Практикум по лингвокультурологическому анализу текста. В 2 частях. Ч.1. Учебно-практическое пособие для студентов старших курсов филологических факуль
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METHODISCHE ZUGANGSWEISE ZU LITERARISCHEN TEXTEN AUS DER SICHT DER KULTURWISSENSCHAFTLICH-INTERKULTURELLEN LINGUISTIK
Disziplin existiert seit langer Zeit und hat eigene Ziele, Methoden und Traditionen. Die Methoden der linguokulturologischen Textanalyse sind noch nicht endgültig herausgebildet, aber es steht schon fest, dass sie eine Reihe von Prozeduren enthalten soll.
Methoden der linguokulturologischen Textanalyse
1)Methode der philologischen Analyse: Bestimmung der Genrezugehörigkeit und Interpretation des Ideengehalts des Textes
2)Methode der konzeptuellen Analyse: Rekonstruktion des Weltbildes des Textproduzenten
3)Methode der kontrastiven Analyse
(1)Auf der ersten Etappe wird die außersprachliche Information berücksichtigt: Epochenbeschreibung, wann der Text entstanden ist, das Leben und Schaffen des Autors und sein Platz in der Kultur bzw. Literatur des Landes, sowie die literarische Strömung, zu der er zugezählt wird.
Die Analyse selbst bezieht sich auf die Inhaltsangabe des Textes und seinen Ideengehalt: was wollte der Autor im Zusammenhang mit dem Text, der Geschichte oder der Reflexion äußern.
(2)Der nächste Schritt ist die Analyse der sprachlichen Form auf drei Ebenen: lexikalischer, grammatischer und stilistischer. Dabei werden die Momente thematisiert, die das sprachliche Weltbild des Autors bestimmen.
Wie oben erwähnt, bildet der Wortschatz die Kultur einer Nation auf einer historischen Etappe ab. Also soll der Text nach dem Wortbestand und seinen Charakteristiken untersucht werden, welche lexikalischen Einheiten und auf welche Weise kulturbedingt realisiert werden. Die grammatischen Besonderheiten des Textes aktualisieren temporale und modale Struktur des Textes, den Charakter der Thema-Rhema Progression usw. Die stilistischen/rhetorischen Mittel werden verwendet, um eine bestimmte Wirkung beim Rezipienten zu erzielen und eine gewisse Reaktionen auszulösen. Sie erregen Aufmerksamkeit, übermittelt Aufforderungen zum Nachdenken, oft ist ihre Bildlichkeit und Ausdruckskraft ohne Kulturwissen nicht zu verstehen.
Bei der Analyse soll der Zusammenhang der Sprache mit der nationalen Kultur gezeigt werden und zwar, wie die emotionale Wahrnehmung spezifiziert wird, ob der Text Idiome, Kulturcodes, Präzedenzphänomene usw. enthält und welche Bedeutung sie für die nationale Kultur haben.
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(3)Auf der letzten Etappe soll ein Text in einer anderen Sprache und aus einer anderen Nationalkultur vorgelegt werden, der mit dem zu analysierenden Text irgendwie korrespondiert.
Das bedeutet, dass der deutsche Text mit ähnlichen Texten der russischen Nationalkultur kontrastiv verglichen werden soll (unter der Bedingung, dass sie ähnlichen Formats sind). Dabei werden die Parallelen gezogen, wie die Mentalität der Nation und der Nationalcharakter in der Kultur im Text zum Ausdruck gebracht werden.
Arbeitsschritte der Textanalyse
Der Aufbau der Textanalyse ist nur als Leitfaden zu verstehen. 1. Einleitung
In dieser Etappe sollte man den Titel des Textes, den Namen des Autors, die Entstehungszeit und typische Merkmale der Epoche sowie die Textsorte bestimmen und eine Deutungshypothese des zu analysierenden Textes vorschlagen.
2. Sprache
In dieser Etappe sollte man bestimmen, wie die Sprache des Textes wirkt, z.B. veraltet oder modern, neutral, gehoben oder gesenkt usw.
Dazu gehört auch die Frage, wie die Gründe für solchen Charakter der sprachlichen Gestaltung sind, seine Auffälligkeiten und die Mittel (lexikalisch, grammatisch, stilistisch), wie das realisiert wird.
3.Intention des Textes: was soll der Text erreichen: den Leser belehren, mahnen, informieren, erinnern usw.?
Welche historischen, politischen, gesellschaftlichen Zusammenhänge hat der Text im Rahman einer Nationalkultur? In welchen linguokulturellen Konzepten, Metaphern, Idiomen usw., in welcher Art der Präzedenzphänomene realisiert sich dabei das sprachliche Weltbild des Autors?
4.Schlussteil der Textanalyse
In dieser Etappe wird das analytisch-vergleichende Lesen geschult: der zu analysierende Text wird mit dem Text eines ähnlichen Formats der russischen schöngeistigen Literatur kontrastiv nach den linguokulturellen Merkmalen betrachtet. Es geht dabei darum, wie die gleichen Motive in verschiedenen sprachlichen Weltbildern zum Ausdruck gebracht werden. Dazu braucht man nachvollziehbare Argumentationen, die auf der Basis des Sprachmaterials im Voraus vorzubereiten sind.
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LITERARISCHE TEXTE AUS DER SICHT IHRER GATTUNG
Bestimmung der Textfunktion und -intention
Literarische Texte unterscheiden sich nach ihrer Funktion, Form, sprachlicher Gestaltung und nach vielen anderen Parametern. Man spricht über verschiedene Textsorten, die in der Literaturwissenschaft als Genregattungen bezeichnen werden. Manche von ihnen haben ihre tiefen Wurzeln in der Geschichte und sind aufs engste mit den Sitten, Bräuchen und Traditionen einer Nationalkultur verbunden. Zu solchen gehören Sagen und Legenden, aber auch Märchen, Fabeln, Balladen. Jede von Textsorten verfolgt eine bestimmte Intention (d.h. eine Absicht), die der Verfasser realisiert, z.B. er will den Leser belehren, auf etwas aufmerksam machen, zu etwas bewegen oder ihn einfach unterhalten. Das erfolgt innerhalb verschiedener Genregattungen.
Literarische Texte aus der Sicht ihrer Gattung
Innerhalb der schöngeistigen Literatur lassen sich sämtliche Texte einer der drei Gattungen zuordnen.
Es sind Epik, Lyrik, Dramatik.
Das Wort Epik stammt aus dem Griechischen und bedeutet etwas wie Erzählung oder Geschichte. Die Epik umfasst die meisten Texte der erzählenden Literatur.
Lyrik leitet sich von der Lyra ab, einem Musikinstrument, im antiken Griechenland wurde Dichtung oft musikalisch von einer Leier (Lyra oder Kithara) begleitet. Lyrik ist stark sinnbildlich und rhythmisch, oft gereimt. Die Lyrik ist hauptsächlich als literarische Gattung der Dichtung bekannt, weil in dieser Form monologisches Darstellen eines Zustandes bezeichnet wird. Das bedeutet, dass ein lyrisches Ich unmittelbare Gefühle und Gedanken eines lyrischen Subjektes äußert, meist weisen sie Parallelen zum Autor auf. Beziehungen zwischen Subjekt und Wirklichkeit werden ästhetisch dargestellt. Im Laufe der Gattungsgeschichte verlor das Kriterium der Versform seine Bedeutung. Ein lyrischer Text kann also auch in Prosa gestaltet werden. Lyrische Texte unterscheiden sich dennoch sprachlich-formal von epischen und dramatischen durch ihre Subjektivität und ihren Bezug auf ein lyrisches Subjekt.
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Dramatik stammt vom griechischen Drama (Handlung). Für das Drama als Genregattung ist kennzeichnend, dass die Handlung hauptsächlich durch den Dialog der handelnden Figuren getragen wird. Im Drama gibt es keine identifizierbare Erzähler-Instanz.
Dramen werden für Schauspieler geschrieben, um einem Publikum vorgeführt zu werden, aber die Elemente der dramatischen Gattungsformen kann man auch in epischen und lyrischen Texten finden. Zum Beispiel gab es im antiken Theater lyrische (Chor), epische (Botenbericht) und dramatische Elemente. Es überwog aber stets das Dramatische, auch wenn alle Gattungen vorhanden sind.
Literarische Texte werden aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften in verschiedene Kategorien eingeteilt, es geht um verschiedene Genres (Textsorten). Die Kategorie des Genres entstand durch die Einteilung eines Textes nach dem Inhalt und den formalen Gesichtspunkten. Die einzelnen Genregruppen können immer weiter spezifiziert werden. Jedes Genre besteht auch aus zahlreichen Subgenres, also Unterkategorien. Die Grenzen zwischen den Genres sind fließend.
Das Märchen
Unter dem Begriff der Epik versteht man alle Genres der erzählenden Literatur. Unter anderem gehört dazu das Märchen, das als eine der ältesten epischen Textformen und ein Teil des mündlich überlieferten Erzählgutes gilt. Darin findet man die schöpferischen Kräfte eines Volkes – einen Kulturschatz, den es zu bewahren gilt.
Die Sprache des Märchens ist der Spiegel einer Nationalkultur, in dem nicht nur die reale Welt, sondern auch Mentalität, Nationalcharakter, Lebensweise, Traditionen, Bräuche, Moral, Wertesystem und Weltanschauung des Volkes widergespiegelt werden [vgl. Тер-Минасова, 2000].
Das Wort „Märchen“ oder „Märlein“ („maerlin“) ist eine Verkleinerungsform zu „Mär“ („maere“, „mari“), das so viel wie Bericht, Kunde oder Erzählung bedeutet. Unter einem Märchen versteht man eine „im Volk überlieferte Erzählung, in der übernatürliche Kräfte und Gestalten ins Leben der Menschen eingreifen. Am Ende werden die Guten belohnt und die Bösen bestraft“ [Lüthi 2005, S. 5].
Die typischen Merkmale des Märchens in kurzer Übersicht sind:
• Die Märchen haben ein festes Erzählschema und feste Anfangsund Schlussformel („es war einmal…“, „und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“ usw.).
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LITERARISCHE TEXTE AUS DER SICHT IHRER GATTUNG
•Märchen sind weder an Ort noch an Zeit gebunden.
•In den Märchen gibt es immer typenhafte Figuren und sie sind stark kontrastiert (z.B. arm – reich, gut – böse, hässlich – schön).
•In den Märchen sind Elemente der realen und magischen Welt miteinander verbunden.
•Manchmal gibt es magische Reime oder Zauberformeln.
•Für die Märchen ist eine ausgleichende Gerechtigkeit typisch: das Gute siegt und das Böse wird bestraft.
Texte zur Analyse
Die Brüder Grimm
Der Bauer und der Teufel
Es war einmal ein kluges und verschmitztes Bäuerlein, von dessen Streichen viel zu erzählen wäre: die schönste Geschichte ist aber doch, wie er den Teufel einmal dran gekriegt und zum Narren gehabt hat.
Das Bäuerlein hatte eines Tages seinen Acker bestellt und rüstete sich zur Heimfahrt als die Dämmerung schon eingetreten war. Da erblickte er mitten auf seinem Acker einen Haufen feuriger Kohlen, und als er voll Verwunderung hinzuging, so saß oben auf der Glut ein kleiner schwarzer Teufel. „Du sitzest wohl auf einem Schatz?“ sprach das Bäuerlein. „Ja wohl,“ antwortete der Teufel, „auf einem Schatz, der mehr Gold und Silber enthält als du dein Lebtag gesehen hast.“ „Der Schatz liegt auf meinem Feld und gehört mir“ sprach das Bäuerlein. „Er ist dein“ antwortete der Teufel, „wenn du mir zwei Jahre lang die Hälfte von dem gibst, was dein Acker hervorbringt: Geld habe ich genug, aber ich trage Verlangen nach den Früchten der Erde.“ Das Bäuerlein ging auf den Handel ein. „Damit aber kein Streit bei der Teilung entsteht,“ sprach es, „so soll dir gehören was über der Erde ist und mir was unter der Erde ist.“ Dem Teufel gefiel das wohl, aber das listige Bäuerlein hatte Rüben gesät. Als nun die Zeit der Ernte kam, so erschien der Teufel und wollte seine Frucht holen, er fand aber nichts als die gelben welken Blätter, und das Bäuerlein, ganz vergnügt, grub seine Rüben aus. „Einmal hast du den Vorteil gehabt,“ sprach der Teufel, „aber für das nächstemal soll das nicht gelten. Dein ist was über der Erde wächst und mein was darunter ist.“ „Mir auch recht“ antwortete das Bäuerlein. Als aber die Zeit zur Aussaat kam, säte das Bäuerlein nicht wieder Rüben, sondern Weizen. Die Frucht ward reif, das
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Bäuerlein ging auf den Acker und schnitt die vollen Halme bis zur Erde ab. Als der Teufel kam, fand er nichts als die Stoppeln und fuhr wütend in eine Felsenschlucht hinab. „So muss man die Füchse prellen“ sprach das Bäuerlein, ging hin und holte sich den Schatz.
Vergleichen Sie kontrastiv den Text von Brüdern Grimm mit dem Text des russischen Märchens, ziehen Sie mögliche Parallelen: wie werden die Mentalität der Nation und der Nationalcharakter in der Kultur im Text zum Ausdruck gebracht werden.
Das russische Volksmärchen «Мужик и медведь»
Мужик поехал в лес репу сеять. Пашет там да работает. Пришёл
кнему медведь:
–Мужик, ятебя сломаю.
–Не ломай меня, медведюшка, лучше давай вместе репу сеять. Я себе возьму хоть корешки, тебе отдам вершки.
–Быть так, – сказал медведь. – А коли обманешь, так в лес ко мне хоть не езди.
Сказал и ушёл в дуброву. Репа выросла крупная.
Мужик приехал осенью копать репу. А медведь из дубровы вылезает:
–Мужик, давай репу делить, мою долю подавай.
–Ладно, медведюшка, давай делить: тебе вершки, мне корешки. Отдал мужик медведю всю ботву. А репу наклал на воз и повёз
вгород продавать. Навстречу ему медведь:
–Мужик, кудаты едешь?
–Еду, медведюшка, в город корешки продавать.
–Дай-ка попробовать– каков корешок? Мужик дал ему репу. Медведь как съел:
–А-а! – заревел. – Мужик, обманул ты меня! Твои корешки сладеньки. Теперь не езжай ко мне в лес по дрова, ато заломаю.
На другой год мужик посеял натом месте рожь. Приехал жать, а уж медведь его дожидается:
–Теперь меня, мужик, не обманешь, давай мою долю.
Мужик говорит:
– Быть так. Бери, медведюшка, корешки, а я себе возьму хоть вершки.
Собрали они рожь. Отдал мужик медведю корешки, а рожь наклал на воз и увёз домой.
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Медведь бился, бился, ничего с корешками сделать не мог. Рассердился он на мужика, и стех пор у медведя с мужиком вражда
пошла.
Erläuterungen zur Analyse
Da das Märchen aus der mündlich überlieferten Volkstradition kommt, ist die Epochenbeschreibung, wann der Text entstanden ist, nicht nötig. Es ist aber empfehlenswert, den Typ des Märchens zu bestimmen, weil das helfen kann, den Ideengehalt des Textes und seine Intention aufzudecken.
Der Zusammenhang der Sprache mit der nationalen Kultur kann in Form einiger Motive (in dem vorgelegten Text – ein Mensch aus dem Volk, seine landwirtschaftliche Tätigkeit, religiöse Vorstellungen, Kraft und Macht des Bösen, Verstand des Guten) zeigen, wie die emotionale Wahrnehmung der Welt in der Vergangenheit spezifiziert wurde, in welchen Idiomen das ausgedrückt wird und welche Bedeutung sie haben.
Der ähnliche Text der russischen Nationalkultur soll kontrastiv betrachtet werden. Er kann vorführen, wie der Nationalcharakter im Text zum Ausdruck gebracht wird, ob es Ähnlichkeiten und Unterschiede gibt und worauf das zurückzuführen ist.
Aufgaben zur Analyse
1.Bestimmen Sie die Struktur von den beiden Texten.
2.Wie ist die Hauptidee in jedem der Texte? Welche sprachlichen Mittel dienen zu ihrem Ausdruck?
3.Was meinen Sie, welche Momente bilden das sprachliche Weltbild des deutschen und des russischen Märchens in ihrem Zusammenhang mit der entsprechenden nationalen Kultur ab?
Die Fabel
Die Fabel als Genre gehört zu den epischen Texten, hat aber auch dramatische Elemente. Das Wort stammt vom Lateinischen fabula (Geschichte, Erzählung, Sage). Sie bezeichnet eine in Versen oder Prosa verfasste, kürzere Erzählung mit belehrender Absicht. In der Fabel wirken vor allem Tiere, aber auch Pflanzen oder fabelhafte Mischwesen, die menschliche Eigenschaften besitzen und menschlich handeln.
Die Fabelwesen verkörpern menschliche Stereotype, die in einer Kulturgemeinschaft herrschen. Im Mittelpunkt der Kritik steht eine negative menschliche Eigenschaft.
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Die Fabel hat ein typisches Aufbauschema: 1) Erzählteil – Situationsschilderung; 2) Dialogteil – Rede/Gegenrede; 3) Lösung – das Ergebnis. Jede Fabel enthält eine belehrende Moral. Sie kann in einem Moralsatz formuliert werden, aber auch implizit gemeint sein und gilt herauszufinden.
Texte zur Analyse
Gotthold Ephraim Lessing (1729–1781)
Die Eiche und das Schwein (1759)
Ein gefräßiges Schwein mästete sich, unter einer hohen Eiche, mit der herabgefallenen Frucht. Indem es die eine Eichel zerbiss, verschluckte es bereits eine andere mit dem Auge.
Undankbares Vieh! rief endlich der Eichbaum herab. Du nährest dich von meinen Früchten, ohne einen einzigen dankbaren Blick auf mich in die Höhe zu richten.
Das Schwein hielt einen Augenblick inne und grunzte zur Antwort: Meine dankbaren Blicke sollten nicht außenbleiben, wenn ich nur wüsste, dass du deine Eicheln meinetwegen hättest fallen lassen.
Da der Text aus dem 18. Jahrhundert stammt, wird hier seine Übersetzung angeführt:
Прожорливаясвиньялакомиласьопавшимижелудямиподвысоким дубом. Раскусывая один жёлудь, она уже пожирала глазами другой.
–Неблагодарная тварь! – крикнул ей наконец дуб с высоты своего величия. – Ты питаешься моими плодами, но ни разу ещё не обратила вверх благодарного взора!
Свинья на мгновение приостановилась и прохрюкала в ответ:
–Кабы я знала, что это ты ради меня роняешь тут свои жёлуди, то и я бытебе посылала благодарные взоры.
Иван Андреевич Крылов
(1769–1844)
Свинья под дубом (1823)
Свинья под Дубом вековым Наелась жолудей до-сыта, до-отвала; Наевшись, выспалась под ним;
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Потом, глаза продравши, встала
Ирылом подрывать у Дуба корни стала. «Ведь это дереву вредит», Ей с Дубу ворон говорит:
«Коль корни обнажишь, оно засохнуть может». – «Пусть сохнет», говорит Свинья:
«Ничуть менято нетревожит; В нем проку мало вижу я;
Хоть век его не будь, ничуть не пожалею; Лишь были б жолуди: ведь я от них жирею». – «Неблагодарная!» примолвил Дуб ейтут: «Когда бы вверх могла поднятьты рыло, Тебе бы видно было, Что эти жолуди на мне растут».
Невеждатакже в ослепленье Бранит науки и ученье,
Ивсе ученыетруды,
Не чувствуя, что он вкушает их плоды.
Aufgaben zur Analyse
1.Informieren Sie sich über die Autoren der Texte und über die historischen Epochen, wann die Texte geschaffen wurden.
(G. Eph. Lessing war einer der bedeutenden deutschen Aufklärer. Erzählen Sie über diese Epoche und darüber, wie sie in Deutschland verlief).
2.Bestimmen Sie die Hauptidee in jedem der Texte, die sprachlichen Mittel, die zu ihrem Ausdruck dienen.
3.Was meinen Sie, welche Momente bilden in den Texten das sprachliche Weltbild des deutschen und des russischen Autors in ihrem Zusammenhang mit der entsprechenden Nationalkultur ab?
Die Ballade
Als Ballade wird ein mehrstrophiges, erzählendes Gedicht bezeichnet. Das Wort Ballade leitet sich vom italienischen ballata (ein Tanzlied) ab. Es geht auf das lateinische Verb ballare (tanzen) zurück. Als ballata wurde seit dem 12. Jahrhundert ein Tanzlied bezeichnet, das von den Tanzenden gesungen wurde und wiederkehrende Elemente zwischen den Liedstrophen hatte.
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Das Besondere an der Ballade ist, dass sie Merkmale verschiedener Textsorten vereint, da sie lyrische, dramatische und epische Elemente enthält. Balladentexte erzählen eine Geschichte, dabei enthalten sie lyrische Elemente, da sie meist lange Gedichte sind und eine besondere Stimmung und Atmosphäre vermitteln.
Neben den lyrischen Elementen weisen Balladen dramatische Elemente auf: sie sind lebendig geschrieben und oft mit Dialogen ausgeschmückt. Balladen folgen nicht selten dem Aufbauschema: Exposition, erregendes Moment, Höhepunkt, Retardation und Katastrophe, das an das klassische Drama erinnert, obwohl sich teils nur einzelne Elemente finden.
Autoren verwenden in Balladen häufig eine bildliche Sprache, um bestimmte Stimmungen hervorzurufen. So kommen mögliche rhetorische Mittel wie beispielsweise Metaphern, Personifikationen, Vergleiche usw. vor. Die sprachlichen Bilder sind nicht wörtlich gemeint, sondern haben eine übertragene Bedeutung.
Im gewissen Maße sind die Balladen eine Art der Volksdichtung und Volksschöpfung. Die mittelalterliche Frühform der Ballade erinnert stark an das Volkslied, das mündlich überliefert wurde, und deshalb keinen eindeutigen Autor hat.
Die Volksballade erhebt keinen historischen Realitätsanspruch, aber sie orientiert sich an geschichtlichen Ereignissen. Deshalb werden darin oft historische Stoffe thematisiert, die mit dem Leben des Volks und seinen nationalen Legenden verbunden sind.
Man unterscheidet Volksund Kunstballaden. Die Kunstballade wird von einem Dichter/einer Dichterin verfasst, überarbeitet und als „Kunstwerk“ erschaffen. In den bekannten Kunstballaden findet man eine Moral oder belehrenden Inhalt, der zum Nachdenken anregt. Laut F. Schiller und J.W. Goethe hat die Ballade die Aufgabe, den Menschen anzuregen, die dargestellte Balladenwelt mit seiner Lebenserfahrung zu vergleichen.
Die deutsche Ballade wurde im Rahmen der literarischen Strömung Sturm und Drang zu einem beliebten Genre der Literatur und stellte ein ungewöhnliches, handlungsreiches und meist tragisches Geschehen aus Geschichte, Sagen oder Mythos unmittelbar gegenwärtig dar. Die Ballade betonte Volkstümlichkeit, undifferenzierte Verherrlichung heroischen und edlen Menschentums. Auf den Leser wirkten ihre Abenteuerhaftigkeit, Spannung, Gestaltung der Naturkräfte und effektbewusste Geisterund Schauerthematik. Aufgrund der Thematik unterscheidet man verschiedene Balladenarten, wie z.B. numinose (über den Kampf mit naturund verschiedenen magischen Kräften), historische, soziale, politische Ballade usw.
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