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Лексикология немецкого языка. Учебное пособие

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Z.B: Mädchenschule Schule für Mädchen,

Lehrer jemand, der lehrt,

Sackgasse Gasse, die nur von einer Seite zugänglich ist wie ein

Sack.

Die Paraphrasierung lässt erkennen, dass viele Zusammensetzungen idiomatisiert sind

Z.B: Kindergarten eine Institution (kein Garten) für die Kinder nicht schulischen Alters

8.3 Grundtypen der Wortbildung und ihre Modelle

In der deutschen Sprache sind folgende Wortbildungstypen bzw. Wortbildungsarten vorhanden:

1)Wurzelwort,

2)Ableitung (Derivation),

3)Zusammensetzung (Kompositum),

4)Zusammenbildung,

5)Abkürzung

Der Wortbildungstyp umfasst eine Reihe von Wortbildungsmodellen, nach denen Wörter aufgebaut werden. Unter dem Wortbildungsmodell versteht man eine stabile Struktur, die über eine verallgemeinerte lexikalisch-kategoriale Bedeutung verfügt und geeignet ist, mit verschiedenem lexikalischem Material aufgefüllt zu werden.

Erläuterung der Symbole:

L – Stamm des Wortes L1 – primärer Stamm/ Basis (der Stamm, der in den

Bestand des sekundären Stammes eingeht)

L2– sekundärer Stamm

l – Stamm des Wortes mit Veränderung des Wurzelmorphems DP – Derevationspräfix (lexikalisches Präfix)

DS – Derevationsuffix (lexikalisches Suffix)

R – Restelement (oder Pseudowurzel)

Die Grundlage für neue Wörter bilden die Wortwurzeln oder Wortstämme.

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Die Wurzel ist die kleinste semantische und morphologische Einheit, der

Hauptträger der Wortbedeutung. Als Wortbildungsmittel dienen Affixe

(Präfixe, Suffixe) historischer Vokalwechsel (Ablaut, Umlaut, Brechung) und

Konsonantenwechsel.

8.3.1 Ableitung geschieht in der deutschen Sprache durch:

1)Präfigierung und Suffigierung (d. h. Anhängen von Affixen) – explizite Ableitung,

2)Wortartwechsel (Konversion): das Grün, die Eins – implizite Ableitung, Die Ableitung geschieht oft mit der Veränderung der Wortwurzel durch

innere Flexion (Umlaut, Ablaut, Brechung): Garten – Gärtner, binden - der Bund, Berge – Gebirge.

Betrachten wir näher die Modellen jeder Wortbildungsart.

Suffigierung: Modelle L+DS: Achtung, gleichsam l+DS: Gärtner, Lächeln

Man unterscheidet Substantivsuffixe (-schaft, -heit, -keit, -um, -er, -ler), Adjektivsuffixe (-ig, -lig), Verbalsuffixe (-ier,-el,-er,-ig). Sehr produktiv sind Suffixe -ling beim Substantiv und -lig beim Adjektiv. Unproduktiv sind beim Substantiv die Suffixe -t, -d.

Präfigierung: Modelle: DP+L: Mißerfolg, uralt

DP+l: Gehölz, betrunken

Nominalpräfixe sind un-, ur-, miß-, ge-, Verbalpräfixe: be-, ge-, er-, ver-, zer-.

Eine interessante Erscheinung in der deutschen Sprache bildet die Bildung der neuen Suffixen und Präfixen. Es gibt eine Reihe von Wörtern, die im Laufe der Zeit ihre Bedeutung in Zusammensetzungen verloren haben. Sie sind entsemantisiert und nähern sich ihrer Semantik zu Affixen. Da sie aber noch als selbständige Lexeme auftreten, heißen sie Halbaffixe.

Halbsuffixe: - zeug (Spielzeug, Werkzeug)

-voll (liebevoll, sinnvoll)

-weise (dummerweise, glücklicherweise)

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Halbpräfixe

der Substantive und Adjektive: riese(n)- (Riesenfreude, Riesenarbeit), blitz- (blitzblank, blitzschnell),

über- (Überangebot, überaltert), all- (allbeliebt, allbekannt),

stock- (stocktaub, stockfinster, stocksteif) der Verben: 1) ab, an, auf, aus, bei, ein, mit, nach, vor, zu;

2) hinter, über, unter, wider.

Die verbalen Halbpräfixe sind in der Regel mehrdeutig wie gleichlautende Präpositionen, doch sie fallen nicht völlig zusammen. Die Halbpräfixe der 1. Gruppe sind betont und trennbar, die der 2. – bald betont und trennbar, bald unbetont und untrennbar.

Präfixal-suffixale Ableitung geschieht durch das gleichzeitige Anhängen von Präfixen und Suffixen.

Modelle: DP+L+DS: Gelaufe, Gerede

DP+l+DS: Gebirge, Gebäude

Konversion (Wortartwechsel) ist in der deutschen Sprache sehr produktiv. Man unterscheidet folgende Arten:

-Substantivierung des Infinitivs (das Lächeln), des Partizips II (der Delegierte), des Adjektivs (das Gute), der Numeralien (die Zwei);

-Adjektivierung (ist möglich, aber nicht verbreitet: ernst, schuld, wert);

-Verbalisierung der Substantive (filmen, pfeffern, landen) und der Adjektive (grünen, wärmen, magern).

8.3.2 Zusammensetzung (Kompositum)

Modell: L1+ L2+ L3+ Ln

Zwei oder mehrere Wortstämme vereinigen sich zu einer Worteinheit. Die Zusammensetzung bildet eine besondere phonetische Einheit durch die Hauptund Nebenbetonung, eine grammatische Einheit (wird als ein Ganzes flektiert) und eine

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begriffliche Einheit, was sich in der Ideomatisierung des Kompositums äußert

(ehrgeizig).

Man unterscheidet:

a)determinative Komposita (in der deutschen Sprache sehr verbreitet), bei denen das Grundwort durch ein anderes Wort näher bestimmt wird: Lehrbuch,

Studentenheim, begriffsstutzig;

b)kopulative Komposita, bei denen die Komponenten logisch gleich geordnet sind: Strumpfhose, Dichterkomponist, sauersüß;

c)Zusammenrückungen sind erstarte syntaktische Worverbindungen, die

aus einer prädikativen Einheit ohne Veränderungen zu einem Wort gefasst sind:

Vergissmeinicht, Tischleindeckdich.

8.3.3 Zusammenbildungen

Sie sind den Zusammensetzungen sehr ähnlich, da sie aus zwei oder mehreren Wortstämmen bestehen, enden aber mit einem Suffix. Zusammenbildungen sind Resultat der gleichzeitigen Zusammensetzung und Ableitung. Die zweite Komponente in der Zusammenbildung existiert nicht selbständig: Gesetzgebung, Machthaber, Bereitwilligkeit, Freilassung, Besserwisser, Außerachtlassung.

Die Zusammenbildung ist eine relativ junge Erscheinung in der deutschen Sprache. Sie tritt vor allem in der modernen Sprache im Bereich der Wissenschaft, Presse und Technik auf.

8.3.4 Abkürzung ist heute sehr produktiv vor allem in der Wirtschaftssprache und hat neue Formen entwickelt. Es gibt drei allgemeine Tendenzen in der Bildung der Abkürzung:

1)Bildung aus Buchstaben und Teilen von Wörtern: U-Bahn, D-Zug, S-Bahn;

2)Verkürzung zusammengesetzter und langer Wörter (Klappwörter): das Labor, das Kino, das Kilo, das Abi.

3)graphische Abkürzungen: die NATO, die BRD, die CDU.

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8.4Aufgaben zum Seminar

1Stellen Sie eine Art Inhaltsübersicht (опорный конспект) zu dem Text der Vorlesung zusammen und bereiten Sie die Darlegung des Inhalts anhand des Konspektes vor.

2Erarbeiten Sie einen Algorithmus der Bestimmung des Wortbildungstyps.

3Bestimmen Sie die Worttypen und schreiben Sie ihre Modelle:

Schwarzbrot, das Grün, die Gesetzgebung, zahlfähig, Geschenk, zauberhaft,

Tischleindeckdich, missgelaunt, Bäckerei, Missklang, Ungleichheit.

9 Soziale und territoriale Differenzierung des deutschen

Wortschatzes

Plan: 1 Soziale Gliederung des Wortschatzes. Allgemeines zum Problem 2 Termini und Berufslexik

3 Gruppenspezifische Wortschätze

4 Territoriale Differenzierung des deutschen Wortschatzes

9.1 Soziale Gliederung des Wortschatzes 9.1.1 Allgemeines zum Problem

Der Wortschatz jeder Sprache stellt ein dynamisches, offenes System dar, das sich in der Kommunikation der Menschen in allen Bereichen menschlicher Tätigkeit im Laufe des Lebens vieler Generationen herausbildet. Die Zugehörigkeit der Kommunikanten zu einem Tätigkeitsbzw. sozialen Bereich verursacht das Entwickeln spezifischer Gruppen von Wörter und Wendungen, die die Kommunikationsbedürfnisse im konkreten Bereich befriedigen. Aus der Spezifik sozialer bzw. professionellen Gruppen erklärt sich die Herausbildung von Gruppenwortschätzen, die den fachlichen, beruflichen oder wissenschaftlichen Charakter der Kommunikation widerspiegeln. Die Schichtung des Wortschatzes ergibt sich also aus den Funktionen und Bedingungen sprachlichen Handelns.

Die ganze Fülle sozialer Wortschatzvarianten lässt sich grob in zwei große Gruppen gliedern:

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1 Wortschätze, „die sich aus der Kommunikation im Beruf, Fach oder in der Wissenschaft, in der Sphäre der Zusammenarbeit auf praktischem und theoretischem Gebiet des Berufslebens ergeben – Professionalismen im weiten Sinne [Schippan 2002; С. 228].

2 Wortschätze, die der Kommunikation in Gruppen unterschiedlicher sozialer Art dienen, darunter Altersgruppen (Jugendsprache bzw. Jugendslang), Sportvereine, Diebkreise (Diebjargon) – Jargonismen und Slangismen.

Die beiden Gruppen von Lexik unterscheiden sich von der allgemeinen Literatursprache durch ihren abgesonderten Charakter: die Wörter und Wendungen dieser Gruppen sind nicht allen Sprachträgern gleich verständlich und werden nicht von allen in gleicher Weise aktiv gebraucht.

In der ersten Gruppe lassen sich zwei Art von Wortschätzen unterscheiden: Termini und Berufs-bzw. Fachlexik.

9.1.2 Termini und Berufslexik

Eine Terminologie ist das System von Termini einer Wissenschaft. „Termini sind im Rahmen einer Theorie begrifflich definierte Fachwörter“ [Schippan 2002;

С. 231]. Termini weisen folgende Merkmale auf:

-ihrer Bedeutung nach charakterisieren sie sich durch den höchsten Grad der begrifflichen Abstraktion (Konzept, Sprachsystem),

-als Elemente eines terminologischen Systems zeigen sie die Tendenz zu Eindeutigkeit und Genauigkeit (Kategorie, Atom, Molekül),

-Termini tendieren gleichzeitig zu Homonymie, Polysemie und Synonymie, was die Folge der Vielfalt der wissenschaftlichen Ansätze und der Falsifizierung bzw. der Verifizierung von Hypothesen ist (Feld (in der Physik und in der Sprachwissenschaft), Bild als ‚Vorstellung im allgemeinen’ und als ‚Vorstellung auf Grund der übertragener Bedeutung des Wortes’, Stilfärbung und Stilbedeutung als Synonyme)

-Termini zeigen die Tendenz zu stilistischer Neutralität.

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Professionalismen (Berufslexik) sind Bezeichnungen von Gegenständen, Prozessen, Verfahren, Erscheinungen usw. in der beruflichen Tätigkeit der Menschen. Ihre Hauptfunktion ist die nominative und somit dienen sie zur neutralen (unter dem stilistischen Aspekt) Kommunikation im beruflichen Bereich: Bohrhämmer, Geradschleifer, Kolbenfinger, Kurbelwelle.

Ähnlich der Termini zeigen Professionalismen die Tendenz zur Genauigkeit, stilistischer Neutralität und eine begrenzte Gebrauchsphäre – berufliche Kommunikation. So sind viele Professionalismen im Wörterbuch durch die Angabe der beruflichen Sphäre markiert, z.B. (brgbau), (med.) u.d.g.: Konisation, Phytopharmaka

Quellen der Entstehung fachsprachlicher Lexik

Termini und Professionalismen lassen sich in eine Gruppe der fachsprachlichen Lexik vereinbaren. Trotz der Unterschiede haben sie gleiche Quellen der Entstehung und zeigen gleiche Tendenzen in den Wechselbeziehungen mit der Gemeinsprache.

Unter den Quellen der Entstehung der Fachlexik sind folgende zu nennen: 1 Ein großer Teil des Fachwortschatzes stammt aus der Gemeinsprache, das sind also gemeinsprachliche Wörter und Wendungen, die genormt und

terminologisiert worden sind: Feld, Kette ( Physik), Menge (Mathematik),

Satzrahmen (Linguistik).

2 Der Übergang aus der Gemeinsprache in die Fachsprache erfolgt entweder durch metaphorische oder metonymische Übertragung (wirtschaftliche Krise, wirtschaftlicher Markt) oder durch die Wortbildung (Bohrhämmer, Bohrbetrieb, Steinkohlenverkokung) oder durch beides (Kurbelarm, Kurbelblatt, Asylantenflut, Rentnerschwemme).

3 Fremdes Wortgut bildet auch eine Quelle fachsprachlicher Lexik, besonders der Termini. Am meisten handelt es sich um Internationalismen und Neubildungen aus griechischen oder lateinischen Morphemen und Lexemen

(Frame, Emergenz, konstituieren, Archaismus, Metapher, Subkategorisierung, Desemantisierung).

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Wechselbeziehungen zwischen der Fachlexik und der Gemeinsprache

Wechselbeziehungen zwischen der Fachlexik und dem gemeinsprachlichen Wortgut sind mannigfaltig und werden durch außerlinguistische Faktoren verursacht. So kann eine Wissenschaft oder eine Berufssphäre durch ihre wachsende Bedeutsamkeit für die Gesellschaft in die Öffentlichkeit treten und dadurch folgende Sprachprozesse verursachen:

-Übernahme des fachsprachlichen Vokabulars in die Gemeinsprache (in die Sprache der Laien (Atom, Molekül, Zinsen),

-Entstehen von Parallelbildungen für das gleiche Denotat

(Zuckerkrankheit zu Diabetes, Gelbsucht zu Hepatitis)

-Entterminologisierung (der Verlust des terminologischen Charakters)

und Verwendung in anderen Fachbereichen (Kettenreaktion, Produktionskollaps).

Dank der industriellen Entwicklung werden immer mehr technische Konsumgüter im Alltagsleben verwendet, so dass auch deren Bezeichnung nicht mehr als Fachwörter, sondern als gemeinsprachliche Lexeme empfunden werden. Dazu gehören Fachwörter der Elektronik, der Computerund Kraftfahrzeugtechnik u. a. m.

Auf solche Weise stehen die Fachsprachen und die Gemeinsprache in steten Wechselbeziehungen, indem eine für die andere als Quelle der Bereicherung gilt.

9.1.3 Gruppenspezifische Wortschätze

Zu den gruppenspezifischen Wortschätzen zählt man die Wortschätze stabiler Gruppen, wie Familie, Freizeitgruppen, Interessengruppen, Altersgruppen. Für die Linguistik sind Slangs bzw. Jargons von besonderem Interesse.

Thea Schippan definiert Slang als „eine gruppenspezifisch saloppe Ausdrucksweise <…>, die vor allem durch ihren expressiven Wortschatz und ihre

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gewollt burschikose, legere bis ins derbe reichende Wortwahl gekennzeichnet

ist.“ [Schippan 2002; С. 237].

Unter sozialen Jargonismen bzw. Slangismen versteht man die spezifische Lexik bestimmter Kreise von Menschen, die sich bewusst – aus unterschiedlichen Gründen und auf unterschiedliche Art – von ihrem Sprachkollektiv absondern wollen.

So unterscheiden sich diese Wortschätze von der Gemeinsprache durch die Expressivität, saloppe bis grobe Stilfärbung und die begrenzte Gebrauchssphäre. Diese Lexik ist nicht allen Sprachträgern allgemein verständlich und wird nicht von allen gleich aktiv in der Kommunikation verwendet.

Einer der größten Gruppenwortschätze ist die Jugendsprache auch Jugendslang oder Jugendjargon bezeichnet. Der jugendspezifische Wortschatz enthält viele Wesenszüge des Slangs und soll „bewusst originell und expressiv Jugendliche von Erwachsenen abheben. Da die Originalität der Wörter schnell verloren geht, wird die Jugendsprache ständig bereichert.

Zu den Jargonismen gehören Argotismen – Spracheinheiten des Wortschatzes einer Sozialgruppe, der künstlich teilweise durch die Umdeutung allgemeingebräuchlicher Lexik, teilweise durch die Entlehnung der Fremdwörter entstand.

Historisch stammt Argo aus dem „Rotwelsch“ als besondere Lexik der mittelalterlichen Gauner, Diebe, Verbrecher, Vagabunden. Da es um die mündliche, eigenartig kodierte Kommunikationsart geht, gibt es selbstverständlich keine unmittelbaren Zeugen. Doch wie es öfter vorkommt, bewahrt die Literatur die ausgestorbene sprachliche Verkehrsart.

In „Den Glückrittern“ von Eichendorf gibt es folgende beispiele von Argotismen jener Zeit: Klebis (Pferde), Sontzen (Edelleute), Kummerer

(Kaufleute), schwätzen (reisen).

An der Grenze zwischen sozialen Jargonismen und Professionalismen stehen Berufsargonismen. Professionelle Jargonismen bilden also eine Grenzgruppe. Genauso wie die beiden Gruppen sind die Berufsjargonismen für

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Angehörige anderer Berufe bzw. sozialer Schichten nicht immer verständlich. Wie die Fachwörter dienen die Berufsjargonismen zur Kommunikation im bestimmten Berufskreis und unterscheiden sich von ihnen durch ihre Expressivität. Wenn die Berufslexik objektiv-neutral ist, stellen die Berufsjargonismen stilistische (expressive) Synonyme der Fachwörter dar. So sind die Wortpaare Arbeitskleidung – Spezi, Plaudertasche – Mikrofon.

Von den sozialen Jargonismen, die oft außer der Sprachnorm stehen, unterscheiden sich die Berufsjargonismen durch ihren normativen Charakter (OP - Operationssaal).

Die Gebrauchssphäre der Berufsjargonismen ist in erster Linie die Umgangssprache der Fachleute.

Sonderwortschätze stehen auch in steter Wechselbeziehung mit der Gemeinsprache. Einerseits dient die Gemeinsprache als Quelle für die Sonderwortschätze, indem neutrale allgemeinsprachliche Wörter umgedeutet werden, andererseits dringen die Jargonismen (die Lexik der Jugendsprache, der Gaunersprache) in den allgemeinsprachlichen Wortschatz ein und bereichert damit die Schicht der expressiven Lexik.

9.2 Territoriale Differenzierung der deutschen Sprache

Der Wortschatz der deutschen Sprache ist nicht nur unter dem sozialen Aspekt mannigfaltig, sondern auch unter dem territorialen. Die Verbreitung der Wörter und Wendungen ist somit nicht nur durch soziale Faktoren (berufliche Tätigkeit, soziale Zugehörigkeit) begrenzt. Ein Teil des Wortschatzes der deutschen Sprache ist regional begrenzt, d.h. ist nur in bestimmten Regionen bekannt und aktiv gebraucht. So sind die Wörter Kefe (schweiz. – Erbsen),

Einschrieb (schweiz. – Brief, Paket u.d.g. eingeschrieben), Schlagoberst

(österreich. – Schlagsahne), Karfiol (süddt. - Bluhmenkohl), Stulle (niederdt., berlin. – belegtes Brötchen).

Diese Differenzierung des Wortschatzes ist durch die Verbreitung der deutschen Sprache verursacht. Der deutsche Wortschatz ist Komponente der

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