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ivanov666
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Файл:Lexikologie der deutschen Sprache (Theorie und Praxis). Учебно-методическое пособие по лексикологии немецкого языка направление подготовки 44.03.05 Пе
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36. Drücken Sie sich neutral aus:
a) gehoben
b) umgangssprachlich
c) grob (vulgär)
d) neutral
1.
a) er war aller Mittel entblößt.
b) Er saß völlig auf dem Trokenen.
c) Er war pleite.
d) Er hatte kein Geld
2.
a) Das ist ein törichter Plan.
b) Der Plan hat weder Hand noch Fuß.
c) Der Plan ist blöde.
d) …
3.
a) Prägen Sie sich das ein.
b) Schreib dir das hinter die Ohren.
c) Hämmere dir das in den Schädel.
d) …
4.
a) Sie entfernte sich schnell.
b) Sie nahm die Beine in die Hand.
c) Sie haute ab wie der Blitz.
d) …
5.
a) Sein Geist ist umnachtet.
b) Er hat seine fünf Sinne nicht beisammen.
c) Er ist übergeschnappt.
d) …
6.
a) Schweig!
b) Halt den Mund!
c) Halt`s Maul!
d) …
7.
a) Er ist den Alkohol verfallen.
b) Er gießt gerne einen hinter die Binde.
c) Er säuft.
d) …
8.
a) Sie hat Geld entwendet.
b) Sie hat lange Finger gemacht.
c) Sie hat geklaut.
d) …
9.
a) Warum haben Sie ihn zurechtgewiesen?
b) Warum haben Sie ihm den Kopf gewaschen?
c) Warum haben Sie ihn heruntergeputzt?
d) …
– 41 –

37. Ergänzen Sie den neutralen Ausdruck.
gehoben
neutral
umgangssprachlich
1. armselig
dürftig
miserabel
2. makellos
tipptopp
3. störrisch
bockig
4. ermattet
erschossen
5. kühn
forsch
6. hurtig
fix
7. marklos
pflaumenweich
8. heimgegangen
abgekratzt
9. heikel
mulmig
10. einfältig
doof
11. schlüpfrig
glitschig
12. dünkelhaft
hochnäsig
13. gekränkt
eingeschnappt
gehoben
neutral
umgangssprachlich
1. das Gemach
das Zimmer
die Bude
2. die Fehde
der Krach
3. das Antlitz
die Visage
4. das Haupt
die Birne
5. das Ross
der Gaul
6. der Backenstreich
die Watsche
7. der Winkelzug
der Kniff
8. Geistesgaben
das Knöpfchen
9. der Tor
der Dussel
10. das Ungemach
das Pech
11. der Odem
die Puste
gehoben
neutral
umgangssprachlich
1. vergeuden
verschwenden
verpulvern
2. borgen
pumpen
3. rühmen
herausstreichen
4. bestatten
verscharren
5. peinigen
piesacken
6. schmunzeln
grinsen
7. schreiten
latschen
8. entfallen
verschwitzen
9. pochen
bumsen
10. schlummern
pennen
11. entwenden
klauen
A. Adjektive
a) beleidigt d) eingebildet g) mutig j) schwach
b) dumm e) fehlerlos h) müde k) schwierig
c) eigensinnig f) glatt i) schnell l) tot
B. Substantive
a) der Atem d) die Intelligenz g) das Pferd j) das Unglück
b) der Dummkopf e) der Kopf h) der Streit
c) das Gesicht f) die Ohrfeige i) der Trick
С. Verben
– 42 –

a) Begraben d) lächeln g) quälen j) vergessen
1. mit Schreibmaschine abschreiben
2. mit Blitzlicht fotografieren
3. Sport treiben (ein wenig)
4. heilen
5. alt werden
6. ein schmerzliches Gefühl
a) schweiz. arzten
b) schweiz. schlitteln
c) österr. abtippen
d) schweiz. wirten
e) schweiz. lötterln
f) österr. sporteln hervorrufen, j-n grämen
b) Gehen e) leihen h) schlafen
c) klopfen f) loben i) stehlen
38. Teilen Sie die folgenden Wörtеr in Form- und Bedeutungsarchaismen ein (schlagen Sie
im Wörtеrbuсh ihre Bedeutung nach):
Minne, sonder, Oheim, Base, Muhme, Aar, Odem, Herre, Jungfer, Herze, Turnei, ward be-
gunnen, auf Erden, von wegen, Lohe, Gewand, Bann (Geriehtsbann, Кirchenbann); sich (um die
Кinder) bekümmern, Brautlauf, Brautwerber, Cobalt, Corps, Соuре, dero, freien (er hat um sie gefreit); früge (Рrät. Коnj. von «fragen»); Freitisch, frommen, die Fron, Frondienst, Marketenderin,
Muskete, Partisane (Stoßwaffe), Strauß (Каmpf); Trottoir, Zunftgenosse, ein gülden Ringlein;
die Zeit ist kommen; «ihr goldnes Geschmeide blitzet» (Heine).
39. Bestimmen Sie: Welche Wörter sind Archaismen?
Argwillig – böswillig, Bronn – Brunnen, einratig – einstimmig, festhabig – festhaltend, Hilfe –
Hülfe, Konterbaß – Kontrabass, kraftlich – kräftig, Odem – Atem, stirbig – sterblich, todhaft –
tödliсh, Trutz – Trotz, übersprache – prahlerisch.
40. Geben Sie an, mit welchen Zeitperioden in der Geschichte Deutschlands die folgenden
Historismen verbunden sind:
die Volkskammer, die Нitlerjugend, die SED, das Turnier, der Frondienst, der Kurfürst,
die FDJ, der Minnesänger, der Ablasshandel, die Hanse, der Gutsherr, die Dienstmagd, der Knecht,
der Pedell, der Geleitbrief, der Geleitsherr, der Brückenzoll, das Schwert, die Streitaxt, der Harnisch, die Lanze, der Spieß, der FDGB, die Feme, der Jugendfreund, der Jugendzug, die Маuеr,
die Patenschaft, der Neuerer, der FDJler, der Spielmann, die Jugendweihe.
41. Mithilfe des Wörterbuchs «Duden. Bd. 8. Die sinn- und sachverwandten Wörter» suchen
Sie nach hochsprachlichen Entsprechungen für die folgenden regional begrenzten Wörter bzw.
nationalen Varietäten:
Mandatar (österr.); maturieren (österr.); dasig (südd., österr.); Bazi (scherzh. bayr.,österr.);
Кladde (nordd.); sich verkälten (südd.); agnoszieren (österr.); abgeschafft (ugs. landsch.); Greifchen
(ostniederd.); Daubel (österr.); losen (oberd.); Kappes (westd.); Gusche (тitte/d., bes. berlin.);
etw. ist ein Кlacks (nordd.); abgedreht (österr.); Pallawatsch (österr.); Standel (bayr., österr.);
Trambahn (südd.); kiesetig (nordd.); Blunze (bауr., österr.); auf die Gant kommen (oberd.); Plafond
(österr.); Wehrkleid (schweiz.); Adjustierung (österr.); Kooperator (bауr., österr.); Harke (nordd.);
schiech (bауr., österr.); Tatl (österr.); vemehmlassen (schweiz.); Rundspruch (schweiz.); Hutsche
(österr.); wüst (schweiz.); Gangsteig (südd., österr.); Kute (nordd.); Großdirn (bауr.); Gipser
(schwäb.); Anklatscher (hаmburg.); Polizze (österr.); Surfleisch (österr.); Wartsaal (südd., schweiz.);
Вloch (oberd.); Кiez (berlin.); Häfen (österr.); angriffig (schweiz.); Lismer (schweiz.); Mittag (südd.);
Frondienst (schweiz.).
42. Ermitteln Sie die Entsprechungen zwischen der linken Spalte (deutsche Ausdrücke) und
der rechten Spalte (Helvetismen und Austriazismen). Benutzen Sie die entsprechenden Wörterbü-
cher.
– 43 –

7. zu Boden werfen, besiegen
8. ein Fest feiern
9. Нirt sein, Vieh hüten
10. in der Kanzlei anfertigen
11. Lotterie spielen
12. Schlitten fahren
13. als Wirt tätig sein
14. Ersatz
15. Еrsсhöрfung
16. Faulenzer
17. schäbig, schuftig (benehmen sich)
18. wichtig, ernst
19. Glüсkssрiеl
20. Grundstück
21. Handfeger
22. verdächtigen
23. Вierglas
24. einen Ваll mit dem Kopf stoßen
25. spazieren gehen
g) österr. blitzen
h) schweiz. alten
i) schweiz. festen
j) schweiz. hirten
k) schweiz. kanzleien
l) österr. bodigen
m) österr. Beelenden
n) schweiz. schwergründig
o) österr. Rekompenz
p) österr. schmafu
q) österr. Tachinierer
r) österr. Glüсkshаfеn
s) österr. Grund
t) schweiz. Handwischer
u) österr. köрfеln (den Ваll-)
v) österr. Bierkrügel
w) schweiz. lädeln
x) österr. Hatscher
y) schweiz. j-m den Bart anhängen
– 44 –

GESAMTWIEDERHOLNG UND LEISTUNGSKONTROLLE
1. Fragen zur Besprechung und Kontrolle
1. Was versteht man unter paradigmatischen Bedeutungsbeziehungen?
2. Welche Arten der paradigmatischen Bedeutungsbeziehungen unterscheidet man?
3. Was ist unter Synonymie zu verstehen?
4. Welche Arten von Synonymen unterscheidet man?
5. Was versteht man unter begrifflichen (ideografischen) Synonymen?
6. Was ist unter stilistischen Synonymen zu verstehen?
7. Welche Wörter nennt man territoriale Dubletten?
8. Welche Wege der Entstehung der Synonyme gibt es?
9. Welche Beziehung liegt der Antonymie zugrunde?
10. Welche Merkmale haben Antonyme?
11. Wie werden Antonyme gebildet?
12. Durch welche Beziehung sind Hyperonyme und Hyponyme miteinander verbunden?
13. Welche Arten der hyperonym-hyponymischen Beziehungen gibt es?
14. Was versteht man unter syntagmatischen Bedeutungsbeziehungen?
15. Was ist Valenz als linguistischer Begriff?
16. Was versteht man unter der Distribution?
17. Was wird durch Valenzanalyse festgestellt?
18. Wie wird die Lexik aus soziolinguistischer Sicht klassifiziert?
19. Welche Arten der berufsbezogenen Lexik kann man unterscheiden?
20. Welche Sonderwortschätze sozialer Gruppen und Altersgruppen können Sie nennen?
21. Welche Existenzformen hat die deutsche Sprache?
21. Welche territorialen Varianten der deutschen Sprache kennen Sie?
22. Welche nationalen Varianten der deutschen Sprache kennen Sie?
23. In welche Gruppen werden Archaismen klassifiziert?
24. Wie und warum entstehen die Neologismen?
2. Forschungsaufgaben:
1) Bestimmen Sie die paradigmatischen Bedeutungsbeziehungen der folgenden Wörter:
Nerz – Nutria – Hermelin – Rauchware,
loben – preisen
Tanne – Fichte – Nadelbaum
stark – leicht
Untergebener – Vorgesetzter
Laune – Stimmung
Volleyball – Spiel
gratis – kostenlos
unterfordern – überfordern
2) Durch welche Bedeutungskomponenten unterscheiden sich die folgenden Wörter? Bestimmen Sie die Art der Synonyme!
Muster: Fete – Feier.
Diese Worter unterscheiden sich durch begriffliche Seme (die Fete ist ein kleineres Fest) und
stilistische Seme (das Wort «Fete» ist stilistisch gefärbt). Folglich sind das unvollstandige begrifflich-stilistische Synonyme.
Ufer – Strand – Kuste – Kai
Mann – Ehemann – Gottergatte – Ehekruppel
Irrtum – Versehen – Fehler – Schnitzer – Lapsus
– 45 –

Schlager – Evergreen
Pfütze – Lache
glücklich – happy
lesen – schmöckern
Arzt – Doktor – Medikus
bevor – ehe
Frtihjahr – Friihling – Lenz
3) Bestimmen Sie die paradigmatischen Bedeutungsbeziehungen der folgenden Wörter. Ord-
nen Sie diese Wörter bestimmten Klassen zu (Synonyme, Antonyme usw.).
a) Variante 1: munter – müde; Insekt – Fliege – Mücke; Feuer – Flamme; reinigen – putzen;
innen – außen; Kunst – Malerei; präsent – anwesend; klein – winzig.
b) Variante 2: erlösen – retten; fein – grob; Frucht – Birne; Welle – Woge; beginnen – been-
den; Jurist – Anwalt – Staatsanwalt; dick – mollig; Gewinn – Verlust.
3. Testaufgaben:
1. Antonyme sind Wörter ...
a) mit entgegengesetzter Bedeutung
b) mit gleicher Bedeutung
c) mit ähnlicher Bedeutung
d) mit ähnlicher Form
2. Diese Synonyme unterscheiden sich durch den Gebrauch in verschiedenen funktionalen
Stilen.
a) stilistische Synonyme
b) begriffliche Synonyme
c) vollständige Synonyme
d) territoriale Dubletten
3. Fernsprecher und Telefon sind ...
a) stilistische Synonyme
b) begriffliche Synonyme
c) vollständige Synonyme
d) begrifflich-stilistische Synonyme
4. Lohn – Gehalt – Gage – Honorar sind ...
a) begriffliche (ideografische) Synonyme
b) stilistische Synonyme
c) begrifflich-stilistische Synonyme
d) territoriale Dubletten
5. Aprikosen – Marillen sind ...
a) begriffliche (ideografische) Synonyme
b) stilistische Synonyme
c) begrifflich-stilistische Synonyme
d) territoriale Dubletten
6. Welche paradigmatischen Bezihungen sind zwischen den Lexemen.
Schäferhund – Dackel – Dogge – Hund?
a) Bedeutungsbeziehung der Ähnlichkeit
b) Bedeutungsbeziehung der Polarität
c) Bedeutungsbeziehung der Überordnung/Unterordnung
d) Bedeutungsbeziehung der Gleichheit
– 46 –

7. Welche paradigmatischen Beziehungen sind zwischen den Lexemen frisch – kühl?
a) Bedeutungsbeziehung der Ähnlichkeit
b) Bedeutungsbeziehung der Gleichheit
c) Bedeutungsbeziehung der Überordnung/Unterordnung
d) Bedeutungsbeziehung der Polarität
8. Diese Beziehung verbindet Hyperonyme und Hyponyme.
a) Beziehung der Bedeutungsgleichheit
b) Beziehung der Bedeutungsähnlichkeit
c) Beziehung der Bedeutungspolarität
d) Beziehung der Überordnung und Unterordnung
9. Diese semantischen Gruppierungen beziehen sich auf Gegenstände, Erscheinungen, Merk-
male, die thematisch verwandt sind.
a) syntaktische Felder
b) nominative Felder
c) lexikalisch-semantische Felder
d) semantisch-syntaktische Felder
10. Die Valenztheorie entwickelte sich.
a) im 19.Jahrhundert
b) am Anfanfg des 20. Jahrhunderts
c) in der Mitte des 20. Jahrhunderts
d) am Ende des 20.Jahrhunderts
11. Wörterbuch zur Valenz und Distribution deutscher Verben wurde von ... geschrieben.
a) Klappenbach und Steinitz
b) Duden
c) G. Helbig und W. Schenkel
d) K-E. Sommerfeld und H. Schreiber
12. Das Verb erwarten hat ... obligatorische(n) Aktanten.
a) einen
b) zwei
c) drei
d) vier
13. Eine Gruppe der Lexik emotionaler Art, die im Rahmen der Berufstätigkeit gebraucht
wird.
a) Professionalismen
b) Fachjargonismen
c) Termini
d) halbwissenschaftliche Termini
14. Wörter oder Wortverbindungen, die zur Bezeichnung eines Begriffs auf dem Gebiet
der Wissenschaft und Technik dienen.
a) Professionalismen
b) Fachjargonismen
c) Termini
d) Sonderlexik
– 47 –

MODUL III.
WEGE DER BEREICHERUNG DES DEUTSCHEN WORTSCHATZES
Lektion 1.
Wortbildung
1. Die Grundbegriffe der Wortbildungslehre.
Die Wortbildung ist der wichtigste Weg zur Erweiterung des Wortbestandes. Sie besteht
darin, dass aus fertigen, in der Sprache bereits vorhandenen Stämmen, Wurzeln, Suffixen und
Präfixen mit Hilfe von bestimmten Modellen neue Wörter entstehen.
Die Wortbildungslehre untersucht Prozesse und Gesetzmäßigkeiten bei der Bildung neuer
Wörter sowie sprachliche Mittel, die dabei verwendet werden. Sie erforscht auch die wortbildende
Struktur eines fertigen Wortes und die Bedeutung des wortbildenden Modells. Die Grundbegriffe
der Wortbildungslehre sind demnach folgende:
Wortbildungsart;
Wortbildungsmittel;
Wortbildungsmodell;
Wortbildungsbedeutung.
Die Wortbildungsarten sind Hauptverfahren bei der Bildung neuer Wörter. Das sind für die
deutsche Sprache folgende:
Ableitung oder Derivation;
Zusammensetzung oder Komposition;
Zusammenbildung;
Kurzwortbildung.
Nach der Wortbildungsart unterscheidet man demnach im Deutschen folgende Worttypen:
1) einfache Wörter (Wurzelwörter, Simplizia);
2) abgeleitete Wörter (Ableitungen, Derivate);
3) zusammengesetzte Wörter (Zusammensetzungen, Komposita);
4) zusammengebildete Wörter (Zusammenbildungen);
5) Kurzwörter.
Unter Wortbildungsmittel versteht man ein konkretes Wortbildungsmorphem, das im Wort
neben dem primären Stamm ausgesondert wird. Hierzu zählt man auch die sogenannte innere Flexion (Ablaut, Umlaut, Konsonantenwechsel).
Die Wortbildungsart umfasst eine Reihe von Wortbildungsmodellen, d.h. Muster, Schemata,
nach denen Wörter gebildet werden können. z.B.: Sehr produktiv ist das Modell «das Reflexivpronomen sich + Präfix ver- + Infinitiv eines Tätigkeitsverbes» mit der verallgemeinerten Bedeutung
«etwas nicht richtig tun».
sich verhören = nicht richtig hören
sich verschreiben = nicht richtig schreiben
sich versprechen = nicht richtig sprechen
Die Bedeutung des Wortbildungsmodells heißt Wortbildungsbedeutung. Die Kenntnis der
Wortbildungsbedeutung hilft, die Bedeutung eines konkreten Wortes zu verstehen und zu erklä-
ren.Es ist auch sehr wichtig in der Kommunikation bei der Bildung von Wörtern, die dem Sprecher
im Moment nicht einfallen, aber für die Kommunikation notwendig sind, z.B.: in einer falschen
richtung fahren = sich verfahren.
– 48 –

Die Gesamtheit von Wörtern mit dem gleichen Wurzelmorphem, die semantisch verbunden
sind, sich aber durch die wortbildende Struktur unterscheiden, bildet ein Wortnest (eine Wortfamilie).
So gehören die Wörter verstehen, Verstand, verständlich, verständig, sich verständigen, die Ver-
ständigung usw. zu ein und demselben Wortnest.
2. Die Ableitung
А. Affixale (explizite) Ableitung
Unter affixalen Ableitungen versteht man Wortbildungskonstruktionen, deren Bestandteile ein
Stamm und ein Derivationsaffix sind. Derivationsaffixe (wortbildende Morpheme – Suffixe und
Präfixe) charakterisieren einige wesentliche Merkmale. Sie haben eine verallgemeinerte Bedeutung.
Die Bedeutung der wortbildenden Affixe präzisiert und ergänzt die Bedeutung der Wurzelmorpheme. (die Rose erblüht = beginnt zu blühen; die Rose verblüht = hört auf zu blühen.)
Die Affixe verändern die Bedeutung der Stämme, aber sie werden auch selbst von der Bedeu-
tung der Stämme beeinflusst. Als Resultat dieser gegenseitigen Wirkung entwickelt sich die Viel-
deutigkeit der Affixe. So hat das Präfix un- bei Substantiven und Adjektiven folgende Bedeutun-
gen:
1) verneinende Bedeutung (ungefährlich, Unglück)
2) negative Bedeutung (Untat = eine schlechte Tat, Unwetter = schlechtes Wetter)
3) verstärkende Bedeutung (Unzahl = eine sehr große Zahl)
Suffixe und Präfixe haben auch wesentliche Unterschiede. Das Suffix hat außer den wortbildenden auch morphologische Eigenschaften: Es ordnet das abgeleitete Wort einer Wortart zu und
bestimmt manchmal seine grammatischen Kategorien. Jede Wortart hat darum ihre eigenen Suffixe.
Dem Präfix fehlt die klassifizierende Funktion: Das präfigierte Wort gehört zu derselben Wortart,
wie auch das Stammwort und wird durch die gleichen grammatischen Kategorien charakterisiert.
Einige Präfixe können bei verschiedenen Wortarten identisch verwendet werden (überklug, Über-
mensch, überfragen).
Bei affixalen Ableitungen unterscheidet man also präfixale und suffixale Ableitungen.
Präfixale Ableitungen sind Wortbildungskonstruktionen aus Präfix und Stamm. Die Anzahl
der Präfixe in der deutschen Sprache ist gering, sie spielen aber im Wortbildungssystem eine bedeu-
tende Rolle. Besonders charakteristisch ist diese Wortbildungsart für das Verb.Im Wortbildungs-
system der deutschen Gegenwartssprache gibt es 10 deutsche und 21 Präfixe fremder Herkunft.
Sie gruppieren sich folgenderweise nach den Wortarten:
Präfixe der Verben
deutsche Präfixe: be-, ge-, er-, ver-, zer-, ent-, emp-, miss-;
trennbare Halbpräfixe: ab-, an-, auf-, aus-, bei-, dar-, ein-, entgegen-, gegenüber-, mit-,
nach-, vor-, zu-; und: durch-, hinter-, über-, um-, unter-, wider-, – diese existieren als trennbar
und nicht trennbar;
fremde Präfixe: de-, dis-, er-, ko-, re-.
Präfixe der Adjektive
deutsche (und vollständig verdeutschte) Präfixe: erz-, ge-, miss-, un-;
fremde Präfixe: a-, anti-, extra-, hyper-, in-, inter-, makro-, mikro-, mono-, poly-, super-.
Präfixe der Substantive
deutsche (und vollständig verdeutschte) Präfixe: erz-, ge-, miss-, un-, ur-;
fremde Präfixe: a-, anti-, auto-, ex-, extra-, hyper-, in-, inter-, ko-, makro-, mikro-, mini-,
mono-, poly-, pseudo-, re-, super-, ultra-, vize-.
Suffixale Ableitungen sind Wortbildungskonstruktionen aus Stamm und Suffix.
Die Wortbildungssuffixe der deutschen Sprache sind zahlreicher als Präfixe. Es gibt etwa
50 deutsche und 35 entlehnte Suffixe. Besonders charakteristisch sind suffixale Ableitungen beim
Substantiv und beim Adjektiv.
– 49 –

Suffixe des Substantivs
männlichen Geschlechts
weiblichen Geschlechts
sachlichen Geschlechts
Deutsche
Suffixe
-er, -ler,-ner,
-aner, -iner,
-enser, -iker,
-ing, -ling, -sel,
-ian, -rich
-e, -ei, -heit, -keit, -in,
-schaft, -ung
-chen, -lein, -nis, -sai, -sel,
-tum
Fremde
Suffixe
-al, -an, -ant, -ar, -at, -ent,
-et, -eur, -ier, -ismus, -ist,
-it, -on, -or
-ade, -age, -el, -enz, -anz,
-esse, -isse, -ide, -ie, -iere,
-ik, -ion, -öse, -tät
-al, -ament, -ar, -ant, -et,
-eur, -ier, -nom
Suffixe der Adjektive
deutsche Suffixe: -bar, -en, ern, -er, -haft, -ig(-artig, -förmig, -haltig, -malig, -mäßig), -isch,
-lich, -sam;
fremde Suffixe: -abel(-ibel), -al(-ial), -ant, -ent, -ell, -iell, -esk, -iv, -os(-ös).
Suffixe der Verben
deutsche Suffixe: -el(n), -er(n), -ig(en), -s(en), -sch(en), -tsch(en);
das fremde Suffix -ier(en) und seine Varianten -isier(en), -ifizier(en).
Suffixe der Numeralien: -zig(-ßig), -te, -st, -tel, -stel, -erlei, -malig, -fach, -ens.
Suffixe der Adverbien: -lich, -wärts, -lei(-erlei), -s, -st.
Neben präfixalen und suffixalen Ableitungen gibt es auch sogenannte präfixal-suffixale
Ableitungen. Das sind Wortbildungskonstruktionen aus Präfix + primärer Stamm+Suffix.
(ermöglichen, Gefrage, bebrillt).
В. Affixlose (implizite) Ableitung
Bei dieser Art der abgeleiteten Wörter handelt es sich um einen Wortartwechsel, d. h. um den
Übergang des Wortes aus einer Wortart in eine andere. Eine Abart der affixlosen (impliziten)
Ableitung ist die Konversion.
Theoretisch kann ein Wechsel in jede Wortart geschehen, doch die häufigsten Erscheinungen
sind:
1) Substantivierung;
2) Verbalisierung;
3) Adjektivierung;
4) Adverbialisierung.
Besonders charakteristisch ist für die deutsche Sprache die Substantivierung. Fast jedes
Wort kann substantiviert werden. Es gibt:
Substantivierte Infinitive – das Laufen, das Lachen, das Leben;
Substantivierte Verbalstämme (mit/ohne Veränderung des Stammvokals) – der Streit, der
Rat, der Fiuch, der Klang, der Griff;
Substantivierte Partizipien und Adjektive – der Gelehrte, der Reisende, das Grün, der Alte.
Weniger verbreitet sind substantivierte Pronomen (das Ich, das Du), substantivierte Zahl-
wöhrter (die Fünf, das Hundert), substantivierte Adverbien, Präpositionen, Partikeln, Interjektionen,
darunter oft in paarigen Formen (das Hin und Her, das Für und Wider, mit Ach und Krach).
Sehr produktiv ist in der deutschen Gegenwartssprache auch die Verbalisierung. Sie erfolgt
durch ein Anhängen des formbildenden Infinitivsuffixes -en an substantivische und adjektivische
Stämme.Die meisten desubstantivischen Verben sind von einfachen und abgeleiteten Substantiven
mit oder ohne Umlaut abgeleitet, z.B.: filmen, schneidern, salzen, köpfen, zelten, wässern.
Ein kleiner Teil von ihnen hat jedoch eine substantivische Zusammensetzung als Basis, z.B.:
fußballen, falschmünzen, sich langweilen. Diese impliziten Ableitungen sind in der Regel nicht
trennbar.
– 50 –
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