Немецкий язык художественное реферирование. Учебно-методическое пособие
.pdfis' gangen,« sagte der alte Ladenbauer. »Jetzt kommen wieder bessere Zeiten.« Frau Jedek erzählte, daß alle die Stimme der Marie viel schöner gefunden hatten als früher, und Herr Wiegel-Wagel erhob sein Glas und rief: »Auf das Wohl der Wiedergenesenen!« Marie hielt ihr Glas in die Luft, alle stießen mit ihr an, auch Karl rührte mit seinem Glas an das ihre. Da war ihm, als ob sie ihre toten Augen in die seinen versenken wollte, und als könnte sie tief in ihn hineinschauen. Auch der Bruder war da, sehr elegant gekleidet, und offerierte Karl eine Zigarre. Am lustigsten war Ilka; ihr Verehrer, ein junger dicker Mann mit angstvoller Stirn, saß ihr gegenüber und unterhielt sich lebhaft mit Herrn Ladenbauer. Frau Jedek aber hatte ihren gelben Regenmantel nicht abgelegt und schaute in irgendeine Ecke, wo nichts zu sehen war. Zwei oder dreimal kamen Leute von einem benachbarten Tisch herüber und gratulierten Marie; sie antwortete in ihrer stillen Weise wie früher, als hätte sich nicht das Allergeringste verändert. Und plötzlich sagte sie zu Karl: »Aber warum denn gar so stumm?« Jetzt erst merkte er, daß er die ganze Zeit dagesessen war, ohne den Mund aufzutun. Aber nun wurde er lebhafter als alle, beteiligte sich an der Unterhaltung; nur an Marie richtete er kein Wort. Rebay erzählte von der schönen Zeit, da er Couplets für Matras geschrieben hatte, trug den Inhalt einer Posse vor, die er vor fünfunddreißig Jahren verfertigt hatte, und spielte die Rollen selbst gewissermaßen vor. Insbesondere als böhmischer Musikant erregte er große Heiterkeit. Um eins brach man auf. Frau Ladenbauer nahm den Arm ihrer Tochter. Alle lachten, schrien... es war ganz sonderbar; keiner fand mehr etwas Besonderes daran, daß um Marie die Welt nun ganz finster war. Karl ging neben ihr. Die Mutter fragte ihn harmlos nach allerlei: wie's zu Hause ginge, wie er sich auf der Reise unterhalten hätte, und Karl erzählte hastig von allerlei Dingen, die er gesehen, insbesondere von den Theatern und Singspielhallen, die er besucht hatte, und wunderte sich nur immer, wie sicher Marie ihren Weg ging, von der Mutter geführt, und wie ruhig und heiter sie zuhörte. Dann saßen sie alle im Kaffeehaus, einem alten, rauchigen Lokal, das um diese Zeit schon ganz leer war; und der dicke Freund der ungarischen Ilka hielt die Gesellschaft frei.
Und nun, im Lärm und Trubel ringsum, war Marie ganz nah an Karl gerückt, geradeso wie manchmal in früherer Zeit, so daß er die Wärme ihres Körpers spürte. Und
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plötzlich fühlte er gar, wie sie seine Hand berührte und streichelte, ohne daß sie ein Wort dazu sprach. Nun hätte er so gern etwas zu ihr gesagt ... irgend was Liebes,
Tröstendes – aber er konnte nicht ... Er schaute sie von der Seite an, und wieder war ihm, als sähe ihn aus ihren Augen etwas an; aber nicht ein Menschenblick, sondern etwas Unheimliches, Fremdes, das er früher nicht gekannt – und es erfaßte ihn ein
Grauen, als wenn ein Gespenst neben ihm säße... Ihre Hand bebte und entfernte sich sachte von der seinen, und sie sagte leise: »Warum hast du denn Angst? Ich bin ja dieselbe.« Er vermochte wieder nicht zu antworten und redete gleich mit den anderen. Nach einiger Zeit rief plötzlich eine Stimme: »Wo ist denn die Marie?« Es war die Frau Ladenbauer. Nun fiel allen auf, daß Marie verschwunden war. »Wo ist denn die Marie?« riefen andere. Einige standen auf, der alte Ladenbauer stand an der Tür des Kaffeehauses und rief auf die Straße hinaus: »Marie!« Alle waren aufgeregt, redeten durcheinander. Einer sagte: »Aber wie kann man denn so ein Geschöpf überhaupt allein aufstehen und fortgehen lassen?« Plötzlich drang ein Ruf aus dem Hof des Hauses herein: »Bringt's Kerzen!... Bringt's Laternen!« Und eine schrie: »Jesus Maria!« Das war wieder die Stimme der alten Frau Ladenbauer. Alle stürzten durch die kleine Kaffeehausküche in den Hof.
Источник: Schnitzler A. Das neue Lied. 1905. URL: https://www.projektgutenberg.org/schnitzl/neuelied/neuelied.html
2.Schreiben Sie die Schlüsselwörter zu allen möglichen Antworten auf die vorbereiteten Fragen (1) und beantworten Sie die Fragen.
3.Bestimmen Sie die Hauptidee des Textes in Russisch.
4.Analysieren Sie den Text und machen Sie die Zusammenfassung der gegebenen Information in Deutsch.
5.Welche Ausdrucksmittel gibt es im Text? Welche Funktionen realisieren sie im Text?
6.Fassen Sie die Hauptpunkte des Textes zusammen und machen Sie den Plan des Textes.
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7.Erzählen Sie den Text in Deutsch nach.
8.Besprechen Sie das aufgeworfene Problem in Paaren.
9.Bilden Sie die Annotation des Textes.
10.Referieren Sie den Text.
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LEKTION 18
1.Lesen Sie den folgenden Text aufmerksam, übersetzen Sie ihn ins Russi-
sche und bilden Sie die Schlüsselfragen zum Text.
Stimmung
Am nächsten Morgen fuhr Ulrich früh und so glatt aus dem Schlaf, wie ein Fisch aus dem Wasser schnellt; es war eine Folge der traumlos und restlos ausgeschlafenen Müdigkeit des vergangenen Tags. Er suchte sich ein Frühstück zu verschaffen und ging dazu durch das Haus. Die Trauer darin war noch nicht recht in Betrieb, und bloß ein Duft von Trauer hing in allen Räumen: es erinnerte ihn an ein Geschäft, das seine Laden in der Morgenfrühe geöffnet hat, während die Straße noch menschenleer ist. Dann holte er seine wissenschaftliche Arbeit aus dem Koffer und begab sich mit ihr in das Arbeitszimmer seines Vaters. Es sah, als er mitten darin saß und ein Feuer im Ofen brannte, menschlicher aus als am Abend vorher: obgleich ein pedantischer, Einerseits und Anderseits auswägender Geist es ausgebaut hatte bis zu den symmetrisch einander gegenüberstehenden Gipsbüsten auf der Höhe der Büchergestelle, gaben die vielen liegengebliebenen, kleinen persönlichen Dinge — Bleistifte, Augenglas, Thermometer, ein auf geschlagenes Buch, Federbüchschen und dergleichen mehr — dem Raum doch die rührende Leere eines eben erst verlassenen Lebensgehäuses. Ulrich saß mitten darin» zwar in der Nähe des Fensters, aber am
Schreibtisch, der den Orgelpunkt dieses Raumes bildete, und empfand eine eigentümliche Willensmüdigkeit. An den Wänden hingen Bildnisse seiner Voreltern, und ein Teil der Möbel stammte noch aus ihrer Zeit; der hier gewohnt hatte, hatte aus den
Schalen ihres Lebens das Ei des seinen geformt: nun war er tot, und sein Hausrat stand noch so scharf da, als wäre er aus dem Raum herausgefeilt worden, aber schon war die Ordnung bereit abzubröckeln, sich dem Nachfolger zu fügen, und man fühlte,
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wie die größere Lebensdauer der Dinge kaum sichtbar hinter ihrer starren Trauermiene neu zu quellen begann.
In dieser Stimmung schlug Ulrich seine Arbeit auf, die er vor Wochen und Monaten unterbrochen hatte, und sein Blick fiel gleich zu Beginn auf die Stelle mit den physikalischen Gleichungen des Wassers, über die er nicht hinausgekommen war. Er erinnerte sich dunkel, daß er an Clarisse gedacht hatte, als er aus den drei
Hauptzuständen des Wassers ein Beispiel gemacht hatte, um an ihm eine neue mathematische Möglichkeit zu zeigen; und Clarisse hatte ihn dann davon abgelenkt.
Doch gibt es ein Erinnern, das nicht das Wort, sondern die Luft, worin es gesprochen worden, zurückruft, und so dachte Ulrich auf einmal: »Kohlenstoff...« und bekam gleichsam aus dem Nichts heraus den Eindruck, es würde ihn weiterbringen, wenn er augenblicklich bloß wüßte, in wieviel Zuständen Kohlenstoff vorkomme; aber es fiel ihm nicht ein, und er dachte statt dessen: »Der Mensch kommt in zweien vor. Als
Mann und als Frau.« Das dachte er eine ganze Weile, scheinbar reglos vor Staunen, als ob es Wunder was für eine Entdeckung bedeutete, daß der Mensch in zwei verschiedenen Dauerzuständen lebe. Nur verbarg sich unter diesem Stillstand seines
Denkens eine andere Erscheinung. Denn man kann hart sein, selbstsüchtig, bestrebt, gleichsam hinaus geprägt, und kann sich plötzlich als der gleiche Ulrich Soundso auch umgekehrt fühlen, eingesenkt, als ein selbstlos glückliches Wesen in einem unbeschreiblich empfindlichen und irgendwie auch selbstlosen Zustand aller umgebenden Dinge. Und er fragte sich: »Wie lange ist es her, seit ich das zuletzt empfunden habe?« Zu seiner Überraschung waren es kaum mehr als vierundzwanzig Stunden. Die Stille, die Ulrich umgab, war erfrischend, und der Zustand, an den er sich erinnert sah, kam ihm nicht so ungewöhnlich vor wie sonst.
Источник: Musil R. Der Mann ohne Eigenschaften. Berlin: Rowohlt Verlag, 1957. S. 701-702.
2.Schreiben Sie die Schlüsselwörter zu allen möglichen Antworten auf
die vorbereiteten Fragen (1) und beantworten Sie die Fragen.
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3.Bestimmen Sie die Hauptidee des Textes in Russisch.
4.Analysieren Sie den Text und machen Sie die Zusammenfassung der gegebenen Information in Deutsch.
5.Welche Ausdrucksmittel gibt es im Text? Welche Funktionen realisieren sie im Text?
6.Fassen Sie die Hauptpunkte des Textes zusammen und machen Sie den Plan des Textes.
7.Erzählen Sie den Text in Deutsch nach.
8.Besprechen Sie das aufgeworfene Problem in Paaren.
9.Bilden Sie die Annotation des Textes.
10.Referieren Sie den Text.
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ЗАКЛЮЧЕНИЕ
Учебно-методическое пособие по немецкому языку рекомендуется для самостоятельной работы бакалавров, магистрантов и аспирантов филологиче-
ской и педагогической направленностей, а также широкого круга лиц, совер-
шенствующих навыки чтения, аннотирования и реферирования оригинальных художественных текстов на немецком языке. Лингвокультурные функционально-
стилистические особенности австрийского художественого дискурса рассмат-
риваются на материале австрийской прозы Стефана Цвейга, Артура Шницлера и Роберта Музиля.
Использование данного учебно-методического пособия в учебном про-
цессе будет способствовать реализации его цели – систематизации и углубле-
нию знаний, совершенствованию коммуникативных умений и навыков по немецкому языку, а также развитию навыков самостоятельной работы с ориги-
нальной художественной литературой по специальности.
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