Добавил:
Опубликованный материал нарушает ваши авторские права? Сообщите нам.
Вуз: Предмет: Файл:

Учебно-методическое пособие по общественно-политической тематике (уровень В1-В2). Немецкий язык. Специальности «Лингвистика», «Филология», «Психология

.pdf
Скачиваний:
0
Добавлен:
11.08.2026
Размер:
559 Кб
Скачать

als „Genschman“, als einen Superhelden wie Batman, der jede Krisensituation schafft. Genscher blieb trotzdem Teil der FDP und unterstützte immer wieder junge Politiker, wie zum Beispiel den FDP-Politiker Guido Westerwelle, der Mitte März 2016 gestorben ist. Hans-Dietrich Genscher starb am 31. März 2016. Er wurde 89 Jahre alt.

Glossar

sich für etwas/jemanden ein|setzen – sehr viel für etwas/jemanden tun jemanden schätzen – jemanden gut finden; Respekt vor jemandem haben

Wiedervereinigung (f., nur Singular) – die Bildung eines Staates aus der DDR und der BRD (1990) (auch: die Deutsche Einheit) Ausreise, -n (f.) – das Verlassen eines Landes

bundesdeutsch – so, dass etwas die Bundesrepublik Deutschland (1949-1990) betrifft

in etwas unter|gehen – hier: nicht mehr zu hören sein, weil etwas anderes lauter ist

Jubel (m., nur Singular) – das laute Rufen vor Freude

Außenminister, -/Außenministerin, -nen – ein Minister/eine Ministerin, der/die sich um die Beziehung Deutschlands zu anderen Ländern kümmert (hier auch: der Bundesaußenminister/die Bundesaußenministerin)

Kalter Krieg (m., nur Singular) – der Konflikt zwischen den USA und anderen westlichen Staaten auf der einen und Russland und Osteuropa auf der anderen Seite (1947-1989)

Umdenken (n., nur Singular) – seine Meinung und Haltung ändern; neu denken

in Erfüllung gehen – wahr werden; wirklich passieren

FDP (f., nur Singular) – Abkürzung für: Freie Demokratische Partei; liberale Partei in Deutschland

Bundesinnenminister,- /Bundesinnenministerin, -nen – ein Minister/eine Ministerin, der/die sich z. B. um das Thema Sicherheit in Deutschland kümmert

Vizekanzler, -/ Vizekanzlerin, -nen – jemand, der den Bundeskanzler vertreten kann

Superheld, -en / Superheldin, -nen – jemand mit besonderen Kräften

51

6. Fidel Castro – Ein Leben für die Revolution

49 Jahre herrschte Fidel Castro über den Inselstaat Kuba und hat in dieser Zeit einige Krisen erlebt. Für viele Menschen war er ein Vorbild und Befreier – für andere ein Diktator, der keine Meinungsfreiheit erlaubte.

Er regierte Kuba fast ein halbes Jahrhundert lang, überlebte angeblich mehr als 600 Mordversuche und war für viele ein Vorbild: Fidel Castro ist einer der bekanntesten Staatsmänner des 20. Jahrhunderts. Er war schon früh ein Sozialist und hasste die kapitalistische Wirtschaftsordnung. Sein Leben lang kämpfte er für seine Vorstellung von Gerechtigkeit und für die Unabhängigkeit Kubas.

Geboren wurde Fidel Castro 1926 in Birán, im Osten der Insel. Nach seinem Studium wurde er Anwalt in Havanna. Schon als Student war Castro politisch aktiv. Nachdem sich Fulgencio Batista 1952 an die Macht putschte, versuchte Castro mehrmals, ihn zu stürzen. 1959 gelang es ihm: Er vertrieb den Diktator von der Insel und übernahm die Macht. Das machte ihn für viele Kubaner zum Befreier.

Castro machte aus Kuba einen sozialistischen Staat. Er verfeindete sich mit den USA und verbündete sich mitder Sowjetunion. Castro investierte von Anfang an in das staatliche Bildungsund Gesundheitssystem. Es gilt bis heute als eines der besten in der Region. Doch gleichzeitig verweigerte er seiner Bevölkerung Meinungsund Informationsfreiheit und sperrte politische Gegner ein.

Nach schwerer Krankheit gab Fidel Castro die Führung des Staates 2008 an seinen Bruder Raúl Castro ab. Dieser begann, das Land langsam zu öffnen und sich den USA anzunähern. Das betrachtete Fidel Castro mit starken Zweifeln: „Die Yankees werden niemals auf die Kontrolle über die Erde, das Wasser und die natürlichen Ressourcen unserer Länder verzichten“, schrieb er noch 2012. Am 25. November 2016 starb Fidel Castro im Alter von 90 Jahren.

52

Glossar

etwas überleben — trotz einer Sache weiterleben; am Leben bleiben Staatsmann, -männer (m.) — ein wichtiger Politiker, der ein Land regiert

Gerechtigkeit, -en (f.) — die Tatsache, dass etwas fair ist putschen hier: mit einer gewaltsamen Aktion die Macht in einem Staat übernehmen

jemanden stürzen — jemandem die Macht nehmen und selbst regieren jemanden vertreiben — jemanden zwingen, einen Ort zu verlassen sich mit jemandem verbünden — sich mit jemandem zusammentun, um gleiche Ziele zu erreichen

in etwas investieren — Geld für etwas ausgeben, um später Gewinn zu machen

jemandem etwas verweigern — jemandem etwas nicht geben; jemandem etwas nicht erlauben

jemanden ein|sperren — jemanden mit Gewalt in einen Raum bringen und nicht mehr raus lassen

sich jemandem an|nähern — hier: beginnen, mit jemandem Kontakt zu haben

Yankee, -s (m.) — in manchen Ländern abwertend für: der USAmerikaner

auf etwas verzichten — etwas freiwillig nicht nutzen

natürliche Ressource, -n (f.) — etwas in der Natur, das man immer für wirtschaftliche Produktionen nutzen kann

7. Mutter Teresa – ein Leben für die Armen

In Indien ist sie für die Menschen schon lange eine Heilige. Mutter Teresa kümmerte sich dort viele Jahre lang um arme Menschen und bekam dafür 1979 den Friedensnobelpreis. Im September 2016 sprach der Papst sie heilig.

Das hätte der Nonne gefallen: Pizza für 1500 römische Bedürftige. Papst Franziskus hatte die Armen zum Essen und zu Mutter Teresas Heiligsprechung eingeladen. Um heiliggesprochen zu werden, muss

53

die katholische Kirche mindestens zwei Taten einer Person als Wunder anerkennen– bei Mutter Teresa waren es Heilungen von kranken Menschen. Mehrere Tausend Inder kamen am 4. September 2016 zur Heiligsprechung nach Rom. Indiens Premierminister Narendra Modi sagte, dass jeder Inder stolz auf die Nonne sein soll.

Mutter Teresa wurde am 26. August 1910 als Agnes Gonxha Bojaxhiu im heutigen Mazedonien geboren. Mit 19 Jahren reiste sie als Nonne nach Indien, um dort wohlhabende Kinder zu unterrichten. Doch als sie die Armen auf der Straße sah, änderte sie ihr Leben. In Kalkutta kümmerte sich Mutter Teresa um die Bedürftigen, gab ihnen Essen und pflegte die schwerkranken Menschen. Sie war davon überzeugt, dass Jesus in jedem armen Menschen lebt.

Bald kamen großzügige Spenden für ihre Arbeit. Sie gründete „Sterbehäuser“, in denen Freiwillige, Nonnen und Mönche die Sterbenden versorgten. Über 45.000 Menschen verbrachten ihre letzten Tage dort. 1950 gründete Mutter Teresa den Orden „ Missionarinnen der Nächstenliebe“, zu dem heute weltweit mehr als 5.000 Nonnen gehören. 1979 erhielt sie für ihre Arbeit den Friedensnobelpreis.

Allerdings bekam Mutter Teresa nicht nur Lob, sondern auch Kritik: Nur wenige Wochen vor der Heiligsprechung sagte ein indischer Politiker, Mutter Teresa hätte versucht, arme Hindus in Not zu konvertieren, um das Christentum in Indien weiter zu verbreiten. Mutter Teresa selbst kümmerte sich wenig um ihre Kritiker. Die Religion war ihr Leben. 1997 starb sie im Alter von 87 Jahren in Kalkutta. „Man wird sie hier weiterhin Mutter nennen“, sagt der Journalist Jamil Saagar. Und laut ihm kann man einen Menschen in Indien nicht stärker ehren.

Glossar

Nonne, -n (f.) — eine Frau, die sich dafür entschieden hat, Gott zu dienen, und in einer Gemeinschaft mit anderen Frauen lebt

Bedürftige, -n (m./f.) — eine Person, die sehr arm ist und die Hilfe von anderen braucht

Papst, Päpste (m.) — der mächtigste Mann in der römischkatholischen Kirche

54

jemanden heilig|sprechen — jemanden mit einer Feier in der katholischen Kirche als heilig erklären (Substantiv: die Heiligsprechung) Wunder, - (n.) — ein übernatürliches und gutes Ereignis, das man nicht erklären kann

etwas an|erkennen hier: etwas als offiziell gültig ansehen Heilung, -en (f.) — die Handlung, bei der eine kranke Person gesund gemacht wird

wohlhabend — mit viel Geld; reich

Spende, -n (f.) — etwas (z. B. Geld oder Gegenstände), das verschenkt wird, um anderen Menschen zu helfen

Freiwillige, -n (m./f.) — jemand, der ohne Bezahlung arbeitet, weil er helfen möchte

Mönch, -e (m.) — ein Mann, der sich dafür entschieden hat, Gott zu dienen, und in einer Gemeinschaft mit anderen Männern lebt jemanden/etwas versorgen — jemandem/etwas das geben, was er braucht

Orden, - (m.) hier: eine christliche Gemeinschaft von Männern oder Frauen, die nach den Regeln ihrer Religion zusammenleben

Nächstenliebe (f., nur Singular) — die Tatsache, dass man fremden Menschen hilft

Friedensnobelpreis, -e (m.) — ein internationaler Preis für Menschen, die etwas Wichtiges für den Frieden in der Welt geleistet haben Hindu, -s (m./f.) — jemand, der zu der indischen Volksreligion Hinduismus gehört

jemanden konvertieren — jemanden dazu bringen, die Religion zu wechseln

etwas verbreiten hier: dafür sorgen, dass es mehr von etwas gibt

8. Wie Martin Luther die Welt veränderte

Eigentlich wollte Martin Luther über den Glauben und die katholische Kirche diskutieren. Doch was am 31. Oktober 1517 in Wittenberg geschah, hat nicht nur Deutschland, sondern auch Europa und die ganze Welt verändert.

Das Leben im Europa des späten Mittelalters war von Vorschriften der katholischen Kirche bestimmt. Man glaubte an den bestrafenden Gott,

55

der alle Fehler der Menschen sieht. 1483 wurde ein Mann geboren, der diesen Glauben ändern wollte: Martin Luther. 1512 machte er seinen Doktor der Theologie und wurde Professor für Bibelauslegung an der Universität Wittenberg. Im Mittelpunkt seines theologischen Studiums stand die Glaubenslehre der Kirche.

Luther beschäftigte sich lange mit der Frage, wie man Gottes Gnade bekommen kann. Dann fand er eine Antwort: Nicht durch seine Taten, sondern allein durch den Glauben an Gott und Jesus Christus erhält man sie. Dieser Gedanke war revolutionär, denn er hob die gesamten Moralvorstellungen des Mittelalters aus den Angeln . Luther erneuerte die Beziehung zwischen Mensch und Gott. Der Mensch konnte sich jetzt direkt an Gott wenden und brauchte dazu nicht die Kirche.

Luther hielt deshalb die Macht der Kirche für falsch. Die Bibel war für Luther der einzige Maßstab . Er sprach sich gegen den Papst und den Ablasshandel aus. Denn damals erzählte die Kirche, dass man eine Bestrafung Gottes verhindern kann, indem man ihr Geld gibt. In 95 Thesen zusammengefasst gab Luther seine Meinung in Predigten und im Unterricht an der Universität weiter. Mit Hilfe des noch neuen Buchdrucks verbreitete Luther seine Lehre schnell im ganzen Land.

Am 31. Oktober 1517 hat Luther seine 95 Thesen angeblich an die Tür der Wittenberger Schlosskirche geschlagen. Darum feiern evangelische Christen diesen Tag als Reformationstag. Das, was vor 500 Jahren geschah, gilt als Beginn des Protestantismus und zahlreicher Veränderungen in fast allen gesellschaftlichen Bereichen.

Glossar

Mittelalter (n., nur Singular) — etwa die Zeit von 500 bis 1500

Glaube (m., nur Singular) hier: der Glaube an Gott; die Religion Theologie, -n (f.) — die Lehre einer Religion

Auslegung, -en (f.) — hier: das Finden eines Sinns und der Bedeutung von etwas

56

Gnade, -n (f.) — hier: die Tatsache, dass Gott jemandem verzeiht und ihm Gutes tut

etwas aus den Angeln heben — etwas komplett verändern Moralvorstellung, -en (f.) — die Gedanken darüber, was gut und richtig ist

etwas aus den Angeln heben — etwas komplett verändern etwas erneuern — etwas neu machen; etwas stark verändern

sich an jemanden wenden — mit jemanden sprechen; jemanden um etwas bitten

der einzige Maßstab sein hier: das Einzige sein, wovon man sein Verhalten beeinflussen lässt

Ablasshandel (m., nur Singular) — die Tatsache, dass die Menschen im 15. und 16. Jahrhundert der Kirche Geld bezahlten, damit sie nicht von Gott bestraft werden

Predigt, -en (f.) hier: die Rede mit religiösem Inhalt Buchdruck (m., nur Singular) — das Verfahren, mit dem man Bücher herstellt

etwas verbreiten — etwas an viele Menschen weitergeben

Reformation (f., nur Singular) hier: der religiöse Protest im 16. Jahrhundert, aus dem die evangelische Kirche entstanden ist

9. Wie die Digitalisierung der Umwelt schadet

Digitale Produkte gehören heute fast überall zum Alltag. Neue Geräte, Programme und Internetentwicklungen machen unser tägliches Leben leichter. Doch die Digitalisierung hat auch negative Folgen für die Umwelt.

Ein Handy wiegt heute etwa 80 Gramm. Doch in der Herstellung und im späteren Lebenszyklus verbraucht es ungefähr 44 Kilogramm an Ressourcen. In einem einzigen Handy stecken bis zu 60 unterschiedliche Stoffe. Viele davon werden unter lebensgefährlichen Bedingungen abgebaut.

Wenn das Handy einmal kaputt ist, wird es meist nicht recycelt, son-

57

dern mit anderem Elektroschrott aus Europa oder den USA nach Afrika oder Asien transportiert. Und die Menge an Elektroschrott steigt schnell, denn die Lebensdauer der Geräte ist kurz. Viele Konsumenten möchten immer den neuesten Computer oder das neueste Smartphone haben.

Computer, die heute gebaut werden, verbrauchen eigentlich immer weniger Energie. Aber die Datenzentren, die sie für das Internet nutzen, brauchen sehr viel Strom. „Wenn das Internet ein Land wäre, wäre es der fünftgrößte Stromverbraucher der Welt“, sagt der Klimaund Energieexperte Tom Dowdall von Greenpeace International. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, durch neue digitale Technologien Strom und Ressourcen zu sparen. Videokonferenzen können zum Beispiel Reisen ersetzen, Online-Büros die täglichen Fahrten zur Arbeit.

Doch um die Digitalisierung wirklich nachhaltig zu gestalten, müsste man das gesamte Internet mit erneuerbaren Energien betreiben, sagt Tom Dowdall. Allerdings müssten nicht nur Politik und Unternehmen ihre Einstellung ändern, sondern auch die Konsumenten: weg vom schicken, immer neuen Smartphone oder Tablet, hin zu Funktion und Langlebigkeit.

Glossar

Digitalisierung (f., nur Singular) – die Tatsache, dass immer mehr Daten und Informationen digital, also elektronisch, dargestellt werden Stoff, -e (m.) – hier: der Rohstoff; das Material

etwas ab|bauen hier: etwas (meist Rohstoffe) aus der Erde holen; etwas fördern

Lebenszyklus, -zyklen (m.) – hier: die Dauer/Zeit, für die ein bestimmtes Produkt genutzt werden kann

etwas recyceln (aus dem Englischen) – etwas wiederverwenden; aus etwas Altem etwas Neues machen

Elektroschrott (m., nur Singular) – alte, kaputte elektrische Geräte oder Teile davon

Konsument, -en-/Konsumentin, -en – der Verbraucher; der Käufer Datenzentrum, -zentren (n.) – hier: ein Ort, an dem Informationen aus dem Internet verarbeitet und gespeichert werden

58

etwas ersetzen hier: etwas gegen etwas anderes tauschen; eine Sache statt einer anderen Sache tun

nachhaltig – so, dass etwas auch in der Zukunft bestehen bleibt; so, dass etwas lange wirkt oder dauert; so, dass etwas umweltfreundlich hergestellt wird

etwas gestalten hier: etwas zu etwas machen

erneuerbare Energie, -n (f., meist nur im Plural) – die Energie, die umweltfreundlich hergestellt wird, z. B. aus Wasser, Wind oder Sonne etwas mit etwas betreiben hier: etwas mit einer bestimmten Energiequelle zum Funktionieren bringen

Einstellung, -en (f.) – hier: die Meinung; die Position; die Haltung Langlebigkeit (f., nur Singular) – hier: die Tatsache, dass etwas sehr lange benutzbar ist

10. Deutschland und seine Königinnen

Deutschland ist schon lange keine Monarchie mehr. Trotzdem gibt es hier viele Königinnen – von der Bierbis zur Rosenkönigin. Sie herrschen nicht in Großstädten, sondern auf dem Land und machen Werbung für ihre Region.

Die Deutschen lieben Königinnen. Jedes Jahr werden sie neu gekürt: etwa die Bierkönigin, die Weinkönigin oder die Apfelkönigin. Während ihrer Regentschaft reist eine Königin durch das Land, besucht Volksfeste und trifft Minister. Und sie macht Werbung für eine Region und ihr Produkt. Die erste Königin wurde 1931 gekürt – eine Weinkönigin. In den 1960er Jahren gab es dann einen richtigen Königinnen-Boom.

Damals erkannte man, dass man ein Dorf, eine Region oder ein Produkt bei Touristen viel besser mit einer Königin bekannt machen kann. Und es kostet nicht viel, denn die Produktköniginnen arbeiten ehrenamtlich. Sie sind übrigens ein Phänomen, das nur auf dem Land vorkommt. „Das finden Sie nicht in einer größeren Stadt“, sagt Matthias Roeper, Vorsitzender der „Arbeitsgemeinschaft Deutsche KönigInnen“.

Nur wer eine Region sehr gut kennt und dort zuhause ist, kann Königin werden. „Sie muss sich mit dem, was sie tut, mit dem Ort, mit dem Produkt, mit der Region absolut identifizieren“, erklärt Roeper. Denn

59

jede Region ist ganz besonders und soll ihre Identität bewahren. Außerdem sollte eine Königin redegewandt, schlagfertig und sympathisch sein. Schönheit ist kein Kriterium. „Wir wählen keine Schönheitskönigin“, so Roeper.

Doch natürlich gibt es in Deutschland auch eine Schönheitskönigin: die Miss Germany. Sie „regiert“ allerdings über ganz Deutschland, während die Produktköniginnen nur ihr regionales Herrschaftsgebiet haben. In Orten mit langer Königinnen-Tradition ist es nicht schwer, jedes Jahr eine neue Königin zu finden. Denn in ihrer Gemeinde wird die Königin behandelt wie der deutsche Bundespräsident, so Roeper: „Sie ist praktisch das Staatsoberhaupt.“

Glossar

jemanden küren – jemanden zu etwas ernennen; jemandem einen Titel (z. B. König) geben

Regentschaft, -en (f.) – die Zeit, in der ein Herrscher im Amt ist Volksfest, -e (n.) – ein Fest mit langer Tradition (z. B. das Oktoberfest) Boom (m., nur Singular, aus dem Englischen) – die Tatsache, dass etwas in kurzer Zeit sehr beliebt wird

ehrenamtlich – freiwillig; ohne Bezahlung

Vorsitzende, -n (m./f.) – die Person, die eine Organisation oder eine Gruppe leitet

Arbeitsgemeinschaft, -en (f.) – eine Gruppe, die sich trifft, um sich mit einem bestimmten Thema zu beschäftigen

sich mit etwas identifizieren – mit etwas völlig übereinstimmen; hier auch: etwas sehr lieben und gut kennen und für das Richtige halten absolut – völlig; komplett

Identität, -en (f.) – hier: die besonderen Eigenschaften; das, was typisch für etwas ist und was man wiedererkennt

etwas bewahren – dafür sorgen, dass etwas weiter existiert redegewandt – so, dass jemand sehr gut reden kann schlagfertig – so, dass jemand schnell und meist witzig antwortet Herrschaftsgebiet, -e (n.) – das Gebiet, in dem jemand regiert Gemeinde, -n (f.) – hier: das Dorf; die kleine Stadt

60

Соседние файлы в предмете [НЕСОРТИРОВАННОЕ]