mir, – durchaus! Ich mache heute abend Ihre Bekannt-
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THOMAS MANN
schaft, – die Be-kanntschaft eines vertrauenerweckenden
jungen Mannes, – ich tue es mit Bewußtsein, mein Herr, ich
bin mit ganzer Kraft bei der Sache. Sie gefallen mir, mein
Herr; ich – bitte sehr! Erle-digt. Sie sagen mir zu."
Da gab es keine Widerrede. Seine Kulturgebärden waren
all-zu peremtorisch, Hans Castorp gefiel ihm. Und Peeperkorn zog Folgerungen daraus, die er andeutungsweise verlautbarte, und die durch den Mund seiner Reisebegleiterin
eine hilfreich-sinn-gemäße Ergänzung fanden.
"Mein Kind", sagte er, " – alles gut. Wie wäre es aber – ich
bitte mich wohl zu verstehen. Das Leben ist kurz, unser Vermö-gen, seinen Anforderungen gerecht zu werden, es ist nun
einmal – Das sind Tatsachen, mein Kind. Gesetze. Un-er-bittlich-keiten. Kurzum, mein Kind, kurzum und gut." Er verharrte in ausdrucksvoll anheimstellender Geste, die Verantwortung ab-lehnend für den Fall, daß hier trotz seines Hinweises
ein ent-scheidender Fehler begangen werden sollte.
Offenbar war Frau Chauchat geübt, die Richtung seiner
Wünsche aufs halbe Wort zu unterscheiden. Sie sagte:
"Warum nicht. Man könnte noch etwas beieinander bleiben, vielleicht ein Spielchen machen und eine Flasche Wein
trinken. Was stehen Sie?" wandte sie sich an Hans Castorp,
"Regen Sie sich! Wir werden nicht zu dreien bleiben, wir müssen Gesell-schaft haben. Wer ist noch im Salon? Engagieren
Sie, wen Sie finden! Holen Sie einige Freunde von den Balkons.
Wir werden Doktor Ting-Fu von unserem Tische auffordern."
Peeperkorn rieb sich die Hände.
"Absolut", sagte er. "Perfekt. Vorzüglich. Eilen Sie, junger
Freund! Gehorchen Sie! Wir werden einen Kreis bilden. Wir
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werden spielen und essen und trinken. Wir werden fühlen,
daß wir – Absolut, junger Mann!"
Hans Castorp fuhr mit dem Lift in den zweiten Stock. Er
klopfte bei A. K. Ferge an, der seinerseits Ferdinand Wehsal
und Herrn Albin aus ihren Stühlen in der unteren Liegehalle
holte. Man hatte Staatsanwalt Paravant und das Ehepaar Magnus noch in der Halle, Frau Stöhr und die Kleefeld noch im
Salon gefun-den. Hier wurde unter dem Mittellüster ein geräumiger Spiel-tisch aufgeschlagen, den man mit Stühlen und
kleinen Anrich-tetischen umgab. Mynheer begrüßte jeden
Gast, der sich zuge-sellte, blassen und höflichen Blickes, unter aufmerksam empor-gezogenen Stirnarabesken. Zu zwölf
Personen ließ man sich nieder, Hans Castorp zwischen dem
majestätischen Gastgeber und Clawdia Chauchat; Karten und
Spielmarken wurden aufge-legt, denn man hatte sich auf einige Gänge Vingt et un geeinigt, und Peeperkorn bestellte in
seiner bedeutsamen Art bei der her-beigerufenen Zwergin
Wein, einen weißen Chablis vom Jahre 06, drei Flaschen fürs
erste, und Süßigkeiten dazu, was eben an gedörrtem Südobst
und Konfiserie würde aufzutreiben sein. Das Händereiben,
mit dem er die guten Dinge begrüßte, die aufgetragen wurden, war voll von Behagen, und auch in Wor-ten, die auf bedeutende Art abrissen, suchte er seine Empfin-dungen mitzuteilen, mit vollem Gelingen in der Tat, soweit ei-ne allgemeine
Persönlichkeitswirkung in Frage kam. Er legte beide Hände
auf die Unterarme seiner Nachbarn, hob den lan-zenspitzen
Zeigefinger und forderte mit umfassendem Erfolge die höchste Aufmerksamkeit für die herrliche Goldfarbe des Weins in
den Römern, für den Zucker, den die Malagatrauben schwitz-
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ten, für eine gewisse Art kleiner Salz – und Mohnbre-zeln,
die er göttlich nannte, indem er jeden Widerspruch, der sich
gegen ein so starkes Wort etwa hätte regen wollen, durch eine
peremtorische. Kulturgebärde im Keime erstickte. Er war es,
der als erster die Bank übernahm; doch trat er sie bald an
Herrn Albin ab, da, wenn man ihn recht verstand, das Amt
ihn am freien Genusse der Umstände hinderte.
Ersichtlich war das Hasard ihm Nebensache. Man spielte
um nichts, seiner Meinung nach, hatte fünfzig Rappen als
kleinsten Einsatz ausgerufen nach seinem Vorschlage, doch
war das sehr viel für die Mehrzahl der Beteiligten; Staatsanwalt Paravant so-wohl wie Frau Stöhr wurden abwechselnd
rot und blaß, und na-mentlich diese wand sich in furchtbaren
Krämpfen, wenn sie vor der Frage stand, ob sie bei achtzehn
noch kaufen sollte. Sie kreischte laut, wenn Herr Albin ihr
mit kalter Routine eine Karte zuwarf, deren Höhe ihr Wagnis
über und über zuschanden machte, und Peeperkorn lachte
herzlich darüber.
"Kreischen Sie, kreischen Sie, Madame!" sagte er. "Es klingt
schrill und lebensvoll und kommt aus tiefster – Trinken Sie,
la-ben Sie Ihr Herz zu neuen –" Und er schenkte ihr ein,
schenkte auch seinen Nachbarn und sich selber ein, bestellte
drei neue Flaschen und stieß mit Wehsal und der innerlich
verödeten Frau Magnus an, da diese beiden ihm der Belebung
am bedürftigsten schienen. Rasch färbten die Gesichter sich
hoch und höher von dem in Wahrheit wundervollen Wein,
mit Ausnahme desjeni-gen Doktor Ting-Fus, das unveränderlich gelb blieb, mit jett-schwarzen Rattenschlitzen darin, und
der mit verstecktem Ki-chern sehr hohe Einsätze machte, und
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zwar mit unverschämtem Glück. Andere wollten nicht zurückstehen. Staatsanwalt Paravant forderte schwimmenden
Blickes das Schicksal heraus, indem er zehn Franken auf eine
nur mäßig hoffnungsvolle An-fangskarte setzte, überkaufte
sich erblassend und gewann das Geld, da Herr Albin in trügerischem Vertrauen auf ein As, das er erhalten, alle Einsätze
hatte dublieren lassen, verdoppelt zu-rück. Das waren Erschütterungen, die sich nicht auf die Person dessen beschränkten, der sie sich bereitete. Der Kreis nahm teil daran,
und selbst Herr Albin, der an kalter Umsicht mit den Croupiers des Kasinos von Monte Carlo wetteiferte, wo er Stammgast
zu sein erklärte, war seiner Erregung nur unzuläng-lich Herr.
Auch Hans Castorp spielte hoch; ebenso die Kleefeld und
Frau Chauchat. Man ging zu den "Touren" über, spielte "Eisenbahn", "Meine Tante, deine Tante" und das gefährliche
"Différence". Jubel und Verzweiflungsausbrüche, Entladungen der Wut und hysterische Lachanfälle, hervorgerufen
durch den Reiz, den das bübische Glück auf die Nerven ausübte, ereigne-ten sich, und sie waren echt und ernst, – nicht
anders hätten sie lauten können in den Wechselfällen des Lebens selbst.
Dennoch war es nicht nur und nicht einmal hauptsächlich das Spiel und der Wein, die die seelische Hochspannung
des Krei-ses, diese Erhitzung der Mienen, diese Erweiterung
der glän-zenden Augen oder das zeitigten, was man die Angestrengtheit der kleinen Gesellschaft, ihr In-Atem-gehalten-sein, ihre fast schmerzhafte Konzentration auf den Augenblick hätte nennen können. Vielmehr war all dies auf die
Einwirkung einer Herr-schernatur unter den Anwesenden,
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auf die der "Persönlichkeit" unter ihnen, auf diejenige Mynheer Peeperkorns zurückzufüh-ren, der die Führung in seiner
gebärdenreichen Hand hielt und alle durch das Schauspiel
seiner großen Miene, seinen blassen Blick unter dem monumentalen Faltenwerk seiner Stirne, durch sein Wort und die
Eindringlichkeit seiner Pantomimik in den Bann der Stunde
zwang. Was sagte er? Höchst Undeutliches, und desto Undeutlicheres, je mehr er trank. Aber man hing an seinen Lippen, starrte lächelnd und mit emporgerissenen Brauen nickend auf das Rund, das sein Zeigefinger mit seinem Daumen
bildete, und neben welchem die anderen Finger lanzenspitz
auf-ragten, während es in seinem königlichen Antlitz sprechend ar-beitete, und ließ sich ohne Widerstand zu einem
Gefühlsdienst anhalten, der weit das Maß von hingebender
Leidenschaft über-stieg, das diese Leute sich sonst zuzumuten
gewöhnt waren. Er ging über die Kräfte einzelner, dieser
Dienst. Frau Magnus we-nigstens ward unpäßlich. Sie drohte
in Ohnmacht hinzuschwin-den, weigerte sich aber zähe, ihr
Zimmer aufzusuchen, sondern begnügte sich mit ihrer Lagerung auf der Chaiselongue, wo-selbst man ihre Stirn mit einer
nassen Serviette versah, und von wo sie nach einiger Erholung in den Kreis zurückkehrte.
Peeperkorn wollte ihr Versagen auf mangelhafte Nahrungs-zufuhr zurückführen. In bedeutend abreißenden Worten, mit erhobenem Zeigefinger, ließ er sich in diesem Sinne
aus. Man müsse essen, um den Anforderungen gerecht werden zu kön-nen, so gab er zu verstehen, und bestellte Stärkung für die Run-de, eine Kollation, Fleisch, Aufschnitt, Zunge, Gänsebrust, Bra-ten, Wurst und Schinken, – Platten voll
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