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Лексикология немецкого языка. Учебное пособие

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bedeutet, dass Substantive Genusmerkmale erhalten müssen, Verben übernehmen

deutsche Konjugationsformen und die Kennzeichnung des Infinitivs. Die

Genuseinordnung erfolgt:

a)bei Affixen nach dem Genus des Affixes: -ismusmask., -itätfem., -ett

neutr.

b)Nach dem Genus semantisch benachbarten Wörter: Im Russischen ist

vodka femininum, im Deutschen maskulinum, nach der Weinbrand, der Schnaps, der Likör, der Alkohol; engl. girl (neutr.) nach das Mädchen;

c) Nach dem natürlichen Geschlecht: die Diva [Schippan, 2002; S. 265].

Aussprache und Wortakzent werden auch in unterschiedlichem Grad dem Deutschen angepasst. Die Stammbedeutung des deutschen Wortes grenzt Café von

Kaffee ab. Die Orthographie zeigt in einigen Fällen auch Fortschritte der Eindeutschung an: ph – f: Photographie – Fotografie.

Man führt „Geläufigkeit“ auch als Kriterium für die Eingliederung eines Fremdwortes in das deutsche Sprachsystem an. Es wurde festgestellt, dass häufig vorkommende Fremdwörter von Befragten als heimisch, seltener gebrauchte deutsche Wörter als fremd bezeichnet werden.

Semantische Selbständigkeit kann an folgenden Beispielen beobachtet werden. Von engl. spleen (das im Englischen zwei Bedeutungen hat:`селезенка` und `дурное настроение`, `гнев`) wurde nur die zweite ins Deutsche übernommen, die sich weiter im Deutschen zu `выверты`, `причуды` entwickelte. Damit hat das neue Fremdwort seinen Platz im lexikalisch-semantischen System der deutschen Sprache genommen. Das englische Wort job ging in die deutsche Sprache erst als eine expressive Variante zu Arbeit. Im Assimilationsprozess reduzierte sich die semantische Struktur des Fremdwortes zu `kurzfristige, meist gutbezahlte Arbeit`. Die semantische Selbständigkeit bedingte auch wortbildende Produktivität: Nebenjob.

Ein besonderer Fall stellen die Beziehungen zwischen Internationalismen und Stammwörtern dar. Das weitere Funktionieren der Internationalismen den Stammwörtern und das Verdrängen der letzten erfolgt aus mehreren Gründen:

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1 Fremdwörter bzw. Internationalismen sind wortbildend produktiv: das Telefon – telefonisch – telefonieren – Telefonist(in), Telefonzelle Telefonzentrale.

2 Die semantischen Strukturen der Internationalismen und ihrer deutschen

Äguivalenten sind nicht immer adäquat, damit tragen Fremdwort und heimisches Wort synonymisch zu Bedeutungsdifferenzierung bei:

Tragödie:

 

 

 

 

Trauerspiel:

 

 

 

a)

ein

tragisches

Geschehen,

a)

ein tragisches

Geschehen,

schilderndes

Schauspiel,

ein

schilderndes

Schauspiel,

ein

Schauspiel

 

vom

tragischen

Schauspiel

vom

tragischen

Untergang eines Menschen

 

Untergang eines Menschen

 

b)

(übertr.)

ein herzzerreißendes

b)

 

___

 

 

Unglück.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Komödie:

 

 

 

 

Lustspiel:

 

 

 

a)

heiteres,

humorvolles

a)

heiteres,

humorvolles

Theaterstück;

 

 

 

Theaterstück;

 

 

 

b) (auch) Theater, in dem nur

b)

 

___

 

 

Komödien gespielt werden.

 

 

 

 

 

 

c)

(übertr.)

umg.

abwertend:

c)

 

___

 

 

Verstellung, Täuschung. [Stepanova, Černyševa: 2003; С. 59]. (Vgl. auch: Autor - Schriftsteller )

1 Internationalismen werden oft in euphemistischer Funktion verwendet, weswegen sie auch regelmäßig neben deutschen Wörtern gebraucht werden: sensibel, Sensibilität stehen für überempfindlich, leicht zu beleidigen.

2 Das Fremdwort wird häufig als ausdrucksstärker empfunden: attraktiv – anziehend, sensibel – empfindsam, coll – toll.

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6.4 Aufgaben zum Seminar

1 Stellen Sie eine Art Inhaltsübersicht zu dem Text der Vorlesung und bereiten Sie die Darlegung des Inhalts vor.

2 Machen Sie sich bekannt mit dem Thema „Die Einwirkung der puristischen Tätigkeit auf den Wortbestand der deutschen Sprache“ (sieh: [Stepanova, Černyševa: 2003. – С. 54 - 60]).

7 Phraseologie

Plan: 1Begriffsbestimmung. Ziele der phraseologischen Forschung

2 Feste Wortkomplexe im Unterschied zu den freien Wortverbindungen

3 Klassifikationen der festen Wortkomplexe

3.1Klassifikation von V.V. Vinogradov

3.2Klassifikation von H. Burger

3.3Klassifikation von I. Černyševa 3.3.1 Phraseologismen

3.3.1.1 Phraseologische Einheiten - verbale Phraseologische Einheiten

- substantivische Phraseologische Einheiten - adverbiale Phraseologische Einheiten

- komparative Phraseologische Einheiten

3.3.2Festgeprägte Sätze:

-Sprichwörtliche Satzredensarten,

-Sprichwörter

3.3.3Phraseologische Verbindungen

3.3.4Feste Wortkomplexe nicht phraseologischen Typs - Phraseologisierte Verbindungen

- Modelierte Bildungen - Lexikalische Einheiten

4 Semantische Kategorien der Phraseologismen

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4.1Phraseologische Polysemie und Homonymie

4.2Phraseologische Synonymie und Antonymie

7.1Begriffsbestimmung. Ziele der phraseologischen Forschung

Phraseologie als Teildisziplin der Lexikologie oder als selbständige linguistische Disziplin betrachtet, erlebt seit Anfang der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts ein wachsendes Interesse. Unter den Wissenschaftlern, die in den letzten Jahrzehnten einen bedeutenden Beitrag in die phraseologische Forschung beigetragen haben, sind H. Burger, W. Fleischer, Th. Schippan, B. Wotjak, Ch. Palm, I. Černyševa, D. Dobrovol’skij u.a.m. zu nennen.

Phraseologie ist die Wissenschaft oder Lehre von festen Wortkomplexen bzw. Wortverbindungen einer Sprache, die im System und Satz Funktion und Bedeutung einzelner Wörter (Lexeme) erfüllen. Im Rahmen der sich intensiv entwickelten Theorie der sprachlichen Nomination und der kognitiven Theorien in der Linguistik sind folgende Aspekte der modernen Phraseologie-Forschung zu nennen:

1)der Benennungsaspekt, d.h. die Untersuchung der Frage, welche Fragmente der außensprachlichen Wirklichkeit durch feste Wortkomplexe benannt werden, die Mechanismen ihrer Erzeugnung, Probleme der Modelierung;

2)semantische Eigenständigkeit im Gegensatz zu einfachen sprachlichen

Zeichen;

3)Kommunikative und pragmatische Potenzen und Leistungen der phraseologischen Wendungen im Text;

4)Prozesse der Idiomatisierung und Metaphorisierung in den Phraseologismen;

5)Kognitive Basis der Phraseologismen als sprachlichen Repräsentanten der außerlinguistischen Wirklichkeit;

6)Kulturspezifisches im phraseologischen Weltbild.

In der Phraseologie sind neben dem Terminus „fester Wortkomplex“ auch

synonymische Termini wie „phraseologische Wendung“, Phraseologismus gängig,

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die (Phraseologismen) aber in meisten Klassifikationen eine engere Gruppe der festen Wortverbindungen bezeichnen und den Gegenstand der Phraseologie im engeren Sinne bilden.

7.2 Feste Wortkomplexe im Unterschied zu den freien Wortverbindungen

Feste Wortkomplexe sind sekundäre sprachliche Zeichen, die auf der Basis der primären gebildet werden. Der Struktur nach sind sie Wortgruppen oder Sätze, die nach den produktiven Modellen der Syntax gebildet sind.

Betrachtet man die Wortverbindung jmdm den Kopf waschen, so lässt sich feststellen, dass sie sich als freie Wortverbindung auf eine konkrete Situation bezieht, in der jemand einem anderen den Kopf wäscht. Einzelne Lexeme treten hier als primäre sprachliche Zeichen auf.

Dieselbe Wortverbindung als ein fester Wortkomplex bedeutet ‘jmdn scharf zurecht weisen’. Alle Lexeme treten hier als sekundäre sprachliche Zeichen auf.

Die Redewendung in den sauren Apfel beißen hat als freie Wortverbindung eine konkrete Bedeutung, als fester Wortkomplex hat die Wendung in den sauren Apfel beißen müssen die Bedeutung ‚gezwungen sein, etw. Unangenehmes zu tun’.

In dieser Hinsicht spricht man von der freien und phraseologischen Bedeutung der Wortverbindungen, die den Begriffen direkte (wörtliche) und

übertragene Bedeutung eines Lexems entsprechen. Dabei können einige Wortkomplexe nur eine von diesen zwei, die anderen aber die beiden Bedeutungen im Text realisieren. Harald Burger spricht in diesem Zusammenhang von den Lesearten des Phraseologismus [Burger 1997. – С. 59 - 66].

Nur eine Leseart haben z. B. folgende Wendungen:

a)Dank sagen, das Rote Kreuz: da die Komponenten ihre wörtliche Bedeutung behalten und keiner semantischen Transformation unterliegen, hat die ganze Wendung in beiden Beispielen nur freie Bedeutung;

b)gang und gäbe: die lexikalischen Komponenten haben keine freie Bedeutung außer und, d.h. sie werden einzeln, außer dieser Wendung nicht

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gebraucht, damit besitzt die ganze Wendung nur phraseologische Bedeutung;

c) sich mausig machen (‚sich frech und vorlaut äußern, benehmen’): die ursprünglich einmal dagewesene wörtliche Bedeutung (mausig hieß „keck“, „frech“) ist verlorengegangen, dadurch kann heute diese Wendung nur eine und zwar phraseologische Bedeutung im Text realisieren [Ibid.].

Zwei Lesearten haben z. B. folgende Wortkomplexe:

a)jmdm einen Korb geben: die Wortverbindung kann sich sowohl als freie, als auch als phraseologische Bedeutung realisieren, die aber in keinem Zusammenhang zu einander stehen, d.h. homonym sind (verschiedene Denotate heben) und verschiedene Kontexte für ihre Realisierung brauchen;

b)Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm: zwischen freier und phraseologischer Bedeutungen besteht metaphorischer Zusammenhang. Freie Bedeutung dieses Sprichwortes kann einzeln, in Bezug auf konkrete Situation, realisiert werden, und auch bei der Aktualisierung phraseologischer Bedeutung mitrealisiert werden;

c)die Achseln zucken: beide Bedeutungen können simultan realisiert

werden.

Unter festen Wortkomplexen versteht man reproduzierbare Syntagmen, Wortverbindungen, prädikative Verbindungen und Sätze, die über eine besondere Semantik verfügen. Die Phraseologismen sind ein Mittel zur Erweiterung des Wortschatzes, zur Benennung der Erscheinungen und Objekte der Wirklichkeit und auch des expressiven Ausdrucks.

Im Unterschied zu den freien Wortverbindungen weisen feste Wortkomplexe folgende Merkmale auf:

1)Polylexikalität: feste Wortkomplexe bestehen aus mehr als einem Wort. 2)Festigkeit: man kennt den festen Wortkomplex in genau dieser einzelnen Kombination von Wörtern. (Nach Harald Burger bilden die festen Wortkomplexe, die diese zwei Eigenschaften aufweisen, den Bereich der Phraseologie im weiteren

Sinne [Burger 1997. – С. 59 - 66].

Unter Festigkeit versteht man

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a)lexikalisch-semantische Stabilität, d.h. dass kein Lexem im Wortkomplex durch ein anderes ersetzt werden darf:

bei jmdm einen Stein im Brett haben (‘von jmdm hochgeschätzt werden’)

bei jmdm einen Kiesel im Schrank haben

b)Stabilität der grammatischen Struktur:

auf des Messers Schneide stehen (‘in Gefahr sein’)

*auf der Schneide des Messers stehen (Es darf in grammatischer Sicht nichts geändert werden.)

3)Semantische Einheit der Phraseologismen: Die Phraseologismen (darunter wird die engere Gruppe der festen Wortkomplexen gemeint) haben einen hohen Grad der Idiomatisierung (darunter versteht man die semantische Transformation oder Umdeutung der Komponenten des Phraseologismus). Die Bedeutung des Phraseologismus ist etwas ganz Anderes als die Bedeutung seiner Bestandteile und zwar das Resultat der semantischen Transformation aller oder einiger seinen Komponenten, z.B. etwas schwarz sehen (‚pissimistisch sein’). Die Bedeutung des Phraseologismus lässt sich nicht in die Bedeutungen von schwarz und sehen zerlegen, sondern bildet eine Einheit. Andere Beispiele dazu:

an jmdm einen Narren gefressen haben (‚jmdn sehr gern haben, sich in jmdn vernarrt haben’),

jmdm einen Korb geben (‚jmds Heiratsantrag ablehnen; jmdn abweisen“).

Nach der Grad der Idiomatisierung unterscheidet man

- idiomatische (voll-idiomatische) Ausdrücke (das andere Begriff – das Idiom): umgedeutet (semantisch transformiert) sind alle Komponenten des Phraseologismus: ins Gras beißen (‚sterben’), das ist (alles) kalter Kaffee (‚das ist längst bekannt, uninteressant’);

- teil-idiomatische Ausdrücke (Teil-Idiome): einige Komponenten im Phraseologismus behalten ihre eigene wörtliche Bedeutung bei: blinder Passagier

(‚Passagier, der ohne Berechtigung, heimlich mitreist’), sich in Fäustchen lachen

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(‚heimliche Schadenfreude empfinden, heimlich lachen’);

- nicht-idiomatische Ausdrücke: sie sind durch keine semantische Transformation ihrer Komponenten charakterisiert: das Rote Kreuz, der Nahe Osten

4) Auf Grund dieser Merkmale spricht man von der Reproduzierbarkeit der festen Wortkomplexe im Unterschied zu der Produzierbarkeit der freien Wortverbindungen und Sätzen.

5) Unmotiviertheit der Phraseologismen: das Benennungsmotiv lässt sich meistens nur auf der Basis historischer Kenntnisse (etymologischer Forschung) erschließen:

So geht die Wendung den Rubikon überschreiten (‚entscheidende Maßnamen treffen’) auf die Zäsar-Zeiten zurück: Zäsar überschritt den Fluss Rubikon und begann den Krieg gegen den Senat und die Republik.

Die Wendung ins Gras beißen führt daher, dass Verwundete im Todeskampf in das Gras oder Erdreich bissen, um sich die Schmerzen zu verbeißen.

Die meisten Idiome sind unmotiviert. Unmotiviertheit und Idiomatizität stehen dabei im direkten Zusammenhang: je schwerer ist das Benennungsmotiv des Phraseologismus zu erschließen, desto höher ist der Grad der Idiomatisierung. In diesem Sinne ist „Motiviertheit“ der Gegenbegriff zur semantischen „Idiomatizität“: je deutlicher das Phraseologismus motiviert ist, desto schwächer ist seine Idiomatizität. Mit Motiviertheit meint man dabei, dass die Bedeutung eines Phraseologismus aus der freien Bedeutung der Wortverbindung oder aus den Bedeutungen der Komponenten verstehbar ist: das fünfte Rad am Wagen sein, Öl ins Feuer gießen, ein unbeschriebenes Blatt sein.

7.3 Klassifikationen der festen Wortkomplexe

Die Auffassung der phraseologischen Einheiten (фр. unité phraséologique) als der festen Wortverbindungen, deren Bedeutung aus den Bedeutungen ihrer Komponenten nicht zu erschließen ist, wurde erst von dem französischen Linguisten Charles Bally (1865-1947) in seiner Arbeit „Précis de stylistique“, in

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der er diese Gruppe dem anderen Typ und zwar den phraseologischen Gruppen mit der seriellen bzw. variativen Verbindung der Komponente gegenüberstellte (фр. séries phraséologiques).

7.3.1 Klassifikation von V. V. Vinogradov

Einer der ersten, der einen Beitrag in die phraseologische Forschung in Russland geleistet hat, war V.V. Vinogradov. Ihm gehört auch eine der ersten Klassifikationen der Phraseologismen, der zu Grunde der Grad der Idiomatisierung als Kriterium gelegt wurde. V.V. Vinogradov unterschied drei Gruppen:

1)Idiome (phraseologische Zusammenbildungen - сращения) sind völlig unmotiviert und semantisch einheitlich: baden gehen (‘scheitern’), im Russischen:

сломя голову;

2)Phraseologische Einheiten (фразеологические единства) haben wie Idiome einheitliche Bedeutung, die aber durch die Bedeutung einzelner Komponenten motiviert ist, können oft in der gleichen Form auch als freie Wortverbindungen auftreten: das Feft abschöpfen (‚das Beste genießen’), im Russischen: умирать от скуки;

3)Phraseologische Verbindungen haben in ihrer Struktur die Komponenten sowohl in phraseologisch gebundener, d.h. transformierter Bedeutung, als auch in direkter, einheitlicher: ein blinder Passagier, im Russischen: шут гороховый.

N.M. Schanskij fügte zu dieser Klassifikation noch eine Gruppe – phraseologische Ausdrücke hinzu. Das sind feste Wortverbindungen, die semantisch zwar untrennbar sind, deren Komponenten aber alle ihre eigentliche Bedeutung behalten: Alles Gute! Gute Nacht! Den Mund halten, den Mund aufsperren, im Russischen: разинуть рот, всего доброго!

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7.3.2 Klassifikation von Harald Burger

Im Gesamtbereich der Phraseologie unterscheidet er nach der

Zeichenfunktion drei Gruppen [Burger 1998. – С. 33 - 40]:

1)Referentielle Phraseologismen – bezeichnen Objekte, Vorgänge, Sachverhalte der realen oder fiktiven Wirklichkeit (schwarzes Brett, jmdn. übers Ohr hauen, Morgenstunde hat Gold im Munde)

2)Strukturelle Phraseologismen – erfüllen nur eine Funktion und zwar grammatische Relationen herzustellen (in Bezug auf, sowohl – als auch)

3)Kommunikative Phraseologismen – erfüllen kommunikative Aufgaben als bestimmte Formel (Guten Tag, Guten Morgen, Alles Beste, ich meine, meiner Meinung nach)

Referentielle Phraseologismen untergliedert H. Burger weiter in nominative

und propositionale. Die ersten entsprechen einer syntaktischen Einheit, d.h. einem oder mehreren Satzgliedern (das Schwarze Brett, ans Schwarze Brett kommen) und sind satzgliedwertig die zweiten – einem Satz (oder sogar mehreren Sätzen) (Morgenstunde hat Gold im Munde) und sind satzwertig [Burger 1998. – С. 36 -

37].

Die nominativen Phraseologismen werden weiter nach dem Grad der Idiomatizität in Idiome (sind voll-idiomatisch), Teil-Idiome (sind teil-idiomatisch) und Kollokationen (sind nichtbzw. schwach-idiomatisch: sich die Zähne putzen) geteilt [Ibid. – С. 37 - 38].

Unter speziellen Klassen betrachtet er Modellbildungen (Glas um Glas, Flasche um Flasche), Zwillingsformel (klipp und klar, Schulter am Schulter), komparative Phraseologismen (dumm wie Bohnenstroh), Kinegramme (die Achseln zucken, die Nase rümpfen), geflügelte Worte (Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage, Nicht immer, aber immer öfter), Autophraseologismen (entstehen als feste Verbindungen in einem literarischen Text), onymische Phraseologismen

(erfüllen die Funktion der Eigennamen: das Rote Kreuz, der Ferne Osten, das Weiße Haus), phraseologische Termini (rechtliches Gehöhr, in Konkurs gehen),

Klischees (Schritt in die richtige Richtung) [Ibid. – С. 42 - 48].

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