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Немецкий язык художественное реферирование. Учебно-методическое пособие

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LEKTION 11

1. Lesen Sie den folgenden Text aufmerksam, übersetzen Sie ihn ins Russische und bilden Sie die Schlüsselfragen zum Text.

Selbstmord

Es war schon spät, als er nun schweratmend am dunklen Hange des Waldes stand. Schauerlich und schwarz reihten sich die Bäume um ihn. Nur hoch oben in den durchschimmernden Kronen spann ein fahles zitterndes Mondlicht in den Zweigen, die stöhnten, wenn sie die leise Nachtbrise in die Arme nahm. Manchmal zuckten seltsame Rufe ferner Nachtvögel in diese dumpfe Stille. Die Gedanken erstarrten ihm ganz in dieser bangenden Einsamkeit. Er wartete nur, wartete und starrte, ob nicht unten an der Kurve der ersten ansteigenden Serpentine das rote Licht des Zuges auftauchen wollte. Manchmal sah er wieder nervös auf die Uhr und zählte die Sekunden.

Dann horchte er wieder nach dem fernen Schrei der Lokomotive. Aber es war eine

Täuschung. Ganz still wurde es wieder. Die Zeit schien erstarrt zu sein.

Endlich glänzte fern unten das Licht. Er fühlte in dieser Sekunde einen Stoß im Herzen, wußte aber nicht, ob es Furcht oder Jubel war. Mit jäher Gebärde warf er sich hin auf die Schienen. Zuerst fühlte er einen Augenblick nur die wohlige Kühle der Eisenstreifen an seiner Schläfe. Dann horchte er. Der Zug war noch weit. Minuten mochten es wohl dauern. Noch hörte man nichts außer dem flüsternden Rauschen der Bäume im Wind. Wirr sprangen die Gedanken. Und plötzlich einer, der blieb und sich wie ein schmerzhafter Pfeil in sein Herz bohrte: daß er um ihretwillen starb und sie es nie ahnen würde. Daß nicht eine einzige leise Welle seines aufschäumenden Lebens die ihre berührt hatte. Daß sie nie wissen würde, daß ein fremdes Leben an ihrem gehangen, an ihrem zerschmettert sei.

Ganz leise keuchte von ferne durch die atemstille Luft der rhythmische Gang der steigenden Maschine. Aber der Gedanke brannte unvermindert weiter und

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folterte die letzten Minuten des Sterbenden. Näher und näher ratterte der Zug. Und da schlug er noch einmal die Augen auf. Über ihm war ein schweigender blauschwarzer Himmel und ein paar rauschende Kronen. Und über dem Walde ein weißer blinkender Stern. Ein einsamer Stern über dem Walde ... Schon begannen die Schienen unter seinem Kopfe leise zu schwingen und zu singen. Aber der Gedanke brannte wie Feuer in seinem Herzen und in dem Blicke, der alle Glut und Verzweiflung seiner Liebe faßte. Alle Sehnsucht und diese letzte schmerzliche Frage fluteten über in den weißen leuchtenden Stern, der mild auf ihn niedersah. Näher und näher schmetterte der Zug. Und der Sterbende umfing noch einmal mit einem letzten unsagbaren

Blick den funkelnden Stern, den Stern über dem Walde. Dann schloß er die Augen.

Die Schienen zitterten und wankten, näher und näher stampfte der ratternde Gang des fliegenden Zuges, daß der Wald dröhnte wie von großen hämmernden Glocken. Die

Erde schien zu taumeln. Noch ein betäubendes sausendes Schwirren, ein wirbelndes Getöse, dann ein schriller Pfiff, der ängstlich tierische Schrei der Dampfpfeife und das gelle Stöhnen einer vergeblichen Bremse ...

Источник: Zweig S. Der Stern über dem Walde. URL: https://www.projektgutenberg.org/zweig/sternwal/Kapitel1.html

2.Schreiben Sie die Schlüsselwörter zu allen möglichen Antworten auf die vorbereiteten Fragen (1) und beantworten Sie die Fragen.

3.Bestimmen Sie die Hauptidee des Textes in Russisch.

4.Analysieren Sie den Text und machen Sie die Zusammenfassung der gegebenen Information in Deutsch.

5.Welche Ausdrucksmittel gibt es im Text? Welche Funktionen realisieren sie im Text?

6.Fassen Sie die Hauptpunkte des Textes zusammen und machen Sie den Plan des Textes.

7.Erzählen Sie den Text in Deutsch nach.

8.Besprechen Sie das aufgeworfene Problem in Paaren.

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9.Bilden Sie die Annotation des Textes.

10.Referieren Sie den Text.

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LEKTION 12

1. Lesen Sie den folgenden Text aufmerksam, übersetzen Sie ihn ins Russische und bilden Sie die Schlüsselfragen zum Text.

Selbstmorddrohung

Aber nun geschah etwas Unerwartetes. Die grauen Augen wurden starr, es war, als ob etwas in meinen Worten ihre Pupillen versteinert hätte. Dagegen wurden allmählich die Finger unruhig, sie tasteten die Lehne auf und nieder, begannen zuerst leise und dann immer heftiger auf dem blanken Holz zu trommeln. Der Mund verzerrte sich leicht, und mit einem Mal sagte sie abrupt:

»Ja, ich verstehe. Ich verstehe vollkommen, was Sie meinen... Sie haben... Sie haben jetzt, glaube ich, wirklich die Wahrheit gesagt. Sehr, sehr höflich haben Sie sich ausgedrückt, und sehr gewunden. Aber ich hab Sie doch genau verstanden. Ganz genau verstanden... Sie kommen, sagen Sie, weil ich so ›allein‹ bin das heißt auf gut deutsch: weil ich angenagelt bin an diesen verfluchten Liegestuhl. Nur deshalb also trotten Sie täglich heraus, nur als barmherziger Samariter kommen Sie zu dem

›armen, kranken Kind‹ so nennt ihr mich wohl alle, wenn ich nicht dabei bin, ich weiß schon, ich weiß. Nur aus Mitleid kommen Sie, ja, ja, ich glaub's Ihnen schon warum wollen Sie's jetzt wieder ableugnen? Sie sind doch ein sogenannter ›guter‹

Mensch und lassen sich gern von meinem Vater so nennen. Solche ›gute Menschen‹ haben Mitleid mit jedem geprügelten Hund und jeder räudigen Katze warum nicht auch mit einem Krüppel?«

Und plötzlich bäumte sie sich auf, ein Krampf überlief ihren ungelenken Körper. »Aber danke schön! Ich pfeife auf diese Art Freundschaft, die nur meiner

Krüppelei gilt... Ja, machen Sie nicht so zerknirschte Augen! Natürlich tut's Ihnen leid, daß Ihnen die Wahrheit herausgerutscht ist, daß Sie eingestanden haben, Sie kommen nur, weil ich Sie ›derbarmen tu‹, wie jenes Dienstmädchen sagte nur die

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hat's ehrlich gesagt und grad heraus. Sie aber drücken sich als ›guter Mensch‹ viel schonender, viel ›zartfühlender‹ aus, Sie sagen um die Ecke herum: weil ich so allein hier hocke den ganzen Tag. Nur aus Mitleid, das spür ich doch längst in allen Gliedern, nur aus Mitleid kommen Sie und möchten noch gern bewundert sein für Dero gnädige Aufopferung aber bedaure, ich will nicht, daß jemand mir Opfer bringt! Von niemandem dulde ich's und am wenigsten von Ihnen... ich verbiete es Ihnen, hören Sie, ich verbiet es Ihnen... Glauben Sie, daß ich wirklich angewiesen bin auf Euer Herumsitzen mit Euren ›teilnehmenden‹, Euren feuchten, schwammigen Blicken oder auf Euer ›schonendes‹ Geschwätz... Nein, Gott sei Dank, ich brauch Euch alle nicht...

Ich werde schon selber fertig mit mir, ich steh's schon allein durch. Und wenn's nicht weiter geht, dann weiß ich schon, wie ich loskomme von Euch... Da!« sie stieß mir plötzlich die umgewendete Hand entgegen »Hier, sehen Sie die Narbe! Einmal hab ich's schon probiert, ich war nur ungeschickt und hab mit der stumpfen Schere den Puls nicht erwischt; dummerweise kamen sie noch zurecht und konnten mich verbinden, sonst wär ich Euch alle schon los und Euer schuftiges Mitleid! Aber nächstes Mal mach ich's besser, verlassen Sie sich darauf! Glaubt nur ja nicht, daß ich schon ganz wehrlos Euch ausgeliefert bin! Lieber krepieren, als mich bemitleiden lassen! Da!« sie lachte plötzlich auf, das Lachen riß scharf und zerfranst wie eine Säge »Da sehen Sie her, das hat mein besorgter Herr Vater vergessen, als er den Turm für mich herrichten ließ... Nur daran, daß ich eine schöne Aussicht haben soll, hat er gedacht... Viel Sonne, viel Sonne und gute Luft, hat ja der Arzt gesagt. Aber wie gut sie mir einmal dienen kann, die Terrasse, das ist ihnen allen nicht eingefallen, nicht dem Vater, nicht dem Arzt, nicht dem Architekten... Schauen Sie einmal da herunter...« sie hatte sich plötzlich aufgestemmt und mit einem jähen Ruck ihren schwankenden

Körper hingeworfen bis an das Geländer, das sie jetzt grimmig mit beiden Händen

umklammerte »vier, fünf Stockwerke geht's hier hinab und unten ist harter Stein...

das reicht aus... und soviel Kraft habe ich gottlob in den Muskeln, um über's Geländer zu kommen ja, vom Krückengehen kriegt man stramme Muskeln.

»Nur einen Ruck braucht's und ich bin Eure verfluchte Bemitleiderei ein für allemal los, und Euch allen wäre dann wohl, dem Vater und Ilona und Ihnen Euch al-

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len, auf denen ich Unwesen laste wie ein Alp... Sehen Sie, ganz leicht geht's, nur so ein bißchen sich herunterbeugen und dann...«

In äußerster Besorgnis war ich aufgesprungen, als sie sich, mit blitzenden Augen, gefährlich tief über die Balustrade beugte, und ich packte rasch ihren Arm. Aber, als hätte ihr Feuer die Haut angesprüht, zuckte sie auf und schrie mich an:

»Weg!... Wie können Sie sich unterstehen, mich anzurühren!... Weg!... Ich habe das Recht, zu tun, was ich will. Los!... Sofort lassen Sie mich los!«

Und da ich nicht gehorchte, da ich versuchte, sie gewaltsam vom Geländer abzudrängen, warf sie plötzlich den Oberkörper herum und gab mir mitten in die Brust einen Stoß. Und nun geschah das Entsetzliche. Mit diesem Stoß verlor sie den Stützpunkt und damit das Gleichgewicht. Wie von einer Sense durchschnitten, gaben die lockeren Knie völlig nach. Mit einem Ruck sackte sie in sich zusammen, und dadurch, daß sie sich im Hinstürzen an dem Tisch festhalten wollte, riß ihr Fall die ganze Platte mit. Über sie und mich, der ich im letzten Augenblick die ungelenk Hintaumelnde noch aufzufangen suchte, klirrte jetzt zerbrechend die Vase, schmetterten die Teller und Tassen, rasselten die Löffel; laut schlug die große bronzene Glocke zu Boden und rollte mit lärmendem Klöppel die ganze Terrasse entlang. Die Gelähmte war unterdes elend in sich zusammengestürzt, wehrlos lag sie am Boden, ein zuckendes Bündel Zorn, aufschluchzend vor Erbitterung und Scham. Ich versuchte den leichten Körper aufzuheben, aber sie wehrte sich und heulte mir entgegen: »Weg...

weg... weg, Sie gemeiner, Sie roher Mensch...«

Источник: Zweig S. Ungeduld des Herzens. Frankfurt am Main: Fischer Verlag, 1998. S. 240-243.

2.Schreiben Sie die Schlüsselwörter zu allen möglichen Antworten auf die vorbereiteten Fragen (1) und beantworten Sie die Fragen.

3.Bestimmen Sie die Hauptidee des Textes in Russisch.

4.Analysieren Sie den Text und machen Sie die Zusammenfassung der gegebenen Information in Deutsch.

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5.Welche Ausdrucksmittel gibt es im Text? Welche Funktionen realisieren sie im Text?

6.Fassen Sie die Hauptpunkte des Textes zusammen und machen Sie den Plan des Textes.

7.Erzählen Sie den Text in Deutsch nach.

8.Besprechen Sie das aufgeworfene Problem in Paaren.

9.Bilden Sie die Annotation des Textes.

10.Referieren Sie den Text.

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LEKTION 13

1. Lesen Sie den folgenden Text aufmerksam, übersetzen Sie ihn ins Russische und bilden Sie die Schlüsselfragen zum Text.

Mehrdeutigkeit und Vorwürfe

Dann gingen Clarisse und Ulrich ohne ihn im schrägen Pfeilregen der Abendsonne spazieren: er blieb am Klavier zurück. Clarisse sagte: »Sich etwas Schädliches verbieten können, ist die Probe der Lebenskraft! Den Erschöpften lockt das Schädliche! — Was meinst du dazu? Nietzsche behauptet, daß es ein Zeichen von Schwäche ist, wenn sich ein Künstler zuviel mit der Moral seiner Kunst beschäftigt? « Sie hatte sich auf einen kleinen Erdhügel gesetzt.

Ulrich zuckte die Achseln. Als Clarisse vor drei Jahren seinen Jugendfreund heiratete, war sie zweiundzwanzig Jahre alt gewesen, und er selbst hatte ihr zur

Hochzeit die Werke Nietzsches geschenkt. »Wenn ich Walter wäre, würde ich Nietzsche zum Duell herausfordern« antwortete er lächelnd.

Clarissens schlanker, in zarten Linien unter dem Kleid schwebender Rücken spannte sich wie ein Bogen, und auch ihr Gesicht war gewaltsam gespannt; sie hielt es von dem des Freundes ängstlich abgewandt.

»Du bist noch immer mädchenund heldenhaft zugleich. . . « fügte Ulrich hinzu; es war eine Frage oder auch keine, ein wenig Scherz, aber auch ein wenig zärtliche Verwunderung; Clarisse verstand nicht ganz, was er meine, aber die beiden Worte, die er schon einmal gebraucht hatte, bohrten sich in sie wie ein Brandpfeil in ein Strohdach. Hie und da kam eine Welle planlos aufgewühlter 'Föne zu ihnen herüber. Ulrich wußte, daß sie sich Walter wochenlang verweigerte, wenn er Wagner spielte. Trotzdem spielte er Wagner; mit schlechtem Gewissen; wie ein Knabenlaster.

Clarisse hätte gerne Ulrich gefragt, wie viel er davon wisse; Walter konnte nie etwas für sich behalten; aber sie schämte sich zu fragen. Nun hatte sich auch Ulrich auf ei-

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nen kleinen Erdhügel in ihre Nahe gesetzt, und endlich sagte sie etwas ganz anderes.

»Du liebst Walter nicht« sagte sie. »Du bist in Wahrheit nicht sein Freund.« Es klang herausfordernd, aber sie lachte dazu.

Ulrich gab eine unerwartete Antwort. »Wir sind eben Jugendfreunde. Du bist noch ein Kind gewesen, Clarisse, als wir uns schon in dem unverkennbaren Verhältnis einer ausgehenden Jugendfreundschaft befanden. Wir haben uns vor unzählig vielen Jahren gegenseitig bewundert, und jetzt mißtrauen wir einander mit inniger

Kenntnis. Jeder möchte sich von dem peinlichen Eindruck befreien, daß er den anderen einst mit sich selbst verwechselt hat, und so leisten wir uns den Dienst unbestechlicher Zerrspiegel.«

Источник: Musil R. Der Mann ohne Eigenschaften. Berlin: Rowohlt Verlag, 1957. S.50-51.

2.Schreiben Sie die Schlüsselwörter zu allen möglichen Antworten auf die vorbereiteten Fragen (1) und beantworten Sie die Fragen.

3.Bestimmen Sie die Hauptidee des Textes in Russisch.

4.Analysieren Sie den Text und machen Sie die Zusammenfassung der gegebenen Information in Deutsch.

5.Welche Ausdrucksmittel gibt es im Text? Welche Funktionen realisieren sie im Text?

6.Fassen Sie die Hauptpunkte des Textes zusammen und machen Sie den Plan des Textes.

7.Erzählen Sie den Text in Deutsch nach.

8.Besprechen Sie das aufgeworfene Problem in Paaren.

9.Bilden Sie die Annotation des Textes.

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LEKTION 14

1. Lesen Sie den folgenden Text aufmerksam, übersetzen Sie ihn ins Russische und bilden Sie die Schlüsselfragen zum Text.

Innere

Als Ulrich an dem Morgen, der auf diese Nacht folgte, spät und sehr zerschlagen aufstand, wurde ihm der Besuch Bonadeas gemeldet; es war zum erstenmal seit ihrem Zerwürfnis, daß sie sich wieder sehen sollten.

Bonadea hatte in der Zeit der Trennung viel geweint. Bonadea hatte sich während dieser Zeit oft mißbraucht gefühlt. Sie hatte oft gewirbelt wie eine umflorte Trommel. Sie hatte viele Abenteuer gehabt und viele Enttäuschungen. Und obgleich die Erinnerung an Ulrich bei jedem Abenteuer in einen tiefen Brunnen versank, stieg sie nach jeder Enttäuschung daraus wieder auf; ohnmächtig und vorwurfsvoll wie der verlassene Schmerz in einem Kindergesicht. Bonadea hatte ihrem Freund schon hundertmal im stillen ihre Eifersucht abgebeten, ihren »bösen Stolz gestraft«, wie sie es nannte, und endlich entschloß sie sich, ihm einen Friedensschluß anzutragen.

Sie war liebenswürdig, melancholisch und schön, als sie vor ihm saß, und fühlte sich im Magen elend. Er stand »wie ein Jüngling« vor ihr. Seine Haut marmorn poliert von großen Vorgängen und Diplomatie, die sie ihm zutraute. Sie hatte noch nie bemerkt, wie kräftig und entschlossen sein Gesicht aussehe. Sie hätte gerne mit ganzer Person kapituliert, aber sie traute sich nicht, so weit zu gehen, und er machte keine Miene, sie dazu einzuladen. Diese Kälte war unsagbar traurig für sie, aber groß wie eine Statue. Bonadea nahm unvermutet seine herabhängende Hand und küßte sie. Ulrich strich ihr nachdenklich über das Haar. Ihre Beine wurden auf die weiblichste

Weise von der Welt schwach, und sie wollte in die Knie sinken. Da drückte sie Ulrich sanft in den Stuhl, brachte Whisky mit Soda und zündete eine Zigarette an.

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