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Профессиональный иностранный язык. Немецкий язык. Учебное пособие по направлению подготовки 38.04.02 «Менеджмент»

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Haushalt zustimmen. Da es keine Gesetzesvorschläge unterbreiten darf, ist seine Rolle relativ schwach und hat eher eine beratende und kontrollierende Funktion. Parlament und Ministerrat sind bei der Gesetzgebung gleichberechtigt.
Die Judikative wird vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) verkörpert. Es soll sicherstellen, dass EU-Recht innerhalb der Staatengemeinschaft auf die gleiche Weise ausgelegt wird. Nationale Gerichte können sich daher in Fragen des Ge­meinschaftsrechts an das EuGH wenden oder Rechtmäßigkeit von EURichtlinien prüfen lassen. Außerdem kann die EU-Kommission Mitgliedsstaaten vor dem EuGH verklagen, wenn diese ihren Verpflichtungen nicht nachkommen.
Weitere wichtige Organe der EU sind der Europäische Rechnungshof, derüber die Rechtmäßigkeit des Haushalts wacht, und die Europäische Zentral­bank, welche die Geldpolitik in der EU bestimmt.
Aufgabe 2. Annotieren Sie den Text.
Aufgabe 3. Referieren Sie den Text.
Text 2. Grundlagen des Rechts
Aufgabe 1. Lesen Sie den Text und übersetzen Sie ihn schriftlich mit Hilfe des Wörterbuches.
In einer sozialen Gemeinschaft ergeben sich zwangsläufig Konflikte auf­grund der unterschiedlichen Interessen und Ansichten ihrer Mitglieder. Wenn
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solche Konflikte nicht den inneren Frieden einer Gesellschaft gefährden sollen, müssen sie nach einheitlichen Regeln beigelegt werden. Solche Rechtsordnun­gen schaffen eine Berechenbarkeit und einen Schutz für die Mitglieder einer Ge­sellschaft.
Um allgemein akzeptiert zu werden, dürfen Rechtsordnungen allerdings nicht zur Übervorteilung bestimmter Gruppen führen oder die Freiheit der Indi­viduen zu sehr einschränken. Aus diesem Grund entstanden im Laufe der Jahr­hunderte in allen Gesellschaften Gesetze auf Basis des allgemeinen Rechtsemp­findens und der üblichen Sitten und Gebräuche.
Eine schriftliche Niederlegung des Rechts in Form von Gesetzesbüchern ist bei uns erst seit wenigen Jahrhunderten üblich. Einer der ältesten und zugleich bekanntesten Gesetzestexte ist der «corpus iuris civilis», eine amtliche Samm­lung des römischen Rechts aus der Zeit ca. 550 n. Chr. Am 01.01.1900 trat in Deutschland das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) in Kraft. Gleich alt ist das Han­delsgesetzbuch (HGB), das für Kaufleute Vorrang vor dem BGB hat. In diesen beiden Gesetzen ist ein Großteil des normalen Miteinanders der Menschen in unserem Staat geregelt. In der Bundesrepublik Deutschland werden unterschied­liche Rechtsquellen verwendet:
Gesetze: Gesetze kommen aufgrund parlamentarischer Beschlüsse auf Bun­des oder Länderebene zustande (Legislative). Alle Gesetze sind dem Grundge­setz (GG) untergeordnet und dürfen ihm nicht widersprechen. Bundesgesetze haben zwar Vorrang vor Landesgesetzen, in vielen Bereichen verfügen die Län­der jedoch über Hoheitsrechte.
Rechtsverordnungen: Verordnungen werden von einer gesetzlich dazu er­mächtigten Exekutive (z.B. einer Landesregierung) erlassen und haben Geset­zescharakter. Mit Verordnungen werden Gesetze konkretisiert, wobei Inhalt, Zweck und Ausmaß der Verordnung in einem Gesetz geregelt sein muss. Bei­spielsweise werden in der Arbeitsstättenverordnung sicherheitstechnische, ar­beitsmedizinische und hygienische Anforderungen an die Arbeitsplatzumgebung gestellt.
Richtlinien: Richtlinien haben selbst keinen Gesetzescharakter, sondern dienen dazu, Gesetze und Verordnungen zu vereinheitlichen. Sie sind aber für Regierungen oder Verwaltungen verbindlich. Beispiele sind EU-Richtlinien oder die Steuerrichtlinien des Bundes.
Satzungen: Satzungen werden z.B. von Vereinen, Gesellschaften oder Kammern aufgestellt. Sie gelten nur für einen bestimmten Personenkreis und sind für diesen bindend. Der Inhalt einer Satzung darf bestehenden Gesetzen nicht widersprechen.
Gerichtsurteile: Gerichtsentscheidungen werden aufgrund bestehender Ge­setze und der Beweislage getroffen. Einmal gefällte Gerichtsurteile müssen nicht von anderen Gerichten übernommen werden, können aber die Entscheidung in anderen Prozessen beeinflussen (Präzedenzfall).
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Gewohnheitsrecht: Ein Rechtsanspruch muss nicht immer durch geschrie-
benes Recht begründet sein, sondern kann auch aus «Gewohnheit» entstehen, d.h. wenn er durch lang andauernde und nach allgemeiner Überzeugung richtige Anwendung bestimmter Regeln zustande gekommen ist. Beispiele hierfür sind mehrjährige, vorbehaltlose Weihnachtsgeldzahlungen oder langjähriges Dulden eines Wegerechts.
Grundsätzlich wird zwischen dem Privatrecht und dem öffentlichen Recht unterschieden. Privates Recht regelt das Zusammenleben der Menschen unterei­nander und kann durch vertragliche Vereinbarungen verändert werden. BGB und HGB zählen zu den wichtigsten Gesetzeswerken des Privatrechts.
Rechtsbeziehungen des Einzelnen zur Gesellschaft bestimmt dagegen das öffentliche Recht, wozu z.B. das Steuerrecht, das Verwaltungsrecht oder das Strafrecht zählt. Das öffentliche Recht ist für alle verbindlich und kann auch dann nicht verändert werden, wenn sich die Betroffenen einig sind (z.B. beim Rauschgifthandel). Es regelt Verhaltensweisen, die zu tun (Gebote) oder zu un­terlassen sind (Verbote).
Ein Gerichtsprozess in zivilrechtlichen Angelegenheiten (z.B. bei Nichterfül­lung von Verträgen) findet nur auf ein Gesuch des Klägers hin statt. Zur Antrag­stellung dient die Klageschrift, in der die betroffenen Parteien, der Gegenstand und der Grund des Anspruchs sowie das Gericht benannt werden müssen. Häufig ist es kostengünstiger, zunächst eine Feststellungsklage zu beantragen, mit der z.B. die Rechtsgültigkeit eines Anspruchs (z.B. einer Geldforderung) geprüft wird. Ist die Rechtslage dann gerichtlich geklärt, braucht es oft kein Urteil, damit sich die Par­teien einigen. Zeigt sich eine Partei uneinsichtig, bleibt nur die Leistungsklage, bei der vom Gericht ein Urteil gefällt wird. Der Beklagte wird gegebenenfalls verur­teilt, eine Leistung zu erbringen oder eine Handlung zu unterlassen.
Aufgabe 2. Annotieren Sie den Text.
Aufgabe 3. Referieren Sie den Text.
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Text 3. Rechtsprechung – ein Weg durch Instanzen
Aufgabe 1. Lesen Sie den Text und übersetzen Sie ihn schriftlich mit Hilfe
des Wörterbuches.
Die Rechtsprechung in der Bundesrepublik obliegt in erster Linie der Auf­sicht der einzelnen Bundesländer, denen die überwiegende Mehrzahl der Gerich­te untersteht. Erst in oberster Instanz finden sich Bundesgerichte. Je nach Pro­zessart sind dabei unterschiedliche Gerichte mit mehreren Instanzen zuständig. Im Zivilprozess bis zu einem Streitwert von 5.000 € sowie für Familienstreitig­keiten, Mietangelegenheiten und Mahnverfahren sind die Amtsgerichte zustän­dig. Bei höherem Streitwert oder nicht vermögensrechtlichen Angelegenheiten wird sofort das zuständige Landgericht angerufen, das gleichzeitig als Beru­fungsinstanz für Entscheidungen der Amtsgerichte dient.
Nächste Berufungsinstanz ist das Oberlandesgericht. Darüber steht der Bun­desgerichtshof (BGH) als Bundesgericht, der für Beschwerden gegen Endurteile und Revisionen von Endurteilen der Oberlandesgerichte zuständig ist. Im Ge­gensatz zur Berufung, bei der ein Prozess in höherer Instanz weitergeführt wird, versteht man unter Revision eine unabhängige Überprüfung der Rechtmäßigkeit eines Urteils. Bei Erfolg wird das Verfahren an eine untere Instanz zurückver­wiesen. Im Sinne der Rechtseinheit fällt der BGH auch Grundsatzurteile. Kam­mern der oben genannten Gerichte übernehmen auch die Rechtsprechung in Strafprozessen. Hierbei wird manchmal auch das Oberlandesgericht als erste In­stanz einberufen. In neuerer Zeit gewinnt auch der Europäische Gerichtshof (EUGH) in Luxemburg als oberste Revisionsinstanz an Bedeutung.
In Strafprozessen darf ein Angeklagterfür eine Tat nur einmal bestraft wer­den, auch wenn diese gegen mehrere Gesetze verstößt (Tateinheit). Jedoch kön­nen für die gleiche Tat zivilrechtliche Forderungen auf ihn zukommen, z.B. in Form von Schadenersatz. Aufgrund der Komplexität besonderer Rechtsgebiete wurden neben diesen ordentlichen Gerichten spezialisierte Gerichte eingeführt. So sind bei Streitigkeiten in arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen die Ar­beitsgerichte zuständig. Hier gibt es nur drei Instanzen. Berufungsinstanzen sind das Landesarbeitsgericht bzw. аuf Bundesebene das Bundesarbeitsgericht. Die gleichen Instanzenebenen findet man beim Sozialgericht, das Auseinanderset­zungen in Fragen der Sozialversicherungen, der Kriegsopferversorgung und der Lohnfortzahlungen (Krankengeldansprüche) bearbeitet.
Über Einsprüche gegen Steuerbescheide, die von der Finanzverwaltung ab­gelehnt werden, entscheidet das Finanzgericht. Für Revisionen muss der Bun­desfinanzhof angerufen werden. Klagen von Bürgern gegen Entscheidungen der Exekutive, z.B. die Verweigerung eines Antrags auf Sozialleistungen, werden vor den Verwaltungsgerichten (mit den Nachfolgeinstanzen Oberverwaltungsge­richt bzw. Verwaltungsgerichtshof und Bundesverwaltungsgericht) verhandelt. Auch sind Beschwerden gegen die Legislative, d.h. gegen von Parlamenten er-
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lassene gesetzliche Bestimmungen, möglich. Sie können vor dem Bundesverfas­sungsgericht auf ihre Konformität mit dem Grundgesetz überprüft werden.
Die örtliche Zuständigkeit (Gerichtsstand) der Gerichte wird in der Zivil­(ZPO) bzw. Strafprozessordnung (StPO) festgelegt. Bei Strafprozessen ist in der Regel das Gericht zuständig, in dessen Bezirk die Straftat begangen wurde. Wird ein Rechtsstreit um eine Immobilie ausgefochten, ist in der Regel das Gericht zuständig, bei dem die Immobilie im Grundbuch eingetragen ist.
Bei Vertragsstörungen befindet sich der Gerichtsstand normalerweise am Wohn bzw. Firmensitz des Beklagten. Dies ist der so genannte «allgemeine Ge­richtsstand», der in der Regel mit dem Ort, wo die vereinbarte Leistung erbracht werden soll (Erfüllungsort), übereinstimmt. Wurde ein Erfüllungsort ausdrück­lich vereinbart, kann der Kläger diesen «besonderen Gerichtsstand» statt des all­gemeinen Gerichtsstands wählen. Sind beide Vertragsparteien Kaufleute im Sin­ne des Handelsrechts (HGB), können sie einen Gerichtsstand frei untereinander vereinbaren. Gegenüber Privatpersonen kann ein Gerichtsstand nur vereinbart werden, wenn diese keinen festen Wohnsitz im Inland haben.
Vor einem Gerichtsverfahren muss der beschrittene Rechtsweg vom angeru­fenen Gericht für zulässig erklärt werden. Bei Gerichtsverfahren trägt im Allge­meinen der Kläger die Beweislast, jedoch wurde in einigen Fällen, z.B. bei der Produkthaftung, die Beweislast umgekehrt. Wird gegen ein Gerichtsurteil nicht fristgerecht Berufung eingelegt, wird es rechtskräftig. Die Berufungsfristen sind je nach Prozessart unterschiedlich lang. So betragen sie für die meisten Verfah­ren einen Monat, jedoch bei Strafprozessen nur eine Woche und bei Arbeitsge­richtsverfahren zwei Wochen.
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Gerichte haben neben der Rechtsprechung auch andere Aufgaben. So ver­walten die Amtsgerichte öffentliche Register wie das Handels- und Genossen­schaftsregister, in die Unternehmen eingetragen sind, oder das Vereinsregister für eingetragene, d.h. rechtsfähige, Vereine (e.V.). Auch das Grundbuch, in dem die Eigentumsverhältnisse an Immobilien festgehalten sind, wird beim Amtsge­richt geführt. Des Weiteren ist das Amtsgericht für gerichtliche Mahnverfahren, Zwangsvollstreckungen und Konkursanträge zuständig und führt ein Schuldner­verzeichnis über die geleisteten eidesstattlichen Erklärungen.
Um hohe Anwalts- und Gerichtskosten zu sparen, können zunächst Schlich­tungsstellen, z.B. bei den Industrie- und Handelskammern, angerufen werden. Bei Streitfällen im internationalen Rahmen wird häufig die International Cham­ber of Commerce (Internationale Handelskammer) mit Sitz in Paris als Schlich­tungsstelle angerufen, die diesbezüglich einen sehr guten Ruf besitzt. Für Ver­braucher existieren bundesweit viele branchenspezifische Schlichtungsstellen, z.B. für Rechtsstreitigkeiten im Kfz- oder Baubereich, mit Banken, Ärzten oder in Mietangelegenheiten.
Aufgabe 2. Annotieren Sie den Text.
Aufgabe 3. Referieren Sie den Text.
Text 4. Natürliche und juristische Personen – Rechte und Pflichten
Aufgabe 1. Lesen Sie den Text und übersetzen Sie ihn schriftlich mit Hilfe des Wörterbuches.
Die Träger von Rechten und Pflichten in einer Rechtsordnung heißen Rechtssubjekte, d.h. nur sie sind rechtsfähig. Rechtsfähig sind alle Menschen von ihrer Geburt an bis zu ihrem Tod, unabhängig von ihrem körperlichen oder geistigen Zustand. So ist ein Kind mit sechs Jahren bereits schulpflichtig, ein neugeborenes Kind kann Eigentümer eines Hauses sein.
Wäre die Rechtsfähigkeit nur auf natürliche Personen, d.h. Menschen, be­schränkt, müsste man bei Streitigkeiten mit Behörden oder größeren Unterneh­men die einzelnen Sachbearbeiter oder Vorstände persönlich vor Gericht verkla­gen. Dies wäre aber unsinnig, da sie nur Erfüllungsgehilfen ihrer Organisation sind. Für solche Körperschaften des Privatrechts oder des öffentlichen Rechts wurde der Begriff der juristischen Person eingeführt, wodurch einer Organisati­on eine eigene Rechtspersönlichkeit zugesprochen wird.
Beispiele für juristische Personen sind eingetragene Vereine, Aktiengesell­schaften, Genossenschaften, Universitäten oder Behörden. Juristische Personen des Privatrechts werden durch Eintragung in ein Register (z.B. ein Vereinsregis­ter) rechtsfähig. Juristische Personen des öffentlichen Rechts entstehen durch
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parlamentarische Beschlüsse oder per Verwaltungsakt. Juristische Personen müssen durch natürliche Personen vertreten werden, z.B. durch Vereinsvorsit­zende, Geschäftsführer oder Präsidenten.
Auch wenn ein Deliktunfähiger nicht zur Verantwortung gezogen wer­den kann, so gilt dies nicht für seine gesetzlichen Vertreter. So können die Eltern an Stelle des Kindes durchaus zur Verantwortung gezogen werden, vorausgesetzt sie haben ihre Aufsichts­pflicht verletzt. Ist dies nicht der Fall oder wäre der Schaden auch bei Genü­gung der Aufsichtspflicht eingetreten, sind die Eltern nicht haftbar. In diesem Fall zahlt z.B. auch keine Haftpflicht­versicherung.
Einschränkungen der Deliktfähig­keit werden ähnlich wie bei der Ge­schäftsfähigkeit auch nach dem Geis­teszustand der Rechtssubjekte getrof­fen. Auch gelten Taubstumme als be­schränkt deliktfähig, da sie in ihrer geistigen Entwicklung stark benachtei­ligt sein können. Keine Milderung gibt es dagegen für Personen, die sich fahr­lässig in einen Zustand der Trunkenheit versetzen. Eine Erweiterung des Begriffes Rechts­fähigkeit nimmt das BGB im Erbrecht vor. So kann beispielsweise ein noch nicht geborenes, aber gezeugtes Kind von seinem Onkel als Erbe eingesetzt werden. Kommt das Kind lebend zur Welt, kann es die Erbschaft antreten. Kommt es nicht lebend zur Welt, er­werben eventuelle Erbfolger des Kin­des (z.B. die Eltern) jedoch keine Erb­ansprüche.
Die Rechtsfähigkeit darf nicht mit dem ähnlich klingenden Begriff Ge­schäftsfähigkeit verwechselt werden. Geschäftsfähigkeit bedeutet, Rechtsge­schäfte wirksam und verbindlich abschließen zu können. Natürliche Personen sind erst mit Vollendung des 18. Lebensjahres voll geschäftsfähig, juristische
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Personen dagegen sofort nach ihrer Entstehung. Personen über 18 Jahren kann die Geschäftsfähigkeit durch Gerichtsbeschluss aberkannt werden, sie können dann als beschränkt geschäftsfähig oder sogar als nicht geschäftsfähig (bei dau­erhafter Geistesgestörtheit) erklärt werden. Nicht Geschäftsfähige werden durch einen Erziehungsberechtigten oder einen Vormund vertreten und können Rechtsgeschäfte nur als Übermittler (z.B. per Einkaufszettel) tätigen.
Ein weiterer Begriff, den es zu unterscheiden gilt, ist die Deliktfähigkeit. Hierunter versteht man die Fähigkeit, für seine Taten zur Verantwortung gezo­gen werden zu können. Genau wie bei der Geschäftsfähigkeit wird zwischen voller und beschränkter Deliktfähigkeit sowie Deliktunfähigkeit unterschieden. Die Altersgrenzen im Zivilrecht entsprechen dabei denen der Geschäftsfähigkeit. Strafrechtlich werden Jugendliche erst mit 14 beschränkt deliktfähig und je nach geistiger Entwicklung zwischen 18 und 21 voll strafmündig.
Auch das Strafrecht erkennt Rechte des ungeborenen Lebens an, wie aus den Diskussionen um den §218ff StGB bekannt ist.
Aufgabe 2. Annotieren Sie den Text.
Aufgabe 3. Referieren Sie den Text.
Text 5. Rechtsobjekte – Besitz oder Eigentum
Aufgabe 1. Lesen Sie den Text und übersetzen Sie ihn schriftlich mit Hilfe des Wörterbuches.
Ähnlich wie in der Sprache unterscheidet man im Recht Subjekte und Ob­jekte. Subjekte sind diejenigen, die handeln, Objekte das, mit dem gehandelt wird. Konkret versteht man unter Rechtsobjekten Sachgüter und Rechte. Dienst­leistungen gehören dagegen nicht zu den Rechtsobjekten, da sie zwar verrichtet, nicht aber gehandelt werden können.
Ein Rechtsobjekt wie ein Auto gehört in der Regel einem Rechtssubjekt, beispielsweise einem Menschen oder einem Unternehmen. Das Rechtssubjekt, dem das Fahrzeug gehört, muss aber nicht mit seinem gegenwärtigen Benutzer identisch sein. Aus dieser Logik heraus unterscheidet das BGB die Begriffe Eigen­tum und Besitz, die umgangssprachlich oft gleichbedeutend verwendet werden.
Dem Eigentümer gehört ein Rechtsobjekt, d.h. er hat darüber die rechtliche Herrschaft. So hat ein Eigentümer Anspruch auf Herausgabe seines Eigentums, es sei denn der Besitzer ist berechtigt (z.B. aufgrund eines Mietvertrages), die Herausgabe des Rechtsobjekts zu verweigern. Besitzer ist, wer ein Rechtsobjekt «hat». Er übt die tatsächliche Herrschaft aus. Häufig sind Besitzer und Eigentü­mer identisch. Dabei muss es zu einem Rechtsobjekt nicht nur einen Eigentümer
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oder Besitzer geben. So kann ein Unternehmen vielen Eigentümern gehören o­der eine Wohnung von einer Familie bewohnt («besessen») werden.
Eine wichtige Frage ist nun, wie Eigentum übertragen werden kann. Bei be­weglichen Sachen findet die Eigentumsübertragung durch Einigung und Über­gabe statt. Die Einigung findet meistens in Form eines Vertrages statt. Die Übergabe erfolgt gewöhnlich direkt, z.B. durch Lieferung oder Aushändigung einer Sache. Sie kann aber vom Eigentümer durch die Abtretung seines Heraus­gabeanspruchs ersetzt werden, wenn er nicht selbst der Besitzer ist (z.B. beim Verkauf eines vermieteten Rechtsobjekts).
Die Übergabe entfällt natürlich auch, wenn der neue Eigentümer die Sache bereits besitzt. Auch gibt es Warenwertpapiere, die stellvertretend für die Ware übergeben werden können (z.B. Lagerscheine bei Fremdlagerung oder das Kon­nossement bei Schiffsfrachten). Hiermit ist es möglich, Eigentum von Waren zu übertragen, die sich an entfernten Orten befinden.
Die Eigentumsübertragung setzt nicht notwendigerweise die Einigung mit dem Eigentümer voraus. So kann man auch vom gegenwärtigen Besitzer das Ei­gentumsrecht erwerben, wenn man ihn in «gutem Glauben» für den Eigentümer hält oder wenn er berechtigt ist, im Namen des Eigentümers zu handeln. Bei­spielsweise kann ein Kunde Ware von einem Vertreter kaufen, der selbst nicht Eigentümer der Ware ist. Beim Erwerb gestohlener oder verloren gegangener Sachen kann man sich allerdings in keinem Fall auf guten Glauben berufen, selbst wenn man von dem Diebstahl oder dem Fund nichts gewusst hat. Die Sa­chen sind dem Eigentümer herauszugeben. Bei geringsten Verdachtsmomenten ist daher Vorsicht geboten, da man Forderungen höchstens an den Dieb oder den Finder richten kann.
Beim Kauf einer Ware besteht ein gängiger Irrtum darin, zu glauben, dass man mit Bezahlung der Rechnung Eigentümer geworden ist. Dabei ist man in der Regel bereits mit Erhalt einer Lieferung deren Eigentümer. Natürlich hat der Lieferant im Gegenzug das Recht erworben, vom Kunden die Zahlung der Rechnung zu fordern, jedoch kann er die Ware selbst nicht mehr ohne Weiteres zurückverlangen. Zahlt man dagegen eine Rechnung vor der Lieferung (d.h. ge­gen Vorkasse), ist man noch nicht ihr Eigentümer geworden.
Ein Grund für die rechtliche Trennung von Eigentumsübertragung und Zah­lung ist der, dass Eigentumsrechte nicht nur durch Kauf übertragen werden, son­dern z.B. auch durch Tausch, Schenkung, Erbschaft, Einlösung eines Pfandrech­tes oder durch Zwangsvollstreckung. Die Koppelung von Zahlung und Eigen­tumsübertragung ist in der Praxis jedoch oftmals erwünscht, denn nicht jeder Lieferant vertraut auf die Zahlungsfähigkeit seiner Kunden. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber das Instrument des Eigentumsvorbehalts geschaffen. Mit der Klausel «Die Ware bleibt bis zur vollständigen Bezahlung der Rechnung un­ser Eigentum» wird die Eigentumsübertragung an die Zahlung gebunden.
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Anders verläuft die Eigentumsübertragung bei Immobilien. Die Einigung zwischen Käufer und Verkäufer wird Auflassung genannt und muss notariell beurkundet werden. Die Eigentumsübertragung erfolgt erst mit Eintragung in das Grundbuch, das beim zuständigen Amtsgericht geführt wird.
Auszug aus dem Grundgesetz Artikel 14
[Eigentum; Erbrecht; Enteignung]
(1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.
(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der All­gemeinheit dienen.
(3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Hö­he der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.
Artikel 15 [Sozialisierung]
Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädi­gung regelt, in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden. Für die Entschädigung gilt Artikel 14 Abs. 3 Satz 3 und 4 ent­sprechend.
Aufgabe 2. Annotieren Sie den Text.
Aufgabe 3. Referieren Sie den Text.
Text 6. Geistiges Eigentum – ein unfassbares Problem
Aufgabe 1. Lesen Sie den Text und übersetzen Sie ihn schriftlich mit Hilfe des Wörterbuches.
Während das Recht materieller Rechtsobjekte im Sachenrecht des BGB be­handelt wird, erweist sich der Schutz von Erfindungen oder anderen geistigen Schöpfungen als so komplex, dass hierfür eigene Gesetze geschaffen wurden. So kann die gewerbliche Nutzung von Erfindungen durch Patente geschützt wer­den. Nach dem Patentgesetz muss ein Patent eine neue Idee, die nicht Stand der Technik ist, beinhalten. Außerdem muss es auf einer erfinderischen Tätigkeit und der technischen Nutzung von Naturkräften beruhen. Ein Patent wird beim deutschen Patentamt in die Patentrolle eingetragen. Für europaweite Patente ist
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