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Лексикология немецкого языка. Учебное пособие

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2) Es wir das Verhältnis des Teils zum Ganzen ausgedrückt: Blume: die Wurzel, der Stengel, das Blatt, die Blüte.

3) Eine andere Art der hierarchischen Bedeutungsbeziehungen stellen die folgenden Beispiele dar: Herde – Kuh, Kalb; Wald – Baum. Das übergeordnete Lexem (Hyperonym) ist ein Kollektivum.

4.2.3 Beziehungen der Gegensätzlichkeit (Polarität)

Die Lexeme wie alt – jung, heiß – kalt, oben – unten, hinein – hinaus, Gesundheit – Krankheit bezeichnen gegensätzliche Sachverhalte bzw. Eindrücke. Die Wertwörter gut – schlecht, gut – böse, schön – hässlich, nützlich – schädlich – gegensätzliche Wertungen.

Der Begriff Antonymie wird in der linguistischen Literatur zweierlei gebraucht – im engen und im weiten Sinne. Bei der weiten Auffassung bezeichnet die Antonymie die Polarität/Gegensätzlichkeit im Allgemeinen. Dabei sind Antonyme Wörter mit Gegenbedeutung: weiß – schwarz; Tag – Nacht.

Bei der engen Deutung ist Antonymie nur eine Art der Polarität. Die anderen Arten sind Komplementarität, Konversheit (Sieh: [Lyons 1980])

Die wichtigste Voraussetzung der Antonymie ist das Vorhandensein eines geineinsamen semantischen Kerns, auf dessen Basis die Polarität entsteht.

Tag; Sommer; früh

Zeit

Nacht; Winter; spät

weiß; hell

Farbe

schwarz; dunkel

sprechen; redsam

Sprechtätigkeit

schweigen; wortkarg

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Antonymie ist nur bei Spracheinheiten gleicher Wortart denkbar.

Nach der Art der Polarität unterscheidet man:

a)Kontradiktorische Antonyme4. In diesem Fall handelt es sich um einen strengen Gegensatz, um eine logische Negation des gegensätzlichen Begriffs, um logische Gegenüberstellung zwei Begriffe: Sein – Nichtsein; jeder – keiner; Möglichkeit – Unmöglichkeit. Kontradiktorische Antonymie ist eine relativ seltene Erscheinung.

b)Koträre Antonyme (echte Antonyme). Es geht um zwei Begriffe, die innerhalb eines bestimmten Bewertungssystems als Artbegriffe existieren. Sie schließen einander unter einem gemeinsamen Gattungsbegriff aus, stellen aber beide positive Gegebenheiten dar:

viel (Artbegriff) Menge (Gattungsbegriff)

wenig (Artbegriff)

groß

Größe

klein

Konträre Antonyme bezeichnen Merkmale, die graduierbar sind und sind dementsprechend meist Adjektive, die komparierbar sind und von ihnen abgeleitete Substantive: hell – dunkel, heiß – kalt, Hitze - Kälte. Die bezeichneten Merkmale lassen Zwischenstufen zu. Zwischen zwei antonymischen Polen gibt es Übergänge. Die Negation eines Ausdrucks impliziert nicht notwendigerweise die Behauptung des anderen: wer nicht schnell geht, muss nicht unbedingt langsam,

sondern im normalen Tempo gehen; was nicht teuer ist, muss nicht billig sein.

Bewertungssystem

Antonyme

räumlich:

groß – klein

zeitlich:

früh – spät

wertend:

gut –schlecht

4 Da es ist keine sprachliche, sondern eine logische Erscheinung ist, betrachtet man sie oft als Antonymie nicht. 62

wertend (ethisch):

gut – böse

wertend (ästhetisch):

schön – häßlich

c) Komplementäre Antonyme. Bei diesen Antonymen setzt die Negation

eines Begriffs die Behauptung des anderen Begriffs voraus: ledig – nicht ledig =

verheiratet.

Die komplementären Antonyme schließen einander aus. Zwischenstufen sind nicht möglich. Handelt es sich um Adjektive, so sind sie oft nicht komparierbar (vergleichbar), weil Merkmale nicht graduierbar. Die Beziehung zwischen komplementären Lexmen lässt sich als Entwederoder – Beziehung

überprüfen:

Mann – Frau; Flut – Ebbe; Vater – Mutter; jodhaltig – jodfrei.

Nach Lyons unterscheidet Thea Schippan [Schippan 2002. – С. 216 - 217]

Konversivität. Konverse Lexeme/ Antonyme sind z.B. zwei Verben, die gleiche Handlung unter gegensätzlichen Sehweisen ausdrücken: geben und nehmen sind aufeinander bezogen und benennen die gleiche Handlung, einmal vom Standpunkt A, das andere Mal von B aus.

Die gleiche Art der Polarität stellen die Verben mieten - vermieten, kaufen – verkaufen, aber auch abraten – zuraten, beladen – entladen, steigen – fallen, die

Substantive Tag – Nacht, Lehrer – Schüler, Arzt – Patient, Sieger – Verlierer dar [Ibid.].

Nach der morphematischen Struktur lassen sich alle Antonyme in zwei Gruppen unterscheiden: lexikalische Antonyme (Stammwörter), sie werden von verschiedenen Stämmen gebildet: groß - klein, Wärme - Kälte und wortbildende Antonyme, die von gleichen Stämmen gebildet werden: schön – unschön; glücklich – unglüclich.

Die Antonymie ist weniger entwickelt als die Synonymie. Die Möglichkeit der Antonymie ist stark an das Vorhandensein der qualitativen Merkmale gebunden, deshalb ist sie in erster Linie bei Adjektiven und von ihnen abgeleiteten Substantiven und Verben stark entwickelt:

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arm – reich Armunt – Reichtum

sich verarmen – sich bereichern hell – dunkel

die Helle – die Dunkelheit hell werden – dunkeln

4.2.4 Semantische Felder

Einen weiteren Einblick in die paradigmatischen Bedeutungsbeziehungen im lexikalisch-semantischen System ermöglicht die Wortfeldforschung. Die Feldtheorie beruht auf der Annahme, dass zwischen Spracheinheiten regelmäßige Beziehungen bestehen, durch die mehr als zwei Einheiten miteinander verbunden sind. Das Wortfeld ist ein lexikalisch-semantisches Paradigma höherer Ordnung als die Synonymgruppe.

Der Begriff des Feldes wurde 1924 von G. Ipsen eingeführt. Er verstand darunter eine bestimmte Sinneinheit höherer Ordnung, die sich aus Wörtern bildet. „Diese Verknüpfung ist <…> so, dass die ganze Gruppe ein „Bedeutungsfeld“ absteckt, das in sich gegliedert ist; wie in einem Mosaik fügt sich hier Wort an Wort, jedes anders umrissen“ [Ipsen 1924; S. 225]).

Eine tiefere Ausarbeitung fand die Feldtheorie in den Forschungsarbeiten von J. Trier5. J. Trier und sein Nachfolger Leo Weisgerber (BRD) gaben den Feldern eine philosophische Deutung6 (ganz im Sinne des Neohumboldtianismus: Sprache gliedert die Welt), die heftig kritisiert wurde.

Insgesamt aber gehört die Feldtheorie zu den wichtigsten Theorien des Strukturalismus, und die Wortfeldtheorie – zu den der strukturellen Semantik, im Allgemeinen zu den produktivsten Forschungsmethoden. Heute arbeiten mit dem

5Deutscher Sprachwissenschaftler und Germanist, 1894-1970, gilt als Begründer der Theorie des Wortfeldes in heutiger Auffassung, 1931 veröffentlichte die Arbeit „Der deutsche Wortschatz im Sinnbezirk des Verstandes, die Geschichte eines sprachlichen Feldes“

6„Die Begriffsbildung mit Hilfe der Wörter ist ein gliedernder Klärungsvorgang aus dem Ganzen heraus. Dabei spiegelt die Sprache nicht reales Sein, sondern schafft intellektuelle Symbole, und das Sein selbst, d.h. das für uns gegebene Sein, ist nicht unabhängig von Art und Gliederung der sprachlichen Symbolgefüge.“ (Trier J. 1931:2)

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Feldbegriff sowohl handlungstheoretisch, als auch kognitiv orientierte Forschungen des Wortschatzes. Wortund semantische Felder sind theoretische Konstrukte, die vereinfacht sprachliche Realität abbilden.

Wortfeldtheorie geht davon aus, dass Wortbedeutungen im Sprachsystem nicht isoliert, sondern in vielfältigen Verbindungen zu Bedeutungen anderer Wörter stehen und auf solche Weise eine Art Netz bilden. Auf Grund dieser Verbindungen lassen sich konkrete Wörter den sogenannten Wortfeldern zuordnen.

Das Wortfeld lässt sich durch die folgenden Merkmale charakterisieren:

a)Es besteht aus einer Menge von Wörtern, die zueinander in Relationen stehen und denselben Oberbegriff haben;

b)es ist aus einer Gruppe von Ausdrücken mit ähnlicher Bedeutung

gebildet;

c)Es ist strukturiert als vielschichtiges Gebilde.

Im Wortfeld unterscheidet man den Kern, den ein Hyporonym oder ein Kernwort, ein Oberbegriff, ein neutrales Wort bildet, das ein beliebiges Element des semantischen Feldes ersetzen kann, und die Peripherie. In der Peripherie liegen stilistsch markierte Wörter und feste Wortkomplexe. Sie besitzen in ihren semantischen Strukturen begrifflich wertende Seme oder Einstellungsseme.

Betrachten wir das Wortfeld mit dem Hyperonym bzw. Archilexem Pferd. Pferd ist ein Kernwort, neutral, ersetzbar für alle Glieder des Feldes. Folgende Wörter bilden die Peripherie des Feldes nach den Merkmalen:

1)männlich - weiblich: Hengst, Stute;

2)nicht erwachsen: Füllen, Fohlen;

3)Farbe: Schimmel, Apfelschimmel, Rappe, Brauner, Fuchs;

4)Wertung: positive – Ross (poetisch), negative – Gaul, Klepper, Mähre;

5)Gangart: Renner, Paßgänger.

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Pferd

Farbe

Geschlecht

Alter

weiß

schwarz rotbraun

männlich

weiblich

jung aufgewachs.

Schimmel

Rappe

Fuchs

Hengst

Stute

Fohlen

 

 

 

Wallach (kastriert )

 

 

Renner

Schimmel Brauner

Ro

Hengst

Pferd

Stute

Apfelschimmel Fuchs

Das andere Wortfeld bzw. lexikalisch-phraseologische Feld bildet das Verb sterben als Hyperonym mit folgenden ihm untergeordneten synonymischen Verben und phraseologischen Redewengungen: einschlagen, verscheiden, in die Ewigkeit gehen, krepieren, verrecken, ins Gras beißen u.a.m.

W. Porzig gehört die Idee der syntaktischen Felder. Die letzten entstehen durch die „wesenshaften Bedeutungsbeziehungen“, die zwischen Wörter entstehen, die linear, d.h durch semantische Fügungspotenz, zu einer Redekette verbunden

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werden können: greifen – Hand, sehen – das Auge, reiten – das Pferd, bellen –

der Hund usw.

(Sieh mehr dazu: [Schippan 2002. - С: 218 - 227]

4.3 Syntagmatische Beziehungen

4.3.1 Allgemeines zum Begriff der syntagmatischen Beziehungen

Syntagmatische Bedeutungsbeziehungen sind im Gegensatz zu den

paradigmatischen Beziehungen lineale horizontale Anreihungsbeziehungen der Spracheinheiten in einem Syntagma, in einer Wortverbindung oder im Satz. Durch syntagmatische Beziehungen sind die Sprachelemente miteinander verbunden, die eine Äußerung bilden können. Die sprachlichen Zeichen treten im konkreten Redeakt nicht isoliert auf, sondern verbinden sich mit bestimmten „Partnern“, um ihre Bedeutung zu realisieren. Diese Verbindungsmöglichkeiten sind nicht beliebig, nicht willkürlich, sondern unterliegen bestimmten Gesetzmäßigkeiten. Jedes Lexem besitzt morphosyntaktische und semantische Eigenschaften, die seine Fügung in die Rede determinieren. Zum Beispiel setzt die lexikalische Bedeutung des Verbs anziehen (ein Kleidungstück anlegen) ein tätiges Sybjekt der Handlung und ein Objekt voraus: Die Mutter zieht das Kind an. Die Mutter zieht den Mantel an.

Zwischen Paradigmatik (der Bedeutung des Wortes im System) und Syntagmatik (der Realisierungsvarianten in der Rede) besteht ein dialektischer Zusammenhang und eine wechselseitige Beeinflußung. Die lexikalische Bedeutung eines Wortes legt wesentliche Bedingungen für die Kombinierbarkeit dessen mit anderen Worten fest.

Vergleichen wir die homonymen Adjektive ledig in der Bedeutungen ‘unverheiratet’ und frei von etw.’: Die Frau ist ledig / Die Frau ist der Sorge ledig. Diese Homonymen unterscheiden sich in ihren Bedeutungen, d.h. paradigmatisch und entsprechend in ihrem Gebrauch, d.h. syntagmatisch. In der ersten Bedeutung (‚unverheiratet’) fordert ledig nur einen Partner im Satz (im Nominativ – eine Person im erwachsenen Alter). In der zweiten Bedentung (‚frei

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von’) fordert ledig schon zwei Partner (im Nominativ – ein Lebewesen und im Genetiv – ein Abstraktum).

Viele Sprachwissenschaftler haben darauf hingewiesen, dass Lexeme Eigenschaften besitzen, die ihre Kompatibilität (совместимость) und damit ihre Fügungspotenyen beeinflussen. So wies 1934 W. Porzig [Porzig 1934. – С. 70 - 79] darauf hin, dass die Möglichkeiten der Wörter, mit anderen Wörtern Verbindungen zu bilden, bei den Wortarten unterschiedlich ausgeprägt sind. Während Adjektive und Verben durch ihre Bedeutungen relativ genau vorgeben, welche Substantive mit ihnen kompatibel sind, binden Substantive einen großen Kreis von Wörtern an sich. W. Porzig nannte diese Beziehungen „wesenhafte Bedeutungsbeziehungen“ [Ibid.]. Diese Beziehungen werden dadurch verursacht, dass die Bedeutungen von Verben und Adjektiven Leerstellen aufweisen, die nur bestimmte Partner besitzen können, so dass es als eine Art Valenz zu betrachten ist.

Die Valenztheorie hat eine große Verbreitung in der Forschung der syntagmatischen Beziehungen der Spracheinheiten bekommen.

4.3.2 Valenzbegriff

Der Valenzbegriff wurde in die Linguistik in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts vom französischen Sprachforscher L. Tesniere [tε׳njε:r] eingeführt. Bei seiner strukturellen Satzanalyse geht er davon aus, dass Verb ein strukturelles Zentrum des Satzes bildet. Die Fähigkeit der Verben im Rahmen eines Satzes eine bestimmte Anzahl von Partner, d.h. Aktanten (begleitenden Wörtern = Subjekten, Objekten) an sich zu binden, vergleicht L. Tesniere mit der Wertigkeit eines Atoms in der Chemie und nennt sie Valenz.

Ihren Beitrag zu der Entwicklung der Valenztheorie leisteten auch H. Brinkmann, J. Erben, W. Admoni (Fügungspotenz), B. Abramov, M. Stepanova, T. Lomtev u.a.

Unter (semantischer) Valenz versteht man die (semantisch begründete)

Fähigkeit eines Wortes, durch „Argumentstellen“ (Leerstellen) bestimmte

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(semantische) Partner zu fordern. Gerhard Helbig und Wolfgang Schenkel haben in seinem Wörterbuch zur Valenz und Distribution der deutschen Verben ein dreistufiges Model entwickelt. Verben werden hier auf folgenden drei Stufen interpretiert:

Auf Stufe I wird für jedes Verb die quantitative Anzahl der Partner

(Aktanten) festgelegt.

z.B. I erwarten2

Die Mutter erwartet den Sohn.

Auf Stufe II werden die Aktanten qualitativ durch Angabe der syntaktischen

Umgebung charakteresiert.

II erwarten – Sn, Sa, NS dass, Inf.

Die Mutter erwartet den Sohn.

Die Mutter erwartet, dass der Sohn kommt.

Die Mutter erwartet, eingeladen zu werden.

Auf Stufe III werden die Aktanten qualitativ durch Angabe der semantischen Umgebung konkretisiert und zwar mit Hilfe solcher Begriffe wie Hum (=

menschlich), +/- Anim (+/- belebt), Abstr (= abstrakt) usw.

III erwarten

 

Sn → 1.Hum

(Die Muntter erwartet den Sohn.)

2.Abstr (als Hum) (Das Institut erwartet Besuch.)

3.Abstr

(Freude erwartet ihn.)

Sa → keine Selektionsregel (Er erwartet den Freund, den Brief, einen

Beschluss)

NS → Act (Wir erwarten, dass er kommt.)

Inf → Act (Er erwartet, eingeladen zu werden.)

4.3.3 Lexikalisch-semantische Kombinierbarkeit

Die Valenztheorie bekam eine weitere Entwicklung, so dass von die frühere Betonung des grammatisch-syntaktischen Aspekts überwunden ist. Das ist aus Stufe III zu sehen. Heute schließt die Valeztheorie auch die semantische Valenz

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ein. Die semantische Valenz bedeutet, dass die Wörter (als Valenzträger) bestimmte Kontextpartner mit bestimmten Bedeutungsmerkmalen fordern und andere Kontextpartner mit anderen Bedeutungsmerkmalen ausschließen. So ist ein Satz, z. B. „Er beschädigte das Auto“ möglich, aber nicht der Satz „Er beschädigte seinen Freund“ (im Akkusativ kann nur ein unbelebtes Wesen, kein Mensch erscheinen).

Die Besetzung von Leerstellen mit Klassen von Partnern, die semantisch durch bestimmte Bedeutungsmerkmale festgelegt sind, erfolgt auf Grund der Kompatibilität der Bedeutungsmerkmale der beiden Kontextpartener , d.h. intralinguistisch. Die Kompatibilität ist aber in der außensprachlichen Realität motiviert. So setzen z.B. die Verben des Sagens und Denkens als Subjekt menschliche Wesen voraus, die Verben des Sehens und Erblickens als Objekt konkrete Wesen. Es handelt es sich also um Selektionsbeschränkungen, die auf Grund der semantischen Kompatibilität zwischen den Kontextpartnern reguliert werden. So betont G. Helbig, dass der Valenzbegriff von der syntaktischen auf die logisch-semantische Ebene erweitert wird.

Thea Schippan führt die folgenden fünf Sätze als Beispiele für die Inkompatibilität (Unvertäglichkeit) an und formuliert anhand dieser Sätze die Feststellungen für inkompatible Fügungen:

(1)*Der Baum fliegt davon.

(2)*Er hat mich aufrichtig belogen.

(3)*Er hat einen blonden Hund.

(4)*Er kauft ihr ein Kleid für Geld.

(5)*Er speist in der Eckkneipe. [Schippan 2002; С. 198].

Die Aussage (1) kann nicht wahr sein, da sie mit der objektiven Realität nicht übereinstimm: die Sememe Baum und fliegen sind unvereinbar. Im Satz (2) wiederspricht aufrichtig der Bedeutung von lügen, da diese Verb in seiner Bedeutung das semantische Merkmal (Sem) „nicht aufrichtig“ enthält. Im Satz (4) widersprechen kaufen und Geld zwar einander nicht, doch der Satz ist auch nicht richtig. Die semantischen Struktur von kaufen besitzt schon das Sem Geld, es ist

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