Немецкий язык художественное реферирование. Учебно-методическое пособие
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РАЗДЕЛ 4. ТЕКСТЫ И УПРАЖНЕНИЯ
В данном разделе предлагаются фрагметы художественных произведений австрийских авторов (Стефана Цвейга, Артура Шницлера и Роберта Музиля), а
также упражнения к ним.
LEKTION 1
1. Lesen Sie den folgenden Text aufmerksam, übersetzen Sie ihn ins Russische und bilden Sie die Schlüsselfragen zum Text.
Sehnsucht und Einsamkeit
Die schöne Gräfin Ostrowska hatte im Zug ein eigenes reserviertes Coupé. Seit der Abfahrt las sie einen französischen Roman, sanft gewiegt von der schaukelnden Bewegung des Wagens. Die Luft des engen Raumes war schwül und getränkt von dem drückenden Dufte vieler welkender Blumen. Schon nickten von den prächtigen
Abschiedskörben die weißen Fliedertrauben müde herab wie überreife Früchte, erschlafft hingen die Blüten an den Stengeln, und die schweren und breiten Kelche der Rosen schienen zu welken in der heißen Wolke der berauschenden Düfte. Erstickende Schwüle wärmte diese schweren Duftwellen, die träge niederdrückten, selbst in der sausenden Eile des Zuges.
Plötzlich ließ sie mit matten Fingern das Buch sinken. Sie wußte selbst nicht, warum. Ein geheimes Gefühl war es, das sie aufriß. Sie fühlte einen dumpfen schmerzlichen Druck. Ein jäher, unverständlicher beklemmender Schmerz umpreßte ihr Herz. Sie glaubte ersticken zu müssen in dem schwülen betäubenden Dunst der Blumen. Und dieser ängstigende Schmerz wich nicht, sie fühlte jede Schwingung der sausenden Räder, das blinde Vorwärtsstampfen marterte sie unsäglich. Eine plötzliche Sehnsucht packte sie, den eilenden Schwung des Zuges hemmen zu können, ihn zurückzureißen von dem dunklen Schmerz, dem er entgegenstürmte. Nie hatte sie in ihrem Leben eine ähnliche Angst vor etwas Furchtbarem, Unsichtbarem,
Grausamem ihr Herz umklemmen gefühlt, als in diesen Sekunden unverständlichen
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Schmerzes und unbegreiflicher Angst. Und immer wilder wurde dieses unsagbare
Gefühl, immer enger der Druck um die Kehle. Wie ein Gebet stöhnte in ihr der Gedanke, daß der Zug anhalten möge. Da plötzlich ein schriller Signalpfiff, der wilde warnende Schrei der Lokomotive und das klägliche knirschende Stöhnen der Bremse.
Und verlangsamt der Rhythmus der fliegenden Räder, langsamer und langsamer,
dann ein ratterndes Stammeln und ein stockender Stoß ...
Mühsam tappt sie zum Fenster, um die kühle Luft zu trinken. Die Scheibe rasselt nieder. Draußen schwarze, stürmende Gestalten ... fliegende Worte von wechselnden Stimmen: ein Selbstmörder ... Unter den Rädern ... Tot ... Auf freiem Feld ...
Sie zuckt zusammen. Instinktiv trifft ihr Blick den hohen schweigenden Himmel und drüben die schwarzen rauschenden Bäume. Und über ihnen ein einsamer Stern über dem Walde. Sie fühlt seinen Blick wie eine funkelnde Träne. Sie sieht ihn an und spürt jählings eine Traurigkeit, wie sie sie nie gekannt. Eine Traurigkeit voll Glut und Sehnsucht, wie sie in ihrem eigenen Leben nie war.
Источник: Zweig S. Der Stern über dem Walde. URL: https://www.projektgutenberg.org/zweig/sternwal/Kapitel1.html.
2.Schreiben Sie die Schlüsselwörter zu allen möglichen Antworten auf die vorbereiteten Fragen (1) und beantworten Sie die Fragen.
3.Bestimmen Sie die Hauptidee des Textes in Russisch.
4.Analysieren Sie den Text und machen Sie die Zusammenfassung der gegebenen Information in Deutsch.
5.Welche Ausdrucksmittel gibt es im Text? Welche Funktionen realisieren sie im Text?
6.Fassen Sie die Hauptpunkte des Textes zusammen und machen Sie den Plan des Textes.
7.Erzählen Sie den Text in Deutsch nach.
8.Besprechen Sie das aufgeworfene Problem in Paaren.
9.Bilden Sie die Annotation des Textes.
10.Referieren Sie den Text.
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LEKTION 2
1.Lesen Sie den folgenden Text aufmerksam, übersetzen Sie ihn ins Russi-
sche und bilden Sie die Schlüsselfragen zum Text.
Angst und Furcht
All das jagte jetzt mit hundert Bildern in mich hinein, während ich, wie von einer Explosion hingeschlagen, in dem dunklen Gang an der Wand lehnte, den Atem ausgeschöpft und die Beine fast genau so lahm wie die ihren. Zweimal versuchte ich, mich weiterzutasten, erst das dritte Mal tappte ich hin bis an die Klinke. Hier geht es in den Salon, überlegte ich rasch, gleich links führt die Ausgangstür zur Halle, dort liegt mein Säbel und meine Kappe. Rasch also das Zimmer durch und fort, nur fort, ehe der Diener kommt. Gleich die Treppe hinab und fort, fort, fort! Sich retten aus dem Haus, bevor man jemandem begegnet, dem man Rede und Antwort stehen muß.
Nur fort jetzt, nicht dem Vater in den Weg kommen, nicht Ilona, nicht Josef, keinem von allen, die mich narrenhaft weiterrennen ließen in diese Verstrickung! Fort, nur rasch fort!
Aber zu spät! Im Salon wartete – offenbar hatte sie meinen Schritt schon gehört – Ilona. Kaum daß sie mich erblickte, veränderte sich ihr Gesicht. »Jesus Maria, was ist denn? Sie sind ja ganz blaß... Ist... ist mit Edith wieder etwas passiert.« »Nichts, nichts«, fand ich gerade noch Kraft zu stammeln und wollte weiter. »Ich glaube, sie schläft jetzt. Verzeihung, ich muß nach Hause.« Jedoch etwas Erschreckendes muß in meinem brüsken Gehaben gewesen sein, denn Ilona faßte mich resolut am Arm und drückte, ja stieß mich in einen Fauteuil.
»Da, setzen Sie sich zunächst einmal nieder. Sie müssen erst zu sich kommen...
Und Ihr Haar... wie sieht denn Ihr Haar aus? Sie sind ja ganz zerzaust... Nein, bleiben
Sie« – ich wollte aufspringen – »ich hol einen Kognak.«
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Sie lief zum Schrank, füllte ein Glas, und ich kippte es rasch hinab. Beunruhigt blickte Ilona mir zu, wie ich mit zitternder Hand das Glas abstellte (nie in meinem
Leben hatte ich mich so schwach, so ausgeschöpft gefühlt). Dann setzte sie sich still zu mir und wartete, ohne zu sprechen, manchmal nur von der Seite vorsichtig den beunruhigten Blick zu mir aufhebend, wie man einen Kranken beobachtet. Endlich fragte sie:
»Hat Edith Ihnen... etwas gesagt... ich meine, etwas, das... das Sie selber betrifft?«
An ihrer teilnehmenden Art spürte ich, daß sie alles ahnte. Und ich war zu schwach, um mich zu wehren. Leise nur murmelte ich: »Ja.«
Sie rührte sich nicht. Sie antwortete nicht. Ich merkte bloß, daß ihr Atem mit einmal heftiger ging. Vorsichtig beugte sie sich heran.
»Und das... das haben Sie wirklich erst jetzt bemerkt?«
»Wie konnte ich denn so etwas ahnen... einen solchen Unsinn! Einen solchen Irrsinn!... Wie kommt sie denn darauf... wie denn auf mich... warum gerade auf mich?...« Ilona seufzte. »O Gott – und sie meinte immer, Sie kämen nur ihretwegen...
Sie kämen nur deshalb zu uns. Ich... ich habe es ja nie geglaubt, weil Sie so... so unbefangen waren und so... so herzlich auf eine andere Art. Ich habe vom ersten Moment an gefürchtet, daß es bei Ihnen nur Mitleid ist. Aber wie konnte ich das arme Kind warnen, wie so grausam sein, ihr einen Wahn auszureden, der sie glücklich machte... Seit Wochen lebt sie einzig in dem Gedanken, daß Sie... Und wenn sie mich dann immer fragte und fragte, ob ich glaubte, daß Sie sie wirklich gerne hätten, da konnte ich doch nicht roh sein... Ich mußte sie doch beruhigen und bestärken.« Ich vermochte nicht länger, an mich zu halten. »Nein, im Gegenteil, Sie müssen es ihr ausreden, unbedingt ausreden. Es ist doch ein Wahnsinn von ihr, ein Fieber, eine kindische Marotte... nichts als die übliche Backfischschwärmerei für die Uniform, und wenn morgen ein anderer kommt, so wird's eben der andere sein. Sie müssen ihr das erklären... Sie müssen ihr das rechtzeitig ausreden. Es ist doch nur ein Zufall, daß ich es bin, daß ich es war, der da kam, und nicht ein anderer, ein besserer von meinen Kameraden. So etwas vergeht ganz rasch wieder in ihrem Alter...« Aber Ilona schüt-
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telte traurig den Kopf. »Nein, lieber Freund, täuschen Sie sich nichts vor. Bei Edith ist das ernst, fürchterlich ernst und wird sogar von Tag zu Tag gefährlicher... Nein, lieber Freund, ich kann etwas derart Schweres nicht plötzlich für Sie leicht machen.
Ach, wenn Sie ahnten, was hier im Haus vorgeht... Dreimal, viermal schrillt mitten in der Nacht die Glocke, rücksichtslos weckt sie uns alle auf, und wenn wir an ihr Bett laufen voll Angst, es sei etwas passiert, sitzt sie da, aufrecht, verstört, starrt vor sich hin und fragt uns immer dasselbe, dasselbe: ›Glaubst du nicht, daß er mich wenigstens ein bißchen, nur ganz, ganz wenig gernhaben kann? Ich bin doch nicht so häßlich.‹
Источник: Zweig S. Ungeduld des Herzens. Frankfurt am Main: Fischer Verlag, 1998. S. 256-259.
2.Schreiben Sie die Schlüsselwörter zu allen möglichen Antworten auf die vorbereiteten Fragen (1) und beantworten Sie die Fragen.
3.Bestimmen Sie die Hauptidee des Textes in Russisch.
4.Analysieren Sie den Text und machen Sie die Zusammenfassung der gegebenen Information in Deutsch.
5.Welche Ausdrucksmittel gibt es im Text? Welche Funktionen realisieren sie im Text?
6.Fassen Sie die Hauptpunkte des Textes zusammen und machen Sie den Plan des Textes.
7.Erzählen Sie den Text in Deutsch nach.
8.Besprechen Sie das aufgeworfene Problem in Paaren.
9.Bilden Sie die Annotation des Textes.
10.Referieren Sie den Text.
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LEKTION 3
1. Lesen Sie den folgenden Text aufmerksam, übersetzen Sie ihn ins Russische und bilden Sie die Schlüsselfragen zum Text.
Wut und Verwirrung
Die Gänge dünsten leer, irgendwo geht schrittauf, schrittab eine Wache, ein Wasserhahn rauscht, ein Stiefel fällt, nur aus einem der Mannschaftszimmer, wo schon vorschriftsmäßig dunkelgemacht ist, tönt etwas weich und fremd. Unwillkürlich horche ich hin: ein paar der ruthenischen Burschen singen oder summen leise zusammen ein melancholisches Lied. Immer vor dem Einschlafen, wenn sie das fremde bunte Kleid mit den Messingknöpfen ausziehen und sie wieder nichts als der nackte
Mensch werden, der zu Haus im Stroh lag, erinnern sie sich an die Heimat, an die Felder oder vielleicht an ein Mädel, das sie gern hatten, und dann singen sie, um zu vergessen, wie fern sie sind, diese wehmütigen Melodien. Sonst hatte ich auf dieses
Summen und Singen nie achtgehabt, weil ich die Worte nicht verstehe, diesmal aber ergreift mich brüderlich ihre fremde Traurigkeit. Ach, hinsetzen sich zu einem, mit ihm sprechen, der's nicht begreifen würde und vielleicht doch mit einem mitfühlenden Blick seiner kuhhaften guten Augen alles besser verstünde als die drüben, die
Lustigen am Hufeisentisch. Nur jemanden haben, der einem hilft aus dieser heillosen Verstrickung!
Auf den Zehenspitzen, um Kusma, meinen Burschen, nicht zu wecken, der mit schweren schnarchigen Atemzügen im Vorraum schläft, schleiche ich in mein Zimmer, werfe im Dunkel die Kappe weg, reiße den Säbel ab und die Halsbinde weg, die mich schon lange würgt und engt. Dann entzünde ich die Lampe und trete an den
Tisch, um jetzt endlich, endlich in Ruhe den Brief zu lesen, den ersten erschütternden, den mir jungem, ungewissem Menschen eine Frau geschrieben.
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Aber im nächsten Augenblick schrecke ich auf. Denn da auf dem Tisch liegt schon – wie ist das möglich? – der Brief im Lichtkreis der Lampe, der Brief, den ich eben noch in der Brusttasche verborgen meinte, – ja, da liegt er, blau, rechteckiges Kuvert, die wohlbekannte Schrift.
Noch ein Brief! Noch ein zweiter, innerhalb von zwei Stunden! Sofort pappt sich mir die Kehle zu mit Ärger und Zorn. So wird das jetzt jeden Tag weitergehen, jeden Tag, jede Nacht, Brief auf Brief, einer nach dem andern. Wenn ich ihr schreibe, wird sie mir wieder schreiben, wenn ich nicht antworte, wird sie Antwort fordern. Immer wird sie etwas von mir wollen, jeden Tag, jeden Tag! Sie wird mir Boten schicken und mich antelephonieren, sie wird mich umlauern und umlauern lassen bei jedem Schritt, wird wissen wollen, wann ich ausgehe und zurückkomme, mit wem ich bin und was ich sage und tue und treibe. Ich sehe schon, ich bin verloren – sie lassen mich nicht mehr los – oh, der Djinn, der Djinn, der Alte und der Krüppel! Nie werde ich mehr frei sein, nie geben diese Gierigen, diese Verzweifelten mich mehr frei, bis nicht einer von uns zerstört ist, sie oder ich, durch diese unsinnige, unselige
Leidenschaft. Nicht lesen, sage ich mir. Keinesfalls heute noch lesen. Überhaupt dich nicht mehr einlassen! Du hast nicht Kraft genug gegen dies Ziehen und Zerren, es wird dich zerreißen. Besser den Brief einfach vernichten oder uneröffnet zurückschicken! Überhaupt sich's nicht ins Bewußtsein, ins Wissen, ins Gewissen zwängen lassen, daß irgendein wildfremdes Wesen dich liebt! Hol die ganzen Kekesfalvas der
Teufel! Ich habe sie früher nicht gekannt und will sie weiter nicht kennen. Aber dann schauert mich plötzlich der Gedanke an: vielleicht hat sie sich etwas angetan, weil ich nicht geantwortet habe! Vielleicht tut sie sich etwas an! Man darf einen verzweifelten Menschen nicht ganz ohne Antwort lassen! Ob ich nicht doch Kusma aufwecke und rasch ein Wort der Beruhigung, der Bestätigung hinausschicke? Nur keine Schuld auf sich nehmen, keine Schuld! So reiße ich das Kuvert auf. Gottlob, es ist nur ein kurzer Brief. Nur eine einzige Seite, nur zehn Zeilen ohne Überschrift:
»Vernichten Sie sofort meinen früheren Brief! Ich war verrückt, völlig verrückt. Alles, was ich schrieb, ist nicht wahr. Und kommen Sie morgen nicht zu uns! Bitte bestimmt nicht kommen! Ich muß mich bestrafen dafür, daß ich mich so kläg-
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lich vor Ihnen erniedrigt habe. Also auf keinen Fall morgen, ich will nicht, ich verbiete es Ihnen. Und keine Antwort! Auf keinen Fall eine Antwort! Vernichten Sie zuverlässig meinen früheren Brief, vergessen Sie jedes Wort! Und denken Sie nicht mehr daran.«
Источник: Zweig S. Ungeduld des Herzens. Frankfurt am Main: Fischer Verlag, 1998. S. 280-282.
2.Schreiben Sie die Schlüsselwörter zu allen möglichen Antworten auf die vorbereiteten Fragen (1) und beantworten Sie die Fragen.
3.Bestimmen Sie die Hauptidee des Textes in Russisch.
4.Analysieren Sie den Text und machen Sie die Zusammenfassung der gegebenen Information in Deutsch.
5.Welche Ausdrucksmittel gibt es im Text? Welche Funktionen realisieren sie im Text?
6.Fassen Sie die Hauptpunkte des Textes zusammen und machen Sie den Plan des Textes.
7.Erzählen Sie den Text in Deutsch nach.
8.Besprechen Sie das aufgeworfene Problem in Paaren.
9.Bilden Sie die Annotation des Textes.
10.Referieren Sie den Text.
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LEKTION 4
1.Lesen Sie den folgenden Text aufmerksam, übersetzen Sie ihn ins Russi-
sche und bilden Sie die Schlüsselfragen zum Text.
Verdacht und Verachtung
Damals sah es aus, als drängten die Geschehnisse einem Ausgang zu, und auch für Direktor Leo Fischel, der in Sachen Arnheim geduldig in der Kontermine ausgeharrt hatte, kam die Stunde der Genugtuung. Leider war um diese Zeit Frau Klementine gerade nicht zu Hause, und so mußte er sich damit begnügen, ein über Börsen Vorgänge gewöhnlich gut unterrichtetes Mittagblatt in der Hand haltend, bei seiner Tochter Gerda einzutreten;
Er setzte sich in einen bequemen Stuhl, deutete auf eine kleine Zeitungsnachricht und fragte behaglich: »Weißt du jetzt, mein Kind, weshalb der gedankentiefe Finanzmann in unserer Mitte weilt?«
Er nannte Arnheim zu Hause niemals anders, um zu zeigen, daß er sich als seriöser Geschäftsmann aus der Bewunderung der Frauen seiner Familie für den reichen Schwätzer nichts mache. Und wenn auch nicht der Haß Hellsichtigkeit verleiht, so hat doch ein Börsengerücht nicht selten recht, und Fischels Abneigung gegen den Mann ließ ihn das halb Ausgesprochene sofort richtig ergänzen. »Nun, weißt du?« wiederholte er und suchte das Auge seiner Tochter in den Triumphstrahl seines
Blicks zu zwingen. »Die galizischen Ölfelder möchte er unter die Kontrolle seines
Konzerns bringen!«
Damit stand Fischel wieder auf, packte seine Zeitung zusammen, wie man einen Hund am Genick faßt, und verließ das Zimmer, weil ihm eingefallen war, einige Leute telefonisch anzurufen, um ganz sicher zu gehen. Er hatte das Gefühl, sich das, was er soeben gelesen hatte, immer schon gedacht zu haben (wie man sieht, ist die Wirkung von Börsennotizen also die gleiche wie die der schonen Literatur), und
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