Лексикология немецкого языка. Учебное пособие
.pdfZum Aufgabenbereich der Semasiologie dementsprechend gehören:
–die Bedeutung als eine Sprachkategorie (in Anlehnung an die Semantiklehre);
–Motiviertheit der Wortbedeutung;
–Beschreibung der Wortbedeutung: Methoden und Verfahren;
–Bedeutungswandel, seine Ursachen, Arten, Ergebnisse;
–semantischen Beziehungen zwischen den lexikalischen Einheiten im Sprachsystem und im Redeprozess.
Die Semasiologie (die Bedeutungslehre) erforscht also, welche Bedeutungen ein Wort im System, in einer konkreten Situation bzw. in einem bestimmten Kontext hat; wie sich die Bedeutung eines Lexem entwickelt hat und unter welchen Prozessen (semantische Derivation, Metaphorisierung, Generalisierung usw.); in wieweit die Bedeutungen zweier oder mehrerer Wörter übereinstimmen oder worin sie sich unterscheiden.
So hat z.B. das Wort Zug in der deutschen Sprache mehrere Bedeutungen:
–‘Eisenbahnverkehrsmittel’: mit dem Zug fahren,
–‚typische Linie des Gesichts’: jungenhafte, fein geschnittene Züge, regelmäßige Gesichtszüge haben,
–‘Wesenszug, charakteristische Art’: ein eigenartiger Zug an ihm, schlechte Charakterzüge haben, einen romantischen Zug haben (über den Roman)
–‚sich fortbewegende Gruppe, Kolonne’: ein langer Zug von Demonstranten
Das Dudenwörterbuch [www.duden.de] gibt 16 Hauptbedeutungen des Wortes Zug und darunter auch einige Nebenbedeutungen.
Das Wort Kollaps hatte in der deutsche Sprache als Entlehnung eine medizinische Bedeutung – ‘plötzlicher Schwächeanfall infolge des Versagens des Kreislaufs und verminderter Hirndurchblutung’: Nach dem Kollaps hat er viel Zeit gebraucht, um sich vollkommen zu erholen. In der letzten Zeit wird dieses Wort in Bezug auf wirtschaftliche Prozesse verwendet und zwar in der Bedeutung ‘Zusammenbruch’: Die Leichtindustrie Russlands hat sich in den 90-ern Jahren
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einen richtigen Kollaps erlebt, nach dem sie sich lange nicht erholen konnte. Diese Bedeutung entstand als Resultat der Metaphorisierung und ist heute schon im Wörterbuch als abgeleitete Bedeutung fixiert.
Der Semasiologie steht die Onomasiologie (die Bezeichnungslehre) gegenüber. Die Onomasiologie ist also eine komplementäre Disziplin der Semasiologie. Die Onomasiologie fragt, wie bestimmte Dinge, Erscheinungen zu bestimmten Zeiten genannt werden/ wurden.
So hat die deutsche Sprache zur Bezeichnung des unten dargestellten Gegenstandes folgende Benennungslexeme: Auto, Wagen, Personalkraftwagen,
Die Semasiologie und die Onomasiologie sind zwei Methoden, die einen und denselben Gegenstand der Forschung – das Wort – haben. Diese Disziplinen schließen einander nicht aus, sie ergänzen einander. Sie unterscheiden sich in der verschiedenen Fragestellung. Dieser Unterschied lässt sich deutlich am Erlernen der Fremdsprachen zeigen. Wenn wir einen Gegenstand sehen, seinen Namen aber in der Fremdsprache nicht kennen, so stellen wir die Frage Wie heißt das (auf deutsch)? Wenn wir aber ein neues für uns unbekanntes Wort im Text treffen, fragen wir Was bedeutet das Wort?.
Die semasiologische Fragestellung: Welche Bedeutungen das Wort hat? Welche Objekte werden durch dieses Wort bezeichnet?
Die onomasiologische Fragestellung: Wie, durch welche Wörter wird dieses Objekt in der (deutschen/ russischen/ ...) Sprache bezeichnet?
Also Semasiologie geht vom Wort aus und fragt nach den lexikalischen bzw. kontextuellen Bedeutungen des Wortes, die Onomasiologie geht vom Gegenstand aus und fragt nach dessen usuellen Benennungen in der entsprechenden Sprache.
Semasiologie und Onomasiologie untersuchen die lexikalischen Einheiten und ihre Beziehungen sowohl unter dem synchronischen, als auch unter dem
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diachronischen Aspekt, also sowohl den Zustand, als auch die Veränderungen des
Systems der Benennungen und der Wortbedeutungen.
3.2 Die Natur der Wortbedeutung. Bedeutungskonzeptionen
Die Bedeutung als Begriff war und im Verlauf der Wissenschaftsgeschichte und ist heute noch immer wieder Gegenstand heftiger Diskussionen, was sich dadurch erklärt, dass er eng mit philosophisch-erkenntnistheoretischen, psychologischen und auch sprachsoziologischen Auffassungen verbunden ist.
Unter den wichtigsten Bedeutungstheorien sind folgende zu nennen:
-behavioristische Bedeutungsauffassung von L. Bloomfield: Bedeutung ist das Ergebnis des kommunikativen Verhaltens beim Empfang von Zeichen, also das Resultat des Reizes und Reaktion;
-antimentalistische strukturalistische Bedeutungskonzeption: in der bilateralen Auffassung des Wortzeichens steht die Bedeutung streng dem Begriff gegenüber und sei aufgrund der syntagmatischen Beziehungen des Wortes im Sprachsystem zu bestimmen. Die Bedeutung lässt sich als Gesamtheit der notwendigen und hinreichenden Merkmale beschreiben;
-gebrauchsund handlungstheoretische Bedeutungskonzeptionen: nach L. Wittgenstein ist die Bedeutung eines Wortes sein Gebrauch in der Sprache [Wittgenstein 1967: 35], d.h. im sprachlichen Handeln;
-zeichentheoretische Bedeutungskonzepte: Bedeutung ist das Bezeichnete bzw. ein Bewusstseinsphänomen, eine mentale Erscheinung, die in einer bestimmten Beziehung zum bezeichneten Gegenstand steht;
-kognitionstheoretische Bedeutungskonteptionen: Bedeutung ist Wissen vom Bezeichneten, das semantische und das enzyklopädische, das Resultat sowohl des Sprachgebrauchs, als auch der Welterfahrung.
Betrachten wir einige Definitionen. Nach M.D. Stepanova ist die
Wortbedeutung (Bewusstseinsinhalt) ein gesellschaftlich determiniertes, interindividuelles Abbild der Merkmalstruktur einer Erscheinung der objektiven Realität. [Stepanowa, Černyscheva 1986: ).
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W. Schmidt definiert die Wortbedeutung als inhaltliche Widerspiegelung eines Gegenstandes, einer Erscheinung, einer Beziehung der objektiven Realität im Bewusstsein der Angehörigen einer Gemeinschaft, die traditionell mit einem Lautkomplex verbunden ist [Schmidt 1963]
Nach S. D. Popova und I. A. Sternin ist die Bedeutung das objektiv im Laufe der Gesellschaftsentwicklung zusammen gebildete Wissen, das hinter dem Wort steht und die Sprachträger im Verstehen einer bestimmten Nomination vereinigt («Значение – объективно сложившееся в ходе истории общества система знаний, которая стоит за словом, то, что объединяет носителей языка в понимании той или иной номинации» [Попова, Стернин 2003].
Nach Th. Schippan ist „die Wortbedeutung das auf Wortformative bezogene Wissen, dessen Elemente durch Widerspiegelungstätigkeit gewonnen werden. Diese Elemente, Merkmale, werden im Erkenntnissapparat festgehalten, sind vernetzt und werden in der sprachlichen Kommunikation in unterschiedlichen Bündelungen aktiviert. So sind Bedeutungen dynamisch und offene Strukturen“ [Schippan 2002; С. 131].
Die Wortbedeutung hat folgende Eigenschaften und Merkmale:
a)Die Bedeuttung ist eine sprachliche Kategorie.
b)Das Lexem3 (das Wort in Bezug auf seine Bedeutung bzw. Bedeutungen) besitzt die Bedeutung bzw. Bedeutungen im sprachlichen System und realisiert sie in der Rede.
c)Die Bedeutung ist überindividuell. Sie ist eine gesellschaftliche Invariante.
Darauf beruht die Verständigungsfunktion der Sprache.
d)Die Bedeutung ist determiniert durch:
– die Beziehung der Gesellschaft zur objektiven Realität und zwar durch die
Erkenntnis und Veränderung der objektiven Realität (das Schiff – das Raumschiff);
3 Als Lexeme werden benennde und verallgemeinerte Wortschatzelemente, Einzelwörter oder feste Wortgruppen bezeichnet. Insofern ist der Lexembegriff weiter als der des Wortes. Lexeme sind z.B. auch kurz und gut, guten Morgen, silberne Hochzeit als Mehrwortbezeichnungen, Phraseologismen und kommunikative Wörter.
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–die Art und Weise wie die Gesellschaft die Wirklichkeit wertet (Putsch – Revolution; Agent des Geheimdienstes - Spion)
–die systemhaften Beziehungen in der Sprache (Frau – Frauenzimmer –
Weib).
Die Bedeutung des Wortes ist also durch den Referenten (Bezeichnungsobjekt), durch das erkennende Subjekt und durch das Sprachsystem determiniert.
–Die Bedeutung als lexikalische Einheit ist komplexer Natur, d.h. sie lässt sich als Gesamtheit von semantischen Elementen strukturieren und beschreiben.
3.3 Die Motiviertheit bzw. Motivation der Wortbedeutung
Objekte der Wirklichkeit bekommen ihre Benennungen, ihre Namen, anhand der Ergebnisse der kognitiven Tätigkeit des Menschen, des Erkenntnisprozesses und sind damit kognitiv bestimmt. Jedes Wort fixiert bestimmte Eigenschaften des Objektes. So kann ein und dasselbe Objekt in einer Sprache mehrere Bedeutungen haben: Löwenzahn, Hundeblume, Pusteblume.
Die Frage nach dem Benennungsmotiv, d.h. die Frage nach der Beziehung zwischen Formativ und Bedeutung ist eine uralte Frage. Wenn die Wahl des Formativs durch die Eigenschaften des Benennungsobjektes zu erklären ist, so sprechen darüber, dass die Bedeutung des Wortes motiviert ist. Die Form und der Inhalt stehen in einer motivierten Beziehung zu einander.
Die Motiviertheit ist also die Beziehung zwischen Formativ und Bedeutung, bei der die Wahl des Formativs durch bestimmte Eigenschaften des Benennungsobjekts bedingt ist.
In der Linguistik spricht man auch von dem konventionellen Verhältnis zwischen dem Objekt und seiner Bezeichnung. Laut F. de Saussure (1857 - 1913) ist dieses Verhältnis arbiträr, d.h. zwischen dem Objekt und seiner Bezeichnung besteht kein objektiv-begründetes Verhältnis. Mit anderen Worten ist die Wahl des Lautkomplexes bzw. des Formativs zur Bezeichnung einer Gegenstandsklasse
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nicht durch die Natur dieser Gegenstände bedingt. F. de Saussure begründet seine Meinung durch die Tatsache, dass verschiedene Sprachen unterschiedliche Bezeichnungen eines und desselben Gegenstandes z. B. „Baum“ haben: deutsch.
Baum, russ. деревo, lat. arbor, engl. tree usw.
Ganz anderer Meinung war W. v. Humboldt, der eine ursprüngliche naturgebundene Beziehung zwischen dem Wort und von ihm benannten Objekt der Wirklichkeit behauptete.
Auf W. v. Humboldt geht der Terminus „die innere Wortform“ zurück. Dieser Terminus bezog sich auf die Sprache als Schöpfung des „ewigen Volksgeistes“. W. von Humboldt betrachtete die Sprache als „die sich ewig wiederholende Arbeit des Geistes, den artikulierten Laut zum Ausdruck des Gedankens fähig zu machen" [Humboldt 1963]
Der Terminus „die innere Wortform" wird in der Fachliteratur der Gegenwart nicht nur im Zusammenhang mit der etymologischen Bedeutung des Wortes gebraucht, sondern auch für die semantische Motiviertheit des Wortes in der Synchronie. Damit kann durchsichtig und verdunkelt sein. Im ersten Fall lässt die Semantik des Wortes die Wahl des Formativs zu erklären (Zug – vom ziehen – etwas, was sich zieht), im zweiten – nicht (Tisch).
Der Prozess der Nomination besteht meistens darin, dass ein oder einige Merkmale des Nominationsobjektes hervorgehoben und im sprachlichen Zeichen fixiert werden. Diese Merkmale, also dei Merkmale, die man für den Benennungsprozess nutzt, bilden das Benennungsmotiv. Das Merkmal aber, das der Bezeichnung des Objektes (der Bildung des Lautkomplexes) zu Grunde gelegt wird, erschöpft bei weitem nicht das ganze Wesen des Objekts. Der Name stellt das Objekt nach einem meist einzigen Merkmal (Pusteblume) dar, die anderen seiner Eigenschaften bleiben unbenannt. Von Anfang an entsteht also ein Konflikt zwischen dem Inhalt und der Form: der Name ruft im Bewusstsein des Menschen nicht das einheitliche Objekt hervor, sondern stellt es durch ein seiner Merkmale dar. Die Sprache versucht, diesen Konflikt zu beseitigen: im regen Sprachgebrauch wird die innere Form langsam vergessen und das Benennungsmotiv verloren.
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Z. B. die Wörter schlafen, Schlaf gehen auf die idg. Wurzel *[s] lēb-, '[s]- lābschlapp (mhd.), was „herabhängend" bedeutet, das russische Wort берёза und das deutsche Birke gehen auf die idg. Wurzel bhereg mit der Bedeutung ‘leuchtend’, was durch die entsprechende Farbe der Rinde zu erklären ist. Heute heben diese Wörter die genannten Merkmale nicht mehr hervor, weil die innere Form verdunkelt ist und das Benennungsmotiv – vergessen. Der Lautkomplex entspricht jetzt dem ganzen Begriff und widerspiegelt alle wesentlichen Merkmale des Nominationsgegenstandes. Der Verlust der inneren Form des Wortes führt also zur Vervollkommnung der Sprachtechnik.
Eben dadurch erklärt sich die Tatsache, dass viele Wörter in der Sprache kein objektiv-begründetes Verhältnis zu dem Bezeichnungsobjekt aufweisen.
In Bezug auf den Grad der Motiviertheit lassen sich drei Gruppen unterscheiden (I. G. Olschanskij spricht von den Arten des Etymons):
1)Wörter, bei denen der Zusammenhang mit dem Bezeichnungsmotiv
klar empfunden wird (Schreibtisch, Blumentopf), – das lebendige Etymon nach I. Olschanskij;
2)Wörter, bei denen der Zusammenhang noch zu erkennen ist (Handtuch –
Tuch für die Hände, aber auch fürs Gesicht, Brieftasche – Tasche für Briefe, aber auch für andere Dokumente);
3)Wörter, bei denen dieser Zusammenhang nicht mehr erkennbar ist (Mensch). Hier unterscheidet I. Olschanskij die Gruppe des verdunkelten Etymons (das Bezeichnungsmotiv lässt sich durch die etymologische Forschung feststellen) und die des toten Etymoms (das Bezeichnungsmotiv lasst sich nicht feststellen).
Wenn ein historisch adäquates Benennungsmotiv, d.h. die historisch adäquate innere Wortform nicht mehr eindeutig zu erkennen ist, kann auf Grund begrifflicher oder lautlicher Angleichung eine neue Etymologie entstehen. In der älteren Germanistik wurde sie mit dem Namen Volksetymologie, in der jüngeren Wortforschung als Fehletymologie oder Pseudoetymologie bezeichnet.
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Als Beispiele der Fehletymologie können folgende angeführt werden:
Maulwurf > ahd. muwёrf heißt ursprunglich „Tier, das Erdhaufen aufwirft".
Da das ahd. mu („Haufen") im Neuhochdeutschen nicht erhalten ist, wurde unter Anlehung an Maul die innere Form des Wortes umgedeutet.
Leinwand > mhd. Liwāt („Leinengewebe") >> frühnhd. umgebildet in
Leinengewand („Kleid"), wird im Neuhochdeutschen in der zweiten Komponente der Zusammensetzung als identisch mit „Wand" empfunden, so dass es heute gespannte Leinwand als leinene Wand erklärt wird.
Die Wörter unterscheiden nicht nur nach der Grad der Motiviertheit, sondern auch nach der Art.
Man unterscheidet drei Arten der Motivation (Motivationstypen).
1) Phonetische (phonetisch-phonemische) oder natürliche Motivation: diese Art haben lautnachahmende Wörter (Onomatopoetica): mjauen, zischen, summen, brummen, knurren.
In diesem Fall bildet man ein neues Zeichen, ohne das vorhandene Sprachmaterial (Wörter, Morpheme) zu benutzen. Phonetisch-phonemisch motiviert sind Wörter, deren Formative einen Laut oder einen Schal nachbilden: knarren, grunzen, quacken, muhen. Die Lautgestalt dieser Zeichen ist also ein akustisches Abbild des benannten Objektes (miauen, gackern, Kuckuck, Uhu). In diesem Fall kann man von einem natürlich gegebenen Zusammenhang zwischen den Merkmalen des bezeichneten Objektes – den akustischen Eigenschaften – und dem Wortzeichen sprechen. Der phonetisch-phonemische Motivationstyp ist in der Sprache nicht weit verbreitet, da die Zahl der Objekte, die nach akustischen Merkmalen benannt werden können, relativ begrenzt ist, deshalb bildet diese Art der Motivation nicht den Hauptweg zur Entstehung neuer Lexeme.
2) Morphematische Motivation: bei dieser Art ist die Bedeutung des Lexems das Produkt der Teilbedeutungen der Morpheme. Z. B. das Wort
Erdbeere ist durch das Ort motiviert, Blaubeere – durch die Farbe, Schreibtisch – durch die Funktion (der Tisch, an dem man schreibt). Dabei können manchmal Fehlmotivationen entstehen: Nilpferd ist kein Pferd, Baumwolle ist keine Wolle.
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Morphematische Motivation bildet den Hauptweg der Benennung. Sie besteht in der Bildung neuer Wörter aus dem vorhandenen Sprachmaterial – Wörtern und Morphemen – nach gegebenen Modellen. Das Wesen der morphematischen Motivation bildet also die Wortbildung. Wörter und Morpheme sind Träger der Motivbedeutung. Durch diese Elemente ist das neue Wort formativisch und semantisch mit anderen Lexemen verbunden.
Thea Schippan erklärt diesen Motivationstyp anhand des Wortes
Rasenmäher, das durch drei Benennungsmotive motiviert ist:
-er deutet auf Gerät, Rasen auf das Objekt, -mäh auf die Handlung, die mit dem Gerät auszuführen ist. Das gleiche Gerät könnte auch mit lexemen
*Grasschneidermaschine, *Mähmaschine, *Mäher, *Rasenschneider benannt werden. Die deutsche Sprache aber kennt nur dieses Formativ Rasenmäher. Warum? Für die Wahl der Benennungsmotive sind ´die Merkmale entscheidend, die dem Benenenden wichtig sind, weil sie besonders auffallen, weil sie das bezeichnete Objekt einordenen, weil sie Assoziationen auslösen [Schippan 2002: 97 - 98].
Im Laufe der Zeit kann das Benennungsmotiv verblasst werden. Es treten die Prozesse der Lexikalisierung, Idiomatisierung und Demotivierung ein.
Bei der Lexikalisierung geht der Syntagmacharakter einer Wortbildungskonstruktion verloren, das komplexe Lexem erhält eine einheitliche
Struktur. In diesem fall handelt es sich meistens um die Bildungen früherer Sprachstufen.
Die Idiomatisierung ist eine Folge der Lexikalisierung, die dazu führt, dass die Lexembedeutung aus der Summe der Teilbedeutungen einer Wortkonstruktion nicht mehr zu erschließen ist: im Fall Handtuch kann man von der Teilidiomatisierung sprechen, die Wörter Nachtigall, Bräutigam sind vollidiomatisiert.
Bräutigam –brutigomo (ahd.) –briutegome (mhd.): brūt (ahd.) - brūt (mhd.)
– ‘junge Frau am Tag ihrer Hochzeit’, gomo – homo – ‘Mann, Mensch’ Nachtigall – naht(a)gala (ahd.) – nahtegale: naht – Nacht, gal-a (ger.) é
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‘singen’, galan (ahd.) - ‘Zaugbergesänge singen’
Als Resultat dieser Prozesse tritt Demotivierung ein, d.h. der Verlust der
Motivbedeutung, der selbständige Zeichencharakter einer oder mehrerer Konstituenten schwindet;
3) Semantische Motivation: bei dieser Art wird ein Wort zur Benennung eines neuen Begriffs genutzt. Das erfolgt im Prozess der Metapherbzw. Metonymiebildung. In diesem Fall wird also der Name eines Objektes auf ein anderes übertragen. Diese Übertragung beruht ebenfalls auf der Auswahl von Merkmalen, die das Benennungsmotiv bilden. Die Bedeutung nennt man
übertragene Bedeutung und man spricht von der sekundären Nomination: die
Nase (der Teekanne), der Hals (der Flasche), Kognak (Getränk) usw.
Das Wort wird dabei mit einer neuen Benennungsfunktion gebraucht. Es tritt aus einer semantischen Sphäre in eine andere, dabei wird dieser Prozess
formativisch nicht fixiert (man kreiert kein neues Wort).
Die Prozesse der Lexikalisierung und Demotivierung treten auch bei den semantisch motivierten Wörtern ein. Das Bild (das Benennungsmotiv) verblasst sich mit der Zeit und die Gebundenheit der „neuen“, übertragenen Bedeutung mit der “ursprünglichen“ wird verloren: Mutter (гайка), Welle (приводной вал),
Kurbelwelle (коленчатый вал).
Einige Lexikologen sprechen auch von der etymologischen / verdunkelten Motivation, die vorhanden ist, wenn das Benennungsmotiv nur mit Hilfe der
Sprachgeschichte festzustellen ist.
Z. B.: Ahorn – geht auf die idg. Wurzel ak (spitzig, scharf) zurück. Als Benennungsmotiv gilt die Form des Blates.
Birke kommt aus dem ahd. birihha – idg. bhereg (leuchten). Als Benennungsmotiv gilt die leuchtende weiße Farbe der Rinde.
Die Rekonstruierung der Wortbedeutung und das Erschließen des
Bedeutungsmotivs lassen aber das entsprechende Wort zu einem von oben genannten drein Motivationstypen zählen. So geht das Wort Schloß, ahd. Slōz ist
die |
Ableitung |
von |
schließen |
– |
„Türverschluß“, |
das |
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