Сборник текстов по учебной дисциплине «Практика перевода со второго иностранного языка (немецкого)»
.pdfMachthabern, es zu gebrauchen, es nicht zu gebrauchen, es zu mißbrauchen, ganz wie es ihren Zwecken diente… Ich habe meinen Beruf verraten. Ein Mensch, der das tut, was ich getan habe, kann in den Reihen der Wissenschaftler nicht geduldet werden.
ТЕКСТ 5
Franz Kafka. Aus: Das Schloss
DAS ERSTE KAPITEL (Auszug)
Es war spätabends, als K. ankam. Das Dorf lag in tiefem
Schnee. Vom Schlossberg war nichts zu sehen. Nebel und
Finsternis umgaben ihn, auch nicht der schwächste Lichtschein deutete das große Schloss an. Lange stand K. auf der Holzbrücke, die von der Landstraße zum Dorf führte, und blickte in die scheinbare Leere empor.
Dann ging er ein Nachtlager suchen; im Wirtshaus war man noch wach, der Wirt hatte zwar kein Zimmer zu vermieten, aber er wollte, von dem späten Gast äußerst überrascht und verwirrt, K. in der Wirtsstube auf einem Strohsack schlafen lassen. K. war damit einverstanden. Einige Bauern waren noch beim Bier, aber er wollte sich mit niemandem unterhalten, holte selbst den Strohsack vom
Dachboden und legte sich in der Nähe des Ofens hin. Warm war es, die Bauern waren still, ein wenig prüfte er sie noch mit den müden Augen, dann schlief er ein.
Aber kurze Zeit darauf wurde er schon geweckt. Ein junger
Mann, städtisch angezogen, mit schauspielerhaftem Gesicht, die
Augen schmal, die Augenbrauen stark, stand mit dem Wirt neben ihm. Die Bauern waren auch noch da, einige hatten ihre Sessel herumgedreht, um besser zu sehen und zu hören. Der junge Mensch entschuldigte sich sehr höflich, K. geweckt zu haben, stellte sich als Sohn des Schlosskastellans vor und sagte dann:
„Dieses Dorf ist Besitz des Schlosses, wer hier wohnt oder übernachtet, wohnt und übernachtet gewissermaßen im Schloss.
71
Niemand darf das ohne gräfliche Erlaubnis. Sie aber haben eine solche Erlaubnis nicht oder haben sie wenigstens nicht vorgezeigt“.
K. hatte sich halb aufgerichtet, hatte die Haare zurechtgestrichen, blickte die Leute von unten her an und sagte:
„In welches Dorf habe ich mich verirrt? Ist denn hier ein Schloss?“
„Allerdings“, sagte der junge Mann langsam, während hier und dort einer den Kopf über K. schüttelte, „das Schloss des Herrn Grafen Westwest“.
ТЕКСТ 6
Christian Futscher. Aus: Die Augen der Liebe
Ein kleiner Mann lebte in einem kleinen Haus am Rand eines kleinen Dorfes. Der Name des kleinen Mannes war Gottfried Humpeler, doch alle nannten ihn nur Humpeler. Das wollen wir in der Folge auch tun.
Eines schönen Tages ging Humpeler hinters Haus, um dort weiß der Teufel was zu tun. Kaum war es um die Hausecke gebogen, rief er aus: „Um Gottes willen, da liegt ja eine!“. Und tatsächlich, hinter Humpelers Haus lag eine – eine Frau war’s, die da lag. Sie war jung, nur spärlich gekleidet und lag direkt zwischen Humpelers Apfelbaum und Humpelers Zwetschgenbaum im Gras.
Humpeler war sehr erstaunt, denn es war das erste Mal, dass hinter seinem Haus eine Frau lag.
„He, Sie da!“ rief Humpeler und erschrak über seine eigene
Stimme, die ihm mit einem Mal fremd war.
Die Frau rührte sich nicht.
Humpeler stand da wie ein Ochse vor dem Berg und wußte nicht, was er tun sollte. Nach einer Zeit intensivsten Nachdenkens beschloss er, sich neben die Frau ins Gras zu legen.
72
Nach einer Stunde, während der sich die Frau kein einziges
Mal gerührt hatte, beschloss Humpeler, sich auf die Frau zu legen. Wer Humpeler kennt, weiß, dass er dabei keine schmutzigen
Hintergedanken hatte und fern aller unlauteren Absichten war.
Als Humpeler so auf der Frau lag, wurde ihm plötzlich klar, dass die Frau tot sein musste. Entsetzt sprang er auf und lief zum Telefon, um die schaurige Nachricht seinem einzigen Freund mitzuteilen.
Humpelers einziger Freund hieß Karl-Heinz Wanner, den alle nur Wanner nannten, was wir in der Folge auch tun wollen.
ТЕКСТ 7
Christian Futscher. Aus: Die Augen der Liebe
Wanner kam sofort, um seinem Freund in dieser verzwickten Lage – um eine solche handelte es sich seiner Meinung nach – beizustehen.
Nachdem sich Wanner mit Fußtritten davon überzeugt hatte, dass die Frau wirklich tot war, sagte er: „Die ist hin“.
„Sag ich doch“, sagte Humpeler.
Die Freunde sahen einander lange in die Augen und nickten dabei ununterbrochen mit den Köpfen.
Endlich sagte Humpeler: „Und was tun wir jetzt?“
Wanner, sonst nicht um gute Ratschläge verlegen, wusste aber auch nicht, was zu tun war.
Humpeler und Wanner überlegten und überlegten, doch keinem der beiden fiel etwas ein.
Nach einer Woche war ihnen immer noch nichts eingefallen, aber während der Zeit war etwas Unbegreifliches geschehen: Humpeler und Wanner hatten sich in die Frau verliebt.
73
Besonders ihr Parfüm hatte es ihnen angetan. Ihr Parfüm war nämlich so ganz anders. Ein so ganz anderes Parfüm hatte weder Humpeler noch Wanner jemals zuvor gerochen. Und der Duft wurde von Tag zu Tag intensiver.
Nach zwei Wochen hatten Humpeler und Wanner vor lauter Liebe zu dieser Frau beinahe den Verstand verloren, und so beschlossen sie, ihrer Geliebten in den Tod zu folgen.
„Sie hat einen Vorsprung“, gab Humpeler noch zu bedenken, aber Wanner meinte: „Wenn wir uns beeilen, können wir sie einholen“. Das überzeugte Humpeler, und so hinderte die beiden nichts mehr daran, ihren Entschluss in die Tat umzusetzen.
ПОЭТИЧЕСКИЙ ТЕКСТ
А. ТЕКСТЫ ДЛЯ ПЕРЕВОДА С ИНОСТРАННОГО ЯЗЫКА НА РОДНОЙ ЯЗЫК
ТЕКСТ 1
Heinrich Heine. WELTLAUF
Hat man viel, so wird man bald
Noch vielmehr dazu bekommen.
Wer nur wenig hat, dem wird
Auch das Wenige genommen.
Wenn du aber gar nicht hast,
Ach, so lasse dich begraben,
Denn das Recht zu leben, Lump,
74
Haben die, die etwas haben.
ТЕКСТ 2
Bertolt Brecht. AUF EINEM CHINESISCHEN
TEEWURZELLÖWEN*
Die Schlechten fürchten vor deiner Klaue.
Die Guten freuen sich deiner Grazie. Derlei
Hörte ich gern
Von meinem Vers.
____________
* Figur aus Wurzeln des Teestrauches, im alten China als
Glückstier betrachtet und um so höher bewertet, je weniger
Schnitzarbeit sie aufwies.
ТЕКСТ 3
Bertolt Brecht. DIE MASKE DES BÖSEN
An meiner Wand hängt ein japanisches Holzwerk
Maske eines bösen Dämons, bemalt mit Goldlack.
Mitfühlend sehe ich
Die geschwollenen Stirnadern, andeutend
Wie anstrengend es ist, böse zu sein.
75
ТЕКСТ 4 Bertolt Brecht. TANNEN
In der Frühe
Sind die Tannen kupfern.
So sah ich sie
Vor einem halben Jahrhundert
Vor zwei Weltkriegen
Mit jungen Augen.
ТЕКСТ 5
Bertolt Brecht. LIED ÜBER DIE GUTEN LEUTE
1
Die guten Leute erkennt man daran Dass sie besser werden
Wenn man sie erkennt. Die guten Leute Laden ein, sie zu verbessern, denn
Wovon wird man einer klüger? Indem er zuhört
Und indem man ihm etwas sagt. 2
Gleichzeitig aber
Verbessern sie den, der sie ansieht und den Sie ansehen. Nicht indem sie einem helfen
Zu Futterplätzen oder Klarheit, sondern mehr noch dadurch
76
Dass wir wissen, diese leben und
Verändern die Welt, nützen sie uns.
3
Wenn man zu ihnen hinkommt, sind sie da. Sie erinnern sich ihres eigenen
Alten Gesichts bei dem letzten Treffen.
Wie immer sie sich verändert haben – Denn gerade sie ändern sich –
Sie sind höchstens kenntlicher geworden.
4
Sie sind wie ein Haus, an dem wir mitgebaut haben Sie zwingen uns nicht, darin zu wohnen Manchmal erlauben sie es nicht.
Wir können jederzeit zu ihnen kommen in unserer kleinsten Größe, aber
Was wir mitbringen, müssen wir aussuchen.
5
Für ihre Geschenke wissen sie Gründe anzugeben
Sie weggeworfen wiederfindend, lachen sie.
Aber auch darin sind sie verläßlich, dass wir
Uns selber verlassend auch Sie verlassen.
6
Wenn sie Fehler machen, lachen wir:
Denn wenn sie einen Stein an die falsche Stelle legen
77
Sehen wir, sie betrachtend Die richtige Stelle.
Sie verdienen jeden Tag unser Interesse, wie sie sich Ihr Brot verdienen jeden Tag.
Sie sind an etwas interessiert
Was außer ihnen liegt.
7
Die guten Leute beschäftigen uns
Sie scheinen allein nichts fertig bringen zu können Alle ihre Lösungen enthalten noch Aufgaben.
In den gefährlichen Augenblicken auf untergehenden
Schiffen
Sehen wir plötzlich ihr Aug groß auf uns ruhen.
Wiewohl wir ihnen nicht recht sind, wie wir sind Sind sie doch einverstanden mit uns.
ТЕКСТ 6
E. Mühsam. DER REVOLUZZER
War einmal ein Revoluzzer, im Zivilstand Lampenputzer; ging im Revoluzzerschritt mit den Revoluzzern mit.
78
Und er schrie: „Ich revolüzze!“ Und die Revoluzzermütze schob er auf das linke Ohr, kam sich höchst gefährlich vor.
Doch die Revoluzzer schritten mitten in der Straßen Mitten wo er sonsten unverdrutzt alle Gaslaternen putzt.
Sie vom Boden zu entfernen, rupfte man die Gaslaternen aus dem Straßenpflaster aus, zwecks des Barrikadenbaus.
Aber unser Revoluzzer schrie: „Ich bin der Lampenputzer
dieses guten Leuchtenlichts. Bitte, bitte, tut ihm nichts!
Wenn wir ihnen’s Licht ausdrehen, kann kein Bürger nichts mehr sehen, Lasst die Lampen stehn, ich bitt’! – Denn sonst spiel’ ich nicht mehr mit!“
79
Doch die Revoluzzer lachten, und die Gaslaternen krachten, und der Lampenputzer schlich fort und weinte bitterlich.
Dann ist er zu Haus geblieben und hat dort ein Buch geschrieben: nämlich, wie man revoluzzt
und dabei doch Lampen putzt.
Б. ТЕКСТЫ ДЛЯ ПЕРЕВОДА С РОДНОГО ЯЗЫКА НА ИНОСТРАННЫЙ ЯЗЫК
ТЕКСТ 1 М.Ю. Лермонтов. ЮНКЕРСКАЯ МОЛИТВА
Царю небесный! Спаси меня
От куртки тесной, Как от огня.
От маршировки Меня избавь, В парадировки Меня не ставь. Пускай в манеже Алёхин глас
80
