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Немецкий язык. Учебные материалы для аспирантов и соискателей

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Text №4

Familienmediation

Die berühmte „schmutzige Wäsche» hängt nicht ausschließlich an den Headlines der Boulevardund Regenbogenpresse. Bereinigt wird damit nichts. Vielleicht soll kurzfristig noch eine Werbetrommel gerührt werden, aber echte (Schmutz)- Lösungsmittel sehen anders aus. In der Familienmediation geht es in erster Linie um die Beziehungsklärung, von der aus die Teilnehmer eine von allen akzeptierte und für die Zukunft tragfühige Regelung oder Lösung entwickeln können. Eine solche Lösung kann zum Beispiel die Beilegung von Familienproblemen oder die Fortsetzung der Partnerschaft oder Ehe oder aber die Trennung oder Scheidung als sozusagen guter Abschied sein. Geht es um Kinder, wird in der Mediation deutlich, dass der juristische Begriff des „Wohl des Kindes“ eher ein Etikettenschwindel ist, weil dieser Begriff alles Wesentliche verschleiert: dass ein Kind, um das gerichtlich gestritten wird, bereits Schaden nimmt oder zumindest gefährdet ist und ihm wohler ist, wenn seine Interessen nicht zur Verhandlungsmasse missglückter Erwachsenenbeziehungen werden.

In Bertolt Brechts Theaterstück „Der kaukasische Kreidekreis“ streiten zwei Frauen um ein Kind. Das Küchenmädchen Grusche, die Michel aufgezogen hat, und Natella, die Frau des Gouverneurs, die Michel geboren hat. Der Dorfrichter Azdak sagt zu seinem Amtsdiener: „Schauwa, nimm ein Stück Kreide. Zieh einen Kreis auf den Boden. Stell das Kind hinein.“ Michel steht da, als sollte er versteigert werden. Der Dorfrichter verlangt: „Fasst das Kind bei der Hand. Die wahre Mutter wird die Kraft haben, das Kind aus dem Kreis zu sich zu ziehen.“ Noch vor dem Zweikampf lässt Grusche los: „Ich hab's aufgezogen! Soll ich's zerreißen? Ich kann's nicht.“ In Grusche, die Michel kein Leid antun will, erkennt der Dorfrichter „die wahre Mutter“ und spricht ihr das Kind zu.

Text №5

Pragmatik-Semantik

Die Grammatiken einer Einzelsprache sind in erster Linie Formenlehren. Ihre Aufgabe ist es, die phonologischen, morphologischen, syntaktischen und semantischen Formen einer Sprache genau zu beschreiben. Funktionale Aspekte werden in vielen Grammatiken (z.B. der

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Duden-Grammatik 1995) mitbehandelt, aber es gibt kein eigenes Prag- matik-Kapitel, in dem man Systematisches über die Pragmatik einer Einzelsprache erführe.

In vielen Arbeiten werden pragmatische Phänomene wie z.B. der Sprechakt der Semantik zugeschlagen (z.B. Lyons 1995). Der Grund dafür ist ein sehr allgemeiner Bedeutungsbegriff, der nicht nur die Bedeutung von Wörtern und Sätzen einer Sprache, sondern auch die Äußerungsbedeutung, verstanden als vom Sprecher intendierte Bedeutung, umfaßt.

Im allgemeinen geht man jedoch davon aus, daß die wörtliche Bedeutung eines geäußerten Satzes in der Semantik untersucht wird, während Bedeutungsaspekte, die nur aufgrund des Kontextes zustande kommen, Gegenstand der Pragmatik sind.

Man kann also sagen, sowohl die Semantik als auch die Pragmatik haben es in einem sehr weiten Sinn mit Bedeutung zu tun, aber die Bedeutungen semantischer Einheiten sind im allgemeinen kontextunabhängig, die Bedeutungen der pragmatischen Einheiten im allgemeinen kontextabhängig.

Die Grundidee ist, daß man nur dann die wörtliche Bedeutung eines Aussagesatzes kennt, wenn man weiß, unter welchen Bedingungen er wahr oder falsch wäre. Diese Bedingungen nennt man daher die Wahrheitsbedingungen des Satzes.

Wahr und falsch nennt man Wahrheitswerte. Wahrheitswerte kann man nur relativ zu bestimmten Äußerungssituationen festlegen. Die Festlegung der Bedingungen aber, unter denen ein Satz überhaupt wahr oder falsch sein kann, ist dagegen kontextunabhängig. Die Wahrheitsbedingungen sind nämlich so formuliert, daß bei einer beliebig vorgegebenen Situation entschieden werden kann, ob der vorliegende Satz in dieser Situation wahr oder falsch ist.

Text №6

Staatenbund und Bundesstaat

Die klassische Unterteilung zwischen diesen beiden Arten der Staatenverbindung besteht darin, daß die Bildung eines Staatenbundes die Souveränität seiner Mitglieder unangetastet läßt; sie sind Staaten i.S. ihres eigenen Verfassungsrechts und i.S. des Völkerrechts. Im Bundesstaat

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hingegen besteht eine einzelstaatliche völkerrechtliche Souveränität nicht mehr, sondern nur diejenige des Zentralstaates. Das gilt jedenfalls für die äussere Souveränität, während die Verfassung des Zentralstaates, des Bundes, den Mitgliedern eine begrenzte, verfassungsrechtliche Eigenständigkeit belassen kann. Der Zusammenschluß in einer supranationalen Organisation — das sei hier nur angemerkt — verbindet beide Merkmale, diejenige des Staatenbundes und die des Bundesstaates.

Der Unterschied zwischen Staatenbund und Bundesstaat ist in der Rechtslehre aber auch in Zweifel gezogen worden.

Für die deutsche Rechtsentwicklung ist festzustellen, daß die Kontroversen über die Abgrenzungen der Begriffe Bundesstaat und Staatenbund in und nach der Zeit der Reichsgründung von 1871 entstanden und bis heute ihre Aktualität bewahrt haben. Die deutschen, bisher unter souveränen Fürsten lebenden Staaten wollten trotz der Reichsgründung doch ein gewisses Maß an Souveränität gewahrt wissen, was auf staatenbündische Merkmale hinweist, auch wenn die Fürsten als Repräsentanten ihrer Staaten handelten; aber dennoch wollten auch sie die Gründung eines souveränen Reichs. Von der Beantwortung der Frage, welche Souveränität als originär oder als derivativ anzusehen war, welche primär und welche sekundär sein sollte, hing es ab, ob man das Deutsche Reich als Staatenbund oder Bundesstaat betrachtete; letztlich waren die bundesstaatlichen Merkmale die stärkeren. Die gleiche oder zumindest ähnliche Frage kann man für andere Staaten auch stellen.

Eine die Staatenpraxis berücksichtigende und auch der Rechtsdogmatik genügende Auffassung kann zu dem folgenden Schluß führen: In einem Bundesstaat — und dabei soll nicht übersehen werden, daß es keinen einheitlichen Typ dieser Staatenverbindung gibt — liegt die Souveränität in den Händen des Zentralstaats; insoweit sind seine Mitglieder nicht mehr Staaten i.S. des Völkerrechts.

Text №7

Die Kriminologie

Kriminologie wird nicht einheitlich definiert; nach einer ebenso kurzen wie praktischen Formulierung ist Kriminologie die Wissenschaft vom Verbrechen und seiner Bekämpfung. Im Sinne dieser Formel wird Kriminologie in den folgenden Ausführungen als interdisziplinäre

Wissenschaft verstanden, die mit aus verschiedenen Disziplinen

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herrührenden Methoden Tat, Täter und Opfer eines crimen (rechtlich Verbrechen, Vergehen und Ordnungswidrigkeiten umfassend) untersucht und in diese Untersuchung die Arbeit von Polizei und Justiz miteinbezieht.

Bei dieser Einbeziehung überschneidet sich die Arbeit des

Kriminologen mit der Schwierigkeiten zwischen Kriminologen und Kriminalisten haben sich in der Praxis nur selten ergeben, denn die wissenschaftlichen Kriminologen haben sich bisher nur in geringem

Umfange mit der Verbrechensbekämpfung, insbesondere durch die Polizei, beschäftigt. Die Polizei benötigt für ihre Arbeit die Erkentnisse und Erfahrungen der Krimonologie, vor allem bezüglich der Erscheiningsformen der einzelnen Delikt und der Persönlichkeiten der Täter und Opfer, sowie der Beziehung zwischen beider. Die Bearbeitung erfolgt unter „kriminalistischen Vorzeichen“.

Von der Sache her ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Kriminologen und Kriminalisten dringend erforderlich.

Als Teilgebiet der Kriminologie tritt die Viktimologie seit einigen

Jahren stärker in den Vordergrund. Die Viktimologie ist die Lehre vom Opfer, und die beschäftigt sich vor allem mit den Beziehungen zwischen Tätern und Opfern, den „Partnern im Verbrechen“.

Ein weiteres Teilgebiet der Kriminologie und gleichzeitig Zweig der allgemeinen Psychologie ist die Kriminalpsychologie.

Psychologie ist nach einer Definition des „Brockhaus“ die Wissenschaft von den Formen und Gesetzmäßigkeiten des Erlebens und

Verhaltens und ihrer Deutung. Im Altertum nannte es Aristoteles die allerschwierigste Aufgabe der Psychologie, einen zutreffende Vorstellung vom Wesen der Seele zu erlangen.

Die Kriminalpsychologie wendet mit wechselnden Methoden die durch Theorie und in der Praxis erworbene Menschen- („Seelen-“) Kenntnis auf den straffälligen Menschen, seine Taten und auf die Organe der Strafausführung und der Justiz an. Eine der wichtigsten Methoden der Kriminalpsychologie ist das „Verstehen“, das weiter unten erläutert werden wird.

Text №8

Endliche deterministische Automaten

Die Menge der akzeptierten Wörter ist die vom Automaten akzeptierte Sprache. Man kann sich vorstellen, daß mit einigen oder allen

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Zuständen physisch die Aussendung eines Signals oder einer Signalfolge verbunden ist. Das Studium der endlichen deterministischen ebensolcher Geräte mit Ausgabe ein.

Der Sprachgebrauch ist hier nicht einleitlich. Während in der Theoretischen Informatik Untersuchungen eine Rolle spielen, bei denen die Ausgabe häufig nicht wesentlich ist, verwendet man in der Technischen Informatik bei der Untersuchung digitaler Systeme häufig Automatenmodelle, bei denen die Ausgabe eine sehr wichtige Funktion besitzt und direkt in die Verhaltensbeschreibung aufgenommen wird.

Ein Wechsel zwischen diesen beiden Modellklassen ist jedoch ohne

Schwierigkeit möglich, da die jeweils untersuchten Problembereiche und Aufgabenklassen "hinreichend weit" auseinanderliegen dürften.

Alle Wörter müssen über einem Alphabet gebildet sein. Diese Forderung folgt inhaltlich daraus, daß der Automat nur endlich viele Zustände annehmen kann und somit auch nur in der Lage ist, endlich viele verschiedene Eingabebuchstaben zu unterscheiden. Auf den Begriff "deterministisch" gehen wir erst ein, wenn wir nichtdeterministische Automaten kennenlernen.

Text №9

Gemeinsame Projektarbeit als Motor des Transformationsprozesses

Am Anfang des Transformationsprozesses des Personalwesens stand im Oktober 1991 ein gemeinsamer zweitägiger Workshop, an dem alle seinerzeitigen tschechischen Führungskräfte, eine Handvoll junger tschechischer Potentialträger, sowie vier deutsche Expatriates teilnahmen. Moderiert wurde die Veranstaltung durch ein erfahrenes Team von Volkswagen, mit dem auch der Workshop sorgfältig vorbereitet worden war. Die Sprachbarrieren wurden durch Dolmetscher überwunden, die durch einen Expatriate, unterstützt wurden.

Nach einem Warming-up und der Frage nach den persönlichen Erwartungen für diesen Workshop stellten das für das Personalwesen zuständige tschechische Vorstandsmitglied und ein Expatriate als sein Stellvertreter die Ziele vor.

Der Sachteil des Workshops begann mit einer gemeinsamen Bestandsaufnahme des Skoda-Personalwesens, einer detaillierten Analyse der Stärken und Schwächen. Schwarz auf weiß konnte jeder Teilnehmer die Ergebnisse auf den Metaplantafeln wahrnehmen. Als Stärken wurden

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im wesentlichen die Qualifikation und Erfahrung der Mitarbeiter, ihre

Improvisationsfähigkeit und Kooperationsbereitschaft genannt. Als Schwächen wurden hervorgehoben: Systemmängel bei Mitarbeiterbeurteilung und —entwicklung, Defizite in der Aufbauund Ablauforganisation, bürokratische Phänomene sowie eine mangelhafte Einstellung der Mitarbeiter zur Arbeit. Signifikante Unterschiede zwischen tschechischen und deutschen Beiträgen waren nicht erkennbar. In einem weiteren Schritt wurde gemeinsam das Umfeld des Skoda-Personalwesens skizziert.

Der Stellvertreter des tschechischen Vorstandsmitglieds (Expatriate) stellte anschließend seine Vision des Skoda-Personalwesens im Jahr 2000 vor. Es wurde offenkundig: zwischen dem allseits angestrebten Ziel und dem heutigen Ausgangspunkt lag ein tiefer Graben und ein langer Weg.

Text №10

Die einheimische Wirtschaft vernichten

Während der Kolonialzeit entstanden die Kolonialmächte immer wieder Truppen, um kooperative Regime vor Volksaufständen zu schützen. So beteiligten sich Frankreich und Großbritannien an der Niederwerfung der populistischen Tai-Ping-Rebellion in China und später an der Niederwerfung des gegen die Ausländer gerichten Boxer-Aufstandes. Großbritannien schickte auch dem Khediven Ismail im Konflikt mit einer nationalistischen Revolute in Ägypten Truppen zu Hilfe.

Bis heute schrecken die westlichen Mächte nicht vor solchen Methoden zurück, wenn sie ihre Ziele anders nicht erreichen können. Als 1964 der Diktator von Gabun, Präsident M´ba, in einem Militärputsch abgesetzt zu werden drohte, eilten ihm französische Fallschirmspringer zu Hilfe und brachten die Anführer des Putsches ins Gefängnis, ungeachtet massiver Proteste im Volk.

Da die Kolonien einen Absatzmark für die Produktion der Kolonialstaaten bieten und billige Arbeitskräfte sowie billige Rohstoffe zur Verfügung stellen sollten, konnten sie nicht zugleich einen Markt für die heimische Produktion bieten und Arbeitskräfte sowie Rohstoffe für die heimische Produktion zur Verfügung stellen.

Tatsächlich war den Kolonialmächten daran gelegen, die heimische Wirtschaft der Länder zu vernichten, die sie als Kolonien unterworfen hatten.

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Text №11

Die Elementverbindung

Physikalische Eigenschaften. Lithium ist ein silberweißes, weiches

Leichtmetall. Unter Normalbedingungen kristallisiert es in einem kubischraumzentrierten Gitter (A2-Struktur), unterhalb von — 202 ˚ C ist auch eine hexagonal-dichteste Modifikation (A3-Struktur) existent.

Lithium schmilzt bei 180˚ C und siedet bei 1330 ˚ C, damit hat es von allen Alkalimetallen den größten Temperaturbereich des flüssigen Zustandes. Flüssiges Lithium besitzt eine grosse Wärmekapazität, die mit der von Wasser vergleichbar ist.

Darstellung. Metallisches Lithium wird durch Schmelzflußelektrolyse eines eutektischen Gemisches von Lithiumund Kaliumchlorid gewonnen.

Die wichtigsten Ausgangsstoffe sind Spodumen, Lepidolith und Amblygonid. Diese werden zunächst mittels geeigneter Aufschlußverfahren — die gebräuchlichsten sind der Aufschluß mit Schwefelsäure, das Sintern mit Kalk, das Glühen mit Alkalisulfaten und der Aufschluß mit Calciumcarbonat/ Calciumchlorid-Gemischen in Lithiumsalze überführt.

Reaktionen. Lithium zeigt auf Grund seines vergleichsweise sehr geringen Atom — bzw. Ionradius teilweise ein anderes Reaktionsverhalten als seine schwereren Homologen, wenn auch weniger heftig. So reagiert

Lithium unterhalb von 130 °C mit Sauerstoff nur sehr langsam. Die Reaktion mit Wasser läuft ohne spontane Entzündung des entstehenden Wasserstoffs ab. Weiterhin löst sich Lithium ebenso wie die anderen Alkalimetalle in flüssigem Ammoniak. In den entstehenden blaugefärbten, den elektrischen Strom gut leitenden Lösungen liegen neben solvatisierten

Alkalimetallkationen auch solvatisierte Elektronen vor.

In der Metallurgie wird Lithium zur Entgasung von Kupfer und

Kupferlegierungen, zur Vergütung von schwefelhaltigem Nickel, zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften von Aluminimum, Blei und Zink sowie zur Erhöhung der Korrosionsbeständigkeit von Magnesium eingesetzt.

Text №12

Ratschläge für den UKW-Empfang

Um die besonderen Bedingungen beim UKWund Fernsehempfang verständlicher zu machen, seien einige grundsätzliche Bemerkungen

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vorangestellt. Die Planung von UKWund Fernsehsendern basiert auf technischen Richtlinien, die neben einer Mindestnutzfeldstärke auch bestimmte Parameter zur Beurteilung von Störwirkungen durch benachbarte Sender festschreiben. Zusätzlich wird eine Antenne zugrunde gelegt die bestimmten Mindestvoraussetzungen genügt. Danach gilt ein Empfangsort als versorgt, wenn bei einer Antennenhöhe von 10 m über Grund die Mindestnutzfeldstärke größer 0,5 mV/m beträgt (mV/m = Maßeinheit für Feldstärke). Das gilt für UKW-Stereoempfang. Während für UKW-Monosendungen schon die Hälfte des Wertes genügt, sind beim Fernsehen höhere Werte erforderlich.

Mit der Mindestnutzfeldstärke wird sichergestellt, dass im UKWRadio der für eine qualitätsgerechte Wiedergabe notwendige Abstand zwischen Nutzsignal (übertragene Sprache, Musik usw.) und dem im Empfänger erzeugten Rauschen vorhanden ist.

Die Klassen der verschiedenen Gerätesortimente unterscheiden sich u.a. auch dadurch, mit wesentlich kleineren Nutzfeldstärken auszukommen, ohne Einbußen in der Wiedergabequalität zu haben. Inwieweit aus Sicht der Senderplanung die Störwirkung frequenzbenachbarter Radiostationen in einem Versorgungsgebiet begrenzt werden kann, soll hier nicht weiter verfolgt werden. Aber auch bei einer sorgfältigen und effizienten Planung ist der sogenannte Mehrwegempfang an ungünstigen Standorten nicht zu vermeiden.

Neben der direkten Welle erreichen den Empfänger über die Antenne auch reflektierte Anteile. Es können soqar mehrfache Reflektionen auftreten. Je nach dem zeitlichen Versatz und Stärke der Signalanteile, kommt es zu Überlagerungen. Diese können eine völlige Signalauslöschung zur Folge haben oder beim Fernsehen zu

„Geisterbildern" führen.

Text №13

Kälteund Wärmeresistenz

In bezug auf ihren Wärmehaushalt können die Tiere in zwei Gruppen eingeteilt werden.

- Bei den Wechselwarmen oder Poikilothermen ist die Körperwärme von der Umgebungstemperatur abhängig; zu ihnen gehören die Wirbellosen sowie die Fische, Lurche und Reptilien.

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- Vögel und Säugetiere haben sich als Gleichwarme oder Homoiotherme von der Außentemperatur weitgehend unabhängig gemacht.

Unter den Wechselwarmen finden sich Arten, die nur in einem engen Temperaturbereich existieren können, wie Tiefseetiere und Riffkorallen.

Das Leben der meisten Pflanzen und der wechselwarmen Tiere spielt sich zwischen 0 und 45 °C ab. In heißen Quellen sind Fademürmer bei 57 °C beobachtet worden. Bakterien in Kompost ertragen über 65 °C, eine Blaualge sogar 90 °C. Tiefseetiere leben bei —l bis —2,5 °C. Tropische

Pflanzen können schon bei über 0°C „erfrieren". Wirbellose Landtiere

überstehen im Winter Temperaturen von weit unter 0 °C, doch ist eine weitgehende Entwässerung ihrer Gewebe Voraussetzung dafür. Vogel und Säugetiere können als Gleichwarme in Bereiche tiefster Temperatur vorstoßen. Die nordischen Eisbären und die antarktischen Pinguine ertragen Temperaturen bis unter — 40 °C. Gleichwarme Tiere vermögen auch Gebiete zu besiedeln, die zugleich warme und kalte Areale umfassen. Am Grand Canyon in den USA durchstreift der Puma die im Winter verschneiten Höhen und die wüstenhaft heiße innere Schlucht. Die starken jahreszeitlichen Temperaturschwankungen in den gemäßigten Klimazonen der Erde stellen ihre Bewohner vor schwere Probleme. Die Winterkälte zwingt die meisten Wechselwarmen in den inaktiven Zustand der Winterstarre. Die gleichwarmen Vögel und Säuger können die Kälteperiode gut überstehen, wenn sie genügend Futter finden.

Die Temperatur bestimmt auch die Verteilung der Pflanzenarten auf die Klimagürtel. Tropische Pflanzenarten benötigen meist Keimungstemperaturen von über 25 °C. Bei uns wachsende Arten keimen bei verschiedenen Temperaturen: Wintergetreide schon bei 1-3 °C,

Sommergetreide erst bei 4-5 °C, Sonnenblumen und Zuckerrüben bei 8-10

°C. Auch die Kälteempfindlichkeit ist für die Pflanzen der verschiedenen Klimagürtel sehr verschieden. Die meisten tropischen Arten nehmen bereits bei Temperaturen von 3-5 °C Schaden und hören auf zu wachsen. Viele Pflanzen der Subtropen und gemäßigten Breiten gehen erst bei Eisbildung im Gewebe zugrunde. Bei stark wasserhaltigen Pflanzen, wie den Kartoffeln, genügt schon ein leichter Frost. Andere, wie Fichte und Kiefer, ertragen sogar Eisbildung in den Geweben und überdauern Wintertemperaturen bis zu –70 °C.

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Text №14

Zur Problematik des Waldsterbens

Waldschäden als Folge hoher Immissionsbelastung in der direkten Nachbarschaft bestimmter Industrieanlagen, insbesondere Metallhütten, sind eine schon im 19. Jahrhundert bekannte Erscheinung, die mit der zunehmenden Industrialiesierung Hand in Hand ging. Als Beispiel in

Mitteleuropa seien die zerstörten Wälder an den Metallhütten des Harzes und Erzgebirges, in Oberschlesien, im Ruhrund Saargebiet genannt. In einigen dieser ursprünglichen Schadensgebiete konnte sich der Wald seither weitdehend regenerieren, da die Immissionsbelastung drastisch reduziert werden konnte.

Seit etwa 15 Jahren haben wir es mit einem neuen Phänomen zu tun:

Aus fast allen Gebieten Mitteleuropas werden schwere und offensichtlich weiter fortschreitende Waldschäden gemeldet, wobei besonders auch Erholungsgebiete mit „Reinluftbedinungen“ wie Alpen, Schwarzwald,

Bayerischer Wald sowie die mittelund norddeutschen Mittelgebierge betroffen sind. Seit Beginn der siebzieger Jahre ist das „Tannensterben“ zu beobachten; zuerst waren nur die ältesten, inzwischen sind auch die 10-bis 15-jährigen Bäume betroffen. Die Krankheit bedroht in Ostbayern und im Schwarzwald die Existenz der Weißtanne schlechthin.

Wir können zur Zeit nicht sagen, welches die Ursache des gegenwärtigen Baumund Waldsterbens ist. Alle Befunde deuten darauf hin, dass es sich hierbei um ein äußerst komplexes Phänomen handelt, bei dem mehrere Ursachen zusammenwirken.

Text №15

Die Nordsee als Lebensraum

Die Hydrographie der Nordsee.

Der Blick auf die Landkarte lehrt, dass die Nordsee im Westen durch die Küste Großbritanniens begrenzt wird, daß sie im Süden durch die belgische, die holländische und die deutsche Küste und im Osten durch die Halbinsel Jütland umbeschlossen wird, während sie nach Norden frei mit dem Atlantischen Ozean in Verbindung steht. Von hier aus gelangen grosse Massen atlantischen Wassers in das Innere der Nordsee, während der Zustrom durch den Kanal nur gering ist und nach einer Berechnung

Böhneckes noch nicht 1% der Fläche der Nordsee entspricht.

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