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Show down mit Saddam

Präsident Georg setzt die Vereinten Nationen mit einem kaum verhüllten Ultimatum unter Druck. Sollte Bagdad nicht Forderungen eingehen, will Amerika den Erzfeind im Alleingang beseitigen. In der Golfregion rüsten die USA zur zweiten Invasion.

Jedem Staatsmann, mit dem er zusammentraf, vertraute der amerikanische Präsident die Sorge an, dass Saddam Hussein nukleare Waffen in die Hand bekommen könne. Gewiss seien sie sich einig, dass der Irak sämtliche Massenvernichtungswaffen beseitigen müsse. „Ein Aggressor: darf nicht besänftigt werden", räsonierte der Mann im Weißen Haus und fügte hinzu: „Für mich reduziert es sich ganz klar auf einen Konflikt zwischen Gut und Böse."

Der amerikanische Politiker, der so viel moralische Klarheit schätzte, heißt George Herbert Walker Bush und ist der Vater des heute amtierenden US-Präsidenten. Der Senior war Internationalist. Er warb vor den Vereinten Nationen um die Zustimmung der Weltgemeinschaft für den Waffengang mit Saddam Hussein. So entfaltete sich im Herbst 1990 das Drama eines angekündigten Kriegs. Der Diktator in Bagdad hätte ihn durch Nachgeben abwenden können. Doch für Saddam behütete Nachgeben eine größere Demütigung als ein verlorener Krieg.

Wiederholt sich jetzt die Geschichte? Wird sich daraus eine Tragödie oder eine Farce entwickeln? Wieder sollen die Vereinten Nationen, nun aufgefordert von George W, Bush, eine Abfolge von Appellen formulieren, die am Ende in einen zweiten Golfkrieg zwischen der Supermacht USA und dem Irak münden könnte.

Dabei hat der Präsident, ein Unilateralist, diesmal gleich zwei Ultimaten gestellt: das eine an die Vereinten Nationen – mit durchaus herrischer Geste, endlich die vielen Resolutionen des Sicherheitsrates mit' gebührendem Ernst zu behandeln und notfalls mit militärischer Gewalt durchzusetzen. Und an den Gewaltherrscher selbst richtete Bush einen umfassenden Förderungskatalog, mit dessen Erfüllung Saddam seine eigene Entmachtung unterschriebe.

Natürlich steht die Rückkehr der Uno-Waffeninspekteure in den Irak im Zentrum der Forderungen. Sie sollen atomare, biologische und chemische Massenvernichtungswaffen aufspüren. Ob und wie viele er davon seit der Abzug des ersten Inspektorenteams 1998 heimlich entwickelte oder auf dem Schwarzmarkt beschaffte dafür legte Bush, trotz martialischer Rhetorik, auch jetzt keine neuen Beweise vor.

Von der Spekulation über die Größe und Schlagkraft des Waffenarsenals hängt ab, ob man, wie die amerikanische Regierung, in Saddam eine Gefahr für den Weltfrieden sieht oder lediglich einen Dritte-Welt-Despoten mit hochfliegenden Plänen, sich zum Führer der arabischen Welt aufzuspielen. Iraks Nachbarn sind trotz der vermeintlichen Bedrohung gelassen, die Europäer neigen trotz der US-Warnungen zur Skepsis.

Noch weniger teilen die Verbündeten die Auffassung Amerikas, dass zwischen Osama Bin Laden und Saddam ein zwingender Zusammenhang bestehe, dass also der Irak die Wurzel jenes Übels sei, das am 11. September in den mörderischen Anschlägen auf die Vereinigten Staaten gipfelte. Bush verlangte vom Irak, künftig jeder Unterstützung von Attentätern abzuschwören. Den Appell, der in eine Resolution des Sicherheitsrates einfließen soll, rundete er mit der Forderung ab, das Schicksal von Vermissten aus dem Golfkrieg endlich aufzuklären.

Wird der Showdown zwischen den USA und dem Irak damit unumgänglich? Hat sich Saddams Armee, mit biologischen und chemischen Waffen, schon auf den Krieg eingestellt, den Amerika mit zunehmender Entschlossenheit androht? Und was würde die gewaltsame Auseinandersetzung für den Nahen Osten, Europa und die Welt bedeuten? Mehr Demokratie und Frieden oder mehr Anarchie und Aufruhr - und noch mehr Hass vor allem in arabischen Ländern auf die Supermacht Amerika, die versucht, die Welt nach ihrem Willen und ihrer Vorstellung neu zuordnen?

Mit seiner knappen Gardinenpredigt, die in der Forderung schloss: „Delegierte der Vereinten Nationen, Sie können unseren Standpunkt einnehmen", konnte Bush die Weltgemeinschaft nicht überzeugen. Neuen Beifall von Premier Tony Blair blieben Europas Staatsmänner skeptisch, Bundeskanzler Gerhard Schröder bekräftigte seine „Argumentation gegen eine militärische Intervention".

Im Nahen Osten, wo es Bush Senior nach der Invasion Kuweits gelungen war, eine breite Koalition gegen Saddam zu schmieden, ist Bush Junior durch seine rückhaltlose Unterstützung für Israels Hardliner_Ariel Scharon in Verruf geraten. Und jetzt warnen selbst Amerikas Alliierte vor einer Destabilisierung der Region.

„Ägypten ist gegen einen militärischen Angriff auf den Irak", sagte Außenminister Ahmed Mahir in Kairo, Radio Damaskus rügte die „Bedrohung Bagdads", und das Emirat Katar warnte vor einem Waffengang: „Wir wollen nicht, dass unser Territorium für Einsätze gegen unsere Brüder im Irak benutzt wird."

Dort gab sich das Regime von Bushs „ignoranter Rede" unbeeindruckt und lehnte erneut die bedingungslose Rückkehr der Uno-Waffeninspekteure kategorisch ab. „Wir werden einen wütenden und gnadenlosen Kampf gegen jeden führen, der es wagt, unsere Sicherheit zu beeinträchtigen", hieß es im Staatsfernsehen. „Bushs schmähliche Ausfälle, die darauf zielen, unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung einen Krieg zu entfachen, zeigen seine unverantwortliche Haltung gegenüber der Menschheit."

Dabei war der so gescholtene George W. Bush vorige Woche in jenen beiden Rollen aufgetreten, die das US-Publikum seinem Präsidenten abverlangt.

Am Jahrestag der Terroranschläge auf das Land war er Seelentröster und Mutspender. Er hielt kurze, biblisch inspirierte Ansprachen, in denen jener messianische Geist mitschwang, den Bush seit dem 11. September vergangenen Jahres effektvoll zelebriert. Friede, Freiheit, Menschenwürde beschwor Bush als „Ideale Amerikas" und beschrieb die Attentate als „Gottes Aufweckruf".

Auf Europäer wirken diese Rituale eher befremdlich, für US-Bürger sind das selbstverständliche Zeremonien des Patriotismus. Trauerarbeit auf Amerikanisch: bis hin zum Signieren der Totenbilder auf Ground Zero, die ihm Familienangehörig dankbar hinhielten.

Ihnen spendete der US-Präsident nicht nur Trost, sondern unter Tränen gelobter er Vergeltung: „Das wird nie wieder passieren", so Bush zu Nathan Wahlstrom, der seine Großmutter bei den Terroranschlägen von New York verlor. „Erledige die, die mei­nen Jungen auf dem Gewissen haben", rief eine ältere Dame dem Präsidenten zu. Bush versicherte: „Das werden wir tun."

Tags darauf vor der Uno trat Bush als Obcrbefchlshaber der größten Militärmacht auf, als Inbegriff rächender Gerechtigkeit, mit der die USA ihre Feinde verfolgten,seien es die Terroristen des Qaida-Netzwerks, sei es Saddam Hussein. „Unsere größte Angst, ist es", sagte er, „dass Terroristen einen schnellen Weg finden für ihre wahnsinnigen Absichten, wenn kriminelle Regime sie mit den Mitteln zum Massen­mord versorgen. "

'"Bushs größtmögliches Zugeständnis bestand darin, dass er den Gang vor Vereinten Nationen überhaupt antrat. Er folgte damit der Einsicht in eine bittere Notwendigkeit. Tjenn ausgerechnet das beispiellos machtvolle Amerika hatte sich in den vergangenen Monaten weltweit isoliert.

Nur der britische Premier Tony Blair stimmte in den kompromisslosen Kriegsgesang ein. Bushs „bester Freund" (so „Guardian") versprach nach einem Wochenendbesuch in Camp David, an der Seite der USA zu stehen, „wenn das Schießen beginnt".

Eine vermittelnde Sonderrolle nahm, überraschenderweise Frankreich ein. Da stünden nicht Amerika und England gegen Paris oder Berlin, stellte Jacques Chirac richtig, „es sind Bush und Blair auf der einen Seite und all die ändern auf der anderen".

Deshalb warnte der französische Präsident mit der kühlen Weisheit einer ehemals imperialen Macht vor den fatalen Folgen eines Präventivkriegs: „Ein paar Prinzipien und ein bisschen Ordnung sind schon vonnoten, um die Angelegenheiten der Welt zu regeln."

Nach dieser Erkenntnis suchte diesmal Präsident Bush zu handeln, mit einigem Widerwillen, wie er sich anmerken liess. Nun übernehmen es Frankreich und England, dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen möglichst schnell eine Resolution vorzulegen, in der das US-Ultimatum Berücksichtigung findet. Russland und China deuteten schon an, dass sie kein Veto einlegen die USA vom Präzedenzfall eines Präventivkriegs absehen.

Gibt Saddam Hussein keine befriedigende Antwort, folgt eine zweite Resolution - und dann Krieg. Bush machte klar, dass er sich nicht hinhalten lassen will: „Es geht um Tage oder Wochen, nicht Monate oder Jahre."

Hans Blix, der schwedische Chef der Uno-Waffeninspekteure, geht davon aus, dass er mindestens zwei Monate benötigt um ein Team samt Ausrüstung in den Irak zu schaffen. Blix stehen 220 Fachleute aus 44 Ländern zur Verfügung.

Die Uno hat dafür gesorgt, dass Australier, Kanadier und Amerikaner, anders als unter den Inspektoren von 1991 bis 1998, nicht mehr die eindeutige Mehrzahl stellen. Aus Washingtons Sicht ist die Zusammenselzung dieser Expertengruppe ein berüchtigter Uno-Kompromiss, typisch für Kofi Annan, den auf Ausgleich bedachten Generalsekretär.

Über seine Präferenzen liess der US-Präsident trotz des kleinen Kotaus vor den Vereinten Nationen keinen Zweifel: Er sieht den Krieg einer Kompromisslösung vor, die Saddam Hussein wie 1991 die Macht in Bagdad überlässt.

Im lyrischen Ausklang seiner New Yorker Rede schwärmte er geradezu von einem demokratischen Irak, der neben einem demokratischen Palästina und einem demokratischen Afghanistan blühen soll und die gesamte islamische Welt zu Reformen inspiriert. Nichts davon ist mit dem Tyrannen vom Tigris, nichts davon ist ohne US - Intervention und längere Besetzung des Irak zu haben.

Das Pentagon betreibt die Invasionsvorbereitungen mit Hochdruck: Das Oberkommando für die Golfregion, mit Sitz in Tampa (Florida), will 600 Offiziere, ein Viertel des gesamten Stabes, nach Katar schicken - für eine Übung, wie es heißt. Dort soll das US-Hauptquartier am Persischen Golf entstehen, da Saudi-Arabien, anders als 1991, diesmal als Stützpunkt ausfällt.

Damals brauchte das US-Militär fast ein halbes Jahr, um Truppen und Gerat in die Region zu verlegen. Diesmal glaubt das Pentagon mit viel weniger Zeit auszukommen. Die US–Streitkrafte verfügen am Golf jetzt schon über 40000 Mann, bis zu 150000 weitere Soldaten könnten bis Weihnachten herangezogen werden. Dafür hat das Verteidigungsministerium zivile Transportschiffe gechartert.

Der Countdown für Bagdad läuft. Vor den Vereinten Nationen hat Präsident Bush den „Fall Saddam" wie ein Staatsanwalt vor Gericht dargelegt. Abzuwarten allerdings bleibt, was seine Landsleute eigentlich" von der Aussicht auf einen_zweiten Kriegsschauplatz halten, wo doch der Einsatz Afghanistan vorläufig keineswegs beendet ist.

Unliebsame Fragen nach den Gründen für einen weiteren Golfkrieg und die Beweise gegen Saddam stellen jetzt die Senatoren und Abgeordneten im Kongress. In beiden Häusern sind für die nächsten Wochen Anhörungen über die Lage im Irak und dessen Waffenarsenale anberaumt. Die US - Geheimdienste arbeiten zudem an einem gemeinsamen Bericht über die irakische Gefahr, den sie nun ganz schnell vorlegen wollen. Kaum denkbar, dass darin neue Erkenntnisse auftauchen werden.

Präsident Bush drängt den Kongress auf Zustimmung zum Kriegskurs. Er hat es eilig, weil Senatoren und Abgeordnete am 4. Oktober Washington verlassen -für die letzten Auftritte vor den Zwischenwahlen am 5. November. Deshalb ging in der US-Hauptstadt bereits das "Gerücht um, die Offensive der US-Streitkräfte sei schon für diesen Zeitpunkt vorgesehen.

So rasch ist der Aufmarsch der Streitkräfte am Golf sicher nicht zu machen. Aber eine wichtige Zwischenetappe bedeutet das Votum schon. Denn dabei können die Amerikaner, die ihrem Präsidenten breiten Rückhalt für den Krieg in Afganistan gaben George W. Bush an der Wahlurne die Botschaft übermitteln, was sie von einem zweiten Krieg gegen der

  1. Bush hat 2 Ultimaten … 2. Der Irak hat Nuklearwaffe in … … … . 3. Saddam wird nicht nach…, das würde für ihn … bedeuten. 4. Die Europäer … zur Skepsis. 5. Die USA fordern die … der UNO-Waffeninspekteure in den Irak. 6. Die USA wollen den Krieg … . 6. Am Jahrestag der Terror… auf die USA trat Bush in 2 Rollen auf. 7. Der Irak hat heimlich die Nuklearwaffe … und … damit die Sicherheit der USA. 8. Bush hat keine Beweise … . 9. Man muss das Schicksal der … aufklären. 10. Unser Territorium wird nicht für … benutzt. 11. Er will seine Forderungen mit Gewalt … .

- Учения

- дислокация

- ведение боевых действий

- предотвратить

- справиться за короткий срок

- снаряжение

- предостерегать

-

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