Deutsche Phonetik. Учебное пособие
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Повторение
V. Kirche oder Kirsche? |
VI. Eine Studentin |
- Was zeichnen Sie? |
- Wie heißen Sie? |
- Eine Kirche? |
- Karin Schulz. |
- Eine Kirsche? |
- Sind Sie Studentin? |
- Nein, eine Kirche. |
- Ja, ich studiere Chemie. |
- Sehen Sie, das ist eine Kirche |
- Wo studieren Sie? |
und das ist eine Kirsche. |
- In Rostock. |
|
- Sprechen Sie eine Fremdsprache? |
|
- Ja, Russisch und Englisch. |
|
- Sprechen Sie auch Spanisch? |
|
- Nein, Spanisch nicht. |
VII. Im Kaufhaus
- Bitte sehr?
- Ich brauche ein Kleid.
- Bitte, Hier sind die Kleider. - Das Kleid ist sehr modern. - Wie gefällt es Ihnen?
- Sehr gut. Ist das Kleid teuer?
- Nein, hier ist der Preis. Neunzig Mark. - Gut, ich kaufe das Kleid.
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Приложения
ПРИЛОЖЕНИЯ
Приложение 1
Lesetexte
An der Grenze
(Ein Erlebnis aus dem Leben des Detektivs Sherlock Holmes)
Es war in einem Fernzug. Im Abteil saß ein Herr im hellen Mantel und las eine Zeitung. Nach einiger Zeit ging er in den Gang hinaus und schaute durchs Fenster. Der Zug hielt, es war die letzte Station vor der Grenze. Der Herr erblickte, wie eine alte dicke Dame mit einem schweren Koffer in seinen Waggon eistieg.
„Darf ich Ihnen vielleicht helfen? " fragte er. „Oh, Sie sind sehr freundlich, mein Herr. Danke sehr" antwortete die Dame und der Mann nahm den Koffer.
„Vielleicht setzen Sie sich zu mir? " fragte dann die Dame. „Sehr gern." Und beide traten ins Abteil. „Soll ich Ihren Koffer nach oben legen?" „Nein, nein. Lessen Sie ihn nur unten. Ich muss ihn doch bei der Kontrolle öffnen."
„So? Haben Sie denn etwas, was man verzollen muss? " Ich? Nein." Sie wurde ganz rot. Aber ich habe eine kleine Bitte an Sie. Könnten Sie vielleicht diese Schachtel Zigaretten für mich in Ihre Tasche stecken?"
Ja, das will ich gerne tun."
„Mein Binder raucht so gern englische Zigaretten, und ich will ihm zwei
Schachteln mitbringen. Und durch die Grenze darf jeder nur eine Schachtel mitnehmen."
„Aber diese Schachtel müssen Sie verzollen, wissen Sie das?" Warum?" rief die dicke Dame. „Es sind nur 25 Zigaretten in der Schach-
tel! Das darf doch jeder mitnehmen! So sagte man mir!"
,,Ja, das stimmt. Aber die Schachlel muss angebrochen sein. Eine Schachtel, die nicht angebrochen ist, können Sie ja wieder verkaufen!"
,,Ich will sie aber nicht verkaufen!" rief die dicke Dame wieder. „Ich will sie meinem Bruder schenken!"
„Dann mussen Sie die Schachtel einfach öffnen und eine Zigarette herausnehmen. Nun, soll ich sie öffnen? "
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„Nein, nein!" sagte die Dame erschrocken. „Wenn Sie rauchen wollen - bitte ... "Und sie nahm aus ihrer Handtasche eine andere Zigarettenschachlel. - Diese Zigarettcn hier sind viel besser."
„Danke schön! Ich rauche aber selten. Ich wollte ja nur Ihnen helfen und die Schachtel öffnen."
„Oh, das kann ich das selbst machen."
Die dicke Dame öffnete die Zigarettenschachtel und nahm eine Zigarette heraus. Dann gab sie die angebrochene Schachtel dem Herrn und beobachtete ihn dabei scharf: nein, er sah die Zigaretten nicht an, er steckte die Schachtel ruhig in seine Tasche.
Der Zug hielt an der Grenzstation. Der Zollbeamte trat ins Abteil.
„Haben Sie etwas zu verzollen? " fragte er die Fahrgäste. „Nein" antworteten beide.
„Wem gehört dieser Koffer?"
„Mir", sagte die Dame. „Soll ich ihn aufmachen?“ „Ja, bitte."
Die Dame stand auf und öffnete den Koffer. Der Zollbeamter nahm einige Sachen heraus, prüfte alles, fand aber nichts. Er dankte und ging hinaus.
„Gott sei Dank!" rief die Dame. Sie machte den Koffer zu und setzte sich wieder auf ihren Platz. Aber plötzlich wurde sie ganz blass vor Schrecken: der Herr gegenüber nahm eine Zigarette aus ihrer Schachtel und wollte sie gerade anzünden.
„Ich bitte um Verzeihung", sagte er. „Sie erlauben mir doch eine englische
Zigarette zu probieren? Aber wie seltsam - sie will nicht brennen! "
Die dicke Dame konnte kein Wort aussprechen. Der Mann schaute die
Zigarette prüfend an und brach sie in zwei Teile. Da fiel eine schöne grosse Perfe heraus. Er hob die Perle auf und sagte: „Ach, sich mal! Diese Perle wollten Sie wohl auch Ihrem Bruder mitbringen?
„Was? Ich wusste ja gar nichts von der Perle! " stoß die Dame hervor. Aber dann begann sie plötzlich laut zu weinen.
Der Herr im hellen Mantel stand auf und sagte: „Darf ich auch um die andere, zweite Schachlel bitten? So, so... Und jetzt folgen Sie mir, bitte. Mein Name ist Sherlock Holmes."
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Приложения
Auf dem Wochenmarkt
Vera sollte ihrer Tante auf dem Wochenmarkt etwas bestellen. Die Tante kommt nämlich jeden Dienstag und Freitag aus dem Dorf zum Markt in die Stadt.
Sie verkauft Kohl und Salat, Sellerie und Porree, Tomaten und Petersilie, aber auch "schöne Pflaumen, Äpfel und Birnen und sogar Pfirsiche.
Lola und die kleine Fidi gehen gern mit Vera zum Wochenmarkt.
Wie die Tante Vera sieht, ist sie sehr froh. Vera hat ihr schon oft geholfen.
„Kannst du wohl einen Augenblick hier aufpassen?", fragt sie. Das will Vera gern.
„Wir helfen ihr", sagt Fidi.
„Dürfen wir auch was verkaufen?", fragt Lola. „Alles, was da ist!", lacht die Tante.
Die drei Kinder stellen sich hinter den Wagen, auf dem Obst und Gemüse liegt.
„Wir müssen rufen", sagt Lola. „Das tun sie alle."
Vera packt die weißen Blumenkohlköpfe und grünen Gurken zurecht. Nun kommt eine Frau. Sie möchte für 10 Cent Suppengrün kaufen. Aber sie hat nur einen Fünfeuroschein. In dem Geldkasten der Tante ist nicht genug Kleingeld. Vera springt schnell zum Nachbarstand hinüber. Aber auch dort haben sie noch Kleingeld. Sie muss zu einem dritten Bauern laufen.
Wie die Tante zum Wagen zurückkommt, ist da ein richtiger Menschenauflauf. Wo mögen nur die Kinder sein? Die Leute lachen und recken die Halse. Die Tante ist zu klein. Sie kann nicht über die Menschen hinwegsehen. Aber da hört sie Fidis Stimme: „Butterweicher Blumenkohl!" und nun Lolas: „Schöne, grüne Pfirsiche! Alles ganz billig!"
Nun sieht sie die beiden. Sie stehen auf einer Kiste; Fidi hat die alte
Schürze der Tante aufgebunden, und Lola hat die Schirmmütze des Onkels aufgesetzt. Abwechselnd halten sie den Blumenkohl in die Höhe.
Schnell geht die Tante von hinten an den Stand heran. Nun drängeln sich die Leute. Sie wollen alle etwas kaufen, weil sie so viel Spaß an den Kindern gehabt haben.
Gut, dass Vera ihr zu Hilfe kommt. Sie kann auch schon richtig bedienen und weiß mit dem Geld Bescheid. Im Nu ist der Wagen leer.
Eine Tüte mit Pfirsichen hat die Tante noch zurückgelegt. „Verdient habt ihr sie ja eigentlich nicht", sagt sie. „Die Leute lachen mich ja aus, wenn ich butterweichen Blumenkohl und grüne Pfirsiche verkaufen will."
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Beim Mittagessen erklärt Fidi: „Wenn ich groß bin, will ich einen Stand auf dem Markt haben."
„Wirklich?", neckt Georg sie. „Ich dachte, du wolltest einen Bonbonladen haben?" [7]
Christophorus
Vor langerZeit lebte ein Mann namens Ophorus. Er war ein Riese an Gestalt und von gewaltiger Körperkraft. „Was soll ich mit meinen Kräften tun?", fragte er sich, „Ich will in die weite Welt wandern und nach dem möchtigen
Herrn suchen. Dem will ich dienen."
Er kam zu einem großen König, der über viel Land und Leute herrschte. Der empfing ihn freundlich und nahm ihn gern in seine Dienste. Ophorus begleitete den König überall. Eines Tages wurde er Zeuge, wie der König sich bekreuzte. Da Ophoris kein Christ war, kannte er das Zeichen nicht und fragte den
König:,,Was bedeute es, Herr, dass du zwei Striche vor dich ziehst?" „Mit diesem Zeichen schütze ich mich vor dem Teufel", antwortete der König. „Dann ist der Teufel mächtiger als du. Ich will ihn aufsuchen und ihm dienen." Mit diesen
Worten verabschiedete er sich vom König.
Er suchte den Teufel überall. Eines Tages kam er in ein wüstes Land. Da sah er eine Schar Ritter auf sich zureiten. Ihre Rüstungen glänzten, ihre Waffen blitzten, ihre Pferde kamen daher, als flogen sie. Aus der Schar der Ritter löste sich eine schwarze Gestalt und ritt auf Ophorus zu und fragte ihn; „Wen suchst du?"
„Den Teufel, ich will ihm dienen." „Ich bin der Teufel", sprach der Ritter.
Ophorus trat in seinen Dienst. Einst führte ihr Weg an einem Kreuz vorbei. Das Pferd des Teufels begann zu tanzen und weigerte sich weiterzugehen.
Der Teufel lenkte vom Wege ab und mied das Kreuz, indem er einen großen Bogen durch das Feld ritt. „Warum reitest du auf dem schlechten Wege, Herr, und hast doch die gute Straße?", fragte Ophorus. Der Teufel schwieg, er wollte den Grund nicht nennen. Da drängte Ophorus: „Du sollst mir die Wahrheit sagen, oder ich diene dir nicht mehr."
Der Teufel gestand: „Am Wege ragte ein Kreuz hoch. Es ist ein Zeichen Christi. Ich fürchte es." Ophorus sagte: „Da du vor dem Zeichen Christi fliehen musst, ist er größer als du. Er soll mein Herr sein."
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Приложения
Überall suchte er nach Christus. Endlich kam er zu einem Einsiedler, dem er seine Geschichte erzählte. Dieser sagte: „Christus ist der Herr über alle Menschen und über alle Dinge". Einem solchen Herrn wollte Ophorus gern dienen.
„Beten, fasten und wachen sollst du nach seinem Willen", sagte der Einsiedler. Ophorus aber wollte eine andere Aufgabe erfüllen. Der Einsiedler dachte nach und sagte schließlich: „Dort drüben fließt ein mächtiger Strom, keine Brücke und keine Fähre verbindet die beiden Ufer. Du bist groß und stark und kannst die Menschen durch das Wasser hinübertragen. Mit solchem Dienst kannst du deinen neuen Herrn zufrieden stellen."
Damit was Ophorus einverstanden. Er baute eine Hütte am Ufer und trug alle Leute hinüber und herüber, die den Strom überqueren wollten.
Nach einem besonders arbeitsreichen Tag hatte sich Ophorus zum Schlafen hingelegt. Er schlief ganz tief, als ihn eine Kinderstimme weckle. Er stand auf und suchte überall das Kind, fand aber niemanden. Erst als das Kind ihn zum dritten Mal rief, sah er es. Das Kind sagte: „Trag mich hinüber!" Er setzte es auf seine Schulter und ging ins Wasser hinein. Mit jedem Schritt wurde das Kind schwerer und dasWasser stieg höher. Er verzweifelte schließlich an seiner Kraft und sagte: „Kind, wie schwer bist du! Es tut mir, als trüge ich die ganze Welt." Da antwortete das Kind: „du trägst nicht nur die Welt, du trägst auch den, der sie geschaffen hat." Mit diesen Worten drückte er Ophorus unter das Wasser und sagte: „Ich bin Christus, der Herr, den du erwählt hast. Ich taufe dich auf den
Namen Christophorus, weil du Christus getragen hast."
Das Märchen vom Brot
Es war einmal, es ist einmal... Denn die Sonne scheint wieder, und die
Lerche ist zurückgekehrt. Es ist Frühling! Die Lerche erinnert sich: Peter und der Fuchs haben den Roggen gesät. Liebliches Grün ist aus dem Boden gesprossen. Dann ist Schnee daraufgefallen. Das junge Grün ist unter dem Schnee nicht erfroren. Die Lerche singt: „Beeil dich mit dem Wachsen!" Und der Roggen strengt sich an. Bald reicht er Peter bis an den Bauch. Rotlunte (красный хвост) stößt an die Halme (m, -e – стебель злака; соломин(к)а). Fest und biegsam seid ihr.
Aber könnt ihr ein Brot tragen? Na, der Roggen lässt sich nicht stören. Er streckt sich... bis ein Unglück geschieht: es regnet nicht! Die Sonne aber brennt! Sie summt (жужжать; гудеть; напевать) Hitze. Und das Gras auf der Wiese wird
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Heu. Die Kirschen auf dem Baum werden Kompott. Der Bach wird ein steiniger
Weg. Und der Roggen flüstert: Hilfe! Ich verdurste. Nur eine einzige Wolke hängt am Himmel. He! Warum regnest du nicht?
Meine Tröpfchen sind viel zu leicht. Es ist zu dumm: leichte Tropfen schweben, aber sie fallen nicht.
„Alles umsonst", sagt Rotlunte und ist sehr traurig. „Alles umsonst" ist leichter als Nachdenken", sagt Peter.
Der Fuchs denkt: „Gänsefedern, Hühnerfedern, Mäuseschwänze...“ Peter schimpft: „Du denkst nicht weiter, als eine fette Gans fliegt." Jetzt
denkt Peter nach. Er grübelt (размышлять, раздумывать (о чём-л., ломать себе голову (над чем-л.)) hin und grübelt her. Die Tropfen sind zu leicht. Kann man sie schwerer machen? Wie nur? Nein, zaubern gilt nicht! Wir müssen die Tröpfchen erschrecken. Rotlunte, los, heule! Der Fuchs heult. Zuerst wie ein grimmiger (яростный, свирепый) Kater. Dann wie zwei böse Hunde. Die Tröpfchen erschrecken. Sie tun sich zusammen. Aus kleinen werden dicke Tropfen. Rotlunte heult wie drei hungrige Wölfe. Die Tropfen klammern sich (цепляться) aneinander. Aus leichten Tropfen werden schwere. Und: sie fallen. Es regnet.
Peter und Rotlunte tanzen im Regen. Der Roggen trinkt: Ah, wunderbar!
Rotlunte fragt nicht: „Kann ich jetzt das Brot kosten?" Seine Stimme ist heiser
(хриплый, охрипший, сиплый) geworden. Bodo Schulenburg [7]
Muscheln aus Italien
Ich heiße Almut und wohne in Frankfurt. Wir sind gerade aus Italien zurückgekommen. Die Schule fängt an, und meine Eltern müssen wieder zur Arbeit gehen.
In Italien hatten wir eine Ferienwohnung dicht beim Meer, und ich konnte von morgens bis abends am Strand sein. Em paar Ausflüge haben wir auch gemacht. Aber nicht oft. Mein Vater hatte viel zu große Angst vor Autodieben.
Nie durften wir etwas auf den Sitzen liegen lassen. „In Italien ist das zu gefährlich", sagte er. Und wenn wir eine Pizza essen wollten, mussten wir sie so schnell wie möglich in uns hineinstopfen und zurück zum Wagen rennen. Da sind wir lieber nicht mehr weggefahren.
Mir gefiel es am Meer auch viel besser. Baden! Und Sandburgen bauen! Und mit anderen Kindern spielen! Und jeden Morgen habe ich Muscheln gesam-
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melt. Meistens war ich die erste am Strand und konnte mir die schönsten aussuchen, solche, die im Sonnenlicht glitzern. Daraus wollte ich später Ketten und Armbänder machen.
Meine Mutter hatte mir eine alte rote Handtasche für die Muscheln gegeben. Sie wurde jeden Tag voller. Und als nichts mehr hineinging, waren die Ferien vorbei.
Meine Eltern freuten sich auf zu Hause. Aber ich nicht.
Bei der Rückfahrt lag die rote Tasche neben meinem Platz hinten im Auto.
Ich fasste sie immer wieder an und dachte an das Meer und den Strand.
Spätabends fuhren wir über die Grenze nach Deutschland. Wir waren so hungrig, dass wir gleich in einen Gasthof gingen.
„Unsere Sachen konnen wir im Auto liegen lassen", sagte mein Vater. „Wir sind ja nicht mehr in Italien."
Wir bestellten uns Gulasch mit Salat und zum Nachtisch einen Apfelstrudel. Das schmeckte gut. Doch als wir weiterfahren wollten, bekamen wir einen riesigen Schreck: Die Autotür war aufgebrochen, und sämtliche Sachen waren von den Sitzen verschwunden. Das kleine Radio, der Fotoapparat, der braune Koffer, die Wolldecke—alles geklaut! Auch meine rote Tasche mit Muscheln.
Jetzt bin ich traurig. Meine Eltern bekommen für die gestohlenen Sachen Geld von der Versicherung. Dafür können sie alles neu kaufen. Den Fotoapparat, das Radio, den Koffer, alles.
Aber ich kann das nicht. Meine schönen Glitzermuscheln gibt es nicht für Geld.
Zelten am See
Ich heiße Tilmann. Mein Vater arbeitet bei dei Post. Er verdient nicht viel, und wir müssen sparen.
Im Juni ist unser alter verrosteter Taunus nich durch den TÜV (Technischer Überwachungs-Verein gekommen. Seitdem haben wir kein Auto mehr.
„Mama und ich haben hin und her gerechnet" sagte mein Vater. „Die Preise steigen wie verrückt Heizung, Kleidung, Essen, alles wird teurer. Nein ein Auto können wir uns nicht mehr leisten."
Kein Auto mehr? Ich dachte, ich höre nicht richtig. „Das geht doch nicht", rief ich, und Rainer fing an zu heulen. Rainer ist schon sieben, aber er heult immer noch gleich los.
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„Hör auf, Junge", sagte mein Vater. „Ich habe als Kind auch kein Auto gehabt." „Alle Leute haben eins!", rief ich. „Andere Leute haben auch nicht drei Kinder", sagte meine Mutter. „Wir müssen uns nach unserem eigenen Geldbeutel richten."
„Beuti! Beuti!", krähte Bille und lachte. Bille ist erst drei und versteht sowieso nichts.
Aber Rainer und ich konnten es uns ohne Auto nicht vorstellen. Wir wohnen mitten in der Stadt, nur Häuser und keine Bäume. Sonntags sind wir immer an den See gefahren. Und ohne Auto – wie sollten wir ohne Auto an den See kommen? Wahrscheinlich nie mehr.
Doch am Freitag sagte mein Vater: „Was meint ihr, wollen wir morgen eine Radtour machen? An den See?"
„Das schaffen wir doch nicht an einem Tag", sagte ich.
Da ging meine Mutter ins Schlafzimmer und holte zwei Stoffbündel. Blau und ziemlich dick.
„Wisst ihr, was das ist?", fragte mein Vater. „Das sind leichte Zelte! Die können wir auf unsere Räder packen." „Und am See schlafen!", sagte meine Mutter. „Würde euch das gefallen?"
„Klar!", riefen Rainer und ich, und am nächsten Morgen fuhren wir los. Es ging durch den Wald, das machte Spaß. Wir merkten gar nicht, wie lange es dauerte. Nicht mal Bille quengelte. Sie saß bei meiner Mutter auf dem Kindersitz und lachte nur.
Mein Vater kannte eine versteckte Stelle am See, an die kein Auto herankommt. Dort bauten wir unsere Zelte auf. Außer uns war kein Mensch da. Wir konnten toben und Krach machen, niemand meckerte. Alles gehörte uns. Den ganzen Tag.
Später, als die Sonne unterging, haben wir am Ufer Fleisch gegrillt. Wir haben zugeguckt, wie es dunkel wurde, und lange am Feuer gesessen, Geschichten erzählt und gesungen. Und noch im Zelt konnte ich die Wellen hören und den Wind. Das war schön, viel schöner als sonst.
Rainer sagt das auch. Wir alle sagen es. Und wir freuen uns schon auf das nächste Mal.
Das Märchen vom Krokodil
Es war einmal ein grünes, schönes Krokodil, das lebte im Lande Agypten, tummelte sich in den Wässern des Nils und ruhte im heissen Sand seiner Ufer.
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Oft schaute es dabei den Schiffen nach, die auf dem Flusse dahinfuhren. An einem Abend erblickte es das Schiff, das vor lauter Lichtern nur so funkelte. Das schönste aber war das Lied, das herübertönte und von der Winterzeit erzählte.
Da wurde dem Krokodil ganz sonderbar um das Herz und sehnsüchtig sah es zu den Pyramiden hinüber und träumte davon, was es wohl hinter den hohen gelben Sandbergen geben möchte. Eines Tages traf er den grossen Zauberer, dem er über die Massen gefiel. Er lud ihn ein, mit ihm zu kommen und die ganze Welt zu sehen. Das Krokodil sah seine Stunde gekommen, sagte ja, und der Zauberer versetzte es auf prachtvolle Hemden und andere schöne Kleidungsstücke. Die bot er in vielen Ländern an, so dass das Krokodil weit herumkam und so in einem berühmten Zeichen wurde.
Der richtige Freund
(Nach H. Krause)
Im Zeltlager erschien einmal ein Hund. Ein großer Hund. Die Kinder trafen ihn im Wald. Das geschah so: die Mädchen machtcn einen weiten Ausflug in den Wald. Sie sammelten verschiedene Pflanzen, Blumen, Beeren und Pilze. Da hörten sie plötzlich, dass ein Tier durch den Wald lief. Die Mödchen bekamen
Angst und blieben wie versteinert stehen.
Ein Hase? Ein Wolf? Oder vielleicht ein Bär? Trude wollte schon fortlaufen, aber Petra hielt sie fest. Die beiden warteten.
Das Tier näherte den Mädchen und ... bellte.
„Ein Hund! " freuten sich alle. „Ein richtiger Hund! Und hier im Walde!" Der Hund blieb auch stehen und bellte laut weiter. „Komm doch her,
Trolli! " rief Petra lustig. „Komm, komm her! „
„Warum nennst du den Hund Trolli? " fragte Trude. Du kennst ihn doch gar nicht. "
„Ach was", antwortete Petra, „bei mir heißt er Trolli," Trolli war ein starker Hund mit hell braunen Augen. Die Mädchen nahmen ihn zum Lager mit. Er war sehr hungrig, und die Kinder gaben ihm alles, was sie hatten: Brot, Käse,
Wurst. Dem Hund schmeckte alles gut, bald wurde Trolli sehr satt und konnte schon nicht mehr laufen. Er legte sich unter einen Baum und schlief ruhig ein.
Am anderen Tag standen alle sehr früh auf - sie mussten weiter. Aber zuerst frühstückten alle, und Trolli saß neben ihnen uad wartete.
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