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Учебно-методическое пособие по общественно-политической тематике (уровень В1-В2). Немецкий язык. Специальности «Лингвистика», «Филология», «Психология

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Федеральное государственное автономное образовательное учреждение высшего образования «РОССИЙСКИЙ УНИВЕРСИТЕТ ДРУЖБЫ НАРОДОВ»

Г.В. Семянникова

Учебно-методическое пособие

ПО ОБЩЕСТВЕННОПОЛИТИЧЕСКОЙ ТЕМАТИКЕ

(уровень В1–В2)

Немецкий язык

Специальности «Лингвистика», «Филология», «Психология», «Журналистика»

Москва Российский университет дружбы народов

2017

УДК 372.881.111.22(072.8)

У т в е р ж д е н о

ББК 81.2Нем

РИС Ученого совета

C30

Российского университета

 

дружбы народов

Семянникова, Г. В.

С30 Учебно-методическое пособие по общественнополитической тематике (уровень В1-В2). Немецкий язык. Специальности «Лингвистика», «Филология», «Психология», «Журналистика» / Г.В. Семянникова. – Москва :

РУДН, 2017. – 71 с.

Издание направлено на развитие навыков чтения, реферирования и перевода текстов общественно-политического содержания на немецком языке, предназначено для владеющих немецким языком на уровне B1-B2.

Пособие содержит аутентичные тексты по актуальным темам: «Внутренняя и внешняя политика Германии», «Иммиграционный кризис», «Борьба с терроризмом», «Выборы». Тексты снабжены заданиями различного уровня сложности, что способствует развитию языковой и лингвистической компетенции.

Структура позволяет использовать его в качестве учебного материала для развития коммуникативных компетенций как при обучении по программе «Лингвистика», так и по программе дополнительного образования «Переводчик», а также для работы с аспирантами.

ISBN 978-5-209-07970-5

© Семянникова Г.В., 2017

 

© Российский университет

 

дружбы народов, 2017

Inhaltsverzeichnis

Teil I

Texte zum Leseverstehen und Diskutieren

Deutschland. Innenpolitik

1.

Für das Volk - der deutsche Bundestag

5

2.

Ein deutscher Schicksalstag

7

3.

Nie wieder eine Diktatur

10

4.

Arrogante Westler, nörglerische Ossis

12

5.

Fremdenhass in Heidenau

13

6.

Die große Angst vor dem Islam

15

Weltpolitik. Bewaffnete Konflikte

 

7.

Außenminister beraten in Paris über Syrien-Konflikt

16

8.

UN-Sicherheitsrat tagt zu Syrien

18

9.

UNESCO will Kulturschätze bei bewaffneten Konflikten

 

schützen

21

10.

IS startet Großoffensive im Osten Syriens

22

Zuwanderung, Flüchtlinge, Terrorismus

 

11.

Merkel: "Wir sind stärker als der Terrorismus"

24

12.

Juncker gegen Änderung der Flüchtlingspolitik

25

13.

Kommentar: Eine offene Gesellschaft braucht Sicherheit

27

14.

Einwandererparadies Kanada

30

15.

Beruf Terrorist? IS-Kämpfer aus Zentralasien

33

Wahlen

 

16.

Sieg in Österreich für Van der Bellen

35

17.

Sozialdemokraten gewinnen Wahl in Rumänien

37

18.

Wie der Wahlkampf die USA verändert hat

39

19.

Fillon wird Präsidentschaftskandidat der Konservativen

41

Teil II

 

Texte zum Referieren

 

1.

Wahl in Deutschland: AfD gewinnt Stimmen

43

2.

Merkel will weitermachen

45

3.

Hilfe für Analphabeten in Deutschland

46

4.

Mit Herz gegen Hass

48

5.

Zum Tod von Hans-Dietrich Genscher

50

3

6.

Fidel Castro – Ein Leben für die Revolution

52

7.

Mutter Teresa – ein Leben für die Armen

53

8.

Wie Martin Luther die Welt veränderte

55

9.

Wie die Digitalisierung der Umwelt schadet

57

10. Deutschland und seine Königinnen

59

Teil III

 

Texte zum Übersetzen aus dem Russischen ins

 

Deutsche

 

1.

ОБСЕ намерена усилить борьбу против радикальных

 

исламистов

61

2.

Мальта заступила на пост председателя Совета ЕС

62

3.

ЕС намерен придерживаться соглашений с Турцией

 

по беженцам

62

4.

Чем "Исламское государство" отличается от других

 

террористов

63

5.

Жертвами теракта в Сирии стали десятки мирных жителей

64

6.

Исследование: В 2016 году в мире стало меньше военных

 

конфликтов

65

7.

Меркель обещает срочные меры после теракта в Берлине

65

8.

В 2016 году поток мигрантов в Германию существенно

 

уменьшился

66

9.

Конгресс США окончательно утвердил Трампа в должности

 

президента

67

10. Spiegel Online: Мартин Шульц отказался от борьбы за пост

 

канцлера ФРГ

68

11. Опрос: Меркель по-прежнему пользуется доверием

 

большинства немцев

69

12. Экономические и геополитические риски станут главными

 

для человечества в 2017 году

70

Источники: www. dw.de www.spiegel.de

4

Teil I

Deutschland. Innenpolitik

1. Für das Volk - der deutsche Bundestag

Der Bundestag ist das Zentrum der Demokratie in Deutschland. Das Parlament gilt als Garant der politischen Stabilität - doch seine Macht ist begrenzt.

Manchmal gibt es sehr feierliche Momente in dem halbrunden Sitzungssaal im Berliner Reichstagsgebäude: Dann zum Beispiel, wenn die Abgeordneten alle vier Jahre in der ersten Plenarsitzung nach einer Bundestagswahl den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin wählen. Oder wenn wichtige Staatsgäste vor den Parlamentariern sprechen dürfen - eine besondere Ehre. Die alltägliche Parlamentsarbeit dagegen ist eher unspektakulär: Auf den Tischen stapeln sich Gesetzesvorlagen, die im Minutentakt beschlossen werden, oftmals in stundenlangen, ermüdenden Sitzungen. Hin und wieder wird der Saal unter der mächtigen Glaskuppel des Reichstages aber auch zum Schauplatz großer Rededuelle. Mitglieder der Regierungskoalition verteidigen ihre Politik, die Opposition greift an, kritisiert, wirbt für Alternativen. Dann wird das Parlament zu einem Ort, an dem leidenschaftlich um Positionen und Überzeugungen gerungen wird.

Geburtsstunde der deutschen Nachkriegsdemokratie

Erstmals trat der Deutsche Bundestag am 7. September 1949 zusammen, seinerzeit noch im Bundeshaus in der damaligen Hauptstadt Bonn. Ein erhebender Moment nach den Jahren der Nazi-Diktatur, in denen das Parlament nur noch sporadisch tagte und faktisch keine freien Entscheidungen treffen konnte. Unter den ursprünglich 410 Bundestagsabgeordneten waren damals 28 Frauen. Heute ist rund ein Drittel der Abgeordneten weiblich.

Alle Macht dem Volk

Dem deutschen Parlament kommt eine ganz besondere Rolle zu. Das ist im Grundgesetz, der deutschen Verfassung, eindeutig festgelegt: Der Deutsche Bundestag repräsentiert die gut 80 Millionen Deutschen, also

5

das Volk. Er ist das einzige von den Bürgern direkt gewählte Bundesorgan: Der Kandidat, der in seinem Wahlkreis die meisten der so genannten Erststimmen bekommt, zieht ins Parlament ein. So wird allerdings nur etwa die Hälfte aller Abgeordneten im Bundestag bestimmt. Über die andere Hälfte entscheiden die Parteien, die dafür in den Bundesländern Listen von Kandidaten aufstellen. Je nach dem Anteil der Zweitstimmen für die jeweilige Partei kommen sie ins Parlament.

Unabhängig davon, ob sie direkt gewählt wurden oder über Parteilisten in den Bundestag eingezogen sind: Die Abgeordneten haben den Auftrag, im Interesse der Bürger zu entscheiden. Was steht in den Gesetzen, wie viel und wofür gibt der Staat Geld aus, wann werden Soldaten zu internationalen Einsätzen entsandt? All das soll im Parlament debattiert, entschieden und kontrolliert werden. Manche Gesetze müssen anschließend aber noch im Bundesrat abgesegnet werden: Dort sitzen die Vertreter der Bundesländer und haben dabei deren Interessen im Blick. Die Abgeordneten im Bundestag bestimmen außerdem, wer Richter am Bundesverfassungsgericht wird, und bilden einen großen Teil der Bundesversammlung, die den Bundespräsidenten wählt. Der Bundestagspräsident, der die Sitzungen leitet, hat nach dem Bundespräsidenten das höchste Staatsamt inne. Er steht damit formal sogar über dem Bundeskanzler. Und jeder Abgeordnete ist bei den Abstimmungen nur an sein Gewissen gebunden - zumindest in der Theorie.

Kluft zwischen Grundgesetz und politischer Realität

Die politische Realität entspricht aber nicht immer dem Idealbild in der Verfassung. Im parlamentarischen Alltag sind die Abgeordneten zum Beispiel in aller Regel eng an die Vorgaben ihrer Fraktion gebunden: Das gilt besonders für die Vertreter der Regierungskoalition, die ihre Mehrheit sichern muss, um ihre Politik durchsetzen zu können. Nur bei seltenen Gewissensfragen werden Abstimmungen "freigegeben": Dann kann jeder Abgeordnete ohne Vorgaben entscheiden, ob er für oder gegen ein Gesetz stimmt.

Deshalb fürchten manche Abgeordnete eine schleichende Verschiebung der Macht - weg vom Parlament, hin zur Regierung. Beispiel Bundessicherheitsrat: Das Regierungsgremium entscheidet in geheimen Sitzungen über Rüstungsgeschäfte im Ausland, nicht der Bundestag nach einer offenen Debatte. Nicht die einzige Stelle, an der dem Parlament in wichtigen Fragen die Kontrolle entgleitet.

6

Europa schränkt die Macht des Bundestags ein

Über viele Bereiche, für die der Bundestag früher alleine zuständig war, wird mittlerweile auch auf europäischer Ebene entschieden: im Europaparlament in Straßburg oder bei der Kommission der Europäischen Union in Brüssel. Einige Volksvertreter und Bürger finden, dass besonders bei der Euro-Rettung das deutsche Parlament in wichtige Entscheidungen nicht mehr genügend einbezogen wird. Ein Dilemma: Zu viel Parlamentsmitsprache kann sich negativ auf die Stabilität des Euro auswirken. Wenn der Bundestag aber zu wenig mitreden kann, setzt sich Deutschland dem Vorwurf aus, dass seine Demokratie nicht mehr als weltweites Vorbild taugt.

Die Machtverteilung zwischen den staatlichen Organen in Deutschland, aber auch zwischen den der EU und ihren Mitgliedsstaaten muss also immer wieder neu verhandelt werden, damit alle Interessen gewahrt bleiben.

Aufgaben zum Text

Beantworten Sie folgende Fragen:

1.Wann trat der deutsche Bundestag zum ersten Mal zusammen?

2.Welche Rolle hat das deutsche Parlament?

3.Wie wird der Bundestag gewählt?

Schreiben Sie einen kurzen Sachtext zum Thema: Politische Organe in der BRD.

2. Ein deutscher Schicksalstag

Der 9. November ist das bemerkenswerteste Datum in der jüngeren deutschen Geschichte. Die Erinnerung schwankt zwischen Entsetzen und Freude, zwischen der Reichspogromnacht 1938 und dem Fall der Berliner Mauer 1989.

Seit 1989 erinnert der 9. November an ein Ereignis, das die Welt veränderte: der Fall der Mauer in Berlin. Am 3. Oktober 1990 war Deutschland nach 41 Jahren der Teilung wiedervereint. Mit dem Verschwinden der zweiten Diktatur auf deutschem Boden, mit dem Ende der DDR, verschwand das komplette real-sozialistische Lager in Euro-

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pa von der politischen Landkarte. Der Ost-West-Konflikt war beendet. Der 9. November 1989 war ein schicksalhafter Tag in der Geschichte Deutschlands und Europas.

Das Ende der Monarchie

Im historischen Kalender der Deutschen ist der 9. November allerdings gleich mehrmals ein bedeutendes Datum. 1918 rief der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann von einem Balkon des Berliner Reichstags die Republik aus. "Arbeiter und Soldaten, seid euch der geschichtlichen Bedeutung dieses Tages bewusst. Unerhörtes ist geschehen. Große und unüberschaubare Arbeit steht uns bevor. Alles für das Volk, alles durch das Volk! Nichts darf geschehen, was der Arbeiterbewegung zur Unehre gereicht. Seid einig, treu und pflichtbewusst! Das Alte und Morsche, die Monarchie, ist zusammengebrochen. Es lebe das Neue, es lebe die deutsche Republik", verkündete Scheidemann. Hiermit besiegelte er das Ende der Monarchie unter Kaiser Wilhelm II.

Die junge Demokratie in Deutschland hatte es von Anfang an schwer. Linke und Rechte wollten sie so schnell wie möglich beseitigen. Am 9. November 1923 marschierten in München Nationalsozialisten auf die Feldherrnhalle zu. Anführer war Adolf Hitler, der zehn Jahre später die Macht in Deutschland übernehmen sollte und die Welt in ihre größte Katastrophe stürzte: den Zweiten Weltkrieg.

Synagogen in Brand gesetzt

Auf dem Weg dorthin wurden die Juden in Deutschland schrittweise entrechtet, bevor sie von 1942 an systematisch vernichtet wurden. Noch vor Beginn des Zweiten Weltkriegs brannten im gesamten Deutschen Reich am 9. November 1938 die Synagogen. Jüdische Geschäfte wurden geplündert. Etwa 100 Juden wurden ermordet, 26.000 wurden in Konzentrationslager verschleppt. Das Pogrom wurde zynisch "Reichskristallnacht" genannt. Sie war so etwas wie eine "frühe Generalprobe" für den Holocaust. Robert Ley, Chef der nationalsozialistischen Deutschen Arbeitsfront, machte daraus keinen Hehl: "Juda wird und muss fallen, Juda wird und muss vernichtet werden! Das ist unser heiliger Glaube."

Der Fall der Berliner Mauer

Der 9. November 1938 ist in der Reihe der schicksalhaften Tage das grauenvollste Datum. Ein größerer Kontrast zum 9. November 1989, dem Tag des Mauerfalls, ist kaum denkbar. "Wahnsinn" war das am

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meisten gehörte Wort in dieser Nacht, als sich für die Menschen in der DDR unverhofft die Grenze öffnete. Schon seit Monaten hatte es zwar Proteste gegen die Regierenden im Ostberliner Politbüro der Staatspartei SED gegeben. Tausende waren über Ungarn und bundesdeutsche Botschaften in osteuropäischen Ländern geflüchtet. Der Druck, ReiseErleichterungen für alle DDR-Bürger zu gewähren, wuchs von Tag zu Tag. Doch damit hatte niemand gerechnet: Als auf einer internationalen Pressekonferenz in Ost-Berlin entsprechende Regelungen verkündet und als "sofort wirksam" bezeichnet wurden, gab es kein Halten mehr. Die Menschen stürmten die innerstädtischen Grenzübergänge im geteilten Berlin. Der Jubel war im wahrsten Sinne des Wortes grenzenlos: "Vorhin haben sie noch einzeln durchgelassen, dann haben sie das Tor aufgemacht. Und jetzt konnten wir alle ohne Vorzeigen des Ausweises, ohne Alles konnten wir gehen. Ohne Kontrolle. Ich habe nicht mal einen Ausweis dabei", freute sich ein DDR-Bürger.

Ein Zurück zu den alten Zeiten und Zuständen konnte es nach dieser Nacht nicht geben. Das erste Loch in der Berliner Mauer brachte das marode System schnell zum Einstürzen. Zum dritten Mal wurde an einem 9. November in Deutschland Geschichte geschrieben - dieses Mal voller Glück. Daran können auch die vielen Schwierigkeiten nichts ändern, die in Deutschland auf den Mauerfall und die Wiedervereinigung folgten. Denn die innere Einheit herzustellen, bedarf mehr Zeit, als die staatliche Einheit zu vollziehen.

Aufgaben zum Text

Beantworten Sie folgende Fragen:

1.Welches Ereignis ist mit dem 9.November 1989 verbunden?

2.Wann wurde die Republik in Deutschland ausgerufen? Welche Aufgaben hatte die junge Demokratie?

3.Wann hat Adolf Hitler die Macht in Deutschland übernommen? Was passierte am 9.November 1938? Wie wurde diese Zeit genannt und warum?

4.Erläutern Sie den Begriff " Wiedervereinigung ", was versteht man unter dem Begriff " innere Einheit"?

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3. Nie wieder eine Diktatur

Die Bundesrepublik Deutschland ist ein Bundesstaat mit einer frei- heitlich-demokratischen Grundordnung. Was heute fest in der Verfassung verankert ist, musste dereinst hart errungen werden.

Nach der Katastrophe des "Dritten Reiches", der nationalsozialistischen Diktatur unter Adolf Hitler, entstand die Demokratie in Deutschland nach 1945 neu. Die Verfassung blieb zunächst provisorisch.

In West-Deutschland wurde 1949 das heute noch gültige Grundgesetz verabschiedet. Dieses sollte als Übergangs-Verfassung dienen, bis Deutschland wiedervereinigt würde. Die Gültigkeit des Grundgesetzes erstreckte sich zunächst auf die amerikanische, britische und französische Besatzungszone im Westen. In der sowjetischen Besatzungszone wurde ebenfalls 1949 die Deutsche Demokratische Republik (DDR) gegründet. Seit dem 3. Oktober 1990 gibt es nur noch eine wiedervereinigte Bundesrepublik Deutschland - und aus der Übergangslösung wurde die erste gesamtdeutsche Verfassung. Darauf basiert die freiheitlichdemokratische Grundordnung Deutschlands.

Lehren aus der Geschichte

Das Grundgesetz schützt unter anderem die Freiheit des Einzelnen, garantiert seine Würde und behandelt vor dem Gesetz alle Bürger gleich - egal, welcher Rasse, Herkunft, Sprache oder Religion sie sind. Außerdem wurde staatliche Macht durch die Gewaltenteilung einer strengen Kontrolle unterworfen - nie wieder sollte ein Diktator in Deutschland herrschen können.

Ein föderaler Staat mit drei Ebenen wurde aufgebaut: Bund und Länder teilen sich die politische Macht. Die Länder übertragen zentrale Kompetenzen an den Bund, wirken aber an dessen Gesetzgebung mit. In anderen Bereichen sind die Länder in ihrer Gesetzgebung eigenständig. Die Kommunen sind die dritte, unterste Ebene. Gegen radikale, undemokratische Strömungen wurden Barrikaden geschaffen: die "wehrhafte Demokratie" erlaubt es, verfassungswidrige Parteien zu verbieten. 1952 wurde die neonazistische "Sozialistische Reichspartei" (SRP) und 1956 die "Kommunistische Partei Deutschlands" (KPD) verboten. Ferner kommt nicht jede Partei ins Parlament: Erst wenn sie bei einer

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