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Немецкий язык. Политическая парадигма. Практикум

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4. Nominalsieren Sie die Wendungen aus der Übung 3, wenn möglich:
z.B. Einfluß nehmen → die Einflußnahme.
5. Bilden Sie die Sätze mit den Wendungen aus der Übung 3.
6. Setzen Sie die Wörter unter dem Strich richtig ein!
(a) erfahren, (b) Rechnung tragen, (c) verpflichten, (d) abzielen (2),
(e) abwählen, (f) abschaffen, (g) von Vorteil sein, (h) verbuchen,
(i) profitieren, (j) werben um
1. Die Partei unterstützt alle Initiativen, die auf eine friedliche Lösung
internationaler Konflikte und die Bewältigung ihrer Folgen ___________.
2. Die Parteiversammlungen _________ nur ungern einen bekannten
Politiker __.
3. Es kann allerdings auch ______________, sich auf eine Partei zu
spezialisieren, v.a., wenn man für einen Interessenverband tätig ist.
4. Jede Partei tritt als unabhängiger Anbieter auf und ist nicht berech-
tigt, die andere Partei in irgendeiner Weise zu ___________ oder zu binden.
5. Viele Parteien ___________ __ junge Wähler.
6. Die CDU will die Parkgebühren in der Altstadt so schnell wie mög-
lich __________.
7. Diese Partei war auf 860 677 Stimmen gekommen und hatte 11,2
Prozent der Stimmanteile für sich __________ können.
8. Nach den durchgeführten Reformen hat die Regierung neben Zus-
timmung auch Kritik__________.
9. Die permanenten Medienangriffe________nur darauf __, unsere
Partei zu destabilisieren.
10. Jedoch kann Partei A von einer Stimme für Partei B _________,
wenn Partei A ein Mandat aufgrund dieser Stimme nicht besetzen kann und es Partei B zufällt.
11. Der Bundesrat muss diesem Anliegen der Bevölkerung_________.
7. Formen Sie die schräg gedruckten Satzteile in Nebensätze um.
Achten Sie dabei auf die richtige Zeitenfolge:
Beispiel: Nach dem Abitur studierte W. Volkswirtschaft.
Nachdem er das Abitur gemacht hatte, studierte W. Volkswirtschaft.
1. Schon vor seinem Eintritt in die Partei hatte er sich als Journalist
einen Namen gemacht.
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2. Nach vierjähriger Arbeit im Wirtschaftsausschuß der Partei wurde
er zum Vorsitzenden gewählt.
3. Trotz vorhergegangener heftiger Kritik setzte er ein neues Parteipro-
gramm durch.
4. Trotz des Parteiaustritts einiger Mitglieder konnte seine Partei ein
Jahr später den Wahlkampf gewinnen.
5. Bald nach seiner Regierungsübernahme änderte er jedoch seine Po-
litik.
6. Durch die Einschränkung der Pressefreiheit verlor er viele Anhänger.
7. Nach Ausbruch einer schweren Wirtschaftskrise wurde er zum
Rücktritt gezwungen.
8. Beantworten Sie die Fragen:
1. Was sagt das Grundgesetz zu den Parteien?
2. Vertritt eine Volkspartei das ganze Volk?
3. Wie werden die Parteien finanziert?
4. Welche Grundsätze innenparteilichen Demokratie gibt es?
5. Wie werden die Kandidaten von den Parteien aufgestellt?
6. Welche Kritik erfahren die Parteien?
7. Erklärt den Ausdruck „Parteiendemokratie“.
9. Übersetzen Sie ins Deutsche:
Конкурирующие между собой партии в современной демократии имеют конституционную значимость. Избранные на определенный срок, они выполняют задачи политического руководства и контрольные функции. Партии играют весомую роль в формировании политики.
Это учтено в Основном законе, в котором партиям отводится от­дельная статья (ст. 21). В ней устанавливается: «Партии содействуют формированию политического волеизъявления народа. Они основы­ваются свободно, их внутренняя структура должна отвечать демокра­тическим принципам. Они отчитываются перед общественностью об источниках своих средств».
Согласно Основному закону функция политических партий — со­действовать формированию политической воли народа. Таким обра­зом, выдвижение кандидатов на политические посты и организация предвыборной борьбы приобретают ранг конституционной задачи. По этой причине государство компенсирует партиям расходы, понесен-
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ные во время избирательной кампании. В соответствии с Основным законом политические партии должны строиться на демократических принципах. От них ожидается приверженность демократическому го­сударству.
10. Die Wahl zum 17. Deutschen Bundestag fand im September
2009 statt. Recherchieren Sie im Internet und finden Sie heraus, wie die Wahlergebnisse sind.
11. Vergleichen Sie die Sitzverteilung im 17. Bundestag 2009 mit
der Sitzverteilung im 16. Bundestag 2005 (sieh die Abbildung).
12. Verwenden Sie mind. 10 neue Wörter aus den Übungen 1, 2
und 3 in einem kurzen Bericht zum Thema „Parteiendemokratie in Russland“.
Text 6
PARTEIEN ZUR WAHL
Wahlwerbung
Wer von euch kennt sie nicht? Die Männer und — manchmal auch — Frauen, die von Wahlplakaten der Litfaßsäulen auf ihre Wähler herabbli­cken. Mit zuversichtlichem Lächeln und mit einem in die Zukunft gerich­teten Blick werben sie beim Wählervolk um Vertrauen und um seine Stimme bei der bevorstehenden Wahl. Markige Sätze wie: „Wir schaffen
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die alten Zöpfe ab!", „Wir haben die richtigen Männer!" könnten dem Werbefernsehen entstammen. Andere Wahlsprüche („Kanzler für Frieden und Freiheit" oder „Sicherheit für Deutschland") versuchen das Sicher­heitsbedürfnis des Wählers und seine Sorge um die Zukunft anzusprechen. Und wie ein Gütesiegel prangt am unteren Plakatrand der Parteiname in Großbuchstaben.
OHNE PARTEIEN GEHT ES NICHT
Stephan, einem Schüler der Klasse 9, ist aufgefallen, daß sich auf Pla-
katen nur Kandidaten finden, die einer Partei angehören. Er fragt seine El­tern: „Sag 'mal, Papa, gehören eigentlich alle Kandidaten für die nächste
Wahl einer Partei an?
Va ter: „Ja, warum?“
Stephan : „Muß denn jeder, der kandidieren will, in einer Partei Mit­glied sein? Mutter: „Das ist nicht unbedingt nötig. Er könnte auch von einer ausreichenden Zahl unabhängiger Wähler aufgestellt werden.“
St eph an: „Und warum macht das keiner?“
Va ter: „So etwas gibt es vielleicht bei Gemeindewahlen, aber bei Bundestagswahlen hat es das seit 1953 nicht mehr gegeben.
St eph an: „Warum nicht? Hatten die keine Chancen?“
Mu tter : „Du sagst es! Gerade bei Bundestags- oder Landtagswahlen ist es schwierig, einen Kandidaten bekannt zu machen. Manche Bürger
kennen nur den Bundeskanzler. Der Parteiname aber steht beim Wähler für
eine bestimmte politische Richtung. Auch unbekannteren Kandidaten brin­gen die Wähler aufgrund der Parteizugehörigkeit Vertrauen entgegen.“
St eph an: „Aber dann stehen ja eher Parteien als einzelne Kandidaten zur Wahl!
Va ter: Das ist sicher nicht von der Hand zu weisen. Doch kann sich auch bei für einen Wahlkreis ganz brennenden Problemen z. B. beim Bau eines Kernkraftwerkes ein recht unbekannter Kandidat ins Licht
der Öffentlichkeit schieben. Wer kannte in den ersten Jahren schon Politiker der GRÜNEN?
St eph an: „Also muß ich mich erst einmal über die Ziele der Parteien informieren und dann über ihre Kandidaten?“
Aus: Politik, Wirtschaft, Gesellschaft. Sozialkunde für Hauptschulen
in Niedersachsen / Hrsg. Dieter Grosser. Westermann. S. 8687
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1. Übersetzen Sie ins Deutsche:
die Sorge→ die Sicherheit → die Verbundenheit → die Voraussetzung→ die Grundvorstellung → die Würde→
die Vielfalt → die Verständnislosigkeit → die Entwicklung→ die Aussage→ die Glaubensentscheidung→ die Praxis→
1) einer Partei
2) j-m Vertrauen
3) zur Wahl
4) etw. von der Hand
5) die alten Zöpfe
6) sich ins Licht der Öffentlichkeit
7) die letzten Wahrheiten
a) stehen b) abschaffen c) entgegenbringen d) angehören e) weisen f) verkünden g) schieben
1) стол для афиш и объявлений, девиз, знак качества, принадлеж-
ность к партии / партийность, внутренняя политика, внешняя полити­ка, социальная политика, совершеннолетие, опека / попечительство, право на самоопределение, основная ценность, мировоззрение, блис­тать, красоваться, выставлять свою кандидатуру, недоверие;
2) покоиться, основываться, держаться, метить (на) / стремиться (к), беспокоиться / тревожиться (о), щеголять, ручаться за, осведомляться, строиться / основываться (на), участвовать (в), признавать себя ответ­ственным (за) / признавать себя причастным (к).
2. Welche Verben sind in den Substantiven „versteckt“? Bilden Sie 3 Grundformen:
3. Ordnen Sie das jeweils passende Verb zu:
4. Bilden Sie die Sätze mit den Wendungen aus der Übung 3.
5. Erklären Sie die Wendungen. Stellen Sie damit eine Situation oder einen Dialog zusammen:
die alten Zöpfe abschaffen, etw. von der Hand weisen.
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6. Setzen Sie die richtige Doppelkonjunktion ein!
(sowohl... als auch, weder... noch, nicht nur... sondern auch,
zwar... aber, entweder... oder)
1. Der Wahlspruch unterstreicht _____ die Überlegung, _____ das Tun (die Aktion) steht im Zentrum.
2. Die Partei wollte ______ die linken ______ die rechten ideologischen Strömungen vereinen, wobei sie in erster Linie eine Partei der Macht war.
3. Der Prozess der Demokratisierung bedeutet in diesem Land eine tag- tägliche Herausforderung — ______ politischer, _______ sozialer und kultureller Art.
4. _______ eine obrigkeitsstaatliche Verwaltung von Bürgerinteressen ______ eine Parteien-, Vorstands- u. Interessenverbandsdemokratie, wie sie derzeit besteht, werden dem Demokratieverständnis gerecht.
5. Am Anfang des Spiels gründest du _______ eine eigene Partei ______ trittst einer bereits bestehenden Partei bei.
6. Die Herausforderungen sind _______ in der Innenpolitik _______ in der internationalen Politik gross.
7. Immer wieder werden die Wähler gezwungen, _______ eine Partei
zu wählen, die sie gar nicht bevorzugen, _____ andernfalls ihre Stimme zu
verschenken.
8. Manch ein Wähler orientiere sich bei seiner Wahlentscheidung ______ an seiner eigenen Bewertung _________ auch daran, wie andere die Kandidaten und die Partei einschätzen.
9. Wählen bedeutet ja _______, seine Meinung kundzutun, _______ Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen.
10. Über den Inhalt der Glaubnsentscheidungen der Menschen hat ______ eine politische Partei ______ der Staat zu bestimmen.
7. Kläre mit Hilfe des Lexikons die Begriffe „liberal“ und „konser- vativ“.
8. Suchen Sie nach den Informationen zu den einzelnen deutschen Parteien CDU/CSU, SPD, FDP, die Linken, die Grünen.
9. Arbeitet aus den Aussagen der Parteien die Punkte heraus, an de-
nen die grundsätzliche Orientierung der einzelnen Partei erkennbar
wird! Lassen Sie sich aus dem Parteienamen auch Hinweise entnehmen?
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10. Vergleichen Sie die Wahlaussagen der Parteien zu den folgen- den Punkten miteinander:
— Außenpolitik. — Innere Sicherheit. Arbeitsmarktpolitik. Steuerpolitik. Gesundheitspolitik. Umwelt und Energie. Bildung und Forschung. Gesellschaft und Familie.
11. Stellen Sie die russischen Parteien nach dem gleichen Muster (sieh Aufg. 8, 9, 10) vor.
12. Überlegen Sie, welche Partei Sie gründen und mit welchem Programm Sie auftreten würden. Stellen Sie Möglichkeiten der Wahl­werbung zusammen!
Text 7
DIE MEDIEN
DER BEGRIFF „ÖFFENTLICHE MEINUNG”
Nicht nur politische Parteien und Interessenverbände, sondern auch die
„Öffentliche Meinung“ spielt eine wichtige Rolle im Prozess der politi- schen Willensbildung. Was Öffentliche Meinung bedeutet und was ihr We- sen ausmacht, wird sehr unterschiedlich beantwortet. Übereinstimmung
besteht nur darin, dass es zu verschiedenen Zeiten, unter verschiedenen ge­sellschaftlichen und politischen Bedingungen einen je anderen Begriff der
Öffentlichen Meinung und je andere Vorstellungen von ihren Funktionen
gegeben hat und gibt. Für den Liberalismus des 19. Jahrhunderts z. B. war die Öffentliche Meinung Ausdruck der politisch-kulturellen Haltung des
Besitz- und Bildungsbürgertums, das sich über ein aus strengem Zensus­wahlrecht hervorgegangenes Parlament und eine nicht länger staatlich ein-
geschränkte Presse artikulierte. In einer demokratisch-pluralistischen Ge- sellschaftsordnung kommt der Öffentlichen Meinung eine ganz besondere Bedeutung zu. Der relativ eng umrissene Öffentlichkeitsbegriff des Libe-
ralismus hat sich zu einem Komplex erweitert, der sich einer Gesamtdefi­nition entzieht.
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Meinungen bilden sich, wo immer Menschen kommunizieren, sei es im Bereich von Familie, Nachbarschaft oder am Arbeitsplatz, sei es im politi­schen Raum, so z. B. in der Diskussion innerhalb von Parteien und Ver­bänden. Im Austausch von Ansichten über die Chancen des lokalen Fuß­ballklubs bildet sich Meinung im Freundeskreis oder am Arbeitsplatz ge­nauso wie in der Diskussion zwischen Parteien über das Für und Wider
von Steuererhöhungen. Die Beispiele zeigen den quantitativen und quali­tativen Unterschied: Die eine Meinung bleibt bezogen auf einen über-
schaubaren, privat-unverbindlichen Kreis und verfolgt keine gesellschaftli­chen Konsequenzen. Die andere dagegen wird vor der Bevölkerung, der
„Öffentlichkeit“, verhandelt; sie hat außerdem politisch-soziale Konse­quenzen. Der nicht-öffentlichen Meinung haftet oft etwas Emotionales, Spon-
tanes, Nicht-Reflektiertes (auch Vorurteile) an; die Bildung Öffentlicher Meinung dagegen ist verbunden mit Reflexion und Rationalität, sie setzt im Normalfall informiertes Abwägen gegensätzlicher Argumente voraus.
Unter den Bedingungen eines pluralistischen Gemeinwesens und einer demokratischen Massengesellschaft kann es die Öffentliche Meinung als einheitliche Größe nicht geben. Öffentliche Meinung kann heute besten­falls als Tendenz aufgefasst werden, die sich zwischen den pluralistischen Meinungsträgern abzeichnet. So wäre es besser, von öffentlichen Meinun­gen zu sprechen.
Zwischen beiden „Meinungs-Bereichen“, dem privaten und dem öf­fentlichen bestehen Wechselwirkungen:
Informelle Meinungen dringen über das Instrument der Meinungs- forschung (Demoskopie) in die öffentliche Meinung ein: Demoskopie, in
der Bundesrepublik von rund 70 Instituten durchgeführt, wird vor allem in der Wirtschaft als Instrument der Marktforschung und in der Politik z. B.
für Wahlprognosen eingesetzt. So gibt es kaum eine größere Partei in einem westeuropäischen Land, die sich nicht regelmäßig der Meinungsum­frage bedient, etwa durch die Standardfrage: „Wie würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Wahlen wären?“ Die Parteien, d. h. vor allem die Parteiführungen, können sich so rechtzeitig über Einstellungsänderun-
gen informieren und ihren Kurs gegebenenfalls darauf ausrichten.
Öffentliche Meinungen wirken andererseits durch die Massenme- dien (Presse, Rundfunk, Fernsehen) auf den nicht-öffentlichen Bereich ein.
Deshalb bemühen sich alle wichtigen politischen Instanzen um intensiven
Kontakt zu den Medien: Regierungen haben eigene Presseämter; jeder Mi­nister hat einen Pressesprecher, um Informationen an die Medien zu leiten;
Parteien und Interessenverbände haben ebenfalls Presseabteilungen und
Pressesprecher. Es werden Pressekonferenzen abgehalten oder schriftliches Material an die Journalisten verteilt.
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Aufgaben der Medien
Die Medien erfüllen im politischen Prozess vor allem drei Aufgaben:
1. Information.
2. Mitwirkung bei der Meinungsbildung.
3. Kontrolle und Kritik.
Zur Aufgabe Information:
Informiert zu sein ist eine unerlässliche Voraussetzung für politische Mitwirkung. In einer weiträumigen, modernen Gesellschaft sind Medien eine unabdingbare Voraussetzung für Information: Sie transportieren die
Informationen zwischen den verschiedenen Akteuren des politischen Pro-
zesses und zu jedem Einzelnen hin. Die Medien informieren über Ereignis­se, aber auch über Meinungen und Gegenmeinungen — also über die
Sichtweise der am politischen Prozess Beteiligten. Besonders deutlich wird dies z. B. bei Wahlsendungen, wenn Politiker von Journalisten befragt
werden. Durch Information über das Geschehen im politischen Bereich
und die dort vorhandenen Vorstellungen sind die Medien ein wichtiges Mittel der Orientierung und der Meinungsbildung. Sie tragen dazu bei, dass sich jeder selbstständig ein Urteil bilden kann.
Zur Aufgabe Meinungsbildung:
Medien beschränken sich aber nicht auf die Wiedergabe von Nach­richten. Sie bringen auch eigene Auffassungen zum Ausdruck, z. B. durch Journalisten, die in Kommentaren ihre persönliche Auffassung vortragen. Damit werden die Medien selbst zu Akteuren im politischen Prozess. Sie helfen nicht nur anderen, sich eine Meinung zu bilden, sondern schalten
sich in die politische Diskussion ein.
Nehmen Sie als Beispiel Magazinsendungen im Fernsehen. Der Mode­rator bestimmt die Themen, sucht die Mitarbeiter aus, die sie bearbeiten
und spricht die erklärenden Texte. In den 70er Jahren gab es zwei politisch ganz gegensätzliche Magazine: „Panorama" unterstutzte die Politik der damals von SPD und FDP gebildeten Regierung; das „ZDF-Magazin
dagegen kritisierte die Regierungspolitik.
Es gibt fast unendlich viele Möglichkeiten, Bewertungen und subjektive Sichtweisen in Nachrichten einzubringen. Da wird eine Gruppe einmal als
„Freiheitskämpfer“, ein anderes Mal als „Rebellen“ bezeichnet; einmal heißt es, ein Politiker habe „gesagt“, dann er habe „Verdächtigungen geäußert“ usw.
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Zur Aufgabe Kritik und Kontrolle:
Als Kritiker und Kontrolleure wirken die Medien, wenn sie Skandale und Fehlleistungen der Politiker aufdecken, an nicht eingehaltene Wahl­versprechen erinnern usw. Staatliche Organe und politische Gruppen wie Regierung, Verwaltung und Parteien wollen Einfluss nehmen auf die ge­sellschaftliche Willens- und Meinungsbildung. Sie versuchen deshalb häu­fig Nachrichten zu färben oder den richtigen Zeitpunkt für eine Verlautba­rung zu finden. Aufgabe der Medien ist es, solche Manipulationen zu ent­larven. Die Kontrollwirkung der Medien liegt nicht zuletzt auch darin, dass die politischen Instanzen wissen, dass es aufmerksame und kritische Me­dien gibt.
Derjenige, der in einer demokratischen Gesellschaft Informationen
vermittelt und Öffentliche Meinung artikuliert, muss sich dabei vor allem
an zwei Kriterien ausrichten:
1. Vollständigkeit.
2. Objektivität.
Zum Kriterium Vollständigkeit:
Die Möglichkeiten, aktuelle Informationen zu erhalten, sind mit dem
technischen Fortschritt enorm gewachsen. Damit wurde aber, wie Sie aus der ersten Lerneinheit wissen, auch eine Informationslawine in Gang ge-
setzt. War es früher das Problem, Information zu bekommen, so besteht heute das Problem in der Auswahl nützlicher Informationen — auch für die Medien, denn sie können nicht alles drucken oder senden, was an Meldun­gen hereinkommt. Das Kriterium Vollständigkeit ist grob gesagt dann hin­reichend erfüllt, wenn die Vielfalt des Geschehens und der Meinungen
dargestellt wird und wenn alle am politischen Prozess beteiligten Gruppen Zugang zu den Medien haben.
Zum Kriterium Objektivität:
Objektivität als absoluter Anspruch bleibt unerfüllbar, denn in jede Beo- bachtung und Darstellung eines Geschehens fließen Wertmaßstäbe des
Beobachtenden ein. Auch setzt die oben angesprochene, aus technisch-
ökonomischen Gründen notwendige Auswahl der zu vermittelnden Infor- mationen subjektive Akzente. Objektivität kann deshalb nur bedeuten, dass
Informationen nicht bewusst manipuliert werden.
Die Medien können ihre Funktionen Information, Meinungsbildung,
Kritik und Kontrolle nur wahrnehmen, wenn bestimmte rechtliche und po-
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