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Практикум по немецкому языку. Учебное пособие

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1.Welche Auffassung vertreten die Protagonisten partizipatorischer Demokratie?

2.Wo werden ein untrennbarer Zusammenhang und eine positive Korrelation hergestellt?

3.Erweitert die Existenz freiwilliger Vereinigungen das demokratische Potenzial einer Gesellschaft?

Упражнение 1. Ответьте на вопросы по текстам.

Упражнение 2. Составьте словосочетания с данными словами, используя тексты урока, и переведите их на русский язык.

Ausgestaltung f, Beziehung f, Entscheidungsebene f, Existenz f, Herrschaftsform f,

Lebensform f, Machtmissbrauch m, Partizipationswünsch m, Staatsrechtslehre f,

Verflechtung.

Упражнение 3. Используя таблицу 2 из грамматического справочника, проспрягайте следующие глаголы по лицам в претерит:

ausreichen, begreifen, beruhen, gelten, justieren, verbreiten, vertreten, widmen, wünschen, verfügen.

Упражнение 4. Выучите слова и выражения к уроку 2.

Упражнение 5. Подготовьте устное сообщение по одной из тем урока.

Урок 3

Слова и выражения

anerkennen v признавать; одобрять; выражать согласие

befördern v выдвигать; выдвинуть; перевозить

betrachten v смотреть, рассматривать

durchsetzungsfähig a напористый

Einfluss m воздействие, влияние

Eingang m вход, вступление, начало

Entscheidung f решение

Fortschritt m успех; прогресс; продвижение

Freiheit f свобода, льгота; привилегия

Freiwilligkeit f добровольность

genossenschaftlich a кооперативный, товарищеский; артельный

gleichberechtigt a на равных началах; полноправный

Gradmesser m критерий; мерило; показатель; шкала; градусник

Grundgesetz m основной закон; конституция

halböffentlich a полугосударственный

Handeln n поступки; действия

schaffen v создавать; творить; основывать; работать; трудиться; успеть; сделать

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Überlegung а размышление; рассуждение; соображение

Überzeugung f убеждение

Unternehmung f дело, бизнес; предприятие

Verband m добровольное общество, конвенция

Vergemeinschaftungsform f формы объединения в общности

Verhaltensweise f образ действий

Vielzahl а масса; большое количество

widersprechen v возражать; противоречить

zu Gunsten в интересах

Vereinigungen als Gradmesser für eine freiheitliche soziale und politische

Ordnung

Es stellte einen historischer Fortschritt im deutschen Verfassungsdenken dar, als das Grundgesetz die Rolle der politischen Parteien – und mit einem gewissen

Abstand auch der Vereinigungen und Verbände – als wesentliches Element der Staatswillensbildung und der politischen Gemeinschaft anerkannte. Es vollzog mit dieser Anerkenntnis nach, was sich historisch seit dem Ende des 19. Jhs. herausgebildet hatte: Die moderne Demokratie ist eine politische Ordnung, in der Parteien eine zentrale Rolle bei der Staatswillensbildung spielen und auf Freiwilligkeit beruhende Vereinigungen als Gradmesser für eine freiheitliche soziale und politische Ordnung gelten können. Diese Vorstellungen sind in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik auf Parteien und große, durchsetzungsfähige Verbände begrenzt worden. Traditionelle, von Friedrich und anderen als „genossenschaftlich“ bezeichnete Formen politischer, sozialer oder kultureller Gemeinschaftsbildung wurden eher als Relikte aus einer vergangenen

Zeit betrachtet. Dies hat sich in den letzten drei Jahrzehnten erkennbar verändert. Die Grenzen formaler politischer Vereinigungen wurden deutlicher erkennbar und die Bürger selbst und ihre unmittelbaren und häufig spontanen Vergemeinschaftungsformen traten wieder stärker in den Mittelpunkt demokratietheoretischer Überlegungen.

1.Wann stellte es einen historischer Fortschritt im deutschen Verfassungsdenken dar?

2.Ist das Grundgesetz ein wesentliches Element der Staatswillensbildung und der politischen Gemeinschaft?

3.Ist die moderne Demokratie eine politische Ordnung?

4.Wer spielt in der modernen Demokratie eine zentrale Rolle?

5.Wo traten die Bürger selbst und ihre unmittelbaren und häufig spontanen Vergemeinschaftungsformen?

„secondary associations“

In diesem Kontext ist eine Vielzahl von Vorschlägen gemacht worden, die allerdings bisher nur ansatzweise Eingang in die politische Praxis gefunden haben. Joshua Cohen und Joel Rogers, setzen bei den Vereinigungen und Verbänden an.

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Sie werden als „secondary associations“, als Organisationen bezeichnen, die zwischen den Bürgern oder Unternehmungen einerseits und dem Staat andererseits vermitteln und damit eine elementar wichtige Rolle im politischen Leben moderner demokratischer Gesellschaften spielen. Sie sind beteiligt an der Bestimmung der politischen Agenda und den allfälligen politischen Entscheidungen, sie formen Überzeugungen, Präferenzen, Selbstverständnis und Denkmuster, die das Handeln und die Verhaltensweisen von Individuen in den verschiedenen politischen Arenen bestimmen. Cohen/Rogers sehen das Problem einseitiger Interessendurchsetzung (problem of faction) und die immer wieder beschworene und empirisch belegte

Gefahr, dass Vereinigungen und Verbände sozial erfolgreichere Gruppen begünstigen und unzulässig Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse zu

Gunsten dieser Gruppen nehmen, halten dem aber entgegen, dass es darauf ankäme, in einem umfassenden Konzept assoziativer Demokratie Regularien für eine gleichberechtigte demokratische Diskussion zwischen solchen Assoziationen zu schaffen – wenn nötig durch den gezielten Einsatz öffentlicher Gewalt.

Dieser Position ist von verschiedenen Seiten deutlich widersprochen worden. Insbesondere ist die Übertragung eines halböffentlichen Status an die Verbände kritisch zu sehen. Positiver Kern der Überlegungen ist die Vorstellung einer „aktiven Assoziationspolitik“, welche die Basis demokratischer Politik verbreitern soll, indem sie Voraussetzungen schafft, Formen „kooperativer Regulierung“ zu schaffen, die dazu führen, dass nicht nur mächtige Großorganisationen an politischen Entscheidungen beteiligt werden, sondern das öffentliche Engagement und die Bereitschaft unterschiedlichster Gruppen und Vereinigungen befördert wird, aktiv am politischen Prozess teilzunehmen.

1.Wieviel Vorschläge sind im Kotext „secondary associations“ gemacht

worden?

2.Ist in diesem Kontext eine Vielzahl von Vorschlägen gemacht worden, die allerdings bisher nur ansatzweise Eingang in die politische Praxis gefunden haben?

3.Was wird als “secondary associations“ bezeichnet?

4.Was machen „secondary associations“?

5.Worin sehen Cohen/Rogers die immer wieder beschworene und empirisch belegte Gefahr?

6.Was ist der positive Kern der Überlegungen?

7.Ist die Übertragung eines halböffentlichen Status an die Verbände insbesondere kritisch zu sehen?

Упражнение 1. Ответьте на вопросы по текстам.

Упражнение 2. Составьте словосочетания с данными словами, используя тексты урока, и переведите их на русский язык.

Einfluss m, Eingang m, Entscheidung f, Fortschritt m, Freiheit f, Freiwilligkeit f,

Gradmesser m, Grundgesetz m, Handeln n, Überlegung а, Überzeugung f, Unternehmung f.

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Упражнение 3. Используя таблицу 3 из грамматического справочника, проспрягайте следующие глаголы по лицам в перфект:

anerkennen, befördern, betrachten, berechtigen, schaffen, widersprechen, stellen, haben, sein, vollziehen.

Упражнение 4. Выучите слова и выражения к уроку 3.

Упражнение 5. Подготовьте устное сообщение по одной из тем урока.

Урок 4

Слова и выражения

Abstimmung f голосование; баллотировка; согласование; договорённость

Anlehnung f зависимость; примыкание; опора

Einpersonenwahlkreis m одномандатный избирательный округ

Ergebniss n результат

Exekutive f исполнительная власть

imperatives Mandat императивный мандат

Legislative f законодательная власть

Mandat n мандат; поручение; полномочия; наказ (избирателей)

Mediator m посредник

Vorwahlen f предварительные выборы

Mehrheitswahlsystem n мажоритарная избирательная система

Mehrzahl f большинство; большая часть

nahe liegende part. I близлежащий

plebiszitär a плебисцитный

Primaries англ. первый по хронологии; голосование для определения кандидата партии на выборах

Recall англ. отозвание (депутата, посланника и т. п.)

sinnvoll a осмысленный; рациональный; толковый; осознанный; целесообразный

Verfassungsänderung f поправка к конституции

Verhältniswahlrecht n избирательное право, основанное на принципе пропорционального представительства

vermeiden v избегать (чего-л.); уклоняться (от чего-л.); предотвращать

verschieben v изменить; отсрочить

Volkswahl f народный выбор

Vorbehalt m оговорка, предостережение; рестрикция

Wahlbürger m избиратель

Wahlkreiskandidat m Кандидат в избирательные округа, одномандатник

Wirkung f действие (чего-л.); воздействие; влияние; следствие

zurückgreifen v начать издалека; вернуться к чему-л.; воспользоваться

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Politische Partizipation in vergleichender Perspektive

Seit den 1980er-Jahren hat die Frage, ob es sinnvoll und geboten sei, die repräsentative Ordnung des Grundgesetzes durch direkt demokratische Elemente anzureichern eine wichtige Rolle in der politischen Debatte gespielt. Ein vergleichender Blick auf moderne demokratische Systeme zeigt, dass die verbreiteten Vorbehalte gegen eine Öffnung der Ordnung des Grundgesetzes zumindest zu relativieren sind. Obwohl die Frage berechtigt ist, ob und inwieweit die Prinzipien von Repräsentation und Partizipation miteinander vereinbar sind, ist eine dichotomische Gegenüberstellung von repräsentativer und plebiszitärer

Demokratie problematisch. Vielmehr ist zu fragen, welche konkreten Wirkungen und Ergebnisse von einer Einführung partizipatorischer Elemente in das Grundgesetz zu erwarten wären und welche Vorbilder es in anderen modernen Demokratien gibt, auf die man zurückgreifen könnte oder die man vermeiden sollte. In Anlehnung an die Ergebnisse einer vergleichenden Untersuchung demokratischer Staaten, die Arend Lijphart in den 1980er-Jahren vorgenommen und inzwischen erweitert hat, können verschiedene Methoden zur Stärkung des Einflusses der Wahlbürger in demokratischen Systemen jenseits der reinen Repräsentation ausgemacht werden:

1.Als auf den ersten Blick nahe liegende Variante einer Demokratisierung des parlamentarischen Modells erscheint die Möglichkeit einer direkten Wahl der Exekutive durch die Wähler, anstelle ihrer Wahl durch die Legislative. Die

Volkswahl der Exekutive ist aber inkompatibel mit einem System, in dem die

Exekutive vom Vertrauen der Legislative abhängig ist. Die Einführung der direkten Wahl der Exekutive bedeutet also, das Regierungssystem vom parlamentarischen zum präsidentiellen Typus zu verschieben. Dies würde das Verhältnis Exekutive – Legislative fundamental verändern.

2.Das zweite Element einer stärkeren Verschiebung in Richtung einer direkten Demokratie ist das Referendum. Dabei kann es sowohl um die Ergänzung der allgemeinen Gesetzgebung bei regulären Gesetzen oder bei Verfassungsänderungen als auch bei Fragen von nationaler Bedeutung gehen. Das Institut des Referendums ist umso stärker, je größer die Chance der Bürger ist, Fragen, über die im Referendum entschieden wird, selbst zu bestimmen.

3.Eines der wesentlichen Monita an der repräsentativen Demokratie ist seit Jean-Jacques Rousseau, dass die Repräsentanten, einmal gewählt, nicht mehr durch die Wähler kontrolliert und abberufen werden können. Die Möglichkeit des Rückrufs („Recall“) oder die in rätetheoretischen Modellen favorisierte

Verbindung von imperativem Mandat und jederzeitiger Abberufbarkeit von

Repräsentanten, könnte dieses Problem zumindest formal lösen. Wenn eine bestimmte Mindestanzahl der Wähler es will, kann eine spezielle Abstimmung initiiert werden, mit welcher die Repräsentanten ersetzt werden können. Recall kann allerdings nur in Mehrheitswahlsystemen mit Einpersonenwahlkreisen praktiziert werden, weil es erfordert, dass die Wählerschaft jedes Repräsentanten eindeutig identifizierbar ist. Gleiches gilt für das imperative Mandat. Beide Instrumente sind daher inkompatibel mit dem Verhältniswahlrecht oder einem gemischten Wahlsystem wie in der Bundesrepublik.

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4. Direkte Vorwahlen („Primaries“) umgehen die politischen Parteien als

Mediatoren des Wahlprozesses. Sie nehmen den Selektionsprozess aus den Händen der Parteiorganisation heraus und übertragen sie entweder an die Parteimitglieder oder an das gesamte Elektorat. Auf deutsche Verhältnisse übertragen, würde dies bedeuten, entweder den jeweiligen Parteimitgliedern oder den Wählern das Recht zur Auswahl der Wahlkreiskandidaten zu übertragen. Die Folge wäre eine fundamentale Veränderung der Rolle der Parteien. Auch dieses Verfahren wäre kaum mit einem gemischten Wahlsystem vereinbar.

Die meisten dieser Instrumente sind international außerordentlich selten anzutreffen. Die Ergebnisse sind durchaus zwiespältig. Nur das Referendum wurde in einer Mehrzahl der Demokratien eingeführt, aber zumeist selten benutzt. Abgesehen von der Schweiz, ist die Zahl der Referenda in anderen Ländern äußerst gering.

1.Welche Frage hat seit den 1980erJahren eine wichtige Rolle in der politischen Debatte gespielt?

2.Was zeigt ein vergleichender Blick auf moderne demokratische

Systeme?

3.Ist eine dichotomische Gegenüberstellung von repräsentativer und plebiszitärer Demokratie problematisch?

4.Ist es vielmehr zu fragen, welche Vorbilder es in anderen modernen

Demokratien gibt, auf die man zurückgreifen könnte oder die man vermeiden sollte?

5.Wieviel Methoden können zur Stärkung des Einflusses der Wahlbürger in demokratischen Systemen jenseits der reinen Repräsentation ausgemacht werden?

6.Was erscheint als auf den ersten Blick nahe liegende Variante einer Demokratisierung des parlamentarischen Modells?

7.Was bedeutet die Einführung der direkten Wahl der Exekutive?

8.Was ist das zweite Element einer stärkeren Verschiebung in Richtung einer direkten Demokratie?

9.Wann ist das Institut des Referendums stärker?

10.Was ist eines der wesentlichen Monita an der repräsentativen

Demokratie seit Jean-Jacques Rousseau?

11.Könnte die Möglichkeit des Rückrufs („Recall“) dieses Problem zumindest formal lösen?

12.Kann eine spezielle Abstimmung initiiert werden, mit welcher die

Repräsentanten ersetzt werden können?

13.Kann Recall allerdings nur in Mehrheitswahlsystemen mit Einpersonenwahlkreisen praktiziert werden?

14.Ist Recall was Gleiches dem imperativen Mandat?

15.Umgehen die direkte Vorwahlen („Primaries“) die politischen

Parteien als Mediatoren des Wahlprozesses?

16.Nehmen direkte Vorwahlen den Selektionsprozess aus den Händen der Parteiorganisation heraus?

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17.Sind obengenannte Instrumente international außerordentlich selten

anzutreffen?

18.Wurde nur das Referendum in einer Mehrzahl der Demokratien eingeführt, aber zumeist selten benutzt?

Упражнение 1. Ответьте на вопросы по текстам.

Упражнение 2. Составьте словосочетания с данными словами, используя тексты урока, и переведите их на русский язык.

Abstimmung f, Ergebniss n, Legislative f, Mandat n, Mediator m,

Mehrheitswahlsystem n, Mehrzahl f, Verfassungsänderung f, Verhältniswahlrecht n, Volkswahl f.

Упражнение 3. Используя таблицу 4 из грамматического справочника, просклоняйте существительные из упражнения 2 по падежам.

Упражнение 4. Выучите слова и выражения к уроку 4.

Упражнение 5. Подготовьте устное сообщение по одной из тем урока.

Урок 5

Слова и выражения

Amtsträger m должностное лицо; лицо при исполнении служебных обязанностей; представитель власти; представитель властей

Angriff m нападение; наступление; атака; выпад

anknüpfen v привязывать; начинать

Anspruch m притязание; претензия, требование

Bereich m объём; отдел; отрасль; пространство; сектор; служба; управление

Einflussnahme m воздействие

einspeisen v подводить; подавать; питать; подпитывать

Agenda f повестка дня

Entfernung f снятие; устранение, удаление

Erfahrungsaustausch m обмен опытом

erlangen v приобрести

Genossenschaft f кооперативное товарищество; корпоративная организация; общество

situationsbezogen a обусловленный ситуацией

sprengen v взрывать; взламывать

Umsturz m ниспровержение (напр. einer Regierung); свержение

unversöhnlich a непримиримый

Unzufriedenheit f недовольство; неудовольствие

Vereinigung f объединение, союз; альянс

Vorläufer m предшественник; предтеча

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Zeitdimension f измерение времени

zulassen v допустить; потерпеть; принимать; принять

Nicht verfasste Formen der Partizipation

Politische Partizipation hat auch eine Zeitdimension. Dies bedeutet, dass sie sich nicht unbedingt in institutionalisierter und auf Dauer gestellter Form abspielen muss. Neben die institutionalisierten Formen politischer Vergemeinschaftung können auch vielfältige Möglichkeiten nicht institutionell verfasster Einflussnahme auf gesellschaftliche und politische Entscheidungen treten, die häufig spontan und/oder situationsbezogen entstehen, wenn sich ein neues Problem auftut oder Konflikte zwischen Amtsträgern und Bürgern entstehen. Können sie nicht gelöst werden, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass neue Vereinigungen oder Verbände, unter Umständen, wie das Beispiel der Grünen zeigt, auch Parteien entstehen können, die sich zur Aufgabe machen, die von ihnen als bedeutsam erachteten Probleme dauerhaft in die politische Agenda einzuspeisen.

1.Was hat die politische Partizipation?

2.Was bedeutet die Zeitdimension?

3.Muss sich die politische Partizipation unbedingt in institutionalisierter und auf Dauer gestellter Form abspielen?

4.Können auch vielfältige Möglichkeiten nicht institutionell verfasster

Einflussnahme auf gesellschaftliche und politische Entscheidungen treten?

5.Was kann neben die institutionalisierten Formen politischer Vergemeinschaftung treten?

Ältere Formen politischer und gesellschaftlicher Vergemeinschaftung

Zu verweisen ist in diesem Zusammenhang auch auf ältere Formen politischer und gesellschaftlicher Vergemeinschaftung, wie Genossenschaften oder weltanschauliche und politische Gemeinschaften, die durch eigene Formen der

Lebensgestaltung oder mit ihren wirtschaftlichen oder sozialen Aktivitäten

Alternativen zu den Anschauungen und Verhaltensweisen der Mehrheitsgesellschaft entwickeln und die mit ihrem ganzheitlichen Anspruch in den politischen und sozialen Raum hinein ausstrahlen. Diese im 19. und frühen 20.

Jahrhundert weit verbreiteten gemeinschaftlichen und genossenschaftlichen Lebensformen waren im Zuge der Modernisierung nahezu verschwunden, erlebten aber mit der Entstehung der neuen sozialen Bewegungen in den späten 1970erJahren eine Renaissance. Auch wenn sich ihr Anspruch auf eine radikale

Veränderung des politischen und sozialen Lebens und der Entwicklung einer neuen Kultur nicht durchhalten ließ, haben die Themen dieser neuen Bewegungen doch die politische Diskussion in modernen Gesellschaften nachhaltig beeinflusst und verändert.

1. Auf welche älteren Formen politischer und gesellschaftlicher

Vergemeinschaftung ist zu verweisen?

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2.Waren die Genossenschaften oder weltanschauliche und politische

Gemeinschaften im 19. und frühen 20. Jahrhundert weit verbreiteten gemeinschaftlichen und genossenschaftlichen Lebensformen im Zuge der Modernisierung nahezu verschwunden?

3.Erlebten die älteren Formen politischer und gesellschaftlicher

Vergemeinschaftung mit der Entstehung der neuen sozialen Bewegungen in den späten 1970er-Jahren eine Renaissance?

Neue Netzwerkstrukturen

Je mehr zentrale Probleme moderner Gesellschaften den nationalen Rahmen sprengen und national nicht mehr lösbar sind, umso mehr entstehen auch supranationale und internationale Verbindungen von Gruppen und Vereinigungen, die einen intensiven Erfahrungsaustausch über die Grenzen der Nationalstaaten hinweg pflegen und sich mehr und mehr als europäische und internationale Netzwerke etablieren. An die Stelle traditioneller, verbandsmäßig organisierten

Vereinigungen entstehen lose, problemorientierte und flexible Strukturen der Zusammenarbeit, die einen wachsenden Einfluss auf politische Entscheidungen jenseits der nationalen Politik erlangen.

1.Was entsteht, wenn zentrale Probleme moderner Gesellschaften den nationalen Rahmen mehr sprengen und national nicht mehr lösbar sind?

2.Was für supranationale und internationale Verbindungen von Gruppen und Vereinigungen entstehen, wenn zentrale Probleme moderner Gesellschaften den nationalen Rahmen sprengen und national nicht mehr lösbar sind?

3.Welche Strukturen der Zusammenarbeit entstehen an der Stelle traditioneller, verbandsmäßig organisierten Vereinigungen?

Argumente für und gegen plebiszitäre Elemente in der Demokratie

Einer verbreiteten Unzufriedenheit mit dem als geschlossen empfundenen repräsentativ-parlamentarischen System, mit der „Verstaatlichung“ der Parteien und der Entfernung der Verbände von den Interessen ihrer Mitglieder ist es wesentlich zuzuschreiben, dass es seit den 1970er-Jahren zu einer intensiven,

äußerst kontroversen und noch anhaltenden Debatte über die Erweiterung von politischen Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger und um die Frage einer partizipatorischen und plebiszitären Öffnung der politischen Ordnung der Bundesrepublik gekommen ist.

Zwei Positionen standen sich unversöhnlich gegenüber: Die einen wandten sich gegen vermeintliche Versuche, die repräsentative politische Ordnung des

Grundgesetzes aufzuweichen und sahen in Forderungen nach direkter

Bürgerbeteiligung einen Angriff auf die Grundfesten des Staates. Vor allem bei der klassischen politischen Linken und später bei Gruppen, die aus den neuen sozialen

Bewegungen entstanden, war die Auffassung verbreitet, dass es zu einer

Demokratisierung weiter Bereiche der Gesellschaft kommen müsse, seien dies wirtschaftliche Unternehmungen, die öffentliche Verwaltung oder Hochschulen.

Mit den neuen sozialen Bewegungen kamen zudem basisdemokratische Ideen ins

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Spiel, die mit den Forderungen nach einem imperativen Mandat und nach einer Entprofessionalisierung von Politik Positionen vertraten, die an syndikalistische, anarchistische und rätedemokratische Vorläufer anknüpften.

Auch wenn einige politische Gruppierungen einer Abschaffung des demokratischen Systems und einem revolutionären Umsturz das Wort redeten, ging es in dem verfassungspolitischen und demokratietheoretischen Streit im

Wesentlichen um die Frage, ob und in welchem Umfang die repräsentative Demokratie Elemente direkter Demokratie zulassen könne und dürfe oder ob dies mit ihren Grundprinzipien unvereinbar sei.

1.Ist es seit den 1970er-Jahren zu einer intensiven und noch anhaltenden

Debatte über die Erweiterung von politischen Beteiligungsmöglichkeiten gekommen?

2.Was ruft die stärkste Unzufriedenheit der Menschen heraus?

3.Welche zwei Positionen standen sich unversöhnlich gegenüber?

4.Wogegen wandten sich die einen?

5.Welche Auffassung war bei der klassischen politischen Linken und später bei Gruppen, die aus den neuen sozialen Bewegungen entstanden, verbreitet?

6.Welche Ideen kamen mit den neuen sozialen Bewegungen ins Spiel?

7.Um welche Frage ging es, wenn einige politische Gruppierungen einer

Abschaffung des demokratischen Systems und einem revolutionären Umsturz das

Wort redeten?

Упражнение 1. Ответьте на вопросы по текстам.

Упражнение 2. Составьте словосочетания с данными словами, используя тексты урока, и переведите их на русский язык.

Amtsträger m, Angriff m, Anspruch m, Einflussnahme m, Bereich m, Agenda f,

Entfernung f, Erfahrungsaustausch m, Genossenschaft f, Unzufriedenheit f, Vereinigung f.

Упражнение 3. Используя таблицу 5 из грамматического справочника, проспрягайте следующие глаголы по лицам в плюскваперфект: anknüpfen v, einspeisen v, erlangen v, sprengen v, zulassen v, verfassen v, abspielen v, entstehen v, erahten v, entwickeln v.

Упражнение 4. Выучите слова и выражения к уроку 5.

Упражнение 5. Подготовьте устное сообщение по одной из тем урока.

Глава 2. Formen politischer Beteiligung

Урок 6

Слова и выражения

Befreiungsbewegung f освободительное движение

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