Немецкий язык для магистрантов и аспирантов университетов. Auslander in Deutschland – Vom Gastarbeiter zum Mitburger. Учебное пособие
.pdf9)Abitur (f) ablegen – сдать экзамен на аттестат зрелости
10)Referendarzeit (f) – время стажировки по специальности
11)Promotion (f) – защита кандидатской диссертации
sich promovieren – защитить кандидатскую диссертацию
12)Habilitation (f) – защита докторской диссертации
13)Berufungsurkunde (f) – приглашение занять вакантную должность
14)Geschichte machen – делать историю (важный исторический факт)
15)zweite Einwanderergeneration – второе поколение мигрантов
16)sich engagieren für Akk. – активно участвовать
17)mit Preisen auszeichnen – наградить премиями
18)rechtsgerichtete Tageszeitung – газета правого толка (направления)
19)Vaterlandsverräter (m) – предатель родины
20)eingebürgerterAusländer–иностранец,имеющийнемецкоегражданство
Aufgaben zum Text 6
1.Beantworten Sie Fragen zum Text 6.
1)Was stellen die ausländischen Unternehmen dar?
2)Wo sind die meisten ausländischen Unternehmer tätig?
3)Von wem werden die türkischen Lebensmittelläden geschätzt?
4)Worüber wird eine Diskussion geführt?
5)Wie kann man den ausländischen Unternehmern den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern?
6)Wer hat einen höheren Jahresumsatz?
2.Lesen Sie aufmerksam den 3. Absatz des Textes. Ergänzen Sie die Sätze
mit Fragewörtern (wie, wo, was, wann, in welchem, wer, ob) und beantworten Sie sie.
1)Können Sie mit bitte sagen, ... den herausragenden beruflichen Erfolg unter den Ausländern hatte?
2)Wissen Sie vielleicht, ... sie heisst?
3)Ich möchte fragen, ... sie geboren ist?
4)Ich würde gerne wissen, ... sie studiert hatte?
5)Es ist interessant zu wissen, ... sie sich promoviert hatte?
6)Ich weiss leider nicht, ... Alter sie ihre Berufungsurkunde als Professorin erhalten hat?
7)Ich hätte gern gewusst, ... sie die jüngste Professorin in Deutschland ist?
3.Übersetzen Sie den 4. Absatz des Textes ins Russisch.
4.Führen Sie die Sätze zu Ende dem Inhalt des Textes nach.
1)Bekannter als Zümrüt Gülbay ...
2)Er wurde 1965 ...
3)Mit 16 Jahren wurde ...
21
4) Von 1989 bis 1995 war ...
5) 1994 wurde er ...
6) Er engagiert sich ...
7) Er wurde dafür mit mehreren ...
8) Seit 25 Jahren besitzt er ...
9) Er hat Kritik an der Türkei geäußert und wurde ...
5.Übersetzen Sie ins Russisch den letzten Absatz des Textes.
6.Betiteln Sie jeden Absatz des Textes und referieren Sie den Text.
LEKTION 7
Religionen: Konfliktpotenzial oder kulturelle Bereicherung?
Vorübungen zum Text 7
1.Sprechen Sie mit richtiger Betonung folgende Zusammensetzungen:
Integrationsprozess, Religionsfreiheit, Werkskantine, Fastenmonat, Bekleidungsvorschriften, Kopftuchverbot, Bürgerkriegsflüchtlinge
Lesen Sie den Text 7 und machen Sie die Aufgaben zum Text.
Text 7
Religionen: Konfliktpotenzial oder kulturelle Bereicherung?
Ein Aspekt, der Konflikte im Integrationsprozess mit sich bringen kann, ist das Miteinander der verschiedenen Religionen in Deutschland. Die größte Gruppe der Migranten gehört mit fast drei Millionen Menschen dem Islam an. Im über 50 Jahre alten deutschen Grundgesetz ist festgelegt, dass jeder Mensch eine Religion haben und sich öffentlich zu ihr bekennen1 darf. Aufgrund der Ausübung seiner Religion2 darf niemand benachteiligt oder bevorzugt werden. Eingeschränkt wird die Religionsfreiheit erst, wenn eine Religion oder extremistische Gruppen sich gegen andere im Grundgesetz garantierte Freiheiten richten.
Die Ausübung ihrer Religion wird Ausländern durch geringes Interesse und mangelnde Rücksichtnahme3 seitens der deutschen Bevölkerung allerdings oft erschwert. Eine positive Ausnahme ist beispielsweise die Ford AG, deren Werkskantine im islamischen Fastenmonat4 Ramadan auch nach Einbruch der Dunkelheit5 geöffnet ist. Erstaunlich viel Rücksicht wurde bereits vor fast 40 Jahren auf muslimische „Gastarbeiter“ in Köln genommen: Am 3. Februar 1965 stellte der damalige Erzbischof von Köln, Kardinal Frings ihnen den Kölner Dom zur Verfügung, damit sie „ihren Fastenmonat Ramadan würdig feiern können“. Heute stehen Muslimen in Deutschland rund 2.000 Moscheen6 zur Verfügung, von denen viele nur klein und nicht in repräsentativen Gebäuden untergebracht sind. Sie werden von Moscheevereinen getragen7, die mit christlichen Kirchengemeinden vergleichbar sind und wie diese soziale Einrichtungen betreiben8. Köln ist heute die Stadt, in der nach Berlin die meisten türkischstämmigen Einwohner leben – über 75.000 Menschen waren es Ende des Jahres 2000. Fünf der insgesamt sechs wichtigsten religiösen Dachverbände der Muslime in Deutschland haben hier ihren Sitz. Den über 80.000 in Köln lebenden Muslimen stehen um die 30 Moscheen zur Verfügung, außerdem gibt es eine Medrese9 genannte islamische religiöse Lehranstalt.
Streng religiöse Muslime sind aufgrund ihrer Kleidung äußerlich leicht zu erkennen und müssen deshalb bisweilen negative Erfahrungen machen. Die ge-
23
setzlich garantierte Religionsfreiheit schützt nicht vor Diskriminierungen, etwa in der Schule oder im Beruf. Ein Beispiel für Missverständnisse, welche die Ausübung des Islams in Deutschland für viele Menschen erschweren, ist die Tatsache, dass viele muslimische Frauen Kopftücher tragen. Ihr Anblick ist für manche Nicht-Muslime ein Symbol des Fremden und der Unterdrückung der Frau im Islam. Obgleich es vorkommt, dass Frauen zur Verschleierung gezwungen werden, trägt die überwiegende Mehrzahl von ihnen es jedoch als Teil der islamischen Bekleidungsvorschriften10 freiwillig. Praktizierende muslimische Frauen11 wollen zeigen, dass sie sich dem Islam verbunden fühlen und nach den Regeln des Korans (in dem das Tragen einer Verschleierung12 nicht vorgeschrieben ist) und der Sunna (= Tradition, Brauch) leben. So könnte man das Kopftuch mit dem Tragen des Kreuz-Symbols eines gläubigen Christen vergleichen.
Der Umgang mit der Verschleierung wird in muslimischen Ländern unterschiedlich gehandhabt13. So ist sie in Saudi-Arabien und im Iran Gesetz, während esinderTürkeisogareinKopftuchverbotinöffentlichenEinrichtungenwieSchulen, Universitäten, Parlamenten oder Behörden gibt. Zudem wurde im September 2001 das Verbot, ein Kopftuch zu tragen, vom türkischen Erziehungsministerium auf private Bildungseinrichtungen ausgedehnt. Im Fall der Verschleierung profitieren türkische Muslime von der deutschen Gesetzgebung, die liberaler ist als die in ihrem Herkunftsland. Das Recht, ein Kopftuch zu tragen, gilt allerdings nicht uneingeschränkt: 1998 wurde eine deutsche Lehrerin islamischen Glaubens nicht in den Schuldienst übernommen, weil sie auf das Tragen eines Kopftuches während des Unterrichtens nicht verzichten wollte. Dieses Urteil, das für viele im Widerspruch zur Religionsfreiheit steht, wurde in der deutschen Öffentlichkeit kontrovers diskutiert.
Ein weiteres Beispiel dafür, dass Migranten anderer Religionen die Religionsfreiheit in Deutschland für sich nutzen können, ist der Bau des größten hinduistischen Tempels14 Europas im Ruhrgebiet, der im Juli des Jahres 2002 eröffnet war. Den ca. 60.000 in Deutschland lebenden Hindus, bei denen es sich zu einem großen Teil um tamilische15 Bürgerkriegsflüchtlinge16 handelt, stehen schon heute mehrere kleinere Tempel zur Verfügung.
Die Existenz verschiedener Religionen kann eine Bereicherung für die deutsche Gesellschaft bedeuten. Dennoch ist es vielen Deutschen unangenehm, eine Moschee oder einen Tempel in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft zu haben. Auch nach Jahrzehnten des Zusammenlebens begegnet man dem Fremden noch oft mit Vorurteilen17. Sie können nur abgebaut werden, wenn durch die gegenseitige Kenntnis des „Anderen“ Verständnis erwächst, das den Abbau von Vorurteilen18 fördert.
Erläuterungen zum Text 7
1)sich zu einer Religion bekennen – исповедовать какую-либо религию
2)Ausübung einer Religion – исполнение религиозных традиций
3)Rücksichtnahme (f) – внимание, уважение; тактичность; внимательное [предупредительное] отношение; Rücksicht nehmen – считаться с чем-либо
4)Fastenmonat (m) – месяц поста
24
5)Einbruch der Dunkelheit – наступление темноты
6)Moschee (f) – мечеть
7)sie werden von Moscheevereinen getragen – их поддерживают (финан-
сируют) объединения мечетей
8)soziale Einrichtungen betreiben – заниматься социальным обеспечением
9)Medrese (f) – медресе, высшая мусульманская духовная школа
10)Bekleidungsvorschrift (f) – предписания по ношению одежды
11)praktizierende Frauen – работающие женщины
12)Verschleierung (f) – ношение чадры (паранджи)
13)handhaben – обращаться, пользоваться; Der Umgang mit der Verschleierung wird in muslimischen Ländern unterschiedlich gehandhabt – В ис-
ламских странах по-разному относятся к ношению чадры.
14)hinduistischer Tempel – индуистский храм
15)tamilische – тамильские; Tamile (n) – тамил, представитель племени дравидов, живущих на юге Индии и на севере острова Шри-Ланка (бывш. Цейлон)
16)Bürgerkriegsflüchtlinge (pl) – беженцы, спасающиеся от гражданской войны и ее последствий
17)Vorurteil (en) – предрассудок, предубеждение
18)Abbau von Vorurteilen – борьба с предрассудками
Aufgaben zum Text 7
1.Beantworten Sie Fragen zum Text 7 (Absätze 1-3).
1)Was bringt Konflikte im Integrationsprozess mit sich?
2)Zu welcher Religion gehört die grösste Gruppe der Migranten?
3)Wodurch ist die Religionsfreiheit festgelegt?
4)In welchen Fällen wird die Religionsfreiheit eingeschränkt?
5)Wie verhält sich die Ford AG zum islamischen Fastenmonat Ramadan?
6)Was machte der Erzbischof (архиепископ) von Köln am 3. Februar 1965?
7)Wo leben die meisten türkischstämmigen Einwohner?
8)Was ist eine Medrese?
9)Was müssen die muslimischen Frauen tragen?
10)Womit könnte man das Kopftuch vergleichen?
2.Bestimmen Sie grammatische Form und übersetzen Sie die Sätze ins Russische. Formen Sie diese Sätze in Relativsätze um.
1)Im über 50 Jahre alten deutschen Grundgesetz ist festgelegt, dass jeder Mensch eine Religion haben und sich öffentlich zu ihr bekennen darf.
2)Den über 80000 in Köln lebenden Muslimen stehen 30 Moscheen zur Verfügung.
3.Ergänzen Sie die Sätze mit Fragewörtern (Absätze 4-6). Wählen Sie passende Fragewörter aus (wo, worüber, welche, wie, wieviel, warum, ob).
1) Sagen Sie mir bitte, ... ist die Verschleierung ein Gesetz?
25
2)Ich hätte gern gewußt, ... es mit Kopftuchverbot in der Türkei sei?
3)Könnten Sie mir sagen, ... in der deutschen Öffentlichkeit diskutiert wurde?
4)Es wäre interessant zu wissen, ... andere Religionen die Migranten in Deutschland ausüben?
5)Ich weiss nicht, ... der größte hinduistische Tempel gebaut wurde.
6)Würden Sie mir bitte sagen, ... Hindus in Deutschland leben?
7)Könnten Sie mir erklären, ... die Existenz verschiedener Religionen eine Bereicherung für Deutschland bedeutet?
8)Ich möchte wissen, ... man dem Freunden noch mit Vorurteilen begegnet?
4.Betiteln Sie den Absatz 2 und 3. Schreiben Sie einen Plan zu diesen Absätzen. Sprechen Sie dem Plan nach.
5.Führen Sie die Diskussion zum Thema „Religionsfreiheit“. Benutzen Sie dabei folgende Stichworte und Redemittel.
Stichworte
Jeder Mensch bekennt sich zur Religion. Religionsfreiheit.
Islamische Fastenmonat Ramadan.
Moscheen in Deutschland. Vergleich mit christlichen Kirchengemeinden. Köln, Berlin.
Medrese als Lehranstalt. Bekleidungsvorschriften im Islam. Das Tragen einer Verschleierung.
Verschiedene Religionen: Ist es eine Bereicherung für die deutsche Gesellschaft?
Redemittel
Ich möchte mitteilen ...
Meiner Meinung nach ...
Ich bin anderer Meinung und zwar ...
Ich möchte betonen ...
Es ist wichtig zu sagen, dass ...
Was meinen Sie dazu? Was meinst du dazu?
Ich bin dafür, dass ...
Es ist doch sehr wichtig zu betonen, dass ...
26
LEKTION 8
Mehr Rechte für Migranten durch das neue Staatsangehörigkeitsrecht
Vorübungen zum Text 8
1.Sprechen Sie mit richtiger Betonung folgende Zusammensetzungen:
Lebensbedingungen, Wohnverhältnisse, Staatsbürgerschaft, Wahlrecht, Staatsangehörigkeitsrecht, Schullaufbahn, Rechtsordnung, Arbeitslosenhilf, Staatsangehörige, Erwachsenenalter, Einbürgerungsquote, Gesetzänderung, Mitbestimmung, Willensbildung.
Lesen Sie den Text 8 und machen Sie die Aufgaben zum Text.
Text 8
Mehr Rechte für Migranten durch das neue Staatsangehörigkeitsrecht
Die Zufriedenheit mit den persönlichen Lebensbedingungen – seien es Wohnverhältnisse, berufliche Chancen oder kulturelles Angebot – ist ein wichtiger Gradmesser für die Bereitschaft und Möglichkeit zur Integration. Dementsprechend haben Ausländer, die in Deutschland bleiben wollen oder die deutsche Staatsbürgerschaft haben, oft ein größeres Interesse am öffentlichen Leben, als diejenigen, die sich als Gast fühlen.
AusländerhabeneinenschwächerenrechtlichenStatusalsDeutsche,beispielsweise haben sie kein Wahlrecht1. Generell ist es für Menschen, die nicht aus der EU stammen, kompliziert, in Deutschland zu wohnen und zu arbeiten. Seit dem 1.1.2000 gibt es ein neues Staatsangehörigkeitsrecht2, das mindestens seit acht Jahren in Deutschland lebenden Ausländern die Erlangung der deutschen Staatsangehörigkeit erleichtert. Es soll die gesellschaftliche Wirklichkeit, in der viele Ausländer in Deutschland geboren sind, eine Schullaufbahn absolviert haben, arbeiten und bleiben wollen, mit dem Recht verbinden. Menschen, die faktisch zur deutschen Gesellschaft gehören, sollen nicht nur die gleichen Pflichten, sondern auch gleiche Rechte haben wie Deutsche. Im Gegenzug müssen Migranten die deutsche Verfassung und Rechtsordnung achten und die deutsche Sprache erlernen. Um Deutsche werden zu können, dürfen sie außerdem keine Sozialoder Arbeitslosenhilfe beziehen3 und nicht vorbestraft sein.
Nach dem neuen Recht erhalten in Deutschland geborene Kinder ausländi scher Eltern, von denen ein Elternteil seit mindestens acht Jahren in Deutschland lebt, neben der Staatsangehörigkeit ihrer Eltern auch die deutsche. Erst im Erwachsenenalter müssen sie sich für eine der Staatsbürgerschaften entscheiden.
Im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts sind nur 750.000 ehemalige Ausländer in Deutschland eingebürgert worden4, 1998 waren türkische Staatsangehörige mit 56 Prozent die größte Gruppe. Diese im Vergleich zu anderen EU-Staa-
27
ten sehr niedrige Einbürgerungsquote5 soll durch die Gesetzesänderung erhöht werden, damit nicht ein immer größer werdender Teil der Bevölkerung von gesellschaftlicher Mitbestimmung6 und politischer Willensbildung7 ausgeschlossen ist. Einbürgerung ist zwar keine Garantie für erfolgreiche Integration, aber sie erleichtert sie.
Erläuterungen zum Text 8
1)Wahlrecht (n) – избирательное право
2)Staatsangehörigkeitsrecht (n) – совокупность правовых норм, регу-
лирующих вопросы гражданства
3)Sozial – oder Arbeitslosenhilfe beziehen – получать социальное пособие или пособие по безработице
4)eingebürgert werden – получить гражданство
5)Einbürgerungsquote (f) – квота на получение гражданства
6)gesellschaftliche Mitbestimmung – участие в принятии решений, ка-
сающихся общества
7)politische Willensbildung – политическое волеизъявление
Aufgaben zum Text 8
1.Beantworten Sie Fragen zum Text 8.
1)Was ist ein wichtiger Gradmesser für die Bereitschaft zur Integration?
2)Seit wann gibt es ein neues Staatsangehörigkeitsrecht?
3)Wie lange müssen die Ausländer in Deutschland leben, um das Staatsangehörigkeitsrecht zu erlangen?
4)Was müssen die Migranten in der Gesellschaft achten?
5)Wofür müssen sie sich im Erwachsenenalter entscheiden?
6)Wodurch soll die niedrige Einbürgerungsquote erhöht werden?
7)Wovon bleibt ein Teil der Bevölkerung ausgeschlossen?
2.Suchen Sie im Text Sätze mit erweitertem Attribut.
3.Führen Sie die Sätze zu Ende dem Inhalt des Textes nach.
1)Ausländer haben einen schwächeren ...
2)Menschen, die faktisch zur deutschen Gesellschaft gehören, ...
3)Um Deutsche werden zu können, dürfen sie ...
4)Erst im Erwachsenenalter müssen sie ...
4.Betiteln Sie jeden Absatz des Textes und referieren Sie den Text. Gebrauchen Sie folgende Redemittel:
Es handelt sich um ...
Die Rede ist von ...
Der Autor meint, dass ...
28
LEKTION 9
Integration als Herausforderung für die Zukunft
Vorübungen zum Text 9
1.Sprechen Sie mit richtiger Betonung folgende Zusammensetzungen:
Diskussionsrunde, Kindergarten, Grundschule, Alltagsleben, Gemeinsamkeit, Herkunftsländer, Gleichberechtigung, Mehrheitsgesellschaft
Lesen Sie den Text 9 und machen Sie die Aufgaben zum Text.
Text 9
Integration als Herausforderung für die Zukunft
Migration von Ausländern nach Deutschland ist allein aus praktischen Gründen eine Notwendigkeit. Die niedrige Geburtenrate1 bewirkt einen starken Rückgang der deutschen Bevölkerung, die Schätzungen des Statistischen Bundesamtes zufolge ohne Zuwanderung von heute 82 Millionen auf 59 Millionen im Jahr 2050 zurückgehen würde. Dadurch würden sich wirtschaftliche Probleme ergeben, und auch das System der sozialen Sicherung könnte nicht wie gehabt fortbestehen. Weil Einwanderung also unabdingbar ist2, ist es umso wichtiger, dass die Deutschen Migranten als Teil der Gesellschaft anerkennen und dazu beitragen, sie einzugliedern. Um dieses Ziel zu fördern, hat Bundespräsident Johannes Rau Ende Januar des Jahres 2002 einen „Wettbewerb zur Integration von Zuwanderern“ eröffnet. Gruppen und Initiativen, die sich aktiv für die Integration einsetzen, werden so zu besonderem Engagement ermuntert. In vielen deutschen Städten gibt es Projekte, die einen praktischen Beitrag zur Integration leisten. Schon eine Diskussionsrunde3 mit Pfarrer, Rabbiner und muslimischem Geistlichen kann Ängste abbauen – die Möglichkeiten des gegenseitigen Kennenlernens sind vielfältig. In vielen Kindergärten und Grundschulen werden bereits die Kulturen ausländischer Kinder mit in das Alltagsleben einbezogen4. Auf gemeinsamen Festen kann man bei fremden Speisen und Tänzen ins Gespräch kommen und so kulturelle Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten kennen lernen.
Die deutsche Gesellschaft ist wie andere moderne europäische Gesellschaften nicht homogen: das Zusammenleben von Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern ist zwar manchmal noch problembehaftet5, aber doch alltäglich geworden. Damit eine bessere Integration von Migranten in die deutsche Gesellschaft möglich wird, ist es wichtig, als fremd oder „anders“ empfundene Kulturen und Menschen kennen zu lernen: gegenseitige Kenntnis fördert Akzeptanz, aus der Verständnis entstehen kann. Deutsch als gemeinsame Sprache ist dabei ein wichtiges Medium.
29
Eine große Aufgabe, die nicht nur Deutschen und in Deutschland lebenden Ausländern, sondern auch Bürgern der anderen EU-Länder bevorsteht, ist die Schaffung eines europäischen „Staates“. Die Herausforderung ist, dass unterschiedliche Interessen angemessen in einem System mit zahlreichen Menschen aus verschiedenen Kulturen vereinigt werden müssen. Für ein gutes Zusammenleben werden Toleranz und Gleichberechtigung immer wichtiger. Durch die Integration aller Europäer in ein neues System fällt vielleicht die Erkenntnis leichter, dass Einwanderer nicht notwendigerweise ihren kulturellen Hintergrund aufgeben müssen, denn Integration bedeutet nicht kulturelle Assimilation. Vielmehr ist es gerade die Bewahrung kultureller Eigenheiten6, die der Mehrheitsgesellschaft wichtige Impulse geben kann.
Erläuterungen zum Text 9
1)niedrige Geburtenrate (f) – низкий уровень рождаемости
2)unabdingbar sein – быть обязательным
3)Diskussionsrunde (f) – проведение дискуссии
4)in das Alltagsleben einbeziehen – вовлечь в повседневную жизнь
5)problembehaftet sein – быть насыщенным проблемами
6)kulturelle Eigenheiten – культурные особенности (своеобразие)
Aufgaben zum Text 9
1.Beantworten Sie Fragen zum Text 9.
1)Was bewirkt einen starken Rückgang der deutschen Bevölkerung?
2)Was hat der Bundespräsident Johannes Rau im Januar des Jahres 2002 eröffnet?
3)Was war die Aufgabe dieses „Wettbewerbs“?
4)Was für ein Projekt gab es damals in vielen deutschen Städten?
5)Was wurde auf gemeinsamen Festen unternommen?
6)Was ist wichtig für bessere Integration von Migranten?
7)Was ist von Bedeutung für ein gutes Zusammenleben verschiedener Nationen?
8)Was bedeutet die Integration für Migranten?
2.Stellen Sie Fragen zu den angeführten Sätzen. Gebrauchen Sie Pronominaladverbien als Fragewörter.
1)Gruppen und Initiativen, die sich für die Integration einsetzen, werden zum besonderen Engagement ermuntert.
2)In vielen deutschen Städten gibt es Projekte, die einen praktischen Beitrag zur Integration leisten.
3)Für viele Ausländer, die sich auch für andere Kulturen und Sitten interessieren, ist das Einleben in die Gesellschaft viel leichter.
4)Die deutsche Gesellschaft wartet auf schnellere und bessere Integration von Migranten.
30
