Сюжеты немецких опер (разговорная практика по немецкому языку). Учебное пособие
.pdfAufgabe: Finden Sie Epitheta und Metaphern im Text. Wie geben die Autoren ihren Eindruck von dem Werk wieder?
PRESSESTIMMEN
»[Tcherniakov] überwältigt mit einem gigantischen Bühnenbild« »Das Ensemble kann sich sehen und hören lassen, darstellerisch strotzt
es nur so vor Spielfreude.«
rbb24, 10. Oktober 2022
»Einhelliger Jubel für die durchweg famosen Sänger, die Staatskapelle und Dirigent Christian Thielemann […]«
B.Z., 11. Oktober 2022
»So frisch und genau wie Tcherniakov solche Szenen auf die Bühne bringt, ahnt man, dass er den ›Ring‹ vor allem als einen Bilderbogen alles Menschlichen begreift.«
»Die Präzision, mit der Tcherniakov und seine Ausstatterin Elena Zaytseva die feinen Unterschiede innerhalb dieser Gesellschaft zeigen, ist fesselnd.« »Beide [Anja Kampe als Bünnhilde und Michael Volle als Wotan] sind
das Wunderpaar dieser Premiere«
F.A.Z., 11. Oktober 2022
»Was er [Christian Thielemann] aber an diesen vier Ring-Abenden mit der ihm bislang nicht sonderlich vertrauten Berliner Staatskapelle kreiert, ist atemberaubend.«
»[…] immer wieder berückender Klangzauber, präzise austarierte Dynamik und kluge Tempi.«
»Frenetischer Jubel nach gut 16 Stunden«
»Selten war Wagner so bezwingend und ergreifend zu erleben.« »Berückender Klangzauber, präzise austarierte Dynamik und kluge
Tempi.«
»Die Feinnervigkeit dieses ›Ring‹ ist verblüffend.«
»Getragen wird das Drama von den bis in die Nebenrollen stark besetzten Sängerinnen und Sängern, die Tcherniakov brillant spielen lässt: Wagners endlose Problemgespräche und monologisierende Erklärungen stehen hier unter Dauerspannung.«
DIE ZEIT, 12. Oktober 2022
»Spektakulär, atemberaubend präzise durchleuchtet Thielemann das Motivgeflecht der Wagner-Partituren und verleiht ihm eine beinahe
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gestochene Plastizität und Tiefenschärfe: ein ›High Definition‹-Wagner in 3 D.«
»Im Ganzen ist dieser ›Ring‹ ein Triumph für die Staatsoper«
Financial Times, 11. Oktober 2022
»Es besticht und überwältigt, wie schön belcantoverliebt und textverständlich in Berlin gesungen wird.«
»An der Staatsoper hat sich ein Wunder ereignet«
»Schließlich kann kein Haus der Welt eine bessere Besetzung für Richard Wagners Weltumbruchsvierteiler ›Der Ring des Nibelungen‹ aufbieten.«
Süddeutsche Zeitung, 11. Oktober 2022
»Ein echter Rausch, Musik mit physischem Erleben und tatsächlich psychotischer Wirkung.«
»Diese beiden Abende [Rheingold und Walküre] waren eine ganz eigene Klasse, Liga, Welt.«
»Tcherniakovs Inszenierung ist mehr als gelungen, die Bühne hinreißend, die Ideen klug und kühn.«
DIE WELT, 5. Oktober 2022
»Tcherniakov, as usual, manages details on a level rarely seen in opera.« »And Tcherniakov demonstrates, through his own scenic design and lighting by Gleb Filshtinsky, how easily history can be taken for granted
or erased, whether Wotan’s legacy or architecture of E.S.C.H.E.«
The New York Times, 10. Oktober 2022
»Tcherniakov inszeniert klug und selbstbewusst«
»Über diesen grandiosen ›Ring des Nibelungen‹ in der Berliner Staatsoper wird man lange, richtig lange sprechen.«
DIE WELT
»Fantastische Bläsersoli entfalten sich, die Streicher betören mit samtiger Dichte – das pure Glück.«
DER TAGESSPIEGEL, 4. Oktober 2022
Outstanding singing from the entire cast.«
The Guardian, 15. Oktober 2022
»Eine starke Idee, getragen zudem von grandiosen Bühnenbildern.« rbb24, 3. Oktober 2022
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PARSIFAL
BÜHNENWEIHFESTSPIEL IN DREI AUFZÜGEN (1882)
M U S I K U N D T E X T VO N
R i c h a r d Wa g n e r
Eine heilsverkündende Gralsbruderschaft hat sich ein strenges Keuschheitsgelübde auferlegt und hütet zwei Reliquien, von denen die Brüder sich ewiges Leben erhoffen: den heiligen Gral und den heiligen Speer. Doch weil ihr Gralskönig Amfortas sich mit der geheimnisvollen Kundry versündigte, ist der Speer in die Hände des einst von der Bruderschaft abgewiesenen Klingsor gelangt, der dem Sünder damit eine nicht heilende Wunde zufügte. Um Amfortas von seinen ewigen Qualen zu erlösen und den Speer zurückzuerlangen, bedarf es laut einer Prophezeihung eines »durch Mitleid wissenden, reinen Toren«. In dem naiven Parsifal glaubt Gurnemanz, der geistige Führer der Bruderschaft, diesen neuen Heiland gefunden zu haben. Doch diesem steht noch ein langer Weg zur Erkenntnis bevor …
Am Ende seines Lebens verband Richard Wagner in seinem »Parsifal« christlichen Mythos mit buddhistischen Elementen und Reflexionen aus der Philosophie Schopenhauers und sah darin die von ihm selbst propagierte Idee einer Kunstreligion verwirklicht. Mit einer beseelenden und erhebenden Musik von großer Strahlkraft führt er letztendlich eine religiöse Ideologie vor, die die Überwindung von Sinnlichkeit und Sünde durch Erkenntnis, Mit-Leid und Verweigerung der als verwerflich dargestellten Liebe predigt.
Fragen:
Was hat die Gralsbruderschaft beschlossen und welche Reliquien hüten sie? Was erhoffen sich die Brüder von diesen Reliquien?
Was ist mit dem heiligen Speer geschehen und wie ist er in die Hände von Klingsor gelangt?
Warum leidet Gralskönig Amfortas und welche Rolle spielt Kundry dabei?
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Welche Prophezeiung gibt es bezüglich der Erlösung von Amfortas und des Zurückgewinnens des Speers?
Welche Rolle spielt Parsifal und wie wird er von Gurnemanz gesehen? Was erwartet ihn auf seinem Weg zur Erkenntnis?
Welche philosophischen und religiösen Elemente verbindet Wagner in seinem Werk »Parsifal«?
Welche Rolle spielt die Verbindung von christlichem Mythos, buddhistischen Elementen und Schopenhauers Philosophie?
Was beabsichtigte Wagner mit der Idee der Kunstreligion?
Welche Ideologie wird in »Parsifal« vermittelt und wie wird sie durch Musik und Handlung dargestellt?
HANDLUNG
ERSTER AUFZUG
An einem verlassenen Ort lebt die Männnergemeinschaft der Gralsritter. Sie haben sich strenge Askese auferlegt und ihr gesamtes früheres Leben hinter sich gelassen für ihren heiligen Dienst. Sie glauben, sie könnten Unsterblichkeit erlangen.
Gurnemanz erzählt den jungen Mitgliedern der Bruderschaft die Geschichte der Gründung und des Aufstiegs der Gemeinschaft, die vor vielen Jahren von Titurel gegründet wurde. Titurel hütet seit Anbeginn zwei Reliquien: den Kelch, aus dem Jesus Christus beim Letzten Abendmahl
trank, und den Speer, der ihn am Kreuz durchbohrte.
Titurels Sohn Amfortas wurde verwundet, als er gegen Klingsor zog, der aus der Bruderschaft vertrieben wurde und sich seitdem an den Gralsrittern rächt. Schuld an Amfortas’ Niederlage war laut Gurnemanz dessen Leidenschaft für eine schöne Frau, die Klingsor ihm geschickt habe. Klingsor hat den heiligen Speer geraubt und Amfortas damit eine nicht heilende Wunde zugefügt. Seitdem leidet Amfortas unmenschliche Qualen.
Kundry bringt einen wundertätigen Balsam, sie versucht alles, um Amfortas’ Leiden zu lindern. Doch heilen kann die Wunde laut einer Prophezeiung nur ein »reiner Tor, durch Mitleid wissend«.
Die Ritter nehmen einen fremden Jüngling gefangen, der einen Schwan erschossen hat. Gurnemanz tadelt ihn für die Tat. Der Jüngling kann keine Auskunft über sich geben, er weiß nicht einmal seinen Namen. Er erinnert sich nur an seine Mutter, mit der er im Wald lebte und die er
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verlassen hat. Kundry erklärt, seine Mutter sei tot. Diese Nachricht erschüttert den Jüngling.
Gurnemanz hofft, in ihm den »reinen Toren« gefunden zu haben, und führt ihn in die Bruderschaft ein. Parsifal erlebt die Verrichtung des heiligen Dienstes mit. Titurel fordert seinen Sohn auf, das Amt zu verrichten, das Amfortas jedes Mal grausames Leiden beschert. Amfortas quält die Wunde, noch mehr aber das Bewusstsein seiner Sünde.
Die Gralsritter glauben, dieses Ritual sei das Einzige, das sie nähre und am Leben erhalte.
Doch Parsifal versteht nicht, was er sieht, und Gurnemanz jagt ihn davon.
Fragen:
Wo leben die Gralsritter und welche Lebensweise haben sie sich auferlegt? Welche Hoffnung verbinden die Gralsritter mit ihrer Lebensweise?
Wer hat die Gemeinschaft der Gralsritter gegründet und welche Reliquien hüten sie? Wer hat laut Gurnemanz Amfortas verwundet und warum?
Warum nehmen die Gralsritter den fremden Jüngling gefangen und welche Tat hat er begangen?
Was erinnert sich der Jüngling über seine Herkunft und wie reagiert er auf die Nachricht über seine Mutter?
Wie reagiert Gurnemanz auf den Jüngling und welche Hoffnung hegt er?
Was erlebt Parsifal bei der Verrichtung des heiligen Dienstes und wie reagieren die Gralsritter auf ihn?
Was fordert Titurel von Amfortas und warum quält ihn sowohl die Wunde als auch sein Bewusstsein seiner Sünde?
ZWEITER AUFZUG
Der einst von den Gralsrittern vertriebene und deshalb gekränkte Klingsor hat sich ein eigenes Reich geschaffen, wo er mit lauter Frauen lebt, seinen zahllosen Töchtern, den Blumenmädchen.
Im ständigen Krieg gegen die Gralsritter setzt er alles daran, sie zu diskreditieren und die Bruderschaft zu zerstören.
Klingsor verlangt von seiner Tochter Kundry, ihm erneut zu helfen: Sie soll Parsifal ebenso verführen wie einst Amfortas. Parsifal soll seine Reinheit einbüßen, damit er Klingsor nicht mehr gefährlich werden kann.
Kundry weigert sich verzweifelt.
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Parsifal nähert sich Klingsors Reich. Die Blumenmädchen umringen Parsifal und treiben mit ihm ihr übermütiges Spiel.
Kundry bittet die spielenden Mädchen, sie mit Parsifal allein zu lassen. Sie nennt ihn bei seinem Namen, erinnert ihn an seine Vergangenheit, erzählt ihm von seiner Mutter. Davon, wie sehr Herzeleide ihren Sohn liebte, wie schwer sie unter seinem Weggang von zu Hause litt und schließlich starb, ohne ihren Sohn Parsifal noch einmal wiederzusehen.
Erschüttert gibt sich Parsifal die Schuld am Tod der Mutter. Er ist verzweifelt.
Um den aufgewühlten Parsifal zu trösten, öffnet Kundry ihm ihre Arme. Erschreckt von der in ihm erwachten Leidenschaft, reißt Parsifal sich aus Kundrys Armen los, erinnert sich rasend an Amfortas’ Wunde und
schreit, eine solche Wunde brenne nun auch in ihm.
Betroffen versucht Kundry, Parsifal aus seiner Verwirrung zu reißen, doch er ist besessen von der Idee, den Gral aus Amfortas’ sündig befleckten Händen zu befreien.
Kundry bittet um Verständnis und Mitgefühl, doch Parsifal stößt sie zornig und angewidert von sich, betrachtet sie als Hure und Frevlerin.
Um Parsifal Einhalt zu gebieten, ruft Kundry um Hilfe.
Klingsor eilt herbei, um Parsifal mit dem Speer zu töten, der Amfortas die Wunde geschlagen hat, doch Parsifal entreißt Klingsor den Speer und vernichtet Klingsor und dessen Reich.
Fragen:
Welches Motiv treibt Klingsor an, sich ein eigenes Reich zu schaffen und gegen die Gralsritter zu kämpfen?
Welche Rolle spielt Kundry in Klingsors Plan und was wird von ihr verlangt? Wie reagiert Kundry auf die Forderung von Klingsor und warum?
Was geschieht, als Parsifal sich Klingsors Reich nähert und von den Blumenmädchen umringt wird?
Wie versucht Kundry Parsifal zu beeinflussen und welche Informationen gibt sie ihm über seine Vergangenheit?
Wie reagiert Parsifal auf die in ihm erwachte Leidenschaft und wie versucht Kundry ihn zu beeinflussen?
Warum ist Parsifal besessen davon, den Gral aus den Händen von Amfortas zu befreien?
Wie gelingt es Parsifal, Klingsor zu besiegen und sein Reich zu vernichten?
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DRITTER AUFZUG
Viel Zeit ist vergangen.
Die Gemeinschaft der Gralsritter ist zerfallen. Der alte Titurel ist gestorben. Die Ritter versammeln sich nicht mehr zum heiligen Dienst, der Gral ruht verschlossen in seinem Schrein.
Gurnemanz leidet sehr unter dem Geschehenen und hat die Gemeinschaft verlassen.
Plötzlich findet er Kundry, die ohnmächtig auf dem Boden liegt. Gurnemanz weckt sie. Kundry ist voller Demut. Sie ist gekommen, um zu dienen.
Ein Fremder erscheint. Gurnemanz und Kundry erkennen in ihm nicht gleich Parsifal.
Parsifal hat den heiligen Speer bei sich. Gurnemanz triumphiert: Die Prophezeiung hat sich erfüllt, das Heiligtum ist zurückgebracht, die Bruderschaft kann mit Parsifal an der Spitze wieder auferstehen.
Die Gralsritter versammeln sich zum heiligen Dienst, denn wegen des Todes seines Vaters hat Amfortas versprochen, die Qualen noch ein letztes Mal auf sich zu nehmen. Doch plötzlich weigert er sich. Er bittet um den Tod als einzige Erlösung von seiner Qual.
Parsifal gibt Amfortas den verlorenen Speer zurück.
Dmitri Tcherniakov
(Übersetzung: Ganna-Maria Braungardt)
Fragen:
Wie hat sich die Gemeinschaft der Gralsritter verändert und warum sind sie nicht mehr aktiv im heiligen Dienst?
Wie reagiert Gurnemanz auf die Situation und was findet er plötzlich?
Was ist mit Kundry passiert und wie reagiert sie, als Gurnemanz sie findet? Wer erscheint plötzlich und wie reagieren Gurnemanz und Kundry auf ihn? Welchen Gegenstand trägt dieser Fremde bei sich und wer ist er in Wirklichkeit?
Was ist der Grund für Gurnemanzs Triumph und welches Heiligtum wurde zurückgebracht?
Was geschieht, als die Gralsritter von der Rückkehr des Heiligtums erfahren? Was hat Amfortas versprochen und warum weigert er sich plötzlich?
Wie reagiert Amfortas auf seine Qualen und welche Erlösung fordert er?
Was tut Parsifal in Bezug auf den verlorenen Speer und wie wirkt sich dies auf Amfortas aus?
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Aufgabe: Finden Sie Epitheta und Metaphern im Text. Wie geben die Autoren ihren Eindruck von dem Werk wieder?
PRESSESTIMMEN
»Daniel Barenboim verfolgt jede Verästelung dieser auf Motivaskese, Triebverweigerung und Entschleunigung setzenden Partitur. Fast gerät die Musik zum Stehen, aber dieser Stillstand glüht, und er bringt eine avantgardistische Schreibart an den Tag, an der gemessen Richard Strauss und der frühe Arnold Schönberg wie geschwätzige Zwerge wirken. (…) Und so findet Wagner bei Barenboim und Tcherniakov, der derzeit interessanteste aller Opernmacher, endlich wieder einmal zu zwei Künstlern, die die Radikalität dieses Spätwerks dezidiert ins Heute übersetzen.«
Süddeutsche Zeitung, 30. März 2015
»Jede einzelne der Figuren ist lebensnah in ihrem Widerspruch, jede hat ihre eigene Geschichte, und selten hat einer diese mit Mythen und Metaphern so dicht befrachtete Story so schlicht und ergreifend erzählt wie Dmitri Tcherniakov. (…) Und Daniel Barenboim musiziert mit seiner Staatskapelle den langsamsten und durchsichtigsten „Parsifal“, den er je dirigiert hat. Es ist, als ob er sich von keinem Ton trennen kann, so sehnig und sehnsuchtsvoll tönt das Legato. Balance und Transparenz sind phantastisch, man versteht jedes Wort, hört jede Nebenstimme. Ein großer Abend.«
The Telegraph London, 30. März 2015
»Die Aufführung weiß von einer Krise des Wagner-Gesangs nichts mehr. Baritöne zeigen sich prächtig: René Pape als immer machtvoll strömender Gurnemanz, Wolfgang Koch als einund ausdrucksvoll leidender Amfortas, Tómas Tómasson als nervös präziser Klingsor. Mit Andreas Schager als Parsifal präsentierte sich ein wunderbarer junger Heldentenor, der mühelos über das Orchester reicht und dabei zu beeindruckender Nuancierung fähig ist.«
Berliner Zeitung, 30. März 2015
»Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin erzeugen eine Musik, die so noch nie zu hören war. Kein Klangrausch, stattdessen Einzelstücke mit Pausen und leeren, mittelalterlich anmutenden Harmonien,
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wiederkehrende melodische Fragmente, eingetaucht in mitunter schroffe Instrumentalfarben… Perfektion ist keine Kunst, wirklich groß ist diese Aufführung, weil sie darauf verzichtet. Natürlich hat Dmitri Tcherniakov nicht das Bühnenweihfestspiel inszeniert, das zuerst nur in Bayreuth aufgeführt werden durfte. Er hat Wagners Text gelesen und danach eine medizinische Diagnose gestellt: Ein Haufen Männer in einer gottverlassenen Provinz halten sich für die Hüter eines religiösen Fetischs und haben eine Reihe von Ritualen eingeführt, die ihrem Leben einen Sinn geben. Wie in einem Dokumentarfilm zeigt Tcherniakov den Wahn ihrer Erlösung. Groß.«
taz, 30. März 2015
SALOME
DRAMA IN EINEM AUFZUG (1905)
M U S I K VO N
R i c h a r d S t r a u s s
T E X T N AC H
d e m D r a m a » S a l o m é « v o n O s c a r W i l d e
i n d e r Ü b e r s e t z u n g v o n H e d w i g L a c h m a n n
In einem Umfeld aufgewachsen, das keinerlei Mäßigung und Hemmungen kennt, ist die exzentrische Prinzessin Salome fasziniert von der Andersartigkeit des asketisch lebenden Propheten Jochanaan, den ihre Mutter Herodias und ihr übergriffiger Stiefvater Herodes gefangen halten. Als Jochanaan Salomes Annäherungsversuche brüsk zurückweist, entwickelt sie eine regelrechte Obsession und nutzt die Lüsternheit ihres Stiefvaters, um ihren Willen durchzusetzen.
Da Herodes versprochen hat, Salome für den erotischen »Tanz der sieben Schleier« jeden Wunsch zu erfüllen, verlangt sie nun als Gegenleistung Jochanaans Kopf auf einem Silbertablett. In rasendem Wahn küsst sie dessen leblose Lippen und erfüllt sich so ihr sinnliches Begehren – bis Herodes den Befehl gibt, Salome zu töten. Zwischen feinnervigem Psychogramm und der Darstellung rauschhafter, zügelloser Wollust changierend, gelang Richard Strauss mit seiner Adaption von Oscar Wildes skandalös-schockierendem Décadence-Drama 1905 sein erster, überwältigender Erfolg als Opernkomponist. In aufreizend ekstatischen Klangvisionen gießt er die hitzig aufgeladenen Gefühlswogen und tiefen seelischen Abgründe seiner exzentrischen Titelheldin in eine irisierende, teils auch schroffe Musik, die mit drastischer Klangmacht des gewaltigen Orchesterapparats nicht nur den seelischen Verfall und die Verführungskraft Salomes, sondern auch ihre sonstige Gefühlskälte und Jochanaans pathetische Anklagen auf aufregende wie verstörende Art und Weise einzufangen weiß.
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