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Ординатура / Хирургия / Библиотека им академика М.И. Перельмана / Книга_5299_Библиотеки_им_академика_М_И_Перельмана.pdf
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☆
Durch die Beschränkung auf dreihundert Behandlungsfäll
e
pro Quartal gibt es entsprechend lange Wartezeiten. Hier
sind drei bis sechs Monate eher die Regel als die Ausnahme.
Das ist für einen Tumorpatienten genauso inakzeptabel
wie für einen Patienten mit akuten Rückenschmerzen, der
schnellstmöglich wieder seine Alltagstauglichkeit zurück-
erlangen möchte. In dem Bundesland (Saarland), in dem ich
lebe und arbeite, gibt es fü r eine Million Einwohner aktuel l
zwanzig niedergelassene Ärzte mit der Zusatzbezeichnung
»Spezielle Schmerztherapie«. Dass das hinten und vorne
nicht ausreicht, versteht sich von selbst.
Psychotherapeut für »Spezielle Schmerzpsychotherapie«
Neben den Ärzten gibt es auch Psychotherapeuten, die eine
spezielle Ausbildung in diesem Bereich absolvieren können.
Die Ausbildung geht über zwei Jahre und schließt mit ei-
ner Prüfung ab. In der Theori e klingt das gut, in der Praxis
haben wir allerdings das Problem, dass es extrem wenige
Psychotherapeuten gibt, die sich auf Schmerzpatienten spe-
zialisiert haben. Wann immer wir im Bereich der Schmerz-
therapie also von einer multiprofessionellen multimodalen
Therapie sprechen, die wir uns eigentlich für die sinnvolle
Behandlung unserer Patienten wünschen (denken Sie hier
bitte kurz an das bio-psycho-soziale Schmerzmodell), müs-
sen wir uns der Wirklichkeit stellen, i n der die meisten von
uns ungewollt monoprofessionell arbeiten. Mir persönlich
gelingt es zum Beispiel so gut wie nie, speziell für betroffe-
ne Kinder, zeitnah einen Psychotherapeuten zu finden, der
meine Bemühungen bei diesen Patienten um ein e bessere
Schmerzbewältigung unterstützen kann. Wartezeiten von
- bitte fallen Sie jetzt nicht vo m Stuhl - einem dreiviertel
Jahr und länger sind hier völlig normal.
26
1
Di
e Schmerzambulanz
Es gibt an einigen größeren Krankenhäusern, wie zum Bei-
spiel Universitätsklinika, angegliederte Schmerzambulan-
zen als Anlaufstellen für Patienten. Im Grunde genommen
ist die Arbeitsweise vergleichbar mit der eine s niedergelas-
senen Schmerztherapeuten. Je nach Ausstattung einer Ab-
teilung können hier unter Umständen noch weitergehen-
de Therapieangebote, wie psychologische Mitbetreuung,
Physiotherapie und auch gruppentherapeutische Ange-
bote wahrgenommen werden. Leider sind jedoc h auch die
Schmerzambulanzen so unterfinanziert, dass dementspre-
chend in vielen Krankenhäusern in nachvollziehbarer Weise
gewaltig an der Personalausstattung gespart wird.
Die Schmerztagesklinik
Hierbei handelt es sich um eine noch eher selten anzutref-
fende Variante, quasi eine Zwischenstufe zwischen nieder-
gelassenem Schmerztherapeut oder Schmerzambulanz und
einer vollstationären Schmerzklinik. Grundvoraussetzung
für Patienten ist, dass sie mobil sind und vorzugsweise in der
Nähe wohnen. Hier gibt es speziell entwickelte Therapiepro-
gramme, bei denen schmerzpsychologische, medizinisch e
und physiotherapeutische Aspekte in ein Gesamtkonzept für
den Patienten münden. Der Patient wird für einen Zeitraum
von einigen Wochen oft in einer festen Gruppe von Patienten
mit ähnlichen Erkrankungen von morgens bis nachmittags
behandelt. Der mögliche Vorteil einer Schmerztagesklinik
ist, dass der Patien t nicht vollständig aus seine m gewohnten
Kontext herausgerissen wird. Das ist nämlich ein Nachteil
vieler vollstationärer Kliniken - während des Aufenthaltes
funktioniert alles ganz prima, weil man sich in einem gänz-
lich anderen Umfeld befindet, doch sobald man zu Hause
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und in seinem alten Trott ist , geht wieder einiges schief. Es
gibt aber durchaus auch Patienten, die genau den Abstand
vom häuslichen Umfeld brauchen, um überhaupt Behand-
lungseffekte erzielen zu können. Für di e ist dann eher eine
vollstationäre Schmerzklinik der richtige Ort.
Die Schmerzklinik
In Schmerzkliniken werden entweder Patienten mi t schwer
behandelbaren Akutschmerzen oder hoch chronifizierten
Schmerzerkrankungen aufgenommen und stationär be-
handelt. Hier gibt es einen individualisierten Behandlungs-
plan für den Patienten, ebenfalls wieder aus den Bausteinen,
die auch schon in der Schmerztagesklinik zum Tragen
kommen. Verschiedene Schmerzkliniken verfolgen ganz
unterschiedliche Konzepte. Es gibt Kliniken, die sehr stark
auf eingreifende Verfahren spezialisiert sind, das heißt, rü-
ckenmarksnahe Stimulationsverfahren oder der Einbau
von Pumpen stehen im Vordergrund. Andere Klinike n ha-
ben sich auf Entzugsbehandlung von Medikamentenfehl-
gebrauch spezialisiert und wiederum andere Kliniken legen
ihren Fokus auf bestimmt e Krankheitsbilder, wie zum Bei-
spiel Kopfschmerzen oder das Fibromyalgiesyndrom.
Die interdisziplinäre Schmerzkonferenz
Vielleicht auch noch ganz interessant für Sie zu wissen ist,
dass alle, die sich professionell mit Schmerzpatienten be-
schäftigen, mindestens achtmal im Jahr (und häufiger!) an
sogenannten interdisziplinären Schmerzkonferenzen teil-
nehmen müssen. Bei diesen Schmerzkonferenzen werden
unter anderem besonders komplizierte Schmerzverläufe
von Patienten vorgestellt. Oftmals bringt der Kollege, der
den Fall präsentiert, den Patienten auch direkt mit, der von
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de
n anwesenden Ärzten unterschiedlicher Fachdiszipline n
befragt und gegebenenfalls vor Ort untersucht wird. Da-
nach wird intensiv über den Fall diskutiert und fast immer
ergeben sich dadurch neue Aspekte und Ideen, sowohl wa s
die Ursache der Schmerzen anbelangt, als auch noch nicht
ausprobierter Therapiekonzepte. Eine interdisziplinäre
Schmerzkonferenz kann für den ein oder anderen Patienten
also eine riesengroße Chance sein, den n wo sonst bekommt
man die geballte Expertise von bis zu zwanzig oder mehr Ex-
perten zusammen, die sich gemeinsam darum bemühen, das
Beste für diesen einen Patienten zu ermöglichen. Ich selbst
habe schon mehrfach Patienten auf solchen Konferenzen
vorgestellt und habe eigentlich immer erlebt, dass sie ex-
trem dankbar dafür waren, dass man sich so intensiv um
sie bemüht hat. Mehr als einmal hatte n dadurch entweder
Kollegen ganz neue Ideen oder man ist gemeinsam in der
Diskussion auf neue Behandlungswege gekommen, die dem
Patienten tatsächlich nachhaltig geholfen haben. Wenn Sie
also bei einem Schmerztherapeuten in Behandlung sind und
es augenscheinlich nicht weitergeht, sprechen Sie ihn ruhig
auch auf diese Möglichkeit an.
Sie sehen schon, es gibt unendlich viele Möglichkeiten,
wie Schmerzpatienten Hilfe erhalten können. Wichtig ist
vielleicht noch zu wissen, dass insbesondere bei Tumor-
schmerzpatienten oder bei Patienten, die Schmerzen im
Rahmen einer lebensbegrenzenden Erkrankung haben, auch
der Palliativmediziner ein wichtige r und richtiger Ansprech-
partner ist. Palliativmediziner haben sehr viel Erfahrun g mit
Tumorschmerzen und Schmerzen am Lebensende auch bei
Nicht-Tumorerkrankungen.
Und auch an dieser Stelle noch einmal ein Appell an Pa-
tienten und Angehörige: Wenn Sie sich nicht ausreichend
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4
gut hinsichtlich Ihrer Schmerzen behandel t fühlen, fragen
Sie Ihren behandlungsverantwortlichen Arzt, welche wei-
teren Möglichkeiten es gibt. Denken Sie immer daran: Sie
haben ein Anrecht auf eine angemessene Schmerztherapie.
26 5

Danke!

An dieser Stelle würde ich gern e ganz vielen Menschen dan-
ken. Das Problem ist nur, dass dann die Danksagung länger
als der eigentliche Text werden würde.
Deswegen mache ich es kurz, knackig und schmerzlos:
Ich danke meiner wundervollen Familie , meine r Frau Ger-
rit und meinen Kindern Leonie, Lilou, Levy und Lenyo.
Danke an Lars Amend für die vollkommen entspannte
Zusammenarbeit. Es macht einfach Spaß, mit Dir zusam-
men ein Buch zu schreiben. Ich freue mich jetzt schon auf
unser nächstes.
Vielen Dank auch an das gesamte Team bei Fischer, allen
voran Martina Seith-Karow und Milena Kahlcke, ebenso
auch Thomas Schmidt von unserer Agentur Landwehr & Cie.
Ein riesengroßer Dank geht an alle meine Mitarbeiter und
Kollegen, insbesondere an die Menschen, die mir in meiner
ärztlichen Ausbildung Mentoren waren und es zum Teil
heute noch sind.
Ich danke all meinen Patienten und deren Angehörigen
für das Vertrauen und für die Möglichkeit, sie ein Stück auf
ihrem Lebensweg begleiten zu dürfen.
Ich entschuldige mich bei allen, die ich hier eventuell ver-
gessen habe oder nicht auflisten konnte. Allen Genannten
und Nichtgenannten wünsche ich hiermit von ganzem Her-
zen noch ein gutes Leben.
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Nützlich
e Websites
Ärzte mit der Zusatzbezeichnung
»Spezielle Schmerztherapie«
www.kbv.de/arztsuche
www.dgss.org/versorgung/schmerztherapeuten-mit-der-
weiterbildungsbefugnis-spezielle-schmerztherapie
www.dgschmerzmedizin.de/schmerzzentren
www.jameda.de/ arztsuche
www.arztinfo24.de/Arzt_Auskunft/Arzt_/Speziel-
le+Schmerztherapie
www.sanego.de/Arzt/Spezielle+Schmerztherapie
ww.dmkg/Patienten/DM KG -Kopfschmerzexperten
Psychotherapeuten mit Zusatzbezeichnung
»Spezielle Schmerzpsychotherapie«
www.dgpsf.de/listedertherapeuten.html
www.igps-schmerz.de
Selbsthilfegruppen
SchmerzLOS e.V. (www.schmerzlos-ev.de)
Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V.
(www.rheuma-liga.de)
Deutsche Schmerzliga e. V. (www.schmerzliga.de )
Migräne Liga e.V. (www.migraeneliga-deutschland.de)
267
Deutsche
s Grünes Kreuz e.V. (DGK )
(www.forum-schmerz.de)
Deutsche Fibromyalgie Vereinigung (DFV) e.V.
(www.fibromyalgie-fms.de)
Für Cluster-Kopfschmerz
www.clusterkopf.de
Cluster-Kompetenzzentren z. B. in Kiel
www.schmerzklinik.de/service-fuer-patienten/cluster-
kopfschmerzen
Fachgesellschaften
Deutsche Akademie für ganzheitliche Schmerztherapie
(www.dagst.de)
Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. (www.dgss.org)
Deutsche Gesellschaft für psychologische Schmerztherapie
und -forschung e.V. (DGPSF) (www.dgpsf.de)
Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS )
(www.dgschmerzmedizin.de)
Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaf t e.V.
(DMKG) (www.dmkg.de)
Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheil-
kunde e.V. (DGZMK) (www.dgzmk.de)
Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familien-
medizin (DEGAM) (www.degam.de)
Patienten-Leitlinien
»Nationale Versorgungs-Leitlinie Kreuzschmerz«
http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/nvl-007.htm l
http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-007p_
S3_Kreuzschmerz_2013-08.pdf
26
8
Fibromyalgiesyndrom der Wissenschaftlichen Medizi-
nischen Fachgesellschaften (AWMF
)
http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/041-004.html
»Mein Arzt findet nichts« - so genannte nicht-spezifische,
funktionelle und somatoforme Körperbeschwerden. Eine
Leitlinie für Betroffene und ihre Angehörigen
http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/051-001.html
»Langzeitanwendung von Opioiden be i nicht tumorbe-
dingten Schmerzen (LONTS)«
http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/145-003.htm l
Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)
www.patienten-information.de
Einrichtungen
Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesund-
heitswesen (www.gesundheitsinformation.de )
Ministerium für Arbeit und Sozialordnung Baden-Würt-
temberg, Ratgeber Schmerz
(www.sm.baden-wuerttemberg.de)
Deutsches Krebsforschungszentru m
(www.krebsinformationsdienst.de)
Deutsches Kinderschmerzzentrum
(www.deutsches-kinderschmerzzentrum.de)
Weitere Informationsquellen
YouTube: Kanal SchmerzTV (www.youtube.com)
YouTube: Den Schmerz verstehen - und was zu tun ist in
10 Minuten! (www.youtube.com)
SchmerzPsychoedukation/ Dr. Martin v. Wächter (www.
schmerzpsychoedukation.de)
Schlafstörungen. Dr. T. H. Müller/Universitätsklinikum
Münster (www.schlafgestoert.de)
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Universitätsklinikum des Saarlandes -
Zentrum für Palliativmedizin
und Kinderschmerztherapie
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www.HoPa-HOMe.eu