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ivanov666
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Файл:Профессиональный иностранный язык. Немецкий язык. Учебное пособие по направлению подготовки 38.04.02 «Менеджмент»
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men darstellen. Die Grundform der Personengesellschaften ist die Gesellschaft
bürgerlichen Rechts (GbR). Ihre Gesellschafter sind jedoch keine Kaufleute
nach HGB. Daher kann sie nur in solchen Fällen gegründet werden, bei denen
die Pflicht zur Eintragung ins Handelsregister entfällt. Der Gesellschaftsvertrag
ist formfrei.
Die Mitglieder einer GbR können natürliche oder juristische Personen sein.
Umgekehrt ist die Beteiligung einer GbR an anderen Gesellschaften nicht möglich, da sie keine eigene Rechtspersönlichkeit besitzt. Anders als die OHG kann
die GbR als Gesellschaft nicht vor Gericht klagen, wohl aber kann sie als Eigentümerin im Grundbuch eingetragen sein, wenn der Gesellschaftsvertrag notariell
beglaubigt wurde. Typische Beispiele für GbRs sind Arbeitsgemeinschaften
(ARGE) aus mehreren Unternehmen, wie z.B. beim Bau einer Autobahn oder
bei Vergabe von Großkrediten durch mehrere Banken. Aber auch schon private
Lotterietipp- oder Fahrgemeinschaften gelten als GbR.
Normalerweise haften alle Gesellschafter der GbR gesamtschuldnerisch und
unbeschränkt, allerdings kann die Haftung auf das GbR-Vermögen beschränkt
werden, wenn dies dem Vertragspartner im Vorwege deutlich gemacht wurde.
Die GbR führt keine Firma, aber ihr kann ein Name (ähnlich einer Firma mit
dem Zusatz GbR) verliehen werden.
Eine Erweiterungsform, die bei fast allen Gesellschaften möglich ist, ist die
stille Gesellschaft. Der stille Gesellschafter bleibt anders als ein Kommanditist
Gläubiger des Unternehmens, aber seine Einlagen zählen dennoch zum Eigenkapital. Für seine Einlage erhält er einen Anspruch auf einen Gewinnanteil von
mindestens 4%. Der stille Gesellschafter haftet mit seiner Einlage, eine Verlustbeteiligung kann vertraglich ausgeschlossen werden.
Ein stiller Gesellschafter tritt nach außen (z.B. im Handelsregister) nicht in
Erscheinung, womit sich Wettbewerbsverbote, die ihm vielleicht aus anderen
Verpflichtungen auferlegt sind, leicht umgehen lassen. Im Gegensatz zum
Kommanditisten hat der stille Gesellschafter auch kein Widerspruchsrecht bei
außergewöhnlichen Geschäften (z.B. Grundstücksverkauf).
Eine Sonderform der KG ist die GmbH & Co. KG, bei der eine GmbH die
Rolle des Komplementärs einnimmt. Somit haftet kein Gesellschafter mehr persönlich. Früher hatte diese Konstruktion gegenüber der GmbH auch steuerliche
Vorteile, heute wird sie vorwiegend genutzt, weil sich die Geschäftsführung flexibler gestalten lässt, d.h. es kann auch ein angestellter Geschäftsführer eingesetzt werden. Die GmbH ist in dieser Konstruktion nur ein Mantel, der meist nur
über das erforderliche Mindestkapital verfügt. Hierbei wird eine Eigenschaft
ausgenutzt, die früher nur der GmbH vorbehalten war: sie muss kein Handelsgewerbe betreiben. Mitte 1998 wurde auch diese Einschränkung für die anderen
Rechtsformen aufgehoben.
Um von Beginn an das Haftungsrisiko zu minimieren hat sich ein Markt für
Vorrats- oder Mantel-GmbHs gebildet, bei dem GmbHs «auf Vorrat» gegründet
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oder vor ihrem Konkurs aufgekauft werden. Ziel ist es, neuen GmbHGründern
eine bestehende Mantel-GmbH zu verkaufen, wodurch die lange Gründungsphase umgangen wird. Als Geschäftszweck der Vorrats-GmbH muss im Handelsregister «Verwaltung des eigenen Vermögens» eingetragen sein.
Eine seltenere Variante der KG ist die Kommanditgesellschaft auf Aktien
(KGaA). Die KGaA gehört zu den Kapitalgesellschaften und ist damit eine juristische Person. Statt eines Vorstands besitzt sie mindestens einen Komplementär
als Vollhafter, der aber nicht vom Aufsichtsrat bestellt wird oder von diesem abberufen werden kann. Die Anteile der Kommanditisten werden in Form von Aktien ausgegeben, die an der Börse gehandelt werden können. Die Kommanditisten bestimmen in der Hauptversammlung u.a. über die Gewinnverwendung.
Möglich ist auch die sehr seltene Rechtsform der GmbH & Co KGaA, die aber
rechtlich nicht ganz unproblematisch ist, da hier zwei eigenständige juristische
Personen (die GmbH und die KGaA) mit den entsprechenden Organen zu einem
Unternehmen verschmolzen werden.
Eine weitere eigenständige Unternehmensform ist die eingetragene Genossenschaft (eG). Sie kann als wirtschaftlicher Verein verstanden werden und benötigt (wie ein Verein) sieben Gründungsmitglieder. Der Gesellschaftsvertrag
wird als Statut bezeichnet. Die Genossenschaft ist gemeinwirtschaftlich orientiert, d.h. ihr Ziel ist nicht die Gewinnmaximierung, sondern die Förderung ihrer
Mitglieder (Genossen). Ein Kennzeichen der Genossenschaften ist, dass ihre
Mitglieder zu ihren Kunden zählen. Mitglieder der Wohnungsbaugenossenschaften erhalten günstigere Wohnungen als am freien Markt, Einkaufsgenossenschaften kaufen Waren günstig für die ihnen angeschlossenen Betriebe ein.
Die Organe der Genossenschaft sind denen der AG ähnlich. Allerdings kann
die Generalversammlung, die der Hauptversammlung der AG entspricht, nicht
nur den Aufsichtsrat, sondern den Vorstand direkt wählen. Die Abstimmung erfolgt auch nicht nach Geschäftsanteilen, sondern nach Köpfen. Die eG ist ebenso
wie ein eingetragener Verein eine juristische Person, d.h. die Mitglieder haften
in der Regel nur mit ihren Einlagen. Allerdings kann eine höhere Haftungssumme, und zwar sogar in unbegrenzter Höhe, vereinbart werden. Die Beteiligung
an der Genossenschaft setzt eine Mindesteinlage voraus. Die eG selbst benötigt
aber kein Mindestkapital zu ihrer Gründung. Sie muss mit dem Zusatz eG firmieren.
Als Unternehmenseigner werden gelegentlich auch Stiftungen des privaten
Rechts ins Leben gerufen. Sie entstehen durch Übertragung des Vermögens eines Stifters auf die Stiftung. Die Stiftung hat als «verselbstständigte Vermögensmasse» eine eigene Rechtspersönlichkeit und muss nach Landesrecht genehmigt werden. Sie hat keine Gesellschafter, d.h. ihre Erlöse fließen den in der
Stiftungsverfassung festgelegten Begünstigten der Stiftung zu.
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Einziges Organ der Stiftung ist der Vorstand, zu Kontrollzwecken kann ein
Kuratorium gebildet werden. Nicht selten sind erhebliche Anteile von Großunternehmen (z.B. Bosch, Siemens oder Bertelsmann) im Besitz von Stiftungen.
Aufgabe 2. Annotieren Sie den Text.
Aufgabe 3. Referieren Sie den Text.
Text 5. Kooperation und Konzentration
Aufgabe 1. Lesen Sie den Text und übersetzen Sie ihn schriftlich mit Hilfe
des Wörterbuches.
Unternehmen treten sich am Markt nicht nur als Kunden, Lieferanten oder
Konkurrenten entgegen, sondern können, wenn sich daraus für beide ein Nutzen
ergibt, auf bestimmten Gebieten auch zusammenarbeiten, z.B. bei der Einrichtung gemeinsamer Forschungslabors oder der Abstimmung technischer Normen.
Man unterscheidet bei Unternehmen der gleichen Branche zwischen horizontalen und vertikalen Zusammenschlüssen, je nachdem, ob sich die Unternehmen
auf derselben Handels- bzw. Produktionsstufe befinden oder nicht. Branchenübergreifende Zusammenschlüsse bezeichnet man als anorganisch.
Bleiben die beteiligten Unternehmen rechtlich selbstständig, spricht man
von Kooperation. Geben dagegen ein oder mehrere Unternehmen ihre rechtliche
Selbstständigkeit auf, spricht man von Konzentration. Rechtliche Selbstständigkeit bedeutet dabei eine eigenständige Rechtsform des Unternehmens. Unter
wirtschaftlicher Selbstständigkeit versteht man dagegen z.B. die freie Entscheidung über die Gewinnverwendung oder die Absatzpolitik.
Eine typische Form der horizontalen Kooperation ist das Kartell. Hierbei
handelt es sich um vertragliche Vereinbarungen rechtlich selbstständiger Unternehmen, die durch ihre Zusammenarbeit teilweise ihre wirtschaftliche Selbstständigkeit aufgeben. Die bekannteste Form des Kartells ist das Preiskartell, bei
dem Unternehmen ihre Preise und Zahlungsbedingungen angleichen. Diese
Form des Kartells ist in Deutschland verboten, da der Wettbewerb zu Lasten des
Verbrauchers unterminiert wird.
Zeitlich befristete horizontale Zusammenschlüsse sind das Konsortium oder
die Arbeitsgemeinschaft (ARGE), die üblicherweise in der Rechtsform der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) auftreten. Sie werden in der Regel von
gleichberechtigten Unternehmen im Rahmen gemeinsamer Großprojekte gebildet. Allerdings bestehen Auftraggeber oft auf einen Ansprechpartner, sodass
Großaufträge meistens an einen Generalunternehmer (GU) vergeben werden, der
andere Unternehmen als Unterauftragnehmer (UA) einbindet. Ein Konsortium
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kann dabei leicht in den Verdacht eines Kartells geraten, wenn es versucht, den
Wettbewerb am Markt zu behindern.
Eine internationale Kooperationsform ist das joint venture, bei dem ein Unternehmen im Ausland (in der Regel eine Kapitalgesellschaft) auf Dauer zusammen mit ausländischen Partnern gegründet wird. Die gründenden Unternehmen schließen einen «joint-venture-Vertrag» (engl. «shareholders agreement»)
und bilden nach deutschem Recht eine BGB-Gesellschaft.
Das Bundeskartellamt überwacht außer Kartellen auch die Bildung marktbeherrschender Unternehmen durch Fusionen, d.h. Übernahmen oder Zusammenschlüsse von mehreren Unternehmen (Trust). Hierbei hat zumindest ein Unternehmen seine rechtliche und wirtschaftliche Selbstständigkeit aufgegeben.
Fusionen müssen vom Bundeskartellamt genehmigt werden, wenn das resultierende Unternehmen weltweit einen Jahresumsatz über 500 Mio. € oder eines der
Unternehmen im Inland mehr als 25 Mio. € Umsatz erzielt. Bei Großfusionen
(z.B. bei einem weltweiten Umsatz über 5 Mrd. €) ist die EUKommission für
Fusionen zuständig.
Nicht alle Kartelle sind grundsätzlich verboten, sie werden aber vom Bundeskartellamt überwacht. So ist das Typen- und Normenkartell nur anmeldepflichtig, denn Einigungen über gleiche Steckverbinder, Datenprotokolle oder
Schnittstellen sind in der Regel wirtschaftlich sinnvoll. Dagegen ist das Syndikat, unter dem man eine gemeinsame selbstständige Vertriebsorganisation (Ver-
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triebskartell) mehrerer Unternehmen versteht, genehmigungspflichtig. Genehmigungen von Kartellen sind auf drei Jahre befristet.
Die meisten Großunternehmen bilden Konzerne. Ein Konzern hat eine Muttergesellschaft, die die Leitung der Tochtergesellschaften übernimmt. Diese sind
zwar rechtlich, aber nicht wirtschaftlich selbstständig, da sie ihre Gewinne an
die Muttergesellschaft abführen müssen. Statt der Muttergesellschaft kann auch
eine Dachgesellschaft (Holding), die selbst kein operatives Geschäft mehr führt,
eingesetzt werden. Dies hat den Vorteil, dass sich das Top-Management auf die
Konzernleitung konzentrieren kann. Der Preis dafür ist, dass es nur noch indirekten Einfluss auf die Kerngeschäfte ausübt. Eine Holding wird daher oft eingesetzt, wenn sich der Konzern in einer Umstrukturierungsphase befindet.
Eine losere Form der horizontalen Kooperation sind Verbände (z.B. BDI,
Arbeitgeberverbände, IHK usw.). Die Industrie- und Handelskammern (IHK)
haben die Aufgabe, ihre Mitglieder (gewerbliche Unternehmen) zu beraten und
in deren Interesse Gutachten (z.B. beim Vergleich) und Berichte für Behörden
zu erstellen. Sie regeln ebenfalls die betriebliche Ausbildung für (hauptsächlich
kaufmännische) Berufe und führen hierfür die Prüfungen durch. Für Kaufleute
besteht Zwangsmitgliedschaft in der IHK. Der bundesweite Dachverband der
IHKs ist der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT).
Aufgabe 2. Annotieren Sie den Text.
Aufgabe 3. Referieren Sie den Text.
Text 6. Die Kapitalbeschaffung
Aufgabe 1. Lesen Sie den Text und übersetzen Sie ihn schriftlich mit Hilfe
des Wörterbuches.
Aus den vorangegangenen Abschnitten ging hervor, dass eine bestimmte
Rechtsform für ein Unternehmen nicht zuletzt aus Gründen der Finanzierung
gewählt wird. So bieten OHG, KG und GmbH die Möglichkeit, das Eigenkapital
durch Aufnahme neuer Gesellschafter zu erhöhen. Auch durch die Aufnahme
stiller Gesellschafter wird das Eigenkapital erhöht. Bei sehr großem Kapitalbedarf bietet sich die Aktiengesellschaft an, weshalb fast alle großen Industrieunternehmen, Banken und Versicherungen Aktiengesellschaften sind.
Eigenkapital kann durch Einlagen von Gesellschaftern oder durch Beteiligungen in verbriefter Form wie bei Aktien zugeführt werden. Die Finanzierung
durch Eigenkapital nennt man auch Eigenfinanzierung. Aus Sicht des Unternehmens stammt das Eigenkapital von «Außen» und ist damit eine Außenfinanzierung. Ebenfalls zur Außenfinanzierung gehört die Fremdfinanzierung durch
Kredite. Hierunter versteht man nicht nur langfristige Darlehen der Kreditinsti-
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tute, sondern z.B. auch Kontokorrentkredite oder Zahlungsziele bei Rechnungen
(Lieferantenkredite). Bei einem Kontokorrentkredit wird dem Kunden ein bestimmter Kreditrahmen zur Verfügung gestellt, den er ausschöpfen kann, aber
nicht muss. Die Kredithöhe kann täglichen Schwankungen unterworfen sein.
Die neben dem Kontokorrentkredit bekannteste Form des Bankkredites ist
das Annuitätendarlehen. Hierbei wird in regelmäßigen zeitlichen Abständen
(z.B. monatlich) ein fester Betrag zurückgezahlt, der sowohl Tilgung als auch
Zinsen beinhaltet. Für den Kreditnehmer hat dies den Vorteil, dass die Rückzahlung in gleich bleibenden und damit überschaubaren Beträgen erfolgt. Bei Abzahlungsdarlehen erfolgt die Rückzahlung in festen Tilgungsraten, wobei die
Zinszahlungen mit der Zeit abnehmen. Bei Festdarlehen wird die Darlehenssumme erst am Ende einer festgelegten Laufzeit getilgt. Zwischenzeitlich erfolgen regelmäßige Zinszahlungen in gleicher Höhe. Festdarlehen findet man im
privaten Bereich z.B. bei Immobilienfinanzierungen über Lebensversicherungen.
Um Zinszahlungen gering zu halten, wird Fremdkapital häufig umfinanziert,
z.B. wenn kurzfristige Kredite in langfristige Kredite umgewandelt werden.
Auch eine Umwandlung von Fremd- in Eigenkapital (oder umgekehrt) kann
durch Umfinanzierung erreicht werden, wenn z.B. das Darlehen eines Gläubigers in einen Gesellschafteranteil umgewandelt wird.
Moderne Formen der Finanzierung sind das Leasing und das Factoring.
Beim Leasing werden Investitionsgüter nicht gekauft, sondern vom Hersteller
selbst oder einer Leasing-Gesellschaft gemietet. Der Vorteil des Leasings besteht darin, dass der Leasingnehmer keine einmalige hohe Investition tätigen
muss. Außerdem kann er die Kosten des Leasings steuerlich direkt als Aufwendungen geltend machen, im Gegensatz zu einer Investition, die über mehrere
Jahre abgeschrieben wird. Der Leasingvertrag wird in der Regel über eine bestimmte Laufzeit abgeschlossen. Der Leasingnehmer trägt neben den Mietkosten
auch die Kosten für Wartung und Instandhaltung.
Beim Factoring handelt es sich um den Verkauf von Forderungen an eine
Factoring-Gesellschaft (Factor). Es ist daher eine Form der Absatzfinanzierung.
Der Factor zahlt dem Unternehmen sofort die Forderungen abzüglich einer Provision (üblicherweise ca. 3%) und der Zinsen bis zum Fälligkeitstag. Am Fälligkeitstermin zieht der Factor den Rechnungsbetrag beim Kunden ein. Factoring
sichert die Liquidität eines Unternehmens und erspart Verwaltungskosten. Aus
dem Alltag bekannte Factors sind z.B. Kreditkartengesellschaften.
Ein gesundes Unternehmen sollte sich nach einer gewissen Anlaufphase
über den Gewinn selbst finanzieren. Praktisch bedeutet dies, dass Teile des Gewinns nicht an die Gesellschafter ausgeschüttet werden, sondern im Unternehmen verbleiben. Die Selbstfinanzierung kann aus Gewinnen des betreffenden
Jahres oder bei Kapitalgesellschaften aus gebildeten Rücklagen erfolgen.
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Eine wichtige Größe zur Beurteilung der Selbstfinanzierungskraft eines Unternehmens ist der so genannte Cashflow. Der Cash-flow ist im Prinzip der Gewinn des Unternehmens, jedoch werden die Abschreibungen auf Investitionen (die
ja als Aufwendungen den Gewinn schmälern) hinzuaddiert. Der Cash-flow ist quasi der nicht durch Investitionsaufwendungen geschmälerte Gewinn. Ebenfalls hinzugerechnet werden Pensionsrückstellungen, die zwar ebenfalls den Gewinn
schmälern, dem Unternehmen aber langfristig als Kapital zur Verfügung stehen.
Natürlich können Finanzmittel auch auf andere Weise beschafft werden,
z.B. durch eine Vermögensumschichtung. Hierunter versteht man z.B. den Verkauf von Anlagegütern (beispielsweise eines Firmenfahrzeugs) zur Finanzierung
des Einkaufes von Werkstoffen (Desinvestition). In diesem Fall sind nur Posten
auf der Aktivseite der Bilanz betroffen.
Aktiengesellschaften sind gesetzlich zur Selbstfinanzierung verpflichtet, d.h.
sie müssen mindestens 5% ihres Gewinnes in eine Rücklage überführen, bis diese 10% des Grundkapitals beträgt. Höhere Rücklagen können durch Ausgabe
von Gratisaktien an die Aktionäre in Grundkapital umgewandelt werden. Dabei
sinkt jedoch der Wert der einzelnen Aktie entsprechend.
Die Kapitalerhöhung einer Aktiengesellschaft gehört zur Eigenfinanzierung.
Sie ist nur durch Beschluss der Hauptversammlung möglich. Hierbei werden
neue Aktien am Markt verkauft. Da deren Verkaufspreis in der Regel unter dem
Kurswert der alten Aktien liegt (sonst würde sie keiner kaufen), haben die Altaktionäre ein Bezugsrecht im Verhältnis ihres Kapitalanteils, um sich vor Kursverlusten zu schützen.
Aufgabe 2. Annotieren Sie den Text.
Aufgabe 3. Referieren Sie den Text.
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Text 7. Kreditsicherung
Aufgabe 1. Lesen Sie den Text und übersetzen Sie ihn schriftlich mit Hilfe
des Wörterbuches.
Der Eigenkapitalanteil mittelständischer Unternehmen liegt bei etwa 20%.
Der überwiegende Teil des Fremdkapitals stammt aus Krediten. Diese werden in
der Regel nur vergeben, wenn entsprechende Sicherheiten vorliegen. Grundsätzlich wird zwischen Personalsicherheiten, bei denen Rechte gegen Personen und
Realsicherheiten unterschieden, bei denen Rechte an Sachen geltend gemacht
werden können. Auch wenn bei den nachfolgend genannten Sicherheiten rechtlich nicht immer die Schriftform erforderlich ist, ist sie in der Praxis üblich.
Ein Beispiel für eine Personalsicherheit ist die Bürgschaft. Dabei wird in
erster Linie zwischen der gewöhnlichen Bürgschaft und der selbstschuldnerischen Bürgschaft unterschieden. Bei der gewöhnlichen Bürgschaft muss der
Bürge nur dann zahlen, wenn der Gläubiger erfolglos versucht hat, eine
Zwangsvollstreckung beim Schuldner durchführen zu lassen. Bei der selbstschuldnerischen Bürgschaft, auf der Kreditinstitute in der Regel bestehen, genügt die Zahlungsverweigerung des Schuldners. Wird der Bürge in Anspruch
genommen, kann er später das Geld vom Schuldner zurückfordern. Auch Banken bürgen gelegentlich für gute Kunden. Solche Bankbürgschaften (Avalkredite) werden z.B. bei der Vergabe von größeren Aufträgen (insbesondere bei internationalen Ausschreibungen) verlangt, um den Bietenden fester an sein Angebot zu binden.
Bei kleineren Krediten, insbesondere bei kurzer Laufzeit, genügt oft die
Kreditwürdigkeit des Schuldners. Oft werden zuvor Auskünfte über die Kreditwürdigkeit eingeholt. Auskünfte über Unternehmen unterliegen nicht dem Datenschutz und können daher über kommerzielle Auskunfteien abgefragt werden.
Kreditinstitute und andere Mitglieder der SCHUFA (Schutzgemeinschaft für
allgemeine Kreditsicherung e.V.) können Auskunft über die Kreditwürdigkeit
von Privatpersonen erhalten. Da personenbezogene Daten gesetzlich geschützt
sind, verlangen die Kreditinstitute in der Regel von ihren Kunden die Einwilligung für die Einholung und Weitergabe von Daten (SCHUFA-Klausel). Nicht
registriert werden z.B. die Inanspruchnahme des Überziehungskredits oder
durch eine Grundschuld gesicherte Kredite. Negativvermerke werden nach drei
Jahren bei der SCHUFA gelöscht.
Eine andere Form der Personalsicherheit besteht im Abtreten einer Forderung (Zession). Der Schuldner tritt seine Forderung an Dritte an den Gläubiger
ab. Die Zession findet man in der Praxis z.B. beim Einzug einer Forderung über
Inkassounternehmen oder beim verlängerten Eigentumsvorbehalt, bei dem ein
Lieferant bei Zahlungsunfähigkeit seines Kunden die Forderung an den Drittschuldner beanspruchen kann. In vielen Fällen erfährt der Drittschuldner nichts
von dieser Abtretung (stille Zession).
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Die klassische Form der kurzfristigen Kredite war für Kaufleute in der Vergangenheit der Diskontkredit, bei dem der Gläubiger einen Wechsel ausstellt
und ihn dem Schuldner (Bezogenen) zur Unterschrift (Akzept) vorlegt. Da es
sich bei dem Wechsel um eine Urkunde handelt, konnte seine Bearbeitung bislang nicht automatisiert werden. Aus diesem Grund ist der Wechsel heute weit
weniger verbreitet als noch vor einigen Jahren. Auf eine Beschreibung dieses
recht kompliziert zu handhabenden Kreditmittels wird daher hier verzichtet.
Als Realsicherheit für bewegliche Sachen findet man häufig die Sicherungsübereignung. Ein typisches Beispiel ist der Erwerb eines Fahrzeugs auf Kredit.
Hierbei wird der Gläubiger (Bank) Eigentümer, der Schuldner (Fahrzeughalter)
Besitzer. Die Übergabe des Fahrzeugbriefes an die Bank dient lediglich der Sicherheit, dass das Fahrzeug nicht weiterverkauft werden kann, denn in diesem
Fall würde der Eigentumsanspruch der Bank erlöschen. Wer ein Fahrzeug kauft,
ohne dass ihm der Fahrzeugbrief vorgelegt wurde, handelt nach dem Gesetz
nicht «in gutem Glauben».
Sachwerte, die der Schuldner nicht benötigt, können dem Gläubiger als
Faustpfand (Lombardkredit) überlassen werden. In der Regel handelt es sich
hierbei um Wertpapiere, Schmuck oder Edelmetalle. Aber auch Lagerhalter oder
Frachtführer haben nach dem Gesetz ein Pfandrecht an den eingelagerten oder
transportierten Sachen. Der Gläubiger hat das Recht, bei Nichtzahlung die Sachen nach Androhung und Fristsetzung zu versteigern.
Für Immobilien existieren zwei Arten von Kreditsicherheiten (Grundpfandrechte): die Hypothek und die Grundschuld. Die wesentlichen Unterschiede zwischen beiden sind folgende:
Die Hypothek ist an eine bestimmte Forderung (z.B. an einen Kredit) gebunden. Ihre Höhe nimmt mit der Tilgung des Kredits ab. Der Kreditnehmer
haftet persönlich für die Forderung.
Die Grundschuld ist nicht an eine bestimmte Forderung gebunden und bleibt
bis zu ihrer Löschung in gleicher Höhe bestehen. Sie eignet sich daher auch zur
Sicherung von Kontokorrentkrediten oder kann als Sicherheit für neue Kredite
dienen. Der Eigentümer der Immobilie haftet nicht persönlich.
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Aufgrund ihrer Flexibilität wird die Grundschuld von den Banken bevorzugt. Sowohl die Hypothek als auch die Grundschuld werden im Grundbuch
eingetragen. Grundpfandrechte werden im Grundbuch in einer festen Rangfolge
eingetragen, wobei vorrangige Eintragungen immer zuerst voll befriedigt werden, bevor weitere berücksichtigt werden. Bei Realkrediten wird in der Praxis
nie der volle Wert einer Sache beliehen.
Aufgabe 2. Annotieren Sie den Text.
Aufgabe 3. Referieren Sie den Text.
Text 8. Staatliche Fördermittel
Aufgabe 1. Lesen Sie den Text und übersetzen Sie ihn schriftlich mit Hilfe
des Wörterbuches.
Wer ein Unternehmen gründen, modernisieren, erweitern oder Arbeitsplätze
schaffen will, kann versuchen, aus dem reichhaltigen Angebot staatlicher Förderprogramme Mittel für sein Vorhaben zu erhalten. Da der Bund, die Bundesländer und die Europäische Union jeweils eigene Förderprogramme für diverse
Vorhaben entwickelt haben, ist es vor allem für kleine und mittelständische Betriebe schwierig, sich in diesem Dschungel an Informationen zurechtzufinden.
Staatliche Förderung gibt es nicht nur in Form von Darlehen, sondern auch in
Form von Zuschüssen, Beihilfen, Bürgschaften, Beteiligungen oder Sonderabschreibungen. Im Zweifelsfall sollte man sich bei Kammern, Verbänden oder
auch externen Beratern über bestehende Fördermöglichkeiten informieren.
Das bedeutendste Förderprogramm in der Bundesrepublik Deutschland ist
das European Recovery Programme (ERP), dessen Wurzeln im Marshall-Plan
Ende des zweiten Weltkrieges liegen. Aus Guthaben dieser Zeit (damals 3 Mrd.
€, heute etwa das Vierfache), die ins Eigentum der Bundesrepublik übergegangen waren, entstand das so genannte ERP-Sondervermögen, das heute in Form
von Krediten an die Wirtschaft vergeben wird. Die zurückgezahlten Kredite
werden sofort wieder neu vergeben.
ERP-Mittel werden jedoch nur gewährt, wenn die Vorhaben volkswirtschaftlich förderungswürdig sind, die Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit der
geförderten Unternehmen gesteigert werden und ein nachhaltiger wirtschaftlicher Erfolg zu erwarten ist. Zudem muss die Durchführung des Vorhabens ohne
ERP-Mittel wesentlich erschwert sein. Förderungswürdig sind insbesondere:
‒ Existenzgründungen,
‒ Innovationen, insbesondere in den Bereichen Informations- und Kommu-
nikationstechnologie (Mikrotechniken), Materialtechnologien, Bio- und Gen-
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