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Основы теории основного иностранного языка теоретическая фонетика немецкого языка. Учебное пособие

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Das Deutsche verfügt demnach über artikulatorische Merkmale,
die es von anderen Sprachen unterscheiden, wie beispielsweise: ak­tive Lippentätigkeit, Mundöffnungsweise, Zungenlage, Artikulati­onsspannung usw.
Das hier vorgestellte Verständnis der artikulatorischen Basis
umfasst nicht das Konzept der Intonation im Allgemeinen, der Sil­bentheorie, der Rhythmisierung sowie der phonologischen Merkma­le von Lauten. Aus diesem Grund wird im Folgenden das Konzept der phonetischen Basis eingeführt.
In Anlehnung an O.Zacher definieren wir die phonetische Basis als eine Gesamtheit der phonetischen Hauptmerkmale der gegebe­nen Sprache im Vergleich zu den phonetischen Hauptmerkmalen einer anderen Sprache (Zacher, S. 55).
Der Begriff der phonetischen Basis ist demnach breiter gefasst als der der Artikulationsbasis, welcher lediglich einen Teilbereich darstellt. Die übrigen Bereiche umfassen die prosodische Basis so­wie die Perzeptionsbasis, wie von Utschurova definiert (Учурова, S. 75).
Die prosodische Basis, definiert als die rhythmisch-melodischen Eigenschaften einer Sprache, wird maßgeblich von „den Besonder­heiten des Energiepotenzials einer Sprache bestimmt. Das Energie­potenzial reguliert nicht einzelne Laute, sondern ist für den gesam­ten Silbenimpuls typisch“ (Ibid).
„Unter der Perzeptionsbasis werden auditive Muster (Invarian­ten) zusammengefasst, die der Hörer/Sprecher beim Spracherwerb aufbaut und speichert“ (Ibid.). Mithilfe dieser Muster ist er in der Lage, phonematisch und intonematisch zu hören.
1.1.7. Kurze Geschichte der Phonetik als Wissenschaft
Die Phonetik stellt keinen neuen Wissenschaftszweig dar. Das Interesse an einer Beschreibung der Methoden zur Erzeugung und Wahrnehmung von Schallwellen in der Sprache reicht bis in die Anfänge der Menschheitsgeschichte zurück.
Im vorliegenden Handbuch wird die von Hans-Heinrich Wängler vorgeschlagene Klassifikation zur Entwicklug der Phonetik als wis­senschaftliche Disziplin vorgestellt. Wängler war ein deutscher Pho­netiker, Doktor der Philologie, Professor an der Universität Ham­burg und gilt als einer der renommiertesten Experten auf diesem Gebiet. Er hat wegweisende phonetische Werke verfasst, darunter
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die „Physiologische Phonetik. Eine Einführung“ sowie „Grundriß
einer Phonetik des Deutschen“ erschienen.
In der Entwicklungsgeschichte der Phonetik lassen sich fünf Pe-
rioden unterschieden (Koloman, S. 28–31, Schubiger, S. 5–13):
1. Fragestellung: wie kann man phoneti-
sche Erscheinungen
gruppieren
2. Antike Griechen
und Römer
3. 11. – 16.
Jahrhundert
4. 16. und 17.
Jahrhundert
5. 17. – 18. Jahrhun-
dert
6. 19 Jahrhundert –
heute
Der alte Ägypten und Inder
Aristoteles, Galen, Dionysios, Pythago­ras, Hippokrates, Thrax Leonardo da Vinci, Jakob Madsen Aarus „De literis libri duo“,
J. Wallis „Grammatica Linguae Anglicanae“ (Oxforder Universität), Akademien in Frankreich und Russland, Wolfgang von Kempelen „Mechanismus der menschlichen Sprache“ (Österreich), H. Helmholtz „Die Lehre von den Tonempfindungen“ (Deutschland) A. Haller „Elementa phsysiologiae“, 1760 Bartoli „Physik del suono“, 1680 Die Forschungen im Bereich der Phone­tik und Phonologie verzeichnen einen be­merkenswerten Aufschwung.
Fragen zur Selbstkontrolle:
1) Definieren Sie den Begriff der Phonetik.
2) Welcher Gegenstand wird in der wissenschaftlichen Diszi-
plin der Phonetik erforscht?
3) Benennen Sie die Teilgebiete der Phonetik.
4) Erläutern Sie den Unterschied zwischen der segmentalen
und suprasegmentalen Phonetik.
5) Skizzieren Sie die Fragestellungen, die sich die artikulatori-
sche Phonetik stellt.
6) Erläutern Sie die theoretische Bedeutung der Phonetik.
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7) Benennen Sie die Zweige der Phonetik und beschreiben Sie
ihre Aufgaben.
8) Wie sind die Verhältnisse zwischen Phonetik und Naturwis-
senschaften?
9) In welche Gruppen können die phonetischen Forschungsme-
thoden eingeteilt werden?
10) Was ist der Unterschied zwischen der Artikulationsbasis
und phonetischer Basis?
11) Mit welchem Teilgebiet der Phonetik korreliert die Perzep-
tionsbasis?
12) Geben Sie die Definition der prosodischen Basis.
13) Welche Perioden in der Entwicklung von Phonetik als
Sprachwissenschaft unterscheidet man?
14) Welche bedeutenden Autoren haben zur Entwicklung der
Phonetik in der Periode des Aufblühens beigebracht?
Literatur:
1. Koloman, Brenner, Balázs, Huszka, Csaba, Werk-Marinkás.
Deutsche Phonetik – eine Einführung. Budapest – Veszprém, 2006. – 159 S.
2. Kohler K. J. Einführung in die Phonetik des Deutschen. Ber-
lin, 1995. – 249 S.
3. Kosmin O. G., Bogomasova T.S. Theoretische Phonetik der deutschen Sprache / Козьмин О.Г., БогомазоваТ.С. Теоретическая фонетика немецкого языка. M.: НВИ-Тезаурус, 2002. –256 S.
4. Muller G. Linguistische Grundlagen 2. Phonetik: Die Sprach­laute Institut für Linguistik Universität Leipzig Lit.: Grewendorf et al. (1987, Kap. 2), O’Grady et al. (1996, Kap. 2) // URL: https:// home.uni-leipzig.de/muellerg/mu452.pdf.
5. Schubiger M.: „Einleitung. Geschichte der Phonetik“. Einfüh­rung in die Phonetik. Berlin, Boston: De Gruyter, 1970, S. 5–13. https://doi.org/10.1515/9783112320693–001
6. Thomas B. Einführung in die Phonetik und Phonologie des Deutschen. WBG (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), Darmstadt,
2012. – 130 S.
7. Tscherkun E.J., Zhamaganova N.M. Theoretische Phonetik der deutschen Sprache. Die 2. Herausgabe.Ulan-Ude: Verlag der Burjatischen staaatlichen Universitat, 2013. – 140 S.
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8. Zobel S.Phonetik und Phonologie. Eberhard Karls Universität
Tübingen. URL: https://sarahzobel.net/pdfs/introling18/zobel-02­phonetik-phonologie.pdf.
9. Учурова С.А. Основы теории немецкого языка: лексикология,
фонетика, грамматика и стилистика = Grundlagen der deutschen Sprachrheorie: Lexikologie, Phonetik, Grammatik und Stilistik / С.А. Учурова, Е.В. Луговых, А.О. Ильнер. Екатеринбург: Изд-во Урал. ун-та, 2018. – 240 с.
10. Цахер О. Фонетика немецкого языка (теоретический курс) (на немецком языке). Л.: Просвещение, 1969. – 210 c.
Übungen zum Kapitel 1.1
Übung 1. Diskutieren Sie die untenstehenden Definitionen
des Begriffs „Phonetik“ in der Gruppe. Welche dieser Definitionen
gefällt Ihnen am besten? Begründen Sie Ihre Auswahl. Wer vertritt
die gleiche Meinung?
1) N.S. Trubezkoy definiert die Phonetik folgendermaßen: „Die Phonetik kann als Lehre von den Sprachlauten und den prosodi­schen Mitteln der Sprache bezeichnet werden“ [Trubetzkoy N.S., S. 14].
2) „Der Gegenstand der Phonetik ist das Schallereignis der
sprachlichen Kommunikation in allen seinen Aspekten, d. h. die Produktion, die Transmission und die Rezeption von Sprachschall einschließlich der psychologischen und soziologischen Voraussetzun­gen in der Kommunikationssituation zwischen Sprecher und Hörer, wobei sowohl symbol- als auch meßphonetische Betrachtungsweisen diesen Objekt prägen“ [Kohler K.J., S. 25].
3) “Die Phonetik befasst sich mit den hör- und messbaren Eigen-
schaften gesprochener Sprachlaute, die Phonologie mit deren bedeu­tungsunterscheidender Funktion“ [Dieling H., Hirschfeld U., S.11].
4) „Phonetik untersucht die lautliche Seite des Kommunikati-
onsvorgangs unter dem Aspekt folgender Teilprozesse: (a) artikula­torisch-genetische Lautproduktion (Artikulatorische Phonetik), (b) Struktur der akustischen Abläufe (Akustische Phonetik), (c) neuro­logisch-psychische Vorgänge des Wahrnehmungsprozesses (Auditive Phonetik). Ihre Basis sind Kenntnisse der Anatomie, Physiologie, Neurologie und Physik. Im Unterschied zur Phonologie untersucht die Phonetik die Gesamtheit der konkreten artikulatorischen, aku-
1414
stischen und auditiven Eigenschaften der möglichen Laute aller Sprachen“ [Bussmann H., S.579, 581].
5) „Die Phonetik, als Teil der Lautlehre, untersucht die Faktoren
und Komponenten sprachlicher Laute. Sie ist ein eigenständiges in­terdisziplinäres Fachgebiet zwischen Linguistik, Biologie, Akustik, Neurowissenschaften, Medizin und weiteren Wissenschaften. Der Gegenstandsbereich der Phonetik ist die gesprochene Sprache in all ihren Realisierungen“ [http://de.wikipedia.org/wiki/Phonetik].
6) „Die Phonetik ist die Wissenschaft, welche die Frage danach
stellt, wie die sprachliche oder linguistisch kommunikative Funkti­on der Sprache durch die Lautsubstanz erfüllt wird“ [Petursson M., Neppert J., S. 15].
„Phonetik ist die Wissenschaft, die Stimmbildung, Erzeugung
und Wahrnehmung sprachlicher Laute untersucht. Phonetik teilt sich in drei Hauptzweige, d.h. artikulatorische Phonetik, akusti­sche Phonetik und auditive Phonetik“ [Freihoff R., Fuchs B., Hal C., Natunen M., S. 22].
7) Geleitet von der Erklärung des Begriffs Phonetik im Duden-
Wörterbuch ist unter dem Terminus Phonetik Folgendes zu ver­stehen: „Die Wissenschaft von den sprachlichen Lauten, ihrer Art, Erzeugung u. Verwendung in der Kommunikation“ [https://www.
duden.de/woerterbuch].
8) „Die Phonetik befasst sich mit der Analyse und in jüngerer
Zeit zunehmend auch mit der Synthese von Sprachlauten, Laut­verbindungen und lautsprachlichen Äußerungen. Sie untersucht die anatomisch-physiologischen wie auch die akustischen Gesetzmäßig­keiten der Erzeugung und Verarbeitung des Sprachschalls durch den Menschen“ [Lemke S., S. 20]
Übung 2. Schreiben Sie aus verschiedenen Lehrbüchern der Pho-
netik und zusätzlichen Lehrmaterialien die Definitionen der Pho­netik heraus. Erstellen Sie Ihr eigenes terminologisches Vokabel­heft. Beginnen Sie mit dem Begriff der Phonetik. Präsentieren Sie Ihre Ergebnisse in der Gruppe.
Übung 3. Definieren Sie folgende Begriffe: die segmentalen pho-
netischen Einheiten, die suprasegmentalen phonetischen Einheiten, diå àngewandte Phînetik, diå àllgemeine Phînetik, diå histîrische Phînetik, diå beschreibånde Phînetik, diå vårgleichende Phînetik, dàs Spràchsystem, dàs Rådåsystem, die Artikulation, die phoneti­sche Basis, die Artikulationsbasis, die prosodische Basis.
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Übung 4. Wählen Sie aus der Liste aus, welche Eigenschaften
für die Phonetik gelten:
a. … besteht seit Jahrhunderten; b. … hat Phoneme / Prosodeme als Hauptelemente; c. bietet praktische Unterstützung für den Unterricht; d. die Systematisierung von Sprachlauten in einzelsprachlichen Systemen; e. eine junge Wissenschaft, die seit wenigen Jahrzehnten besteht; f. … erforscht die lautliche Seite einer konkreten Sprache; g. … stellt einen theoretischen Wissenszweig dar; h. bezieht sich auf das Sprechen; i. konzentriert sich auf den Wert des phonetischen Gebildes; j. … arbeitet mit abstrakten Komponenten; k. … erfasst alle Seiten des Lautgebildes; l. behandelt materielle, physikalische Gebilde;
Übung 5. Was passt zum Begriff «(A) Die artikulatorische
(physiologische) Phonetik», «(B) Die akustische (physikali­sche) Phonetik», zur Definition « (С) Die perzeptive (auditive) Phonetik?» Ordnen Sie zu. Fassen Sie kurz in der Gruppe zusam­men, was Sie notiert haben:
A. Die artikulatorische
Phonetik
ò
…
1) analysiert die Schallereignisse, die durch die menschlichen Sprechorgane (die Lungen, die Bronchien, die Trachea, den Kehl­kopf, das Ansatzrohr usw.) produziert werden;
2) Beim Sprechen werden Klänge, Geräusche und Verschmelzun­gen von Klängen und Geräuschen erzeugt;
3) Vom Standpunkt dieser Disziplin aus können die Sprechlaute als die vom menschlichen Gehörorgan wahrgenommenen Schallwel­len festgestellt werden;
4) … erforscht die Struktur der Schallsignale mit Hilfe spezieller Geräte;
5) … untersucht die am Sprechen beteiligten Organe: bewegliche Strukturen (die Stimmlippen, der hintere Teil des Rachenresona-
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B. Die akustische
Phonetik
ò ò
C. Die auditive
Phonetik
tors, der Hintergaumen, das Zäpfchen,das Gaumensegel, die Zunge, die Lippen und der Unterkiefer), die an der Lautbildung aktiv be­teiligt sind,und unbewegliche Strukturen, zu denen der Vordergau­men, der Zahndamm und die Zähne gehören;
6) … untersucht die physiologischen Vorgänge beim Hören;
7) Vom Standpunkt dieser Disziplin muss man Schall mit Hilfe
von speziellen technischen Geräten messen. Die Zeitdauer eines Schalls wird in Millisekunden (ms) angegeben. Der Mensch emp­findet sie als Lautlänge;
8) … beschäftigt sich einerseits mit der für die Lautwahrneh-
mung relevanten Anatomie des Gehörs, andererseits mit der Deko­dierung oder dem Verstehen und Verarbeiten des Wahrgenommenen im Gehirn;
9) … beschreibt die Lautproduktion/ Phonation (Stimmgebung)
anhand von Art und Ort der Lautbildung;
10) Zu den Besonderheiten der Artikulationsbasis einer Spra-
chezählt man: die Lippentätigkeit, die Artikulationsspannung, die Mundöffnungsweite, die Zungenlage, die Funktion des Gaumense­gels und der Kehlkopfstand;
11) … beschäftigt sich mit der Dauer, Intensität und Frequenz
der Sprachlaute;
12) Der Sprechapparat stellt ein kompliziertes System von Schall-
quellen und Schallfiltern, ein Schallgenerator dar, der drei Arten des Schalls produzieren kann: den Grundton, den Klang und das Geräusch;
13) … befasst sich mit den Sprechorganen und ihrer Funktions-
weise;
14) … betrachtet physiologische Prozesse der Erkennung und In-
terpretation von Lauten;
Übung 6. Finden Sie unter diesen Forschungsmethoden allge-
meinlinguistische, die in der Phonetik zur Erforschung eingesetzt werden können:
1) die Sprachsynthese
2) die Elektromyographie
3) die Transformationsanalyse
4) die semantische Analyse
5) die komparative Analyse
6) die Röntgendiagnostik
7) die Palatographie
8) das Abhörverfahren (die sogenannte auditive Methode)
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9) die Methode der Substitution
10) die strukturelle Analyse
11) die Segmentierung (Segmentation)
12) die Oszillographie
13) die deskriptive Analyse
14) das Filmen
15) die spektrale Analyse
16) die Statistik
Übung 7. Ordnen Sie der bestimmten Zeitperiode in der Ent-
wicklungsgeschichte der Phonetik die untenstehenden Entdeckun-
gen und Ereignisse zu:
1. Diå vîrhistîrischå Periîdå (bis zum V. Jàhrhundårt vîr Chri­sti Gåburt)
2. Die Periîdå dår Àntikå (vîm IV. Jàhrhundårt vîr Christi Gåburt bis zum XI. Jàhrhundårt unsårår Zåitråchnung)
3. Diå Påriîdå dås Vårfàlls (vîm XI. bis zum XVI. Jàhrhundårt)
4. Diå Påriîdå dås Àufblühåns (vîm XVI. bis zum XIX. Jàhrhundårt)
5. Diå Påriîdå dås Àufstiågs (vîm XIX. Jàhrhundårt und bis håutå)
A. Werke von Aristoteles – In seinen Schriften hat Aristoteles um­fangreichen Stoff über Physiologie und Pathologie von Stimme und Sprache gesammelt und archiviert.
B. Die Entwicklung der experimentellen Phonetik ist auch mit dem Na- men des russischen Sprachforschers V.A. Bogorodizki verbunden.
C. Die Erndung des phönizischen Alphabets – Im Jahr 1200 v. Chr. verwendeten die Phönizier ein Schriftsystem, in dem alle Konso­nanten durch 22 Zeichen wiedergegeben wurden. Auf ihren Reisen entlang der Mittelmeerküste verbreitete sich ihr System überall und löste langsam die Keilschrift ab. Es ist Grundlage bzw. Vor­läufer sowohl der griechischen als auch der aramäischen Schrift, aus der wiederum die hebräische und die arabische Schrift her­vorgingen. Somit ist das phönizische Schriftsystem Grundlage für fast alle heutigen alphabetischen Schriften.
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D. Solche berühmte Wissenschaftler wie F.F. Fortunatow und
R.I. Avanessov lenkten besondere Aufmerksamkeit auf die phonolo- gische Untersuchung des Lautwechsels. E.D. Polivanov und O.S. Ach­manova untersuchten die Probleme der Entwicklung der Phoneme, ihre Entstehung (Divergenz) und ihren Schwund (Konvergenz). Für L.R. Sinder standen die Fragen der inneren Segmentierung der Rede im Mittelpunkt. G. Meinhold und E. Stock befassten sich mit den Besonderheiten des phonologischen Systems der deutschen Standardaussprache. Die neue Lehre in der Phonetik „die Phono- metrie“ wurde von Eberhard Zwirner entwickelt, die sich mit der Statistik der Laute, mit den Messungen der Lautdauer, der Tonhö- he und der Lautstärke beschäftigt.
E. Das griechische Alphabet hat im Gegensatz zum phönizischen eine entscheidende Änderung. Es gibt nicht nur Buchstabenzei­chen für Konsonanten, sondern auch für Vokale. Dies unterschei­det das griechische Alphabet beispielsweise vom hebräischen oder arabischen Alphabet. Das griechische Alphabet war somit das erste Alphabet mit Vokalzeichen. Die altgriechische Sprache verbreitete sich zuerst unter der Vormachtstellung Athens und des attischen Seebundes im Mittelmeerraum. Später unter Alexander dem Gro­ßen und danach im römischen Reich verbreitete sich das Griechi­sche in der gesamten antiken Welt als Wissenschaftssprache.
F. Die Arbeit des dänischen Gelehrten Jakob Madsen Aarhus «Die li­teris libri duo» (Zwei Bücher von den Buchstaben), in der er die Laute erklärt und systematisiert hat. Der Forscher interessierte sich auch für die Problematik des Stimmklanges, der Mundhöhlen­Kalibration und der Zungenstellung bei Vokalen. Diese Entwick­lungen wurden durch die Erkenntnis gefördert, dass man das Stu­dium verschiedener Lautsysteme als ein Schlüssel zur synchronen Untersuchung von Sprachen verstehen kann.
G. Abbé P. J. Rousselot gilt als Gründer der Experimental- oder Instrumentalphonetik. Er erkannte bei seinen Feldaufnahmen die Ungeeignetheit der Sinnesorgane bei der genauen Erfassung der Laute. Der Forscher sammelte daher ein Instrumentarium und gründete das erste instrumentalphonetische Laboratorium am In­stitut Catholique de Paris.
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H. Die Entstehung des Sanskrits, einer der ältesten Sprache der
Welt, die schon ungefähr 1500 v. Chr. entstanden ist. Sie gehört zu
einer großen Sprachfamilie, die Sprachen aus dem alten Iran, Grie-
chenland, Rom und der Kelten enthält. Bis heute ist Sanskrit ein
gängiges Mittel in der Linguistik und Sprachwissenschaft. Denn
die Struktur und Klarheit von Sanskrit hilft Forschern dabei, die
Entwicklung von Sprachen und deren Grammatik zu verstehen.
I. 1791 erschien das Buch «Mechanismus der menschlichen Spra-
che» von W. Kempelen. Der berühmte Österreicher hat die erste
„sprechende Maschine“ gebaut, die nach dem Vorbild des mensch-
lichen Sprechapparats Laute, Wörter und kleine Sätze hervorbrin-
gen konnte. Der Gelehrte legte damit den Grundstein der nachhe-
rigen Experimental- oder Instrumentalphonetik.
J. Die Arbeiten von Leonardo da Vinci – Der Forscher lieferte
Zeichnungen der Atmungsorgane und des Kehlkopfs des mensch-
lichen Körpers. Er interessierte sich für akustische Eigenschaften
des Sprechschalls.
K. An der Leningrader Universität entstand das experimental-pho-
netische Laboratorium, die von L.W. Stscherba und L.R. Sinder ge-
leitet wurde. Zu dieser Zeit wurde an der Ersten Moskauer Pädago-
schinen Hochschule für Fremdsprache auch das Laboratоrium für
еxpеrimеntеllе Phоnеtik und Sprаchphysiоlоgie unter der Lеitung
vоn V.A.Artjomov gegründet.
Übung 8. Lеsеn Sie dеn Tеxt aufmеrksam durch. Bеantwortеn
Siе diе Fragеn aufgrund des Textes in Stichwörtern (1–10 Wör­ter):
1. Warum ist eine gute Aussprache wichtig?
2. Welche Faktoren können den Erwerb der Aussprache beein-
flussen?
3. Welche Beziehung hat Aussprache und Identität?
4. Wo liegen die Probleme beim Erlernen der richtigen Ausspra-
che?
5. Warum (und wie) entstehen Aussprachefehler?
6. Welche Beziehungen existieren zwischen Fremdsprachenun-
terricht und Phonetik?
7. Was ist es erforderlich (notwendig), um Phonetik im kommu-
nikativen Deutschunterricht wirkungsvoll gestalten zu können?
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