Немецкие сказки тексты и упражнения. Deutsche Märchen ein Text- und Übungsbuch
.pdfDes Teufels Hilfe
mütsbewegung, die verschiedene Empfindungen, Gefühle und Stimmungen bezeichnen!
9.Erklären Sie die Wendungen!
Der Teufel ist los — des Teufels sein — vom Teufel besessen sein — etw. fürchten / scheuen wie der Teufel das Weihwasser — hinter etw. her sein wie der Teufel hinter der armen Seele — den Teufel im Leib haben — den Teufel auf den Hals laden — in Teufels Küche kommen.
II
1.Erzählen Sie das Märchen mit Ihren Worten.
2.Sprechen Sie über den Grundgedanken dieses Märchens!
3.Kennen Sie ein ähnliches russisches Volksmärchen? Berichten Sie.
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Die Volksdichtung
Der Aschenputtel wird König
In der guten alten Zeit, als unser Herrgott noch selbst sich den zum König erwählte, der ihm am besten gefiel, lebte ein Bauer, der hatte drei Söhne; von diesen waren die beiden älteren hoch und stark, aber stolz von Gemüt, der jüngste klein und schwächlich, aber gut von Herzen. Seine älteren Brüder verachteten und verspotteten ihn,nahmen ihn nirgends mit,und weil er denn immer zu Hause in der Asche saß, nannten sie ihn nur den Aschenputtel.
Es begab sich aber, daß der König starb und im ganze Lande bekannt gemacht wurde, daß alles Volk wie gewöhnlich sich bei der größten Gemeinde auf der Königswiese versammeln solle, damit unser Herrgott wieder dem, der ihm am liebsten sei, die Krone aufsetze. Die beiden älteren Brüder legten schöne Kleider an und schickten sich zur Reise; der Jüngste bat sie, sie möchten ihn doch auch mitnehmen; aber sie sprachen stolz und verächtlich: „Was? Sollen wir mit dir Spott und Schande aufheben? Halte die Nase zu Hause und bleibe ruhig in deinem Aschenwinkel, wohin du gehörst!“ Als nun am frühen Morgen die Brüder fortgingen, schlich der Aschenputtel ihnen nach und kam auch zu der großen Wiese, wo die vielen Leute versammelt waren; es brach aber eben der Tag an; da fürchtete er, seine Brüder würden ihn sehen, schlagen und nach Hause schicken. Darum kroch er in einen Schweinestall, der am Ende der Gemeinde war und an die große Wiese anstieß. Von hier glaubte er ruhig anzusehen, was da geschehen würde. Wie nun die Stunde da war, so legte man die Krone auf einen Hügel, und als jetzt nur einmal mit allen Glocken im Dorfe geläutet wurde, siehe, da hob sie sich von selbst langsam in die Höhe und schwebte hoch über allen Häuptern umher, ohne sich niederzulassen. Endlich senkte sie sich herab und grade auf den Schweinsstall. Die Leute wußten nicht, was das zu bedeuten habe, und liefen neugierig nach dem Orte hin. Da fanden sie den armen kleinen Aschenputtel. Sie hoben ihn voll Ehrfurcht heraus und beugten ihre Knie vor ihm als dem neuen König, den unser Herrgott auf den Thron berufen habe. Die stolzen Brüder schlichen beschämt nach Hause; der verachtete Aschenputtel aber wurde im Jubel in die Königsburg geführt.
So sieht unser Herrgott nicht darauf, wie stark und stolz, sondern wie gut und fromm der Mensch ist.
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Der Aschenputtel wird König
Aufgaben
I
1. Welche inhaltliche Bedeutung hat das Wort all in folgendem Satz?
..., dass alles Volk wie gewöhnlich sich bei der größten Gemeinde auf der Königswiese versammeln solle, ...
Hat es noch andere Bedeutungen? Zu welcher Wortart gehört es?
2.Welche Bedeutung hat das Wort ganz? Welcher Wortart ist es zuzurechnen? Bilden Sie Sätze mit folgenden Wendungen: die ganze Familie, das ganze Haus, die ganze Wahrheit, die ganze Arbeit, ganz Berlin, in ganz Europa.
3.Wann können Sie diesen Befehlsatz benutzen? Halte die Nase zu Hause!
Welche weiteren Wendungen mit dem Wort Nase kennen Sie? Erklären Sie die Bedeutungen!
4.Sagen Sie die Sätze anders, ohne den Inhalt zu verändern:
•Es begab sich aber, daß der König starb.
•Die beiden älteren Brüder legten schöne Kleider an.
•Sie schickten sich zur Reise.
•Bleibe ruhig in diesem Aschenwinkel, wohin du gehörst.
•Der Tag brach an.
•Die Leute wußten nicht, was das zu bedeuten habe.
5.Wen und was kann man verachten, aufsetzen, berufen?
II
1.Geben Sie die wesentlichen Gedanken des Textes „Aschenputtel wird König“ wieder.
2.Nehmen Sie Stellung zu den Sprichwörtern: Gute Leute können viel tun.
Güte tut mehr als Gewalt.
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Die Volksdichtung
Der König und die beiden Mädchen
Ein junger König suchte sich einmal eine Frau und hörte, daß auf zwei Edelhöfen wunderschöne Mädchen seien. Weil er sie aber nach ihrem Herzenswesen genau wollte kennen lernen, so legte er seine prächtigen Königskleider ab und hüllte sich in die Kleider eines jungen Landedelmanns. So kam er zuerst an den einen Edelhof, wo ein schönes, aber hochfahriges19 Mädchen war. „Gott grüße dich, du schöne Jungfrau!“ rief er beim Eintritt in den Hof. „Wer bist du?“ fragte das Mädchen barsch, denn nach den Kleidern hielt sie ihn nur für einen unbedeutenden Menschen. „Ein Edelmann!“ sprach der König, „mit einem ehrlichen Namen und der sein gutes Auskommen hat!“ — „Dort auf die Bank!“ gebot20 das Fräulein. „Ich will nicht sitzen, sondern nur um etwas bitten: Möchtest du mein Weib werden?“ Da wurde das Mädchen bleich vor Schrecken und Zorn und rief: „Du Unverschämter! packe dich! Ich bin ein reiches Mädchen und warte auf einen Grafen oder Fürsten!“ Der König ging weiter und kam zum andern Edelhof, da war ein schönes und bescheidenes Mädchen. „Gott grüße dich, schöne Jungfrau!“ — „Schönen Dank, schönen Dank!“ — „Darf ich ein wenig einsprechen?“ — „Ich bitte auf diesen Stuhl!“ — „Ich will nicht sitzen, sondern nur um etwas bitten: Ich bin ein armer Edelmann, aber mit einem ehrlichen Namen, möchtest du mein Weib werden?“ Da wurde das Mädchen ganz rot vor Scham und konnte nicht gleich sprechen, endlich sagte es: „Wie komme ich zu der großen Ehre!“ und ihre Augen sprachen: „Ja!“ Da drückte ihr der König die Hand und sprach: „Bald komme ich wieder und hole dich ab!“ Nun ging der König zurück in seinen Palast und legte sein Prachtgewand und die königliche Herrlichkeit an und kam nun wieder an den ersten Edelhof. „Gott grüße dich, schöne Jungfrau!“ — „Ach schönen Willkomm, Herr König, ich bitte Platz zu nehmen auf diesem Kanapee21.“ — „Ich habe nur eine Frage: Möchtest du mein Weib werden?“ — „Ei, ja freilich, ich bin ein rei-
19hochfahrig, hochfahrend — andere geringschätzig behandelnd u. arrogant, übberheblich
20gebieten — befehlen
21das Kanapee (veraltend.) — Sofa
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Der König und die beiden Mädchen
ches Mädchen und habe auf einen großen Herrn gewartet!“ — „Du hast mich“, sprach der König zornig, „als ehrlichen Edelmann verschmäht22, nun bist du des Königs nicht wert!“ Damit ließ er die stolze Edel Jungfrau stehen, ging fort und kam zum andern Mädchen: „Gott grüße dich, schöne Jungfrau!“ — „O wie gnädig ist unser Herr König, ich bitte Platz zu nehmen auf diesem Stuhl!“ — „Ich habe nur eine Frage: Möchtest du mein Weib werden?“ — „Ach, Herr König, ich bin ja nur ein armes Mädchen, ich wünsche mir nur einen armen, ehrlichen Mann zum Gemahl23, und den habe ich schon gefunden!“ — „Und das bin Gott sei Dank ich, du herziges Veilchen! Du wirst nun Königin, das kann nicht anders sein!“ Da ließ sich‘s die Arme gefallen, und nicht lange, so saß sie auf dem Königsthron, aber in ihrem Herzen blieb sie immer das bescheidene Mädchen. Die stolze Edeljungfrau aber wartet bis heute noch vergebens auf den reichen Grafen oder Fürsten, und das ist ihr recht!
Aufgaben
I
1.Erklären Sie die Bildung des Adjektivs wunderschön. Nennen Sie weitere ähnlich gebildete Adjektive!
2.Nennen Sie die Antonyme und bilden Sie Sätze!
barsch |
bleich |
schön |
reich |
jung |
bescheiden |
ehrlich |
groß |
gut |
stolz |
3. Wie heißen die Verben? Bitte ergänzen Sie die Infinitivform und das Partizip II:
der Eintritt, das Auskommem, der Schreck, die Scham, der Dank
22verschmähen (geh.) — aus Geringschätzung, Verachtung ablehnen, zurückweisen
23der Gemahl (geh.) — Ehemann, Gatte
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Die Volksdichtung
4.Nennen Sie Komposita mit dem Wort Edel als Bestimmungswort und lösen Sie diese Komposita in einem erläuternden Satz auf!
5.Bilden Sie vollständige Sätze!
„Dort auf die Bank!“
„Ich bitte auf diesen Stuhl!“
II
1.Welche Tugend wird in diesem Märchen belohnt und das Laster bestraft?
2.Antworten Sie auf die Frage: Hat Höflichkeit etwas mit Güte zu tun? Ist Freundlichkeit Ausdruck von Menschenliebe?
3.Vervollständigen Sie den Text des Märchens. Beschreiben Sie das Mienenspiel der beiden Mädchen. Verwenden Sie dabei die folgenden Wendungen: ein freundliches Gesicht machen — das Gesicht / den Mund verziehen — die Augen aufreißen — die Augen niederschlagen — empört den Kopf heben — ein ärgerliches Gesicht machen.
4.Geben Sie in Kurzfassung an , worum es in diesem Märchen geht!
5.Wie verstehen Sie das Sprichtwort: Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz?
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Der Erzzauberer und sein Diener
Der Erzzauberer und sein Diener
Tief in einem Walde war ein verwünschtes Schloß; in diesem wohnte niemand als ein Zauberer, der durch seine Zauberei ungeheuere Schätze zusammengebracht hatte und täglich noch zusammenbrachte. Dieser Zauberer hatte einen Diener, der nichts anderes zu tun hatte, als am Tage, wo sein Herr auswärts war, die Zimmer zu kehren und den Staub von den Büchern abzuwischen. Einst hatte er einen Diener, welcher schon sechs Jahre seinem Herrn gedient, ohne darüber nachzudenken, warum sein Herr am Tage immer fortziehe, abends dann heimkehre und in der Nacht in den Büchern studiere. Im siebenten Jahre aber erwachte bei ihm die Neugierde, mehr zu wissen und zu erforschen, wodurch sein Herr so reich geworden. Wenn er darum die Zimmer gekehrt und den Staub von den Büchern abgewischt hatte, las er stets auch in den Büchern, und als das Jahr um war, hatte er die ganze Zauberei gelernt. Er nahm nun seinen Abschied und zog heim. „Freut euch mit mir!“ sprach er zu Vater und Mutter und zu seinem Bruder, den er hatte, „nun werden wir bald reich werden. Ich verwandle mich in ein schönes Pferd, dann verkauft mich der Bruder, aber ohne den Zügel; denn dann kann ich mich wieder zurückverwandeln und heimkehren!“ So geschah es auch; er verwandelte sich sofort in ein Pferd, sein Bruder verkaufte ihn, hielt aber den Zügel zurück, und so kehrte er bald wieder in Menschengestalt heim, und der Käufer hatte das Nachsehen.
Das dauerte nun eine lange Zeit, und sie hatten schon viel Geld erworben. Da geschah es, als sie wieder zu Markte kamen, erschien ein Käufer, der bot seinem Bruder den vierfachen Preis, wenn er ihm den Zügel mitverkaufe. Lange wollte dieser nicht; endlich ließ er sich überreden, da er dachte, es werde ja ein so großer Schade nicht sein. Der Käufer war aber kein anderer als der Erzzauberer, der seinen Diener erkannt hatte. Er setzte sich nun sogleich auf das Pferd und ritt vor eine Schmiede und wollte hier dem Pferde glühende Hufeisen aufschlagen lassen. Wie er aber abgestiegen war, sein Pferd angebunden hatte und in die Schmiede ging, um mit dem Schmied die Arbeit zu bestellen, kamen Schulknaben aus der
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Die Volksdichtung
Schule, sahen das schöne Pferd, gingen näher und standen still; da bat das Pferd einen Knaben, den Halfter ihm abzunehmen.
Kaum war dieses geschehen, so verwandelte sich das Pferd in einen kleinen Vogel und flog eilends davon. Indem trat der Zauberer aus der Schmiede; als er den Vogel wegfliegen sah, verwandelte er sich gleich in einen Habicht, der flog dem kleinen Vogel nach; dieser flog in die Stadt, und da im Königsschloß gerade im Zimmer der Königstochter ein Fenster offen stand, flog er da hinein und verwandelte sich sofort in einen schönen Jüngling und schloß Fenster und Türe zu; die Königstochter hatte Gefallen an dem Jüngling; der aber sprach:
„Willst du mich retten, so verwandle ich mich gleich in einen Ring, den stecke an den Finger und gib ihn um keinen Preis fort oder wirf ihn, wenn man dich zwingen sollte, ihn abzugeben, weg.“ Die Königstochter versprach, also zu tun; sogleich verwandelte er sich in einen Ring; die Königstochter steckte ihn an den Finger und legte ihn nie von sich. Da geschah es, daß ihr Vater, der König, schwer erkrankte und kein Arzt ihm helfen konnte; bald fand sich ein Arzt, der sagte, er könne und wolle Ihm wohl helfen, wenn er den Ring der Königstochter dafür erhalte. Um ihren Vater zu retten, versprach die Königstochter den Ring, allein als sie ihn geben sollte, warf sie denselben auf den Zimmerboden; sogleich verwandelte er sich in ein Viertel Hirse; der Arzt aber verwandelte sich in einen Hahn, der gierig die Hirse auffraß; ein Körnchen aber war weithin in eine Ritze gespritzt; als der Hahn nun glaubte, alles aufgefressen zu haben, verwandelte sich das letzte Hirsekorn in einen Jüngling mit einem Schwerte, der hieb dem Hahn das Haupt ab.
Da war nun große Freude, als der Jüngling den großen Schatz aus dem Schlosse des Zauberers herbeibrachte; er heiratete die schöne Königstochter, und als der König nicht lange darauf starb, wurde der Junge König und ließ seinen Vater und seine Mutter und seinen Bruder auch an den Hof kommen, und sie lebten nun miteinander noch lange glücklich und zufrieden.
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Der Erzzauberer und sein Diener
Aufgaben
I
1.Welche Bedeutung erhalten die Wörter durch das Präfix erz–, Erz–? Erzdemokrat, erzböse, erzmisstrauisch, Erzlüge, erzfrech, erzdumm, Erzfeind, erzfaul, Erzlügner, Erzgauner, Erzkatholik, Erzzauberer.
2.Ersetzen Sie die in den folgenden Sätzen hervorgehobenen Wörter durch Synonyme!
•Tief in einem Walde war ein verwünschtes Schloß.
•Ein Zauberer brachte durch seine Zauberei ungeheuere Schätze zusammen.
•Sein Herr war auswärts.
•Wenn der Diener die Zimmer gekehrt und den Staub von den Büchern abgewischt hatte, las er stets auch in den Büchern, ...
•Das Pferd verwandelte sich in einen kleinen Vogel und flog eilends davon.
•Sogleich verwandelte er sich in ein Viertel Hirse.
3.Wann können Sie die Wendung um keinen Preis benutzen?
4.Erklären Sie die Zeitangaben an Beispielsätzen!
täglich — am Tage — einst — abends — in der Nacht — eine lange Zeit — nicht lange darauf
5.Lesen Sie die Beispiele! Beachten Sie dabei den Gebrauch von aber! Wo drückt aber einen Gegensatz zu Erwartetem, eine Verstärkung (Eindringlichkeit) aus? Zu welcher Wortart gehört das Wort aber in diesen Sätzen?
•Im siebenten Jahre aber erwachte bei ihm die Neugierde.
•Ich verwandle mich in ein schönes Pferd, dann verkauft mich der Bruder, aber ohne den Zügel.
•Der Käufer war aber kein anderer als der Erzzauberer, der seinen Diener erkannt hatte.
•Wie er aber abgestiegen war , sein Pferd angebunden hatte, ... kamen Schulknaben aus der Schule ...
•die königstochter hatte Gefallen an dem Jüngling; der aber sprach: ...
•der Arzt aber verwandelte sich in einen Hahn ...
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Die Volksdichtung
II
1.Charakterisieren Sie mit eigenen Worten eine von den drei handelnden Personen: den Diener, den Bruder des Dieners, die Königstochter.
2.Geben Sie den Inhalt des Märchens kurz wieder! Gebrauchen Sie dabei keine direkte Rede.
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