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Профессиональный иностранный язык. Немецкий язык. Учебное пособие по направлению подготовки 38.04.02 «Менеджмент»

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technologie, Vorhaben zur Einführung neuer Produktionstechniken sowie neuer Umwelt- und Energietechniken,
‒ betriebliche Umweltschutz- und Energiesparmaßnahmen, ‒ Ausfuhrgeschäfte in Entwicklungsländer, ‒ Erwerb von Anlagevermögen wie Grundstücke, Maschinen usw. (regiona-
le Förderprogramme).
Wichtig ist, dass die Mittel vor der Investition beantragt werden. Die Anträ­ge für diese Mittel werden bei der Hausbank des Unternehmens gestellt. Zwar werden auch bei ERP-Darlehen bankübliche Sicherheiten verlangt, allerdings sind die Zinsen niedrig und der Kredit kann jederzeit ohne Mehrkosten zurück­gezahlt werden. Antragsberechtigt sind auch Freiberufler (einschließlich der Heilberufe). Als Konditionen für ein ERP-Darlehen für Existenzgründer gelten gegenwärtig für die alten Bundesländer:
Laufzeit: 10 Jahre
tilgungsfrei: 3 Jahre
Höchstbetrag: 500.000 €
Auszahlung: 100%
Zinssatz: 4,5%
Für die neuen Bundesländer und Berlin gelten etwas günstigere Konditio­nen. Neben dem Antrag müssen die letzten Jahresabschlüsse, eine Beschreibung des Investitionsvorhabens und des Verwendungszwecks, ein Kosten- und Fi­nanzplan sowie ein Besicherungsvorschlag (Hypotheken, Bürgschaften usw.) eingereicht werden.
Existenzgründern mangelt es jedoch häufig an notwendigem Eigenkapital. Aus diesem Grund wurde vom Bund die Eigenkapitalhilfe (EKH) ins Leben ge­rufen, die ebenfalls aus dem ERPSondervermögen finanziert wird und dem Exis­tenzgründer vollhaftendes Risikokapital in die Hand gibt. Diese Mittel werden als persönliche Kredite an den oder die Unternehmer, d.h. nur an natürliche Per­sonen, vergeben und im Hinblick auf das Unternehmen nicht als Fremdkapital (Darlehen), sondern als Eigenkapital behandelt. Die EKH kann bis zu zwei Jahre (vier Jahre in Berlin und den neuen Ländern) nach der Unternehmensgründung beantragt werden.
Außer einem tragfähigen Unternehmenskonzept werden keine weiteren Si­cherheiten verlangt. Der Unternehmer sollte jedoch über eigenes Kapital in Hö­he von 15% der Investitionssumme verfügen. Die Eigenkapitalhilfe stockt das Eigenkapital dann auf 40% der Investitionssumme auf, wird bis zu einem Betrag von 500.000 € je Antragsteller gewährt. Die folgende Übersicht veranschaulicht die Konditionen der Eigenkapitalhilfe in den alten Bundesländern:
Laufzeit: max. 20 Jahre
tilgungsfrei: 10 Jahre
Höchstbetrag: 500.000 €
Auszahlung: 96%
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Zinssätze :
1. u. 2. Jahr: 0 %
3. Jahr: 3 %
4. Jahr: 4 %
5. Jahr: 5 %
6. –10. Jahr: 6 %
Das ERP-Sondervermögen wurde ursprünglich von der Deutschen Aus­gleichsbank (DtA) verwaltet, die seit 2003 in der KfW Mittelstandsbank aufge­gangen ist. Diese arbeitet mit den Banken und Sparkassen zusammen und ent­scheidet über die Mittelvergabe. Für diejenigen, die nicht in den Genuss von ERP-Mitteln kommen, können bei der KfW Mittelstandsbank andere Darlehen beantragt werden.
Die hier aufgeführten Förderprogramme sind nur ein kleiner Ausschnitt aus dem staatlichen Subventionsdschungel. Insbesondere sollte man auch auf regio­nale Förderprogramme achten, die ausschlaggebend für die Standortwahl sein können. Ebenso gibt es speziell für innovative Branchen wie z.B. der Umwelt­oder der Biotechnologie eigene Förderprogramme. Neben einer guten Idee wird aber stets ein gesundes, wirtschaftliches Konzept erwartet.
Aufgabe 2. Annotieren Sie den Text.
Aufgabe 3. Referieren Sie den Text.
Text 9. Unternehmen in der Krise
Aufgabe 1. Lesen Sie den Text und übersetzen Sie ihn schriftlich mit Hilfe des Wörterbuches.
Ein Unternehmen, das viele Jahre am Markt besteht, durchläuft nahezu zwangsläufig immer wieder auch schlechte Zeiten. Ursachen hierfür sind kon­junkturell oder strukturell bedingte Nachfragerückgänge, innerbetriebliche Fehl­entscheidungen oder nachlassende Zahlungsmoral der Schuldner. Das Unter­nehmen kann hierdurch in Zahlungsschwierigkeiten geraten und sein Eigenkapi­tal verringert sich. Oft können diese Schwierigkeiten ohne äußere Hilfe gelöst werden. Man spricht dann von einer Sanierung. Maßnahmen, die bei einer Sa­nierung zum Tragen kommen, sind Rationalisierung, Schließung oder Verkauf unrentabler Betriebsteile, Umfinanzierung von Fremdkapital, Einbringung von Eigenkapital (z.B. durch neue Gesellschafter) oder Umbesetzungen im Ma­nagement.
Nicht immer gelingt es einem Unternehmen, sich aus eigener Kraft zu sanie­ren. Bevor es den Schritt in die Insolvenz geht, kann es versuchen, seine Gläubi­ger zu einem außergerichtlichen Vergleich zu bewegen. Der Vorteil besteht da-
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rin, dass dieser Vergleich nicht öffentlich gemacht werden muss. Ob ein außer­gerichtlicher Vergleich Erfolg hat, hängt von der Höhe der Abfindungsquote und der Anzahl der Gläubiger ab.
Seit Anfang 1999 gilt die neue Insolvenzordnung (InsO). Im Unterschied zur alten Konkurs- und Vergleichsordnung steht hier die Erhaltung und nicht die Abwicklung des Unternehmens im Vordergrund. Ein Insolvenzverfahren kann auf Antrag des Schuldners selbst oder auch eines Gläubigers eröffnet werden. Für die Eröffnung sind drei Gründe zugelassen:
‒ Zahlungsunfähigkeit des Schuldners,
‒ drohende Zahlungsunfähigkeit,
‒ Überschuldung (bei Kapitalgesellschaften).
Neu ist dabei der Grund der drohenden Zahlungsunfähigkeit. Diese tritt ein, wenn der Schuldner absehen kann, dass er zu einem bestimmten Zeitpunkt seine Verbindlichkeiten nicht mehr erfüllen kann. Damit soll erreicht werden, dass der Schuldner frühzeitig ein Insolvenzverfahren einleiten kann, um vielleicht das Unternehmen noch zu retten. Überschuldung bedeutet, dass das Fremdkapital (die Schulden) eines Unternehmens größer ist als sein Vermögen, d.h. das Ei­genkapital des Unternehmens ist völlig verbraucht. Dieser Grund lässt sich streng genommen nur bei einer Kapitalgesellschaft anwenden, da bei Personen­gesellschaften noch das Privatvermögen der Gesellschafter als haftendes Kapital zur Verfügung steht.
Ein Insolvenzverfahren wird nur eingeleitet, wenn die Insolvenzmasse, d.h. das verbliebene Schuldnervermögen, ausreicht, um die Kosten des Insolvenzver­fahrens zu decken. Ist dies wie häufig nicht der Fall, wird der Schuldner vom Gericht in ein Schuldnerverzeich nis eingetragen. Den Gläubigern bleibt nun nur der Weg über einen Vollstreckungsbescheid.
Wird ein Unternehmen freiwillig, d.h. ohne wirtschaftliche Notlage, aufge­löst (z.B. weil der Inhaber keinen Nachfolger findet), spricht man von der Liqui­dation des Unternehmens.
Eine scheinbar endlose Liquidation vollzog sich seit Kriegsende bei der IG Farben. Der Chemiegigant wurde im Dritten Reich gegründet und anschließend von den Alliierten wieder zerschlagen.
Hintergrund für den langwierigen Auflösungsprozess sind ungeklärte Eigen­tumsverhältnisse sowie Entschädigungen für Zwangsarbeiter im Dritten Reich. Im Jahre 2003 meldete die IGFarben Insolvenz an, besteht aber auch heute noch.
Spätestens mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens bestimmt das Gericht ei­nen Insolvenzverwalter, der aber auf der ersten Gläubigerversammlung von den Gläubigern abgewählt werden kann, wenn er nicht deren Vertrauen genießt. Aufgabe des Insolvenzverwalters ist es, zusammen mit dem Schuldner einen In­solvenzplan aufzustellen. Der Insolvenzplan bietet die Möglichkeit, die Gläubi­ger in Gruppen einzuteilen und so eine differenzierte Befriedigung der Forde­rungen zu ermöglichen. Auf diese Weise können z.B. Arbeitnehmer oder Klein-
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gläubiger besonders berücksichtigt werden. Grundsätzlich werden vom Gesetz her folgende Gruppen unterschieden:
‒ Absonderungsberechtigte Gläubiger, d.h. solche Gläubiger, die ein Pfand-
recht oder ein Zurückbehaltungsrecht an Vermögenswerten des Schuldners be­sitzen.
‒ Nicht nachrangige Gläubiger (der Großteil der Gläubiger). ‒ Nachrangige Gläubiger. Hierzu gehören in dieser Reihenfolge Zinsen, die
nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens angefallen sind, Kosten der Teil­nahme am Insolvenzverfahren, Geldstrafen- oder -bußen, Forderungen auf un­entgeltliche Leistungen oder Darlehen eines Gesellschafters.
Derjenige, dem etwas gehört, was sich im Besitz des Schuldners befindet, z.B. eine Autovermietung oder ein Lieferant, der unter Eigentumsvorbehalt ge­liefert hat, kann sich sein Eigentum zurückholen. Er ist aussonderungsberechtigt und gehört damit nicht zu den Gläubigern. Allerdings dürfen Mietverträge auf Immobilien nicht gekündigt werden, was früher bei Konkursanmeldungen gän­gige Praxis war.
Über die Annahme des Insolvenzplans entscheidet die Gläubigerversamm­lung. Hierbei muss in jeder Gruppe abgestimmt werden. Der Plan gilt als ange­nommen, wenn in einer Gruppe über die Hälfte der Gläubiger, die gleichzeitig auch mehr als die Hälfte der Forderungen halten müssen, zustimmen. Man kann hoffen, dass hier eine Annahme wahrscheinlicher ist als nach dem alten Recht mit seinen starren Konkurs- und Vergleichsquoten. Ergibt sich keine Einigung, bleibt auch hier nur das «Windhundrennen» per Vollstreckungsbescheid.
Eine Besonderheit bietet das Insolvenzrecht für Privatpersonen und Klein­gewerbetreibende, Sie können nach einer Wohlverhaltensperiode von sieben Jahren schuldenfrei werden. Voraussetzung ist zunächst ein Schuldenbereini­gungsplan, der vom Schuldner zusammen mit einem Rechtsanwalt erstellt wer­den muss. Dieser Plan legt die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Schuldners offen und enthält einen Vorschlag zur Schuldenbereinigung. Neh­men die Gläubiger den Vorschlag nicht an, kann der Schuldner beim Gericht die Einleitung des Insolvenzverfahrens mit anschließender Restschuldbefreiung be­antragen. Auch in diesem Fall muss ein Schuldenbereinigungsplan eingereicht werden. Stimmen die Gläubiger diesem nicht zu, fällt das Gericht hierüber die letzte Entscheidung.
Aufgabe 2. Annotieren Sie den Text.
Aufgabe 3. Referieren Sie den Text.
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Text 10. Aufbau eines Unternehmens
Aufgabe 1. Lesen Sie den Text und übersetzen Sie ihn schriftlich mit Hilfe
des Wörterbuches.
In diesem Abschnitt soll ein einfaches, relativ branchenunabhängiges Bild eines Industriebetriebes gezeichnet werden. Zunächst besitzt ein Unternehmen Schnittstellen zu den Märkten, die ursprünglich eher von kaufmännischen Mit­arbeitern, inzwischen aber zunehmend von technisch ausgebildetem Personal ausgefüllt werden. Die Schnittstellen zum Gütermarkt bilden die Organisations­einheiten Einkauf und Verkauf bzw. Vertrieb, welche die Funktionen Beschaf­fung bzw. Absatz übernehmen.
Die Abbildung zeigt schematisch die Aufbauorganisation eines Industriebetrie­bes. Der Güterstrom bildet einen Kreislauf im Unternehmen, dessen Ursprung (außer bei Unternehmen der Urproduktion) und Ende sich im Gütermarkt befindet. Der In­formationsfluss ist hier sehr vereinfacht dargestellt und verläuft vernetzt, wobei hie­rarchisch gesehen nach oben hin eine Verdichtung der Information stattfindet.
Während der Güterstrom bei Handelsbetrieben außer Einkauf und Verkauf nur das Lager berührt, durchläuft er innerhalb eines typischen Industriebetriebes aufgrund der Fertigung oft mehrere Verarbeitungsstufen. Innovationen im Ferti­gungsprozess entstehen aus Forschung und Entwicklung, wobei oft ein speziel­les Produktmanagement die Schnittstelle zum Marketing bildet. Die Qualitätssi­cherung kontrolliert die Einhaltung von Normen und Standards, sodass eine konstante Mindestqualität der Produkte garantiert ist.
Die verschiedenen Bereiche benötigen, um koordiniert arbeiten zu können, eine Leitung (Geschäftsführung). Die Unternehmensleitung benötigt, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können, sowohl interne Unternehmensdaten als auch externe Marktdaten.
Die internen Daten über die wirtschaftliche Situation des Unternehmens lie­fert das Rechnungswesen, das mit den anderen Bereichen des Unternehmens eng vernetzt ist. Das Rechnungswesen ist eine zentrale Stelle im Unternehmen, in der viele Informationsströme zusammenlaufen.
Die Auswertung der Daten des Rechnungswesens erfolgt im Controlling. Dieser Begriff leitet sich nicht vom Wort «Kontrolle», sondern von «Steuern» und „Regeln“ ab. Das Controlling bereitet die Daten des Rechnungswesens für die Geschäftsleitung auf, analysiert, interpretiert und präsentiert diese anschlie­ßend dem Management. Es hat gewöhnlich keine direkte Führungsgewalt, son­dern eine Stabsfunktion. Vor dem Hintergrund der erstellten Analysen sollen Unternehmer ihre Entscheidungen optimal treffen und reflektieren können.
Unternehmerischer Erfolg erfordert auch eine genaue Analyse der sich in ständiger Bewegung befindlichen Märkte. So liegt in der Innovationskraft eines Unternehmens, mit der entweder neue Nachfrage am Markt geschaffen oder ei­nem veränderten Nachfrageverhalten Rechnung getragen werden soll, ein großer Teil seiner Wettbewerbsfähigkeit.
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Die hierfür notwendige Marktbeobachtung ist Aufgabe des Marketings, mit dem meist die Beobachtung des Absatzmarktes verbunden wird. In Unternehmen, die unter Innovations- oder Rationalisierungsdruck stehen, spielt auch das Beschaf­fungsmarketing eine wichtige Rolle. Das Marketing gehört neben dem Controlling zum wichtigsten Informationslieferanten für die Unternehmensleitung.
Die Schnittstelle zum Geldmarkt bildet das Finanzwesen, das die (realen) Geldströme des Unternehmens steuert. Hauptaufgabe des Finanzwesens ist vor allem die Kapitalbeschaffung für Investitionen und die Sicherung der Liquidität des Unternehmens. Für die hierzu notwendigen Planungen bedient es sich vor allem der Daten des Rechnungswesens.
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Das Personalwesen dient nicht nur der Personalbeschaffung, sondern ist auch für die Gestaltung der Arbeitsbedingungen, die Sozialleistungen und die Entwicklung der Mitarbeiter zuständig.
Seine Funktion ist vor allem auf die Arbeitnehmer gerichtet. Das Personal­wesen bildet daher einen eigenen Dienstleistungsbereich im Unternehmen, der selbsttätig auf Änderungen des Arbeitsumfelds sowie auf Anforderungen von Führungskräften oder Arbeitnehmern reagiert.
Aufgabe 2. Annotieren Sie den Text.
Aufgabe 3. Referieren Sie den Text.
Text 11. Innerbetriebliche Organisation
Aufgabe 1. Lesen Sie den Text und übersetzen Sie ihn schriftlich mit Hilfe des Wörterbuches.
Trotz der gemeinsamen innerbetrieblichen Grundfunktionen findet man in den einzelnen Unternehmen sehr unterschiedliche Organisationsstrukturen vor. Die Gliederung der Organisationseinheiten wird als Aufbauorganisation, ihre Wechselbeziehungen untereinander als Ablauforganisation bezeichnet.
Der Begriff Organisation umfasst sowohl die Arbeitsteilung als auch die hie­rarchische Gliederung des Unternehmens. Die kleinste Organisationseinheit ist die Stelle eines Mitarbeiters. Mehrere gleichartige Stellen werden zu Abteilun­gen zusammengefasst, die von einer weisungsberechtigten Führungskraft (In­stanz) geleitet werden. In Großunternehmen findet man zum Teil weitere Hie­rarchiestufen wie Hauptabteilungen, Bereiche oder Hauptbereiche. Sie bilden die Basis für das Leitungssystem des Unternehmens.
Ist jeder Organisationseinheit nur eine Instanz direkt übergeordnet, spricht man vom Einliniensystem. Es hat den großen Vorteil, dass die Kompetenzen klar abgegrenzt sind. Über mehrere Hierarchiestufen hinweg sind die Anwei­sungswege jedoch relativ lang. Zudem erfordert das Einliniensystem hohe fach­liche Kenntnisse der Vorgesetzten.
Diesen Nachteil versucht das Stabliniensystem dadurch auszugleichen, dass insbesondere den oberen Führungsebenen Stabstellen zugeordnet werden, die von Experten besetzt sind. Die Stabstellen selbst haben keine Weisungsbefugnis, sondern lediglich eine Beratungsfunktion. Eine weitere Variante ist das Mehrli­niensystem, bei dem ein Mitarbeiter von mehreren gleichrangigen Vorgesetzten Weisungen erhalten kann. Aufgrund der Gefahr von Kompetenzkonflikten trifft man dieses System in der Praxis seltener an.
Während das Leitungssystem die vertikale (hierarchische) Struktur des Un­ternehmens bestimmt, legt die Organisationsform die horizontale Aufteilung des Unternehmens fest. Bei einer Funktionalorganisation ist das Unternehmen ent-
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sprechend den arbeitsteiligen Aufgaben in Einkauf, Verkauf, Produktion, Rech­nungswesen usw. aufgeteilt. In Großunternehmen findet man dagegen eher die Spartenorganisation vor, bei der das Unternehmen z.B. nach Produktgruppen oder Regionen gegliedert ist. Jede Sparte ist dabei weitgehend eigenständig, auch wenn einige Aufgaben, wie z.B. das Finanz- oder Rechnungswesen zentra­le Funktionen bleiben. Ein wichtiger Vorteil dieses Systems ist, dass die einzel­nen Funktionsbereiche aufgrund ihrer organisatorischen Nähe enger zusammen­arbeiten können.
Die Eigenständigkeit der Sparten wird heutzutage häufig so weit gefasst, dass ihre Leiter Ergebnisverantwortung erhalten. In diesem Fall spricht man von einem Profit Center. Das Profit Center ist rechtlich gesehen kein selbstständiges Unternehmen. Dennoch wird es mit einem anderen Profit Center des gleichen Unternehmens nur zusammenarbeiten, wenn es ihm selbst Gewinn bringt. Un-
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ternehmerische Gesamtkonzepte und Synergieeffekte zwischen den Sparten las­sen sich allerdings so schlechter verwirklichen.
Interne Servicebereiche des Unternehmens (z.B. Forschungslabors) werden heute oft als eigenständige Cost Center betrieben. Da ein Cost Center selten di­rekten Marktzugang besitzt und daher nicht gewinnorientiert arbeiten kann, wird es daran gemessen, inwieweit es die geforderte Leistung mit möglichst geringem Kostenaufwand erbringt.
Eine Organisationsform, die besonders bei der System- und Produktentwick­lung anzutreffen ist, ist die Matrixorganisation. Hierbei werden Mitarbeiter ver­schiedener Abteilungen einem Teamleiter, d.h. einem Projektleiter (bei Systement­wicklungen) oder einem Produktmanager (bei Produktentwicklungen), unterstellt. Hierbei können leicht Konflikte zwischen dem Fachvorgesetzten (Teamleiter) und dem disziplinarischen Vorgesetzten (Abteilungsleiter) auftreten. Ein Vorteil ist aber, dass Spezialisten flexibel in unterschiedlichen Teams mitarbeiten können.
Aufgabe 2. Annotieren Sie den Text.
Aufgabe 3. Referieren Sie den Text.
Text 12. Geschäftsprozesse
Aufgabe 1. Lesen Sie den Text und übersetzen Sie ihn schriftlich mit Hilfe des Wörterbuches.
Die Aufbauorganisation von Unternehmen ist oft in Bereiche und Abteilun­gen gegliedert, denen bestimmte Funktionen wie Einkauf, Verkauf, Produktion usw. zugeordnet sind. Abläufe in Unternehmen finden aber oft bereichs- oder abteilungsübergreifend statt. Verfolgen wir als Beispiel den Werdegang eines Kundenauftrags: zunächst wird dieser vom Vertrieb akquiriert, der Einkauf be­schafft das notwendige Material, die Produktion stellt die Ware her, die an­schließend vom Vertrieb ausgeliefert wird. Tatsächlich birgt eine rein funktiona­le Sichtweise Gefahren:
‒ Der Arbeitsablauf, insbesondere der Informationsfluss, kann bei abtei­lungsübergreifenden Aufgaben ins Stocken geraten.
‒ Arbeiten werden in verschiedenen Abteilungen möglicherweise doppelt erledigt, insbesondere bei der Datenerfassung und bei Kontrollen.
‒ Mitarbeiter setzen ihre Priorität in die Optimierung ihres Arbeitsablaufes und nicht in die Qualität des Ergebnisses.
‒ Es gibt niemanden, der für den Auftrag selbst verantwortlich ist, sondern die Verantwortung ist auf mehrere Abteilungsleiter verteilt.
Ein solcher in sich abgeschlossener Vorgang wird auch als Geschäftsprozess bezeichnet. Da bei Unternehmen immer mehr die Zufriedenheit des Kunden und damit auch die Produktqualität im Vordergrund steht, versucht man heute, wichtige
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wiederkehrende Aktivitäten im Unternehmen in Geschäftsprozessen zu bündeln. Die für einen Geschäftsprozess nötigen Ressourcen einschließlich der Mitarbeiter werden organisatorisch verbunden, wobei auch die EDV eine wichtige Rolle spielt.
Ein Geschäftsprozess wie die Ab­wicklung eines Kundenauftrags ist ein komplexes Gebilde, das sich in viele Teilprozesse untergliedern lässt. Nach­einander ablaufende Teilprozesse bilden eine Prozesskette, in der auch Verzwei­gungen, Schleifen oder parallele Prozes­se vorkommen können. Nachdem eine Prozessstruktur eingeführt wurde und die Abläufe im Unternehmen damit transparent werden, ist es möglich diese zu optimieren. Z.B. kann versucht wer­den, die Kosten oder Durchlaufzeiten für einen Prozess zu senken, indem Teilprozesse parallelisiert, entfernt oder umgestaltet werden.
Ein einzelner Prozess oder Teilpro­zess lässt sich durch zwei Elemente be­schreiben: Funktionen und Ereignisse. Funktionen können Teilprozesse (z.B. Angebote vergleichen) oder elementare Vorgänge (Aktivitäten) beinhalten (Ar­tikel auf Rechnung und Lieferschein vergleichen). Funktionen werden durch Ereignisse aktiviert und lösen Ereignisse aus (z.B. Ware versendet). Ein zentraler Unterschied zu einer rein funktionsorientierten Vorgehensweise besteht darin, dass die Ereignisse garan­tiert ausgelöst werden. Dies geschieht oft auf elektronischem Wege, z.B. über hausinterne Emails oder über Dokumen­ten- und Workflow­Managementsysteme.
Diese sind u.a. Bestandteil von ERP-Systemen (Enterprise Ressource Plan­ning), mit denen sämtliche Ressourcen in einem Unternehmen geplant und mög­lichst alle Geschäftsprozesse abgebildet werden sollen. Die Mitarbeiter sind so­mit ganzheitlich in die Prozessabwicklung eingebunden und kennen den aktuel­len Stand der Bearbeitung.
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