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Учебно-методическое пособие по общественно-политической тематике (уровень В1-В2). Немецкий язык. Специальности «Лингвистика», «Филология», «Психология

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ihr nicht, die als Außenministerin Zehntausende dienstlicher Emails über einen privaten Server verschickt und so extrem leichtsinnig gehandelt hatte, wie das FBI in einer Untersuchung feststellte. Clintons Attacken gegen Trump mögen in der Sache richtig gewesen sein. Wirklich aufrichtig klangen sie aus ihrem Mund jedoch nie.

Alle Kritik an Trump prallte letztlich an ihm ab. Gegen Hillary Clinton setze er sich durch. Zu groß war die Unzufriedenheit vieler Amerikaner mit der politischen Elite in Washington.

Kabinett der Milliardäre

Nun applaudieren seine Anhänger, dass er nicht nur Berufspolitiker in sein künftiges Kabinett beruft, sondern auch Manager aus der freien Wirtschaft. Rex Tillerson, bislang CEO des Öl-Konzerns ExxonMobile, soll zum Beispiel neuer Außenminister werden. Tillerson verfüge über das Wissen und das Talent Jahre einer falschen, desaströsen Außenpolitik rückgängig zu machen, so Trump bei einem öffentlichen Auftritt. Tillerson sei ein leidenschaftlicher Anwalt amerikanischer Interessen überall in der Welt.

Derzeit ist es noch zu früh voraus zu sagen, was für ein Präsident Donald werden wird. Viele in Washington klammern sich an die Hoffnung, dass das Amt den Mann formen wird – nicht umgekehrt.

Aufgaben zum Text

Beantworten Sie die Fragen zum Textinhalt:

1.Was hat die Analyse des Wahlkampfes von Trump gezeigt?

2.Welche Aussagen zu außenpolitischen Fragen sind vom Standpunkt des Autors besorgniserregend?

3.Welche Schwierigkeiten können in den Beziehungen mit China entstehen?

4.Wie wird die Position der anderen Kandidatin Hillary Clinton charakterisiert?

19.Fillon wird Präsidentschaftskandidat der Konservativen

Bei den Vorwahlen der Konservativen zum Präsidentschaftsamt hat François Fillon nach ersten Auszählungen rund 67 Prozent der

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Stimmen erhalten. Sein Widersacher Alain Juppé räumte die Niederlage ein.

Bereits in der ersten Runde der Vorwahl hatte sich François Fillon mit gut 44 Prozent der Stimmen überraschend deutlich durchgesetzt. Juppé kam in der ersten Runde auf 28,6 Prozent. Viele hatten mit einer Stichwahl zwischen dem Rechten-Veteran Juppé und Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy gerechnet. Doch der Aufstieg von Fillon bedeutete das Aus für Sarkozy in der ersten Runde. Dieser hatte lange als Parteichef der konservativen Republikaner an seinem politischem Comeback gearbeitet. Sarkozy hatte sich nach der Niederlage aus der Politik zurück gezogen. Fillon gilt als Reformer. Er plädiert für einschneidende Änderungen in der Wirtschaftsund Sozialpolitik. So hatte er den Franzosen für den Fall eines Wahlsiegs "radikale" Reformen versprochen. Er will die Staatsausgaben binnen fünf Jahren um 100 Milliarden Euro senken und rund 500.000 Stellen im öffentlichen Dienst streichen. Der 62-Jährige will außerdem Steuern und Abgaben für Unternehmen senken, die 35- Stunden-Woche abschaffen und das Renteneintrittsalter von 62 auf 65 Jahre anheben. Zudem fordert er ein besseres Verhältnis zu Russland.

Die Präsidentenwahl ist im April und Mai kommenden Jahres geplant. Fillon werden nun gute Chancen eingeräumt, die Wahl zu gewinnen. Potenzielle Gegnerin ist die Rechtspopulistin Marine Le Pen. Der Chefin der Rechts-Außen-Partei werden in der ersten Runde der Präsidentenwahl bis zu 30 Prozent der Stimmen zugetraut.

Streit bei Sozialisten

Am Wahlsonntag erhöhte Premier Valls den Druck auf den unbeliebten Staatschef Hollande, 2017 auf eine erneute Kandidatur zu verzichten. In einem Interview mit der Zeitung "Le Journal du Dimanche" schloss der Regierungschef eine Kandidatur bei der Präsidentschaftsvorwahl der Sozialisten nicht aus - auch gegen Hollande. "Angesichts der Verunsicherung, des Zweifels, der Enttäuschung, der Vorstellung, dass die Linke keine Chance hat, will ich diesen Mechanismus durchbrechen, der uns in die Niederlage führen wird", sagte Valls. Die Kandidatenwahl der Sozialisten im Januar müsse der Partei neuen "Elan und Hoffnung" geben.

Hollande will bald bekanntgeben, ob er für eine zweite Amtszeit kandidiert. Umfragen sagen ihm derzeit keine Chancen auf eine Wiederwahl

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voraus. Viele Sozialisten wollen deshalb, dass er auf eine Kandidatur verzichtet und Platz für einen anderen Kandidaten macht.

Aufgaben zum Text

Beantworten Sie folgende Fragen zum Textinhalt:

1.Wieviel Prozent der Stimmen hat Fillon erhalten?

2.Welche Änderungen in der Wirtschaftspolitik hat er vorgeschlagen?

3.Wann wird die Präsidentenwahl in Frankreich stattfinden?

4.Haben die Sozialisten eine Kandidatur für Präsidentenwahl schon nominiert?

Teil II

Texte zum Referieren

Aufgabe: Referieren Sie die nachstehenden Texte auf Deutsch. Äußern Sie sich zu den in den Texten dargestellten Problemen. Was wissen Sie und was denken Sie darüber?

1. Wahl in Deutschland: AfD gewinnt Stimmen

Am Sonntag, den 13.03.2016, waren in drei Bundesländern Wahlen. Die rechtspopulistische „Alternative für Deutschland“ (AfD) war dabei sehr erfolgreich. Das Flüchtlingsthema hatte großen Einfluss auf das Wahlergebnis.

In den drei Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt wurde am 13.03.2016 gewählt. Einer der großen Gewinner ist die rechtspopulistische Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD). Sie hat es in alle drei Landtage geschafft – und zwar mit zweistelligen Ergebnissen.

Ein wichtiger Grund für diesen Erfolg ist das Flüchtlingsthema. Denn die AfD vertritt eine klare Position: Sie ist gegen die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel (CDU) und will keine Flüchtlinge aufnehmen. Damit konnte die Partei Stimmen von Bürgern gewinnen, die mit der jetzigen Regierung unzufrieden sind.

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Die CDU hat in allen drei Ländern Stimmen verloren. Doch sie bleibt in Sachsen-Anhalt mit fast 30 Prozent die stärkste Partei. Und auch andere Parteien, die hinter Merkels Flüchtlingspolitik stehen, waren erfolgreich: Die Grünen wurden in Baden-Württemberg erstmals in einem Bundesland die stärkste Partei. Das liegt an Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der bei den Bürgern sehr beliebt ist. Ebenso kann in Rheinland-Pfalz Malu Dreyer von der SPD Ministerpräsidentin bleiben.

Keine der Parteien

will eine Koalition mit der AfD.

„Wir

werden

den Populisten nicht hinterherlaufen“,

sagte

der

SPD-

Vorsitzende Sigmar

Gabriel. Das Fazit der Wahl:

Auch

wenn

die Protestpartei AfD in kurzer Zeit sehr viele Stimmen gewonnen hat, hat die Politik der Kanzlerin nicht ganz verloren. Denn die Mehrheit hat Parteien gewählt, die hinter ihrem politischen Kursstehen.

Glossar

rechtspopulistisch so, dass jemand mit rechten Ideen politisch erfolgreich sein will

Flüchtling, -e (m.) – jemand, der sein Heimatland aus einem bestimmten Grund (z. B. Krieg) verlassen muss

Landtag, -e (m.) – der Sitz der Regierung eines Bundeslandes zweistellig – so, dass eine Zahl zwei Ziffern hat; zwischen 10 und 99 eine Position vertreten – öffentlich eine Meinung zu etwas sagen CDU (f., nur Singular) – Abkürzung für: Christlich Demokratische Union; der Name einer konservativen Partei in Deutschland jemanden auf|nehmen – hier: jemandem einen Ort zum Leben geben und sich um ihn kümmern

hinter etwas/jemandem stehen – etwas/jemanden gut finden; etwas/jemanden unterstützen

Die Grünen – (eigentlich: Bündnis 90/Die Grünen) eine politische Partei, die sich besonders für Umweltpolitik einsetzt

SPD (f., nur Singular) – Abkürzung für: Sozialdemokratische Partei Deutschlands; der Name einer deutschen Partei

jemandem hinterher|laufen hier: das tun, was jemand anderes tut Vorsitzende, -n (m./f.) – die Person, die eine Organisation oder eine Gruppe leitet

Fazit (n., nur Singular) – das Ergebnis

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Protestpartei, -en (f.) – eine Partei, die vor allem gegen etwas protestieren will

2. Merkel will weitermachen

Angela Merkel möchte auch nach zwölf Jahren Bundeskanzlerin bleiben. Bei der Bundestagswahl 2017 kandidiert sie noch einmal. In manchen anderen Ländern wäre eine so lange Amtszeit nicht möglich.

Bei seinem letzten Deutschlandbesuch als US-Präsident im November 2016 deutete Barack Obama an: Wenn er Deutscher wäre, würde er Angela Merkel wählen. Die Deutschen haben aber noch bis Herbst 2017 Zeit, sich zu überlegen, wen sie wählen wollen. Fest steht schon, dass Angela Merkel für ihre Partei, die CDU, noch einmal kandidieren wird.

Angela Merkel ist seit November 2005 Bundeskanzlerin von Deutschland: 2005, 2009 und 2013 hat sie die Bundestagswahlen gewonnen. Wenn Merkel 2017 zum vierten Mal gewinnen sollte, wäre das rekordverdächtig. Nur der erste deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer regierte 14 Jahre, und in den 80er und 90er Jahren war Helmut Kohl 16 Jahre lang Bundeskanzler.

Im Gegensatz zu anderen Ländern sagt die deutsche Verfassung nicht, wie lange jemand Kanzler oder Kanzlerin sein darf. In Europa ist Deutschland damit aber nicht allein. Nur in Frankreich darf der Regierungschef höchstens zehn Jahre hintereinander regieren. In vielen europäischen Ländern haben die Regierungschefs allerdings schon häufiger gewechselt als in Deutschland. Seit dem Zweiten Weltkrieg hatte Italien zum Beispiel schon 20 Regierungschefs – Deutschland nur acht.

Ähnlich wie in Frankreich darf auch der Präsident in den USA höchstens zweimal gewählt werden. Der Grund ist ein historischer Zufall. Der erste US-Präsident George Washington hatte nach zwei Amtszeiten gesagt: „Ich höre auf.“ Das war das Vorbild für die meisten seiner Nachfolger, auch wenn es gesetzlich erst seit 1951 festgehalten ist. Ans Aufhören denkt Angela Merkel noch nicht. Und das ist auch nicht überraschend: In Deutschland hat noch nie ein Bundeskanzler freiwillig auf eine weitere Kandidatur verzichtet.

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Glossar

US — Abkürzung aus dem Englischen für: United States, Vereinigte Staaten von Amerika

etwas an|deuten — hier: etwas nicht deutlich und direkt sagen, aber durch kleine Hinweise zu verstehen geben

fest|stehen; etwas steht fest — sicher sein; etwas ist sicher; es gibt keine Zweifel

CDU (f.) — Abkürzung für: Christlich Demokratische Union; der Name einer konservativen Partei in Deutschland

kandidieren — sich um ein Amt bewerben

rekordverdächtig — so, dass man glaubt, dass es einen Rekord geben kann

Verfassung, en (f.) — hier: die rechtliche und politische Grundordnung eines Staates; in Deutschland: das Grundgesetz

hintereinander — in einer Reihe folgend

historisch — alt; so, dass es ein Teil der Geschichte ist

Vorbild, -er (n.) hier: ein Modell; ein gutes Beispiel, wie etwas gemacht wird

Nachfolger, -/Nachfolgerin, -nen — jemand, der ein Amt oder eine Position von jemandem übernimmt

etwas gesetzlich fest│halten — etwas in ein Gesetz schreiben freiwillig — aus eigenem Willen; ohne, dass man gezwungen wird auf etwas verzichten — sich dafür entscheiden, etwas nicht zu tun

3. Hilfe für Analphabeten in Deutschland

Über 7 Millionen Erwachsene in Deutschland können nicht richtig lesen und schreiben. Die Politik will jetzt etwas dagegen tun. Und nicht nur die Leistungsschwachen will sie fördern – sondern auch die Leistungsstarken.

Informationstafeln am Bahnhof, Formulare beim Amt, Nachrichten auf dem Smartphone – Schrift zu lesen und Texte zu schreiben, ist ein sehr wichtiger Teil des Alltags. Für rund 7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland ist aber genau das eine große Herausforderung: Denn fast zehn Prozent der deutschen Bevölkerung kann nur schlecht oder überhaupt nicht lesen und schreiben. Das stellte eine Untersuchung der Uni-

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versität Hamburg 2011 fest. Experten glauben, dass die Zahl der Analphabeten noch höher liegt.

Deutschlands Politik will jetzt etwas dagegen tun: 180 Millionen Euro sollen in den nächsten zehn Jahren ausgegeben werden, um die Leseund Schreibkompetenzen von Erwachsenen zu fördern. Mit dem Geld will man Lehrerfortbildungen bezahlen und neue Kurskonzepte entwickeln. Die Bildungsminister möchten eng mit Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften zusammenarbeiten. Auch Hochschulen und Kirchen beteiligen sich.

Das Projekt soll außerdem wissenschaftlich ausgewertet werden. Die Bremer Bildungssenatorin Claudia Bogedan hält die Förderung von Analphabeten wichtig für eine funktionierende Demokratie: „Wir wissen, dass Erwachsene mit Leseund Schreibschwächen sich in der Regel nicht an Wahlen beteiligen“, sagt sie.

Doch die Politik will sich nicht nur um die Leistungsschwächeren kümmern. Mit 125 Millionen Euro wollen Bund und Länder dafür sorgen, dass auch hochbegabte und leistungsstarke Schüler gefördert werden. Kritik kommt von der Linken. Sie befürchtet, dass Schüler aus dem mittleren Leistungsspektrum nicht mehr genug beachtet werden. Doch Bogedan verteidigt das Projekt: „Wir müssen in beiden Feldern sicherstellen, dass uns kein Talent verloren geht.“

Glossar

Herausforderung, -en (f.) — hier: die schwierige Aufgabe Analphabet, -en/ Analphabetin, -nen — jemand, der nicht Lesen und Schreiben gelernt hat

etwas/jemanden fördern — etwas/jemanden unterstützen (Substantiv: die Förderung)

Fortbildung, -en (f.) — ein Kurs, bei dem man seine Kenntnisse in einem bestimmten Bereich verbessert

Konzept, -e (n.) — der Plan; die Idee

Verband, Verbände (m.) — eine Vereinigung von Organisationen mit gleichen Interessen

sich an etwas beteiligen — bei etwas mitmachen

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etwas aus|werten — etwas analysieren und beurteilen in der Regel — normalerweise; fast immer

leistungsschwach — so, dass man nicht viel kann oder weiß (↔ leistungsstark)

Bund (m., nur Singular) — hier: die Bundesregierung hochbegabt — besonders intelligent

Linke (f., nur Singular) — hier: die politische Partei „Die Linke“ in Deutschland

etwas befürchten — erwarten, dass etwas Negatives passieren wird Feld, -er (n.) — hier: das Gebiet

4. Mit Herz gegen Hass

Die 70-jährige Irmela Mensah-Schramm entfernt fremdenfeindliche Parolen aus der Öffentlichkeit. Sie putzt die Schmierereien weg oder übermalt sie. Jetzt hat sie eine Anzeige wegen Sachbeschädigung bekommen.

Als Irmela Mensah-Schramm 1986 zum ersten Mal ein NaziSymbol entfernte, hatte sie dabei ein tolles Gefühl. „Du hast es getan“, dachte sie damals. Seit dieser Zeit putzt die heute 70Jährige Hakenkreuzeund fremdenfeindliche Parolen überall da weg, wo sie ihr begegnen – auch im Ausland. Sie nennt sich selbst „Polit-Putze“. Für ihre Aktion hat sie sogar schon das Bundesverdienstkreuz erhalten.

Rechtsextreme Symbole wie das Hakenkreuz sind in Deutschland verboten. Bis diese Schmierereien aber von öffentlichen Plätzen entfernt werden, kann es manchmal sehr lange dauern. „Diese Nazi-Symbole, die eigentlich schon längst weg sein müssten, bleiben jahrelang dran“, sagt Mensah-Schramm wütend und putzt immer weiter. „Mit Nichtstun kann man nichts erreichen“, sagt sie.

Oft kann man die Umrisse der Schmierereien auch nach dem Entfernen noch erkennen. Als Mensah-Schramm einmal ein Herz über die Reste eines Hakenkreuzes malte, stellte sie fest: Wenn sie etwas einfach nur übermalte, blieb der Ärger. „Wenn ich aber ein Herz daraus ge-

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macht habe, dann tat mir das gut“, erzählt sie. Aus dem Nazi-Symbol „88“ macht sie zum Beispiel immer Schmetterlinge.

Jetzt bekam Mensah-Schramm Probleme, weil sie die Parole „Merkel muss weg“ der fremdenfeindlichen Bewegung „Pegida“ in „Merke! Hass weg!“ änderte.

Die Polizei erstattete Anzeigewegen Sachbeschädigung. Laut Gericht ist die Parole „Merkel muss weg“ nicht verfassungsfeindlich. Nun droht Mensah-Schramm eine Geldstrafe von bis zu 1800 Euro. Hätte sie ein Hakenkreuz übermalt, hätte sie wahrscheinlich keine Strafe bekommen. Die Bevölkerung steht aber hinter Mensah-Schramm, erzählt sie. „Menschen, die ich nicht kenne, haben mir geschrieben und mir Geldspendenangeboten, sollte ich die 1800 Euro zahlen müssen.“

Glossar

Nazi, -s (m.) — eine Person, die die Ziele des Nationalsozialismus gut findet

etwas entfernen — etwas wegmachen

Hakenkreuz, -e (n.) — ein Symbol der Nationalsozialisten fremdenfeindlich — so, dass man Ausländer ablehnt Aktion, -en (f.) — die Handlung; das, was man tut

Bundesverdienstkreuz, -e (n.) — ein offizieller Preis, den die Bundesrepublik Deutschland Menschen für besondere Leistungen gibt rechtsextrem — so, dass man rassistisch und ausländerfeindlich denkt Schmiererei, -en (f.) hier: Worte oder Bilder, die an öffentliche Orte gemalt werden

längst — schon lange

Umriss, -e (m.) — die äußere Form von etwas etwas übermalen — etwas auf etwas anderes malen

Schmetterling, -e (m.) — ein kleines Tier mit zwei oft bunten Flügeln Bewegung, -en (f.) hier: eine Gruppe von Menschen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen oder ein gemeinsames Interesse haben Anzeige erstatten — offiziell melden, dass jemand gegen das Gesetz gehandelt hat

Sachbeschädigung, -en (f.) — die absichtliche Zerstörung/Beschädigung von etwas, das einer anderen Person gehört

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verfassungsfeindlich — so, dass eine Handlung gegen das deutsche Grundgesetz oder die Grundrechte der Menschen verstößt

jemandem drohen hier: jemand muss mit etwas Negativem rechnen hinter jemandem stehen hier: jemanden unterstützen Geldspende, -n (f.) — geschenktes Geld für einen bestimmten, meist sozialen Zweck

5. Zum Tod von Hans-Dietrich Genscher

Er war ein wichtiger Politiker für Deutschland, ein Mann, der sich für die Wiedervereinigung einsetzte und weltweit geschätzt wurde. Am 31. März 2016 ist Hans-Dietrich Genscher in der Nähe von Bonn gestorben.

„Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise genehmigt wurde.“ Es ist vor allem dieser Satz von HansDietrich Genscher, den man nicht vergessen wird. Er sprach ihn am 30. September 1989 auf dem Balkon der bundesdeutschen Botschaft in Prag. Die letzten Worte gingen im Jubel tausender DDR-Bürger unter, die ihr Land verlassen hatten und seit Tagen im Botschaftsgarten auf ihre Ausreise warteten.

Als Außenminister setzte sich Genscher für ein Ende des Kalten Krieges ein. Als die Sowjetunion in den 1980er Jahren in der DDR innere Reformen erlaubte, forderte Genscher die politische Führung der

DDR zum Umdenken auf. Mit der

Deutschen Einheit

im

Jahr

1990 ging für Genscher, der selbst

aus Ostdeutschland

kam,

ein

Traum in Erfüllung.

 

 

 

Hans-Dietrich Genscher wurde 1927 in der Nähe von Halle im Osten Deutschlands geboren. 1952 ging er aus der DDR nach Bremen und wurde Anwalt. Als Mitglied der FDP war Genscher von 1969 bis 1974 Bundesinnenminister, von 1974 bis 1992 Bundesaußenminister und gleichzeitig Vizekanzler.

Sein aktives politisches Leben beendete Genscher 1992. Viele Karikaturisten waren darüber sehr traurig: Sie liebten es, den „Dicken mit den großen Ohren“ zu zeichnen. Eine Zeitschrift zeichnete ihn

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