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Практикум по лингвокультурологическому анализу текста. В 2 частях. Ч.1. Учебно-практическое пособие для студентов старших курсов филологических факуль

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LITERARISCHE TEXTE AUS DER SICHT IHRER GATTUNG

Texte zur Analyse

Johann Wolfgang von Goethe (1749–1732)

Der Fischer (1778)

Das Wasser rauscht’, das Wasser schwoll, ein Fischer saß daran,

sah nach dem Angel ruhevoll, kühl bis ans Herz hinan.

Und wie er sitzt und wie er lauscht, teilt sich die Flut empor;

aus dem bewegten Wasser rauscht ein feuchtes Weib hervor.

Sie sang zu ihm, sie sprach zu ihm: Was lockst du meine Brut

mit Menschenwitz und Menschenlist hinauf in Todesglut?

Ach wüsstest du, wie’s Fischlein ist so wohlig auf dem Grund,

du stiegst herunter, wie du bist, und würdest erst gesund.

Labt sich die liebe Sonne nicht, der Mond sich nicht im Meer? Kehrt wellenatmend ihr Gesicht nicht doppelt schöner her?

Lockt dich der tiefe Himmel nicht, das feuchtverklärte Blau?

Lockt dich dein eigen Angesicht nicht her in ew’gen Tau?

Das Wasser rauscht’, das Wasser schwoll, netzt’ ihm den nackten Fuß

sein Herz wuchs ihm so sehnsuchtsvoll, wie bei der Liebsten Gruß.

Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm; da war’s um ihn geschehn:

Halb zog sie ihn, halb sank er hin und ward nicht mehr gesehn.

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И. А. ШИПОВА. ПРАКТИКУМ ПО ЛИГВОКУЛЬТУРОЛОГИЧЕСКОМУ АНАЛИЗУ. ЧАСТЬ I

Михаил Лермонтов

(1814–1841)

Русалка: Стих (1832)

Русалка плыла по реке голубой, Озаряема полной луной;

Истаралась она доплеснутьдо луны Серебристую пену волны.

Ишумя и крутясь, колебала река Отраженные в ней облака;

Ипела русалкаи звук ее слов Долетал до крутых берегов.

Ипела русалка: «На дне у меня Играет мерцание дня; Там рыбок златые гуляют стада;

Там хрустальные есть города;

Итам на подушке из ярких песков Подтенью густыхтростников Спит витязь, добыча ревнивой волны, Спит витязь чужой стороны.

Расчесывать кольца шелковых кудрей Мы любим во мраке ночей,

Ив чело и в уста мы в полуденный час Целовали красавца не раз.

Но к страстным лобзаньям, не зная зачем, Остается он хладен и нем; Он спити, склонившись на перси ко мне,

Он не дышит, не шепчет во снеТак пела русалка над синей рекой, Полна непонятнойтоской; И, шумно катясь, колебала река Отраженные в ней облака.

Aufgaben zur Analyse

1.Informieren Sie sich über die Autoren der Texte und über die historischen Epochen, wann die Texte geschaffen wurden

(Joh. W. Goethe war einer der Vertreter der literarischen Strömung Sturm und Drang. Diese Bewegung war nur in Deutschland verbreitet. Erzählen Sie über Sturm und Drang, versuchen Sie die nationalhistorischen Gründe seiner Entstehung zu finden).

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LITERARISCHE TEXTE AUS DER SICHT IHRER GATTUNG

2.Bestimmen Sie die Hauptidee in jedem der Texte. Welche Bedeutung hat der Unterschied der tragischen Gestalten vom Fischer bei Goethe und vom Recken/Ritter (витязь) bei Lermontov? Analysieren Sie dabei die sprachliche Form des deutschen Texts auf drei Ebenen: stilistischer, lexikalischer und grammatischer.

3.Was meinen Sie, welche Momente bilden in diesen Texten das sprachliche Weltbild des deutschen und des russischen Autors in ihrem Zusammenhang mit der entsprechenden Nationalkultur ab?

Die Tragödie

Die Tragödie (vom Griech. trágos = Bock und odé = Gesang) ist eine Form des Dramas, sie stellt einen Konflikt dar, der den Helden in den Tod führt. In ihrer klassischen Form beschäftigt sich die Tragödie mit dem tragischen Moment, was meistens eine unlösbare Verstrickung des Menschen in sein Schicksal ist. Die Handlung wird durch den Dialog der handelnden Figuren getragen. Erzähler-Instanz wird nur in den Bühnenanweisungen zum Ausdruck gebracht.

Die bekannteste deutsche Tragödie ist „Faust“ von Johann Wolfgang von Goethe. Für die deutsche Literatur und Kultur ist dieser Name von außerordentlicher Bedeutung. Er gilt als bedeutendster deutscher Dichter. Seine Werke gehören auch zu den wichtigsten der Weltliteratur. Goethe war ein Genie, er beschäftigte sich nicht nur mit Literatur, sondern auch mit Politik, Physik, Botanik, Anatomie und Mineralogie.

Im poetischen Schaffen von Goethe nimmt das Werk „Faust. Eine Tragödie“ den wichtigsten Platz ein und gilt als das bedeutendste und meistzitierte Werk der deutschen Literatur.

Goethe beschäftigte sich ab 1773 fast sechzig Jahre lang mit dem Faust-Thema. „Faust“ umfasst vier Teile beziehungsweise Versionen: Der sogenannte „Ur-Faust“ wurde erst 1887 von Erich Schmidt veröffentlicht. 1790 erschien das „Faust-Fragment“, eine weitere Faust-Bearbeitung Goethes. 1808 wurde der Text als „Faust, 1. Teil“ herausgegeben und erreichte bald darauf Weltruhm. Während der nächsten dreißig Jahre vollendete Goethe den zweiten Teil. 1827 konnte man die „Helena-Tragödie“ aus dem zweiten Teil lesen. 1832 erschien „Faust. Der Tragödie zweiter Teil (auch kurz Faust II)“ schon nach dem Tod des Autors.

Eine Grundidee des Faustdramas zu finden ist unmöglich, da sie im Laufe des Dichterlebens immer weiter verändert wurde. Gründe dafür sind die Entwicklung des Dichters selbst und die Tatsache, dass Goethe

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bis zuletzt an der Idee seines Werkes gebessert hat. Deshalb ist es eine dynamische Dichtung, deren Held Abbild des Dichters ist, genauso wie die Dichtung selbst.

Der Schaffensprozess erstreckte sich über drei Strömungen innerhalb der Aufklärung hinweg, die allesamt zur sogenannten „Goethezeit“ gehören: Sturm und Drang (1765–1785); Weimarer Klassik (1785–1830); Romantik (1795–1830).

Historischer Überblick des Motivs

Es gibt keine zuverlässigen Angaben über den Lebenslauf des geschichtlichen Doktor Faust. Die Forschung ist allgemein der Auffassung, er sei ein Mann namens Johann Faust gewesen, der von etwa 1480–1540 lebte und sich selbst den Namen Georg Sabellicus Faustus, sowie den Magisterund Doktortitel zugelegt hatte. Er hatte wohl einige medizinische Kenntnisse und beschäftigte sich mit Alchimie und Astrologie, doch er gelangte in der Wissenschaft zu keinem der Nachwelt überlieferten Ruhm.

Schon zu Lebzeiten bildeten sich Legenden um Johann Faust: Man sagte ihm nach, er habe an der Universität Krakau die Zauberei erlernt, schwarze Magie betrieben und Beziehungen zu Teufelsbeschwörern gehabt. Zuletzt sei ihm vom Teufel, dem Faust seine Seele verkauft habe, ein grausames Ende bereitet worden.

Der Faustmythos wurde von Mund zu Mund weitergetragen. Er wurde schriftlich in einzelnen Geschichten der Schwankoder Schauerliteratur festgehalten. Diese Geschichten mündeten 1587 in das erste Faustbuch, das vom Frankfurter Verleger Johann Spieß mit dem Titel „Historia von D. Johann Fausten“ herausgegeben wurde.

Vermutlich um 1592 schrieb Christopher Marlowe „The Tragical History of Doctor Faustus“, das erste Faustdrama. Der Autor behielt den Handlungsablauf der Historia im Wesentlichen bei – Reisen, Zaubereien am Hof Karls V., Beschwörung der Helena, die Papstironisierung, usw. Dennoch war Marlowes D. Faustus nicht nur eine dramatisierte Historia, die handelnden Figuren wurden aus einem neuen Blickwinkel betrachtet.

Das Faust-Motiv wurde in den nächsten Jahrhunderten ständig weiter bearbeitet und umgestaltet. Der Stoff bot Anlass für mehrere Komödien. Die volkstümliche Fassung des „Christlich Meynenden“ von 1725 machte Johann Wolfgang Goethe mit dem Faust-Thema bekannt. Faust fand auch Eingang in das Puppenspiel. Im Volkslied wurde Faust ebenfalls vertont und fand dabei auch Aufnahme in der Liedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“.

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LITERARISCHE TEXTE AUS DER SICHT IHRER GATTUNG

Der goethische Faust reizte die unterschiedlichsten Dichter und Komponisten zu Nachahmungen bzw. zu kritischen Auseinandersetzungen mit dem Werk Goethes. Von Gottfried Ephraim Lessing, Adalbert von Chamisso, Heinrich Heine, Christian. D. Grabbe, Achim von Arnim über die Oper Gounods bis Thomas Mann reicht die Vielfalt der Faust-Versionen.

Weltweit betrachtet man den Faust als das deutsche Drama.

Einstieg in die Analyse von Textabschnitten aus „Faust: der Tragödie erster Teil“

Im Gespräch mit Eckermann sagte Goethe über „Faust: der Tragödie erster Teil“, das Werk sei fast ganz subjektiv; es sei alles aus einem befangeneren, leidenschaftlicheren Individuum hervorgegangen.

Traditionell wird oft die Figur von Faust als Nationalcharakter angesehen, der im Laufe der Geschichte von verschiedenen ideologischen Seiten betrachtet wurde. So hat man „Faust“ unter den kulturpolitischen Voraussetzungen des 19. Jahrhunderts als deutsches Nationaldrama angesehen. Zwischen den Jahren nach der Reichsgründung 1870/71 bis zum Nationalsozialismus betrachtete man das Werk als Stolz der deutschen Nation aus der Perspektive des kulturtypologischen Deutungsentwurfs. In der Nazizeit wurde Faust zum männlichen deutschen Selbstbild heroisiert. In späteren Zeiten gab es immer wieder weitere Faust-Interpretationen, im 21. Jahrhundert werden kritische Momente hervorgehoben. Doch soll darauf hingewiesen werden, dass sich Faust als Mensch durch die Eigenschaften auszeichnet, die der ganzen deutschen Kulturnation zugeschrieben werden: das sind Wissensdrang, Tätigkeitsbedürfnis und Tatbereitschaft.

Darüber hinaus verbindet man Faust mit dem Begriff des „Archetypus“, der als ein allgemeiner Charakter, ein Bild oder ein Symbol in der Literatur und im Leben vorkommt und als universell gilt. Er ist ein schicksalhaftes Vorbild und erscheint als eine mit feststehenden Merkmalen verbundene literarische Figur.

Archetypisch könnte man auch die Figur von Mephistopheles betrachten, der als Widersacher Gottes und Menschenfeind auftritt. Er beabsichtigt dem Herrn zu beweisen, dass der strebsame Faust verführt werden kann, wenn ihm alle Rechte, Güter und Genüsse der Welt als verlockender Preis angeboten werden. Die Verkörperung des Bösen im Werk wird aber nur wie ein Teil der Schöpfung, der schelmische Kamerad Gottes dargestellt und fungiert als Antreiber des Menschen.

Die Figur von Margarete spielt eine wichtige Rolle in „Faust“. Im Text bekommt sie in manchen Szenen den Kosenamen Gretchen, weil sie ein

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Naturmädchen, unschuldig, rein, voller Gefühl und Liebe ist, sich ganz dem Mann hingibt, den sie liebt.

Das ist der Grund, warum sich Faust in sie verliebt. Sie ist kaum älter als vierzehn Jahre, kommt aus dem Kleinbürgertum, mit dem sich Gretchen in ihren Moralvorstellungen vollständig identifizieren kann, also ist völlig selbstlos bereit, für eine gute Sache alles zu geben, da sie an Gott und an die Menschheit glaubt.

Texte zur Analyse

Als Stoff zur Analyse wurden vier Textabschnitte aus Faust: Der Tragödie Erster Teil gewählt.

Textabschnitt 1:

Einführung in die Geschichte: Faust strebt nach einem vollumfassenden Naturerlebnis, nach einem Erleben, das die ganze Natur umfasst. Da er in diesen Versuchen scheitert, denkt er an eine Giftflasche. Er will sich selbst behaupten, indem er sein eigenes Leben im letzten Atemzug in die eigene Hand nimmt.

Nacht. In einem hochgewölbten, engen gotischen Zimmer Faust, unruhig auf seinem Sessel am Pulte.

FAUST:

Habe nun, ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, Und leider auch Theologie

Durchaus studiert, mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor!

Und bin so klug als wie zuvor; Heiße Magister, heiße Doktor gar Und ziehe schon an die zehen Jahr Herauf, herab und quer und krumm Meine Schüler an der Nase herum –

Und sehe, dass wir nichts wissen können! Das will mir schier das Herz verbrennen. Zwar bin ich gescheiter als all die Laffen, Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen; Mich plagen keine Skrupel noch Zweifel, Fürchte mich weder vor Hölle noch Teufel – Dafür ist mir auch alle Freud entrissen,

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LITERARISCHE TEXTE AUS DER SICHT IHRER GATTUNG

Bilde mir nicht ein, was Rechts zu wissen, Bilde mir nicht ein, ich könnte was lehren, Die Menschen zu bessern und zu bekehren. Auch hab ich weder Gut noch Geld,

Noch Ehr und Herrlichkeit der Welt; Es möchte kein Hund so länger leben! Drum hab ich mich der Magie ergeben, Ob mir durch Geistes Kraft und Mund Nicht manch Geheimnis würde kund;

Dass ich nicht mehr mit saurem Schweiß Zu sagen brauche, was ich nicht weiß; Dass ich erkenne, was die Welt

Im Innersten zusammenhält, Schau alle Wirkenskraft und Samen,

Und tu nicht mehr in Worten kramen. O sähst du, voller Mondenschein, Zum letzenmal auf meine Pein,

Den ich so manche Mitternacht An diesem Pult herangewacht: Dann über Büchern und Papier,

Trübsel’ger Freund, erschienst du mir! Ach! könnt ich doch auf Bergeshöhn In deinem lieben Lichte gehn,

Um Bergeshöhle mit Geistern schweben, Auf Wiesen in deinem Dämmer weben, Von allem Wissensqualm entladen,

In deinem Tau gesund mich baden! Weh! steck ich in dem Kerker noch? Verfluchtes dumpfes Mauerloch, Wo selbst das liebe Himmelslicht Trüb durch gemalte Scheiben bricht! Beschränkt mit diesem Bücherhauf, den Würme nagen, Staub bedeckt, Den bis ans hohe Gewölb hinauf Ein angeraucht Papier umsteckt; Mit Gläsern, Büchsen rings umstellt, Mit Instrumenten vollgepfropft, Urväter Hausrat drein gestopft –

Das ist deine Welt! das heißt eine Welt!

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Fragen und Aufgaben zum Textabschnitt 1

Wie sieht der Lebensraum von Faust aus? Wie schätzen Sie ihn ein?

Im Textabschnitt spiegeln sich die Eigenschaften von Faust wider, bestimmen Sie den Charakter seiner Persönlichkeit, finden Sie im Text Beweise dafür.

MitwemsprichtFaust?Wovonzeugt,dassersoeinenGesprächspartner wählt?

Was meinen Sie, warum hält man Faust für einen Archetyp?

Textabschnitt 2:

Die Osterglocken, die Faust kurz vor dem möglichen Suizid hört, halten ihn vom Selbstmord ab.

Osterspaziergang

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche

Durch des Frühlings holden, belebenden Blick; Im Tale grünet Hoffnungsglück;

Der alte Winter, in seiner Schwäche, Zog sich in rauhe Berge zurück. Von dorther sendet er, fliehend, nur

Ohnmächtige Schauer körnigen Eises In Streifen über die grünende Flur; Aber die Sonne duldet kein Weißes, Überall regt sich Bildung und Streben, Alles will sie mit Farben beleben; Doch an Blumen fehlt’s im Revier

Sie nimmt geputzte Menschen dafür. Kehre dich um, von diesen Höhen Nach der Stadt zurückzusehen.

Aus dem hohlen, finstern Tor Dringt ein buntes Gewimmel hervor. Jeder sonnt sich heute so gern.

Sie feiern die Auferstehung des Herrn, Denn sie sind selber auferstanden,

Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern, Aus Handwerks – und Gewerbesbanden, Aus dem Druck von Giebeln und Dächern, Aus der Straßen quetschender Enge,

Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht

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LITERARISCHE TEXTE AUS DER SICHT IHRER GATTUNG

Sind sie alle ans Licht gebracht.

Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge

Durch die Gärten und Felder zerschlägt,

Wie der Fluss, in Breit und Länge

So manchen lustigen Nachen bewegt,

Und bis zum Sinken überladen

Entfernt sich dieser letzte Kahn.

Selbst von des Berges fernen Pfaden

Blinken uns farbige Kleider an.

Ich höre schon des Dorfs Getümmel,

Hier ist des Volkes wahrer Himmel,

Zufrieden jauchzet groß und klein:

Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!

Fragen und Aufgaben zum Textabschnitt 2

Wie ist die stilistische Färbung des Textabschnitts 2, warum ist sie so?

Welches stilistische Mittel spielt die wichtigste Rolle in dem Textabschnitt 2? Worauf ist das zurückzuführen?

Welche menschlichen Eigenschaften des Protagonisten treten in der Szene Osterspaziergang in den Vordergrund?

Was Neues findet man im sprachlichen Weltbild von Faust in dieser Szene?

Textabschnitt 3:

(dieser Textabschnitt ist nicht einheitlich und besteht aus Auszügen der Szenen „Studierzimmer 3“ und „Studierzimmer 4“)

Die Szenen zeigen, wie Mephisto (der zuerst als Pudel erscheint) Faust zu dem Pakt überredet. Mephisto bietet ihm an, zu seinem Diener zu werden und ihm zu helfen, das Leben zu genießen, wenn dieser ihm in der Ewigkeit nach dem Tod dient. Mephisto erscheint nicht wie eine Kreatur aus der Hölle, sondern er spielt nur die Rolle des Teufels. Er ist keine Personifikation des Bösen mehr und repräsentiert eine Wesensart, die bestimmten Menschen innewohnt. Er zeigt ihren deutlichen Hang zu materiellen Gütern und dem sinnlichen Lebensgenuss.

„Studierzimmer 3“/„Studierzimmer 4“

Mephistopheles tritt, indem der Nebel fällt, gekleidet wie ein fahrender Scholastikus, hinter dem Ofen hervor.

MEPHISTOPHELES:

Wozu der Lärm? was steht dem Herrn zu Diensten?

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FAUST:

Das also war des Pudels Kern!

Ein fahrender Skolast? Der Kasus macht mich lachen.

MEPHISTOPHELES:

Ich salutiere den gelehrten Herrn!

Ihr habt mich weidlich schwitzen machen.

FAUST:

Wie nennst du dich?

MEPHISTOPHELES:

Die Frage scheint mir klein

Für einen, der das Wort so sehr verachtet, Der, weit entfernt von allem Schein,

Nur in der Wesen Tiefe trachtet.

FAUST:

Bei euch, ihr Herrn, kann man das Wesen Gewöhnlich aus dem Namen lesen,

Wo es sich allzu deutlich weist,

Wenn man euch Fliegengott, Verderber, Lügner heißt. Nun gut, wer bist du denn?

MEPHISTOPHELES:

Ein Teil von jener Kraft, Die stets das Böse will und stets das Gute schafft.

FAUST:

Was ist mit diesem Rätselwort gemeint?

MEPHISTOPHELES:

Ich bin der Geist, der stets verneint!

Und das mit Recht; denn alles, was entsteht, Ist wert, dass es zugrunde geht;

Drum besser wär’s, dass nichts entstünde. So ist denn alles, was ihr Sünde, Zerstörung, kurz, das Böse nennt,

Mein eigentliches Element.

……………

Faust. Mephistopheles.

FAUST:

Es klopft? Herein! Wer will mich wieder plagen?

MEPHISTOPHELES: Ich bin’s.

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