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ivanov666
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Файл:Профессиональный иностранный язык. Немецкий язык. Учебное пособие по направлению подготовки 38.04.02 «Менеджмент»
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Durch die meist sehr langen Transportwege im Außenhandel spielt die Frage, wer welchen Anteil an den Transportkosten übernimmt, d.h. die Lieferbedingungen, eine wichtige Rolle. Im internationalen Handelsverkehr werden üblicherweise die International Commercial Terms (Incoterms) angewendet. Hierbei
handelt es sich um Empfehlungen und nicht um gesetzliche Regelungen, sodass
im Vertrag hierauf explizit Bezug genommen werden muss.
Beim Im- und Export von Waren ist zwischen Beschränkungen des Außenwirtschaftsgesetzes und des Zollrechts zu unterscheiden. Nicht alle Waren unterliegen automatisch dem Außenwirtschaftsgesetz, jedoch sind danach bestimmte
Ausfuhren und Einfuhren genehmigungspflichtig bzw. verboten. Kriegsgeräte
und Waffen unterliegen zudem dem Kriegswaffenkontrollgesetz. Nach Aufhebung der COCOM-Liste im Jahre 1996 werden innerhalb der EU einheitliche
Regelungen angewendet. So müssen Unternehmen in Deutschland Ausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter, Kernenergieanlagen, Chemieanlagen, Chemikalien sowie für andere technologische Produkte strategischer Bedeutung beim
Bundesausfuhramt (BAFA) in Eschborn beantragen.
Vom Außenwirtschaftsrecht zu unterscheiden sind zollrechtliche Bestimmungen. Zollgut ist zunächst jede Ware, die die Grenzen der Europäischen Union
überschreitet. Hierfür sind Ausfuhr bzw. Einfuhrmeldungen erforderlich. Der Zoll
für Drittländer wird in der Regel am Warenwert gemessen (Wertzoll) und beträgt
durchschnittlich 5-6% des Warenwerts. Gelegentlich werden auch Stück-, Gewichts- oder Flächenzölle erhoben. Die Zolltarife sind innerhalb der Europäischen
Union vereinheitlicht. Exportzölle werden in Deutschland und der EU nicht erhoben, da eine Beschränkung des Exports nicht im Interesse dieser Staaten liegt.
Ein Importeur muss in der Einfuhrliste, die z.B. bei der Industrie- und Handelskammer eingesehen werden kann, prüfen, ob die Ware bestimmten Beschränkungen unterliegt. So kann es sein, dass er für eine Ware ein Ursprungszeugnis vorlegen muss. Auch wird der Import bestimmter Waren von der EU
aus statistischen Gründen verfolgt. In diesem Fall muss ein Überwachungsdokument beantragt werden. Auf dem Dokument ist die zulässige Importmenge
sowie ein Höchstpreis (CIF-Preis) vermerkt, den der Importeur pro Mengeneinheit für die Ware zahlen darf. Die Menge der importierten Ware wird auf dem
Überwachungsdokument notiert, sodass es auch für mehrere Importe verwendet
werden kann. Bestimmte Produkte wiederum unterliegen der Genehmigungspflicht, z.B. wenn Zollkontingente vereinbart wurden, mit denen Einfuhren aus
Drittländern begrenzt werden sollen.
Innerhalb der Europäischen Union besteht seit dem 01.01.93 ein gemeinsamer Binnenmarkt, sodass hier keine Zollformalitäten mehr anfallen. Die Begriffe Import und Export werden durch «Innergemeinschaftlicher Eingang» bzw.
«Innergemeinschaftliche Versendung» ersetzt. Ziel des gemeinsamen Binnenmarktes ist der freie Verkehr von Personen (Schengener Abkommen), Waren,
Dienstleistungen und Kapital.
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Auch mit den in der «kleinen Freihandelszone» EFTA verbliebenen Ländern
(Island, Norwegen und Liechtenstein, jedoch nicht mit der Schweiz) entstand
Anfang 1994 ein gemeinsamer Europäischer Wirtschaftsraum (EWR), der für
gewerbliche Waren und landwirtschaftliche Verarbeitungsprodukte weitgehend
dem der Europäischen Union entspricht. So sind beispielsweise öffentliche Projekte ab einer bestimmten (auch von der Art des Projekts abhängigen) Höhe innerhalb des gesamten EWR auszuschreiben.
Daneben bestehen mit vielen anderen Staaten oder Staatengruppen vertragliche Zollvereinbarungen. Bereits 1947 wurde das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen (GATT) begründet, dem inzwischen 149 Staaten angehören und aus
dem 1995 die Welthandelsorganisation (WTO) hervorgegangen ist. Ziel der
WTO ist unter anderem die Förderung der handelspolitischen Zusammenarbeit,
insbesondere die Beseitigung mengenmäßiger Beschränkungen (Zollkontingente) und die Anwendung der Meistbegünstigungsklausel, d.h. den beteiligten
Staaten soll der niedrigste Zoll eingeräumt werden, den ein Staat gegenüber irgendeinem anderen Staat fordert.
Aufgabe 2. Annotieren Sie den Text.
Aufgabe 3. Referieren Sie den Text.
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TEIL III. DAS UNTERNEHMEN
Unternehmen wandeln die volkswirtschaftlichen Produktionsfaktoren, die
sie in der Regel auf Märkten erwerben, in Güter um. Sie fungieren zusammen
als Güterquellen im Wirtschaftskreislauf, stehen dort aber im Wettbewerb zueinander. Damit ein Unternehmen in diesem Wettbewerb bestehen kann, ist es gezwungen, sein wirtschaftliches Handeln laufend zu optimieren. Dies kann bedeuten, dass organisatorische Maßnahmen wie Anpassungen in der Aufbau- oder Ablauforganisation ergriffen oder Investitionen in Produktionsmittel getätigt
werden müssen. Auch Kooperationen oder Zusammenschlüsse mit anderen Unternehmen, durch die versucht wird, mehr «Gewicht» auf den Märkten zu erlangen, lassen sich bei fortschreitender Globalisierung immer häufiger beobachten.
Ähnlich wie ein Produkt durchläuft auch ein Unternehmen einen Lebenszyklus, dessen Länge und Erfolg maßgeblich von der Qualität der im Unternehmen
getroffenen Entscheidungen bestimmt wird. Die Entwicklung des Qualitätsmanagements hat gezeigt, dass nicht nur Führungskräfte, sondern auch einfache
Mitarbeiter an Entscheidungsprozessen teilhaben müssen, um den Unternehmenserfolg zu gewährleisten. Die mittleren Führungsebenen verlieren dadurch
an Bedeutung und die Managementhierarchien werden flacher.
Die Weichen für die Überlebensfähigkeit eines Unternehmens werden bereits bei der Gründung gestellt. Für den Gründer ist es daher wichtig, sein persönliches Risiko möglichst gering zu halten, andererseits aber auch, seine unternehmerische Freiheit zu behalten. Die Wahl der Rechtsform und damit verbunden die Finanzierung des Unternehmens sind entscheidende Fragen während der
Gründungsphase, die manchmal neu gestellt werden müssen, wenn das Unternehmen eine neue Wachstumsschwelle erreicht hat. Ist das Unternehmen am
Ende seines Lebenszyklus angelangt, muss auch die Auflösung eines Unternehmens wirtschaftlich betrieben werden.
Text 1. Unternehmensgründung
Aufgabe 1. Lesen Sie den Text und übersetzen Sie ihn schriftlich mit Hilfe
des Wörterbuches.
In der Bundesrepublik Deutschland herrscht weitgehend Gewerbefreiheit.
Dies bedeutet praktisch, dass sich jede voll geschäftsfähige Person mit einem
(gesetzlich erlaubten) Gewerbe selbstständig machen kann, wobei nur in Ausnahmefällen eine Genehmigung erteilt werden muss. Letzteres wird weitgehend
in der Gewerbeordnung (GewO) geregelt.
Beispiele für erlaubnispflichtige Gewerbe sind Arzneimittelhandel, Waffenhandel, Privatkliniken, Gaststätten oder Spielhallen. In anderen Fällen bestehen
Auflagen, so z.B. für die Herstellung und den Handel mit Lebensmitteln, für die
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ein Gesundheitszeugnis erforderlich ist. In den meisten Handwerksberufen ist
ein Betrieb verpflichtet, einen Meister zu beschäftigen.
Ein Gewerbe muss beim zuständigen Ordnungsamt angemeldet werden, es
besteht Anzeigepflicht. Unter Gewerbe wird dabei jede auf Gewinn ausgerichtete Unternehmung verstanden, die nicht nur vorübergehender Natur ist. Ausgenommen hiervon sind Betriebe der Urproduktion, freie Berufe und die «Verwaltung eigenen Vermögens». Ob eine Tätigkeit freiberuflich oder gewerblich ausgeübt wird, wird oft nach der Ausbildung des Selbstständigen beurteilt. Hochschul- oder Fachhochschulabsolventen gelten bei Gründung von Ingenieurbüros
oder Beratungsunternehmen üblicherweise als Freiberufler, Techniker oder Programmierer dagegen nicht.
Das Ordnungsamt leitet die Gewerbeanmeldung automatisch an das Finanzamt (Steuern), die Handwerks- bzw. Handelskammer (eventuelle Zwangsmitgliedschaft), das Gewerbeaufsichtsamt (Arbeitsschutz) und die zuständige Berufsgenossenschaft (Unfallversicherung) weiter. Die Erlaubnis zum Betrieb eines Gewerbes kann untersagt werden. Hierbei handelt es sich nicht um eine Strafe, sondern eine Verwaltungsmaßnahme, die aus unterschiedlichen Gründen,
z.B. begründbare Unzuverlässigkeit des Gewerbetreibenden, vorgenommen
werden kann. Hierunter fallen z.B. Straftaten oder Konkursvergehen, aber nicht
mangelnde Fachkenntnisse oder Wettbewerbsverstöße.
Bei gewerblichen Unternehmen ist in der Regel eine Eintragung ins Handelsregister erforderlich (bei Genossenschaften das Genossenschaftsregister), die
beide beim örtlichen Amtsgericht geführt werden. Das Handelsrecht (HGB)
verwendet hierzu den Kaufmannsbegriff, der nicht mit Berufsbezeichnungen
(z.B. Industrie- oder Bürokaufmann) zu verwechseln ist. Kaufleute nach Handelsrecht sind entweder die Unternehmer oder, wenn das Unternehmen selbst
eine juristische Person ist (z.B. bei GmbH und AG), das Unternehmen selbst.
Über 99% der deutschen Unternehmen sind mittelständische Betriebe. Die
EU definierte 2003 den Begriff der Klein- und mittelständischen Unternehmen
(KMU) präziser und unterteilte diese in die Kategorien mittlere Unternehmen,
kleine Unternehmen und Kleinstunternehmen. Als Einstufungskriterien dienen
die Anzahl der Mitarbeiter, die Bilanzsumme und der Umsatz.
Die im Handelsregister eingetragenen Kaufleute werden Vollkaufleute genannt. Kleinunternehmer, deren Betrieb keiner kaufmännischen Führung bedarf,
sind dagegen Privatpersonen gleichgestellt, können sich aber dennoch eintragen
lassen. 1998 wurde der Begriff des Minderkaufmanns bei Kleinunternehmern,
die ein so genanntes Grundhandelsgewerbe betreiben, abgeschafft. Dafür, wann
ein Betrieb einer kaufmännischen Führung bedarf, d.h. wann er zur Eintragung
ins Handelsregister verpflichtet ist, sieht das Gesetz keine eindeutigen Kriterien
vor, sondern das Gesamtbild des Unternehmens ist maßgeblich. Kapitalgesellschaften wie die GmbH oder die AG sind immer eintragungspflichtig, denn ihre
Rechtsform besteht erst mit der Eintragung.
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Vollkaufleute erhalten aus dem HGB zusätzliche Rechte und Pflichten. Wichtige Rechte sind die Führung einer Firma oder die Erteilung von Prokura. Zu den
Pflichten gehört vor allem die Führung von Handelsbüchern und die doppelte
Buchführung. Gewerbetreibende Privatpersonen sind nach dem HGB lediglich zur
einfachen Buchführung verpflichtet, allerdings können sie aufgrund der Abgabenordnung im Rahmen der Steuergesetzgebung dazu verpflichtet werden.
Ein Unternehmen wird unter seinem Namen, der Firma, ins Handelsregister
eingetragen. Für die Wahl der Firma gibt es konkrete Vorschriften, die allerdings seit Mitte 1998 erheblich liberalisiert wurden. Unternehmen, die nicht im
Handelsregister oder Genossenschaftsregister eingetragen sind, dürfen keine
Firma führen. Auf Geschäftsbriefen müssen stets ein ausgeschriebener Vorname
und der Zuname des Inhabers oder Geschäftsführers geführt werden. Dies gilt
nicht für Anzeigen oder Prospekte, auf denen man vielfach nur unvollständige
Firmenbezeichnungen vorfindet.
Auch über Amtsgerichtsbezirksgrenzen hinweg kann einem Unternehmen
der Gebrauch einer gleichen oder verwechselbaren Firma untersagt werden,
wenn das zuerst eingetragene Unternehmen ein berechtigtes Interesse daran
nachweisen kann. In diesen Fällen schreitet das Amtsgericht aber nicht von
selbst ein, sondern das berechtigte Unternehmen muss auf Unterlassung klagen.
Außer der Firma werden ins Handelsregister der Unternehmenszweck, Sitz
des Unternehmens, die Inhaber bzw. Geschäftsführenden Personen, Prokuristen,
bestimmte Rechtsverhältnisse (z.B. Konkursanträge), bei Kapitalgesellschaften
auch das Grund- bzw. Stammkapital eingetragen. Alle Eintragungen und Änderungen im Handelsregister werden im Bundesanzeiger sowie in einem lokalen
Amtsblatt (Tageszeitung) veröffentlicht. Gelöschte Einträge werden im Handelsregister rot unterstrichen.
Um die Bürokratie für Gewerbetreibende zu vermindern, die nicht als Vollkaufleute gelten, wird zum 01.07.2007 die in der Abgabenordnung (AO) festgeschriebene Grenze der Pflicht zur doppelten Buchführung gelockert. Ab diesem
Zeitpunkt gelten folgende Grenzen:
‒ über 500.000 € Umsatz im Kalenderjahr,
‒ über 30.000 € Gewinn pro Geschäftsjahr.
FIIRMENGRUNDSÄTZE:
• Firmenwahrheit: Die Firma darf nichts vortäuschen, was nicht da ist.
• Firmeneinheit: Für ein Unternehmen darf nur eine Firma geführt werden.
• Firmenöffentlichkeit: Die Firma muss im Handelsregister bekannt gemacht
werden.
• Firmenbeständigkeit: Die Firma eines bestehenden Unternehmens kann im
Falle einer Übernahme beibehalten werden.
• Firmenausschließlichkeit: Die Firma darf innerhalb eines Amtsgerichtsbe-
zirks nur einmal vergeben werden.
Aufgabe 2. Annotieren Sie den Text.
Aufgabe 3. Referieren Sie den Text.
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Text 2. Personengesellschaften
Aufgabe 1. Lesen Sie den Text und übersetzen Sie ihn schriftlich mit Hilfe
des Wörterbuches.
Das Idealbild des Unternehmers, der sich mit seiner Geschäftsidee selbstständig macht, verkörpert das Einzelunternehmen. Hier findet er die größte Unabhängigkeit, allerdings werden auch hohe Anforderungen an ihn gestellt, angefangen bei seinen fachlichen und unternehmerischen Fähigkeiten. Außerdem
muss er das betriebsnotwendige Kapital allein aufbringen und trägt das gesamte
Risiko. Dabei haftet er auch mit seinem Privatvermögen. Die Firma des Einzelunternehmers braucht heute nicht mehr Vor- und Zunamen des Kaufmanns enthalten, sondern kann den Geschäftszweck bezeichnen oder ein Fantasiename
sein. Natürlich sind die im letzten Abschnitt angegebenen Firmengrundsätze zu
beachten. Außerdem muss auf die Gesellschaftsform durch den Zusatz «eingetragener Kaufmann/frau» (e.K. oder ähnlich) hingewiesen werden.
Zwei oder mehr Personen (Gesellschafter) können eine Offene Handelsgesellschaft (OHG) gründen. Damit verringern sich automatisch einige Nachteile
der Einzelunternehmung, denn Fachkenntnisse und Kapital addieren sich und
das unternehmerische Risiko wird geteilt. Allerdings können sich auch Probleme
ergeben, allen voran in Fragen der Geschäftsführungsbefugnisse. Nach dem Gesetz sind die OHGGesellschafter gleichberechtigt, d.h. jeder von ihnen kann das
Unternehmen bei branchenüblichen Geschäftsvorfällen allein nach außen hin
vertreten (Einzelvertretungsbefugnis). Dies gilt jedoch nicht bei außergewöhnlichen Geschäftsvorfällen wie Grundstückskäufen, einer Filialgründung oder der
Erteilung von Prokura.
Im Innenverhältnis können die Gesellschafter ihre Befugnisse vertraglich
untereinander abgrenzen. Auch wenn ein zur Geschäftsführung berechtigter Gesellschafter einer Handlung widerspricht, muss diese unterbleiben. Hält sich ein
Gesellschafter nicht daran und führt eine Handlung trotz Widerspruch eines anderen aus, bleibt sie gutgläubigen Dritten gegenüber gültig, es können aber
Schadenersatzansprüche der Gesellschafter untereinander entstehen. Im Außenverhältnis können die Befugnisse der Gesellschafter nur dadurch beschränkt
werden, indem sie Geschäftspartnern bekannt gemacht oder ins Handelsregister
eingetragen werden. Möglich ist die Vereinbarung einer Gesamtvertretungsbefugnis, d.h. die Gesellschafter können das Unternehmen nur gemeinsam vertreten. Auch können Gesellschafter ganz von der Geschäftsführung ausgeschlossen
werden, jedoch darf die Geschäftsführung nicht vollständig in die Hände von
Nichtgesellschaftern (z.B. Prokuristen) gelegt werden.
Die Verteilung des Gewinns sollte im Gesellschaftervertrag geregelt werden.
Hierbei ist zu beachten, dass die Gesellschafter der OHG keine Gehälter beziehen, sondern von den erzielten Gewinnen leben müssen. Das HGB sieht vor,
dass jeder Gesellschafter zunächst 4% seiner im letzten Geschäftsjahr festge-
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stellten Kapitaleinlagen erhält, quasi als Gegenleistung dafür, dass er bei einer
Bank Zinsen erhalten hätte. Der Restgewinn wird «nach Köpfen» verteilt.
Wird eine Zwangsvollstreckung privat gegen einen OHG-Gesellschafter
durchgeführt, können seine Gesellschaftsanteile nicht sofort gepfändet werden.
Allerdings kann der Privatgläubiger bei fruchtloser Zwangsvollstreckung die
Gesellschaft sozusagen von außen mit einer Frist von sechs Monaten zum Ende
des Geschäftsjahres kündigen. Durch die Auflösung der Gesellschaft werden die
Anteile des Schuldners pfändbar.
Nicht nur Kleinbetriebe, sondern auch bekannte Großunternehmen (insbesondere im Handel) haben die Personengesellschaft als Rechtsform gewählt. In
den meisten Fällen spielt wohl eine Rolle, dass für Personengesellschaften (abgesehen vom Betriebsrat) keine Mitbestimmung der Arbeitnehmer oder von
Aufsichtsräten besteht. Auch gelten nicht die strengen Offenlegungspflichten
wie bei Kapitalgesellschaften.
Bekannte Kommanditgesellschaften sind z.B. die Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG oder die C&A Mode KG. Auch die Holding des Einzelhandelsfilialisten Tengelmann, zu dem unter anderem Kaisers, Plus, A&P, KiK und OBI
gehören, ist eine KG. Dies gilt allerdings nicht für die Tochtergesellschaften.
Hier wird davon ausgegangen, dass die Arbeitsleistung der Gesellschafter
gleich zu bewerten ist. Gewinnanteile müssen nicht ausgezahlt werden, sondern
können im Unternehmen verbleiben und erhöhen so die Einlagen der Gesellschafter im Unternehmen. Verluste einer OHG werden gemäß der gesetzlichen
Regelung nach Köpfen verteilt. Allerdings hat jeder Gesellschafter das Recht,
sich bis zu 4% aus seiner Kapitaleinlage sowie restliche Gewinnanteile aus dem
Vorjahr auszahlen zu lassen. Damit verringert sich natürlich der Kapitalbestand
der OHG.
Die Gesellschafter der OHG haften genau wie der Einzelunternehmer unbeschränkt mit ihrem Privatvermögen. Obwohl die OHG keine juristische Person
ist, gestattet ihr das HGB, vor Gericht sowohl klagen als auch verklagt werden
zu können. Allerdings kann ein Gläubiger seine Forderungen unmittelbar an einen beliebigen Gesellschafter der OHG richten und zwar in voller Höhe, unabhängig vom Anteil des betreffenden Gesellschafters am Unternehmen. Dies wird
als gesamtschuldnerische Haftung bezeichnet. Auch ein ausgeschiedener OHGGesellschafter haftet noch bis zu fünf Jahre für Verbindlichkeiten, die zum Zeitpunkt seines Ausscheidens bestanden haben. Für die Firma der OHG gelten ähnliche Vorschriften wie beim Einzelunternehmen, allerdings ist ein Hinweis auf
die Gesellschaftsform (z.B. OHG) erforderlich. Sind die Gesellschafter ausschließlich juristische Personen, muss außerdem auf die beschränkte Haftung
(z.B. durch den Zusatz mbH) hingewiesen werden.
Ebenfalls zu den Personengesellschaften gehört die Kommanditgesellschaft
(KG), die man auch als einen ersten Schritt in Richtung der Kapitalgesellschaften ansehen kann. Eine Besonderheit der KG ist, dass sie zwei unterschiedliche
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Arten von Gesellschaftern besitzt: den Komplementär, der die Geschäfte führt,
und den Kommanditisten, der «lediglich» Kapital einbringt und dafür einen Anteil am Gewinn erhält. Zudem verfügt der Kommanditist über ein Widerspruchsrecht bei außergewöhnlichen Geschäften (z.B. Fusion mit einem anderen Unternehmen). Die Rechtsform der KG findet man oft bei Familienunternehmen.
Ähnlich wie in der OHG erhält jeder Gesellschafter 4% auf seine Kapitaleinlage. Da der Kommanditist nicht als Geschäftsführer des Unternehmens agiert,
sollte der Restgewinn nach HGB in einem «angemessenen Verhältnis» aufgeteilt
werden. Der Komplementär haftet als Geschäftsführer auch mit seinem Privatvermögen, der Kommanditist hingegen nur mit seiner Einlage. Bei der Firmierung muss wiederum auf die Gesellschaftsform (z.B. durch den Zusatz KG) hingewiesen werden. In der Firmenbezeichnung dürfen nicht die Namen von
Kommanditisten verwendet werden.
Aufgabe 2. Annotieren Sie den Text.
Aufgabe 3. Referieren Sie den Text.
Text 3. Kapitalgesellschaften
Aufgabe 1. Lesen Sie den Text und übersetzen Sie ihn schriftlich mit Hilfe
des Wörterbuches.
Ein großer Nachteil der Personengesellschaften besteht in der unbeschränkten persönlichen Haftung der Gesellschafter. Dieser Nachteil entfällt bei den
Kapitalgesellschaften. Eine Kapitalgesellschaft zeichnet sich dadurch aus, dass
sie eine eigenständige juristische Person ist. Diese haftet statt ihrer Gesellschafter mit ihrem Vermögen. Die wichtigsten Kapitalgesellschaften sind die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und die Aktiengesellschaft (AG). Damit Gläubiger diesen Gesellschaften ein gewisses Vertrauen entgegenbringen,
fordert das Gesetz bei ihrer Gründung ein Mindestkapital (gezeichnetes Kapital),
das bei der GmbH Stammkapital, bei der AG Grundkapital genannt wird. Aufgrund der Komplexität gibt es für die GmbH und die AG über das HGB hinausgehende eigene Gesetzeswerke (GmbHG, AktG).
Statistisch gesehen ist die GmbH die beliebteste Rechtsform, insbesondere
für mittelständische Unternehmen. In Deutschland gibt es etwa eine Million
GmbHs. Die Gründung der GmbH erfolgt durch einen notariellen Gesellschaftsvertrag (Satzung), der vom Registergericht geprüft wird. Die GmbH entsteht
aber erst mit Eintragung ins Handelsregister. Das für die Gründung der GmbH
notwendige Stammkapital beträgt 25.000 €. Die Mindesteinlage eines Gesellschafters liegt bei 100 €.
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In der Zeit zwischen der Schließung des Gesellschaftsvertrags und der Eintragung ins Handelsregister existiert eine GmbH i.G. (in Gründung), bei der bereits die beschränkte Haftung für die Gesellschafter in Kraft ist. Allerdings haftet immer noch derjenige bis zur Eintragung persönlich, der Verbindlichkeiten
für die GmbH i.G. eingegangen ist. Dies ist in der Regel der Geschäftsführer.
Ein GmbH-Gesellschafter kann in besonderen Fällen auch persönlich haften
(Durchgriffshaftung), insbesondere wenn er Privat- und GmbH-Vermögen nicht
hinreichend voneinander abgrenzt. Diese Gefahr besteht vor allem bei EinmannGmbHs, wenn z.B. Büros und Haushalt in einem Gebäude untergebracht sind.
Das Stammkapital kann auch in Form von Sachwerten aufgebracht werden.
Da die Wertermittlung aufwendig ist und ohnehin zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit Bargeld dringend erforderlich ist, wird das Stammkapital meist bar
eingebracht. Natürlich darf es danach sofort wieder investiert werden, ist also
kein gesperrtes «Haftkapital». Das Stammkapital kann sogar von Dritten als
Darlehen gewährt werden. Im Konkursfall wäre ein solches Darlehen jedoch
dem Eigenkapital gleichgestellt, d.h. der Dritte verliert dann seine Forderungen
an die GmbH.
Oberstes Organ der GmbH ist die Gesellschafterversammlung, die u.a. über
die Gewinnverwendung beschließt und auf unbestimmte Zeit den Geschäftsführer bestellt. Dieser ist Angestellter der GmbH und braucht nicht zugleich Gesellschafter sein. Je 50 € Geschäftsanteil steht einem Gesellschafter eine Stimme zu.
Bei mehr als 500 Mitarbeitern muss ein Aufsichtsrat berufen werden, in dem genau wie bei der AG auch die Arbeitnehmer vertreten sind.
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Um den hohen Kapitalbedarf für die Gründung von Industrieunternehmen,
Banken und Versicherungen aufbringen zu können, bietet sich die Aktiengesellschaft als Unternehmensform an. In Deutschland gewann die AG während der
Gründerzeit (nach 1871) an Bedeutung, als viele Bürger zu einem gewissen
Wohlstand kamen und nach Geldanlagen suchten. Daher wurden in dieser Zeit
viele der heutigen Großunternehmen gegründet. Inzwischen gibt es in Deutschland ca. 15.000 AGs.
Die Gründung der AG kann durch einen einzigen Gesellschafter erfolgen.
Ihre Satzung muss wie bei der GmbH notariell beurkundet werden. Die Summe
der Aktien bildet das Grundkapital, welches mindestens 50.000 € betragen muss.
Das Grundkapital wird in Aktien zu einem Nennwert von mindestens einem Euro aufgeteilt. Jeder Gründer erhält eine seiner Einlage entsprechende Anzahl Aktien. Sowohl die AG wie auch die GmbH müssen als Zusätze in ihrer Firma einen Hinweis auf die Rechtsform aufnehmen.
Um ihr Eigenkapital weiter zu erhöhen, kann eine AG an die Börse gehen.
Der Börsengang wird durch Banken begleitet, die den Markt für die Aktie sondieren und die Emission durchführen. An der Börse werden Aktien dann zum
Kurswert verkauft, der bei der Emission nicht unter dem Nennwert liegen darf.
Der Emissionserlös fließt in das Eigenkapital der AG. Die Haftung der Aktionäre ist auf ihre Einlagen beschränkt.
Die Hauptversammlung der Aktionäre oder ihrer Vertreter findet einmal im
Jahr statt. Eine wichtige Funktion der Hauptversammlung ist die Entscheidung
über die Gewinnverwendung sowie die Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand.
Während der Vorstand die Geschäftsführung wahrnimmt, vertritt der Aufsichtsrat
die Interessen der Aktionäre. Der Aufsichtrat wird von der Hauptversammlung für
vier Jahre gewählt. Er ernennt den Vorstand für maximal fünf Jahre.
Gewöhnlich genügt bei Abstimmungen die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Bei wichtigen Entscheidungen wie Satzungsänderungen wird
eine Mehrheit von 75% benötigt. Ein Aktionär mit einem Anteil über 25% verfügt daher über eine Sperrminorität.
Aufgabe 2. Annotieren Sie den Text.
Aufgabe 3. Referieren Sie den Text.
Text 4. Weitere Unternehmensformen
Aufgabe 1. Lesen Sie den Text und übersetzen Sie ihn schriftlich mit Hilfe
des Wörterbuches.
Außer den bisher genannten Unternehmensformen findet man gelegentlich
noch einige andere, die zum Teil Varianten, zum Teil eigenständige Rechtsfor-
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