Добавил:
Опубликованный материал нарушает ваши авторские права? Сообщите нам.
Вуз: Предмет: Файл:

Основы теории основного иностранного языка теоретическая фонетика немецкого языка. Учебное пособие

.pdf
Скачиваний:
2
Добавлен:
07.09.2026
Размер:
2 Мб
Скачать
☆
2.3. Intonation im Deutschen
2.3.1. Begriff und Funktionen der Intonation
2.3.2. Intonationvs Satzakzent
2.3.3. Intonation in der Phonologie
2.3.4. Tonkonfigurationen im Deutschen
2.3.5. Das intonatorische Zusammenwirken einzelner Äußerun-
gen.
2.3.1. Begriff und Funktionen der Intonation
Als komplexes Phänomen kann Intonation unterschiedlich defi-
niert werden. Man spricht von Intonation nach O.G. Kosmin „von der Gesamtheit von prosodischen Eigenschaften, die sich auf den Lautbestand eines gesprochenen oder vorgelesenen Satzes (einer Phrase oder sprachliche Äußerung) aufschichten und somit einen Satz von einem Wort als auch seine mündlichen Varianten definie­ren kann“ (Kosmin, S. 151). Die Intonation kann innerhalb einer Silbe, eines Wortes, eines Syntagmas, eines Satzes oder einer Äu­ßerung erfolgen und ist daher mit der Akzentuierung verbunden. Man kann vom Wortakzent und vom Satzakzent sprechen.Für die Akzentuierung sind prosodische Merkmale wie Tonhöhe, Lautstärke und Dauer wichtig.
Intonation erfüllt folgende Funktionen (Grice M., Baumann, S.
11 – 13):
a) Linguistische:
Unterscheidung von Stazmodi: Nein! – Nein? Markierung der Informationsstruktur (das Wichtigste wird fo-
kussiert):
Gehst du heute ins Kino? – nicht morgen Gehst du heute ins Kino? – nicht ins Restaurant Gehst du heute ins Kino? – nicht deine Schwester
Phrasierung und syntaktische Disambiguierung (Intonation hat
auch eine Abgrenzungs- (oder demarkative) Funktion, d.h. sie dient der Einteilung von Äußerungen in Sinneinheiten, S. 12):
Zum Glück haben wir keine. Zum Glück haben wir Kai, ne?
81
b) Paralinguistisch (Vermittlung außersprachlicher Bedeutung) c) Extralinguistisch (keine bewußte Vermittlung von Bedeutung)
Im Allgemeinen werden fünf Komponenten der Intonation unter­schieden: Stimmlage oder Register, Tonführung oder Tonverlauf, Sprechmelodie, Sprechtempo, Klangfarbe der Stimme und Satzak­zent.
Das deutsche Register unterscheidet drei Stimmlagen: hoch, mit­tel und tief.Der Gebrauch der entsprechenden Stimmlage ist wich­tig für die Verwendung der Einschaltungen oder beim Vortragen der Lyrik.
Die Tonführung, auch Sprechmelodie genannt, besteht in der Veränderung der Stimmhöhe. Das Hauptmerkmal der Tonführung ist der Tonbruch. Es ist der schnelle Übergang von einer Sprechton­höhe zu einer anderen, der abrupt oder gleitend sein kann (Kosmin, S. 155). Akustisch unterscheidet man zwischen steigendem und fal­lendem Tonbruch.
Das Sprechtempo ist ein wichtiger Bestandteil der Intonation, der von der Sprechsituation und dem Kontext abhängt, aber auch eine distinktive Funktion haben kann, indem es verlangsamt oder beschleunigt wird.
Die Klangfarbe ist mit dem Begriff Timbre verbunden,„das für jeden Menschen individuell ist. … sprechen wir über die Klangfarbe als Ausdrucksmittel in derkonkreten Situation. Diese Klangfarbe kann melodisch, sanft, dynamisch sein,aber auch schrill, flau und brummig sein“ (Praktische Phonetik, S. 217).
Der Satzakzent nimmt in der Hierarchie der Lautkomponenten eine zentrale Stellung ein, da er die engste Beziehung zwischen Phonetik, Grammatik und Syntax aufweist. Er wird daher im fol­genden Abschnitt näher betrachtet.
2.3.2. Intonation vs Satzakzent
Die Realisierung des Wortakzentes erfolgt auf der Ebene des Wortes, während der Satzakzent in einem Satz auf der Ebene einer anderen sprachlichen Einheit, nämlich des Satzes, realisiert wird. Innerhalb der Phonetik wird die Silbe als kleinstmögliche phoneti­sche Einheit definiert. Die größte phonetische Einheit ist demgemäß der Satz, der jedoch in kleinere Einheiten zerfällt, beispielsweise in Syntagma oder Sprechtakt (W.W. Winogradow, S. 205). Allerdings kann ein Satz ohne Intonation nicht ausgesprochen werden.Die Satz­intonation kann zudem phonetisch (d. h. hinsichtlich der Lautlich-
8282
keit) sowie phonologisch betrachtet werden. In den Studien der 1920er- und 1930er-Jahre der Vertreter des Prager Zirkels lassen sich die ersten Versuche finden, die Satzintonation phonologisch zu betrachten.
„Zur Satzintonation gehören sämtliche lautliche Erscheinungen
des gesprochenen Satzes, die die lexikalischen und formalgrammati­schen Elemente des Satzes überlagern und sie zu einem syntaktischen Ganzen vereinigen, das dem Ausdruck von Gedanken, Gefühls- und Willensäußerungen dient.“ (Zacher, S. 151). Die vorliegende Defi­nition betont den komplexen Charakter der Satzintonation, welche nicht lediglich die Grundfrequenz umfasst, sondern darüber hinaus den Satzakzent, die Satzmelodie sowie die Klangfarbe beinhaltet. Der Satzakzent kann folglich als eine Art Brückenmittel betrachtet werden, welches die Satzintonation mit der lexikalisch-grammati­schen Struktur des Satzes verbindet (ibid., S. 152). Hier zeigt sich eine besonders enge Beziehung zwischen Phonetik und Grammatik, da der Satz ohne grammatische Struktur und ohne Satzintonation nicht existieren kann. Der Satzakzent ist also Bestandteil der Satz­intonation.
Die Satzintonation verfügt über die gleichen physiologischen
prosodischen Merkmale wie auch die Silbe und der Wortakzent: Tonhöhe, Tonstärke und Zeitdauer. Nach Zacher übt der Satzak­zent drei wichtige invariants Funktionen: die konstituerende (satz­bildende), zentralisiserende und segmentierende (Zacher, S. 152). Die erste Funktion bezieht sich auf die Hervorhebung eines ganzen Wortes, eines Hilfswortes oder eines Morphems, das als Kernsilbe des Satzes bezeichnet wird. Damit wird die Struktur des Satzes festgelegt. Wie auf der Wortebene werden die anderen Silben des Satzes der Kernsilbe untergeordnet. Dies ist die zentralisierende Funktion des Satzakzents. Die segmentierende Funktion realisiert sich in der Zerlegung des Satzes in kleinere Einheiten wie Syntag­men oder Sprechakte.
2.3.3. Intonation in der Phonologie
Die Intonation kann im Rahmen der Phonologie betrachtet wer-
den, da diese die bedeutungsunterscheidende Funktion übernehmen kann (Kentner, S. 22). Daher ist es wichtig, zwischen den phoneti­schen und phonologischen Eigenschaften der Intonation zu unter­scheiden.
83
Die phonetischen und phonologischen Unterschiede sind nach Pheby wie folgt zu beschreiben (Zit. nach Selting, S. 109):
Phonetisch Phonologisch
Tonhöhenbewegung Tonmuster
Artikulatorische Gliederung der Äußerung Tongruppe
Rhytmische Struktur der Äußerung Takt
Hervorhebung/Prominenz Tonsilbe
Für die Phonologie sind Tonmuster und Tongruppen von zentra­ler Bedeutung. Wie in 2.3.1. erwähnt, werden die Tonverläufe in steigend, fallend und gleichbleibend unterschieden, aber im phono­logischen Sinne entsprechen sie den Tonmustern 1, 2 und 3: „Ton­muster sind unterscheidbare phonologische Tonhöhenbewegungen, die „syntaktische Funktionen haben können” (ed., S. 110).
Intonationsmodelle als theoretische Strukturen von Sätzen oder Äußerungen existieren in der Menge der sprachlich-phonologischen Varianten und werden als Intoneme bezeichnet. „Unter Intonem ist die Gesamtheitvon phonologisch relevanten tonalen, dynamischen und temporalen Merkmalen der Satzintonation zu verstehen. Pho­netische Varianten der Intoneme sind konkrete Intonationsstruktu­ren. Intoneme gelten als größte phonologische Einheiten. Intoneme verfügen über distinktive tonale, dznamisch und temporale Merk­male und können phonologische Oppositionen bilden.
2.3.4. Tonkonfigurationen im Deutschen
Für das Deutsche werden verschiedene phonologische Tonkon­figurationen unterschieden.Die Art der Tonkonfiguration wird als Tonem bezeichnet, welches sprachlich-funktionell relevant ist (Kos­min, S. 159). Es gibt sechs Toneme: das terminale Tonem, das inter­rogative Tonem, das Tonem des Ausrufes, das Tonem der Bitte, das Tonem des Befehls und das Tonem der Einschaltungen.
Die Intonationsstrukturen des Deutschen können informativen und kontaktiven Charakter haben. Typisch für informierende Struk­turen ist der terminale Tonverlauf, typisch für fragende Strukturen ist der aufsteigende Tonverlauf.
Fragen zur Selbstkontrolle:
1) Geben die die Definition der Intonation.
2) Welche Funktionen der Intonation sind Ihnen bekannt?
8484
3) Welche Komponente der Intonation kann als eigenständiges
Ausdrucksmittel betrachtet werden? Begründen Sie.
4) Was ist das Register?
5) Welche Funktionen hat der Satzakzent?
6) Wie wird der Satzakzent in der Phonologie betrachtet?
7) Beschreiben Sie die phonetischen und phonologischen Merk-
male der Intonation.
8) Was ist Intonation?
9) Was ist ein Tonem?
10) Welche Gegensätze können Intoneme bilden?
Literatur:
1. Grice, M. & Baumann S. Einführung in die Intonation. URL:
https://www.coli.uni-saarland.de/~andreeva/Courses/WS2023/ Prosodie/Skript-Intonation.pdf
2. Kentner G. Phonetik und Phonologie des Deutschen // R.
Klabunde,W. Mihatsch, S. Dipper (Hrsg.), Linguistik im Sprachver­gleich, https://doi.org/10.1007/978–3-662–62806–5_1, S. 4–25.
3. Kosmin O. G., Bogomasova T.S. Theoretische Phonetik der
deutschen Sprache / Козьмин О.Г., Богомазова Т.С. Теоретическая фонетика немецкого языка. M.: НВИ-Тезаурус, 2002. – 256 S.
4. Praktische Phonetik der deutschen Sprache: учебное пособие
/А. В. Ленец, Т. В. Овсиенко, Е. В. Фирсова; Южный федеральный университет. – Ростов-на-Дону; Таганрог: Издательство Южного федерального университета, 2019. – 258 с.
5. Selting M. Phonologie der Intonation: Probleme bisheriger
Modelle und Konsequenzen einer neuen interpretativ-phonologi­schen Analyse. first published in: Zeitschrift fur Sprachwissen­schaft 11 (1993), ISSN 0721–9067, S. 99–138/https://publishup. uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/4005/ file/phonologie.pdf
6. Виноградов В.В. Понятие синтагмы в синтаксисе русского
языка // Вопросы синтаксиса современного русского языка.
1950.
7. Цахер О. Фонетика немецкого языка (теоретический курс)
(на немецком языке). Л.: Просвещение, 1969. – 210 с.
85
Übungen zu Kapitel 2.3
Übung 1. Diskutieren Sie die untenstehenden Definitionen des
Begriffs „Intonation“ in der Gruppe. Welche dieser Definitionen gefällt Ihnen am besten? Begründen Sie Ihre Auswahl. Wer ver­tritt die gleiche Meinung?
1. „Die Intonation kann im engeren oder im weiteren Sinne auf­gefasst werden. Im engeren Sinne beschäftigt sich Intonation mit den „kommunikativ relevanten Tonhöheneigenschaften sprachlicher Äußerungen“ und im weiteren Sinne umfasst der Begriff zusätzlich noch Akzentuierung, Rhythmus, Pausen, Intensität und Sprechge­schwindigkeit“ [Peters J., S. 4].
2. „Intonation ist die allgegenwartige, zugrundeliegende Parti­tur der Rede, deshalb wird sie häufig auch als Sprachmelodie be­zeichnet“ [Zimmermann G., S. 2]
3. „Intonation ist ein Informatonskanal, der den Bereich der Phonologie, Grammatik und Semantik ubersteigt: sie ist ein Mittel, Emotionen, Humor und Haltung zu kommunizieren – nicht zuletzt weist sie auch auf den dialektalen Hintergrund des Sprechers hin“ [Stalder F.J., S.7–8]
4. Die Intonation im weiteren Sinne wird von Bußmann als „die Gesamtheit der prosodischen Eigenschaften lautsprachlicher Äuße­rungen (Silben, Wörter, Phrasen)“ definiert [Bussmann H., S. 352].
Übung 2. Schreiben Sie aus verschiedenen Lehrbüchern der Pho- netik und zusätzlichen Lehrmaterialien die Definitionen der In­tonation heraus. Präsentieren Sie Ihre Ergebnisse in der Gruppe.
Übung 3. Definieren Sie folgende Begriffe: die Sprechmelodie (die Tonführung), die Klangfarbe der Stimme, terminale (fallende) Melodieform, interrogative (steigende) Melodieform, progrediente (weiterweisende) Melodieform, die Kopfstimme, die Bruststimme, die Mischstimme, die Intonationskontur, das Intonem, der rhythmi­sche Körper, der Vorlauf, der Nachlauf.
Übung 4. Setzen Sie in die Sätze die passenden Wörter und Wortkombinationen aus dem Kasten ein:
a) subjektive Einstellung; b) eine komplizierte Erscheinung;
c) „Sprechmelodie“ oder „Tonführung“;
d) den Sinn der Information; e) die Pausen und das Tempo;
f) die Intonation; g) der Sprechmelodie;
h) syntaktische und phonetische Mittel; i) betonen;
8686
Die Wörter als Teile eines Ausspruchs werden miteinander durch
(1) … verbunden. Das wichtigste Mittel, das die Wörter zu einem
Ausspruch gestaltet, ist (2) ... .Viele Phonetiker identifizieren den
Begriff „Intonation “ mit den Begriffen (3) … . Auf solche Weise wird die Intonation im engeren Sinne als Verlauf (4)… begriffen.
Die Intonation ist (5)….Sie wird als ein Komplex solcher prosodi-
schen Mittel der Sprache wie die Melodie, die Betonung, (6) …, die Stimmfarbe (Timbre) und der Rhythmus betrachtet.
Im Kommunikationsprozess ermöglichen diese prosodischen Mit-
tel dem Sprecher, das Wichtigste in der Äußerung zu (7) …, seine (8)…zur Äußerung auszudrücken, und dem Hörer (9) ... richtig zu erfassen.
Übung 5. Beantworten Sie die Fragen und füllen Sie die Tabelle
aus:
Intonationsmuster Beispielsätze Satztyp
steigendä
fallendæ
gleichbleibendà
– Wie verläuft die Melodie in ...?
a) in gestressten / genervten Aufforderungen? b) in abschließenden Aussagen? c) nach dem Komma? d) in ernsten Aufforderungen? e) in freundlichen Fragen? f) in Ja/ Nein-Fragen? g) in neutralen Rückfragen? h) in sachlichen Fragen (vor allem in W-Fragen)? i) in überraschten Fragen? j) in Aussagen, die noch fortgesetzt wird? k) in gestressten / genervten Aussagen? l) in überraschten Rückfragen?
– Welchen Melodieverlauf hat der Satz?
1. Ich werde zu dir morgen kommen und auch übermorgen.
2. Ja, ja – das habe ich doch richtig gemacht!
3. Heute findet der Sprachenkongress statt.
4. Kommen Sie bitte morgen!
5. Wo waren Sie im Urlaub?
87
6. Ist das deine Mappe?
7. Ich lerne Deutsch, Englisch und Spanisch.
8. Arbeiten Sie jeden Tag?
9. Kommt er morgen!?
10. Würdest du das Fenster schließen?
11. Mit allen Traumen und all den Sorgen, heute, morgen und über- morgen.
12. Du kommst morgen!?
Übung 6. Markieren Sie die Intonation in folgenden Sätzen mit Melodiepfeilen: æ (fallend), ä (steigend) oder à (gleichbleibend):
Bist du Lehrerin? – Nein, ich bin Studentin.
Einen Kaffee, bitte. – Wie bitte?
Wir haben vergessen, sie anzurufen.
Sie sagte, dass sie kommt, aber eigentlich keine Lust hat.
Ist das Monika?
Wo arbeiten Sie?
Und bitte vergessen Sie nicht: Max braucht bis Mittwoch Ma­thehefte, ein Lineal, einen Radiergummi, einen Bleistift und eine Kinderschere.
Parken Sie hier doch nicht!
Ich studiere Literatur und Fremdsprachen.
Wohin gehst du?
Ich lerne Deutsch. Und du? Lernst du Deutsch? – Ja, ich lerne Deutsch und Englisch.
Mit wem fahren Sie aufs Land? – Mit den Eltern.
Das habe ich gestern zum ersten Mal gehört.
Übersetzen?
Warst du gestern in Berlin?
Ich liebe Sonnenblumen.
Übung 7. Notieren Sie die Melodieverläufe im Dialog und lesen Sie dann diesen Dialog vor:
A. Guten Morgen!
B. Guten Morgen! Was mochten Sie bitte?
A. Einen Kaffee, bitte.
B. Latte oder Cappuccino?
A. Latte, bitte.
B. Bitte sehr. Darf es sonst noch etwas sein?
A. Wie viel kostet der Kuchen?
B. Der Kuchen ist heute im Angebot. 1 Euro für 1 Stück.
8888
A. Super, dann nehme ich auch ein Stück Kuchen, bitte. B. Mit Johannisbeeren oder Himbeeren?
A. Mit Himbeeren, bitte. B. Ihr Kaffee und Kuchen, bitte. Guten Appetit! A. Vielen Dank!
Übung 8. Lesen Sie den Auszug aus dem Vorlesungsskript von
M. Grice und S. Baumann „Einführung in die Intonation“. Beant­worten Sie die Fragen zum Auszug in Stichwörtern (1–10 Wör­ter):
1) Welche Funktionen kann die Intonation ausüben?
2) Welche Notationsformen der Intonation werden im Text vor-
gestellt?
3) Charakterisieren jede Art der Notation.
4) Was sind die Vorteile und Nachteile jeder Notationsart?
5) Nennen Sie die Namen der Linguisten, die diese Notationsmo-
delle verwendet haben?
„1. Segmental und suprasegmental
Die gesprochene Sprache kann auf verschiedene Weisen darge-
stellt werden. Eine Möglichkeit, eine Äußerung zu notieren, besteht darin, sie in eine Reihe von Segmenten aufzulösen. Diese Segmen­tierung kann zum Beispiel orthographisch, phonetisch oder phone­misch vorgenommen werden:
Orthographisch: „Ich bin krank gewesen.“ Phonetisch: [Ɂɪç bɪn kraŋk gǝveːz n] Phonemisch: /ɪç bɪn kraŋk gǝveːzǝn/ Diese Ebene ist die segmentale Ebene. Sie wird oft Text genannt. Aber diese Segmentkette liefert keine Information über die Me-
lodie der Äußerung. Die Melodie bzw. Intonation kann auf unter­schiedliche Art und Weise dargestellt werden. Eine Möglichkeit wäre eine Linie über dem Text (hier verwenden wir den orthogra­phischen Text):
89
Die Intonation, die bei (1) notiert wird, kommt häufig in Aus­sagen vor. Hier berichtet der Sprecher, dass er krank gewesen ist.
Aber diese ist nicht die einzig mögliche Intonation. Die gleiche Kette von Segmenten könnte auch mit einer anderen Melodie geäu­ßert werden, z.B.:
Bei (2) stellt der Sprecher die (Echo)Frage, ob jemand behauptet hätte, er sei krank gewesen.
Eine andere Möglichkeit wäre:
Hier will der Sprecher unterstreichen, dass er und kein anderer krank gewesen ist.
Was (1), (2) und (3) auseinanderhält, ist die Intonation. Man kann sie sich auf einer Ebene vorstellen, die über den Segmenten angesiedelt ist. Daher wird diese Ebene auch als suprasegmentale Ebene bezeichnet. Sie wird oft Tune genannt.
Die Intonation einer Äußerung hat also mit dem Tonhöhenver­lauf der Stimme zu tun. Sie kann eine grammatische Funktion ha­ben (z.B. bei der Differenzierung zwischen einer Frage und einer Aussage). Sie dient auch dazu, Äußerungen einzuteilen und zu glie­dern. Ohne eine richtige Intonation wird man oft missverstanden.
2. Notation von Intonation
Während man im Bereich der segmentalen Phonetik auf einen anerkannten NotationsStandard (das Internationale Phonetische Al­phabet, IPA) zurückgreifen kann, existiert für die Beschreibung der
9090
Соседние файлы в предмете [НЕСОРТИРОВАННОЕ]