Практикум по немецкому языку. Учебное пособие
.pdfBoykottaufruf m призыв к бойкоту
es empfiehlt sich целесообразно
geächtet a лицо, находящееся вне закона
Gewaltanwendung f применение силы
ignorant a невежественный
im Laufe der Zeit со временем
kurzfristig a краткосрочный
missachtend a пренебрежительный
politische Beteiligung политическое участие
Sit-ins англ. сидячая демонстрация
übertretend a нарушающий, преступающий (закон) Formen politischer
Beteiligung
Formen politischer Beteiligung
Politische Partizipation reicht von der Beteiligung an Wahlen, der passiven oder aktiven Mitgliedschaft in Parteien oder Interessenverbänden, der Beteiligung an Bürgerinitiativen oder sozialen Bewegungen, politischem Protest bis hin zur „direkten Aktion“. Ja, selbst bestimmte Formen des Terrorismus, man denke an
Gruppen wie die ETA und die IRA, können als spezifische, wenngleich allgemein geächtete und mit kriminellen Mitteln operierende Formen der politischen Beteiligung gewertet werden. Im Hinblick auf diese große Varianz der Formen politisch motivierter Handlungen empfiehlt es sich, zwischen legaler, im Rahmen der Gesetze sich vollziehender und illegaler, die Gesetze missachtender oder
übertretender Beteiligung zu unterscheiden. Auch ändern sich die in einer Gesellschaft vorhandenen Vorstellungen darüber, was als allseits anerkannte und als legitim erachtete Form politischer Beteiligung zu gelten habe und welche Aktionen, Handlungen und Verhaltensweisen als illegitim angesehen werden. Bei der Frage, ob, in welchem Umfang und wie Bürger sich direkt an der Politik beteiligen und welche konkreten Formen eine solche Beteiligung annehmen kann, erscheint es zudem sinnvoll, zwischen dauerhafter und einmaliger oder kurzfristiger Beteiligung zu unterscheiden. Und schließlich entwickeln sich immer wieder neue Formen politischer Beteiligung, die zuerst unkonventionell sind und häufig auf Ablehnung stoßen, sich im Laufe der Zeit aber „einbürgern“ und in das
Arsenal politischer Aktionsmuster aufgenommen werden.
1.Wovon und bis was reicht politische Partizipation?
2.Auf welche Weise werden Gruppen wie die ETA und die IRA gewertet werden?
3.Was empfiehlt sich im Hinblick auf die große Varianz der Formen politisch motivierter Handlungen?
4.Welche neuen Formen politischer Beteiligung entwickeln sich?
5.Entwickeln sich schließlich neue Formen politischer Beteiligung, die zuerst unkonventionell sind?
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Muster politischer Beteiligung
Mit dem Blick auf konkreten Formen politischer Beteiligung ergibt sich folgendes Muster: Die Teilnahme an Wahlen oder Referenda und die aktive oder passive Mitgliedschaft in Parteien und/oder Verbänden, die Mitarbeit in formellen oder informellen Gruppen oder die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen sind die am meisten praktizierten und tradierten Formen politischer Beteiligung.
Seit den Studentenprotesten der späten 1960er-Jahre und im Kontext der Entstehung neuer sozialer Bewegungen in den 1970erund 1980er-Jahren haben sich neue Formen der Beteiligung und Einflussnahme herausgebildet – viele gehen zurück auf die amerikanische Bürgerrechtsbewegung der 1960er-Jahre. Dazu zählen vor allem verschiedene Formen von Demonstrationen, Protestmärsche, „Sitins“, Verkehrsblockaden, oder auch spektakuläre Aktionen wie Boykottaufrufe gegen bestimmte Firmen oder Produkte, die Besetzung von Fabriken oder
Universitäten und anderes. Schließlich nehmen manche Gruppen zur politisch motivierten Gewaltanwendung Zuflucht, wobei die Grenze zwischen politischer
Aktion und krimineller Handlung häufig schwer zu ziehen ist. Zu nennen sind hier unter anderem so genannte Befreiungsbewegungen oder Gruppierungen, die den
Anspruch erheben, die Rechte unterdrückter sozialer, ethnischer oder nationaler Minderheiten gegenüber einer ignoranten Mehrheitsgesellschaft oder ausländischen Okkupationsmächten zu vertreten.
1.Welches Muster ergibt sich mit dem Blick auf konkreten Formen politischer Beteiligung?
2.Welche Beteiligungen sind die am meisten praktizierten und tradierten Formen politischer Beteiligung?
3.Seit wann haben sich neue Formen der Beteiligung und Einflussnahme herausgebildet?
4.Welche neuen Formen der Beteiligung und Einflussnahme haben sich herausgebildet?
5.Welche neuen Formen der politischen Beteiligung sind unter anderen
zu nennen?
Упражнение 1. Ответьте на вопросы по текстам.
Упражнение 2. Составьте словосочетания с данными словами, используя тексты урока, и переведите их на русский язык.
Befreiungsbewegung f, Boykottaufruf m, Gewaltanwendung f, Mitgliedschaft f, Protest m, Varianz f, Handlung f, Gesetz n, Beteiligung f, Gesellschaft f.
Упражнение 3. Используя таблицу из грамматического справочника, просклоняйте следующие прилагательные по падежам:
die politische Partizipation, die aktive Mitgliedschaft, die passive Mitgliedschaft, das kriminelle Mittel, diese große Varianz, jene direkte Aktion, solche vorhandene Vorstellung, dieselbe motivierte Handlung, das politische Aktionsmuster, die soziale Bewegung.
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Упражнение 4. Выучите слова и выражения к уроку 1.
Упражнение 5. Подготовьте устное сообщение по одной из тем урока.
Урок 7
Слова и выражения
am Rande на краю, на грани
auf Dauer на долгосрочную перспективу
Bürgerbegehren n гражданская инициатива
e-democracy aнгл. электронная демократия
einseitig a односторонний; однобокий
eng a тесный; узкий
flexibel a гибкий; эластичный
Herrschaft f господство; власть
Rahmenbedingungen pl. ограничивающие условия
Realignment англ. перестройка
Splitting m разделение налога
u.a. unter anderem среди прочего
verschaffen v предоставить
zumindest adv. по меньшей мере
Plebiszitäre Beteiligungsformen
Während die erwähnten Beteiligungsformen auf Dauer oder zumindest eine gewisse Zeit hin angelegt sind, fallen alle plebiszitären Beteiligungsformen unter die Rubrik einmalig und kurzfristig. Dies sind zum einen Bürgerbegehren auf lokaler Ebene, Verfahren der Volksgesetzgebung (Volksinitiative, Volksbegehren, Volksentscheid), zum anderen die Volksbefragung und das Referendum, einschließlich des Verfassungsreferendums.
Folgende Formen politischer Beteiligung können unterschieden werden:
1.Teilnahme an Wahlen und Abstimmungen;
2.Mitgliedschaft und Mitarbeit in Parteien;
3.Mitgliedschaft und Mitarbeit in Verbänden;
4.Bürgerbeteiligung (vorwiegend auf kommunaler Ebene) und Bürgerinitiativen;
5.Initiierung von und Teilnahme an Volksinitiativen und Volksbegehren;
6.neue Beteiligungsformen wie die Einführung deliberativer Elemente in den politischen Entscheidungsprozess und „e-democracy“;
7.politischer Protest.
1.Fallen alle plebiszitären Beteiligungsformen unter die Rubrik einmalig und kurzfristig?
2.Welche einmalige und kurzfristige Beteiligungsformen können unterschieden werden?
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Teilnahme an Wahlen als Grundlage demokratischer Legitimation von politischer Herrschaft
Grundlage eines liberalen Demokratieverständnisses ist es, dass Wahlen in modernen Flächenstaaten und Massengesellschaften politischer Herrschaft
Legitimität verschaffen. In Wahlen nehmen die Bürger an der Staatswillensbildung teil. Die Beteiligung oder Nichtbeteiligung an Wahlen kann als ein Indikator für die Wahrnehmung politischer Beteiligungsrechte herangezogen werden. Wahlen legitimieren die Herrschaft politischer Eliten und binden sie an den periodisch geäußerten Volkswillen zurück. Wahlen haben schließlich auch eine wichtige partizipatorische Funktion – sie geben dem Bürger die Möglichkeit, die Träger von Herrschaft zu bestimmen.
1.Was ist die Grundlage eines liberalen Demokratieverständnisses?
2.Auf welche Weise nehmen die Bürger an der Staatswillensbildung
teil?
3.Kann die Beteiligung oder Nichtbeteiligung an Wahlen als ein Indikator herangezogen werden?
4.Legitimieren die Wahlen die Herrschaft politischer Eliten?
5.Binden Wahlen an den periodisch geäußerten Volkswillen zurück?
6.Welche wichtige partizipatorische Funktion haben Wahlen?
Veränderungen im Wahlverhalten
Wahlstudien kommen zu dem Ergebnis, dass sich seit den 1980er-Jahren erhebliche Veränderungen im Wählerverhalten erkennen lassen. Die Wähler sind weniger eng als früher an eine Partei gebunden („Realignment“), jahrzehntelange klassenspezifische Verhaltensweisen lösen sich auf, die individuellen
Wahlentscheidungen sind flexibler und differenzierter, wie sich u.a. an der anwachsenden strategischen Nutzung des „splitting“ von Erstund Zweitstimme zeigt. Diese Diversifizierung und Volatilität des Wählerverhaltens – und dazu gehört auch die Entscheidung, nicht zu wählen – ist eine wichtige Veränderung der
Rahmenbedingungen der Politik.
1.Seit wann lassen sich erhebliche Veränderungen im Wählerverhalten
erkennen?
2.Lösen sich jahrzehntelange klassenspezifische Verhaltensweisen auf?
3.Was ist eine wichtige Veränderung der Rahmenbedingungen der
Politik?
Gründe für die Wahlenthaltung
Die rückläufige Wahlbeteiligung in der Bundesrepublik, wird oft einseitig auf „Politikverdrossenheit“ zurückgeführt. Diese Begründung erscheint aus mehrerer Sicht zumindest verkürzt. Zum einen ist die Wahlbeteiligung in Deutschland im internationalen Vergleich noch immer sehr hoch. Zum zweiten ist anzumerken, dass sich manifeste Unzufriedenheit mit der Politik sehr häufig in „Protestwahlen“ äußert. Wähler geben radikalen Parteien am Rande des politischen Spektrums ihre Stimme, um „der Politik“ eine Lektion zu erteilen. Ein solches
Wahlverhalten ist zwar bei Landtagswahlen zu beobachten, man denke an die
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kurzzeitigen Erfolge der „Schill-Partei“ in Hamburg, der DVU in Sachsen-Anhalt oder die Wahl der NPD in den sächsischen Landtag, auf der Bundesebene aber sind die Stimmen für solche Parteien zu vernachlässigen.
Und schließlich bedeutet Nichtwahl keineswegs generelle
Politikverdrossenheit, sondern kann konkrete Hintergründe haben, wie z.B. die
2002 durchaus, dass sich die in die neue rot-grüne Regierung gesetzten Erwartungen nicht erfüllt hatten oder das Gefühl, dass eine Stimmabgabe am Gesamtergebnis sowieso nichts ändern werde. Auch eine generelle Zufriedenheit mit der politischen Situation oder die Abwesenheit großer, emotional aufgeladener politischer Kontroversen, können als Ursache für den Verzicht auf die Stimmabgabe angeführt werden.
1.Worauf wird die rückläufige Wahlbeteiligung in der Bundesrepublik zurückgeführt?
2.Erscheint diese Begründung aus mehrerer Sicht zumindest verkürzt?
3.Ist die Wahlbeteiligung in Deutschland im internationalen Vergleich noch immer sehr hoch?
4.Äußert sich manifeste Unzufriedenheit mit der Politik in Deutschland sehr häufig in „Protestwahlen“?
5.Wozu geben die Wähler radikalen Parteien am Rande des politischen Spektrums ihre Stimme?
6.Ist ein solches Wahlverhalten bei Landtagswahlen zu beobachten?
7.Was bedeutet Nichtwahl?
Упражнение 1. Ответьте на вопросы по текстам.
Упражнение 2. Составьте словосочетания с данными словами, используя тексты урока, и переведите их на русский язык.
Bürgerbegehren n, Herrschaft f, Splitting m, Beteiligungsform f, Rubrik f, Herrschaft f, Staatswillensbildung f, Beteiligungsrecht n, Verhaltensweise f, Nutzung f.
Упражнение 3. Используя таблицу 7 из грамматического справочника, просклоняйте следующие прилагательные по падежам:
gewisse Zeit, lokale Ebene, politische Beteiligung, deliberatives Element, politischer Entscheidungsprozess, geäußertes Volkswillen, klassenspezifische
Verhaltensweise, internationaler Vergleich, politischer Spektrum, verbreitete
Enttäuschung.
Упражнение 4. Выучите слова и выражения к уроку 7.
Упражнение 5. Подготовьте устное сообщение по одной из тем урока.
Урок 8
Слова и выражения
Aktivität f aктивность, деятельность, действие, занятие, работа
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Anstieg m подъем, градиент
aus ökonomischem Kalkül из экономического вычисления
Ausnahme f исключение
Beschäftigungsverhältnissen pl. трудовые отношения
Bürgerschaft f гражданин, парламент, граждане
den Höhepunkt erreichen достигать апогея
die Übernahme von Wahlfunktionen принятие избирательных функций
Einfluss nehmen оказывать влияние
einheitlich a унифицированный, стандартный
einsetzen v назначать, наступать, применять
Engagement n обязательство, участие
explizit а определенный, в явном виде
freiwillige Feuerwehr f добровольная пожарная команда
Fusion f объединение, синтез, фузия
gegenläufig a противоположный, противоточный
Hinweis m (auf)… указание, замечание (на)
im internationalen Kontext в международном контексте
implizit а скрытый, в неявном виде
Kalkül m вычисление
konventionell a обычный
Mitgliederentwicklung f развитие членства
Mitgliederschwund m потеря членов (партии, союза)
Nachfolgegewerkschaft f наследственный профсоюз
Naturschutzverein n союз охраны природы
Parteitag m съезд партии
Partizipationsbereitschaft f готовность участия
rückläufig a обратный, сокращаться
Schwankung f колебание
darstellen sich v представляться
sinken v опускаться, падать, погружаться
steigern v увеличивать, изменять по степеням сравнения, увеличенный, повышенный
Überzeugung f убеждение, взгляд
um ein Viertel erhöhen увеличить на четверть
Untersuchung f исследование, обследование, испытание
Verankerung f постановка на якорь, закрепление
verdoppeln v удваивать
Vereinsregister n регистр, список союзов
Vereinszweck m цель союза
verzeichnen v регистрировать
volunteering предложение
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WASG Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit альтернативная работа и социальная справедливость
zuwenden v обращаться, поворачивать
Mitgliedschaft in Parteien
Untersuchungen über die politische Kultur in der Bundesrepublik in den
1950er-Jahren haben gezeigt, dass die tradierten Beteiligungsformen, Teilnahme an Wahlen und Mitgliedschaft in Parteien und Verbänden, allein nur bedingt etwas über die Partizipationsbereitschaft und die demokratischen Überzeugungen einer Bürgerschaft aussagen. Gleichwohl liefern sie wichtige Daten über die
Verankerung demokratischer Institutionen und Verfahren in einer politischen Ordnung. Veränderungen können Zustimmung, Distanz oder Ablehnung des politischen Systems oder seiner Institutionen belegen.
Bis in die 1970er-Jahre hinein waren die Parteien und Verbände diejenigen Institutionen, denen sich Bürger zuwandten und deren Mitglieder sie wurden, wenn sie Einfluss auf die Politik nehmen oder ihre Interessen durchsetzen wollten. Mitarbeit in den Parteiund Verbandsgremien, die Wahl zum Delegierten auf
Parteitagen, die Übernahme von Wahlfunktionen auf den verschiedenen Funktionsebenen waren wichtige Formen aktiver Teilnahme an der Politik.
Die Mitgliedszahlen der Parteien zeigen ein interessantes, wenn auch nicht einheitliches Bild. In der Zeit der sozial-liberalen Koalition konnte die Sozialdemokratie ihre Mitgliedschaft um mehr als ein Viertel erhöhen – von 779.000 im Jahre 1969 auf etwas mehr als eine Million im Jahre 1976, den höchsten Stand ihrer Nachkriegsgeschichte. Danach fiel die Zahl der Mitglieder bis zum Jahre 1989 auf 911.430. Die CDU konnte ihre Mitgliedszahl von 1969 bis zum Jahre 1983 weit mehr als verdoppeln: von 304.000 auf 735.000. Bis 1989 sank die Anzahl der Mitglieder auf 662.598. Ein wenig anders ist das Bild bei der CSU die 1969 77.000 Mitglieder hatte und ihre Mitgliedschaft mit leichten Schwankungen bis 1989 auf 185.853 steigern konnte. Die CSU ist die einzige
Partei, die in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre, als bei allen Parteien bereits ein
Rückgang der Mitglieder einsetzte, ihre Position noch weiter festigen konnte. Bei der FDP zeigte sich seit 1969 ebenfalls ein deutlicher Anstieg, der aber erst im
Jahre 1981 seinen Höhepunkt erreichte: von 59.000 stieg die Mitgliedszahl auf
87.000. Danach setzte auch hier ein Mitgliederschwund auf 65.216 im Jahre 1989 ein.
Nach der deutschen Einheit haben die Parteien zuerst einen unterschiedlich großen Mitgliederzuwachs durch die Übernahme von oder Fusion mit Parteien aus der DDR verzeichnen können. Sie konnten aber ihren Mitgliederstand nicht halten und haben seit Anfang der 1990er-Jahre massive Mitgliederverluste hinnehmen müssen. Am dramatischsten stellt sich dies für die PDS/Linkspartei dar. Sie hatte unmittelbar nach der „Wende“ 281.000 Mitglieder und hat seit ihrem Einzug in den Deutschen Bundestag 1990 etwa zwei Drittel ihrer Mitglieder verloren. Zudem ist ihre Mitgliedschaft völlig überaltert. Der Zuwachs im Westen ist ausschließlich auf das 2005 geschlossene Bündnis mit der WASG zurückzuführen. Nicht ganz so massive, aber ebenfalls dramatische Einbußen hat die SPD zu verzeichnen, die
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noch unter ihren Stand von 1955 zurückgefallen ist. Die beiden Ausnahmen sind die CSU und die Grünen, bei denen nur leichter Rückgang der Mitgliedszahlen zu verzeichnen ist.
1.Was haben Untersuchungen über die politische Kultur in der
Bundesrepublik in den 1950er-Jahren gezeigt?
2.Können den Veränderungen Zustimmung, Distanz oder Ablehnung des politischen Systems oder seiner Institutionen belegen?
3.Was für die Institutionen waren die Parteien und Verbände bis in die
1970er-Jahre hinein?
4.Welche wichtigen Formen aktiver Teilnahme an der Politik gab es bis in die 1970er-Jahre hinein?
5.Welches Bild zeigen die Mitgliedszahlen der Parteien?
6.Konnte die Sozialdemokratie ihre Mitgliedschaft in der Zeit der sozial-liberalen Koalition um mehr als ein Viertel erhöhen?
7.Was geschah mir den deutschen Parteien nach der deutschen Einheit?
8.Konnten die Parteien ihren Mitgliederstand halten?
9.Wie stellt sich die Situation für die PDS/Linkspartei dar?
10.Ist die Mitgliedschaft der PDS/Linkspartei völlig überaltert?
11.Was hat die SPD zu verzeichnen?
12.Wie steht es mit den Mitgliedern in der CSU und bei den Grünen?
Wachsende „Vereinsdichte“
Neben der Parteimitgliedschaft ist die Mitgliedschaft in Vereinigungen und
Verbänden die wichtigste „konventionelle“ Form politischer Beteiligung. Im deutlichen Gegensatz zu den Parteien und traditionellen Verbänden wie den
Gewerkschaften, ist die Mitgliedschaft in Vereinigungen verschiedenster Art in den letzten Jahrzehnten stetig gestiegen – die meisten von ihnen wählen die juristische Form eines eingetragenen Vereins. Im Jahre 2005 wurden in den
Vereinsregistern ca. 594.000 eingetragene Vereine geführt. Nicht nur die Zahl, sondern auch die „Vereinsdichte“ hat zugenommen. Waren es im Jahre 1960 noch 160 Vereine je 100.000 Einwohner, so ist diese Zahl auf 725 pro 100.000 Einwohner im Jahre 2005 gewachsen. Nur die wenigsten dieser Vereine sind implizit oder explizit „politisch“, sie umfassen alle Bereiche menschlichen Zusammenlebens, von der freiwilligen Feuerwehr über Kulturvereine bis zum
Naturschutzverein oder als Vereine registrierte Selbsthilfegruppen und karitative
Vereinigungen jenseits der großen Verbände. Dies bedeutet aber nicht, dass sie völlig „unpolitisch“ wären. Geht es um Fragen, die für sie von Bedeutung sind, entsteht häufig politisches Engagement, das über den eigentlichen Vereinszweck hinausgehen kann.
Es ist nicht erkennbar, dass hier ein vergleichbarer Stillstand oder Rückgang eintreten wird, wie bei den explizit politisch oder wirtschaftlich orientierten Vereinigungen.
Bürgerschaftliches Engagement, also die freiwillige aktive öffentliche Beteiligung in Gruppen, Vereinen, Verbänden oder andere Organisationen, die
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über die private, erwerbsbezogene Aktivitäten hinausgeht, die im internationalen Kontext als „volunteering“ bezeichnete aktive Mitwirkung an Aufgaben, die nicht der Politik oder wirtschaftlichen oder sonstigen großen Interessenorganisationen überlassen werden, ist ein wichtiger Aspekt sozialer Integration und eine wichtige Ressource für eine demokratische Bürgergesellschaft. In diesem Bereich ist eine deutlich gegenläufige Tendenz zur oft beschworenen „Politikverdrossenheit“ zu erkennen.
1.Welche Form ist neben der Parteimitgliedschaft die wichtigste
„konventionelle“ Form politischer Beteiligung?
2.Ist die Mitgliedschaft in Vereinigungen verschiedenster Art in den letzten Jahrzehnten stetig gestiegen?
3.Wie viel eingetragene Vereine wurden im Jahre 2005 in den
Vereinsregistern geführt?
4.Was hat neben der Zahl zugenommen?
5.Sind die wenigsten dieser Vereine implizit oder explizit „politisch“?
6.Was umfassen diese Vereine?
7.Wird hier ein vergleichbarer Stillstand oder Rückgang eintreten, wie bei den explizit politisch oder wirtschaftlich orientierten Vereinigungen?
8.Was ist bürgerschaftliches Engagement?
9.Ist das bürgerschaftliche Engagement ein wichtiger Aspekt sozialer
Integration und eine wichtige Ressource für eine demokratische Bürgergesellschaft?
Упражнение 1. Ответьте на вопросы по текстам.
Упражнение 2. Составьте словосочетания с данными словами, используя тексты урока, и переведите их на русский язык.
Aktivität f, Anstieg m, Ausnahme f, Bürgerschaft f, Engagement n, Fusion f, Hinweis m, Kalkül m, Mitgliederentwicklung f, Mitgliederschwund m,
Nachfolgegewerkschaft f, Naturschutzverein n.
Упражнение 3. Используя таблицу 8 из грамматического справочника, проспрягайте следующие глаголы по лицам в футур I:
einsetzen v, sich darstellen v, sinken v, steigern v, verdoppeln v, verzeichnen v, zuwenden v, liefern v, können v, durchsetzen v.
Упражнение 4. Выучите слова и выражения к уроку 8.
Упражнение 5. Подготовьте устное сообщение по одной из тем урока.
Урок 9
Слова и выражения
angesichts präp. ввиду, перед лицом, учитывая, с учетом
aus ökonomischem Kalkül из экономического вычисления
Bahn f железная дорога
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Beschäftigungsverhältnissen pl. трудовые отношения
Betriebsverfassungsgesetz n закон о представительных органах рабочих на предприятии
gegenläufig a противоположный, противоточный
Hinweis m (auf)… указание, замечание (на)
Industriegewerkschaft f профсоюз в определенной области промышленности
innerverbandlich a внутриассоциативный
Kalkül m вычисление
Mitbestimmungsgesetz n закон об участии рабочих в управлении предприятием
Mitgliederentwicklung f развитие членства
Mitwirkungsmöglichkeit f возможности участия, содействия
Nachfolgegewerkschaft f наследственный профсоюз
Personalrat m представительный орган служащих и чиновников, выполняющий функции, аналогичные функциям производственного совета на предприятиях
Personalvertretungsgesetz n закон о представительстве рабочих и служащих в государственных учреждениях
Post m почта
rückläufig a обратный, сокращаться
sich darstellen v представляться
z.T. zum Teil частично
Entwicklung der Verbandsmitgliedschaften
Ganz anders stellt sich die Situation im traditionellen Verbandswesen dar, soweit diese Verbände nicht mit Leistungen für ihre Mitglieder aufwarten können, die es aus ökonomischem Kalkül sinnvoll erscheinen lassen, Mitglied zu werden oder zu bleiben – man denke an den ADAC oder vergleichbare Verbände. Hier muss Mitgliedschaft nicht unbedingt bedeuten, dass man die politischen Ziele des Verbandes teilt, allerdings gewinnt dieser den Vorteil, mit Hinweis auf seine breite Mitgliedschaft, vorgeben zu können, deren Wünsche und Interessen zu vertreten und damit Einfluss auf die Politik zu nehmen.
1.Wie stellt sich die Situation im traditionellen Verbandswesen dar?
2.Können die traditionellen Verbände mit Leistungen für ihre Mitglieder
aufwarten?
3.Was muss Mitgliedschaft in solchem Verband nicht unbedingt
bedeuten?
Mitgliederentwicklung der Gewerkschaften des DGB
Für eine Mehrheit der Bevölkerung, die in abhängigen Beschäftigungsverhältnissen leben, waren die Gewerkschaften jahrzehntelang ein
Organisationstypus, der sowohl individuelle Interessenvertretung als auch politische Einflussnahme auf den weiten Bereich der Arbeitsbeziehungen und die Ausgestaltung der sozialen Sicherungssysteme versprach.
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