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Text 8. Gustave Eiffel

Eigentlich sollte Gustave Eiffels Turm nur für die kurze Zeit der Weltausstellung von 1889 zu se­hen sein, doch er charakterisiert heute noch die Silhouette der französi­schen Hauptstadt als Wahrzeichen des Glaubens ihrer Bewohner an Fortschritt und Modernität. Von seinen zahlreichen Werken ist dies das einzige, mit dem er einen internationalen Bekanntheitsgrad erreichte.

DIE WELTAUSSTELLUNGEN. Die in London 1851 begründeten Weltausstellungen charakterisierten die ge­samte zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Im fol­genden Jahrhundert wurden sie seltener und hatten vor allem nicht mehr denselben prägnanten Wert wie zuvor. Ihr Zweck war vor allem, die Möglichkeiten der neuen Technologien auszuloten und die Ergebnisse stolz aller Welt zu präsentieren. So wurden komplexe Ausstel­lungspavillons errichtet, die kaum je die Ausstellung überdauerten. Die „Expos“ bewirkten damit gleichzeitig eine Beschleunigung der Bautechniken, denn die Bauwerke mussten rasch errichtet, jedoch imposant sein. Genau dieser He­rausforderung stellte sich der Ingenieur Gustave Eiffel: Er wollte einen rund 300 m hohen Turm in einem vernünftigen Zeit­raum errichten. Das heißt jedoch nicht, dass die Planungszeit ebenso kurz gewe­sen wäre.

DER EIFFELTURM. Die Idee entstand fünf Jahre vor der Expo in Paris: 1884 betraute Gustave Eiffel die beiden in seiner Firma angestellten Inge­nieure Nougier und Koch mit dem Pro­jekt. Die Ingenieure waren gerade dabei, Eisenkonstruktionen für Brückenpylone zu entwickeln. Der zukünftige Turm stellte also ursprünglich ein Experiment zur Er­forschung der Grenzen von Elastizität und Widerstandsfähigkeit des Materials bei besonders hohen Brückenpylonen dar. Dabei mussten viele unbekannte Größen berücksichtigt werden, wie etwa die Ein­wirkung des Windes. Die Lösung dieses Problems erwies sich als entscheidend für das Erscheinungsbild des Pariser Turms. Der Antrieb war somit ein rein technisches, kein ästhetisches Motiv, auch wenn, wie der Erfinder sagte, die Kurven, die sich aus Berechnungen erga­ben, „einen Eindruck von Kraft und Schönheit“ vermitteln. Dies ist ein wichtiger Aspekt, der in der Baukunst bald von den Ingenieuren auf die Architekten über­gehen sollte - darin liegt der eigentliche, revolutionäre Wert des Eiffelturms, den zur damaligen Zeit noch niemand richtig zu erfassen in der Lage war. Bald erhob sich harsche Kritik, auch von Literaten wie Zola und Maupassant. Viele Techniker sahen den Zusammenbruch des Turms voraus. Hausbesitzer im Umkreis verklag­ten die Firma Eiffel, weil sie befürchteten, ihre Räumlichkeiten nicht mehr vermieten zu können. Die Arbeiten am Turm began­nen im Januar 1887 und waren, zum größten Erstaunen der Kritiker, am 15. April 1889 abgeschlossen.

LEBEN UND WERK. Gustave Alexandre Eiffel wurde 1832 in Dijon geboren. Mit gerade 18 Jahren schloss er ein Studium der Chemie ab, machte daraus jedoch nie einen Beruf. Stattdessen beschäftigte er sich als Kon­strukteur vor allem mit neuen Technologi­en und arbeitete auf diesem Gebiet mit zahlreichen Firmen zusammen, 1867 gründet er die Maison Eiffel, eine Baufir­ma, die bald auf der ganzen Welt aktiv ist, von Mexiko bis Mozambique. In Maputo stehen die Eisenbahnstationen und das ungewöhnliche Haus des Gouverneurs, das wegen der in tropischen Gefilden unerträglichen Hitze in der Metallkonstruktion nie bewohnt wurde, noch immer. Eiffel führte jedoch nicht nur Aufträge aus, son­dern versuchte auch immer, neue, origi­nelle Lösungen vorzuschlagen, die nicht nur die Statik, sondern auch die Optik verbesserten.

Die Weltausstellung aus der Vogelperspektive, 1889.

A. Beantworten Sie folgende Fragen zum Text.

1. Womit erreichte Gustave Eiffel einen internationalen Bekanntheitsgrad? Zu welchem Zweck wurde der errichtet?

2. Welche Rolle spielten die „Expos“ der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts?

3. Was für eine Idee wollte Gustave Eiffel in der Weltausstellung 1889 in Paris realisieren? Was stellte der Turm ursprünglich dar?

4. Worin lag der revolutionäre Wert des Eiffelturms?

5. Wie war der berufliche Weg von Gustave Eiffel?

B. Teilen Sie den Text in die logischen Absätze. Formulieren Sie den Hauptgedanken jedes Absatzes.

C. Geben Sie den Inhalt des Textes in einigen Sätzen wieder.

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